Diskurs 08 - Die Sammlung Israels: bereits seit 1948 oder erst in der Endzeit?




Die Sammlung Israels: bereits seit 1948 oder erst in der Endzeit? / Replik Marcus Franz 00, 2000-07-11

Der Beginn der Sammlung 1948, der Abschluss im Millennium? / Replik Marcus Franz 01, 2000-07-25

Die Sammlung Israels: ein unverkennbarer Markstein in Gottes Endgeschichte? / Replik Ernst Panzer 00, 2000-08-06

Israel hat bisher nicht gehorcht, und deswegen ist es bis zum heutigen Tag ein Unsegen. / Buch Ernst Panzer 00, Seite 128

Sind alle Regierungen - und daher auch jene Israels - von Gott verordnet? / Replik Alexandros Drougas 00, 2004-11-15

Muss das heutige Israel wieder in die Diaspora? / Replik Herbert Weid 00, 2006-09-30

Das Recht der Palästinenser auf ihr Land. / Jimmy Carter, Interview in der "Presse" vom 2006-12-02

Steht das Recht Israels auf den 1948 gegründeten Staat in der Bibel?  -  Diskurs 101: Die "Israelbewegung" in den christlichen Gemeinden



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Die Sammlung Israels: bereits seit 1948 oder erst in der Endzeit? / Replik MF00, 2000-07-11)

Die Bedeutung eines israelischen Staates wird einem erst dann bewusst, wenn man sich vor Augen hält, dass es erst seit 1948 nach fast 2000 Jahren Zerstreuung wieder ein unabhängiges, israelisches Staatsgebilde gibt. Noch vor hundert Jahren hätten die meisten das für völlig unwahrscheinlich gehalten (vgl. Zionistenkongress in Basel 1897). Damit hat das Ende der Zerstreuung begonnen. Dies ist die bereits im AT angekündigte Sammlung (vgl. Jes 43,5-7; Hesek 20,40-44; Am 9,14.15 u. a. ). Zwar leben noch immer ca. 2/3 der Juden außerhalb Israels, es ist aber auch nicht notwendig, darauf zu warten, dass alle Juden noch vor dem Anbruch der eigentlichen Endzeit nach Israel kommen, denn die völlige Sammlung wird erst im 1000-jährigen Reich erfolgen, wie es einige Bibelstellen (vgl. Jes 66,20; Zef 3,20) verdeutlichen.
(Den in diesem Zusammenhang manchmal zitierten Vers Daniel 12,7 kann man dagegen nicht so recht als Beleg für die Bedeutung des Endes der Zerstreuung anführen, da der Grundtext („… wenn die Zerschlagung der Kraft des Heiligen Volkes beendet ist, wird dies alles beendet sein …”) wohl an dieser Stelle eher von dem endgültigen Ende der Verfolgung und Bedrängnis Israels spricht und sich somit mehr auf Jesu Eingreifen bei der Wiederkunft bezieht.)

Mit der Wiederherstellung Israels als staatliche, politische Einheit auf historischem Kernland ist eine der Hauptvoraussetzungen bezüglich Israel zum Anbruch der Endzeit im engeren Sinne geschaffen. Genau dies hatte man in früheren Zeiten allzu oft übersehen, die Notwendigkeit des Eintreffens bestimmter Ereignisse, die dadurch in gewisser Weise zum "Vorzeichen" für das Eintreten der Endzeit wurden. Israel ist eine davon.

(Marcus Franz, XXXXmarcus1973@t-online.de / http://www.marcus1973.privat.t-online.de/endzeit.html)



Die Ansicht, dass man die Entwicklung in Israel seit der Staatengründung im Jahre 1948 nicht ignorieren könne und man daher davon ausgehen muss, dass die in der Schrift angekündigte Rückkehr des Volkes Israel in sein Land in vollem Gange, wenn nicht sogar schon bald abgeschlossen ist, ist - verständlicherweise - sehr verbreitet. Einerseits hat dieses Volk in seiner Geschichte soviel an Verfolgung und Vertreibung erdulden müssen, dass jeder vernünftige Mensch nur wünschen kann, dass Israel endlich zur Ruhe und in sein Land kommt.

Unter gläubigen Christen kommt hier jedoch noch ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu, welcher mit den Aussagen der Schrift über das endzeitliche Geschehen zusammenhängt. Wie Marcus Franz oben völlig richtig schreibt, gibt es aufgrund vieler Schriftstellen - einige werden von ihm zitiert - verschiedene Vorzeichen für das Eintreten der Endzeit. Und dies ist für die Gläubigen deshalb so wichtig, weil ja damit u. a. auch der Zeitpunkt der Wiederkunft unseres Herrn näherrückt. Weil dies nun für viele ein doch so wichtiger Zusammenhang ist, sollten wir daher genau prüfen, ob diese Interpretation auch von der Schrift gestützt wird.

Sehen wir uns einmal die oben angeführten Schriftstellen näher an:

Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln.

Jes 43,3 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Ich habe Ägypten für dich als Lösegeld gegeben, Kusch und Seba an deiner Statt, 43,4 weil du in meinen Augen so wert geachtet und auch herrlich bist und weil ich dich lieb habe. Ich gebe Menschen an deiner Statt und Völker für dein Leben. 43,5 So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir. Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln, 43,6 ich will sagen zum Norden: Gib her! und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde, 43,7 alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe. Jes 43, 3- 7;


Jesaja beschreibt hier, wie der Herr, ihr Gott, die Israeliten aus der ganzen Welt sammeln und in ihr Land bringen wird. Dies könnte durchaus auf die gegenwärtige Situation - seit 1948 - bezogen werden. Doch Jesaja spricht danach weiter von diesem Ereignis. Er sagt in Jes 49,22:

Sie werden deine Söhne in den Armen herbringen und deine Töchter auf der Schulter hertragen.

Jes 49,22 So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will meine Hand zu den Heiden hin erheben und für die Völker mein Banner aufrichten. Dann werden sie deine Söhne in den Armen herbringen und deine Töchter auf der Schulter hertragen. 49,23 Und Könige sollen deine Pfleger und ihre Fürstinnen deine Ammen sein. Sie werden vor dir niederfallen zur Erde aufs Angesicht und deiner Füße Staub lecken. Da wirst du erfahren, dass ich der HERR bin, an dem nicht zuschanden werden, die auf mich harren. Jes 49,22-23;


Die Heiden werden also die Israeliten in den Armen und auf den Schultern aus der Diaspora in ihr Land, nach Israel bringen. Wer die Geschichte der Einwanderung der Israeliten nach Palästina verfolgt hat, weiß, dass die Juden in den 40er Jahren um teures Geld Schiffe mieten mussten, um aus aller Welt nach Palästina zu gelangen. Dort erwarteten sie dann die Engländer, welche damals die Herrschaft über Palästina ausübten, vor der Küste von Haifa, beschossen sie und rammten ihre Schiffe, um eine Immigration der Juden nach Palästina zu verhindern.

Es ist natürlich auch hier zu erwarten, dass wohl die Aussagen von Jes 43,5-6: „… Ich will dich … sammeln … vom Ende der Erde” wörtlich interpretiert werden, jedoch jene von Jes 49,22: „Sie werden deine Söhne und Töchter - auf den Armen /Schultern tragen” als „symbolische Metapher” gedeutet werden. Daher sehen wir uns die weiteren Stellen an.

Die nächste der oben zitierten Schriftstellen ist die Hes 20,40-44:

Ich werde euch aus den Ländern sammeln, in die ihr zerstreut worden seid.

Hes 20,40 Denn so spricht Gott der HERR: Auf meinem heiligen Berg, auf dem hohen Berge Israels, da wird mir das ganze Haus Israel dienen, alle, die im Lande sind. Da werde ich sie gnädig annehmen, und da will ich eure Opfer und eure Erstlingsgaben fordern und alle eure heiligen Gaben. 20,41 Ich will euch gnädig annehmen beim lieblichen Geruch der Opfer, wenn ich euch aus den Völkern bringen und aus den Ländern sammeln werde, in die ihr zerstreut worden seid, und ich werde mich an euch als der Heilige erweisen vor den Augen der Heiden. 20,42 Und ihr werdet erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich euch ins Land Israels bringe, in das Land, über das ich meine Hand erhob zu dem Schwur, es euren Vätern zu geben. 20,43 Dort werdet ihr gedenken an eure Wege und alle eure Taten, mit denen ihr euch unrein gemacht habt, und werdet vor euch selbst Abscheu haben wegen all der bösen Taten, die ihr getan habt. 20,44 Und ihr werdet erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich so an euch handle zur Ehre meines Namens und nicht nach euren bösen Wegen und verderblichen Taten, du Haus Israel, spricht Gott der HERR. Hes 20,40-44;


Auch hier ist durchaus die Rede von dieser Sammlung des Volkes Israel aus den Ländern, in die sie zerstreut worden sind. Doch dann heißt es auch in Hes 20,43: „Dort werdet ihr gedenken an eure Wege und alle eure Taten, mit denen ihr euch unrein gemacht habt, und werdet vor euch selbst Abscheu haben wegen all der bösen Taten, die ihr getan habt”.

Trifft dies nun auf das heutige Volk Israel zu? Ist das die Haltung der Israeliten ihrem Gott gegenüber? Bei der Mehrheit sicherlich nicht! Nun kann man aber argumentieren, dass sich diese Aussagen ja nur auf die gläubigen Israeliten beziehen und nicht auf die große Zahl derer, die sich - wie in allen anderen Völkern der Welt - mit dem Gott der Bibel kaum auseinandersetzen. Obwohl man sich da natürlich fragen muss, was diese Ungläubigen und Gottlosen dann in diesem Israel, über das „Gott seine Hand erhob”, wie es oben in Hes 20,42 heißt, zu suchen haben - kann man denn auch nur von den religiösen Israeliten behaupten, dass sie ihrer bösen Wege gedenken und umkehren?

Erst unlängst wurde wieder ein Abgeordneter und Führer der religiösen „Shas-Partei” (Ariel Deri) von einem Gericht wegen Korruption und Betruges verurteilt. Und der vorzeitige Abgang von E. Weitzmann und B. Netanjahu aus den beiden höchsten Staatsämtern - jenem des Präsidenten und des Ministerpräsidenten - wegen Geschenkannahme und Korruption sei hier nur nebenbei erwähnt. Und Korruption dürfte auch dem gegenwärtigen (2006) Regierungschef in Israel zum Problem werden. Die israelische Staatsanwaltschaft hat die Aufnahme von Ermittlungen gegen Ministerpräsident Ehud Olmert wegen des Verdachts der Korruption angeordnet. Staatsanwalt Eran Schendar teilte mit, die vorläufige Prüfung habe ausreichend Beweise erbracht. Olmert wird vorgeworfen, er habe beim Verkauf von Anteilen der israelischen Bank Leumi durch die Regierung illegal Einfluss ausgeübt.

Hier ist also keine Spur von Umkehr. Israel verhält sich nicht anders, als die gottlosen Nationen. Schon der alttestamentliche Prophet Micha hat über dieses Volk geklagt:

Ihre Hände sind geschäftig, Böses zu tun. Der Fürst und der Richter fordern Geschenke.

Mi 7,2 Die frommen Leute sind weg in diesem Lande, und die Gerechten sind nicht mehr unter den Leuten. Sie lauern alle auf Blut, ein jeder jagt den andern, daß er ihn fange. 7,3 Ihre Hände sind geschäftig, Böses zu tun. Der Fürst und der Richter fordern Geschenke. Die Gewaltigen reden nach ihrem Mutwillen, um Schaden zu tun, und drehen's, wie sie wollen. 7,4 Der Beste unter ihnen ist wie ein Dornstrauch und der Redlichste wie eine Hecke. Aber es kommt der Tag, den deine Späher geschaut haben, da sollst du heimgesucht werden; da werden sie nicht wissen, wo aus noch ein. Mi 7, 2- 4;


Doch sehen wir weiter im letzten der oben zitierten Texte, Amos 9,14-15:

Ich will sie in ihr Land pflanzen, das ich ihnen gegeben habe.

