Diskurs 04 - Die zwei Zeugen: Mose und Elia?




Die zwei Zeugen: Mose und Elia? / Replik Marcus Franz 00, 2000-07-11

Mose kann nicht zweimal sterben. / Replik Dr. Monika von Sury 00, 2007-01-07

Lazarus ist zweimal gestorben. / Replik Karl-Heinz Wolschke 00, 2008-12-29


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(Die zwei Zeugen: Mose und Elia? / Replik MF00, 2000-07-11

Während Elia entrückt wurde, wissen wir aus der Bibel von Mose, dass er gestorben ist. In Hebr. 9, 27 heißt es, dass es dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben. Beachten Sie bitte, dass das griechische Wort für "einmal" (apax) nicht in der Bedeutung von dereinst, irgendwann einmal, etc. zu verstehen ist, sondern wirklich als Zahlwort (einmal, nicht zweimal, etc.). So wie es jedem Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben (es sei denn, der Herr kommt vorher wieder oder es geschieht wie bei Elia und Henoch ein außergewöhnliches Wunder), so ist auch das Leben eines jeden Menschen auf dieser Erde einmalig und unwiederholbar. Es ist auch ohne Nutzen hier auf Berichte der Bibel über Auferweckungen von Toten hinzuweisen, da diese Auferweckungen immer in sehr naher Zeit zu dem Tod des Betreffenden stattfanden und (mit der Ausnahme unseres Herrn Jesus) keine endgültige Überwindung des Todes und Schenkung eines völlig neuen Lebens waren. Zwar erschienen Mose und Elia auf dem Berg der Verklärung, doch war dies eindeutig in übernatürlicher, geistiger Form und nicht als "neue", sterbliche Menschen. All das Gesagte wird durch die Erfüllung der "Elia-Prophezeiung" unterstützt. Natürlich war Johannes nicht der Elia in Fleisch und Blut (und verneinte daher auch die entsprechende Frage nach seiner Herkunft), er trat aber in dem Geist und der Vollmacht des Elia auf, so dass er die Verheißung des künftigen Elia auf diese Weise erfüllte (Joh. 1, 21; Mt. 11, 14; 17, 10-13). Daher denke ich, dass die beiden Zeugen zwar auch im Geist und in der Kraft von Mose und Elia auftreten, dies aber doch nicht in Person sind.

(Marcus Franz, XXXXmarcus1973@t-online.de)



Der Grund, warum hier die Vermutung aufkommt, dass es sich bei diesen zwei Zeugen um Mose und Elia handelt, liegt einmal in der Ähnlichkeit der von ihnen verursachten Plagen mit jenen Plagen, welche auch von Mose und Elia verursacht wurden.

Diese zwei Zeugen haben Macht, den Himmel während der Zeit ihrer Weissagung - also für 1260 Tage oder dreieinhalb Jahre - zu verschließen und die Wasser in Blut zu verwandeln.

Diese haben Macht, den Himmel 3 ½ Jahre zu verschließen und die Wasser in Blut zu verwandeln.

Off 11,3 Und ich will meinen zwei Zeugen Macht geben, und sie sollen weissagen tausendzweihundertundsechzig Tage lang, angetan mit Trauerkleidern. 11,4 Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. 11,5 Und wenn ihnen jemand Schaden tun will, so kommt Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; und wenn ihnen jemand Schaden tun will, muss er so getötet werden. 11,6 Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, damit es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung, und haben Macht über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit Plagen aller Art, sooft sie wollen. Off 11, 3- 6;


Bereits Mose hat ja bekanntlich in Ägypten das Wasser des Nil in Blut verwandelt.

Das Wasser des Nil soll in Blut verwandelt werden.

2Mo 7,15 Geh hin zum Pharao morgen früh. Siehe, er wird ans Wasser gehen; so tritt ihm entgegen am Ufer des Nils und nimm den Stab in deine Hand, der zur Schlange wurde, 7,16 und sprich zu ihm: Der HERR, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt und dir sagen lassen: Lass mein Volk ziehen, dass es mir diene in der Wüste. Aber du hast bisher nicht hören wollen. 7,17 Darum spricht der HERR: Daran sollst du erfahren, dass ich der HERR bin: Siehe, ich will mit dem Stabe, den ich in meiner Hand habe, auf das Wasser schlagen, das im Nil ist, und es soll in Blut verwandelt werden, 7,18 dass die Fische im Strom sterben und der Strom stinkt. Und die Ägypter wird es ekeln, das Wasser aus dem Nil zu trinken. 2Mo 7,15-18;


Und Elia hatte zu seiner Zeit den Himmel ebenfalls für dreieinhalb Jahre verschlossen, dass es nicht regnete und dadurch eine große Hungersnot ausgelöst.

