Diskurs 106 - Die falschen Lehren in den christlichen Gemeinden.




Gibt Jesus Offenbarungen von der Hölle? / Kommentar Klaus Hildebert 00, 2008-12-30

Götzenanbetung und Totenkult.

Sind die verstorbenen Christen bereits im Himmel?

Ist die christliche Gemeinde die Braut Christi?

Sind die 144000 Versiegelten die christliche Gemeinde?

Erfolgt die Entrückung der Gemeinde bei der Ersten Auferstehung?

Die Allgemeine Auferstehung am Ende der Welt: nur für Gottlose?

Das Schicksal der Verfluchten: ewige Qual oder Auflösung?

Wird die Gemeinde noch vor der Großen Trübsal entrückt?

Gibt es "wiedergeborene" Christen?

Kann ein "Wiedergeborener" nicht mehr verloren gehen?

Die unendliche Liebe Gottes.

Ist der Heilige Geist bleibend im Gläubigen? / Kommentar B. Bollmeyer 00, 2005-07-12

Die Allversöhnungslehre: Ausweg oder Irrweg?   -    Diskurs 11



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Gibt Jesus Offenbarungen von der Hölle? / Kommentar KH 00, 2008-12-30)

Mit großem Interesse habe ich Ihre Ausführungen auf Immanuel.at gelesen. Ich gratuliere Ihnen zu ihrer einmaligen, detaillierten und fundierten Sichtweise zu den Inhalten der biblischen Schriften. Sie haben sich wirklich viel Mühe gegeben und einen solchen Aufwand und eine solche Bibelfestigkeit findet man selten.

Mein Anliegen, weshalb ich Ihnen schreibe, ist folgendes: Ich habe im Internet eine Seite gefunden, auf der Christen von göttlichen Erlebnissen berichten, die ihnen angeblich zugestoßen sind. Die deutschen Texte auf der Seite finden sich unter www.spiritlessons.com/german/index.htm.

Meine besondere Aufmerksamkeit erhielten hierbei die Berichte, in denen besagte Christen behaupten, von Gott die Hölle gezeigt bekommen zu haben.


Einige Beispiele:
Hier berichten sieben Jugendliche davon, wie Jesus mit ihnen durch die Tiefen der Hölle gelaufen ist und ihnen die Verlorenen und ihre Pein gezeigt hat:
www.spiritlessons.com/Documents/7_Jovenes/German_7_Youths_Hell_Offenbarungen_uber_die_Holle.htm

Ein ähnlicher Bericht findet sich bei dieser Frau, die ebenfalls, so sagt sie, mehrere Male die Hölle gezeigt bekam, um darüber zu berichten:
www.spiritlessons.com/Documents/Eine göttliche Offenbarung der Hölle

Der folgende Mann war eigenen Angaben nach nicht nur ein Besucher, sondern auch ein Leidender in der Hölle:
www.spiritlessons.com/Documents/Bill_Wiese_23_Minutes_In_Hell/Bill_Wiese_German.htm



Ich frage Sie nun, als jemand, der sich ja ganz offensichtlich gut mit der Materie auskennt: Was ist von solchen Berichten zu halten? Sind es Wahnvorstellungen, Lügen oder wahrhaftige Offenbarungen? Woran kann man erkennen, ob diese Berichte real sind oder nicht? Und wenn sie nicht real, sondern nur erlogen sind: Wieso tun Christen so etwas, wo sie doch genau wissen, dass Gott Lügen und Verfälschen seiner Lehre hasst?

Sprüche 6
16 Diese sechs Dinge haßt der HERR, diese sieben sind ihm ein Greuel:
17 stolze Augen, falsche Zunge, Hände, die unschuldiges Blut vergießen,
18 ein Herz, das arge Ränke schmiedet, Füße, die behende sind, Schaden zu tun,
19 ein falscher Zeuge, der frech Lügen redet, und wer Hader zwischen Brüdern anrichtet.

Offenbarung 22
18 Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch geschrieben stehen.

Klaus Hildebert



Vielen Dank für Ihren Besuch bei Immanuel.at und Ihre freundlichen Worte. Ihr Kommentar weist auf eine Erscheinung hin, welche tatsächlich - insbesondere in den US- und südamerikanischen Staaten - eines der großen Probleme in den christlichen Gemeinden unserer Zeit ist. Nämlich, dass immer wieder von Offenbarungen berichtet wird, welche angeblich der Herr Jesus selbst den Leuten gegeben hätte und sie dann beauftragt hat, diese Visionen unter den Menschen zu verbreiten.

Nachdem es sich dabei in vielen Fällen auch um biblisch durchaus bewanderte Erzähler handelt, ist es besonders für Zeitgenossen mit weniger Bibelkenntnis eher schwierig, die anscheinend schriftkonforme Argumentation zu überprüfen und festzustellen, ob es sich dabei um fundierte Exegese handelt oder ob in der sogenannten "Steinbruchmethode" einzelne Verse und Abschnitte herausgegriffen und zu einer neuen "Geschichte" zusammengesetzt wurden.

Und weil nun die genaue Überprüfung und Beurteilung derartiger Aussagen eine relativ zeitaufwendige Aufgabe darstellt, machen es sich manche Kommentatoren leicht und behaupten ganz einfach, dass dies alles falsch sei, ohne jedoch einen konkreten Schriftbeweis anzuführen. Damit sind sie aber nicht besser als diese "Erzähler" und können von diesen jederzeit mit dem Argument relativiert werden, dass sie ja die Aussagen nicht widerlegen konnten.

Wir wollen daher den korrekten, wenn auch mühsameren Weg gehen und versuchen diese Leute dort zu überprüfen, wo sie am ehesten zu widerlegen sind. Das sind einerseits ihre Zitate von Bibelstellen, sofern sie welche anführen, und andererseits - was bei derartigen Berichten sehr häufig vorkommt und schon fast ein Zeichen für eine Fälschung ist -, dass der Herr Jesus selbst mit ihnen gesprochen hätte. Wir kennen den Duktus des Herrn - also die charakteristische Art wie er gesprochen hat - aus der Bibel, und können durchaus erkennen, wenn jemand, der dieser Diktion nicht mächtig ist, versucht ihm Texte unterzuschieben. 


"Offenbarungen über Himmel und Hölle" die sieben Jugendlichen gegeben wurden.

Auf der ersten von Ihnen zitierten Website sind es sieben kolumbianische Jugendliche (ähnlich den drei Kindern von Fatima?), welchen Jesus Christus u.a. auch die Hölle gezeigt haben soll und wo es ziemlich am Beginn heißt:

"Inmitten des Lichtes sahen wir eine Menge Engel die weiß gekleidet waren. Diese Engel waren wundervoll, groß und sehr gut aussehend. In ihrer Mitte sahen wir etwas Erstaunliches - die Gestalt eines Menschen. Er sah besonders aus - ein Mensch, der einen sehr weißen Mantel und ebensolche Gewänder trug. (…)
Er sprach in einfachen, aber sehr machtvollen Worten, zu uns. Folgende, hörbare Worte sagte Er zu uns: ,Meine lieben Kinder, fürchtet euch nicht, Ich bin Jesus von Nazareth; und Ich bin deshalb zu euch gekommen, um euch Geheimnisse zu zeigen, die ihr dann Nationen, Städten, Gemeinden und allerorts mitteilen sollt. Wohin Ich euch sage, dass ihr gehen sollt, werdet ihr gehen - und wohin Ich euch sage, dass ihr nicht gehen sollt, werdet ihr nicht gehen.' (…) Wir konnten jedoch sehen, dass Er eine goldene Schärpe über der Brust trug, auf der mit goldenen Buchstaben stand: ,König der Könige und Herr aller Herren.'"


Zum Einen wäre zu bemerken, dass die meisten gläubigen Christen, wenn sie eine derartige Erscheinung hätten, so beeindruckt und perplex wären, dass sie wohl kaum auf das "gute Aussehen" dieser Engel achten würden. Aber alleine schon der Umstand, dass diese Leute dem Aussehen von Engeln so große Beachtung beimessen, lässt erkennen, dass sie kaum gläubig-geistlich sondern eher weltlich-optisch orientiert sind. Des Weiteren die Gestalt des Menschen in ihrer Mitte: wenn dieser Mensch tatsächlich einen Mantel trug, wäre es eher schwierig gewesen, die Farbe seiner Gewänder - die er ja darunter tragen musste - zu erkennen. Und schließlich ist es ziemlich offensichtlich, dass hier "Anleihen" aus der Offenbarung zu erkennen sind.

Inmitten der Leuchter einen gleich einem Menschensohn, bekleidet mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewand.

Off 1,12 Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete, und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, 1,13 und inmitten der Leuchter einen gleich einem Menschensohn, bekleidet mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewand und an der Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel; 1,14 sein Haupt aber und die Haare waren weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme. Off 1,12-14;


Es ist aber auch eher seltsam, dass sich der Herr hier mit "Ich bin Jesus von Nazareth" vorstellt. Er hat sich selbst nie "Jesus von Nazareth" genannt, sondern Menschensohn. Und insbesondere in der Ewigkeit - von wo aus dieses Gespräch ja geführt wird - ist es völlig irrelevant, dass er aus Nazareth kam. Seit seiner Auferstehung ist er Sohn Gottes und allen gläubigen Christen als solcher bekannt.

Und dann heißt es weiter:

"Die Heilige Schrift, das Wort Gottes, sagt in Joel 3:1: ,Und danach wird es geschehen, dass Ich Meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch. Und eure Söhne und Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben, eure jungen Männer werden Gesichte sehen.' Das sind die Zeichen, die Gott für jeden vorbereitet hat."


Und damit soll offensichtlich mit einem aus dem Zusammengang gerissenen Vers aus der Schrift bewiesen werden, dass auf diese Leute jetzt der Heilige Geist ausgegossen wurde und sie nun weissagen können. Daraus ist aber nicht nur der Versuch zu erkennen, diese Bibelstelle für ihre Zwecke zu missbrauchen, sondern auch und insbesondere, dass diese Leute von der Bedeutung des Textes, welchen sie hier zitieren, keine Ahnung haben. Wer den Kontext liest, erkennt, dass sich diese Aussagen des Propheten Joel nicht auf diese sieben kolumbianischen Jugendlichen und auf unsere heutige Zeit beziehen, sondern auf das Volk Israel und sich erst in der Zeit des Tausendjährigen Reichs auf Erden realisieren werden.