Amos 9,14 Denn ich will die Gefangenschaft meines Volks Israel wenden, dass sie, die verwüsteten Städte wieder aufbauen und bewohnen sollen, dass sie Weinberge pflanzen und Wein davon trinken, Gärten anlegen und Früchte daraus essen. 9,15 Denn ich will sie in ihr Land pflanzen, dass sie nicht mehr aus ihrem Land ausgerottet werden, das ich ihnen gegeben habe, spricht der HERR, dein Gott. Amos 9,14-15;


Der Herr will sie in ihr Land pflanzen, das er ihnen gegeben hat. War es tatsächlich Gott, der Herr, der den Israeliten 1948 ihr Land wieder zurückgegeben hat? Diese Frage müsste dann bejaht werden, wenn auch die anderen Verheißungen, welche Israel im Zusammenhang mit seiner Sammlung und Rückführung von seinem Gott gegeben wurden, in Erfüllung gegangen sind. Sehen wir uns einige davon an:

Ich will sie wiederbringen in das Land, das ich ihren Vätern gegeben habe, dass sie es besitzen.

Jer 30,3 Denn siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich das Geschick meines Volks Israel und Juda wenden will, spricht der HERR; und ich will sie wiederbringen in das Land, das ich ihren Vätern gegeben habe, dass sie es besitzen sollen. Jer 30,3

Ich will euch zu Lob und Ehren bringen unter allen Völkern auf Erden.

Zeph 3,19 Siehe, zur selben Zeit will ich mit allen denen ein Ende machen, die dich bedrängen, und will den Hinkenden helfen und die Zerstreuten sammeln und will sie zu Lob und Ehren bringen in allen Landen, wo man sie verachtet. 3,20 Zur selben Zeit will ich euch heimbringen und euch zur selben Zeit sammeln; denn ich will euch zu Lob und Ehren bringen unter allen Völkern auf Erden, wenn ich eure Gefangenschaft wenden werde vor euren Augen, spricht der HERR. Zeph 3, 19-20;

Ihr werdet mich finden, wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet.

Jer 29,13 Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 29,14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen. Jer 29,13-14;

Es werden kommen die Leute von Israel und Juda und ihren Gott suchen.

Jer 50,4 In jenen Tagen und zur selben Zeit, spricht der HERR, werden kommen die Leute von Israel samt den Leuten von Juda und weinend umherziehen und den HERRN, ihren Gott, suchen. 50,5 Sie werden fragen nach dem Wege nach Zion und sich dorthin kehren: »Kommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden zu einem ewigen Bunde, der nimmermehr vergessen werden soll!« Jer 50, 4- 5;

Ich will ihnen ein Herz geben, dass sie mich erkennen sollen, dass ich der HERR bin.

Jer 24,6 Ich will sie gnädig ansehen und sie wieder in dies Land bringen und will sie bauen und nicht verderben, ich will sie pflanzen und nicht ausreißen. 24,7 Und ich will ihnen ein Herz geben, dass sie mich erkennen sollen, dass ich der HERR bin. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein; von ganzem Herzen werden sie sich zu mir bekehren. Jer 24, 6-7;


Auch oben in Jer 29,14 verheißt der Herr den Israeliten, dass er sie sammeln will „aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe”. Genau das ist ja hier das Thema. Aber wie wir davor, in Jer 29,13 lesen, gilt diese Verheißung unter einer bestimmten Voraussetzung: „… wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet…”. Haben die Israeliten ihren Gott wirklich vor oder seit 1948 „von ganzem Herzen gesucht”? Sind „die Leute von Israel samt den Leuten von Juda” gekommen und sind „weinend umhergezogen und haben ihren Gott gesucht”, wie im nächsten Text, oben in Jer 50,4 prophezeit?

Und schließlich spricht auch Jer 24,6-7 hier oben, von dieser Rückkehr Israels in sein Land. „Ich will sie gnädig ansehen und sie wieder in dies Land bringen” sagt der Herr dort. Und weiter: „Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein; von ganzem Herzen werden sie sich zu mir bekehren”.

Auch Joel und Hesekiel sprechen von diesem Ereignis:

Ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen.

Joel 3,1 Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. 3,2 Auch will ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde meinen Geist ausgießen. 3,3 Und ich will Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut, Feuer und Rauchdampf. 3,4 Die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. Joel 3, 1- 4;

Ich will meinen Geist in euch geben.

Hes 36,24 Denn ich will euch aus den Heiden herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen, 36,25 und ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. 36,26 Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. 36,27 Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. 36,28 Und ihr sollt wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, und sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein. Hes 36,24-28;


Fassen wir also zusammen: Welches sind die Kennzeichen der von Gott verheißenen Sammlung und Rückkehr des Volkes Israel in sein Land:

1. Sie werden den Herrn von ganzem Herzen suchen.

2. Sie werden weinend kommen und ihren Gott suchen.

3. Der Herr wird ihnen ein Herz geben, dass sie ihn erkennen und sich zu ihm bekehren sollen.

4. Sie sollen rein werden von all ihrer Unreinheit.

5. Gott wird seinen Geist über sie ausgießen.


Nun kann man ja vom heutigen Volk Israel viel behaupten, aber sicherlich nicht, dass sie den Herrn, ihren Gott, weinend gesucht hätten. Geschweige denn, dass es so aussehen würde, als ob sie von all ihrer Unreinheit gereinigt worden wären. Und schon gar nicht, dass über sie der Geist Gottes ausgegossen worden wäre.

Die Bibel spricht daher auch von dieser Rückkehr erst nach der Ankunft des Messias (Jes 49,5-6) - eine Auffassung, welche übrigens auch die wenigen noch verbliebenen gläubigen orthodoxen Juden - speziell in der Diaspora - vertreten. So äußert sich der Oberrabbiner der Orthodoxen Jüdischen Gemeinde in Wien, Moishe Arye Friedmann (nicht zu verwechseln mit Michel Friedman, dem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland) in einem Zeitungsinterview:

„(…) Für den glaubenstreuen Juden ist jedoch klar, dass die Diaspora das uns von Gott auferlegte Schicksal bis zum Kommen des Messias ist. Ein mit Macht und Waffen errichteter Judenstaat wie Israel widerspricht daher dem Willen Gottes (Hos 1,7). Deshalb beten wir für seinen Untergang, ohne dass dabei unschuldiges Blut vergossen wird. Machtpolitik ist uns Juden untersagt, unser Weg kann nur ein konsequent spiritueller sein.”


(Siehe auch Diskurs 46: „Stellungnahme von Oberrabbiner M. A. Friedmann, Wien.

Im Zusammenhang mit den diesbezüglichen Schriftaussagen aus dem AT und NT ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass gerade diese jüdischen Männer und Frauen, welche in der Diaspora das Kommen des Messias abwarten, jenen Samen in sich tragen, welcher von ihrem und unserem Gott zur bestimmten Zeit gesammelt und in ihr Land Israel zurückgeführt wird.

Und dann gibt es natürlich auch noch die kleine Gruppe der messianischen, also christusgläubigen Juden (etwa 10.000 in Israel), welche diese Ansicht teilen. Für uns Christen heißt das also: nach der Wiederkunft des Herrn Jesus Christus.

(Siehe auch Kapitel 09: „Die Heimkehr der Übriggebliebenen aus Israel und den Nationen”.)

Das restliche heutige Volk Israel ist, wie Röm 11,25 schon sagt, verstockt. Und zwar so lange, bis „die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist”. Solange also der Heilsweg Gottes mit den nichtisraelitischen Völkern nicht beendet ist, wird sich das Volk Israel nicht bekehren und demzufolge auch nicht die von Gott verheißene Rückkehr in sein Land stattfinden können.

Was seit der Staatsgründung 1948 in Israel passiert, ist eine, von Theodor Herzl und seinen zionistischen Mitstreitern - also von menschlichem Willen und Streben - getragene und betriebene Zusammenführung. Das heutige Volk Israel unterscheidet sich in keiner Weise von den heidnischen Völkern. Es war und ist nicht der Herr, ihr und unser Gott, der sie geführt hat (Jer 16,15; 31,8; etc.). Der Allmächtige hat in Israel weder in der Politik, noch in der Wirtschaft und in manchen Bereichen nicht einmal in der Religion Einfluss oder Stellenwert.

Viele der heutigen Juden in Israel sind zwar der Herkunft nach, nicht aber der Verheißung nach Juden. Obendrein ist ein großer Teil der Bevölkerung Israels faktisch religionslos. Es treffen daher auch die alttestamentlichen Schriftstellen zu, welche das Land Israel in der Endzeit wohl von Menschen bewohnt sehen, jedoch über die Menschen in Jerusalem klagen, dass sie den Herrn ihren Gott nicht erkennen wollen und Götzen (Politik, Wirtschaft, Finanz etc.) anbeten.

(Siehe auch Kapitel 02: „Die Eroberung und Zerstreuung Jerusalems”.)


Israel im Lichte der Bibel.


Nach dem Alten Testament

Gott hat sein Erbarmen vom Haus Israel völlig weggenommen (Hos 1,6). Sie sind nicht mehr sein Volk (Hos 1,9). Nur das Haus Juda wird der Herr retten. Doch nicht durch Krieg, sondern durch seinen Geist (Hos 1,7). Erst im Millennium, wenn der Sohn Gottes seine tausendjährige Herrschaft auf Erden angetreten hat, (Hos 2,1.20; Hes 34,25; Jes 2,4) wird sie der Herr wieder als sein Volk annehmen (Hos 2,25; Jer 31,27-28).

Nach dem Neuen Testament

Es ist Gottes Wille, dass wir auf seinen Sohn hören (Mt 17,5). Dieser Sohn Gottes hat uns gesagt, dass jeder, der ihn verwirft, auch Gott verwirft (1Jh 2,23; Lk 10,16; Jh 5,22-23.15,23). Das heutige Volk Israel leugnet den Sohn Gottes und beschimpft ihn als Betrüger und Gotteslästerer. Durch diese Leugnung des Sohnes hat Israel auch den Vater verworfen und ist somit ein Gott-loses Volk. (Jh 8,24)


Die "Israelfreunde" in den christlichen Gemeinden verkaufen daher ihr Erstgeburtsrecht als Jünger Christi gegen das Linsengericht eines Erfüllungsgehilfen von gottlosen Betrügern. - Es gibt für Israel keine geistliche Umkehr zu ihrem Gott und keine gottgewollte Rückkehr in ihr Land, es sei denn, sie bekehren sich zu Jesus Christus!! (Mt 23,38-39; Gal 5,4) - (Siehe auch Diskurs 111)




(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Der Beginn der Sammlung 1948, der Abschluss im Millennium? / Replik MF01, 2000-07-25)

Herr Horak macht hier den (weitverbreiteten) Fehler, nicht zwischen dem Beginn und dem Abschluß der Sammlung Israels zu unterscheiden. Nochmal: Der Abschluß der Sammlung geschieht erst im Tausendjährigen Reich, wenn Jesus hier auf der Erde regiert und Israel an ihn glaubt. Davon zeugen Stellen wie z.B. Jes. 66, 20, die von einem Heimgeleiten der Israeliten durch gläubige Heiden sprechen und in der Tat zur Zeit nur schwer vorstellbar wären. Dennoch hat der Beginn der Sammlung bereits begonnen mit der Wiedergründung des Staates Israel.

Viele glauben, Israel müsste erst dies oder das tun, bevor sich Gott ihm wieder zuwendet, vergessen dabei aber Gottes Treue und Barmherzigkeit. Hier kann man getrost auf Hesekiel 36 hinweisen, wo solch einer Meinung ganz klar eine Absage erteilt wird: In den Versen 22 und 32 bringt Gott selbst unmissverständlich zum Ausdruck, dass die Sammlung Israels eben nicht geschieht, weil Israel sich nun besonders gottgefällig und heilig verhalten würde, sondern alleine weil Gott es um seines Namens willen tut.

Erst (Vers 24) führt er sie heim (nach Israel), dann reinigt er sie durch seinen Geist (Vers 25-27).

Diese Reihenfolge (erst die Wiederherstellung als Staat, dann die Wiederherstellung als heiliges Volk) wird nicht nur durch die in Hesekiel Kapitel 37 folgende Analogie mit dem Totenfeld unterstützt, sondern z.B. auch durch Stellen aus Sacharja (etwa Sach. 12, 9.10): Das bereits wiedergesammelte Israel wird von allen Nationen angegriffen, dann (und erst dann) erkennt es aber in dem wiederkommenden Christus seinen Messias und wird mit dem Heiligen Geist erfüllt.