Es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen.

1Kö 17,1 Und es sprach Elia, der Tischbiter, aus Tischbe in Gilead zu Ahab: So wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe: es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn. 17,2 Da kam das Wort des HERRN zu ihm:17,3 Geh weg von hier und wende dich nach Osten und verbirg dich am Bach Krit, der zum Jordan fließt.17,4 Und du sollst aus dem Bach trinken, und ich habe den Raben geboten, dass sie dich dort versorgen sollen. 1Kö 17, 1- 4;

Zur Zeit des Elia, als der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monate.

Lk 4,24 Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet gilt etwas in seinem Vaterland. 4,25 Aber wahrhaftig, ich sage euch: Es waren viele Witwen in Israel zur Zeit des Elia, als der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monate und eine große Hungersnot herrschte im ganzen Lande, 4,26 und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt als allein zu einer Witwe nach Sarepta im Gebiet von Sidon. Lk 4,24-26;

Es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate.

Jak 5,17 Elia war ein schwacher Mensch wie wir; und er betete ein Gebet, dass es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. 5,18 Und er betete abermals, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht. Jak 5,17-18;

(Siehe auch Kapitel 03: „Die Große Trübsal”.)

Die Bezeichnung der beiden Zeugen oben in Off 11,4, als „Ölbäume”, welche „vor dem Herrn der Erde” stehen, erinnert zwar sehr an Sach 4,11-14:

Die zwei Ölbäume, die vor dem Herrscher aller Lande stehen.

Sach 4,11 Und ich hob an und sprach zu ihm: Was sind die zwei Ölbäume zur Rechten und zur Linken des Leuchters? 4,12 Und ich sprach weiter zu ihm: Was sind die beiden Zweige der Ölbäume bei den zwei goldenen Röhren, aus denen das goldene Öl herabfließt? 4,13 Und er sprach zu mir: Weißt du nicht, was sie sind? Ich aber sprach: Nein, mein Herr. 4,14 Und er sprach: Es sind die zwei Gesalbten, die vor dem Herrscher aller Lande stehen. Sach 4,11-14;


Allerdings können uns diese Aussagen bei der Identifikation der beiden Propheten nicht helfen.

Die Tatsache, dass Elia nicht gestorben ist, sondern von Gott in den Himmel entrückt wurde, im Zusammenhang mit der Aussage von Hbr 9,27, würde allerdings auch eine andere Möglichkeit öffnen.

Es ist dem Menschen bestimmt, einmal zu sterben.

Hbr 9,27 Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: Hbr 9,27;


Neben Elia ist ja auch Henoch nach 1Mo 5,24 nicht gestorben, sondern entrückt worden.

Und weil er mit Gott wandelte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen.

1Mo 5,22 Und Henoch wandelte mit Gott. Und nachdem er Metuschelach gezeugt hatte, lebte er 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5,23 dass sein ganzes Alter ward 365 Jahre. 5,24 Und weil er mit Gott wandelte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen. 1Mo 5,22-24;


Das würde daher den Schluss zulassen - nachdem nach Hbr 9,27 alle Menschen doch einmal sterben müssen -, dass diese beiden Menschen, welche ja noch nicht gestorben sind, in der Endzeit ihren Tod erleiden werden.

Allerdings sind die Anhaltspunkte im Vergleich zur Mose/Elia Interpretation doch sehr dürftig. Noch dazu, wenn man berücksichtigt, dass die eigentliche Schlüsselstelle zu dieser Interpretation der Text aus Lk 9,28-33 ist.

Und als er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders.

