Diskurs 02 – Irdisches und himmlisches Jerusalem.




Irdisches und himmlisches Jerusalem. / Replik Jörg Frost 00, 2000-07-13

Das irdische und das himmlische Jerusalem.. /    Tabelle 12 



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(Irdisches und himmlisches Jerusalem. / Replik JF00, 2000-07-13)

Das neue, himmlische Jerusalem ist eine Allegorie für die verherrlichte und vollendete Kirche Christi, bestehend aus allen Auserwählten, sowohl Juden als auch Heiden, wie sie nach der ersten Auferstehung sein wird. Das Endstadium der Kirche im neuen Himmel und der neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Die heilige Stadt, das neue Jerusalem, fährt vom (erneuerten) Himmel herab auf die (erneuerte) Erde und ist bereitet und geschmückt wie eine Braut (=Gemeinde) für ihren Ehemann (= Christus) und ihre Fröhlichkeit äußert sich durch die Anwesenheit Gottes bei ihr und der Gemeinschaft mit Ihm, worüber sie sich freut und über die Befreiung von allem Bösen. Das himmlische Jerusalem ist die Frau oder Braut des Lammes (Offb. 21,9-10) und hat mit dem irdischen Jerusalem, das geistlich "Sodom und Ägypten" heißt (Offb. 11, 8), absolut nichts gemeinsam. Den Gläubigen aus den Juden wurde gesagt: "Ihr seid zu dem himmlischen Jerusalem gekommen!" (Heb. 12, 22) d.h. sie wurden Bürger des neuen, himmlischen Jerusalems. Seitdem hat das irdische Jerusalem keinerlei Heilsbedeutung mehr, denn es gilt allein die Bürgerschaft mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen (Eph.2, 19) in dem Bauwerk, das auf dem Fundament der (12!) Apostel und Propheten erbaut ist, da Jesus Christus der Eckstein ist (Offb. 21, 14). Von diesem "himmlischen Jerusalem" handelt auch Jesaja 60 (vgl. Offb. 21,23 mit Jes. 60, 19-20). Jesaja spricht hier also NICHT vom irdischen Jerusalem! Dieser herrliche Zustand der Kirche wird sein, wenn Satan tausend Jahre gebunden ist und die Heiden nicht mehr verführen kann und die Heiligen mit dem König aller Könige in Frieden und Gerechtigkeit leben und mit ihm als Priester Gottes und Christi tausend Jahre regieren werden. Und danach werden sie regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit (Offb. 22, 5).

Neuer Himmel und neue Erde = Millennium = neue Schöpfung = das Ziel der christlichen Hoffnung (2. Petrus 3, 13).

Millennium = Gerechtigkeit herrscht auf Erden = Erneuerung der Schöpfung (Jes. 65, 17 ff)= paradiesische Zustände auf dem heiligen Berg Gottes (Jes. 65, 25).

Die Maße des himmlischen Jerusalems in der Offenbarung sind nicht wörtlich zu verstehen, sondern haben eine symbolische Bedeutung, nämlich dass genug Platz für alle zwölf Stämme des geistlichen Israels vorhanden ist, d.h. für alle Auserwählten Gottes, weil Christus ihnen die Stätte bereitet hat (Joh. 14, 3).

(Jörg Frost / Katholisch Apostolische Bewegung)
Joerg_Frost@compuserve.de / http://www.johannesoffenbarung.de/ )



Ebenso wie die Umgestaltung von Himmel und Erde vor dem Millennium oft mit dem Vergehen von Himmel und Erde am Ende der ersten Schöpfung „zusammengeschaut” und missgedeutet wird, gibt es auch bei manchen Bibelauslegern Missverständnisse bei der Interpretation von „himmlischem Jerusalem” und dem zukünftigen Jerusalem hier auf Erden, im Millennium.

(Siehe auch Kapitel 08: „Die Umgestaltung von Himmel und Erde.”)


Auch hier ist mangelnde Schriftkenntnis und zu geringes Vertrauen auf die Richtigkeit des prophetischen Wortes der Grund für die gekürzte Betrachtungsweise. Dabei gibt es grundsätzliche und unmissverständliche Unterschiede zwischen diesen beiden Prophezeiungen. Dies beginnt schon bei der Größe der beiden Städte. Wie aus Hes 48,16 hervorgeht, wird die Stadt im Millennium 4500 Ellen – d. s. etwa 2220 Meter - je Seite messen.

Und das sollen ihre Maße sein: viertausendfünfhundert Ellen an jeder Seite.

Hes 48,16 Und das sollen ihre Maße sein: viertausendfünfhundert Ellen an der Nordseite und an der Südseite, ebenso auch an der Ostseite und an der Westseite viertausendfünfhundert Ellen. Hes 48,16;


Die Stadt, welche in der Neuen Schöpfung aus dem Himmel herab kommt, das himmlische Jerusalem, ist nach Off 21,16 hingegen genau tausendmal so groß. Sie misst zwölftausend Stadien – d. s. etwa 2220 Kilometer – auf jeder ihrer Seiten.

Zwölftausend Stadien. Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich.

Off 21,16 Und die Stadt ist viereckig angelegt, und ihre Länge ist so groß wie die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr: zwölftausend Stadien. Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich. 21,17 Und er maß ihre Mauer: hundertvierundvierzig Ellen nach Menschenmaß, das der Engel gebrauchte. Off 21,16-17;


Das Jerusalem im Millennium wird auf einem hohen Berg liegen:

Jerusalem wird hoch liegen und an seiner Stätte bleiben.