1948 ist Israel als Staat neu erstanden. Nach fast zweitausendjähriger Zerstreuung, umgeben von zahllosen Feinden. Mittlerweile konnte Israel nicht nur seine Einwohnerzahl beträchtlich steigern, sondern überstand auch einige Kriege mit überlegenen Angreifern. Wer würde hier nicht Gottes wunderbares Handeln sehen ? Selbstverständlich benutzt Gott auch Menschen und Umstände für seine Pläne (wie z.B. T. Herzl, den Holocaust, etc.). Schließt das denn sein Handeln etwa aus ?

Ich weiß nicht, Herr Horak, mit welchen messianischen Gruppen sie in Kontakt stehen. Alle, die ich kenne, sehen sehr wohl in dem neugegründeten Staat Israel die Erfüllung alttestamentlicher Verheißungen. Und das völlig zu Recht. Israel als Staat wird eigentlich nur von ultra-ultra-orthodoxen Gruppen abgelehnt, die m.E. auch sonst eher fragwürdige Positionen vertreten. Israel ist auch in der jetzigen Form GOTTES Volk auf GOTTES Land und hat unsere Gebete und unsere Unterstützung verdient.

Um unserer selbst, unserer Gemeinden und unseres Landes willen (1.Mos. 12, 3). Zugleich ist es ein phantastisches Zeugnis dafür, dass Gott treu ist und alle seine Zusagen erfüllt.

(Marcus Franz, XXXXmarcus1973@t-online.de / http://www.marcus1973.privat.t-online.de/endzeit.html ).



Die Argumente und Schriftstellen, welche für eine Sammlung Israels erst im Millennium sprechen, sind im Kapitel 09: „Die Heimkehr der Übriggebliebenen aus Israel und den Nationen” ausführlich behandelt. Obwohl daher hier nur eine gekürzte Betrachtungsweise möglich ist, kann und darf nicht an Platz für die biblischen Aussagen zu diesem Thema gespart werden. Sie sind schließlich die Kriterien, an welchen eine fundierte Interpretation gemessen werden muss.

(Siehe auch Kapitel 09: „Die Heimkehr der Übriggebliebenen aus Israel und den Nationen”.)

Beginnen wir also mit den oben von M. Franz zitierten Schriftstellen. Im Zusammenhang mit dem „Heimgeleiten der Israeliten durch gläubige Heiden” wird Jes 60,20 zitiert - hier der Text:

Und sie werden alle eure Brüder aus allen Völkern herbringen.

Jes 66,20 Und sie werden alle eure Brüder aus allen Völkern herbringen dem HERRN zum Weihgeschenk auf Rossen und Wagen, in Sänften, auf Maultieren und Dromedaren nach Jerusalem zu meinem heiligen Berge, spricht der HERR, gleichwie Israel die Opfergaben in reinem Gefäße zum Hause des HERRN bringt. 66,21 Und ich will auch aus ihnen Priester und Leviten nehmen, spricht der HERR. Jes 66,20-21;


Hier wird verheißen, dass die Heiden die Israeliten aus allen Völkern nach Israel bringen werden. Wenn man nun - wie bereits oben mehrfach erwähnt - die Realität seit 1948 betrachtet, kann davon natürlich keine Rede sein. Die „Heiden” haben nicht nur die Israeliten nicht nach Israel gebracht, sondern sie haben ihnen - besonders zu Beginn der Rückkehr, in den vierziger und fünfziger Jahren - sogar alle nur erdenklichen Hindernisse in den Weg gestellt um ihre Rückkehr zu verhindern. Damit wäre dies einer jener Texte, welche die Ansicht stützen, dass die Sammlung Israels erst vor dem oder am Beginn des Tausendjährigen Reiches (Millennium) erfolgt.

Nun wird aber von M. Franz oben argumentiert, dass die Sammlung Israels seit 1948 ja erst der Beginn ist und diese Texte also alle auf das Ende dieser Sammlung zu deuten sind, welches dann im Tausendjährigen Reich anzusiedeln ist. Um nun diese Ansicht beurteilen zu können, müssen wir uns vergewissern, ob jene Schriftstellen, welche von der Sammlung Israels sprechen, eine derartige Annahme zulassen. Bleiben wir gleich bei dem oben zitierten Text von Jes 66,20 und sehen wir uns den Kontext genauer an:

Und die Nationen werden kommen und meine Herrlichkeit sehen.

Jes 66,15 Denn siehe, der HERR kommt im Feuer, und wie der Sturmwind sind seine Wagen, um seinen Zorn auszulassen in Glut und sein Drohen in Feuerflammen. 66,16 Denn mit Feuer hält der HERR Gericht, mit seinem Schwert vollzieht er es an allem Fleisch, und die Erschlagenen des HERRN werden zahlreich sein. 66,17 Die sich weihen und die sich reinigen für die Gärten, dem einen nach, der in der Mitte ist, die Schweinefleisch und Abscheuliches und Springmäuse essen: allesamt werden sie ein Ende nehmen, spricht der HERR. 66,18 Ich aber, ich kenne ihre Taten und ihre Gedanken, und ich bin gekommen, alle Nationen und Sprachen zu versammeln. Und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen. 66,19 Ich richte unter ihnen ein Zeichen auf und sende Entkommene von ihnen zu den Nationen, nach Tarsis, Put und Lud, zu denen, die den Bogen spannen, nach Tubal und Jawan, zu den fernen Inseln, die die Kunde von mir nicht gehört und meine Herrlichkeit nicht gesehen haben. Und sie verkünden meine Herrlichkeit unter den Nationen. 66,20 Und sie werden alle eure Brüder aus allen Völkern herbringen dem HERRN zum Weihgeschenk auf Rossen und Wagen, in Sänften, auf Maultieren und Dromedaren nach Jerusalem zu meinem heiligen Berge, spricht der HERR, gleichwie Israel die Opfergaben in reinem Gefäße zum Hause des HERRN bringt. 66,21 Und ich will auch aus ihnen Priester und Leviten nehmen, spricht der HERR. Jes 66,15-21;


Hier heißt es in Jes 66,15-17, dass der Herr mit Feuer und Schwert kommen wird, um seinen Zorn auszulassen an den Heiden. Und er wird diese Nationen versammeln, damit sie seine Herrlichkeit sehen und unter den Völkern verkünden (Jes 66,18-19). Und dann - erst dann! - werden diese bekehrten Nationen die Israeliten aus allen Völkern herbringen (Jes 66,20-21).

Daraus geht eindeutig hervor, dass die Sammlung der Israeliten eine Folge der vorangegangenen Ereignisse ist.

-  Zuerst kommt das Strafgericht über die Heiden

-  Dann werden die Heiden die Herrlichkeit des Herrn erkennen und sich bekehren

-  Sie werden zu den anderen Völkern gehen und ihnen die Herrlichkeit des Herrn verkünden

-  Und dann - als Folge dieser weltweiten Bekehrung - werden die Nationen die Israeliten in ihr Land bringen.


Wie also zu erkennen und auch von der Logik her leicht nachzuvollziehen ist, werden die Heiden erst nach ihrer Bekehrung die Israeliten nach Israel bringen. Nun ist aber eine derartige weltweite Bekehrung bisher - leider - weder vor, noch seit 1948 geschehen. Nachdem es auch in Jes 66,20 ausdrücklich heißt: „sie werden alle eure Brüder aus allen Völkern herbringen dem HERRN zum Weihgeschenk”, sollte damit eigentlich eine „Vorwegsammlung” ausgeschlossen werden können.

Doch sehen wir uns die anderen oben zitierten Schriftstellen an: Nachdem Hes 36 fast so etwas wie eine Kurzbiographie des Volkes Israel ist, wollen wir das gesamte Kapitel kurz betrachten:

Die Zerstreuung Israels unter die Nationen.

Hes 36,18 Da goss ich meinen Grimm über sie aus wegen des Blutes, das sie im Lande vergossen, und weil sie es mit ihren Götzen unrein gemacht hatten. 36,19 Und ich versprengte sie unter die Nationen, und sie wurden in die Länder zerstreut; nach ihrem Weg und nach ihren Taten richtete ich sie. 36,20 So kamen sie zu den Nationen, aber wohin sie auch kamen, da entweihten sie meinen heiligen Namen, indem man von ihnen sagte: «Das Volk des HERRN sind diese, und aus seinem Land haben sie hinausziehen müssen.» Hes 36,18-20;


Gott versprengte Israel unter die Nationen, weil sie vom rechten Glauben abgefallen waren und Götzen angebetet hatten. Doch wie wir im folgenden Abschnitt lesen, haben die Israeliten auch in der Diaspora den Namen ihres Gottes entweiht:

Meinen heiligen Namen, den das Haus Israel unter den Nationen entweiht hatte.

Hes 36,21 Da tat es mir leid um meinen heiligen Namen, den das Haus Israel unter den Nationen entweiht hatte, wohin sie auch kamen. 36,22 Darum sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, HERR: Nicht um euretwillen handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entweiht habt unter den Nationen, zu denen ihr gekommen seid. Hes 36,21-22;


Und hier haben wir auch schon die erste Verheißung auf die Sammlung. Der Herr wird sie sammeln, doch „nicht um euretwillen” wie es heißt, „sondern um meines heiligen Namens willen”. Und hier hat M. Franz völlig Recht, wenn er meint „dass die Sammlung Israels eben nicht geschieht, weil Israel sich nun besonders gottgefällig und heilig verhalten würde, sondern alleine weil Gott es um seines Namens willen tut”. Es ist tatsächlich nicht so, dass Israel vorher heilig werden muss, damit sie von ihrem Gott gesammelt werden, also dass ihre Sammlung eine Folge ihrer Handlungen wäre, sondern eben gerade umgekehrt, dass die neuerliche Zuwendung ihres Gottes und ihre Sammlung durch ihn, dieses Volk umkehren und heilig werden lässt. Die Heiligung des Volkes Israel ist also eine Folge der Sammlung und nicht umgekehrt.

Das war aber übrigens auch nicht mein Argument. Ich sagte - konform zu obigem und den beiden unteren Schrifttexten -, dass sich Israel eben nicht bekehren wird, solange der Heilsweg Gottes mit den nichtisraelitischen Völkern nicht beendet ist.

Ihre Sinne wurden verstockt, doch wenn sie sich bekehren, wird die Decke abgetan.

2Kor 3,14 Aber ihre Sinne wurden verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt diese Decke unaufgedeckt über dem alten Testament, wenn sie es lesen, weil sie nur in Christus abgetan wird. 3,15 Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, hängt die Decke vor ihrem Herzen. 3,16 Wenn Israel aber sich bekehrt zu dem Herrn, so wird die Decke abgetan. 2Kor 3,14-16;

Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist.

Röm 11,25 Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; 11,26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. 11,27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.« 11,28 Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. 11,29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. 11,30 Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, 11,31 so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. 11,32 Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme. Röm 11,25-32;


Doch sehen wir weiter:

Und die Nationen werden erkennen, dass ich der HERR bin, spricht der Herr, HERR.

Hes 36,23 Und ich werde meinen großen, unter den Nationen entweihten Namen heiligen, den ihr mitten unter ihnen entweiht habt. Und die Nationen werden erkennen, dass ich der HERR bin, spricht der Herr, HERR, wenn ich mich vor ihren Augen an euch als heilig erweise. 36,24 Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch aus allen Ländern sammeln und euch in euer Land bringen. Hes 36,23-24;


Dies ist nun die verheißene Sammlung des Volkes Israel durch ihren Gott. Davor aber heißt es: „Und die Nationen werden erkennen, dass ich der HERR bin, spricht der Herr, HERR” Und danach die Sammlung: „Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch aus allen Ländern sammeln und euch in euer Land bringen”.

Ebenso wie oben, in Jes 66,18-20 das Erkennen der Herrlichkeit des Herrn durch die Heiden die Voraussetzung war, damit diese das Volk Israel in ihr Land bringen, ist auch hier, in Hes 36,23-24 die Voraussetzung für die Sammlung der Israeliten, dass die Nationen den Herrn erkennen.

