Diskurs 1015 - Schma Jisrael - Höre, ISRAEL: Das Urteil Gottes über sein Volk.

Die "Israelbewegung" in den christlichen Gemeinden – Der christlich-evangelikale Zionismus     5. Teil




Der Prophet Jesaja.

Der Prophet Jeremia.

Der Prophet Hesekiel.

Die Zukunft Israels.

Hat Gott gar keinen Sohn? / Stellungnahme eines Mitglieds der jüdischen Glaubensgemeinschaft in Deutschland 00, 2010-08-07

Der Auszug Israels aus Ägypten.

Die letzte Pessachfeier Jesu vor seinem Tod.

Die Konsequenzen für Israel.



Höre, Israel: Der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.
(5Mo 6,4-5)




Im Gegensatz zu den Verheißungen für das Tausendjährige Friedensreich, wo Israel nach seiner Bekehrung zu seinem Messias - unserem Herrn Jesus Christus - als Weltmacht ("Haupt der Nationen" (Jer 31,7) mit ihm und den auferstandenen Märtyrern auf Erden regieren wird, hat Gott der Allmächtige dem bis heute unbekehrten Israel durch seine Propheten folgendes Urteil ausgesprochen.


Der Prophet Jesaja

Israel hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.

Hört, ihr Himmel, und horch auf, du Erde! Denn der HERR hat geredet: Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, sie aber haben mit mir gebrochen. Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn. Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. Wehe, sündige Nation, schuldbeladenes Volk, Geschlecht von Übeltätern, verderbenbringende Kinder! Sie haben den HERRN verlassen, haben den Heiligen Israels verworfen, sie haben sich nach hinten abgewandt. - Wohin wollt ihr noch geschlagen werden, die ihr eure Widerspenstigkeit nur vermehrt? Das ganze Haupt ist krank, und das ganze Herz ist siech. Jes 1, 2- 5;


Als Gott vor fast zweitausend Jahren dem Volk Israel seinen Sohn als ihren Messias und Retter gesandt hatte, haben sie ihn verworfen. Sie haben ihn als Betrüger und Gotteslästerer beschimpft, geschlagen und zum Tod verurteilt. Was sie damals nicht wussten - und bis heute nicht wissen wollen - ist die biblische Tatsache, dass sie mit dem Sohn auch den Vater verworfen und sich von ihm abgewandt haben. Sie haben sich durch die Ablehnung seines Sohnes von ihrem Gott getrennt und sind daher ein Gott-loses Volk.

Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht.

1Jh 2,23 Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 1Jh 2,23;

Jh 15,23 Wer mich haßt, haßt auch meinen Vater. Jh 15,23;

Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Jh 14, 6;

Wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es (der Messias) bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.

Jh 8,22 Da sagten die Juden: Er will sich doch nicht selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen? 8,23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 8,24 Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben. Jh 8,22-24;


Wie ihnen Gott weiter oben, in Jes 1,4 sagt, sind sie ein schuldbeladenes Volk, ein Geschlecht von Übeltätern und haben bis zu ihrer Bekehrung zu Jesus Christus - sei es jetzt als Einzelner oder als Volk insgesamt - keine Möglichkeit mehr, mit ihrem Gott in Kontakt zu kommen. Auch wenn sie noch so viel beten, Gott hört sie nicht. Ihre Hände sind voll Blut - auch Blut des Sohnes Gottes.

Auch wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht: eure Hände sind voll Blut

Eure Neumonde und eure Feste haßt meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen. Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht: eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen, hört auf, Böses zu tun! Jes 1,14-16;


Jeder Christ, der diese Aussagen der Bibel leugnet oder sie als symbolische Metaphern in ihrer bitteren Realität relativieren will, stellt sich auf eine Stufe mit jenen, die unseren Erlöser kreuzigen ließen. Er macht sich selbst schuldig und kreuzigt den Herrn aufs Neue.