Und ihr werdet erkennen, daß ich in Israels Mitte bin und daß ich, der HERR, euer Gott bin und keiner sonst.

Joel 2,23 Und ihr, Söhne Zions, jubelt und freut euch im HERRN, eurem Gott! Denn er gibt euch den Frühregen nach dem Maß der Gerechtigkeit, und er läßt euch Regen herabkommen: Frühregen und Spätregen wie früher. 2,24 Und die Tennen werden voll Getreide sein und die Kelterkufen überfließen von Most und Öl. 2,25 Und ich werde euch die Jahre erstatten, die die Heuschrecke, der Abfresser und der Vertilger und der Nager gefressen haben, mein großes Heer, das ich gegen euch gesandt habe. 2,26 Und ihr werdet genug essen und satt werden und werdet den Namen des HERRN, eures Gottes, loben, der Wunderbares an euch getan hat. Und mein Volk soll nie mehr zuschanden werden 2,27 Und ihr werdet erkennen, daß ich in Israels Mitte bin und daß ich, der HERR, euer Gott bin und keiner sonst. Und mein Volk soll nie mehr zuschanden werden. Joel 2,23-27;


Und erst dann spricht Joel die oben zitierten Verheißungen aus:

Joel 3,1 Und danach wird es geschehen, daß ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch. Und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben, eure jungen Männer werden Gesichte sehen. Joel 3,1;


Weiter unten berichten diese Jugendlichen dann von einem Mann in der Hölle, der zu Jesus um Erbarmen flehte:

"Der Mann streckte seine dürre Hand zum Herrn aus und fing an zu weinen, indem er sagte: "Herr, hab Erbarmen mit mir! Bitte, erbarme Dich meiner! Es tut so weh! Ich brenne! Bitte, erbarme Dich meiner und hole mich hier raus!" Der Herr sah ihn voller Mitleid an - und plötzlich fühlte ich etwas Warmes in meiner Hand. Ich sah hin und erblickte Blut das Blut Jesu! Das Blut kam aus Seiner Hand, während er auf den leidenden Mann sah, der von Flammen eingehüllt war."


Das ist nun ein ziemlich eindeutiger Beweis dafür, dass wir es hier mit ganz unverschämten Lügen zu tun haben. Unser Herr Jesus Christus ist seit 2000 Jahren beim Vater im Himmel. Er ist damals auferstanden und hat einen Auferstehungsleib (Geistleib), welcher aus Geist und nicht aus Fleisch und Blut ist (Jh 6,63) 1Kor 15,50).

Christus, zwar getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.

1Ptr 3,18 Denn es hat auch Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe, zwar getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. 3,19 In diesem ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt. 1Ptr, 3,18-19;


Daher kann auch nicht Blut aus seiner Hand fließen, weil Jesus nicht mehr Fleisch und Blut, sondern Geist ist. Auch fleht dieser angebliche Mann in der Hölle zu Jesus um Erbarmen, aber von Reue, Buße und Umkehr ist in dem gesamten Text keine Rede. Wie denn auch, diese Leute wollen mit ihren Lügen und Betrügereien nur berühmt werden. Bekehren - sich selbst oder andere - wollen sie nicht.

(Siehe auch Exkurs 07: Der Auferstehungsleib


Die Schilderung: "und plötzlich fühlte ich etwas Warmes in meiner Hand. Ich sah hin und erblickte Blut das Blut Jesu! Das Blut kam aus Seiner Hand" ist ebenso falsch, wie alle jene Darstellungen des Gekreuzigten, welche die Nägelmale in seinen Handflächen zeigen. Wie archäologische Funde zeigen, wurden bei der Kreuzigung durch die Römer nicht die Handflächen, sondern die Handgelenke durchbohrt. Daran sind auch alle katholischen "Heiligen" zu überführen, welche ihre Stigmatisation auf ein Wirken des Heiligen Geistes zurückführen wollen, der sie mit den Wundmalen Jesu in den Handflächen "segnete". Tatsächlich bestreichen sie - wie etwa Padre Pio von Pietrelcina in Italien - ihre Handflächen mit Säure, um dann ein blutendes Stigmata vorzutäuschen.

Padre Pios kleines Geheimnis

Aus Anlaß des 40. Todestages von Pade Pio - inzwischen der Heilige Pio von Pietralcina - wird z.Z. sein Leichnam in einem Glas-Sarg in seinem Kloster San Giovanni Rotondo in Puglia, Süditalien, ausgestellt. 700,000 Pilger haben vorgebucht, um einen Blick auf den Heiligen zu werfen, der - wie er behauptete - die blutenden Wunden Jesu trug. Die Pilger könnten enttäuscht sein: von den berühmten Stigmata an seinen Händen und Füßen ist keine Spur mehr zu sehen, obwohl seine Haut noch intakt ist. 

Padre Pio hatte ein kleines Geheimnis. Er pflegte seine heiligen Wunden selbst zu kreieren - mit Karbol-Säure. Er war ein "unwissender und zur Selbstverstümmelung neigender Psychopath, der die Gutgläubigkeit der Leute ausnutzte", sagt der Gründer von Roms Katholischem Universitätskrankenhaus. Der Historiker Sergio Luzzatto kam Padre Pio im vergangenen Jahr auf die Schliche. Seine Forschung stützte sich auf ein Dokument, das er im Vatikan-Archiv fand. Es war die Zeugenaussage einer Apothekerin von San Giovanni Rotondo, von der der Padre Säure bezogen hatte.

Er hatte ihr eröffnet, daß er diese zur Sterilisierung von Nadeln brauchte und sie zum Stillschweigen darüber verpflichtet. Während des Prozesses seiner Beatifikation war dieses Dokument geprüft, aber zurückgewiesen worden. Der Vatikan war offenbar nicht geneigt, sich ein großartiges Wunder verderben zu lassen. Im übrigen war der damals amtierende Papst Johannes Paul II in seinen jungen Jahren selbst unter den Pilgern gewesen, die den langen Weg nach Puglia wanderten, um Padre Pios Segen zu empfangen.

Padre Pio


(Quelle: RATIONALIST INTERNATIONAL)



Eine "göttliche Offenbarung der Hölle"

Auf der zweiten der von Ihnen zitierten drei Websites präsentiert die Autorin gleich zu Beginn ihre Berufung durch Jesus höchstpersönlich:

"An Kathryn von Jesus

Für diesen Auftrag bist du geboren, um aufzuschreiben und weiter zu sagen, was Ich dir zeigen und mitteilen werde. Weil diese Dinge wahr sind. Dein Ruf ist es, die Welt wissen zu lassen, dass es eine Hölle gibt und dass Ich, Jesus Christus, von Gott gesandt wurde, um die Menschen vor diesem Horror zu retten."


Auch hier erkennen wir an der Art, wie der Herr sich angeblich selbst vorstellt: "Ich, Jesus Christus", dass diese Aussage nicht vom Herrn kommen kann. Er hat sich zu seinen Lebzeiten nie selbst so bezeichnet und nun, da er zur Rechten des Vaters im Himmel herrscht, wird er sich noch viel weniger so nennen. Fortan ist er im Himmel und auf Erden Sohn Gottes. Hier wird eine Offenbarung des Herrn wie ein Jausensgespräch dargestellt. Doch Gott - und auch Gottes Sohn - ist Geist und jeder Mensch, an den er sich richtet, weiß sofort im Geist, wer er ist und muss nicht erst darauf hingewiesen werden, wer da spricht. Und es ist auch fraglich, ob der Herr in einer Offenbarung den Terminus "Horror" verwenden würde, oder ob das nicht dem Sprachschatz einer auf derartige Sprachbilder fixierten "Illusionistin" entspringt.

Sie schreibt dann weiter in ihrem Buch "A Divine Revelation of Hell" (Eine göttliche Offenbarung der Hölle) - in welchem sie übrigens ohne jede Bibelstelle auskommt -, dass sie der Herr 30 Nächte lang in die Hölle mitnahm, um ihr "die Realität der Hölle" zu zeigen. Und dann schildert sie ein Erlebnis, welches tatsächlich in ähnlicher Form aus okkulten Kreisen bekannt ist.

"Im März 1976, als ich zu Hause betete, besuchte mich der HERR Jesus Christus. Tagelang hatte ich im Geist gebetet, als ich plötzlich die Gegenwart Gottes fühlte. Seine Kraft und Seine Herrlichkeit erfüllten das Haus. Ein strahlendes Licht erhellte den Raum, in dem ich am Beten war und ein süßes und wundervolles Gefühl kam über mich. Liebeswellen rollten und falteten sich ineinander und rollten über- und aus einander. Es war ein spektakuläres Schauspiel! (...) Gottes Lobpreis begann von mir zu fließen"


Diese Aussagen der US-Amerikanerin erinnern sehr an das Erlebnis einer anderen Frau, einer Deutschen, die an einer charismatischen Geistestaufe in Jerusalem teilgenommen hatte und deren Bericht hier auszugsweise zitiert werden soll:

"In Lüdenscheid trifft Elisabeth auf eine Frau, die ihr vorschwärmt, wie toll eine Geistestaufe beim jüdischen Laubhüttenfest der Organisation Internationale Christliche Botschaft Jerusalem ist. Dort treffe man auf die ,Nabelschnur vom Himmel und die ganze Fülle des Segens'. Elisabeth fährt nach Israel und erlebt tatsächlich in einem Heilungsgottesdienst mit dem Inder Mahesh Chavda die charismatische Geistestaufe: ,Chavda schrie: ,Wer hat die Geistestaufe noch nicht?' Jemand gab mir von hinten einen Stups. Jetzt oder nie! So ging ich mit vielen nach vorne.