Der von M. Franz oben, in seinem Kommentar aufgestellten Reihenfolge:

„Erst (Vers 24) führt er sie heim (nach Israel), dann reinigt er sie durch seinen Geist (Vers 25-27). …erst die Wiederherstellung als Staat, dann die Wiederherstellung als heiliges Volk”

ist dann zuzustimmen, wenn man konsequenterweise auch den Beginn des Textes (Vers 23) mitberücksichtigt. Dann müsste es aber heißen:

-  Erst müssen die Nationen erkennen, dass Gott der Herr ist (Vers 23)

-  Dann führt Gott die Israeliten heim (Vers 24)

-  Und schließlich reinigt er sie durch seinen Geist (Vers 25-27)


Nachdem aber nun die Israeliten seit 1948 schon heimgeführt worden sind und die Nationen noch immer nicht erkannt haben, dass Gott der Herr ist, kann dies auch nicht die von Gott verheißene Sammlung sein.

Die anschließenden Verse (Hes 36,25-35) beziehen sich auf die Verheißungen Gottes nach der Sammlung Israels in sein Land, von denen ich meine, dass sie mit der Sammlung untrennbar verbunden sind und bei der Annahme einer Sammlung im Jahr 1948 schon längst hätten realisiert sein müssen, wogegen M. Franz sichtlich die Auffassung vertritt, dass diese Verheißungen in keinem Zusammenhang mit der Sammlung stehen.

Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben.

Hes 36,25 Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von all euren Unreinheiten und von all euren Götzen werde ich euch reinigen. 36,26 Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. 36,27 Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, dass ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut. 36,28 Und ihr werdet in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gegeben habe, und ihr werdet mir zum Volk, und ich, ich werde euch zum Gott sein. 36,29 Und ich werde euch befreien von all euren Unreinheiten. Und ich werde das Getreide herbeirufen und es vermehren und keine Hungersnot mehr auf euch bringen; 36,30 und ich werde die Frucht des Baumes und den Ertrag des Feldes vermehren, damit ihr nicht mehr das Höhnen wegen einer Hungersnot hinnehmen müsst unter den Nationen. 36,31 Und ihr werdet an eure bösen Wege denken und an eure Taten, die nicht gut waren, und werdet an euch selbst Ekel empfinden wegen eurer Sünden und wegen eurer Gräuel. 36,32 Nicht um euretwillen tue ich es, spricht der Herr, HERR, das sollt ihr wissen. Schämt euch und werdet beschämt vor euren Wegen, Haus Israel! Hes 36,25-32;


Oben, in Hes 36,29-30 wird auch auf die wunderbare Mehrung des Feldertrages bei Getreide und Früchten hingewiesen, welche die Vertreter einer „Sammlung 1948” gerne auf die jetzige Situation beziehen, wo Israel immer größere Bereiche des Landes und auch der Wüste fruchtbar macht. Wenn allerdings die Verheißungen davor, in Hes 36,28-29: „ihr werdet mir zum Volk und ich werden euer Gott sein” und „Ich werde euch befreien von all euren Unreinheiten” wegen offenkundiger Nichterfüllung in das Millennium verlegt werden müssen, müssen ja auch diese Verheißungen in diese Zeit gedeutet werden und es besteht daher kein wie immer gearteter Zusammenhang zur Jetztzeit!.

Doch weiter zum letzten Abschnitt dieses Kapitels:

An dem Tag, da ich euch von all euren Sünden reinige, da werde ich die Städte bewohnt sein lassen.

Hes 36,33 So spricht der Herr, HERR: An dem Tag, da ich euch von all euren Sünden reinige, da werde ich die Städte bewohnt sein lassen, und die Trümmerstätten sollen aufgebaut werden. 36,34 Und das verwüstete Land soll bebaut werden, statt dass es als Einöde daliegt vor den Augen jedes Vorüberziehenden. 36,35 Und man wird sagen: Dieses Land da, das verwüstete, ist wie der Garten Eden geworden, und die verödeten und verwüsteten und niedergerissenen Städte sind befestigt und bewohnt. 36,36 Und die Nationen, die rings um euch her übrigbleiben, werden erkennen, dass ich, der HERR, das Niedergerissene aufbaue, das Verwüstete bepflanze. Ich, der HERR, habe geredet, ich werde es auch tun. 36,37 So spricht der Herr, HERR: Auch noch darin werde ich mich vom Haus Israel bitten lassen, es für sie zu tun: Ich werde sie zahlreich werden lassen an Menschen wie eine Herde. 36,38 Wie Opferschafe, wie die Schafe von Jerusalem zu seinen Festzeiten, so werden die verödeten Städte voller Menschenherden sein. Und sie werden erkennen, dass ich der HERR bin. Hes 36,33-38;


Von diesem Tag der Vergebung der Sünden Israels sprechen auch andere Schriftstellen:

Die Sünde des Landes wird an einem einzigen Tag weggenommen.

Sach 3,9 Siehe, auf dem einen Stein, den ich vor Jeschua hingelegt habe, sind sieben Augen. Siehe, ich will auf ihm eine Inschrift eingraben, spricht der HERR Zebaoth, und will die Sünde des Landes wegnehmen an einem einzigen Tag. 3,10 Zu derselben Zeit, spricht der HERR Zebaoth, wird einer den andern einladen unter den Weinstock und unter den Feigenbaum. Sach 3, 9-10;

Den Übriggebliebenen wird ihre Sünde und Missetat vergeben.

Jer 50,19 Israel aber will ich wieder heim zu seiner Wohnung bringen, dass sie auf dem Karmel und in Baschan weiden und sich sättigen sollen auf dem Gebirge Ephraim und Gilead. 50,20 Zur selben Zeit und in jenen Tagen wird man die Missetat Israels suchen, spricht der HERR, aber es wird keine da sein, und die Sünden Judas, aber es wird keine gefunden werden; denn ich will sie vergeben denen, die ich übrigbleiben lasse. Jer 50,19-20;

Die Zerstreuung Israels war seine Strafe, nun werden seine Sünden genommen.

Jes 27,6 Es wird einst dazu kommen, dass Jakob wurzeln und Israel blühen und grünen wird, dass sie den Erdkreis mit Früchten erfüllen. 27,7 Wird doch Israel nicht geschlagen, wie seine Feinde geschlagen werden, und nicht getötet, wie seine Feinde getötet werden! 27,8 Sondern, indem du es wegschicktest und wegführtest, hast du es gerichtet, es verscheucht mit rauem Sturm am Tage des Ostwinds.

27,9 Darum wird die Sünde Jakobs dadurch gesühnt werden, und das wird die Frucht davon sein, dass seine Sünden weggenommen werden: er wird alle Altarsteine zerstoßenen Kalksteinen gleichmachen; und keine Bilder der Aschera noch Rauchopfersäulen werden mehr bleiben. Jes 27, 6- 9;

Ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.

Hbr 10,15 Das bezeugt uns aber auch der heilige Geist. Denn nachdem der Herr gesagt hat (Jeremia 31,33. 34): 10,16 »Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen«, spricht er: »Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn will ich es schreiben, 10,17 und ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.« Hbr 10,15-17;

Der Herr vergibt die Sünde den Übriggebliebenen seines Erbteils.

Mi 7,18 Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die übriggeblieben sind von seinem Erbteil; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er ist barmherzig! 7,19 Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. 7,20 Du wirst Jakob die Treue halten und Abraham Gnade erweisen, wie du unsern Vätern vorzeiten geschworen hast. Mi 7,18-20;

Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.

Röm 11,25 Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; 11,26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. 11,27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde. Röm 11,25-27;


Die Aussage von Hes 36,33: „So spricht der Herr, HERR: An dem Tag, da ich euch von all euren Sünden reinige, da werde ich die Städte bewohnt sein lassen, und die Trümmerstätten sollen aufgebaut werden”, hat nun allerdings weiterreichende Konsequenzen. Bei der Annahme einer Sammlung am Beginn des Millenniums bietet dieser Text keine Schwierigkeiten der Interpretation. Vor dem Millennium, am „Tag des Zorns”, wird der Herr Erde und Himmel umgestalten, um die Voraussetzungen für die fast paradiesischen Verhältnisse im anschließenden Tausendjährigen Reich zu schaffen. Danach erfolgt die Sammlung, die Rückkehr, die Segnung der Israeliten mit der Sündenvergebung und der Aufbau der durch die Katastrophen verwüsteten Städte.

(Siehe auch Kapitel 08: „Die Umgestaltung von Himmel und Erde”.)

Wie wir nun auch oben aus Jes 27,9; Hbr 10,16 und Röm 11,27 erkennen können, war die Zerstreuung die Strafe Israels. Wenn diese Zerstreuung beendet ist, werden Israel seine Sünden genommen und der Herr schließt einen neuen Bund mit ihnen und gibt ihnen sein Gesetz in ihr Herz und ihren Sinn.

Die Vertreter der „Sammlung 1948” müssen sich daher folgendes fragen lassen:

Nach diesen Verheißungen werden die Israeliten ab jenem Tage die Städte in Israel wieder aufbauen und bewohnen, an welchem ihnen von Gott ihre Sünden vergeben wurden, er einen neuen Bund mit ihnen geschlossen und sein Gesetz in ihr Herz und ihren Sinn gegeben hat. Nach der Ansicht der Vertreter von „Sammlung 1948” war dieser Zeitpunkt das Jahr 1948. Kann man daher vom heutigen Volk Israel allen Ernstes behaupten, sie hätten das Gesetz ihres Gottes in ihrem Herzen und ihrem Sinn?

Die Aussagen von Hes 37 werden von M. Franz vollkommen richtig hier eingebracht. Es geht dabei - wie an vielen anderen Stellen (z. B. Jer 30,3; 33,7-13.23-26; Amos 9,14-15) - darum, dass das Schicksal Israels gewendet wird. Auch Jes 49,5-6 handelt von diesem Thema:

Dass ich Jakob zu ihm zurückbringen soll und Israel zu ihm gesammelt werde.

Jes 49,5 Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht bereitet hat, dass ich Jakob zu ihm zurückbringen soll und Israel zu ihm gesammelt werde, - darum bin ich vor dem HERRN wert geachtet, und mein Gott ist meine Stärke -, 49,6 er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die Enden der Erde. Jes 49, 5- 6;


Es ist leicht zu erkennen, dass es der Herr Jesus ist, welcher hier spricht, wie auch Paulus im Römerbrief sagt:

Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwendet alle Gottlosigkeit von Jakob.

Röm 11,25 Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; 11,26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. Röm 11,25-26;


Und der Herr Jesus sagt in Jes 49,5 dass der Vater ihn (und nicht etwa einen Theodor Herzl) wert erachtet hat, „dass … Israel zu ihm gesammelt werde”. Doch wenn diese Sammlung bereits seit fünfzig Jahren stattfindet und weiter geht, wird der Herr bei seiner Ankunft keine Israeliten mehr vorfinden, die er sammeln könnte. Sie sind ja dann schon alle im Lande.

Auch Sach 12,9.10 passt hier genau ins Bild. Keine Frage! Es geht nicht um die Situation im Millennium, die sehen wir beide vollkommen gleich. Es geht um den Zeitpunkt der Sammlung und damit um eine „Art Zeitmesser, denn bestimmte Ereignisse müssen zwingenderweise eintreten, bevor Jesus wiederkommt”, wie M. Franz auf seiner Homepage schreibt. Es ist also der durchaus verständliche Wunsch nach einem Zeichen, welches uns erlaubt, die Zeit für das Kommen des Herrn abzuschätzen.

Wir dürfen uns hier allerdings nicht vom Wunschdenken hauptsächlich auch der mosaisch gläubigen Juden in Israel leiten lassen, welche Jesus Christus bis heute nicht als ihren Messias annehmen können und im Christentum eine Art Sekte sehen. Sie beziehen diese atl. Schriftstellen verständlicherweise auf sich und das Jahr 1948 und meinen, bald „Haupt unter den Völkern” zu sein. Die heutige Bevölkerung in Israel ist von jener anderer Staaten kaum zu unterscheiden. Erst wenn der Herr das Geschick Israels wenden und sie von aller Missetat, womit sie gegen ihn gesündigt haben, reinigen wird, wird Israel werden, wie es im Anfang war (Jer 33,7-13). Um dieses zukünftigen Volkes Israel willen sollten wir dem heutigen Israel gegenüber nachsichtig sein. Es wäre allerdings ein großer Fehler, in ihnen bereits heute das verheißene Gottesvolk des Tausendjährigen Reiches zu sehen.