DAS  GLEICHNIS  VOM  UNFRUCHTBAREN  WEINBERG

Singen will ich von meinem Freund, das Lied meines Liebsten von seinem Weinberg:
Einen Weinberg hatte mein Freund auf einem fetten Hügel.
Und er grub ihn um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit Edelreben.
Er baute einen Turm in seine Mitte und hieb auch eine Kelterkufe darin aus.
Dann erwartete er, daß er Trauben bringe.
Doch er brachte schlechte Beeren.

~~~~~~~~~~~

Und nun, Bewohner von Jerusalem und Männer von Juda,
richtet doch zwischen mir und meinem Weinberg!
Was war an meinem Weinberg noch zu tun, und ich hätte es nicht an ihm getan?
Warum habe ich erwartet, daß er Trauben bringe, und er brachte schlechte Beeren?
Nun, so will ich euch denn mitteilen, was ich mit meinem Weinberg tun werde:

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Seinen Zaun will ich entfernen, daß er abgeweidet wird,
seine Mauer niederreißen, daß er zertreten wird.
Ich werde ihn zur Wüstenei machen.
Er soll nicht beschnitten und nicht behackt werden,
in Dornen und Disteln soll er aufgehen.
Und ich will den Wolken befehlen, daß sie keinen Regen auf ihn regnen lassen.

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Denn der Weinberg des HERRN der Heerscharen ist das Haus Israel,
und die Männer von Juda sind die Pflanzung seiner Lust.
Und er wartete auf Rechtsspruch, und siehe da: Rechtsbruch;
auf Gerechtigkeit, und siehe da: Geschrei über Schlechtigkeit. Jes 5, 1- 7;





Der Prophet Jeremia

Und wenn sie sagen: So wahr der HERR lebt! - so schwören sie darum doch falsch.

Durchstreift die Gassen Jerusalems, seht doch und erkundet und sucht auf ihren Plätzen, ob ihr jemanden findet, ob einer da ist, der Recht übt, der Treue sucht: so will ich ihr vergeben! Und wenn sie sagen: So wahr der HERR lebt! - so schwören sie darum doch falsch. Jer 5, 1- 2;


Und weil Israel seit nunmehr fast zweitausend Jahren eine gottlose Nation ist, findet sich auch bei ihnen Lüge und Betrug bis in die höchsten Staatsämter, wie bei allen anderen Nationen dieser Welt auch. Staatspräsidenten (Ezer Weitzmann, Moshe Katzav) und Ministerpräsidenten (Benjamin Netanjahu, Ehud Olmert) Israels wurden rechtskräftig verurteilt und mussten wegen Korruption zurücktreten. Ja sogar der Abgeordnete und Führer der religiösen Shas-Partei, Ariel Deri, wurde von einem Gericht wegen Korruption und Betruges bestraft.

Gott hat sie geschlagen und aufgerieben - doch sie haben sich geweigert umzukehren.

HERR, sind deine Augen nicht auf die Treue gerichtet? Du hast sie geschlagen, aber es hat sie nicht geschmerzt. Du hast sie aufgerieben, aber sie haben sich geweigert, Zucht anzunehmen. Sie haben ihr Gesicht härter gemacht als Fels, sie haben sich geweigert umzukehren. Ich aber, ich sagte: Nur die Geringen sind vielleicht so; diese handeln töricht, weil sie den Weg des HERRN, das Recht ihres Gottes, nicht kennen. Ich will doch zu den Großen gehen und mit ihnen reden; denn sie kennen den Weg des HERRN, das Recht ihres Gottes. - Doch sie haben alle zusammen das Joch zerbrochen, die Stricke zerrissen. Jer 5, 3- 5;


Man sollte meinen, dass die Zerstörung des Tempels und der Stadt Jerusalem durch die römischen Truppen des Titus' im Jahre 70 und die Vertreibung des Volkes Israel aus seinem Land, die vielen schmerzlichen Pogrome in manchen Ländern Europas und nicht zuletzt das millionenfache Leiden der Shoa - des Holocaust -, für das Volk Israel ein Grund zur Umkehr zu seinem Gott und zum Glauben an seinen Sohn gewesen wären. Doch die Halsstarrigkeit Israels war stärker und sie haben sich bis heute geweigert umzukehren und den Weg zum Guten zu gehen. Wie Gott schon zu Mose sagte:

„Weiter sagte der HERR zu Mose: Ich habe dieses Volk gesehen, und siehe, es ist ein halsstarriges” (2Mo 32,9)

Aber sie sagen: Wir wollen den guten Weg nicht gehen.

So spricht der HERR: Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn! So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Aber sie sagen: Wir wollen ihn nicht gehen. Und ich habe Wächter über euch bestellt, die rufen: Achtet auf den Schall des Horns! Aber sie sagen: Wir wollen nicht darauf achten. Darum hört, ihr Nationen, und erkenne, du Gemeinde, was mit ihnen geschieht! Höre es, Erde! Siehe, ich bringe Unheil über dieses Volk, die Frucht ihrer Gedanken. Denn auf meine Worte haben sie nicht geachtet, und mein Gesetz - sie haben es verworfen. Jer 6,16-19;


Doch nicht nur, dass Israel die Umkehr verweigert, sie gehen sogar noch weiter. Wie man den Aussagen von Vertretern der Israelbewegung in den christlichen Gemeinden entnehmen kann, wollen nunmehr die Juden, welche keinen Gott mehr haben, weil sie ihn mit seinem Sohn verworfen haben, den Christen, welche an diesen Sohn Gottes glauben und ihn als ihren Herrn und Gott anbeten, vorschreiben, wie sie ihren christlichen Auftrag zu verstehen hätten. In manchen deutschen Gemeinden wird naiven Geschwistern von jüdischen und deutschen Predigern eingeredet, dass der Auftrag des Herrn in Mk 16,15: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!” wohl für die übrige Welt, nicht aber für Israel Geltung hätte. Nach den Geboten der Jewish Agency (Israelische Einwanderungsbehörde) muss man sich vertraglich verpflichten, in Israel nicht zu missionieren und Jesus Christus nicht zu erwähnen, sonst darf man nicht einreisen.

(Siehe auch Diskurs 1013: „Bericht aus dem Lager der Israelbewegung.”)


Wie könnt ihr sagen: das Gesetz des HERRN ist bei uns? Zur Lüge hat es der Lügengriffel der Schriftgelehrten gemacht.

Und sage zu ihnen: So spricht der HERR: Fällt man denn und steht nicht gleich wieder auf? Oder wendet man sich ab und kehrt nicht gern wieder zurück? Warum kehrt sich dieses Volk Jerusalems ab in immerwährender Abkehr? Sie halten fest am Trug, sie weigern sich umzukehren. Ich habe achtgegeben und gehört: sie reden, was nicht recht ist. Da ist keiner, der seine Bosheit bereut und sagt: Was habe ich getan! Alle wenden sie sich weiter ab in ihrem Lauf wie ein in den Kampf stürmendes Pferd. Selbst der Storch am Himmel kennt seine bestimmten Zeiten, und Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ihres Kommens ein; aber mein Volk kennt das Recht des HERRN nicht. Wie könnt ihr sagen: Wir sind weise, und das Gesetz des HERRN ist bei uns? In der Tat! Siehe, zur Lüge hat es der Lügengriffel der Schriftgelehrten gemacht. Die Weisen werden beschämt, sie sind schreckerfüllt und werden gefangen. Siehe, das Wort des HERRN haben sie verworfen. Und was für eine Weisheit haben sie nun? Jer 8, 4- 9;


Obwohl sie also ihren Gott verworfen haben und damit ein Gott-loses Volk sind, versuchen sie der Welt vorzutäuschen, dass sie allein weise wären und das Gesetz des Herrn hätten, wie ihnen das der Herr selbst oben, in Jer 8,8, vorwirft. Und wenn man die Bibel durchforscht, kommt die Vermutung auf, dass sie derzeit auf dem besten Weg sind, von einer gottlosen zu einer antigöttlichen Nation zu werden.

(Siehe auch Diskurs 101: „Sagt die Bibel, dass der Antichrist ein Jude sein wird? - Eine Analyse.”)


Der Prophet Hesekiel.

Denn meine Rechtsbestimmungen haben sie verworfen, und in meinen Ordnungen haben sie nicht gelebt.

So spricht der Herr, HERR: Das ist Jerusalem! Mitten unter die Nationen habe ich es gesetzt, und Länder rings um es her. Und es war widerspenstig gegen meine Rechtsbestimmungen, gottloser als die Nationen, und gegen meine Ordnungen, mehr als die Länder, die rings um es her sind. Denn meine Rechtsbestimmungen haben sie verworfen, und in meinen Ordnungen haben sie nicht gelebt. Darum, so spricht der Herr, HERR: Weil ihr getobt habt mehr als die Nationen, die rings um euch her sind, in meinen Ordnungen nicht gelebt und meine Rechtsbestimmungen nicht gehalten habt, ja, selbst nach den Rechtsbestimmungen der Nationen, die rings um euch her sind, nicht gehandelt habt, darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe jetzt will auch ich gegen dich sein, und will Strafgerichte in deiner Mitte üben vor den Augen der Nationen. Hes 5, 5- 8;


Ebenso wie die christliche Welt, leben auch die Juden in Israel schon lange nicht mehr in den Ordnungen ihres Gottes. Während im Christentum die katholische Kirche die Rechtsbestimmungen Gottes verfälscht und ihren eigenen Vorstellungen angepasst hat, indem sie z.B. das zweite der zehn Gebote Gottes dem Kirchenvolk unterschlagen und - damit es wieder zehn sind - dafür das zehnte Gebot in zwei Gebote aufgeteilt hat, hat im Judentum „der Lügengriffel der Schriftgelehrten” (Rabbiner) das Gesetz Gottes zur Lüge gemacht, wie das Gott oben in Jer 8,8 bestätigt. Die „heiligen Feste” der Christen, wie etwa das Weihnachtsfest, sind heutzutage zum Spaßevent verkommen und auch die religiösen Feste der Juden werden eher aus Gründen der Tradition denn zum Lob Gottes gefeiert.

Das eigentliche und richtige Beten hat man da wie dort längst verlernt und wenn ein Jude in Israel eine Kippa (jüdische Kopfbedeckung beim Beten, jiddisch: yarmulke oder kappel) aufsetzt, so geschieht das nicht um in sich zu gehen und mit Gott zu sprechen, sondern - ähnlich wie der gleiche Kopfschmuck (Birett) bei den katholischen Kardinälen oder dem Papst - um den Menschen in der Umgebung Weisheit und "Heiligkeit" vorzutäuschen und ihnen zu imponieren. 

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Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass derartige "Gebete" das Ohr Gottes nie erreichen. Unser Herr hat nie eine Kopfbedeckung getragen, wenn er zum Vater betete. Auch sagt uns Paulus, dass für einen Mann gerade das Tragen einer Kopfbedeckung beim Beten sein Haupt entehrt. Damit ist er vom Heiligen Geist getrennt und die Verbindung zu Gott unterbrochen. So können sie auch im Klerus der katholischen Kirche beten so viel sie wollen, Gott wird sie nie hören.

Jeder Mann, der betet oder weissagt und dabei etwas auf dem Haupt hat, entehrt sein Haupt.

1Kor 11,3 Ich will aber, daß ihr wißt, daß der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt der Frau aber der Mann, des Christus Haupt aber Gott. 11,4 Jeder Mann, der betet oder weissagt und dabei etwas auf dem Haupt hat, entehrt sein Haupt. 1Kor 11, 3- 4;


Nicht nur, dass Israel nicht mehr in den Ordnungen seines Gottes lebt, es ist auch zu einem Aggressor im Nahen Osten geworden, einem Staat der Gewalt. Im Jahre 2006 hat Israel ohne jeden Grund seinen Nachbarn, den Libanon, mit Raketen und Flugzeugen überfallen (2. Libanonkrieg) und dessen Städte bombardiert. Dabei mussten tausende Familien fliehen und hunderte Zivilisten - darunter auch Frauen und Kinder - sind dabei getötet worden. Das israelische Militär hat bei dieser Aktion auch in die unmittelbare Nähe des UN Beobachterpostens (UNIFIL) im Libanon, an der Grenze zu Israel, immer wieder Raketen abgefeuert. Obwohl der Postenkommandant dieses UN-Stützpunkts insgesamt zehnmal(!) die israelische Militärführung per Funk ersuchte, keine Raketen in die Nähe des Postens abzuschießen, wurde das Gebäude am 25. Juli 2006 direkt(!) beschossen und völlig zerstört. Dabei wurden die 4 UN-Offiziere - ein Chinese, ein Finne, ein Kanadier und ein Österreicher - getötet.