Jeder bekam persönlich die Hände aufgelegt und fiel er nicht um, wurde er noch angeblasen. Was ich dann am Boden liegend erlebte, übertraf alles, was ich bisher kannte: Liebesgefühle ohne Ende. Ich wollte und konnte gar nicht mehr aufstehen. Ich war ein anderer Mensch. Jetzt kannte ich Jesus noch als Liebhaber. Von nun an konnte auch ich in Zungen (Glossolalie/ekstatisches Reden) reden, anderen die Hände auflegen oder sie anhauchen, und sie fielen auf den Rücken. Auch heilen war keine Seltenheit mehr. Nun war ich ,Jemand', hochgestiegen auf dieser Leiter der Hierarchie.'"

(Siehe auch Immanuel.at - Besucherinformationen: "Bericht über das charismatische Lager.")


Schließlich wird auch der Beweggrund der US-amerikanischen Autorin für das Verfassen dieses Buch klar:

"Siehe, mein Kind", sagte Jesus, "Ich werde dich mit Meinem Geist in die Hölle hineinführen. Danach wirst du fähig sein, die Realität der Hölle in einem Buch festzuhalten, um damit der ganzen Welt klar und deutlich zu machen, dass es die Hölle wirklich gibt. Dadurch werden Verlorene aus der Dunkelheit ins Licht des Evangeliums von Jesus Christus geführt."


Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht

Lk 16,27 Er sprach aber: Ich bitte dich nun, Vater, daß du ihn in das Haus meines Vaters sendest, 16,28 denn ich habe fünf Brüder, daß er ihnen eindringlich Zeugnis ablege, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen! 16,29 Abraham aber spricht: Sie haben Mose und die Propheten. Mögen sie die hören! 16,30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen geht, so werden sie Buße tun. 16,31 Er sprach aber zu ihm: Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht. Lk 16:27-31;


Durch ihren Besuch in der Hölle sollen also "Verlorene aus der Dunkelheit ins Licht des Evangeliums von Jesus Christus geführt" werden. Es ist eine derart absurde Vorstellung, dass unser Herr, der uns von unseren Sünden durch seinen eigenen Tod vor eben dieser Hölle errettet hat, dann einen von uns in die Hölle schicken würde, um "die Realität der Hölle" zu erfahren, dass dies schon nicht mehr einem menschlichen Hirn - sei es noch so verkorkst - entspringen kann, sondern offensichtlich das Produkt eines unreinen Geistes ist.

Wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus, oder dort! so glaubt es nicht!

Mt 24,23 Wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus, oder dort! so glaubt es nicht! 24,24 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. 24,25 Siehe, ich habe es euch vorhergesagt. Mt 24,23-25;


23 Minuten in der Hölle.

Der Autor des letzten der drei von Ihnen zitierten Berichte ist - ebenso wie seine Frau - von Beruf Immobilienmakler und hat daher sicher ein gewisses Talent andere Menschen von seiner Sicht der Dinge zu überzeugen. Man muss allerdings fairer Weise auch sagen, dass sein Bericht die am besten durchkomponierte und mit den meisten Bibelreferenzen versehene Geschichte ist. Wenn auch nicht alle Bibelzitate immer zu seinem Text passen, erkennt man doch, dass er ein recht profundes Bibelwissen hat

Er behauptet, er hätte seinen Körper verlassen und wäre mit Jesus in der Hölle gewesen. Seine Frau berichtet, sie hätte ihren Mann eines Nachts schreiend am Boden des Wohnzimmers vorgefunden und hätte 10-20 Minuten für ihn gebetet, bis er sich beruhigt hatte. Und um nun alle Zweifel von vornherein auszuräumen, führt dieser Immobilienmakler als Beweis für die Richtigkeit seiner Ausführungen jene Paulusstelle aus 2Kor 12,2 an, in der Paulus berichtet, dass er außerhalb des Leibes war. Die Bescheidenheit des Paulus, der hier nicht von sich selbst spricht, sondern "von einem Menschen in Christus", hätte diesem Immobilienmakler viel besser angestanden, doch das hätte dann ja das Verständnis vieler Amerikaner überfordert und sie hätten diese Geschichte eventuell missverstanden.

Nicht genug dieses unpassenden Vergleichs mit Paulus, zitiert der Mann auch noch Jona als Zeugen seiner "Höllenfahrt"

"Jona 2:3 ,Und ich rief zu dem Herrn in meiner Angst, und Er antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und Du hörtest meine Stimme'. Und in Jona 2,7 steht ,Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber Du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, Herr. mein Gott.' Das heißt, es gab jemanden, der die Hölle besucht hatte - und zwar JONA."


Dass der Text im Vers zuvor - Jona 2,2 - und auch in diesem Vers davon spricht, dass Jona hier aus dem Bauch des Fisches zum Herrn betete und in der Folge seine Erlebnisse und Ängste in der Finsternis dieses Fischbauches, den er mit dem Scheol (Totenreich) verglich, schildert, dürfte dem Immobilienmakler entgangen sein oder er hat dieses Passage bewusst ausgelassen, weil sonst seine Deutung auf die "Hölle" nicht mehr plausibel gewesen wäre.

Und Jona betete zum HERRN, seinem Gott, aus dem Bauch des Fisches

Jona 2,1 Und der HERR bestellte einen großen Fisch, Jona zu verschlingen; und Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches. 2,2 Und Jona betete zum HERRN, seinem Gott, aus dem Bauch des Fisches 2,3 und sprach: Ich rief aus meiner Bedrängnis zum HERRN, und er antwortete mir. Aus dem Schoß des Scheol schrie ich um Hilfe - du hörtest meine Stimme. Jona 2, 1- 3;


Hier erkennt man recht genau mit welcher Dreistigkeit Bibeltexte willkürlich aus ihrem Kontext gerissen und für den eigenen Gebrauch gekürzt und uminterpretiert werden. Dass man dabei auch vor einem so bekannten Thema wie "Jona und der Fisch" nicht zurückschreckt, lässt entweder auf die Dummheit des Autors oder auf jenes Maß an Dummheit schließen, welches er bei seinen Lesern vermutet.

In der weiteren Folge werden dann als Beweisführung über die Hölle einige Bibelstellen aus dem AT zitiert, welche vom Totenreich sprechen, ohne zu realisieren, dass Totenreich im AT (Scheol: Grab der [gesamten] Menschheit, Aufenthaltsort der Guten [Ps 30,4] und der Bösen [4Mo 16,33]) und Hölle im NT (Gehenna: Aufenthaltsort der Bösen [Mt 23,33]) zwei völlig unterschiedliche Begriffe sind.

Am Ende seiner Erzählung stellt der Autor genau jene Frage, welche auch einem kritischen Leser während der ganzen Lektüre auf der Zunge brennt:

"Als ich real wieder zu mir kam und einigermaßen fähig war zu sprechen, fragte ich Ihn in Gedanken ,Warum hast du mich hierher gebracht?' Jesus las meine Gedanken und sagte: ,Weil die Menschen nicht glauben, dass dieser Ort tatsächlich existiert. Selbst einige Christen glauben nicht daran'".


Und die Antwort, welcher ihm der Herr hier angeblich gegeben hat, steht im krassen Gegensatz zu Jesu Aussagen in der Bibel. Den Juden, die wegen ihrer Hartherzigkeit bekannt waren, erzählte der Herr folgende Geschichte, welche hier zum besseren Verständnis zur Gänze zitiert werden soll:

Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht.

Lk 16,19 Es war aber ein reicher Mann, und er kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage fröhlich und in Prunk. 16,20 Ein Armer aber, mit Namen Lazarus, lag an dessen Tor, voller Geschwüre, 16,21 und er begehrte, sich mit den Abfällen vom Tisch des Reichen zu sättigen; aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwüre.

16,22 Es geschah aber, daß der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. 16,23 Und als er im Hades seine Augen aufschlug und in Qualen war, sieht er Abraham von weitem und Lazarus in seinem Schoß. 16,24 Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, daß er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle! Denn ich leide Pein in dieser Flamme.

16,25 Abraham aber sprach: Kind, gedenke, daß du dein Gutes völlig empfangen hast in deinem Leben und Lazarus ebenso das Böse; jetzt aber wird er hier getröstet, du aber leidest Pein. 16,26 Und zu diesem allen ist zwischen uns und euch eine große Kluft festgelegt, damit die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, es nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen.

16,27 Er sprach aber: Ich bitte dich nun, Vater, daß du ihn in das Haus meines Vaters sendest, 16,28 denn ich habe fünf Brüder, daß er ihnen eindringlich Zeugnis ablege, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen! 16,29 Abraham aber spricht: Sie haben Mose und die Propheten. Mögen sie die hören!

16,30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen geht, so werden sie Buße tun. 16,31 Er sprach aber zu ihm: Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht. Lk 16,19-31;


Nach diesen Worten des Herrn hat es also überhaupt keinen Sinn, wenn Leute in der Hölle gewesen wären und von dort zurückkehrten, um das den Menschen zu erzählen. Die Menschen würden sich dadurch nicht bekehren. Einzig und allein das Studium der Schrift, also das Alte Testament mit Mose und den Propheten - wobei wir Heutigen zusätzlich auch noch das NT haben -, ist nach der obigen Textaussage in der Lage, die Menschen zu Gott zu führen. Das sagt uns unser Herr (Jh 5,46-47) und das wissen auch die meisten Bibelleser. Aber die drei von Ihnen zitierten Buchautoren haben dies scheinbar noch nie gelesen oder ganz einfach nicht verstanden. 

Aber der eindeutigste Gegenbeweis für diese Märchen von einem Besuch in der Hölle ist der Umstand, dass es nach der Bibel eine Hölle - den "Feuersee" - noch gar nicht gibt! Wie bereits weiter oben nachgewiesen, hat Gott die Menschen für eine ewige Existenz erschaffen. Nach dem Urteil im Letzten Gericht werden sowohl Gerechte als auch Verdammte ewig leben. Die Einen bei Gott im himmlischen Jerusalem und die Anderen in der Verdammnis des Feuersees der Hölle. Doch dieses ewige Leben wird sich nicht auf unserer heutigen Erde, unter unserem heutigen Himmel und in unserem heutigen Universum ereignen, sondern auf einer neuen Erde und unter einem neuen Himmel in einer ewigen und daher zwangsläufig zeitlosen Dimension (Off 21,1-5).