Lk 9,28 Und es begab sich, etwa acht Tage nach diesen Reden, dass er mit sich nahm Petrus, Johannes und Jakobus und ging auf einen Berg, um zu beten. 9,29 Und als er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders, und sein Gewand wurde weiß und glänzte. Lk 9,28-29;


Es beginnt damit, dass der Herr hier auf einen Berg ging und betete. Als er betete, wurde er verklärt und es erschienen ihm Mose und Elia - ebenfalls verklärt - und redeten mit ihm von seinem bevorstehenden Tod in Jerusalem.

Sie erschienen verklärt und redeten von seinem Ende in Jerusalem.

Lk 9,30 Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm; das waren Mose und Elia. 9,31 Sie erschienen verklärt und redeten von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte. 9,32 Petrus aber und die bei ihm waren, waren voller Schlaf. Als sie aber aufwachten, sahen sie, wie er verklärt war, und die zwei Männer, die bei ihm standen. 9,33 Und es begab sich, als sie von ihm schieden, da sprach Petrus zu Jesus: Meister, hier ist für uns gut sein! Lasst uns drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Er wusste aber nicht, was er redete. Lk 9,30-33;


Schon hier stellt sich die Frage: Wieso gerade Mose und Elia? Es war dies natürlich keine leibliche Auferstehung, sondern - ähnlich wie der Herr Jesus vor seiner Auffahrt zum Vater - erschienen die beiden Propheten mit einem Geistleib. Sodann sehen Petrus und die beiden anderen Jünger auch den Herrn verklärt. Und als dann diese beiden Männer wieder von Jesus schieden, beeilte sich Petrus zu sagen: „lass uns drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine”. Und wie es anschließend heißt, wusste Petrus hier nicht, was er redete.

Was soll das nun bedeuten? Wenn Petrus „nicht wusste, was er redete”, so meint das sicherlich nicht, dass er etwa Unsinn gesprochen hätte, sondern es soll damit ausgedrückt werden, dass es nicht seine eigenen Worte waren. Es war der Heilige Geist, der ihm diese Worte eingab und ihn zum Reden brachte. Und nun wird schon deutlich, dass es sich hier nicht um ein Ereignis zufälliger Art handelt, sondern dass in diesem Geschehen möglicherweise eine prophetische Aussage verborgen ist.

Diese „drei Hütten”, welche Petrus bauen wollte, lassen irgend eine Gemeinsamkeit zwischen diesen drei Personen vermuten. Wenn wir in die Vergangenheit blicken, so erkennen wir bei Elia und Mose - außer, dass sie beide Propheten Gottes waren -, kaum Gemeinsames. Sogar ihr Tod war völlig unterschiedlich. Während Mose eines natürlichen Todes gestorben ist, wurde Elia von Gott in den Himmel entrückt. Jesus Christus hingegen ist in Jerusalem getötet worden.

Doch gerade dieser letzte Umstand erinnert sehr an Off 11,7-8. Dort wird von diesen zwei Zeugen gesagt, dass das Tier sie töten wird. Und zwar in der Stadt, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde, also in Jerusalem.

Das Tier wird sie überwinden und wird sie töten.

Off 11,7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen kämpfen und wird sie überwinden und wird sie töten. 11,8 Und ihre Leichname werden liegen auf dem Marktplatz der großen Stadt, die heißt geistlich: Sodom und Ägypten, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde. Off 11, 7- 8;


Es wäre also denkbar, dass diese Äußerung, welche dem Petrus in Lk 9,33 durch den Heiligen Geist in den Mund gelegt wurde, nämlich „Lasst uns drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine”, ein Hinweis auf die gleichartigen Umstände des Wirkens und des Todes dieser drei Personen - der Herr vor 2000 Jahren und Mose und Elia in der Endzeit - gewesen wäre.

-  Alle drei sind von Gott gesandt

-  Alle drei weissagen sie dem Volk Israel

-  Alle drei werden sie von Israel abgelehnt

-  Alle drei werden gewaltsam getötet

-  Und dies alles bei allen dreien in Jerusalem


Auch der Hinweis von Off 11,8, wonach ihre Leichname in der Stadt liegen werden, wo „auch ihr Herr gekreuzigt wurde”, legen einen solchen Zusammenhang nahe.