Und erst vor kurzem wurde eine Gaza-Hilfsflotte, welche Hilfsgüter (Nahrungsmittel, Baustoffe, Treibstoff und Konsumgüter) für die Palästinenser durch die von Israel seit drei Jahren verhängte Blockade des Gazastreifens nach Gaza transportieren sollte, vom israelischen Militär in internationalen Gewässern(!) abgefangen, angegriffen und dabei 10 unbewaffnete Friedensaktivisten getötet. Die Schiffe wurden anschließend gezwungen den israelischen Hafen Ashdod anzulaufen.

Das Land ist mit Gewalttat erfüllt, und die Stadt ist voller Beugung des Rechts.

Da sprach er zu mir: Die Schuld des Hauses Israel und Juda ist über die Maßen groß, und das Land ist mit Gewalttat erfüllt, und die Stadt ist voller Beugung des Rechts. Denn sie sagen: Der HERR hat das Land verlassen, und der HERR sieht uns nicht. Hes 9, 9;


Diese reale und für die ganze Welt offensichtliche Gewalt in Israel versuchen die Juden nun mit der Behauptung von angeblicher "Gewalt auf christlichen Kanzeln" zu relativieren. Die Jewish Anti-Defamation League (Jüdische Anti-Diffamations-Liga / JADL) in Deutschland hat sich beschwert, dass die Aussagen der Evangelien im Neuen Testament antisemitisch und gefährlich wären. Der Leiter der JADL Abe Foxman hat im Zusammenhang mit den Oberammergauer Passionsspielen 2010 behauptet:

„Mit jeder jährlichen Lesung oder Nachstellung der Geschichte des Todes Jesu in christlichen Kirchen wird Millionen von Christen die Vorstellung eingetrichtert, dass sich die Juden des schlimmsten Verbrechens der Geschichte schuldig gemacht hätten. In unserer eigenen Zeit wurde die Verleumdung des Gottesmordes dazu benutzt, um - auch auf christlichen Kanzeln - den Hass auf Juden und die Gewalt gegen sie zu rechtfertigen.”

Zur Gewalt von christlichen Kanzeln zählt nach Foxman auch die christliche Evangelisation unter den Juden, welche als der „versuchte Völkermord an den jüdischen Seelen gesehen wird.”

In Konsequenz hat die JADL die Texte der Evangelien, welche als Grundlage für die Oberammergauer Passionsspiele dienen, abgeändert. Jüdische Verbrechen wurden getilgt. Heute spielen die Juden eine weißgewaschene und desinfizierte Rolle beim Tod Christi. Jetzt stehen die Römer Wache vor Jerusalem beim ersten Einzug Jesu, „um klarzustellen, wer wirklich die Macht hat”. Die jüdischen Hohepriester, welche in den Evangelien Jesus zum Tode verurteilt haben, debattieren im Stück über Theologie und lenken damit von Jesus ab.

Der Hohepriester aber zerriß seine Kleider und spricht: Ihr habt die Lästerung gehört. Was meint ihr? Sie verurteilten ihn aber alle, daß er des Todes schuldig sei.

Mk 14,60 Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte und fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts? Was zeugen diese gegen dich? 14,61 Er aber schwieg und antwortete nichts. Wieder fragte ihn der Hohepriester und spricht zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? 14,62 Jesus aber sprach: Ich bin es! Und ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels. 14,63 Der Hohepriester aber zerriß seine Kleider und spricht: Was brauchen wir noch Zeugen? 14,64 Ihr habt die Lästerung gehört. Was meint ihr? Sie verurteilten ihn aber alle, daß er des Todes schuldig sei. 14,65 Und einige fingen an, ihn anzuspeien und sein Angesicht zu verhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage! Und die Diener schlugen ihn ins Gesicht. Mk 14,60-65;


Der berüchtigte Bluteid: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder” (Mt 27,22-25) wurde aus dem Drehbuch gestrichen. Doch für die Jüdische Anti-Diffamations-Liga war nicht einmal diese Zensur und die Textverschandelung genug. Ihre Experten brachten am 8. Mai eine Vorschau und berichteten: „Diese Passionsspiele fahren weiterhin fort, das Judentum in schädlichen Stereotypen darzustellen und präsentieren jüdische Führer als hinterlistig, gesetzlich, rachsüchtig und fremdenfeindlich.”

(Siehe auch Diskurs 1014: „Die Jüdische Anti-Diffamations-Liga schreibt das Neue Testament um.”)


Es sieht also fast so aus, als wollten die Juden den Christen überhaupt verbieten das Neue Testament und die Evangelien zu lesen. Doch auch wenn das irgendwann einmal gelingen sollte, haben wir auch genug Informationen im Alten Testament, bei den Propheten Israels - wie dieser Beitrag hier zeigt - um den wahren Charakter der jüdischen Führer - die unser Herr „Schlangen! Otternbrut!” (Mt 23,32-39) genannt hat - und der zionistischen Israeliten zu erkennen. Und uns das Lesen ihres eigenen Alten Testaments zu verbieten, wird wohl nicht einmal der jüdischen ADL gelingen.

Es ist aber auch nicht anzunehmen, dass die Jüdische Anti-Diffamations-Liga alle jene Stellen in ihrem Alten Testament streichen lässt, welche Israel in „schädlichen Stereotypen” darstellen, wie z.B.:

o  „ohne Einsicht, sündige Nation, schuldbeladenes Volk, Geschlecht von Übeltätern, verderbenbringende Kinder” mit

o  „krankem Haupt und siechem Herzen” (Jes 1,3-5), mit

o  „Händen voller Blut von ihren bösen Taten” (Jes 1,14-15) welche, auch wenn sie sagen

o  „So wahr der HERR lebt! – so schwören sie darum doch falsch” (Jer 5,2). Ihr Gott hat sie

o  „geschlagen, aber es hat sie nicht geschmerzt” er hat sie

o  „aufgerieben, aber sie haben sich geweigert, Zucht anzunehmen” (Jer 5,3). Sie sagen:

o  „Wir wollen den guten Weg nicht gehen” (Jer 6,16). Darum bezeugt ihnen Gott der Allmächtige selbst:

o  „meine Rechtsbestimmungen haben sie verworfen, und in meinen Ordnungen haben sie nicht gelebt,” darum, so spricht der Herr, HERR:

o  „Siehe jetzt will auch ich gegen dich sein, und will Strafgerichte in deiner Mitte üben vor den Augen der Nationen.” (Hes 5,6-8).


Hat etwa Gott der Allmächtige in all diesen Aussagen die Juden diffamiert? Oder hat unser Herr Jesus Christus, der von sich sagt, dass er die Wahrheit ist, gelogen, als er ihre religiösen Führer als "Schlangen und Otternbrut" bezeichnet hat? Möglicherweise führen die Juden ja in der kommenden antichristlichen Herrschaft einen Prozess gegen Gott, weil er sie im Alten Testament angeblich diffamiert hat und gegen seinen Sohn, weil er im Neuen Testament angeblich Lügen über sie verbreitet hat?


Die Zukunft Israels

Die in diesem Diskurs zitierten Bibelstellen sind nur ein kleiner Teil der Klagen Gottes, welche er durch seine Propheten dem Volk Israel vorgehalten hat. Die Prophetenbücher sind tatsächlich voll davon. Davon und von den Gerichten, welche Gott über dieses Volk kommen lässt. Erst durch das Studium dieser Schriften gelingt es, den starrsinnigen Charakter des Volkes Israel richtig einzuschätzen, beginnend mit ihrem Auszug aus Ägypten und der Wüstenwanderung (goldenes Kalb), über die Verwerfung und Kreuzigung ihres Messias, bis hin zur Rückkehr ins Land Israel ohne Gott und ohne Segen in unserer Zeit.

Doch man darf darob nicht vergessen, dass sich Gott dieses Volkes wieder erbarmen wird, wenn sie am Beginn des Millenniums umkehren und zum Glauben an den Sohn Gottes, unseren Herrn Jesus Christus kommen werden. Wobei dieses Angebot Gottes zur Errettung von ihren Sünden durch den Glauben an das stellvertretende Opfer ihres Messias natürlich auch schon heute jedem einzelnen Israeli – ebenso wie allen anderen Menschen – offen steht.

Wenn Israel aber sich bekehrt zu dem Herrn, so wird die Decke abgetan, weil sie nur in Christus abgetan wird

2Kor 3,14 Aber ihre Sinne wurden verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt diese Decke unaufgedeckt über dem alten Testament, wenn sie es lesen, weil sie nur in Christus abgetan wird. 3,15 Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, hängt die Decke vor ihrem Herzen. 3,16 Wenn Israel aber sich bekehrt zu dem Herrn, so wird die Decke abgetan. 2Kor 3,14-16;


In unseren heutigen Tagen ist Israel jedoch weit davon entfernt sich zu unserem Herrn Jesus Christus als den Sohn Gottes und ihren Messias zu bekehren. Ganz im Gegenteil, wie der obigen Dokumentation zu entnehmen ist, verbieten sie den Christen in Israel sogar von Jesus Christus zu sprechen. Und wie wir der Bibel entnehmen können, wird sich das auch bis zum Beginn des Millenniums nicht ändern. Alle Prophezeiungen, welche daher von dieser Umkehr und in der Folge der Sündenvergabe, Heiligung und Sammlung Israels durch Gott sprechen (z.B. Jes 49,22; Jer 23,5-6 24,6-7 29,13-14 50,4-5; Hes 36,24-25 etc.), beziehen sich ausschließlich auf das zukünftige Tausendjährige Friedensreich des Sohnes Gottes und setzen voraus, dass Jesus Christus wiedergekommen ist und die Juden den Glauben an ihn angenommen haben.

Es gibt für Israel keine Rettung, außer sie bekehren sich zu Jesus Christus!


(Siehe auch Kapitel 09: „Die Heimkehr der Erlösten.”)


Wenn daher manche Prediger in den christlichen Gemeinden diese Bibelstellen immer wieder auf die heutige Zeit und das heutige – unbekehrte – Israel beziehen, ist das offensichtlich der Versuch, die Geschwister zu täuschen und mit diesen zeitlich "vorverlegten" Bibelzitaten den Eindruck zu erwecken, dass wir es beim gegenwärtigen Israel bereits mit dem "geretteten Volk" aus den Prophezeiungen zu tun hätten, um auf diese unlautere Art "Israelfreunde" zu gewinnen. Dieser Täuschungsversuch ist überall dort erfolgreich, wo die Geschwister keine oder wenig Bibelkenntnis besitzen oder aber, wo die Gemeindeleitung hauptsächlich das Studium des Neuen Testaments forciert und die Geschwister daher vom Alten Testament und den Prophetenbüchern wenig wissen.

Genau diese biblische Unkenntnis unter Christen ist auch einer der Gründe, wieso es möglich ist, dass manche Denominationen (hauptsächlich Calvinisten) das Tausendjährige Friedensreich unseres Herrn Jesus Christus überhaupt leugnen, weil sie dem Volk Israel jedwede Heilserwartung und damit die Erfüllung all seiner Verheißungen im Millennium absprechen. Man bezeichnet sich selbst als das "wahre Israel" und beansprucht alle Segensverheißungen Israels für sich (nicht aber die Gerichtsprophezeiungen!!). Doch die nachfolgende Bibelstelle aus Hes 37,26-28 ist sehr gut geeignet, beide falschen Behauptungen – einerseits, dass sich diese Prophezeiungen bereits heute erfüllt hätten und andererseits die Ansicht, dass es überhaupt kein Millennium gibt – zu widerlegen:

Der Herr wird unter ihnen wohnen und wird ihr Gott sein und sie sollen sein Volk sein.