(Siehe auch Kapitel 14: "Die Neue Schöpfung")


Das heißt aber, so lange Gott diese neue ewige Welt nicht erschaffen hat - und das wird er erst nach dem Weltgericht tun - gibt es weder ein ewiges himmlisches Jerusalem noch einen ewigen Feuersee (vergleiche Off 21,8 und 22,15). Die Verdammten sind bis dahin im Wartebereich des Totenreiches. Und aus eben diesem Grund kann es auch noch keine Hölle geben, weil unser gegenwärtiges Universum von der Zeit beherrscht wird und daher kann hier nichts und niemand ewig existieren. Doch von diesen Hintergründen haben diese Märchenerzähler natürlich keine Ahnung. Mehr noch: wenn man ihre Ergüsse liest, haben einige von ihnen nicht einmal die Bibel richtig gelesen.

Als Resümee kann man zumindest festhalten, dass alle derartigen Geschichten, wo Leute in die Hölle, in den Himmel oder sonst wohin "entrückt" wurden, nicht bibelkonform und daher erfunden sind und man sich sinnvollerweise gleich nach dem Lesen der Überschrift die Lektüre sparen kann. Es ist schade um die Zeit. 


Mit Ihrer abschließenden Frage:

"Wieso tun Christen so etwas, wo sie doch genau wissen, dass Gott Lügen und Verfälschen seiner Lehre hasst?"

berühren Sie tatsächlich ein Phänomen im Christentum, welches wir in allen Denominationen beobachten können.


Götzenanbetung und Totenkult.

Warum werden in der katholischen Kirche der Götze "Maria" und die verstorbenen "Heiligen" angebetet, wo doch die Schrift sagt, dass Gott den Götzendienst hasst und ihm der Totenkult ein Gräuel ist?

Sie sind wie eine Vogelscheuche im Gurkenfeld und reden nicht; sie müssen getragen werden, denn sie gehen nicht.

Jer 10,2 So spricht der HERR: Gewöhnt euch nicht an den Weg der Nationen und erschreckt nicht vor den Zeichen des Himmels, auch wenn die Nationen vor ihnen erschrecken! 10,3 Denn die Ordnungen der Völker - ein Götze ist es, der sie gab. Ja, ihre Götzen sind Holz, das einer aus dem Wald geschlagen hat, ein Werk von Künstlerhänden, mit dem Schnitzmesser hergestellt. 10,4 Man schmückt es mit Silber und mit Gold. Mit Nägeln und mit Hämmern befestigen sie es, daß es nicht wackelt. 10,5 Sie sind wie eine Vogelscheuche im Gurkenfeld und reden nicht; sie müssen getragen werden, denn sie gehen nicht. Fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn sie tun nichts Böses, und Gutes tun können sie auch nicht. 10,6 Keiner ist dir gleich, HERR. Du bist groß, und groß ist dein Name durch deine Macht. Jer 10 2- 6;

Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? Soll es etwa für die Lebenden die Toten befragen?

Jes 8,19 Und wenn sie zu euch sagen: Befragt die Totengeister und die Wahrsagegeister, die da flüstern und murmeln, so antwortet Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? Soll es etwa für die Lebenden die Toten befragen? Jes 8,19;



Sind die verstorbenen Christen bereits im Himmel?

Doch diese falsche Lehre - speziell die Anbetung von verstorbenen Gläubigen als "Heilige" - resultiert aus einer anderen falschen Auslegung. Nicht nur in der katholischen Kirche, sondern auch in den christlichen Gemeinden ist die Auffassung weit verbreitet, dass die verstorbenen Christen bereits im Himmel wären. Andererseits aber glaubt man in der Gemeinde Christi auch fest daran, dass nach den Verheißungen des Paulus, in 1Kor 15,51-53 und 1The 4,15-17, bei der Wiederkunft des Herrn die Entrückung der toten und lebenden Gläubigen erfolgen wird.

Die Toten werden auferweckt werden und unvergänglich sein.

1Kor 15,51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 15,52 in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden. 15,53 Denn dieses Vergängliche muß Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen. 1Kor 15,51-53;

Denn der Herr selbst wird herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen.

1The 4,15 Denn dies sagen wir euch in einem Wort des Herrn, daß wir, die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. 4,16 Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; 4,17 danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein. 1The 4,15-17;


Wenn Paulus oben, in 1Kor 15,52 schreibt "die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich sein", dann waren ja die Toten vorher nicht unvergänglich. Wenn sie jedoch im Himmel wären, müssten sie einen Auferstehungsleib haben und daher per se unvergänglich sein. Und auch der Herr prophezeit uns, dass er bei seiner Wiederkunft zur Entrückung der Seinen ins Totenreich hineinrufen wird und die Toten in Christus, die zu dieser "Stunde" als einzige unter den Toten diesen Ruf hören werden, werden auferweckt und werden leben.

Es kommt die Stunde, wo die Toten, welche die Stimme des Sohnes Gottes gehört haben, leben werden.

Jh 5,25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, daß die Stunde kommt und jetzt da ist, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben, werden leben. Jh 5,25;


Wenn also die verstorbenen Gläubigen zu diesem Zeitpunkt tatsächlich bereits im Himmel wären, würde sie der Herr hier für die Entrückung vergeblich unter den Toten suchen. Die verstorbenen christlichen Gläubigen müssen daher - zumindest bis zur Entrückung - im Totenreich sein.

Als Gegenargument wird hier meistens angeführt, dass ja der Herr in Lk 23,39-43 dem bekehrten Schächer am Kreuz auch verheißt: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

Einer der gehenkten Übeltäter lästerte ihn, der andere aber wies diesen zurecht.

Lk 23,39 Einer der gehenkten Übeltäter aber lästerte ihn: Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns! 23,40 Der andere aber antwortete und wies ihn zurecht und sprach: Auch du fürchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist? 23,41 Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan. 23,42 Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst! 23,43 Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Lk 23,39-43;


Hier wird schnell gefolgert, dass der Schächer nach seinem Tod am Kreuz gemeinsam mit dem Herrn in den Himmel aufgefahren ist. Aber sagt das die Bibel wirklich? Wenn wir in der Schrift suchen, wohin der Herr unmittelbar nach seinem Tod gegangen ist, erfahren wir etwas ganz anderes. In Mt 12,40 heißt es, dass der Herr nach seinem Tod "im Herzen der Erde" war.

Der Sohn des Menschen wird drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.

Mt 12,40 Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein. Mt 12,40;


Und im Herzen der Erde ist nun gewiss nicht das Himmelreich. Und Petrus erklärt uns in seinem ersten Brief nicht nur wo der Herr nach seinem Tod hingegangen ist, sondern auch was er dort getan hat.

Den Toten wurde das Evangelium verkündigt.

1Ptr 4,6 Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben im Geist. 1Ptr 4, 6;

Nach seinem Tod ist Christus im Geist hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt.

1Ptr 3,18 Denn es hat auch Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe, zwar getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. 3,19 In diesem ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt. 1Ptr 3,18-19;


Christus ist - wie jeder andere Mensch auch - nach seinem Tod ins Totenreich gekommen und hat dort 3 Tage und 3 Nächte lang den Toten das Evangelium verkündet, damit jene, welche daran glauben wollten, gerettet wären.

(Siehe auch Kapitel 12: "Christus im Totenreich")


Und wenn also der Schächer mit Christus gegangen ist, dann war er ebenfalls genau dort: im Totenreich. Dass der Herr dies als "Paradies" bezeichnete, hängt damit zusammen, dass das Paradies ein Teil des Totenreichs ist.

(Siehe auch Exkurs 09: "Das Paradies")


Während der Herr nach drei Tagen und drei Nächten auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist, ist der Schächer - wie alle anderen Toten auch - im Totenreich entschlafen. Jene unter den Toten, welche sich durch die Verkündigung des Herrn bekehrt haben, warten gemeinsam mit den seit damals verstorbenen Christusgläubigen im Paradies des Totenreichs auf die Auferweckung bei der Wiederkunft des Herrn zur Entrückung. Die Anderen aber, die damals nicht zum Glauben an Christus gekommen sind, warten gemeinsam mit allen seither verstorbenen Menschen, die Christus nicht als ihren Retter angenommen haben, im anderen Teil des Totenreichs auf die Allgemeinen Auferstehung und das Weltgericht, wo sie ihr Urteil empfangen werden.

(Siehe auch Kapitel 13: "Das Weltgericht.")


Wenn also die Katholiken zu ihren verstorbenen "Heiligen" beten wollen, sind sie noch etwas zu früh dran. Denn diese schlafen noch im Totenreich mit allen anderen Toten und werden erst bei der Allgemeinen Auferstehung - der Wiedergeburt aus dem Geist - wieder lebendig werden. Und die falschen Gebete, welche an sie gerichtet werden, werden ihnen beim Gericht wahrscheinlich nicht helfen, sondern eher schaden.

(Siehe auch Kapitel 12: "Die Auferstehung")
 

Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen

Jh 3,12 Wenn ich euch das Irdische gesagt habe, und ihr glaubt nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage? 3,13 Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen. 3,14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muß der Sohn des Menschen erhöht werden,3,15 damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. Jh 3,12-15;



Ist die christliche Gemeinde die Braut Christi?

Wieso predigt man in den Gemeinden, dass die Gemeinde die Braut Christi ist, obwohl doch Gott selbst aus dem Mund des Propheten Hosea Israel verheißt:

Ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Treue.

Hos 2,21 Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen, 2,22 ja in Treue will ich dich mir verloben; und du wirst den HERRN erkennen. Hos 2,21-22;


Als Argument führen dann viele Ausleger immer Eph 5,31-33 und 2Kor 11,2 an:

Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde.

Eph 5,31 «Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.» 5,32 Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde. 5,33 Jedenfalls auch ihr - jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber, daß sie Ehrfurcht vor dem Mann habe! Eph 5,31-33;


Bei Eph 5,31-33 übersieht man, dass Paulus hier sagt, er würde dies "deuten". Es ist also keine Offenbarung, sondern der Versuch einer Deutung, welche jedoch durch die explizite Entscheidung Gottes in Hos 2,21-22 widerlegt ist. Gerade Paulus sagt uns ja auch 4 Kapitel vorher, in Eph 1,22-23 (Röm 12,5; 1Kor 12,12), dass die Gemeinde der Leib Christi und Christus das Haupt ist. Wir können also nicht Bräutigam und Braut zugleich sein.