Es ist jedoch richtig, dass sich ein genauerer Nachweis nicht führen lässt. Wo man aber auf jeden Fall zustimmen kann, ist die Aussage oben, von Marcus Franz, dass die beiden Zeugen - ob nun Mose und Elia oder nicht - im Geist und in der Kraft von Mose und Elia auftreten werden.


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(Mose kann nicht zweimal sterben. / Replik MvS00, 2007-01-07)

In Ihrer Argumentation in diesem Diskurs hat sich ein Fehler eingeschlichen. Sie schreiben richtig, dass Mose eines natürlichen Todes gestorben ist, so lesen wir es auch in 5. Mose 34,4-7:

4 Und der HERR sprach zu ihm: Dies ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe und gesagt: Ich will es deinem Samen geben. Du hast es mit deinen Augen gesehen; aber du sollst nicht hinübergehen.

5 Also starb Mose, der Knecht des HERRN, daselbst im Lande der Moabiter nach dem Wort des HERRN.

6 Und er begrub ihn im Tal im Lande der Moabiter gegenüber Beth-Peor. Und niemand hat sein Grab erfahren bis auf diesen heutigen Tag.

7 Und Mose war hundertundzwanzig Jahre alt, da er starb. Seine Augen waren nicht dunkel geworden, und seine Kraft war nicht verfallen.


Würde man also Ihrer Argumentation folgen und Mose als den zweiten Zeugen Gottes in Off 11,3-12 sehen, dann wäre Mose somit zweimal gestorben, ein erstes Mal in Moab im guten Alter von hundertzwanzig Jahren und ein zweites Mal auf gewaltsame Weise, in der Endzeit. Ein solcher „Doppeltod” steht aber in krassem Widerspruch zur Aussage von Hebräer 9:27:

27 Und wie den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, darnach aber das Gericht.


So wie ich Sie kenne, ist Ihnen dieser Widerspruch bei Ihrer Antwort an Herrn Marcus Franz schlicht entgangen, zumal dieser eingangs seines Kommentars genau auf diesen Punkt hinweist. Aus diesem Grund scheint mir auch Herrn Franz’s Schlussfolgerung - wenigstens was Mose anbetrifft - einleuchtend: „Daher denke ich, dass die beiden Zeugen zwar auch im Geist und in der Kraft von Mose und Elia auftreten, dies aber doch nicht in Person sind.”


Dr. Monika von Sury - Royal Line info@royalline.ch



Ja, das haben Sie völlig richtig erkannt und ich bedanke mich für den Hinweis. Ich habe mich offensichtlich zu sehr auf den Tod der zwei Zeugen konzentriert und den physischen Tod des Mose aus den Augen verloren. Der abschließenden Argumentation von Markus Franz in seinem Kommentar - welche Sie hier oben zitieren -  habe ich ja durchaus zugestimmt. Wie ich weiß, besucht er noch hin und wieder Immanuel.at und kann in dieser Korrektur - leider erst nach 7 Jahren - eine Bestätigung seiner Auffassung finden.

Nun kommt aber durch diese Richtigstellung gleichzeitig die ganze Interpretation ins Wanken. Wenn Mose nicht der zweite Zeuge ist, besteht wenig Grund, Elia als den ersten zu deuten. Die biblische Hauptaussage, auf welche sich diese Theorie gestützt hat, war Lk 9,30-33, in welcher Mose und Elia dem Herrn erschienen sind und Petrus, in einer Art von geistiger Absenz, für die Drei Hütten bauen wollte. Hier sind Elia und Mose gemeinsam aufgetreten und der Schluss, sie würden das auch in der Endzeit tun, lag - leider fälschlicherweise - nahe.

Wenn nun damit auch eine mögliche Erklärung für LK 9,30-33 ausscheidet, kann man wahrscheinlich noch nicht das gesamte Ereignis in der Exegese ignorieren. Es sind in diesem Text zu viele symbolische Aussagen und Hinweise, als dass man darin nicht in irgend einer Weise eine Prophezeiung vermuten könnte. Und dieser Aufgabe werden sich mit Sicherheit die Exegeten in der Zukunft unterziehen.