Es wird sicherlich einmal die Zeit kommen, in der wir als Gemeinde ein Ereignis - nach genauer Prüfung anhand der Schrift - als Erfüllung einer Prophezeiung für die Endzeit erkennen müssen. Solange jedoch die Prüfung durch die Schrift ergibt, dass mehrere Voraussetzungen (die Bekehrung der Heiden, die Umkehr der Israeliten) nicht erfüllt sind, sollten wir von solchen Interpretationen Abstand nehmen. Die Festsetzung von bestimmten „Terminen” unter Missachtung von diesbezüglichen Aussagen der Schrift ist eine Domäne verschiedener anderer Gruppen. Wir sollten es ihnen nicht gleichtun.




(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Die Sammlung Israels: ein unverkennbarer Markstein in Gottes Endgeschichte? / Ernst Panzer, Replik EP00, 2000-08-06)

Die Sammlung Israels! Daß die prophezeite endzeitliche Sammlung des Volkes Israels im Jahre 1948 und zwar mit der Staatsgründung eingesetzt hat, ist ein unverkennbarer Markstein in Gottes Endgeschichte mit dem Volk Israel. Doch das ist aber immer noch erst der Anfang. Diese Sammlung kann wohl mal zum Stillstand kommen, aber nicht mehr rückgängig gemacht werden. Darum heißt es für uns Christusgläubigen: Israel als den von Jesus selbst bezeichneten Feigenbaum (Luk 21,29) in seiner Entwicklung stets im Auge zu behalten. Denn an Israels Entwicklungsstand wird uns im Endgeschehen der Zeiger an Gottes Weltenuhr verdeutlicht.

(Ernst Panzer / http://www.philadelphia-verlag.com)



Ein Kommentar zu dieser Stellungnahme von E. Panzer erübrigt sich insofern, als bereits alle diesbezüglichen Gegenargumente im Verlauf dieses Diskurses angeführt wurden und sich der Schwerpunkt dieser Gegenargumentation auf den Umstand konzentriert, dass Israel weder im Jahre 1948, noch später die Voraussetzungen der von Gott verheißenen Sammlung dieses Volkes, welche da z. B. wären:

o  Sie werden den Herrn von ganzem Herzen suchen.

o  Sie werden weinend kommen und ihren Gott suchen.

o  Der Herr wird ihnen ein Herz geben, dass sie ihn erkennen und sich zu ihm bekehren sollen.

o  Sie sollen rein werden von all ihrer Unreinheit.

o  Gott wird seinen Geist über sie ausgießen.


erfüllt hat und dies daher eine Rückführung allein aus dem Willen des Menschen - nämlich eines Theodor Herzl und seiner Zionisten - war und keinesfalls aus dem Willen Gottes.

Interessant ist jedoch in diesem Zusammenhang, dass in dem von E. Panzer herausgegebenen Buch eine durchaus differenziertere Meinung vertreten wird. Obwohl auch dort anfangs die Aussage gemacht wird, mit der Gründung des Staates Israel „hat die von den alttestamentlichen Propheten an vielen Stellen geweissagte Wiedersammlung Israels in Palästina eingesetzt” (S 125), heißt es einige Seiten später:




(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Israel hat bisher nicht gehorcht, und deswegen ist es bis zum heutigen Tag ein Unsegen. / Ernst Panzer, Buch EP00, Seite 128 +))

Gewiß hatte das Volk Israel die göttliche Verheißung, ein Segensträger für die gesamte Völkerwelt zu werden und zu sein. Man darf nur dabei nicht vergessen, dass diese Verheißung an die Erfüllung einer Bedingung geknüpft war, die Israel aber nicht erfüllt hat. Wir lesen nämlich in 5. Mose 28,1: „Wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchen wirst, so wird dich der Herr zum höchsten machen über alle Völker auf Erden.” Dann heißt es aber Vers 15 weiter: „Wenn du aber nicht gehorchen wirst der Stimme des Herrn, deines Gottes, so werden alle diese Flüche über dich kommen.” Israel hat bisher nicht gehorcht, und deswegen ist es bis zum heutigen Tag ein Unsegen für die Völkerwelt gewesen, anstatt ein Segen zu sein. Nur durch Buße, Umkehr und Glauben an Jesus Christus, des wahren Messias, könnte Israel noch ein Segensträger für die Völkerwelt werden.

+) Auf Wunsch von E. Panzer wird seine weitere Auslegung der hier diskutierten Fragen seinem Buch „Prophetie und Enthüllung”, erschienen im Philadelphia-Verlag, entnommen.

(Ernst Panzer / http://www.philadelphia-verlag.com)



Und dies ist nun tatsächlich das Kriterium, an dem alle Handlungen des Volkes Israel zu messen sind: Ob sie der Stimme des Herrn, ihres Gottes gehorchen. Wenn sie das tun, werden sie aller Segnungen und Verheißungen die ihnen von Gott zugedacht sind, teilhaftig werden. Und hier ist es nun schlechterdings egal, was zuerst erfolgt: die Bekehrung Israels oder die Segnungen Gottes. Beides müsste für den Rest der Welt eindeutig erkennbar sein, denn genau dies ist ja der Zweck dieser Verheißungen: den Heiden zu zeigen, dass Israel Gottes Volk und der Herr ihr Gott ist. So wie es nun aber heute steht, können wir an Israel weder seine Bekehrung noch seine Segnung beobachten. Und nach mehr als fünfzig Jahren müsste das schon in etwa zu erkennen sein!

Das augenscheinlichste Kennzeichen dafür, dass diese Rückführung seit 1948 nicht die von Gott verheißene Sammlung ist, ist der Umstand, dass Israel seit Anbeginn um dieses Land gegen die Palästinenser kämpfen muss und Tausende von Menschen in diesem bereits fünfzig Jahre dauernden Krieg auf beiden Seiten getötet worden sind! Das kann nicht der Wille Gottes sein und das ist auch nicht der Wille Gottes, wie es in der diesbezüglichen Verheißung im AT, bei Hosea 1,7 heißt:

Doch ich rette sie nicht durch Bogen und durch Schwert und durch Krieg.

Hos 1,7 Aber über das Haus Juda erbarme ich mich und rette sie durch den HERRN, ihren Gott. Doch ich rette sie nicht durch Bogen und durch Schwert und durch Krieg, durch Pferde und durch Reiter. Hos 1, 7;


Die Sammlung der Juden, die ihnen ihr Gott verheißen hat, wird nicht durch Kampf und Krieg erfolgen - und sie wird vor allem keine fünfzig Jahre dauern.

Dass alle diese fehlenden Kennzeichen von den Israeliten selbst verdrängt und uminterpretiert werden, ist nur zu verständlich. Ist doch ein Teil des Volkes überhaupt nicht mehr gläubig und der Rest wird sich - wie immer in seiner Geschichte - schwer tun, seine Schuld zu erkennen. Problematisch wird es jedoch, wenn auch wir als Gemeinde die schriftkonforme Sicht hintanstellen, aus Opportunitätsgründen ein weltliches Szenario als schriftkonform erklären und die von der Schrift verheißene Sammlung Israels als erfolgt und vollzogen betrachten.

Noch dazu, wo wir im NT eine eindeutige Aussage des Herrn haben, dass ein Eingreifen Gottes in das Schicksal des Volkes Israel bis zur Wiederkunft des Herrn gar nicht möglich ist. In Jh 14,6-7 sagt uns der Herr Jesus:

Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. 14,7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen; und von jetzt an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Jh 14, 6- 7;


Nachdem alle mosaisch gläubigen Israeliten Jesus Christus als den Sohn Gottes und ihren Herrn - ja sogar als ihren Messias - ablehnen, haben sie nach den Aussagen des Herrn hier oben, in der Zeit zwischen Tod bzw. Auferstehung des Herrn und seiner Wiederkunft, keine Möglichkeit in eine Interaktion mit Gott zu treten. Erst beim zweiten Kommen des Herrn, wenn sie auf ihn blicken und bitter über ihn weinen werden, wird das Volk Israel wieder mit seinem Gott versöhnt sein.

Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt.

Sach 12,10 Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint. Sach 12,10;


Die Faszination mancher Ausleger von der Staatengründung in Israel ist ja durchaus vergleichbar mit jener Situation, in welche die Gemeinde beim Auftreten des Antichrists gelangen wird. Dieser wird ja aller Wahrscheinlichkeit nach nicht als „Gegenchristus” auftreten, sondern - wie ja „Anti-christ” auch übersetzt werden kann - als „Anstattchristus”. Das heißt, er könnte sich durchaus auf die Verheißungen der Schrift über die Wiederkunft des Herrn und das Kommen des Messias für die Juden berufen. Und infolge seiner übernatürlichen Kraft und Macht, welche ihm durch Satan verliehen wird, kann er durch Zeichen und Wunder alle oberflächlichen und weltlichen Argumente entkräften. Einzig das Wissen aufgrund von konkreten Schriftstellen, dass der erste „Christus” der kommen wird, der Antichristus ist, wird die Gemeinde davor bewahren, diesem Betrug aufzusitzen.

Wenn wir uns aber nun schon durch ein Ereignis, wie die Rückführung Israels im Jahre 1948 dermaßen verblüffen lassen, dass wir gar nicht mehr prüfen, ob auch alle Voraussetzungen, welche die Bibel dafür nennt, erfüllt wurden, was wird erst dann geschehen, wenn Wunder auf Wunder weltweit die Menschheit in Erstaunen versetzen wird und dieses mächtige Wesen von sich behaupten wird der Sohn Gottes zu sein?

Wir sollten uns daher zweierlei einprägen:

-  die Sammlung des Volkes Israel ist erst dann die von Gott verheißende Sammlung, wenn die Voraussetzungen - und die Verheißungen - erkennbar für alle Welt erfüllt sind und

-  der erste „Christus” der kommen wird, ist der Antichristus (2The 2,1-12).


(Siehe auch Kapitel 06: „Die Wiederkunft des Herrn”.)


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Sind alle Regierungen - und daher auch jene Israels - von Gott verordnet? / Alexandros Drougas, Replik AD00, 2004-11-15)

Die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 war letztlich kein Werk der Zionisten, sondern er wurde - wie alle Staaten der Welt - von Gott verordnet. Dies sagt uns schon Paulus in Röm 13,1:

Röm 13,1 Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn, es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet.

In diesem Sinne ist auch der Holocaust zu verstehen. Israel wurde schon im Alten Testament von seinem Gott immer wieder bestraft, weil sie von seinen Geboten abgewichen sind. Doch nun sind sie gesammelt in ihrem Land und wer die Regierung Israels verurteilt, verurteilt das Handeln Gottes mit seinem Volk.

(Alexandros Drougas drumsAD@hotmail.com)



Dies ist ein sehr gutes Argument und wir sollten uns diese Schriftstelle im Kontext ansehen:

Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott, wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet.

Röm 13,1 Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn, es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet.

13,2 Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes; die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das Urteil zu. 13,3 Denn vor denen, die Gewalt haben, muß man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten. 13,4 Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut. 13,5 Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen.

13,6 Deshalb zahlt ihr ja auch Steuer; denn sie sind Gottes Diener, auf diesen Dienst beständig bedacht. 13,7 So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt. Röm 13, 1- 7;


Es geht also um die Obrigkeit, die staatlichen Mächte, die Regenten und Herrscher dieser Welt. Zur dieser Frage der Herrschaft über die Welt hat uns auch der Herr Jesus in den Evangelien einige wichtige Aussagen hinterlassen, welche wir zum besseren Verständnis dieses Themas unbedingt auch betrachten sollten.

Zum Zeitpunkt unmittelbar bevor der Herr diese Welt verlassen hat und zum Vater in den Himmel aufgefahren ist, hat es im Himmel einen Kampf gegeben. Michael und seine Engel kämpften gegen Satan und seine Engel. Bei diesem Kampf wurde der Teufel geschlagen und mit seiner Anhängerschaft aus dem Himmel auf die Erde geworfen, wie die folgenden Schriftstellen bestätigen.

Jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden.

Jh 12,30 Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme geschehen, sondern um euretwillen. 12,31 Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden. Jh 12,30-31;

Der Fürst dieser Welt kommt.