Er ist das Haupt und die Gemeinde sein Leib.

Eph 1,22 Und alles hat er seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, 1,23 die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt. Eph 1,22-23;


Und in 2Kor 11,2 führt Paulus nun jene Eigenschaften an, welcher einer Braut Christi tatsächlich zukommen, von welchen aber die Gemeinde, entgegen den Hoffnungen des Paulus, realistischerweise nur träumen kann.

Denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen.

2Kor 11,2 Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen. 2Kor 11,2;


Noch dazu, wo wir in Off 14,1-5 die wahre und untadelige Braut Christi aus dem endzeitlichen Volk Gottes aus Israel mit all den bräutlichen Eigenschaften, präsentiert bekommen:

Diese sind aus den Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft worden.

Off 14,1 Und ich sah: und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm 144000, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren  Stirnen geschrieben trugen. 14,2 Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen eines lauten Donners; und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfensängern, die auf ihren Harfen spielen. 14,3 Und sie singen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen als nur die 144000, die von der Erde erkauft waren. 14,4 Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft worden. 14,5 Und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig. Off 14, 1- 5;


Es kann also nicht zwei Bräute geben. Gott ist kein Bigamist und wer meint, hier eine Trennung in Gottes Braut / Christi Braut sehen zu können, muss sich die Frage nach seinem Verständnis der Dreieinigkeit gefallen lassen. Daher: Christus ist das Haupt. Die Gemeinde aller Zeiten ist der Leib. Und die endzeitlichen Repräsentanten des Volkes Israel sind die Braut.

(Siehe auch Diskurs 15: "Ist die Gemeinde die "Braut Christi"?")


Sind die 144.000 Versiegelten die christliche Gemeinde?

Weshalb werden in vielen christlichen Gemeinden die 144.000 Versiegelten aus Off 7,4-8 als die Gemeinde der Endzeit gesehen, wo man doch in der Bibel genau lesen kann, dass es sich hierbei um Israeliten, namentlich genannt aus allen 12 Stämmen Israels handelt? (Wenn man einmal nicht davon ausgehen will, dass damit die obere Interpretation der Gemeinde als Braut Christi mit völlig unzureichenden Argumenten begründet werden soll!)

144000 Versiegelte, aus jedem Stamm der Söhne Israels.

Off 7,4 Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: 144000 Versiegelte, aus jedem Stamm der Söhne Israels. 7,5 Aus dem Stamm Juda 12000 Versiegelte, aus dem Stamm Ruben 12000, aus dem Stamm Gad 12000, 7,6 aus dem Stamm Asser 12000, aus dem Stamm Naftali 12000, aus dem Stamm Manasse 12000, 7,7 aus dem Stamm Simeon 12000, aus dem Stamm Levi 12000, aus dem Stamm Issaschar 12000, 7,8 aus dem Stamm Sebulon 12000, aus dem Stamm Josef 12000, aus dem Stamm Benjamin 12000 Versiegelte.

7,9 Nach diesem sah ich: und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. Off 7, 4- 9;


Noch dazu, wo gleich anschließend, hier oben, in Off 7,9, die tatsächliche Gemeinde der Endzeit vor dem Thron Gottes gesehen wird. Wie man sieht, ist die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt, wenn die 144.000 Israeliten auf Erden versiegelt werden (Off 7,4-8) bereits vor dem Thron Gottes (Off 7,9-10), nach der Großen Trübsal bei der Wiederkunft des Herrn entrückt (Off 7,13-17) und schon im Himmel.

(Siehe auch Tabelle 14: "Die Offenbarung - nach Ereignissen gegliedert.")

(Siehe auch Diskurs 06: "Die 144.000 Versiegelten: Israeliten oder die christliche Gemeinde der Endzeit?")



Erfolgt die Entrückung der Gemeinde bei der Ersten Auferstehung?

Auch die Erste Auferstehung in Off 20,4-6 sehen viele christliche Prediger noch immer als die Entrückung bei der Wiederkunft des Herrn und damit als die Auferstehung der ganzen Gemeinde zum Herrschen als Priester und Könige mit Christus im Tausendjährigen Reich. Wie z.B. David Pawson im Diskurs 88: "Gottes Volk, das so lange von den Regierungen der Welt unterdrückt wurde, wird dann die Weltregierung stellen!" oder Heinz Weber von der Bibelschule Brake (Diskurs 71): "denn wir werden ja als seine Gemeinde auf Erden regieren - mitregieren, tausend Jahre mit ihm".

Die Seelen der Märtyrer wurden lebendig. Dies ist die Erste Auferstehung.

Off 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und ihnen wurde das Gericht übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um des Zeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier und sein Bild und die sein Zeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und regierten mit Christus tausend Jahre. 20,5 Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung. 20,6 Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre. Off 20, 4- 6;


Dabei wird aber übersehen, dass hier in Off 20,4 ausschließlich von den Enthaupteten - also den Märtyrern -  die Rede ist. Die Auffassung, dass in Off 20,6 die ganze Gemeinde gemeint sei - also auch alle eines natürlichen Todes und ohne Verfolgung wegen ihres Glaubens gestorbenen Geschwister im Herrn -, welche dann als Könige und Priester mit dem Herrn regieren werden, schreibt der Gemeinde wieder einmal ein Vorrecht zu, welches sie nach der Schrift nicht besitzt. Nicht die Gemeinde wird im Millennium mit dem Herrn regieren, sondern jene Märtyrer aus Altem und Neuem Bund, welche wir auch hier unten, in Off 6,9-11 "unten am Altar" erkennen und die - wie es auch oben, in Off 20,4 von ihnen heißt - geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen.

Die Geschlachteten um des Wortes Gottes und des Zeugnisses willen.

Off 6,9 Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. 6,10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Bis wann, heiliger und wahrhaftiger Herrscher, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? 6,11 Und es wurde ihnen einem jeden ein weißes Gewand gegeben; und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kurze Zeit abwarten sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet seien, die ebenso wie sie getötet werden sollten. Off 6, 9-11;

(Siehe auch Diskurs 07: "Entrückung und Erste Auferstehung: ein einziges Ereignis?"



Die Allgemeine Auferstehung am Ende der Welt: nur für Gottlose?

Doch diese falsche Auslegung der Ersten Auferstehung führt dann in der weiteren Folge zwangsläufig zu einer weiteren Fehlinterpretation. Nachdem man dabei alle Gläubigen aller Zeiten bei der Ersten Auferstehung auferstehen "lässt" - zum Herrschen als Priester und Könige -, bleiben den Vertretern dieser Sicht für die zweite, die Allgemeine Auferstehung, keine Gerechten mehr und daher behauptet man, dass bei dieser letzten Auferstehung, am Ende der Welt, nur mehr die Gottlosen auferstehen würden.

Wenn man nun diese Sicht ernst nehmen würde, würden einerseits bei der Ersten Auferstehung alle Gläubigen der ganzen Welt und aller Zeiten auferstehen, um mit Christus "als Priester und Könige" zu herrschen. Und auch wenn nun in jeder Generation immer nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Weltbevölkerung rechtgläubiger Christen lebt, so summiert sich das im Laufe von tausenden von Jahren und hunderten Generationen, so dass es möglicherweise im Millennium, wo diese Leute ja dann herrschen sollen, mehr "Könige", als Untertanen geben würde.

Andererseits aber, lässt diese Lehrmeinung im Hinblick auf die Allgemeine Auferstehung am Ende der Welt, wesentliche Bibelstellen außer Betracht. Man hat leider nicht registriert, dass uns unser Herr selbst von der Allgemeine Auferstehung und jenen, die daran teilnehmen, berichtet. Zuerst einmal im Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker:

Damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet.

Mt 13,24 Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 13,25 Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. 13,26 Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. 13,27 Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? 13,28 Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten?

13,29 Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet.

13,30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune. Mt 13,24-30;

(Siehe auch das Kapitel 11: "Das Ende der Welt - das Weltgericht".)


Mit diesem Gleichnis offenbart der Herr gleichzeitig auch das Prinzip des Gerichts am Ende der Welt: Gott lässt alles bis zum Ende "gedeihen". Ob Gute oder Böse, sie dürfen bis zum letzten Moment so handeln, wie sie wollen. Sie haben alle die völlige Freiheit. Erst am Ende der Welt, nach der Auferstehung aller Menschen, werden die Schnitter bei der "Ernte" das Unkraut sammeln und es verbrennen.

Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel.

Mt 13,36 Da ließ Jesus das Volk gehen und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. 13,37 Er antwortete und sprach zu ihnen: Der Menschensohn ist es, der den guten Samen sät.

13,38 Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen. 13,39 Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel. 13,40 Wie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird es auch am Ende der Welt gehen.

13,41 Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, 13,42 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. 13,43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, der höre! Mt 13,36-43;


Etwas konkreter wird der Herr dann einige Verse später, wobei zunächst auch hier, im Gleichnis vom Fischernetz, das Prinzip des gemeinsamen Gerichts von Guten und Bösen aufgezeigt wird. Im Fischernetz sind sowohl gute als auch schlechte Fische und erst nachdem das Netz ans Ufer gebracht wurde, beginnt das Auslesen, das Trennen der guten von den schlechten.

Am Ende der Welt werden die Engel die Bösen von den Gerechten scheiden.

Mt 13,47 Wiederum gleicht das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist und Fische aller Art fängt. 13,48 Wenn es aber voll ist, ziehen sie es heraus an das Ufer, setzen sich und lesen die guten in Gefäße zusammen, aber die schlechten werfen sie weg.

13,49 So wird es auch am Ende der Welt gehen; die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden 13,50 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. 13,51 Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. 13,52 Da sprach er: Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt. Mt 13,47-52;

(Siehe auch Kapitel 13: "Das Weltgericht.")


Und dann erklärt der Herr ganz offen und direkt, wie die Vorgangsweise beim Gericht am Ende der Welt aussehen wird: "So wird es auch am Ende der Welt gehen; die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden". Wenn aber nun die Engel die Bösen von den Gerechten scheiden werden, impliziert dies, dass beide, nämlich Böse und Gerechte, gleichzeitig anwesend sind. Und um anwesend zu sein, müssen diese Menschen - also alle Toten - zuerst auferstanden sein.

Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden.