Hes 37,26 Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der soll ein Bund auf Weltzeit mit ihnen sein. Und ich will sie erhalten und mehren, und mein Heiligtum soll unter ihnen sein auf Weltzeit. 37,27 Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein, 37,28 damit auch die Heiden erfahren, dass ich der HERR bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum auf Weltzeit unter ihnen sein wird. Hes 37,26-28;


Das ist hier genau der Zeitpunkt am Beginn des Millenniums, wo Gott mit Israel einen Bund des Friedens schließt, der die ganzen tausend Jahre über anhalten wird. Israel wird im Millennium keinen Krieg mehr führen (Jes 2,2-5 9,4-6; Hos 2,18-25; Mi 4,3-5; Sach 9,10). Ganz im Gegensatz zur heutigen Situation!

(Siehe auch Kapitel 10: „Das Millennium.”)


Desweiteren verheißt der Herr, dass sein Heiligtum unter ihnen sein wird und er unter ihnen wohnen wird. Heute hat Israel gar kein Heiligtum (Tempel) und dass der Herr derzeit unter ihnen wohnen sollte, werden wohl nicht einmal die Israelis selbst glauben. Und dass die Heiden erfahren hätten, dass Gott der Herr ist, der Israel heilig macht, scheitert schon an dem Umstand, dass das heutige Israel alles andere als heilig ist und daher auch die Heiden der Welt nichts von Gott erfahren konnten. Diese Welt ist nach wie vor im Chaos.

Wir sehen also, es wäre völlig absurd, alle diese und viele andere, ganz konkrete Prophezeiungen auf das Millennium zu leugnen. Sie allerdings als bereits erfüllt zu bezeichnen wäre pure Realitätsverweigerung – oder bewusste Täuschung. Was aber unter den seriösen christlichen Auslegern leider viel zu oft übersehen wird, ist die conditio sine qua non für die Annahme Israels durch seinen Gott und die Erfüllung all dieser Prophezeiungen: Sie müssen das, was sie ihrem Gott vor fast zweitausend Jahren angetan haben, als sie seinen einzigen Sohn verworfen haben und ermorden ließen, wieder rückgängig machen, indem sie ihre Halsstarrigkeit aufgeben und sich zu Jesus Christus bekehren.

Doch wie gerade das Alte Testament und die Bücher der Propheten Israels zeigen, kann die Halsstarrigkeit und Widerspenstigkeit Israels als Volk insgesamt nur durch noch weitere bittere Prüfungen ihres Gottes gebrochen und sie zur Umkehr bewegt werden. Erst wenn sie zum wiedergekommenen Sohn Gottes sagen werden: „Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn!” und „auf ihn blicken und bitter über den weinen werden, den sie am Kreuz durchbohrt haben” (Off 1,7; Mt 24,30; Sach 12,10), hat sich das Schicksal Jakobs gewendet und der Überrest Israels wird wieder mit seinem Gott versöhnt sein. Sie werden im Tausendjährigen Friedensreich ihres Messias mit dem von Gott wiedererweckten König David (Jer 30,8-9; Hes 34,23; Hos 3,4-5) als "Haupt der Nationen" (Jer 31,7; 2Sam 22,44; Ps 18,44) einer herrlichen Zukunft entgegen gehen.

Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!»

Mt 23,32 Und ihr, macht nur das Maß eurer Väter voll! 23,33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? 23,34 Deswegen siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt 23,35 damit über euch komme alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wurde, von dem Blut Abels, des Gerechten, bis zu dem Blut Secharjas, des Sohnes Berechjas, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar ermordet habt.

23,36 Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen. 23,37 Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! 23,38 Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen; 23,39 denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!» Mt 23,32-39;


(Siehe auch Diskurs 08: „Die Sammlung Israels: bereits seit 1948 oder erst in der Endzeit?”)



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Hat Gott gar keinen Sohn? / Stellungnahme eines Mitglieds der jüdischen Glaubensgemeinschaft in Deutschland 00, 2010-08-07)

Als Mitglied der jüdischen Glaubensgemeinschaft in Deutschland wurde ich unlängst auf den Artikel: "Das Urteil G-ttes über sein Volk" auf Ihrer Internet-Website hingewiesen. Obwohl wir normalerweise eine Glaubensdiskussion mit Christen vermeiden, möchte ich das Geschreibsel in Ihrem Elaborat nicht unwidersprochen stehen lassen. Sie zitieren dort unsere Propheten, beschränken sich dabei jedoch auf jene Aussagen, welche Israel wegen seines damaligen Ungehorsams betreffen. Das ist nicht nur unobjektiv, sondern kommt schon aus der Ecke des Antisemitismus und ist daher abzulehnen. Vor allem deshalb, weil Sie diese Aussagen so darstellen, als würden sie gegen das heutige Israel sprechen. Sie vermeiden es dann auch peinlichst, all die anderen Verheißungen unserer Propheten anzuführen, welche all die segensreichen Prophezeiungen für das Volk Israel beinhalten. (…)

Am Beginn Ihres Artikels zitieren Sie das große jüdische Gebet "Sh'ma Yisrael" aus dem Buch "REDEN" (Devarim), der Torah, wo es heißt: "Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige allein". Versuchen Sie doch einmal diese Stelle aus Ihrem Alten Testament (Deut 6,4) aus der Sicht eines Juden zu lesen. Hier steht: "der Ewige ist unser Gott, der Ewige allein". Hier steht nichts von einem Sohn G-ttes, der angeblich auch ein G-tt sein soll. Hier steht nichts davon, dass wir einen "Sohn" anbeten sollen! Und vor allem steht hier nicht "Es gibt für Israel keine Rettung, außer sie bekehren sich zu Jesus Christus!". Hier steht: "Der Ewige allein". Und das können Sie jetzt drehen und wenden wie Sie wollen: wenn Sie aufrichtig sind, werden Sie hier nichts anderes hineininterpretieren können. (…)

(Anonym – Der Besucher hat die Veröffentlichung seines Namens abgelehnt.)



Ich bedanke mich für Ihre Stellungnahme und Ihren Besuch bei Immanuel.at. Sie haben völlig Recht, wenn Sie feststellen, dass ich im obigen Kommentar vor allem einen kleinen Teil jener Prophezeiungen zitiere, welche an das ungehorsame Israel gerichtet sind. Und auch Ihr Hinweis: „weil Sie diese Aussagen so darstellen, als würden sie gegen das heutige Israel sprechen” ist völlig richtig. Das ist ja gerade der Inhalt dieses Kommentars: Aufzuzeigen, dass das heutige Israel nicht nur genauso ungehorsam ist wie damals, sondern dass sie vor fast zweitausend Jahren ihren Gott überhaupt abgewiesen und er sich seitdem von ihnen abgewendet hat

Ihre Behauptung: „Sie vermeiden es dann auch peinlichst, all die anderen Verheißungen unserer Propheten anzuführen, welche all die segensreichen Prophezeiungen für das Volk Israel beinhalten” stimmt allerdings so nicht. Unter dem Punkt „Die Zukunft Israels” am Ende des obigen Kommentars, zitiere ich – allerdings in Referenzlinks und nicht im Volltext – einige jener Verheißungen Gottes, welche Israel im Millennium zu einem gesegneten Volk und zum „Haupt der Nationen” machen werden. Aber eben im noch fernen Millennium (Tausendjährigen Friedensreich) und nicht schon jetzt!

Aber wie auch Sie sicher wissen, ist in dem von Ihnen zitierten Buch 5Mo/Deut "REDEN" (Devarim), wo dieses „Der Herr allein” steht, auch folgende Bedingung für die Erfüllung aller dieser Verheißungen für das Volk Israel zu lesen:

Wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, genau gehorchst, dann werden alle diese Segnungen über dich kommen.

5Mo 28,1 Und es wird geschehen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, genau gehorchst, daß du darauf achtest, all seine Gebote zu tun, die ich dir heute befehle, dann wird der HERR, dein Gott, dich als höchste über alle Nationen der Erde stellen. 28,2 Und alle diese Segnungen werden über dich kommen und werden dich erreichen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchst. 5Mo 28, 1- 2;


Die Gebote, welche der Allmächtige hier oben, in 5Mo 28,1, seinem Volk an diesem Tag befohlen hat, wurden davor in 5Mo 27,15-26 einzeln aufgeführt:

Verflucht sei, wer die Worte dieses Gesetzes nicht aufrechterhält, sie zu tun! Und das ganze Volk sage: Amen!

5Mo 27,15 Verflucht sei der Mann, der ein Götterbild oder ein gegossenes Bild macht, einen Greuel für den HERRN, ein Werk von Künstlerhänden, und es im Verborgenen aufstellt! Und das ganze Volk antworte und sage: Amen!

27,16 Verflucht sei, wer seinen Vater oder seine Mutter verachtet! Und das ganze Volk sage: Amen!

27,17 Verflucht sei, wer die Grenze seines Nächsten verrückt! Und das ganze Volk sage: Amen!

27,18 Verflucht sei, wer einen Blinden auf dem Weg irreführt! Und das ganze Volk sage: Amen!

27,19 Verflucht sei, wer das Recht des Fremden, der Waise und der Witwe beugt! Und das ganze Volk sage: Amen!

27,20 Verflucht sei, wer bei der Frau seines Vaters liegt, denn er hat die Decke seines Vaters aufgedeckt! Und das ganze Volk sage: Amen!

27,21 Verflucht sei, wer bei irgendeinem Tier liegt! Und das ganze Volk sage: Amen!

27,22 Verflucht sei, wer bei seiner Schwester liegt, der Tochter seines Vaters oder der Tochter seiner Mutter! Und das ganze Volk sage: Amen!

27,23 Verflucht sei, wer bei seiner Schwiegermutter liegt Und das ganze Volk sage: Amen!

27,24 Verflucht sei, wer seinen Nächsten im Verborgenen erschlägt! Und das ganze Volk sage: Amen!

27,25 Verflucht sei, wer ein Bestechungsgeschenk nimmt, um jemanden zu erschlagen, unschuldiges Blut zu vergießen! Und das ganze Volk sage: Amen!

27,26 Verflucht sei, wer die Worte dieses Gesetzes nicht aufrechterhält, sie zu tun! Und das ganze Volk sage: Amen! 5Mo 27,15-26;


Und hier sind insbesondere die Verse 5Mo 27,17 und 19 interessant, wo Gott gebietet: „Verflucht sei, wer die Grenze seines Nächsten verrückt! (…)” und  „Verflucht sei, wer das Recht des Fremden (…) beugt! (…)”. Bei der Besetzung Palästinas durch die Israelis im Jahr 1948 war nicht nur 1 Fremder, sondern gleich ein ganzes Volk betroffen. Und die Israelis haben diese Grenze nicht nur verrückt, sondern sie haben große Teile der Palästinenser damals überhaupt aus ihrer Heimat vertrieben. Damit wurden also gleich zwei dieser Gebote gebrochen, zu welchen sich das Volk Israel seinem Gott gegenüber verpflichtet hatte. Von dem Gebot kein Bestechungsgeschenk anzunehmen (Gerichtsurteile gegen die Staatspräsidenten Ezer Weitzmann, Moshe Katzav und die Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, Ehud Olmert) und nicht unschuldiges Blut zu vergießen (Beschuß des UNIFIL-Stützpunktes mit 4 ermordeten unschuldigen UN-Offizieren am 25. Juli 2006) wollen wir erst gar nicht sprechen.

In 5Mo 28,15, prophezeit Gott seinem Volk Israel daher dann auch die andere Seite dieser Segensverheißungen:

Wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorchst, dann werden all diese Flüche über dich kommen und dich erreichen.

5Mo 28,15 Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorchst, so daß du nicht darauf achtest, all seine Gebote und seine Ordnungen zu tun, die ich dir heute gebiete, dann werden all diese Flüche über dich kommen und dich erreichen. 5Mo 28,15;


Und im Anschluss daran (5Mo 28,16-69) zählt Gott alle jene Flüche auf, die Israel treffen werden, wenn sie den obigen Geboten des Herrn (5Mo 27,15-26) nicht gehorchen.