Jh 14,29 Und jetzt habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschieht. 14,30 Ich werde nicht mehr vieles mit euch reden, denn der Fürst der Welt kommt; und in mir hat er gar nichts; 14,31 aber damit die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und so tue, wie mir der Vater geboten hat. - Steht auf, laßt uns von hier fortgehen! Jh 14,29-31;

Der Satan wurde mit seinen Engeln auf die Erde geworfen.

Off 12,7 Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel; 12,8 und sie bekamen nicht die Übermacht, und ihre Stätte wurde nicht mehr im Himmel gefunden.
12,9 Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen. Off 12, 7- 9;

Ich schaute den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.

Lk 10,17 Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen. 10,18 Er sprach aber zu ihnen: Ich schaute den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. 10,19 Siehe, ich habe euch die Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch schaden. 10,20 Doch darüber freut euch nicht, daß euch die Geister untertan sind; freut euch aber, daß eure Namen in den Himmeln angeschrieben sind! Lk 10.17-20;


Es ist also nach der Schrift Satan, der Teufel, welcher seit damals „Fürst” und damit Herrscher über diese Welt ist. Ihm ist seit nunmehr fast zweitausend Jahren die ganze Macht und Herrlichkeit dieser Welt gegeben und er verfügt darüber nach seinem Willen. Auch das wird uns in den Evangelien bestätigt, als der Herr vom Teufel in der Wüste versucht wurde:

Alle Reiche der Erde sind mir gegeben und wem immer ich will gebe ich sie.

Lk 4,5 Und er führte ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm in einem Augenblick alle Reiche des Erdkreises. 4,6 Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie übergeben, und wem immer ich will, gebe ich sie. 4,7 Wenn du nun vor mir anbeten willst, soll das alles dein sein. 4,8 Und Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.» Lk 4. 5- 8;


Und auch Paulus selbst wusste dies sehr genau, wie wir seinem Brief an die Epheser entnehmen können:

Der Fürst der Macht der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt.

Eph 2,1 Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden, 2,2 in denen ihr einst wandeltet gemäß dem Zeitlauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten der Macht der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt. Eph 2, 1- 2;

Die Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, die bösen Geister unter dem Himmel.

Eph 6,11 Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. 6,12 Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. 6,13 Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt. Eph 6,11-13;

Wenn der Hausherr gewußt hätte, in welcher Wache der Dieb kommt, so hätte er wohl gewacht und nicht zugelassen, daß in sein Haus eingebrochen wird

Mt 24,42 Wacht also! Denn ihr wißt nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. 24,43 Das aber erkennt: Wenn der Hausherr gewußt hätte, in welcher Wache der Dieb kommt, so hätte er wohl gewacht und nicht zugelassen, daß in sein Haus eingebrochen wird. 24,44 Deshalb seid auch ihr bereit! Denn in der Stunde, in der ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen. Mt 24,42-44;


Die hier vertretene Sicht entspricht nun - im Gegensatz zur oben geäußerten Meinung, dass alle Regierungen Diener Gottes seien - vollkommen der Realität dieser Welt. War etwa der römische Kaiser Nero (37-67 n.Chr.) wegen seiner Gerechtigkeit zu fürchten? Sicher nicht. Er war selbst ein Verbrecher, Mörder und Brandstifter, der die Christen töten und Rom anzünden und dessen Bewohner sterben ließ, um sich selbst daran zu ergötzen (die Abfassung des Briefes an die Römer im Jahre 58 n.Chr., in welchem Paulus diese Aussagen tätigt, fällt übrigens genau in diese Herrschaftszeit des Nero 54-67 n.Chr.). Waren Hitler und Stalin Herrscher, welche für ihr gutes Werk zu loben waren? Sicherlich nicht. Ihretwegen mussten 70 Millionen Menschen sterben. Und so könnte man von damals bis heute noch Hunderte von Tyrannen und Diktatoren - etwa in Südamerika, Afrika und Asien - aufzählen, welche keinesfalls „Gottes Diener” waren, wie Paulus in Röm 13,6 schreibt, die „fortwährend beschäftigt sind”, Gott zu dienen.

Vollends unglaubwürdig wird aber der obige Kommentar von A. Drougas, wenn man bedenkt, dass diese Art der Interpretation des Textes in Röm 13,2  „Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes”  bedeuten würde, dass die Christen unter der Herrschaft Hitlers den Anordnungen der Nazis hätten Folge leisten und mithelfen müssen die Juden zu verfolgen, zu deportieren und zu ermorden. Und auch in der Zukunft müssten sich die Gläubigen der Endzeit, in der antichristlichen Herrschaft, bereitwillig den Anordnungen des falschen Propheten unterwerfen und das Malzeichen des Tieres an ihrer Stirn oder ihre Hand annehmen (Off 13,11-17). Damit würden sie aber gleichzeitig ihre Errettung zunichte machen und als Götzendiener beim Weltgericht zur ewigen Verdammnis verurteilt werden (Off 14,9-12).

Wenn schließlich die Aussage des Paulus über die Obrigkeit in Röm 13,1-7 tatsächlich so zu verstehen wäre, wie es im obigen Kommentar dargestellt wird, müsste dies auch auf die Obrigkeit in Israel zur Zeit Jesu zutreffen. Kaiphas und der Sanhedrin waren damals sowohl die religiöse als auch die politische Obrigkeit in Israel. In politischen Fragen waren sie allerdings dem römischen Prokurator der damaligen Provinz Judäa Pontius Pilatus und dieser wieder dem Prokonsul von Syrien unterstellt. Hätte man nun dem Herrn Jesus mit Paulus in Röm 13,3-4 sagen können:

„Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten. Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut”?

Wie wir alle wissen, war diese Obrigkeit in Israel damals keineswegs Gottes Dienerin, sondern die Dienerin einer anderen geistlichen Macht. Und sie haben das Strafgericht nicht an dem vollzogen, der Böses getan hätte, sondern an ihrem Messias, dem Sohn Gottes, der ihnen Frieden und Gerechtigkeit bringen wollte, wie er sagte:

Als er die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn du erkannt hättest, was zum Frieden dient!

Lk 19,40 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien. 19,41 Und als er sich näherte und die Stadt sah, weinte er über sie 19,42 und sprach: Wenn auch du an diesem Tag erkannt hättest, was zum Frieden dient! Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen. Lk 19,40-42;


Wenn nun unser Herr Jesus Christus als Teil der göttlichen Trinität diese Obrigkeit, die ihn verurteilt und ans Kreuz geliefert hat, selbst eingesetzt hätte, dann wären die jüdischen Führer jeder Verantwortung enthoben und die Trauer und die Tränen des Sohnes Gottes hier oben, in Lk 19,41, wären reines Schauspiel gewesen. Auch dies zeigt, wie absurd diese Annahme tatsächlich ist.

Wie man aber in den obigen Schriftstellen erkennen kann, sagt die Bibel gar nichts davon, dass alle Herrscher direkt von Gott eingesetzt sind. Im Gegenteil ist es vielmehr so, dass alle Reiche dieser Welt dem Satan übergeben wurden und er jene Regierungen einsetzt, welche immer er will. Und genau diesen Eindruck gewinnt man auch, wenn man den weltpolitischen Hintergrund objektiv und ohne Scheuklappen - welcher Art auch immer - betrachtet.

Was meinte nun aber Paulus, als er in Röm 13,1 schrieb: „Denn, es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet”? Die Lösung finden wir oben, im Text von Lk 4,6. Hier sagt Satan, dass alle Macht dieser Welt ihm übergeben ist und er damit tun kann, was immer er will. Und diese Übergabe an Satan kann ja nun nur durch Gott selbst erfolgt sein. Damit hat Satan von Gott jene Aufgabe zugeteilt bekommen, welche er seit Anbeginn ausgeübt hat, ja für welche er offensichtlich von Gott dem Allmächtigen erschaffen wurde: die Menschen zu prüfen, ob ihr Glaube und ihre Treue zu Gott fest und unangreifbar sind oder ob sie den Versuchungen von Macht und Reichtum nur allzu leicht erliegen.

Die Regierung in Israel ist daher, wie alle Regierungen dieser Welt, von Satan eingesetzt und sie tun - mehr oder weniger -  was ihm gefällt. Eine von Gott eingesetzte Regierung wird es erst nach der Wiederkunft des Herrn, im Millennium geben, wo der Herr Jesus mit den Märtyrern der Ersten Auferstehung mit eisernem Stab und in absoluter Gerechtigkeit und Recht regieren wird.

Petrus und die Apostel aber antworteten und sprachen: Man muß Gott mehr gehorchen als Menschen.

Apg 5,27 Sie führten sie aber herbei und stellten sie vor den Hohen Rat; und der Hohepriester befragte sie 5,28 und sprach: Wir haben euch streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren, und siehe, ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen. 5,29 Petrus und die Apostel aber antworteten und sprachen: Man muß Gott mehr gehorchen als Menschen. Apg 5,27-29;


(Siehe auch Diskurs 1042: „Sind alle Regierungen der Welt von Gott eingesetzt?”.)


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(Muss das heutige Israel wieder in die Diaspora? / Herbert Weid, Replik HW00, 2006-09-30)

Müssen wir nicht zwei verschiedene Rückführungen Israels unterscheiden: eine im Unglauben in Vorbereitung auf das Gericht (Hesekiel 20,33-38) und  die zweite Rückführung in Vorbereitung auf die Segnungen?

„So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, wenn ich nicht mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit ausgegossenem Grimm als König über euch  herrschen werde! 34 Und ich werde euch aus den Völkern herausführen und euch aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, mit starker Hand  und mit ausgestrecktem Arm und mit ausgegossenem Grimm sammeln. 35 Und ich  werde euch in die Wüste der Völker bringen und dort mit euch ins Gericht gehen von Angesicht zu Angesicht;”

Sie haben sicher Recht, wenn Sie die zweite Rückführung als nicht erfüllt betrachten. Das was seit 1948 geschah, könnte jedoch die Sammlung sein, die Hesekiel im Kap 20,33-38 nennt?

Wie sehen Sie das? Diese Bibelstelle vermisse ich in Ihrem Diskurs 08.


(Herbert Weid hweid@onlinehome.de)



Ja, dieses Thema hat schon viele Diskussionen hervorgerufen, aber möglicherweise kann Ihr Hinweis hier etwas Licht ins Dunkel bringen. Ich persönlich vertrete ja auch zwei Zerstreuungen Israels - und in Konsequenz zwei Rückführungen. Einerseits die nach Lk 19,41-44 und Off 12,6 prophezeite Zerstreuung des Volkes Israel in die Diaspora nach dem Jahr 70 (Zerstörung des Tempels durch Titus) und die teilweise Rückführung durch Theodor Herzl im Jahre 1948. Und andererseits die Zerstreuung in der Endzeit nach Lk 21,20-24 und Off 12,13-17 und die endgültige Sammlung bei der Ankunft des Messias. Und jetzt weisen Sie interessanterweise auf Hes 20,33-38 hin, wo es ja nun ebenfalls heißt. dass Gott Israel in die „Wüste der Völker” (also die Diaspora) bringen wird. Ich bedanke mich für diesen ausgezeichneten und sehr konkreten Hinweis.

(Siehe auch Kapitel 02: „Die Eroberung und Zerstreuung Jerusalems.


Wenn man allerdings diese erste traurige Gerichts-Sammlung mit der zweiten, der endgültigen Sammlung vergleicht, erkennt man, dass erstere eigentlich gar keine Sammlung ist. Zumindest keine Sammlung in Israel. Gott sagt dem Hesekiel:

Und ich werde euch in die Wüste der Völker bringen und dort mit euch ins Gericht gehen von Angesicht zu Angesicht

Hes 20,33 So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, wenn ich nicht mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit ausgegossenem Grimm als König über euch herrschen werde! 20,34 Und ich werde euch aus den Völkern herausführen und euch aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit ausgegossenem Grimm sammeln. 20,35 Und ich werde euch in die Wüste der Völker bringen und dort mit euch ins Gericht gehen von Angesicht zu Angesicht; 20,36 wie ich mit euren Vätern ins Gericht gegangen bin in der Wüste des Landes Ägypten, ebenso werde ich mit euch ins Gericht gehen, spricht der Herr, HERR. 20,37 Und ich werde euch unter dem Hirtenstab hindurchziehen lassen und euch abgezählt hineinbringen. 20,38 Und ich werde von euch ausscheiden, die sich empörten und mit mir brachen; ich werde sie aus dem Land ihrer Fremdlingschaft herausführen, aber in das Land Israel sollen sie nicht kommen. Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin. Hes 20,33-38;


Gott wird mit Grimm und mit ausgestrecktem Arm als König über Israel herrschen.