Jh 5,28 Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören 5,29 und hervorkommen werden: die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts. Jh 5,28-29;

Und diese werden hingehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben

Mt 25,45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr auch mir nicht getan. 25,46 Und diese werden hingehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben. Mt 25,45-46;

(Siehe auch Diskurs 99: "Wer sind "die geringsten meiner Brüder"?".)


Wenn also am Ende der Welt Gute und Böse gemeinsam gerichtet werden, dann müssen sie auch zur gleichen Zeit anwesend sein. Und wenn sie gleichzeitig anwesend sind, müssen sie vorher gemeinsam auferstanden sein. Diese logische Folgerung hat nun aber noch eine weitere Konsequenz. Durch die Auferstehung sind beide, Gute und Böse, wieder in ihre Existenz gekommen. Sie existieren wieder, sonst könnten sie nicht gerichtet werden und die Engel sie nicht von einander scheiden.

(Siehe auch Diskurs 10: "Die Allgemeine Auferstehung am Ende der Welt: nur für Gottlose?".)



Das Schicksal der Verfluchten: ewige Qual oder Auflösung?

Und hier kommen wir nun zur nächsten falschen Lehre. In manchen christlichen Gemeinden wird gelehrt, dass die Strafe für die Gottlosen nicht ewige Qual, sondern "Auflösung" sei. D.h. sie werden nach der Verurteilung ganz einfach aufhören zu existieren.

Nun mag ja diese Aussicht für Gottlose recht verlockend sein, dass es dann mit einem Schlag aus und vorbei ist und es ist erfahrungsgemäß die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung, welche so denkt (auch ohne Auferstehung und Weltgericht). Doch in einer christlichen Gemeinde sollte man da vorher doch die Bibel konsultieren, bevor man sich in so einer wichtigen Frage zu so einem Fehlschluss verleiten lässt.

Und genau das wollen wir jetzt tun, nämlich prüfen, was die Bibel zu diesem Thema sagt. In den nachfolgenden Bibelstellen ist die Rede vom unauslöschlichen Feuer, vom Feuer, das nicht erlischt, von der Strafe des ewigen Feuers, vom Feuerofen und vom Heulen und Zähneknirschen der Leidenden.

Mt 3,11 Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen; 3,12 seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen. Mt 3,11-12;

Mk 9,47 Und wenn dein Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so wirf es weg! Es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes hineinzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, 9,48 «wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt». Mk 9,47-48;

Mt 8,11 Ich sage euch aber, dass viele von Osten und Westen kommen und mit Abraham und Isaak und Jakob zu Tisch liegen werden in dem Reich der Himmel, 8,12 aber die Söhne des Reiches werden hinausgeworfen werden in die äußere Finsternis: da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. Mt 8,11-12;

Mt 13,41 Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Ärgernisse zusammenlesen und die, die Gesetzloses tun; 13,42 und sie werden sie in den Feuerofen werfen: da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. 13,43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat, der höre! Mt 13,41-43;

Mt 13,49 So wird es auch am Ende der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden 13,50 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. Mt 13,49-50;

Jud 1,6 und Engel, die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrt, sondern ihre eigene Behausung verlassen haben, hat er zum Gericht des großen Tages mit ewigen Fesseln unter Finsternis verwahrt, 1,7 wie auch Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die in gleicher Weise wie sie Unzucht trieben und hinter fremdem Fleisch herliefen, als ein Beispiel vorliegen, indem sie die Strafe des ewigen Feuers erleiden. Jud 1, 6- 7;


Das sollte doch wohl diese Frage endgültig beantworten. Doch trotz all dieser Nachweise, wird manchmal immer noch argumentiert, dass "ewig" nicht ewig bedeuten würde, denn "wenn die Verdammnis der Verdammten endlos dauern würde, könnte gerade damit die Barmherzigkeit sowie auch die Liebe Gottes in Frage gestellt werden". Und man schließt daraus dann messerscharf, dass das ewige Feuer nicht ewig dauern würde, sondern nur einen sehr langen Zeitraum, der dann, wenn das brennbare Material (im Feuersee) verbrannt sei, zu Ende geht.

Auf die Frage dann, wenn also das "ewig" des ewigen Feuers nicht ewig bedeutet, sondern nur einen sehr langen Zeitraum, der einmal zu Ende geht, ob denn dann nicht auch das "ewig" im Ps 48,15: "Gott (ist) immer und ewig" und das "ewig" in 1Jh 5,13: "damit ihr wißt, daß ihr ewiges Leben habt" nicht ewig bedeutet, sondern nur einen sehr langen Zeitraum, der einmal zu Ende geht, wissen sie dann meist keine Antwort.

(Siehe auch Diskurs 03: "Das Schicksal der Verfluchten: ewige Qual oder Auflösung?".)


Die ewige Existenz jedes Menschen.

Jeder einzelne Mensch, der bei seiner körperlichen Geburt die Fruchtblase seiner Mutter lebend verlässt – der also "aus Wasser (Fruchtwasser, amniotische Flüssigkeit) geboren" ist (Jh 3,5) – erhält von Gott (Jh 4,24) einen menschlichen Geist (1Kor 2,11) mit ewiger Existenz (Mt 25,46). Im ersten, zeitlich-irdischen Teil seiner Existenz – in seinem Leben, hat der Mensch die Möglichkeit, sich völlig frei und ohne Zwang mit dem ihm von Gott gegebenen Geist zu entscheiden, ob er diesem Gott, dem Schöpfer allen Lebens, sein ganzes Vertrauen und seine ganze Liebe schenken will.

Nach dem Tod des Menschen wird sein Körper wieder zu Staub, aus dem er geschaffen wurde (1Mo 2,7), sein Geist jedoch fährt ins Totenreich (Dan 12,2; 1Ptr 3,18-19; 1Kor 15,23-24), wo er die Zeit bis zu seiner Auferstehung in einem schlafähnlichen Zustand verbringt (1The 4,15-16).

Bei der Auferstehung (Röm 6,4-5), der " Wiedergeburt aus dem Geist" (Mt 19,28; 1Ptr 3,18; Jh 3,7), erhält der Mensch wieder einen Körper (1Kor 15,43-44; Mt 22,30; Jh 3,8; Röm 8,10-11), ähnlich wie jener des Sohnes Gottes nach dessen Auferstehung (Jh 20,26-27).

Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib.

1Kor 15,42 So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 15,43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. 15,44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. 15,45 Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einer lebendigen Seele« (1. Mose 2,7), und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. 15,46 Aber nicht der geistliche Leib ist der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche. 15,47 Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. 15,48 Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen. 15,49 Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. 1Kor 15,42-49;


Mit diesem Körper steht der Mensch dann beim Weltgericht vor dem Sohn Gottes, der im Auftrag Gottes (Jh 5,22. 26-27) jeden Menschen nach dessen irdischen Taten und nach seiner Entscheidung in seinem Leben für oder gegen Gott, richten wird (Röm 2,16).

Jeder, der sich in seinem Leben für Gott und zum Glauben an seinen Sohn Jesus Christus entschieden hat (Jh 17,3), hat die Möglichkeit, vor diesem Gericht den sühnenden Tod des Sohnes Gottes stellvertretend für die Sünden aller Menschen auch für die Tilgung seiner eigenen Sünden – die Vergehen gegen die Gebote Gottes – in Anspruch zu nehmen (Jh 3,16) und wird daher begnadigt (Jh 5,24). Jenen Menschen, die diesen Glauben nicht angenommen haben, können ihre Sünden nicht vergeben werden und werden daher verurteilt (Jh 3,36).

Nach dem Weltgericht werden diese verurteilten Menschen ihre ewige Existenz in der Finsternis (Mt 22,13) der Verdammnis des ewigen Feuers (Mt 18,8) verbringen, mit Heulen und Zähneknirschen (Mt 13,49-50) darüber, weil sie es zu Lebzeiten abgelehnt haben zum Glauben zu kommen und der nunmehrigen Erkenntnis, dass sie dies nun nie mehr nachholen können und ihr Zustand nie mehr geändert werden kann.

Die Begnadigten hingegen werden ihr ewiges Leben (Mt 25,46) in der Neuen Schöpfung, im Licht Gottes auf einer neue Erde (Off 20,11) und unter einem neuen Himmel, die Gott geschaffen hat (Off 21,1-3. 5), verbringen.

Der Sohn Gottes sagte:

"Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein." Jh 14,15-17;

Jesus sagte: "Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit." Jh 11,25-26;


Unter diesem Aspekt hat schon der bekannte Evangelist und Prediger Wilhelm Busch seinen Zuhörern gesagt: „Sie brauchen die Botschaft, die ich Ihnen sage, nicht anzunehmen. Sie können’s lassen, sich zu Jesus zu bekehren. Aber machen Sie sich klar, dass Sie damit die Hölle wählen! Sie haben die völlige Freiheit!” (Leute die nicht glauben können)

(Siehe auch Diskurs 22; „Gibt es die Unsterblichkeit der Seele?”)



Für all jene, welche es gerne kurz und modern haben wollen:
Der Geist des Menschen ist die "Software" – das Betriebssystem –, welches die "Hardware" – den Körper – funktionieren lässt. Bei Laufzeitende der Hardware wird die Software in der cloud abgespeichert. Am Ende der Welt erhält die Software dann eine neue Hardware mit unbegrenzter Laufzeit.



Das Prinzip von der ewigen Existenz des menschlichen Geistes.

Der von Gott gegebene menschliche Geist kann - ähnlich wie Energie - zwar verschiedene Existenzformen annehmen, es ist jedoch nicht möglich ihn zu erschaffen oder zu vernichten.




Wird die Gemeinde noch vor der Großen Trübsal entrückt?

Aber nicht nur mit dem "Herrschen" im Millennium wird die ganze Gemeinde - anstelle der Märtyrer aller Zeiten - fälschlicherweise von manchen Predigern geadelt, sondern auch mit ihrer Bewahrung vor der Großen Trübsal/Bedrängnis. Wenn wir im Millennium angeblich schon Könige sein werden, sollen wir offenbar auch möglichst stilgerecht in den Himmel aufgenommen werden.