Sach 14,10 Und das ganze Land wird verwandelt werden in eine Ebene, von Geba bis nach Rimmon im Süden. Aber Jerusalem wird hoch liegen und an seiner Stätte bleiben, vom Tor Benjamin bis an die Stelle des ersten Tors, bis an das Ecktor, und vom Turm Hananel bis an des Königs Kelter. Sach 14,10;


Das himmlische Jerusalem ist dagegen ein Berg, da „die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt” gleich sind, wie oben Off 21,16 besagt. Dies sind die Maßangaben eines pyramidenförmigen Körpers - eben eines Berges. In dieser Beschreibung nun einen „Kubus”, also einen Würfel sehen zu wollen (wo sollte sich dann da die „Mauer” aus Off 21,17 befinden??) widerspricht jeder normalen Vorstellung von der Lage einer Stadt.

(Siehe auch Kapitel 14: „Die Neue Schöpfung”.)

Wie Johannes in Off 21,22 ausdrücklich erwähnt, wird im himmlischen Jerusalem kein Tempel sein, da Gott und das Lamm persönlich in der Stadt gegenwärtig sein werden.

Und ich sah keinen Tempel darin.

Off 21,22 Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm. Off 21,22;


Für den Tempel im irdischen Jerusalem, im Millennium, sind jedoch in Hes 40 – 43 vier Kapitel detaillierteste Bauanleitungen und Anweisungen für den Tempeldienst angegeben.

Die Tore der Stadt im Millennium werden nach Jes 60,11 Tag und Nacht geöffnet sein.

Deine Tore sollen stets offen stehen und weder Tag noch Nacht zugeschlossen werden.

Jes 60,11 Deine Tore sollen stets offen stehen und weder Tag noch Nacht zugeschlossen werden, dass der Reichtum der Völker zu dir gebracht und ihre Könige herzugeführt werden. Jes 60,11;


Im Jerusalem der Neuen Schöpfung wird es erst gar keine Nacht mehr geben, wie aus Off 21,25 ersichtlich.

Und ihre Tore werden nicht verschlossen am Tage; denn da wird keine Nacht sein.

Off 21,25 Und ihre Tore werden nicht verschlossen am Tage; denn da wird keine Nacht sein. Off 21,25;


(Siehe auch die Tabelle 12: „Das irdische und das himmlische Jerusalem”.)

Aber auch die weiteren Beschreibungen in Jes 60 zeigen, dass es sich hier um einen Ort auf dieser unserer alten Erde handelt:

Die sollen umkommen und die Völker verwüstet werden.

Jes 60,12 Denn welche Völker oder Königreiche dir nicht dienen wollen, die sollen umkommen und die Völker verwüstet werden. 60,13 Die Herrlichkeit des Libanon soll zu dir kommen, Zypressen, Buchsbaum und Kiefern miteinander, zu schmücken den Ort meines Heiligtums; denn ich will die Stätte meiner Füße herrlich machen. Jes 60,12-13;


Wie Jesaja oben sagt, sollen die Völker umkommen und verwüstet werden, welche Jerusalem in dieser Zeit nicht dienen wollen. Dies deckt sich auch mit den Aussagen anderer Propheten, wie Jeremia und Sacharja, welche auch von dieser Zeit der Herrschaft des Friedefürsten sprechen und prophezeien, dass Gott jene Völker strafen und vernichten wird, welche die Herrschaft Gottes in Jerusalem nicht akzeptieren wollen.

Wenn sie aber nicht hören wollen, so will ich solch ein Volk ausreißen und vernichten.

Jer 12,15 Aber wenn ich sie ausgerissen habe, will ich mich wieder über sie erbarmen und will einen jeden in sein Erbteil und in sein Land zurückbringen. 12,16 Und es soll geschehen, wenn sie von meinem Volk lernen werden, bei meinem Namen zu schwören: So wahr der HERR lebt!, wie sie mein Volk gelehrt haben, beim Baal zu schwören, so sollen sie inmitten meines Volks wohnen. 12,17 Wenn sie aber nicht hören wollen, so will ich solch ein Volk ausreißen und vernichten, spricht der HERR. Jer 12,15-17;

Das Geschlecht, das nicht nach Jerusalem kommen wird, um anzubeten, über das wird's nicht regnen.

Sach 14,16 Und alle, die übriggeblieben sind von allen Heiden, die gegen Jerusalem zogen, werden jährlich heraufkommen, um anzubeten den König, den HERRN Zebaoth, und um das Laubhüttenfest zu halten. 14,17 Aber über das Geschlecht auf Erden, das nicht heraufziehen wird nach Jerusalem, um anzubeten den König, den HERRN Zebaoth, über das wird's nicht regnen. 14,18 Und wenn das Geschlecht der Ägypter nicht heraufzöge und käme, so wird auch über sie die Plage kommen, mit der der HERR alle Heiden schlagen wird, wenn sie nicht heraufkommen, um das Laubhüttenfest zu halten. Sach 14,16-18;


(Siehe auch Kapitel 10: „Das Millennium”.)



Zusammenfassung

Wie aus diesen Vergleichen zu erkennen, dürfte es bei verantwortungsbewusstem Schriftstudium nicht schwer sein, diese beiden Prophezeiungen auseinander zu halten. Es stellt sich daher die Frage, ob jene, die diese Prophezeiungen in einen Topf werfen und ein „himmlische Jerusalem auf Erden” postulieren, hier tatsächlich einem Irrtum aufgesessen sind oder ob es sich hierbei wieder einmal um eine gezielte Interpretation auf ein bestimmtes Wunschziel hin handelt.

Das irdische und das himmlische Jerusalem. /    Tabelle 12