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(Lazarus ist zweimal gestorben. / Replik KHW00, 2008-12-29)

Ich grüße Sie, schön daß ich auf Ihre Website gestossen bin. Nach dem ersten Überfliegen der Diskurse drängt es mich, meine Ansicht zu - Die zwei Zeugen: Mose und Elia - anzufügen. Ich meine, diese zwei Zeugen sind tatsächliche Israeliten. Der Zusammenhang ihres Auftretens nach der Vermessung des Tempels (Off.11.1) ist offenkundig. Insbesondere die Weisung - den Hof, der außerhalb des Tempels ist, laß aus....(Off.11.2) zeigt, daß vor allem Israel geweissagt werden wird. Seinem besonderen Volk wird Gott die zwei glaubwürdigsten Zeugen, Mose und Elia, senden. So sahen das offenbar auch Petrus, Jakobus und Johannes (Matt.17.1ff).

Dem entgegen steht nun scheinbar, daß Mose eines natürlichen Todes gestorben ist und Paulus in Heb.9.27 sagt, daß der Mensch nur einmal stirbt. Was grundsätzlich richtig ist. Allerdings ist der Tod des offensichtlich kerngesunden Mose (5Mos.34.5-7) allein schon bemerkenswert und daß Michael um den Leib des toten Mose stritt (Jud.9) ist mir Beweis dafür, daß Mose eine Ausnahme ist. Zudem gibt es aber auch eine andere gottgewollte Ausnahme von dieser paulinischen Regel, wenn Jesus mit Gottes Zustimmung den Lazarus als Toten (der schon roch) zurück ins Leben brachte (Joh.11.13-44). Mir ist die Identität der zwei Zeugen von Bedeutung, weil ich meine, daß wir am Geschehen im Staat Israel Erkenntnisse gewinnen können. Mit freundlichem Gruß Karl-Heinz Wolschke

Karl-Heinz Wolschke kh-wolschke@web.de



Danke für Ihren Besuch bei Immanuel.at - auch mich freut es, dass Sie auf meine Website gestoßen sind. Im obigen Teil dieses Diskurses wurde anhand der Schrift geprüft, inwieweit die zwei Zeugen aus Off 11,2-6 mit Elia und Mose identisch sein könnten. Dabei wurde in Bezug auf Elia - bzw. den Geist des Elia - zwischen den Diskutanten weitgehend Übereinstimmung erzielt, während es für Mose letztendlich keine biblischen Anhaltspunkte zu geben scheint.

Mein Versuch, die Argumentation auf den Umstand aufzubauen, dass Elia nicht gestorben, sondern nach 2Kö 2,11 lebend in den Himmel aufgefahren ist und damit die Bedingung des Hebräerbriefschreibers in Hbr 9,27: „Und wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.” nicht erfüllt wurde, kann - wie der obige Beitrag von Frau von Sury zeigt - bei Mose nicht angewandt werden, da dieser ja gestorben ist.

Nun stimme ich Ihren Ausführungen, dass diese beiden Zeugen Israeliten sind und sie in der Endzeit vor allem Israel weissagen werden, natürlich vollinhaltlich zu. Das ergibt sich auch aus der Prophezeiung des Propheten Maleachi:

Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare.

Mal 3,22 Haltet im Gedächtnis das Gesetz meines Knechtes Mose, dem ich am Horeb für ganz Israel Ordnungen und Rechtsbestimmungen geboten habe. 3,23 Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare. 3,24 Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage. Mal 3,22-24;


Doch während wir nun für Elia als einen der beiden Zeugen einige Nachweise in der Schrift finden, ist das bei Mose leider nicht der Fall und auch meine logische Schlussfolgerung weiter oben war in Bezug auf Mose nicht schlüssig wie man sieht. Nun gebe ich Ihnen durchaus Recht, dass Mose eine Ausnahmeerscheinung war, doch das sind natürlich persönliche Meinungen und Ansichten, welche wir m.E. nicht als Nachweis für eine derartige Interpretation verwenden dürfen. Sonst könnte ja jemand mit Recht behaupten, dass z.B. auch David, den ja Gott im Millennium auferwecken und der wieder Fürst von Israel wird (Jer 30,8-9; Hes 34,23-24; Hos 3,4-5) eine Ausnahmeerscheinung ist und als zweiter Zeuge auftreten könnte.