Es passt ja scheinbar nach Meinung dieser Prediger gar nicht zu Königen, wenn sie in der Großen Trübsal, welche diese Welt überkommen und Milliarden von Menschen das Leben kosten wird, auch getötet werden sollten. Da verschiebt man schon lieber die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung der ganzen Gemeinde vor diese Große Bedrängnis und lässt die Gemeinde schnell noch vorher in den Himmel entrücken. Man fragt sich als bibelgläubiger Christ, warum der Herr dann in jedem Sendschreiben der Offenbarung davon gesprochen hat, dass nur der, welcher überwindet, das Himmelreich erben wird und nicht der, welcher sich vor der Trübsal wegstehlen will.

Und das alles, obwohl wir in der Schrift ganz eindeutige Hinweise über den Zeitpunkt von Wiederkunft und Entrückung haben, wie das z.B. Paulus in seinem 2. Brief an die Thessalonicher erklärt:

Der Tag der Wiederkunft und der Entrückung kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Antichrist gekommen ist.

2The 2,1 Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm, 2,2 dass ihr euch nicht schnell in eurem Sinn erschüttern, auch nicht erschrecken lasst, weder durch Geist noch durch Wort, noch durch Brief, als seien sie von uns, als ob der Tag des Herrn da wäre. 2,3 Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2,4 der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei. 2,5 Erinnert ihr euch nicht, dass ich dies zu euch sagte, als ich noch bei euch war? 2The 2, 1- 5;


Der Tag der Ankunft des Herrn - seine Wiederkunft - und unsere Vereinigung mit ihm (1The 4,17) - unsere Entrückung - kommt nicht, wenn nicht vorher der Abfall - die Große Trübsal - und der Sohn des Verderbens - der Antichrist - gekommen ist. Wiederkunft und Entrückung finden also nach der Großen Bedrängnis statt. Genauer kann man das ja schon nicht mehr formulieren. Aber hier dürfte manche Leute die Satzstellung verwirren.

Aber dann haben wir auch noch eine ähnlich konkrete Aussage unseres Herrn im Matthäusevangelium:

Eine große Bedrängnis, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie sein wird.

Mt 24,21 Denn dann wird große Bedrängnis sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie sein wird. 24,22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden. 24,23 Wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus, oder dort! so glaubt es nicht! Mt 24,21-23;


Dies ist also diese Große Bedrängnis/Trübsal, und wenn sie um der Auserwählten (Gläubigen) willen verkürzt werden soll, müssen diese Gläubigen noch auf Erden sein. Auch die Warnung, sich vor falschen Christussen zu hüten, hätte wohl - wenn alle Gläubigen bereits vor der Trübsal entrückt worden wären - für Ungläubige und Gottlose wenig Sinn. Und einige Verse später bezieht sich der Herr dann auf ebendiese Bedrängnis, wenn er sagt:

Nach dieser Bedrängnis wird der Sohn des Menschen kommen und die Auserwählten versammeln.

Mt 24,29 Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 24,30 Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. 24,31 Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende. Mt 24,29-31;


Auch hier muss man sagen, dass es äußerst erstaunlich ist, dass bei einer derartigen Klarheit der Aussagen des Herrn, es doch immer wieder einige Prediger zuwege bringen, den leichtgläubigeren Geschwistern in den Gemeinden mit phantasievollen Uminterpretationen eine Wiederkunft und Entrückung vor der Großen Bedrängnis zu verkünden obwohl der Herr hier sagt:

o  ... gleich nach der Bedrängnis dieser Zeit

o  ... werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels

o  ... er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschal

o  ... sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her


Den unumstößlichen Beweis dafür, dass die Gemeinde der Endzeit durch die Große Bedrängnis gehen muss und erst danach, bei der Wiederkunft des Herrn und der Auferweckung der Toten in Christus, in den Himmel entrückt wird, erfahren wir schließlich aus der Offenbarung. In Off 7,9-14 sieht Johannes eine Volksmenge die niemand zählen konnte, aus allen Völkern, im Himmel vor dem Thron Gottes. Sie haben ihre Gewänder im Blut des Lammes gewaschen, womit sie ganz eindeutig als die Gemeinde aller Zeiten und aus allen Nationen zu identifizieren sind. Und von ihnen sagt der Älteste dem Johannes, dass sie "aus der großen Bedrängnis kommen".

Die Volksmenge die niemand zählen konnte, aus allen Nationen sind es, die aus der großen Trübsal kommen.

Off 7,9 Nach diesem sah ich: und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. 7,10 Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm! 7,11 Und alle Engel standen rings um den Thron und die Ältesten und die vier lebendigen Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihre Angesichter und beteten Gott an 7,12 und sagten: Amen! Den Lobpreis und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Danksagung und die Ehre und die Macht und die Stärke unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 7,13 Und einer von den Ältesten begann und sprach zu mir: Diese, die mit weißen Gewändern bekleidet sind - wer sind sie, und woher sind sie gekommen? 7,14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die aus der großen Trübsal kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes. Off 7, 9-14;


Wie man sieht, ist es hier kaum möglich, dass man all diese Schriftbeweise, die für die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung der Gemeinde erst nach der Großen Bedrängnis sprechen, nicht erkennen und verstehen könnte. Man kann hier nur zu dem Schluss kommen, dass mit der Vorverlegung der Entrückung vor die Große Bedrängnis eine bestimmte falsche Lehrmeinung bestätigt werden sollte.

Und so ist auch nicht "das nächste größte Ereignis der Weltgeschichte für die Gläubigen die Entrückung" und die Wiederkunft des Herrn "heute, jetzt, morgen" zu erwarten, wie das Heinz Weber von der Bibelschule Brake lehrt. Sondern das nächste größte Ereignis der Weltgeschichte für die gesamte Menschheit ist die größte Katastrophe aller Zeiten: eine Große Bedrängnis, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie mehr sein wird (Mt 24,21).

Und erst danach, wenn diese Tage um der Auserwählten willen verkürzt werden (Mt 24,22), werden sich Sonne und Mond verfinstern und sie werden den Herrn so kommen sehen, wie sie ihn auch haben auffahren sehen (Apg 1,11): auf den Wolken des Himmels (Mt 26,64). Und dann wird er seine Engel aussenden und sie werden seine Auserwählten versammeln. Das ist dann die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung der Toten und Lebenden in Christus.

(Siehe auch: Diskurs 71 "Ist das nächste größte Ereignis der Weltgeschichte für die Gläubigen die Entrückung?"

(Siehe auch: Diskurs 16 "Findet die Entrückung vor der großen Drangsal statt?"



Gibt es "wiedergeborene" Christen?

Ein weiteres Phänomen ist die Behauptung in fast allen Gemeinden, dass bekehrte Menschen "wiedergeboren" wären. Und das, obwohl uns der Herr in Jh 3,7-8 sagt, dass jeder Wiedergeborene (aus dem Geist Geborene) - ähnlich wie der Herr selbst nach Tod und  Auferstehung (Jh 20,19.26) - durch verschlossene Türen kommen und unsichtbar wieder gehen kann, wogegen diese zu Lebzeiten "Wiedergeborenen" derartige Fähigkeiten noch nie aufweisen konnten.

Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht;

Jh 3,7 Wundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müßt von neuem geboren werden. 3,8 Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist. Jh 3, 7- 8;


Das griechische Wort, welches hier oben in Jh 3,7 (und auch vorher in Jh 3,3) für "von neuem" steht, nämlich anothen, bedeutet als Adverb "von oben, von der Höhe herab" (so auch in der Nestle-Aland Interlinearübersetzung von Dietzfelbinger) und wird in Jh 3,31 und 19,11 auch von allen Übersetzungen mit "von oben" übersetzt. Weil jedoch auch die Übersetzer die eigentliche Bedeutung dieses Satzes nicht verstanden haben, haben sie in Jh 3,3.7 nicht die räumliche, sondern die zeitliche Variante "von neuem" gewählt und damit die richtige Interpretation dieser Aussage des Herrn auf Generationen verhindert.

Ähnlich ist es mit der Übersetzung des von Petrus in 1Ptr 1,3.23 bzw. Johannes in Jh 1,13; 1Jh 2,29; 3,9; 4,7; 5,1.4.18 gebrauchten griechischen Partizips anagegennemenoi als "wiedergeboren" bzw den Infinitiv gegennetai als "geboren". Beide Verben können sowohl als "(wieder)gezeugt" als auch als "(wieder)geboren" übersetzt werden. Und nachdem die Übersetzer den tieferen Hintergrund der Aussage des Herrn oben, in Jh 3,7-8 nicht kannten, haben sie anstatt mit "wiedergezeugt" bzw. "gezeugt" mit dem gängigeren "wiedergeboren" bzw. "geboren" übersetzt (siehe Nestle-Aland und Anmerkungen zur Elberfelder) und damit diesem Text eine völlig andere Bedeutung gegeben.

Wie wir auch der Schriftstelle hier unten entnehmen können, spricht der Herr hier also nicht von einer "Wiedergeburt" zu Lebzeiten, sondern von der Situation nach Tod und Auferstehung der Toten und vor dem Gericht über die auferstandenen Völker. Und daher ist es völlig klar, dass jene Leute, die meinen, zu Lebzeiten wiedergeboren zu sein, derartige Fähigkeiten - dass man nicht weiß woher sie kommen und wohin sie gehen - nicht aufweisen können. Sie sind nach der Schrift eben nicht wiedergeboren, sondern erst geistlich (durch das Wort Gottes) wiedergezeugt. Und all das, was einem biologisch gezeugten Menschenkind in der Zeit der Schwangerschaft zustoßen kann, kann im übertragenen Sinn auch einem geistlich wiedergezeugten Menschen widerfahren - bis hin zum "Abortus".

In der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird.

Mt 19,28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Mt 19,28;

Der Menschensohn wird auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen und die versammelten Völker richten.

Mt 25,31 Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, 25,32 und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 25,33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Mt 25,31-33;


Die biblische Wiedergeburt.

Jh 3,7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden. 3,8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. Jh 3,7-8;

Das griechische Wort, welches in den meisten Bibeln mit "wiedergeboren" übersetzt wird, ist anagegennemenoi (1Ptr 1,3.23) bzw. gegennetai (Jh 1,13. 1Jh 2,29. 3,9. 4,7. 4,18. 5,1) für "aus Gott geboren". Nachdem aber das Altgriechische keinen Unterschied kennt zwischen "geboren" und "gezeugt" ist die Übersetzung mit "wiedergezeugt" bzw. "aus Gott gezeugt" ebenso korrekt. 