Ich glaube, wir sind uns einig, dass diese Prophezeiungen – sowohl die Segnungen als auch die Flüche – nicht nur für bestimmte Zeitabschnitte in der Geschichte Israels Geltung haben, sondern dass dies die Gebote Gottes für Israel sind, von dem Tag an, an dem Israel dem Herrn, seinem Gott zum Volk geworden ist (5Mo 27,9) bis in alle Zeiten. Unter dieser Prämisse genügt es also festzustellen, ob Israel die ihm von Gott anbefohlenen Gebote in der gegenwärtigen Zeit befolgt und erfüllt, um nachzuweisen, ob Israel heute mit den Segnungen Gottes rechnen kann oder nicht.

Und genau dies habe ich nun in meinem obigen Kommentar versucht, indem ich verschiedene aktuelle Ereignisse in Israel den Prophetentexten gegenübergestellt habe. Ob das nun als "Antisemitismus" zu bezeichnen ist, wie Sie es schreiben, mögen die Leser selbst beurteilen. Es fällt jedoch auf, dass die zionistischen Juden immer dann, wenn ihnen irgendwelche Aussagen von Andersdenkenden nicht passen, die Antisemitismus-Keule aus eben der Ecke hervorholen, in welche Sie mich jetzt stellen wollen.

Und dann kommen Sie zu einem Thema, welches zwischen Juden und Christen ja nicht neu ist, nämlich zur Frage, ob Gott einen Sohn hat. Um nun das Diskussionsklima nicht unnötig zu belasten, möchte ich vorerst einmal diese Frage im Raum stehen lassen und Ihrer Aufforderung nachkommen, diese Zusammenhänge einmal aus der Sicht eines Juden zu betrachten. Und dabei möchte ich in Ihren Schriften noch weiter zurück gehen, auf 2Mo/Exodus, "Namen" (Schmot) und auf den Auszug Israels aus Ägypten und das Pessachfest, das Hauptfest des Judentums.

Der Auszug Israels aus Ägypten.

Zum besseren Verständnis auch für Bibelunkundige soll hier der Ursprung dieses Pessach-Festes kurz erläutert werden. Damit sich die Israeliten in Ägypten aufhalten durften, wurden sie vom Pharao gezwungen, dort Frondienste zu leisten. Israel war so bereits 430 Jahre in Ägypten, als Mose ins Land kam und die Israeliten im Namen ihres Gottes aufforderte, sich dieser ungerechten Knechtschaft zu entziehen. In 2Mo 6,26 waren es dann Aaron und Mose, denen der Herr den Auftrag gegeben hatte, die Söhne Israel aus dem Land Ägypten hinaus zu führen

Führt die Söhne Israel aus dem Land Ägypten hinaus nach ihren Heerscharen geordnet!

2Mo 6,26 Dieser Aaron und dieser Mose sind es, zu denen der HERR gesprochen hat: Führt die Söhne Israel aus dem Land Ägypten hinaus nach ihren Heerscharen geordnet! 6,27 Diese sind es, die zum Pharao, dem König von Ägypten, redeten, um die Söhne Israel aus Ägypten hinauszuführen: das sind Mose und Aaron. 2Mo 6,26-27;


Insgesamt neun Mal waren Aaron und Mose im Auftrag Gottes beim Pharao, um dessen Einwilligung zum Auszug ihres Volkes aus Ägypten zu erlangen. Als der Pharao die Israeliten auch beim neunten Mal nicht aus Ägypten ziehen lassen wollte, verhieß Gott um Mitternacht alle männliche Erstgeburt in Ägypten sterben zu lassen. Vom Erstgeborenen des Pharao bis hin zum Erstgeborenen der letzten Sklavin und aller Erstgeburt des Viehs.

Den Israeliten aber gebot der Herr in 2Mo 12,5-8, dass jede Familie an diesem Tag – es war der 14. Tag des ersten Monats (Nisan) – ein Einjähriges, Männliches ohne Fehler von den Schafen oder von den Ziegen „zwischen den zwei Abenden” schlachten sollte. Nach der jüdischen Tageseinteilung, an der ein Tag um jeweils 18 Uhr beginnt und endet, ist damit die Zeit zwischen Sonnenuntergang (18 Uhr) und dem völligen Eintritt der Nacht (erster Abend oder Vorabend) bis zum zweiten Abend, an unserem heutigen nächsten Tag, vom Niedergang der Sonne (15 Uhr) bis zum Sonnenuntergang um 18 Uhr gemeint. Mit dem Blut des geschlachteten Lammes sollten sie dann die beiden Türpfosten und die Oberschwelle bestreichen, damit der Engel des Herrn diese Häuser erkennt und sie von der Plage verschont. Das Fleisch aber sollten sie noch in der selben Nacht essen, am Feuer gebraten und dazu ungesäuerte Brote (Mazzes) und bittere Kräuter.

Und ihr sollt es am vierzehnten Tag dieses Monats schlachten und mit dem Blut die Türpfosten bestreichen.

2Mo 12,5 Ein Lamm ohne Fehler, ein männliches, einjähriges, soll es für euch sein; von den Schafen oder von den Ziegen sollt ihr es nehmen. 12,6 Und ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. Dann soll es die ganze Versammlung der Gemeinde Israel zwischen den zwei Abenden schlachten. 12,7 Und sie sollen von dem Blut nehmen und es an die beiden Türpfosten und die Oberschwelle streichen an den Häusern, in denen sie es essen. 12,8 Das Fleisch aber sollen sie noch in derselben Nacht essen, am Feuer gebraten, und dazu ungesäuertes Brot; mit bitteren Kräutern sollen sie es essen. 2Mo 12, 5- 8;

Aber das Blut soll für euch zum Zeichen an den Häusern werden, in denen ihr seid.

2Mo 12,12 Und ich werde in dieser Nacht durch das Land Ägypten gehen und alle Erstgeburt im Land Ägypten erschlagen vom Menschen bis zum Vieh. Auch an allen Göttern Ägyptens werde ich ein Strafgericht vollstrecken, ich, der HERR. 12,13 Aber das Blut soll für euch zum Zeichen an den Häusern werden, in denen ihr seid. Und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich an euch vorübergehen: so wird keine Plage, die Verderben bringt, unter euch sein, wenn ich das Land Ägypten schlage. 2Mo 12,12-13;

Im ersten Monat, am 14. Tag des Monats, am Abend, sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis zum 21. Tag des Monats, am Abend

2Mo 12,17 So haltet denn das Fest der ungesäuerten Brote! Denn an eben diesem Tag habe ich eure Heerscharen aus dem Land Ägypten herausgeführt. Darum sollt ihr diesen Tag halten als ewige Ordnung für all eure Generationen. 12,18 Im ersten Monat, am 14. Tag des Monats, am Abend, sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis zum 21. Tag des Monats, am Abend. 2Mo 12,17-18;

Und es geschah um Mitternacht, da erschlug der HERR alle Erstgeburt im Land Ägypten

2Mo 12,29 Und es geschah um Mitternacht, da erschlug der HERR alle Erstgeburt im Land Ägypten vom Erstgeborenen des Pharao, der auf seinem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen im Kerker, auch alle Erstgeburt des Viehs. 12,30 Da stand der Pharao nachts auf, er und alle seine Hofbeamten und alle Ägypter, und es entstand ein großes Jammergeschrei in Ägypten, denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war. 12,31 Und er rief Mose und Aaron nachts herbei und sagte: Macht euch auf, zieht weg aus der Mitte meines Volkes, sowohl ihr als auch die Söhne Israel, und geht hin, dient dem HERRN, wie ihr gesagt habt! 2Mo 12,29-31;


Ab dem nächsten Tag, dem 15. Nisan, sollten die Israeliten dann sieben Tage lang nur ungesäuerte Brote essen. Das ist das Fest der ungesäuerten Brote (Pessach) zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten, welches mit der Schlachtung eines männlichen Lammes in den Abendstunden des ersten Tages (Rüsttag zu Pessach, heute "Seder-Mahl"), am 14. Nisan, begann und dann weitere sieben Tage, bis zum 21. dieses Monats währte und welches bis heute in Israel gefeiert wird.

Das Blut des Lammes hatte also die Israeliten vor dem Zorn Gottes bewahrt, welcher alle Erstgeburt in Ägypten getötet hatte. Und das Fleisch des Lammes war ihnen Stärkung für den Marsch in die Wüste, welchen sie am nächsten Morgen angetreten hatten. So hat Gott die Israeliten aus der Hand ihres Bedrängers gerettet und ihnen befohlen, diesen Tag in allen ihren zukünftigen Generationen zu halten.

Darum sollt ihr diesen Tag halten als ewige Ordnung für all eure Generationen.

2Mo 12,14 Und dieser Tag soll euch eine Erinnerung sein, und ihr sollt ihn feiern als Fest für den HERRN. Als ewige Ordnung für all eure Generationen sollt ihr ihn feiern. 12,15 Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen; ja, gleich am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern wegtun; denn jeder, der Gesäuertes ißt, diese Seele soll aus Israel ausgerottet werden – das gilt vom ersten Tag bis zum siebten Tag. 12,16 Und am ersten Tag sollt ihr eine heilige Versammlung halten und ebenso am siebten Tag eine heilige Versammlung. An diesen Tagen darf keinerlei Arbeit getan werden; nur was von jeder Seele gegessen wird, das allein darf von euch zubereitet werden. 12,17 So haltet denn das Fest der ungesäuerten Brote! Denn an eben diesem Tag habe ich eure Heerscharen aus dem Land Ägypten herausgeführt. Darum sollt ihr diesen Tag halten als ewige Ordnung für all eure Generationen. 2Mo 12,14-17;


Die letzte Pessachfeier Jesu vor seinem Tod.

Und genau dieses Pessachfest war es auch, welches Jesus und seine Jünger in Jerusalem gefeiert haben. Es war das sogenannte "Abendmahl" (jüd.: Seder-Mahl), mit welchem sich Jesus von den Jüngern verabschiedete. Und hier gibt es einige interessante Parallelen zum Auszug aus Ägypten, welche wir näher betrachten wollen. Im Laufe des 13. Nisan beauftragte Jesus den Petrus und den Johannes, einen Raum aufzusuchen, wo sie das Mahl mit dem geschlachteten Lamm für die Zwölf bereiten konnten.

Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passamahl, daß wir es essen!

Lk 22,7 Es nahte aber der Rüsttag des Festes der ungesäuerten Brote, an dem das Passalamm geschlachtet werden mußte. 22,8 Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passamahl, daß wir es essen! 22,9 Sie aber sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir es bereiten? 22,10 Er aber sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug Wasser trägt. Folgt ihm in das Haus, wo er hineingeht! 22,11 Und ihr sollt zu dem Herrn des Hauses sagen: Der Lehrer sagt dir: Wo ist das Gastzimmer, wo ich mit meinen Jüngern das Passamahl essen kann? 22,12 Und jener wird euch einen großen, mit Polstern ausgelegten Obersaal zeigen. Dort bereitet! Lk 22, 7-12;


Am Abend dieses Tages, etwa um 18 Uhr – also nach jüdischer Tageseinteilung der Beginn des 14. Nisan – begab sich der Herr mit den Jüngern zu Tisch und eröffnete ihnen, dass dies das letzte Mal sei, dass er mit ihnen dieses Passamahl essen würde.

Denn ich sage euch, daß ich es gewiß nicht mehr essen werde, bis es erfüllt sein wird im Reich Gottes.

Lk 22,13 Als sie aber hingingen, fanden sie es, wie er ihnen gesagt hatte; und sie bereiteten das Passamahl. 22,14 Als es aber Abend geworden war, legte er sich zu Tisch und die Apostel mit ihm. 22,15 Und er sprach zu ihnen: Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passamahl mit euch zu essen, ehe ich leide. 22,16 Denn ich sage euch, daß ich es gewiß nicht mehr essen werde, bis es erfüllt sein wird im Reich Gottes. Lk 22,13-16;