Ganz anders ist es aber mit Ihrem Hinweis bezüglich der Auferweckung des Lazarus.

Dann nun sagte ihnen Jesus gerade heraus: Lazarus ist gestorben;

Jh 11,11 Dies sprach er, und danach sagt er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, ist eingeschlafen; aber ich gehe hin, damit ich ihn aufwecke. 11,12 Da sprachen die Jünger zu ihm: Herr, wenn er eingeschlafen ist, so wird er geheilt werden. 11,13 Jesus aber hatte von seinem Tod gesprochen: sie aber meinten, er rede von der Ruhe des Schlafes. 11,14 Dann nun sagte ihnen Jesus gerade heraus: Lazarus ist gestorben; 11,15 und ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht dort war, damit ihr glaubt; aber laßt uns zu ihm gehen. 11,16 Da sprach Thomas, der auch Zwilling genannt ist, zu den Mitjüngern: Laßt auch uns gehen, daß wir mit ihm sterben. Jh 11,11-16;

Und der Verstorbene kam heraus. Jesus spricht zu ihnen: Macht ihn frei und laßt ihn gehen!

Jh 11,41 Sie nahmen nun den Stein weg. Jesus aber hob die Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. 11,42 Ich aber wußte, daß du mich allezeit erhörst; doch um der Volksmenge willen, die umhersteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast. 11,43 Und als er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 11,44 Und der Verstorbene kam heraus, an Füßen und Händen mit Grabtüchern umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch umbunden. Jesus spricht zu ihnen: Macht ihn frei und laßt ihn gehen! Jh 11,41-44;


Lazarus ist ganz offensichtlich zweimal gestorben, weil ihn der Herr einmal aus den Toten auferweckt hat. Und in diesem Zusammenhang sind natürlich auch die Totenauferweckungen des Paulus' (Apg 20, 9-10) und des Petrus' (Apg 9,20-21) zu erwähnen. Und nicht zuletzt auch, wie weiter oben erwähnt, König David, der im Millennium von Gott auferweckt wird und ebenfalls ein zweites Mal sterben wird. Sie haben also vollkommen Recht: es gibt gottgewollte Ausnahmen von der Regel des Hebräerbriefschreibers, dass der Mensch einmal stirbt und danach das Gericht.

Und wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht

Hbr 9,27 Und wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, 9,28 so wird auch der Christus, nachdem er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen, zum zweiten Male ohne Beziehung zur Sünde denen zum Heil erscheinen, die ihn erwarten. Hbr 9,27-28;


Obwohl also nun Ihr Argument völlig korrekt und schriftkonform ist, sehe ich - so Leid mir das tatsächlich tut - keinen Anhaltspunkt, dadurch den Mose als den zweiten Zeugen zu interpretieren. Ja mehr noch: wenn durch die Gegenargumentation von Monika von Sury im vorigen Beitrag Mose als Kandidat ausgefallen ist, wird durch Ihre Beweisführung erst recht die Argumentation auf der Basis eines Vergleiches zwischen Elia und dem zweiten Zeugen hinfällig. Es bleibt also einzig die Stelle aus Lk 9,30-33 und das allein scheint kein ausreichender Beweis zu sein.

Ihrer abschließenden Aussage: „Mir ist die Identität der zwei Zeugen von Bedeutung, weil ich meine, daß wir am Geschehen im Staat Israel Erkenntnisse gewinnen können” stimme ich schon zu, man müsste nur konkretisieren in welche Richtung Sie das verstanden wissen wollen. Aus biblischer Sicht hat das Volk Israel seit seiner Ablehnung des Messias und in der Folge der Zerstörung des Tempels und damit des Opferaltars in Jerusalem, keine wie immer geartete Verbindung mehr zu seinem Gott. Es sei denn, sie bekehren sich zu Jesus Christus - wodurch sie aber dann zu Christen werden - können Israeliten bis zur Wiederkunft des Herrn zum Antritt seiner Herrschaft im Tausendjährigen Friedensreich, nicht damit rechnen, dass ein göttliches Wort an sie gerichtet wird. Nachdem der Sohn Gottes von sich sagt:

Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Jh 14, 6;

Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht.

1Jh 2,23 Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 1Jh 2,23;

Wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.