 - Gott wird die Israeliten aus den Völkern und Ländern herausführen, in die sie zerstreut worden sind.

 - Doch Gott wird sie nicht (gleich) nach Israel, sondern wieder in die Wüste der Völker (Diaspora) bringen .

 - Dort wird Gott mit ihnen ins Gericht gehen von Angesicht zu Angesicht, wie das bereits einmal in der Wüste in Ägypten geschah.

 - Dabei werden jene Israeliten ausgeschieden werden, die sich gegen Gott empört und mit ihm gebrochen haben.

 - Wie dieser Text sagt, werden also diese Israeliten wohl aus den Ländern ihrer Zerstreuung herausgeführt, aber nicht ins Land Israel kommen.



Soweit lässt sich das recht gut in Übereinstimmung bringen. Ob allerdings jene glaubenstreuen Israeliten, welche mit Gott nicht gebrochen haben und die dann - anzunehmenderweise - nach Israel kommen werden, diese zweite „freudige” Sammlung darstellen, oder ob dies ein ganz eigener Zeitabschnitt ist kann daraus nicht geschlossen werden.


Sie haben schon Recht! 1948 könnte diese „Gerichtssammlung” (siehe oben) sein, allerdings mit dem Schönheitsfehler, dass die abgefallenen Israeliten nach den Aussagen Hesekiels in

Hes 20,38 Und ich werde von euch ausscheiden, die sich empörten und mit mir brachen; ich werde sie aus dem Land ihrer Fremdlingschaft herausführen, aber in das Land Israel sollen sie nicht kommen. Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin.


nunmehr dennoch ins Land Israel gekommen sind. Dem Lösungsversuch eine israelitischen Lesers, dass nämlich alle jene Israeliten in Israel „unter dem Hirtenstab” bereits hindurchgegangen sind und sich nie empörten und nie mit Gott gebrochen haben, fehlt m.E. jedweder Realitätsbezug, wenn man die Menschen in Israel kennt.

So ist gerade in diesen Tagen bekannt geworden, dass der gegenwärtige Staatspräsident Israels Moshe Katzav wegen Vergewaltigung und Korruption einen Gerichtsprozess zu erwarten hat. Er teilt damit das Schicksal seines Vorgängers Ezer Weitzmann der ebenso wie der ehemalige Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wegen Geschenkannahme und Korruption rechtskräftig verurteilt wurde und zurücktreten musste.

Ich habe mir aber diese Hesekielstelle dennoch vorgemerkt, bedanke mich nochmals für den Hinweis und werde sie weiter zu klären versuchen.



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Muss das heutige Israel wieder in die Diaspora? / Herbert Weid, Replik HW01, 2006-10-04)

Bezugnehmend auf Ihre Antwort hätte ich noch eine Frage an Sie. Sie schreiben:

„Doch Gott wird sie nicht (gleich) nach Israel, sondern wieder in die Wüste der Völker (Diaspora) bringen.”

könnte es da nicht sein, dass mit "Wüste der Völker" nicht ein geografischer Ort gemeint ist, sondern vielmehr das Verhältnis Israels zu anderen Staaten, der stetige Kampf ums Überleben, usw.? Dieses Verhältnis ist sicher das Gegenteil von dem, wie es einmal sein wird, wenn Israel ein Segen für alle Völker ist. Momentan ist es doch so, dass die „Völker” das Gefühl haben (nur wenige wagen es bereits laut zu sagen), dass die Welt um viele Probleme ärmer wäre, wenn Israel von der Landkarte verschwände. Welchen Eindruck hat ein Israeli in Israel, wenn er daran denkt, dass die USA (noch) mehr oder weniger auf ihrer Seite stehen, der Rest der Welt jedoch gleichgültig bis feindselig Israel gegenüber ist? Glaubt er sich nicht in die "Wüste der Völker" versetzt?


(Herbert Weid hweid@onlinehome.de)



Wie ich bereits weiter oben in diesem Diskurs wiederholt erwähnt habe, liebe ich das Volk Gottes aus Israel. Und zwar nicht deshalb, weil es gerade opportun wäre oder die „political correctness” dies verlangen würde, sondern schlicht und einfach, weil mir diese Menschen seit meiner Jugend in Wien schon immer sehr sympathisch waren und ich nach meiner Bekehrung erkannt habe, dass auch Gott sein Volk aus Israel liebt.

Nun hat aber mit der Staatengründung 1948 eine Trennung dieses Volkes stattgefunden, welches bis zum damaligen Zeitpunkt in der weltweiten Diaspora gelebt hatte. Ein kleinerer Teil von ihnen (ca. 37% des Weltjudentums) ist nach der Besetzung Palästinas und der Vertreibung seiner Einwohner, nach Palästina - jetzt Israel - eingewandert. Ein anderer, größerer und meist strenggläubiger, also orthodoxer Teil, ist in der Diaspora verblieben. Insbesondere seit den Jahren nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hat die Zahl der Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion stetig zugenommen. Faktum ist, dass diese Russen ihr Leben lang Atheisten waren und meist aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters auch nach ihrer Einwanderung in Israel nichts von Religion wissen wollen. So sind heute von den insgesamt 6,3 Mio. Einwohnern Israels etwa 1,6 Mio. (26%) Atheisten.

Die in der Diaspora verbliebenen glaubenstreuen orthodoxen Juden lehnen jedoch diesen Staat Israel ab, wie die folgende Aussage des Oberrabbiners Moishe Arie Friedmann der glaubenstreuen orthodoxen Juden in Wien bestätigt:

„Unter Benutzung des Holocaust wurde der Staat Israel mit Gewalt gegründet, was dem Willen Gottes widerspricht. Als glaubenstreue Juden nehmen wir das uns von Gott auferlegte Schicksal der Diaspora auf uns. Die Gründung des Staates Israel hat den Juden aber nicht nur auf dieser religiösen Ebene geschadet, die Mittel und Methoden, mit denen Israel zur Sicherung seiner Existenz gegen die Palästinenser vorgeht, schadet allen Juden weltweit und rufen neuen Antisemitismus hervor. Für die glaubenstreuen Juden ist jedoch klar, dass die Diaspora das uns von Gott auferlegte Schicksal bis zum Kommen des Messias ist.”

Den vor Kurzem von Israel als Vergeltungsaktion durchgeführten Überfall auf den Libanon, mit der Zerstörung ganzer Städte und dem Tod Tausender Zivilisten mit Frauen und Kindern hat M. A. Friedmann wie folgt kommentiert:

„Meine volle Solidarität und Unterstützung für das libanesische Volk und seine Widerstandskämpfer, allen voran die Hisbollah und ihren Führer Sheikh Hasan Nasrallah, hat Verwunderung und Diskussionen ausgelöst. Ich möchte deshalb klarstellen: Wir haben es hier einerseits mit einem Staat zu tun, dessen Souveränität ohne jeden Grund verletzt wird, sowie eine schiitische Widerstandsbewegung, deren Existenzrecht unbestreitbar ist, und andererseits mit dem zionistischen Regime, das weder biblisch noch historisch ein Existenzrecht hat und sowohl völkerrechtlich als auch nach den Grundsätzen unserer jüdischen Religion über keinerlei Legitimation verfügt. Wir beten und hoffen, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis es zu einem echten Frieden im Nahen Osten kommen wird, vor allem im Heiligen Land, und für eine Beendigung des Blutvergießens unschuldiger Menschen, seien es Christen, Muslims oder Juden. Wir beten für Frieden und Gerechtigkeit im Libanon, Bagdad, Teheran und für ganz Palästina mit einem vom Zionismus befreiten Jerusalem.”


(Siehe auch Diskurs 46: „Stellungnahme von Oberrabbiner M. A. Friedmann, Wien.

Dass sich Israel in seiner Vorgehensweise auch nicht von der Völkergemeinschaft aufhalten lässt, wurde im Zuge dieses Libanonkrieges durch die Bombardierung des UN Beobachterpostens (UNIFIL) im Libanon bewiesen. Obwohl der Postenkommandant des UN-Stützpunkts insgesamt zehnmal die israelische Militärführung per Funk ersuchte, in der Nähe des Postens keine Bomben abzuwerfen, wurde das Gebäude am 25. Juli bombardiert und völlig zerstört. Dabei wurde 4 UN-Offiziere - ein Chinese, ein Finne, ein Kanadier und ein Österreicher - getötet.

Aber auch vor dem Libanonkrieg hat Israel die im eigenen Land - Palästina - in Flüchtlingslagern eingesperrten Palästinenser mit Stacheldrahtzäunen - und jetzt sogar mit einer 8 Meter hohen Mauer - am Verlassen ihres Gebietes behindert und mit Hunderten von Straßensperren kontrolliert. Die Häuser der Palästinenser wurden mit Panzern und Schubraupen niedergewalzt, die Regenwasserreservoirs in dieser wasserarmen Gegend zerstört und teilweise gezielt die Zivilbevölkerung - auch hier mit Frauen und Kindern - ermordet.


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Und nun schreiben Sie oben, in Ihrem Kommentar, vom „stetigen Kampf (Israels) ums Überleben”. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass Israel diesen Kampf mit Panzern, Düsenjägern und Helikoptern führt. Und zwar gegen ein Volk, das weder Panzer, noch Helikopter und schon gar nicht Düsenjäger besitzt. Wer daher tatsächlich ums schiere Überleben kämpft, sind die Palästinenser. Ist es verwunderlich, dass sie in ihrer Verzweiflung ihren eigenen Körper einsetzen um dieser militärischen Übermacht auch nur im Ansatz zu widerstehen? Der Terrorismus ist zu verurteilen, aber Israel, als die stärkste Militärmacht in der Gegend, muss die Verhältnismäßigkeit seiner militärischen Maßnahmen (siehe eben auch den Libanonkrieg) prüfen und vor der Weltöffentlichkeit verantworten.

Israel führt keinen Überlebenskampf, sondern ist in den letzten 20 Jahren selbst zum Aggressor im Nahen Osten geworden. Gerade in diesen Tagen ist die ganze Welt erschüttert, weil Nord Korea eine Atombombe gezündet hat. Dies ist tatsächlich eine sehr große Gefahr für den Weltfrieden. Doch eine zumindest ebenso große Gefahr sind die 200 Atombomben, welche Israel einsatzbereit zur Verfügung hat. Noch dazu, wo erst vor Kurzem israelische Politiker gedroht haben, wenn der Iran eine Atombombe baut, werden sie nicht das Eingreifen der USA abwarten, sondern Israel wird selbst den Iran angreifen, um die Produktionsstätten zu vernichten. Im Gegensatz zu allen anderen Staaten des Nahen Ostens, hat Israel die Atombombe bereits seit etwa 40 Jahren. Hat man hier von irgend jemandem auch nur den Ansatz einer offiziellen Kritik gehört?

Und so verstehen sich auch viele der politischen und religiösen Führer in Israel nicht als gleiches Volk unter ihren Nachbarn, sondern als Vertreter einer Herrenrasse, die über die Welt herrschen sollte, wie die folgenden Zitate zeigen:

Yitzhak Shamir, Ministerpräsident von Israel 1983-1984 und 1986-1992, hat das nach Newsweek, 11. April 1988 sehr klar formuliert: „Und von der Höhe dieses Berges hinunter und aus der Sicht unserer tausendjährigen Geschichte sagen wir ihnen: Ihr gleicht den Heuschrecken, verglichen mit uns.”

Aber auch der Führer des Weltjudentums, der Präsident des World Jewish Congress, Edgar M. Bronfman, sagte zu Lothar de Maiziere, damaliger Außenminister der Bundesrepublik Deutschland bei dessen Antrittbesuch in New York im September 1990: „Es wird ein schreckliches Ende für die Deutschen geben, sollten künftige Generationen die Zahlungen an Israel und an das Welt-Judentum einstellen; dann wird das deutsche Volk von der Erde verschwinden.”