Und hier macht nun Jesus in einem Nebensatz, in Lk 22,16, die Bemerkung: „...bis es (das Pessach) erfüllt sein wird im Reich Gottes”. Dies ist das erste Mal, dass der Verdacht aufkommt, dass mit Pessach nicht nur der Auszug Israels und die Rettung der Israeliten durch ihren Gott aus der Knechtschaft in Ägypten gefeiert wird, sondern dass dieses Pessach schon immer auch eine Prophezeiung war, die nun, mit dem Tod Jesu, in Erfüllung gegangen ist. Dieser Verdacht wird dann auch durch die weiteren Aussagen Jesu während des Mahls erhärtet.

Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für viele vergossen wird.

Lk 22,19 Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis! 22,20 Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für viele vergossen wird. Lk 22,19-20;


Ebenso wie in Ägypten das Blut des Lammes das Volk Israel vor dem Zorn Gottes bewahrt hat und das geschlachtete Lamm sie gestärkt hat, hat auch der Tod und das Blut Jesu alle Sünder vom Zorn Gottes errettet. Um der Gerechtigkeit Gottes genüge zu tun, hat er unsere Sünden auf sich genommen und stellvertretend für uns die Strafe erlitten. Dies ist die tiefere Bedeutung des jüdischen Pessachfestes: die Prophezeiung auf das rettende Sühneopfer durch den Tod des Knechtes Gottes - Jesus Christus. Johannes der Täufer, der bis zu Jesu Auftritt diesen noch nie gesehen hatte, hat ihn im Heiligen Geist in Jh 1,29 "Lamm Gottes" und in Jh 1,34 "Sohn Gottes" genannt.

Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt! Und ich habe gesehen und habe bezeugt, daß dieser der Sohn Gottes ist.

Jh 1,29 Am folgenden Tag sieht er Jesus zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt! 1,30 Dieser ist es, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir ist, denn er war eher als ich. 1,31 Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar werde, deswegen bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen. 1,32 Und Johannes bezeugte und sprach: Ich schaute den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabfahren, und er blieb auf ihm. 1,33 Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft. 1,34 Und ich habe gesehen und habe bezeugt, daß dieser der Sohn Gottes ist. Jh 1,29-34;


Johannes der Täufer war aber nun nicht irgendwer. Bei seiner Geburt sagte der Heilige Geist von ihm:

Und du, Kind, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden; denn du wirst vor dem Angesicht des Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten.

Lk 1,76 Und du, Kind, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden; denn du wirst vor dem Angesicht des Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten, 1,77 um seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben in Vergebung ihrer Sünden, 1,78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, mit der uns der Aufgang aus der Höhe besuchen wird, 1,79 um denen zu leuchten, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, und unsere Füße zu richten auf den Weg des Friedens. Lk 1,76-79;


Und auch Jesus sagte von ihm, dass er mehr als ein Prophet ist. Er ist der, von dem im Buch des Propheten Maleachi geschrieben steht: „Siehe, ich sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir her bereite” (Mal 3,1). Das ist nun insofern recht interessant, als gerade diese Prophezeiung in Israel – zu Recht, wie wir heute wissen – schon immer auf die Ankunft des Messias gedeutet wurde. Man bezog sich dabei einerseits auf eine Prophezeiung beim Propheten Jesaja, wo es heißt: „Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN! Ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!” (Jes 40,3; 5Mo 18,15.18) und andererseits auf eine weitere Prophezeiung bei Maleachi, wo dieser Bote des Herrn als der Prophet Elia identifiziert wird.

Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare.

Mal 3,22 Haltet im Gedächtnis das Gesetz meines Knechtes Mose, dem ich am Horeb für ganz Israel Ordnungen und Rechtsbestimmungen geboten habe. 3,23 Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare. 3,24 Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage. Mal 3,22-24;


Das ist auch der Grund, warum die Schriftgelehrten zur Zeit Jesu den Johannes immer wieder befragten, ob er "der Prophet", der Elia sei. Doch Johannes hat wahrheitsgemäß verneint und seinerseits prophezeit: „Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen” (Mt 3,11). Und als die Juden dann auch Jesus fragten, ob denn Johannes der Prophet Elia sei, verkündete er ihnen, dass Johannes genau der sei, von dem bei Maleachi prophezeit wird: „Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird” (Mal 3,1).

Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis auf Johannes. Und wenn ihr es annehmen wollt: er ist Elia, der kommen soll.

Mt 11,9 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, sage ich euch, und mehr als einen Propheten. 11,10 Dieser ist es, von dem geschrieben steht: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.» 11,11 Wahrlich, ich sage euch, unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer; der Kleinste aber im Reich der Himmel ist größer als er. 11,12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt wird dem Reich der Himmel Gewalt angetan, und Gewalttuende reißen es an sich. 11,13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis auf Johannes. 11,14 Und wenn ihr es annehmen wollt: er ist Elia, der kommen soll. Mt 11,9-14;


Doch wie uns die Schrift zeigt, wollten die Juden das nicht annehmen. Und hier ist es aus heutiger Sicht vollkommen unverständlich, wie auch und insbesondere die Schriftgelehrten in Israel, welche ja mit allen diesen Prophezeiungen vertraut gewesen sein mussten, die Schriften nicht nachgeprüft haben, sondern auf ihrem Vorurteil beharrten und Jesus ablehnten. Obwohl auch Jesus selbst immer wieder darauf hingewiesen hat, dass das, was durch die Propheten auf ihn hin geschrieben ist, auch in ihm seine Erfüllung finden wird.

Es wird alles vollendet werden, was durch die Propheten auf den Sohn des Menschen hin geschrieben ist.

Lk 18,31 Er nahm aber die Zwölf zu sich und sprach zu ihnen: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was durch die Propheten auf den Sohn des Menschen hin geschrieben ist; 18,32 denn er wird den Nationen überliefert werden und wird verspottet und geschmäht und angespien werden; 18,33 und wenn sie ihn gegeißelt haben, werden sie ihn töten, und am dritten Tag wird er auferstehen. 18,34 Und sie verstanden nichts von diesen Worten, und diese Rede war vor ihnen verborgen, und sie begriffen das Gesagte nicht. Lk 18,31-34;

Wie sollten denn die Schriften erfüllt werden, daß es so geschehen muß?

Mt 26,51 Simon Petrus nun, der ein Schwert hatte, zog es und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. Der Name des Knechtes aber war Malchus.  26,52 Da spricht Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen. 26,53 Oder meinst du, daß ich nicht meinen Vater bitten könne und er mir jetzt mehr als zwölf Legionen Engel stellen werde? 26,54 Wie sollten denn die Schriften erfüllt werden, daß es so geschehen muß? Mt 26,51-54;


Aus unserer heutigen Sicht lassen sich nun aber auch all die anderen Prophezeiungen im Alten Testament auf den Knecht Gottes zuordnen und interpretieren. Zum Beispiel im Buch Jesaja:

Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen, durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.

Jes 53,3 Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. 53,4 Jedoch unsere Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. 53,5 Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Jes 53, 3- 5;

Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird.

Jes 53,6 Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld. – 53,7 Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf. Jes 53, 6-7;

Durch seine Erkenntnis wird der Gerechte, mein Knecht, den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, und ihre Sünden wird er sich selbst aufladen.

Jes 53,8 Aus Drangsal und Gericht wurde er hinweggenommen. Und wer wird über sein Geschlecht nachsinnen? Denn er wurde abgeschnitten vom Lande der Lebendigen. Wegen des Vergehens seines Volkes hat ihn Strafe getroffen. 53,9 Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab, aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod, weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Mund gewesen ist. 53,10 Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen. Wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er Nachkommen sehen, er wird seine Tage verlängern. Und was dem HERRN gefällt, wird durch seine Hand gelingen. 53,11 Um der Mühsal seiner Seele willen wird er Frucht sehen, er wird sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird der Gerechte, mein Knecht, den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, und ihre Sünden wird er sich selbst aufladen. 53,12 Darum werde ich ihm Anteil geben unter den Großen, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, daß er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und sich zu den Verbrechern zählen  ließ. Er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Verbrecher Fürbitte getan. Jes 53, 8-12;


Oder auch andere Prophezeiungen bei Jesaja:

Der HERR hat mich berufen vom Mutterleib an, hat von meiner Mutter Schoß an meinen Namen genannt.

Jes 49,1 Hört auf mich, ihr Inseln, und horcht auf, ihr Völkerschaften, die ihr von fernher seid! Der HERR hat mich berufen vom Mutterleib an, hat von meiner Mutter Schoß an meinen Namen genannt. 49,2 Er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, hält mich versteckt im Schatten seiner Hand. Und er hat mich zu einem geschärften Pfeil gemacht, hat mich verborgen in seinem Köcher. Jes 49, 1- 2;


welche durch die Aussagen des Neuen Testaments bestätigt werden:

Da wurde sein Name Jesus genannt, der von dem Engel genannt worden war, ehe er im Mutterleib empfangen wurde.

Lk 2,21 Und als acht Tage vollendet waren, daß man ihn beschneiden sollte, da wurde sein Name Jesus genannt, der von dem Engel genannt worden war, ehe er im Mutterleib empfangen wurde. 2,22 Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem hinauf, um ihn dem Herrn darzustellen 2,23 – wie im Gesetz des Herrn geschrieben steht: «Alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig heißen» – 2,24 und ein Schlachtopfer zu geben nach dem, was im Gesetz des Herrn gesagt ist: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. 2,25 Und siehe, es war in Jerusalem ein Mensch, mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und der Heilige Geist war auf ihm. 2,26 Und ihm war von dem Heiligen Geist eine göttliche Zusage zuteil geworden, daß er den Tod nicht sehen solle, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. 2,27 Und er kam durch den Geist in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm nach der Gewohnheit des Gesetzes zu tun, 2,28 da nahm auch er es in seine Arme und lobte Gott und sprach: 2,29 Nun, Herr, entläßt du deinen Knecht nach deinem Wort in Frieden; 2,30 denn meine Augen haben dein Heil gesehen, 2,31 das du bereitet hast im Angesicht aller Nationen: 2,32 ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel. 2,33 Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was über ihn geredet wurde. 2,34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Lk 2,21-34;