Jh 8,22 Da sagten die Juden: Er will sich doch nicht selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen? 8,23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 8,24 Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben. Jh 8,22-24;


und alle mosaisch gläubigen Israeliten Jesus Christus als den Sohn Gottes und ihren Herrn - ja sogar als ihren Messias - absolut ablehnen und ihn als Betrüger und Gotteslästerer bezeichnen, haben sie in der Zeit zwischen Tod bzw. Auferstehung des Herrn und seiner Wiederkunft keine Möglichkeit in eine Interaktion - sei es jetzt im Gebet oder mit Opfergaben - mit ihrem Gott zu treten. In Konsequenz der obigen Aussagen des Herrn sind sie daher auch seit fast zweitausend Jahren ein Gott-loses Volk und haben keine Sündenvergabe.

Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!»

Mt 23,32 Und ihr, macht nur das Maß eurer Väter voll! 23,33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? 23,34 Deswegen siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt 23,35 damit über euch komme alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wurde, von dem Blut Abels, des Gerechten, bis zu dem Blut Secharjas, des Sohnes Berechjas, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar ermordet habt.

23,36 Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen. 23,37 Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! 23,38 Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen; 23,39 denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!» Mt 23,32-39;


Erst beim Kommen des Herrn zum Antritt seiner Herrschaft im Millennium, wenn er Israel aus aller Welt sammeln wird und sie auf ihn blicken und bitter über den weinen werden, den sie durchbohrt haben (Sach 12,10; Mt 24,30; Off 1,7), wird Israel wieder mit seinem Gott versöhnt und unter seinem König David Haupt unter den Nationen - also eine Weltnacht - auf Erden werden.

Das gilt auch und insbesondere für die fälschlich oft so gedeutete „Sammlung Israels durch seinen Gott” im Zuge der Staatengründung im Jahre 1948. Diese „Sammlung” ist nicht durch ihren Gott erfolgt, sondern war das Werk von Theodor Herzl und seinen Zionisten, welche - wie so oft in der Geschichte Israels (Berg Sinai) - den Zeitpunkt Gottes wieder einmal nicht abwarten wollten und sich selbst wieder ein „goldenes Kalb” - den Staat Israel - gemacht haben.

Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen.

Gal 5,3 Ich bezeuge aber noch einmal jedem Menschen, der sich beschneiden läßt, daß er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. 5,4 Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen. Gal 5, 3- 4;


(Siehe auch Diskurs 08: „Die Sammlung Israels: bereits seit 1948 oder erst in der Endzeit?”)


Israel im Lichte der Bibel.


Nach dem Alten Testament

Gott hat sein Erbarmen vom Haus Israel völlig weggenommen (Hos 1,6). Sie sind nicht mehr sein Volk (Hos 1,9). Nur das Haus Juda wird der Herr retten. Doch nicht durch Krieg, sondern durch seinen Geist (Hos 1,7). Erst im Millennium, wenn der Sohn Gottes seine tausendjährige Herrschaft auf Erden angetreten hat, (Hos 2,1.20; Hes 34,25; Jes 2,4) wird sie der Herr wieder als sein Volk annehmen (Hos 2,25; Jer 31,27-28).


Nach dem Neuen Testament

Es ist Gottes Wille, dass wir auf seinen Sohn hören (Mt 17,5). Dieser Sohn Gottes hat uns gesagt, dass jeder, der ihn verwirft, auch Gott verwirft (1Jh 2,23; Lk 10,16; Jh 5,22-23. 15,23). Das heutige Volk Israel leugnet den Sohn Gottes und beschimpft ihn als Betrüger und Gotteslästerer. Durch diese Leugnung des Sohnes hat Israel auch den Vater verworfen und ist somit ein Gott-loses Volk. (Jh 8,24)


Die "Israelfreunde" in den christlichen Gemeinden verkaufen daher ihr Erstgeburtsrecht als Jünger Christi gegen das Linsengericht eines Erfüllungsgehilfen von gottlosen Betrügern. – Es gibt für Israel keine geistliche Umkehr zu ihrem Gott und keine gottgewollte Rückkehr in ihr Land, es sei denn, sie bekehren sich zu Jesus Christus!! (Mt 23,38-39; Gal 5,4) – (Siehe auch Diskurs 111)