Und die religiösen Führer in Israel, von welchen man erwarten würde, dass sie sich im Namen ihres Gottes vom Größenwahn und von den Hasstiraden ihrer Politiker distanzieren, sind selbst die noch ärgeren Hetzer. So sagte Rabbi Yaacov Perrin, bei der Beerdigung des Massenmörders Baruch Goldstein [1], nach London Times, 28. Februar 1994: „Eine Million Araber sind nicht den Dreck unter dem Fingernagel eines Juden wert.”

Und Rabbi Emmanuel Rabinovich verkündete der Welt am 12. Januar 1952:

Unser Endziel ist die Entfachung des Dritten Weltkrieges, der bezüglich Zerstörungen alle früheren Kriege übertreffen wird. (…) Dieser Krieg wird unseren Kampf gegen die Gojim für alle Zeiten beenden. (…) Dann wird unsere Rasse unangefochten die Welt beherrschen.”

(Siehe auch die komplette Ansprache von Rabbi Rabinovich über die Pläne für die jüdische Weltherrschaft:
Rabbi Rabinovichs Ansprache über die jüdische Weltherrschaft.)

Und die Weisheit seiner Weisen wird verlorengehen und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen.

Jes 29,13 Und der Herr hat gesprochen: Weil dieses Volk mit seinem Mund sich naht und mit seinen Lippen mich ehrt, aber sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir nur angelerntes Menschengebot ist: 29,14 darum, siehe, will ich weiterhin wunderbar mit diesem Volk handeln, wunderbar und wundersam. Und die Weisheit seiner Weisen wird verlorengehen und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen. Jes 29,13-14;


Und nun fragen Sie:

„Momentan ist es doch so, dass die „Völker” das Gefühl haben, (nur wenige wagen es bereits laut zu sagen), dass die Welt um viele Probleme ärmer wäre, wenn Israel von der Landkarte verschwände. Welchen Eindruck hat ein Israeli in Israel, wenn er daran denkt, dass die USA (noch) mehr oder weniger auf ihrer Seite stehen, der Rest der Welt jedoch gleichgültig bis feindselig Israel gegenüber ist?”


Hier muss man sich natürlich objektiverweise auch fragen, welchen Eindruck ein Palästinenser in (Rest-) Palästina hat, wenn er daran denkt, wie Israel sein Volk aus seinem Land vertrieben und in Flüchtlingslagern interniert hat und die ganze Welt billigend zusieht.

Damit komme ich zu Ihrer eigentlichen Frage:

„Könnte es da nicht sein, dass mit „Wüste der Völker” nicht ein geografischer Ort gemeint ist, sondern vielmehr das Verhältnis Israels zu anderen Staaten, der stetige Kampf ums Überleben, usw.?”


Nach der Schrift wird das Haus Israel bei der Wiederkunft unseres Herrn - ihres Messias - gesammelt und in sein Land zurückgebracht. Im Millennium - dem Tausendjährigen Reich - wird Israel dann unter der Weltherrschaft des Sohnes Gottes auf Erden „Haupt unter den Nationen” - also eine Weltmacht sein. Und damit stimme ich nun voll und ganz mit den orthodoxen Juden in der Diaspora überein, welche gerade aus diesem Grunde nie nach Israel zurückgekehrt sind. Sie sind das gläubige „Haus Israel”, sie haben sich nicht gegen ihren Gott empört und haben nicht mit ihm gebrochen. Sie sind jenes Volk Gottes aus Israel, welches Gott liebt.

Jene Israeliten, welche seit 1948 nach Israel gegangen sind, sind jedoch nach meiner Erkenntnis in der überwiegenden Mehrheit nicht Teil des  „Hauses Israel”. Sie sind zwar von Geburt Juden, unterscheiden sich aber geistlich in nichts von den Nationen. Ihr Gott hat bei ihnen weder in ihrem Leben, noch in der Wirtschaft und schon gar nicht in der Politik etwas zu sagen. Wie es scheint, sind sie die Nachkommen jener Schriftgelehrten, welchen schon unser Herr Jesus Christus zu seinen Lebzeiten in Jh 8,43-44 bestätigt hat, dass sie nicht zum Volk Gottes gehören.

Ihre Vermutung, dass sich die Bezeichnung „Wüste der Völker” in Hes 20,35 nicht auf einen geografischen Ort, sondern auf den Umstand bezieht, dass die Nationen dieser Welt - ausgenommen die USA -  Israel feindselig gegenüber und die Israelíten im stetigen Kampf ums Überleben stünden, scheint mir daher die Realitäten in Israel und in der Welt stark zu verkennen.

Dennoch bin ich mir über die Einordnung des von Ihnen zitierten Textes aus Hes 20,33-38 noch immer nicht sicher. Wir können ja bei den alttestamentlichen Prophezeiungen bezüglich ihrer Erfüllung drei Kategorien unterscheiden.

o  Die überwiegende Zahl jener Prophezeiungen, deren Erfüllung auch noch in die alttestamentliche Zeit fällt. Dazu zählen z.B. jene Texte, welche die Deportation der Israeliten durch die Assyrer (723) und die Babylonier (586), sowie ihre Rückführung (Kyros-Edikt 536) vorhersagen. (Jes 29,1-3; Jer 8,1-6; etc.)

Siehe auch Tabelle 03: „Die historischen Weltreiche und ihre Auswirkungen auf Israel.


o  Dann eine kleinere Anzahl von Prophezeiungen, welche offensichtlich eine Mehrfacherfüllung nahe legen. Wie z.B. Dan 11,31-45, welche aufgrund der Übereinstimmung des Kontextes mit den historischen Begebenheiten a priori auf den griechischen Bedrücker Israels Antiochus IV. Epiphanes (175-164 v.Chr.) zu interpretieren ist. Wobei man allerdings nicht umhinkommt auch große Teile dieses Textes, besonders die Verse Dan 11,40-45 und 12,1-13 auf den Antichristen der Endzeit zu deuten.

Siehe auch Tabelle 04: „Die Offenbarung aus dem Buch der Wahrheit (Dan 11,1-45; 12,1-13).


o  Und schließlich ganz wenige Prophezeiungen, welche sich ausschließlich auf die neutestamentliche Zeit beziehen. Ein Beispiel hiefür sind die Verheißungen der Ankunft des Messias.



Und hier stellt sich eben die grundsätzliche Frage, ob dieser Text aus Hes 20,33-38 tatsächlich einen Bezug zur Endzeit hat - was eventuell auch Jer 30,8-11 nahe legen würde -, oder ob sich diese Prophezeiungen nicht eher auf die beiden Wegführungen Israels (von den Assyrern 723 v.Chr. und den Babyloniern 586 v.Chr.) bzw. ihre Befreiung durch das Kyros-Edikt (536 v.Chr.) und ihre Rückkehr ins Land Israel bezieht.



Das Recht der Palästinenser auf ihr Land.

Der nachfolgende Beitrag ist zur Gänze einem Artikel der österreichischen Tageszeitung  „Die Presse” über ein Interview mit Jimmy Carter, dem ehemaligen Präsidenten der USA und Friedensnobelpreisträger entnommen.


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Palästina: Friede nicht Apartheid! / Jimmy Carter, Interview in der „Presse” vom 2006-12-02)

Normalerweise gehört er zu den wenigen Politikern, die keine Ecken und Kanten haben. Doch seit einigen Tagen sorgt der ehemalige US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter für Aufregung und Diskussionen in den Vereinigten Staaten. Grund ist sein neuestes Buch „Palestine: Peace not Apartheid”, in dem sich Carter äußerst kritisch mit der Rolle Israels im Nahost-Konflikt auseinander setzt.

Carter, der Ende der 70er Jahre während seiner Präsidentschaft den Friedensschluss zwischen Israel und Ägypten herbeiführte, gibt Israel maßgeblich die Verantwortung dafür, dass es keinen Frieden mit den Palästinensern gibt. Israel verletze wesentliche UN-Resolutionen und den internationalen Friedensplan „Roadmap” durch die Besetzung arabischen Landes und die Unterdrückung der Palästinenser. „Die Presse” sprach mit dem Ex-Präsidenten über das Thema.


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(Legendäre Umarmung. Israels Premier Menachem Begin und der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat 1978 im Weißen Haus. Vermittler Carter applaudiert.)


Österreichische Tageszeitung ”Die Presse” vom 2. 12. 2006 (Norbert Rief)  http://www.diepresse.com/



Die Presse: Mit Ihrem Buch haben Sie sich teils heftige Kritik eingehandelt, selbst von Demokraten. Überrascht Sie das?

Jimmy Carter: Das Buch soll provozieren, um wieder eine Diskussion in Gang zu bringen. Niemand kritisiert Israel in diesem Land. Es wird nicht einmal akzeptiert, wenn man sagt, man habe eine ausgewogene Meinung zum Nahost-Konflikt oder man unterstütze das Recht der Palästinenser auf ihr Land und fordere einen Abzug Israels aus den besetzten Gebieten. Die Unterstützer Israels spielen in der USA eine sehr einflussreiche Rolle im politischen Prozess.


War das während Ihrer Präsidentschaft anders?

Carter: Frühere Regierungen haben mit Wort und Tat gezeigt, dass sie um Israels Frieden besorgt sind, aber auch um Frieden und Gerechtigkeit für die Palästinenser. Das war so bei mir, bei Ronald Reagan, bei George Bush senior, bei Bill Clinton. Aber das wird jetzt nicht mehr getan.
In der arabischen Welt gibt es den Eindruck, dass die derzeitige US-Regierung keinen Gedanken an den Kampf der Palästinenser verschwendet. Man muss nicht gegen Israel sein, um die Rechte der Palästinenser auf ihr eigenes Land und auf ein Leben in Frieden zu befürworten.


Haben die USA das Interesse an einer Lösung des Konflikts verloren, ist der Regierung in Washington ein Frieden im Nahen Osten kein Anliegen mehr?

Carter: Ich weiß nicht, ob sie das Interesse verloren hat, aber sie hat auf jeden Fall keine Anstrengungen unternommen. In den vergangenen sechs Jahren gab es nicht einen einzigen Tag mit Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern. Und natürlich erwartet sich die ganze Welt, dass der Initiator von solchen Gesprächen die USA sind.


Wäre das nicht die Chance für Europa und die UNO, in dem Konflikt zu vermitteln?

Carter: Wenn die Bush-Regierung in den kommenden zwei Jahren (bis zum Ende der Amtszeit von George W. Bush, Anm.) nichts unternimmt, dann kann das internationale Nahost-Quartett die Aufgabe übernehmen. Die USA spielen zwar eine wichtige Rolle, aber nicht die einzige. Auch die UNO, Russland und die EU sind involviert.
Sie können Friedensgespräche anregen basierend auf den UN-Resolutionen, auf dem Camp-David-Abkommen von 1978, das noch ich ausgearbeitet habe, auf dem Oslo-Abkommen 1993 und auf dem Friedensfahrplan „Roadmap”, der von den Palästinensern enthusiastisch aufgenommen wurde, der aber von Israel in allen wichtigen Punkten abgelehnt wird.


Haben die USA aufgrund des Irak-Kriegs ihre Vormachtstellung und ihren Einfluss in der Region verloren, wie manche Experten meinen?

Carter: Wegen des Irak-Kriegs, aber noch mehr wegen der Nicht-Thematisierung des Palästinenser-Problems. Dass man sich nicht bemüht hat, Frieden in Heiligen Land zu schaffen, ist der Hauptgrund dafür, dass sich die arabische Welt gegen uns gewandt hat. Als ich Präsident der USA war, hatten wir fast einhellige Unterstützung und Sympathie in Ländern wie Jordanien und Ägypten. Nach neuen Umfragen haben weniger als fünf Prozent der Bewohner in Jordanien oder Ägypten heute noch eine gute Meinung von der US-Regierung.








[1]Der jüdische Arzt Baruch Goldstein drang 1994 in eine Mosche in Hebron ein und erschoss dort über 60 betende Palästinenser mit der Maschinenpistole. Heute gibt es dort eine polierte Grabplatte mit der Inschrift:

„Hier liegt der Heilige Doktor Baruch Kappel Goldstein. Ohne Fehl und mit reinem Herzen opferte er sich für sein Volk, die Tora und das Land Israel. Möge Gott diesen Gerechten segnen, sein Blut rächen, seiner Seele ewige Ruhe geben.”