Auch die Bezeichnung Jesu hier oben, in Lk 2,32, als „ein Licht zur Offenbarung für die Nationen” finden wir im Alten Testament mehrmals wiederholt:

Und ich mache dich zum Licht der Nationen, blinde Augen aufzutun, um Gefangene herauszuführen und aus dem Gefängnis, die in der Finsternis sitzen.

Jes 42,6 Ich, der HERR, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand. Und ich behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen, 42,7 blinde Augen aufzutun, um Gefangene aus dem Kerker herauszuführen und aus dem Gefängnis, die in der Finsternis sitzen. Jes 42, 6- 7;

So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, daß mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.

Jes 49,5 Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an für sich zum Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen und damit Israel zu ihm gesammelt werde – und ich bin geehrt in den Augen des HERRN, und mein Gott ist meine Stärke geworden –, 49,6 ja, er spricht: Es ist zu wenig, daß du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, daß mein Heil reiche bis an die Enden der Erde. 49,7 So spricht der HERR, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem ganz und gar Verachteten, zu dem Verabscheuten der Nation, zu dem Knecht der Herrscher: Könige werden es sehen und aufstehen, auch Oberste, und sie werden sich niederwerfen um des HERRN willen, der treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich erwählt hat. Jes 49, 5- 7;


Aber neben all diesen Aussagen haben vor allem auch die Ereignisse an diesem damaligen Pessach beim Tod Jesu den Nachweis erbracht, dass Jesus der verheißene Knecht Gottes war. So sagt Jesaja weiter oben, in Jes 53,7;

Jes 53,7 Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf. Jes 53, 7;


Der Evangelist Matthäus bestätigt diese alttestamentliche Prophezeiung beim Verhör durch den Hohepriester Kaiphas, wo die Mitglieder des Sanhedrin dem Herrn ins Angesicht spien und mit den Fäusten ins Gesicht schlugen. Auch beim Verhör durch Pilatus, bei dem Jesus stumm blieb und schwieg, hat ihn Pilatus geißeln lassen.

Dann spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; einige aber schlugen ihn ins Gesicht.

Mt 26,65 Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert. Was brauchen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. 26,66 Was meint ihr? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. 26,67 Dann spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; einige aber schlugen ihn ins Gesicht 26,68 und sprachen: Weissage uns, Christus, wer ist es, der dich schlug? Mt 26,65-68;

Und er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, so daß der Statthalter sich sehr wunderte.

Mt 27,11 Jesus aber wurde dem Statthalter vorgeführt. Und der Statthalter fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst es. 27,12 Und als er von den Hohenpriestern und den Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts. 27,13 Da spricht Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie vieles sie gegen dich vorbringen? 27,14 Und er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, so daß der Statthalter sich sehr wunderte. Mt 27,11-14;


Nach der Anklage durch die Hohenpriester und der Verurteilung durch Pilatus wurde Jesus gekreuzigt und starb am Kreuz in der neunten Stunde – also um 15 Uhr.

Um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und gab den Geist auf.

Mt 27,45 Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde; 27,46 um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Eli, Eli, lemá sabachtháni? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 27,47 Als aber einige von den Umstehenden es hörten, sagten sie: Der ruft den Elia. 27,48 Und sogleich lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. 27,49 Die übrigen aber sagten: Halt, laßt uns sehen, ob Elia kommt, ihn zu retten! 27,50 Jesus aber schrie wieder mit lauter Stimme und gab den Geist auf. Mt 27,45-50;


Wenn wir uns nun das Gebot Gottes zur Schlachtung des Pessachlammes in 2Mo 12,6 ansehen, heißt es dort, dass das Lamm am 14. Nissan „zwischen den zwei Abenden”  geschlachtet werden soll. Das ist also die Zeit zwischen dem ersten Abend, nach Beginn des Tages beim Sonnenuntergang (18 Uhr) bis zum völligen Eintritt der Nacht und dem zweiten Abend, an unserem heutigen nächsten Tag, vom Niedergang der Sonne (15 Uhr) bis zum Sonnenuntergang um 18 Uhr. Und genau am Ende dieser Zeit zwischen diesen beiden Abenden, um die neunte Stunde – 15 Uhr, trat der Tod Jesu ein. Dieses Lamm Gottes wurde also unter Beachtung aller Vorschriften gemäß dem mosaischen Ritus als gottgefälliges Opfer ohne Fehler dargebracht.

Auch eine weitere alttestamentliche Prophezeiung fand beim Tod Jesu ihre Erfüllung. In Jes 53,9 wird prophezeit, dass der Knecht Gottes bei Gottlosen sein Grab fand und in seinem Tod bei einem Reichen sein wird.

Jes 53,9 Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab, aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod, weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Mund gewesen ist. Jes 53, 9;


Auch diese Prophezeiung hat sich nach dem Bericht des Matthäus erfüllt:

Ein reicher Mann von Arimathäa, mit Namen Josef, legte ihn in seine neue Gruft.

Mt 27,57 Als es aber Abend geworden war, kam ein reicher Mann von Arimathäa, mit Namen Josef, der selbst auch ein Jünger Jesu war. 27,58 Dieser ging hin zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, den Leib zu übergeben. 27,59 Und Josef nahm den Leib und wickelte ihn in ein reines Leinentuch 27,60 und legte ihn in seine neue Gruft, die er in den Felsen ausgehauen hatte; und er wälzte einen großen Stein an die Tür der Gruft und ging weg. Mt 27,57-60;


Als Jesus am Kreuz unter Verbrechern gestorben war, hat ein reicher Ratsherr, Josef von Arimathäa, bei Pilatus die Erlaubnis eingeholt, ihn vom Kreuz nehmen und bestatten zu dürfen. Er ließ ihn dann in eine neue, von ihm erworbene Gruft bringen und aus Zeitmangel nur provisorisch bestatten, um dann nach den beiden Sabbaten eine rituskonforme Grablegung nachzuholen.

(Siehe auch Diskurs 87: „Das Turiner Grabtuch – die Woche der Kreuzigung.”)


Nun gibt es sicherlich noch mehr alttestamentliche Prophezeiungen, welche man hier anführen könnte (1Mo 22,1-2; 4Mo 21,7-9; Jh 3,14-17; Dan 9,26 etc.), doch sollten hier ja nur die wichtigsten Zusammenhänge aufgezeigt werden.

Die wichtigsten und deutlichsten Aussagen über den Sohn Gottes haben wir aber naturgemäß im Neuen Testament. Bei der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer, öffneten sich die Himmel und die Stimme Gottes bekannte sich öffentlich zu seinem Sohn:

Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.

Mt 3,17 Und siehe, eine Stimme kommt aus den Himmeln, welche spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Mt 3,17;


Und auch bei der Verklärung Jesu, als er mit Petrus und dem Apostel Johannes auf einen Berg stieg, wo vor den Augen der beiden Jünger Mose und Elia erschienen und mit Jesus redeten, kam die Stimme Gottes aus dem Himmel und bestätigte erneut:

Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Ihn hört!

Mt 17,5 Während er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme kam aus der Wolke, welche sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Ihn hört! 17,6 Und als die Jünger es hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Mt 17, 5- 6;


Und hier scheint es wichtig, daran zu erinnern, dass beide Bestätigungen des Sohnes durch den Vater an die Juden gerichtet waren. Nämlich einmal an Johannes dem Täufer und dann an Petrus und dem Apostel Johannes. Jene Stimme, welche Jesus hier zwei Mal als seinen geliebten Sohn bezeugt hat, ist dieselbe Stimme, welche in 5Mo 27,9 Israel als sein Volk bezeichnet hatte.

Und der Vater, der mich gesandt hat, er selbst hat Zeugnis von mir gegeben.

Jh 5,37 Und der Vater, der mich gesandt hat, er selbst hat Zeugnis von mir gegeben. Ihr habt weder jemals seine Stimme gehört, noch seine Gestalt gesehen, 5,38 und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch; denn dem, den er gesandt hat, dem glaubt ihr nicht. Jh 5,37-38;


Wenn also die Juden heute behaupten, Jesus sei nicht der Sohn Gottes, kann auch Israel nicht das Volk Gottes sein.

Die Konsequenzen für Israel.

Nach dieser biblischen Beweisführung, dass Jesus von Nazareth der Messias der Juden und der Sohn Gottes gewesen ist, sollen nun  hier kurz die Konsequenzen aufgezeigt werden, welche seine Zurückweisung, Verurteilung und Auslieferung zur Kreuzigung durch die Juden zur Folge hatten.

In erster Linie ist natürlich die biblische Konsequenz anzuführen, dass durch die Abweisung des Messias die alttestamentliche Verheißung der Errettung Israels durch seinen Messias nicht zum Tragen kommen konnte. Die Israeliten haben sich sozusagen selbst das Wasser abgegraben. Aber wie wir gleich sehen werden, war das noch das kleinere Übel.

Andererseits wurde aber dieser Niedergang des Volkes Gottes aus den Juden zu einem Aufstieg eines anderen Volkes: des Volkes Gottes aus den Heiden, den Christen. Wenn Israel seinen Messias nicht abgelehnt hätte, hätte es keine christliche Religion gegeben und keine Errettung aus Gnade.

Doch Israel selbst hat damals durch die Zurückweisung des Sohnes auch seinen Gott verloren und wurde von Gott verworfen. Somit sind die Israeliten seit fast zweitausend Jahren ein Volk ohne Gott. Sie sind Gott-los. Das war auch der Grund, warum – nach der Prophezeiung Jesu in (Mt 24,1-2) – Jerusalem und der Tempel von den Römern im Jahre 70 verwüstet worden ist und das Volk Israel später aus seinem Land vertrieben wurde.

Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht.

1Jh 2,23 Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 1Jh 2,23;

Jh 15,23 Wer mich haßt, haßt auch meinen Vater. Jh 15,23;

Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Jh 14, 6;


Damit ergibt sich aber für Israel ein weiteres schwerwiegendes Problem. Wie uns das ganze Alte Testament sagt, ist jedes Vergehen gegen die Gebote Gottes Sünde und wird von Gott mit dem Tod des Sünders bestraft. Den Israeliten hat ihr Gott allerdings in der alttestamentlichen Zeit die Möglichkeit eröffnet, ihre Sünden durch ein Tieropfer (3Mo 4 und 5;) vergeben zu bekommen. Um diese Tieropfer jedoch rituskonform – und somit "rechtswirksam" – darzubringen, ist es nach den Gesetzen der Torah zwingend erforderlich, dass sie auf dem Brandopferaltar im Tempel in Jerusalem geopfert werden.

Nun haben aber die Israelis sei dieser Zeit damals weder einen Tempel noch einen Opferaltar in Jerusalem. Sie haben also auch aus diesem Grund seit fast zweitausend Jahren keine Möglichkeit, ihre Sünden von Gott vergeben zu bekommen. Und genau das hat ihnen der Sohn Gottes bereits zu seinen Lebzeiten prophezeit:

Wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es (der Messias) bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.

Jh 8,22 Da sagten die Juden: Er will sich doch nicht selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen? 8,23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 8,24 Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben. Jh 8,22-24;


Die Aussage „ihr werdet in euren Sünden sterben” hat jedoch eine fatale Konsequenz: die Juden haben damals nicht gewusst – und wollen es leider bis heute nicht wissen, weil sie das Neue Testament ablehnen und nicht lesen –, dass sie mit ihrem Messias nicht nur den Sohn Gottes, sondern gleichzeitig auch den Richter der ganzen Welt abgewiesen und zum Tod am Kreuz ausgeliefert haben. Beim Letzten Gericht, am Ende der Welt, wird nicht der Ewige, sondern sein Sohn am Richtthron sitzen und in absoluter Gerechtigkeit richten.

Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben.

Jh 5,22 Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben, 5,23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. 5,24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen. Jh 5,22-24;


Und er wird diesen unbekehrten Israeliten sagen: „Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!”. Denn sie haben nicht nur den geringsten seiner Christenbrüder abgelehnt, sondern haben den höchsten Richter selbst verurteilt und hingerichtet.

Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!

Mt 25,40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan. 25,41 Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Mt 25,40-41;


Der Grund für dieses halsstarrige Verhalten der Juden liegt zum Teil auch in ihren Heiligen Schriften (Talmud, Gemara). Da gibt es Tausende von Auslegungen von Hunderten von Rabbinern. Sie deuten die Schrift u.a. mithilfe der Kabbalistik, der Gematrie und was es sonst noch an unsinnigen Methoden gibt, die Bibel auszulegen, anstatt sie auf die einfachste und einzig richtige Art zu interpretieren: nämlich Schrift mit Schrift auszulegen. So hat das auch Paulus aus Tarsus vor fast zweitausend Jahren in seinem Brief an die Christen in Korinth getan. Und wie Paulus in diesem Brief geschrieben hat, haben die Juden eine Decke auf ihrem Herzen, wenn sie die fünf Bücher Mose lesen.

Aber bis heute, sooft Mose gelesen wird, liegt eine Decke auf ihrem Herzen.

2Kor 3,15 Aber bis heute, sooft Mose gelesen wird, liegt eine Decke auf ihrem Herzen. 3,16 Dann aber, wenn es sich zum Herrn wendet, wird die Decke weggenommen. 2Kor 3,15-16;


Und so ist es bis heute, denn diese Decke wird erst dann weggenommen, wenn sie sich zu Jesus Christus bekehren. Daher muss man dem Aufruf in der Replik des Besuchers: „Höre Israel: Der Ewige hat keinen Sohn!” als rechtgläubiger Christ entgegenhalten: „Wach auf Israel! Dein Gott hat dich verlassen”.

Nachdem sich also alle diese Prophezeiungen der Schrift erfüllen müssen, kann sich Israel als Volk erst nach der Wiederkunft seines Messias, unseres Herrn Jesus Christus, wieder zu seinem Gott bekehren. Erst wenn sie zum wiedergekommenen Sohn Gottes sagen werden: „Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn!” und „auf ihn blicken und bitter über den weinen werden, den sie am Kreuz durchbohrt haben” (Sach 12,10; Off 1,7), hat sich das Schicksal Jakobs gewendet und der Überrest Israels wird wieder mit seinem Gott versöhnt sein. Sie werden im Tausendjährigen Friedensreich ihres Messias mit dem von Gott wiedererweckten König David (Jer 30,8-9; Hes 34,23; Hos 3,4-5) als "Haupt der Nationen" (Jer 31,7; 2Sam 22,44; Ps 18,44) einer herrlichen Zukunft entgegen gehen.

Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!»

Mt 23,32 Und ihr, macht nur das Maß eurer Väter voll! 23,33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? 23,34 Deswegen siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt 23,35 damit über euch komme alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wurde, von dem Blut Abels, des Gerechten, bis zu dem Blut Secharjas, des Sohnes Berechjas, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar ermordet habt.

23,36 Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen. 23,37 Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! 23,38 Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen; 23,39 denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!» Mt 23,32-39;


Doch auch wenn Israel als Volk bis zum Kommen des Herrn seine Schuld nicht einsehen, sie nicht bekennen und daher auch nicht umkehren wird, hat Gott ihnen in seiner Gnade dennoch eine Alternative gelassen. Wie jeder andere Mensch auf dieser Welt, kann auch jeder einzelne Israeli diesen Fluch für sich und seine Familie abwenden und mit einem einzigen Schritt schon heute wieder die Segnungen seines Gottes empfangen. Nämlich mit dem Schritt zum Glauben an Jesus Christus und zum Glauben daran, dass damals, vor fast zweitausend Jahren, der Tod des Herrn bei diesem Pessachfest ihrer Vorfahren das stellvertretende Opfer auch für ihre Sünden gewesen ist. Dann wird ihnen Gott ihre Sünden vergeben und dann wird auch diese Decke von ihren Herzen weggenommen und sie werden die Worte des Mose endlich richtig verstehen.

Nun weiß ich schon, dass alle Argumentation, Erklärung und Analyse überhaupt nichts nützt und keine Wirkung hat, wenn der Angesprochene nicht auch von sich aus den Wunsch hat, die Wahrheit über Gott und sein Handeln zu erkennen. Und nachdem die Israeliten, wie Paulus schreibt, eine Decke vor ihrem Herzen haben, wenn sie Mose lesen, ist es sicher nicht einfach, mit diesen Erkenntnissen durchzudringen. Doch wenn es in der Schrift heißt, dass sich die Engel Gottes im Himmel mehr über einen Sünder freuen, der Buße tut, als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen (Lk 15,7-10), werden sich die Engel mit Sicherheit über einen Juden der sich bekehrt mehr freuen, als über 99 bekehrte Heiden.

Man möge mich hier bitte nicht falsch verstehen. Ich möchte nicht um jeden Preis einen Juden zum Christentum bekehren! Ganz einfach deshalb, weil das gar nicht möglich ist. Es ist eine der Grundvoraussetzungen des christlichen Glaubens, dass jeder Mensch selbst entscheiden muss, ob er an den Sohn Gottes glauben will. Und an diesem Glauben muss dann auch ein Leben lang festgehalten werden (Hbr 3,6 6,4-6). Es gibt keinen "wiedergeborenen" Christen, der "nicht verlorengehen" kann. Das ist ein frommes Märchen! –

Was ich versuchen möchte, ist, den Menschen vor Augen zu führen, dass es die Realität ist – die Realität damals und jene von heute –, welche diesen Weg als den einzig richtigen erscheinen lässt. Es gibt für Juden ebenso wie für alle anderen Menschen bis zur Wiederkunft des Herrn keine andere Alternative, als den Glauben an die Rettung aus Gnade durch Jesus Christus anzunehmen.

(Siehe auch Diskurs 85: „Die echte und die falsche Wiedergeburt.”)


Dabei geht es wohlgemerkt nicht darum, "ewiges Leben" zu erhalten. Jeder Mensch ist von Gott für ein ewiges Leben – eine ewige Existenz -  geschaffen worden und hat bereits seit seiner Geburt ewiges Leben. Es geht vielmehr darum, wo wir nach unserer Auferstehung dieses ewige Leben verbringen werden: bei Gott, in seiner Liebe und Geborgenheit oder auf ewige Zeiten ferne von Gott, mit Heulen und Zähneknirschen aus Wut darüber, weil wir die einzige Möglichkeit zur Errettung aus dieser Situation zu unseren Lebzeiten verworfen haben und nun nie mehr nachholen können (Mt 8,11-12; Lk 13,26-28).

(Siehe auch Diskurs 96: „Warum glauben?”)


Daher kann man dem aufrichtigen Juden, der Gott tatsächlich liebt mit seinem ganzen Herzen und mit seiner ganzen Seele und mit seiner ganzen Kraft, nur raten: geben Sie Ihrem Herzen einen Stoß und gehen Sie in einen Raum, in welchem Sie die nächste halbe Stunde ungestört sind und sprechen Sie dort in Ihrem Geist mit dem Ewigen, Ihrem Gott und bitten Sie ihn, dass er Ihnen Weisheit und Erkenntnis geben möge, damit Sie die Wahrheit – die echte Wahrheit – erkennen. Ich bin überzeugt, wenn Sie das mit wirklich aufrichtigem Herzen tun, werden sich die Engel bald über einen weiteren Bekehrten aus dem Volk Israel freuen können.

Übrigens: im Glaubensbekenntnis der Juden in 5Mo/Deut 6,4: „Höre Israel, der Ewige (JHWH) ist unser Gott, der Ewige allein” steht das hebräische Wort für „Gott” (Elohim) im Ausdruck „JHWH, unser Gott” in der Mehrzahl, so dass die Übersetzung wörtlich „JHWH, unsere Götter” heißt. Eine sehr gute Analyse dieses Hintergrunds findet sich bei  http://www.amzi.org/html/schma_israel.html

(Siehe auch Diskurs 1072: „Ist die Dreieinigkeit nur ein Handeln Gottes in drei Personen?”)


Israel im Lichte der Bibel.


Nach dem Alten Testament

Gott hat sein Erbarmen vom Haus Israel völlig weggenommen (Hos 1,6). Sie sind nicht mehr sein Volk (Hos 1,9). Nur das Haus Juda wird der Herr retten. Doch nicht durch Krieg, sondern durch seinen Geist (Hos 1,7). Erst im Millennium, wenn der Sohn Gottes seine tausendjährige Herrschaft auf Erden angetreten hat, (Hos 2,1.20; Hes 34,25; Jes 2,4) wird sie der Herr wieder als sein Volk annehmen (Hos 2,25; Jer 31,27-28).

Nach dem Neuen Testament

Es ist Gottes Wille, dass wir auf seinen Sohn hören (Mt 17,5). Dieser Sohn Gottes hat uns gesagt, dass jeder, der ihn verwirft, auch Gott verwirft (1Jh 2,23; Lk 10,16; Jh 5,22-23.15,23). Das heutige Volk Israel leugnet den Sohn Gottes und beschimpft ihn als Betrüger und Gotteslästerer. Durch diese Leugnung des Sohnes hat Israel auch den Vater verworfen und ist somit ein Gott-loses Volk. (Jh 8,24)


Die "Israelfreunde" in den christlichen Gemeinden verkaufen daher ihr Erstgeburtsrecht als Jünger Christi gegen das Linsengericht eines Erfüllungsgehilfen von gottlosen Betrügern. - Es gibt für Israel keine geistliche Umkehr zu ihrem Gott und keine gottgewollte Rückkehr in ihr Land, es sei denn, sie bekehren sich zu Jesus Christus!! (Mt 23,38-39; Gal 5,4) - (Siehe auch Diskurs 111)




Die "Israelbewegung" in den christlichen Gemeinden. / -  Der christlich-evangelikale Zionismus. 1. Teil, Diskurs 101

Der "Mitternachtsruf" - ein Ruf in die falsche Richtung? /     Diskurs 1011

Die Bibelzitate der „Israelfreunde” in der Bibel nachgeschlagen. /   2. Teil, Diskurs 1012

Bericht aus dem Lager der Israelbewegung. /   3. Teil, Diskurs 1013

Die jüdische Anti-Diffamations-Liga schreibt das Neue Testament um. /   4. Teil, Diskurs 1014

Die Staatsgründung Israels 1948: Im Alten Testament prophezeit! /   6. Teil, Diskurs 1016