Deshalb übersetzen auch manche Bibeln mit "wiedergezeugt" bzw. "aus Gott gezeugt" ("begotten" / King James, Darby) oder weisen zumindest in den Anmerkungen darauf hin (Elberfelder). Und hier erkennen wir schon, dass auch manchen Übersetzern der richtige Zusammenhang und die richtige Übersetzung bekannt war.

Wir haben nämlich konkrete Aussagen des Herrn, welche uns hier Klarheit verschaffen. In Mt 19,28 spricht der Herr von der Wiedergeburt und weist darauf hin, wann diese erfolgen wird - nämlich dann, wenn er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird. Und in Mt 25,31-32 erwähnt er dieses Ereignis noch einmal und konkretisiert, dass es sich dabei um das Gericht über alle Nationen handelt.

Dieses Gericht ist also das Letzte Gericht am Ende der Welt und diese Nationen sind die aus den Toten auferstandenen Menschen aller Zeiten. Es ist somit diese Auferstehung am Ende der Welt zum Weltgericht, welche der Herr in Mt 19,28 als die "Wiedergeburt" bezeichnet.

Die Art und Weise, wie diese Wiedergeburt in der Auferstehung erfolgen wird, erklärt der Herr dem Nikodemus in Jh 3,3-6. In Vers 5 weist er auf die zwei Geburten (und daher auch zwei Tode!) des Menschen hin: die erste (fleischliche) Geburt aus Wasser (Fruchtwasser), die zweite Geburt aus dem Geist bei der Auferstehung (1Ptr 3,18-19).

Die Wiedergeburt ist also - ebenso wie die fleischliche Geburt - ein systemimmanentes Ereignis in der ewigen Existenz des Menschen - jedes Menschen. Wie der Herr dann im Vers 6 sagt: "Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist".

Eine "Wiedergeburt" bei Lebzeiten des Menschen (im Fleisch), wie sie von manchen Predigern gelehrt wird, ist daher absolut ausgeschlossen! Wir werden durch das Wort (Bibel, Predigt) befruchtet und dadurch geistlich wiedergezeugt und kommen zum Glauben. Doch die geistliche Wiedergeburt erfolgt erst bei der Auferstehung. Das bestätigt auch die Beschreibung eines solchen Wiedergeborenen durch den Herrn in den anschließenden Versen Jh 3,7-8.

Und ebenso, wie von der biologischen Zeugung bis zur Geburt des Kindes leider noch manche Probleme auftreten können, kann auch von der geistlichen Zeugung bis zur Geburt aus dem Geist viel geschehen - bis hin zum "Abortus" (Hbr 6,4-6).

(Siehe auch Diskurs 85: "Die echte und die falsche Wiedergeburt.")

(Siehe auch Kapitel 12: "Die Auferstehung.".)



Kann ein Wiedergeborener nicht mehr verloren gehen?

Diese Selbstüberhöhung gipfelt dann in der Behauptung, "ein Wiedergeborener kann nicht mehr verloren gehen". Abgesehen davon, dass eben noch kein Mensch tatsächlich wiedergeboren wurde, sondern erst bei der Auferstehung aus dem Geist geboren wird, gibt uns die Schrift etliche Hinweise, dass Gläubige und mit dem Heiligen Geist gesegnete Menschen vom Glauben auch wieder abfallen können.

Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern.

Hbr 6,4 Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind 6,5 und das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben. 6,6 und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich den Sohn Gottes wieder kreuzigen und dem Spott aussetzen. Hbr 6, 4- 6;

Denn wenn sie wieder überwältigt werden, so ist für sie das letzte schlimmer geworden als das erste.

2Ptr 2,20 Denn wenn sie den Befleckungen der Welt durch die Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus entflohen sind, aber wieder in diese verwickelt und überwältigt werden, so ist für sie das letzte schlimmer geworden als das erste. 2,21 Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben, als sich, nachdem sie ihn erkannt haben, wieder abzuwenden von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot. 2Ptr 2,20-21;

Denn wir sind Teilhaber des Christus geworden, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis zum Ende standhaft festhalten.

Hbr 3,12 Seht zu, Brüder, daß nicht etwa in jemandem von euch ein böses Herz des Unglaubens sei im Abfall vom lebendigen Gott, 3,13 sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es «heute» heißt, damit niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde! 3,14 Denn wir sind Teilhaber des Christus geworden, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis zum Ende standhaft festhalten. Hbr 3,12-14;


Als Gegenargument zu diesen Schriftstellen wird dann meisten Jh 10,27-29 angeführt, wo uns der Herr sagt, dass uns niemand aus seiner und des Vaters Hand rauben kann. Man übersieht dabei allerdings, dass uns zwar niemand aus der Hand Gottes rauben kann, dass wir uns aber - wie die obigen Schriftstellen beweisen - selbst aus der Hand Gottes lösen können. Gott zwingt keinen Menschen! Ebenso wie unsere Entscheidung für Jesus Christus und damit unser Eintritt in den Glauben völlig freiwillig war, lässt uns Gott auch die freie Entscheidung ob wir daran auch weiter festhalten wollen oder nicht.

Wie der Hebräerbriefschreiber oben sagt, müssen wir unsere anfängliche Zuversicht bis zum Ende standhaft festhalten. Auch der Herr sagt in der Offenbarung (2,26): "Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben" und weist darauf hin, dass die Heiligen beim Gericht die Welt richten werden (1Kor 6,2). Hier also eine Art Automatismus abzuleiten: "Wer bekehrt ist, kann nicht mehr verloren gehen" ist nicht nur absolut falsch, sondern auch eine der größten Versuchungen, der die Gemeinde insgesamt ausgesetzt ist.


Die unendliche Liebe Gottes.

Leider wird diese falsche Auffassung aber auch von vielen Predigern und Evangelisten bestätigt und unterstützt, welche den Menschen von der "unendlichen" und "bedingungslosen" Liebe Gottes erzählen. Die Bibel sagt uns wohl, dass uns Gott liebt, sonst hätte er nicht seinen Sohn für unsere Sünden ans Kreuz gehen lassen. Aber sie spricht weder von einer "unendlichen" noch von einer "bedingungslosen" Liebe Gottes. Jeder, der der Semantik seiner Sprache halbwegs mächtig ist, wird sofort erkennen, dass eine derartige Liebe weder zeitliche Grenzen noch moralische Bedingungen kennt, weil sie eben unendlich und bedingungslos ist.

Das heißt aber, dass so eine Liebe Gottes alle Verbrecher, Massenmörder, Gottesleugner, Tyrannen und was es sonst noch an üblem Gesindel gibt, vom Anbeginn der Welt bis zu ihrem Ende (unendlich!!) ohne Reue und Bekehrung (bedingungslos!!) in das ewige Leben eingehen lassen müsste. Das ist natürlich Unsinn, aber nachdem viele Prediger das immer und immer wieder verkünden, glauben es die Leute schließlich und realisieren nicht, dass bei einer unendlichen und bedingungslosen Liebe, Gott allen Menschen alle ihre Sünden ohne irgendeine Gegenleistung vergeben müsste und es wäre dann kein Opfer mehr erforderlich - und Jesus Christus hätte nicht am Kreuz sterben müssen.

Dass dieses Opfer Jesu Christi dennoch erforderlich war, ist der Beweis dafür, dass Gott in erster Linie ein Gott der Gerechtigkeit ist und seine Gerechtigkeit ein Opfer für alle unsere Sünden gefordert hat. Dieses Opfer hätte eigentlich jeder Einzelne von uns erbringen müssen, doch Gott hat in seiner Liebe zu uns Menschen seinen Sohn gesandt, der als Einziger für alle unsere Sünden durch seinen Tod am Kreuz bezahlen konnte. Wer dieses Loskaufopfer für seine Sünden nicht im Glauben annimmt, kann sich weder auf eine unendliche noch auf eine bedingungslose Liebe Gottes berufen, sondern er wird nach der Gerechtigkeit Gottes verurteilt und das Reich Gottes nicht sehen.

Oder wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden?

1Kor 6,9 Oder wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Lustknaben, noch Knabenschänder, 6,10 noch Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben. 1Kor 6, 9-10;


Wir können daher mit absoluter Sicherheit auf die Gnade und Barmherzigkeit Gottes und unseres Herrn Jesus Christus vertrauen, haben aber gleichzeitig allen Grund, unserer eigenen Standhaftigkeit im Glauben zu misstrauen (Mt 26,34-35.75). Die Maxime muss daher lauten: "Dranbleiben - koste es was es wolle".

(Siehe auch Diskurs 69: "Die Prädestination und die Auserwählten. - Können Gläubige (Wiedergeborene) verloren gehen?")


Die falsche Lehre einer Wiedergeburt zu Lebzeiten und die postulierte Unmöglichkeit, dass ein derart "Wiedergeborener" vom Glauben abfallen könnte, wiegt die Geschwister in einer falschen Sicherheit und ist daher äußerst gefährlich. Wie man sieht, sind wir im Christentum oft bestrebt, die Schrift so zu interpretieren, dass die Gemeinde und ihre Mitglieder möglichst ruhmvoll und untadelig dastehen. Wir wollen die Ersten und die Besten sein und womöglich im Millennium herrschen. Und das ist nun deshalb ein Phänomen, weil uns der Herr prophezeit, dass gerade eine solche Haltung kontraproduktiv ist und uns um die Früchte unseres Glaubens bringt:

Und siehe, es sind Letzte, die Erste sein werden, und es sind Erste, die Letzte sein werden.

Lk 13,30 Und siehe, es sind Letzte, die Erste sein werden, und es sind Erste, die Letzte sein werden. Lk 13,30;


Und damit finden wir auch eine Antwort auf die von Ihnen in Ihrem e-mail gestellte Frage:

"Wieso tun Christen so etwas, wo sie doch genau wissen, dass Gott Lügen und Verfälschen seiner Lehre hasst?"


Einerseits sind es jene Prediger und Evangelisten, welche Bücher verkaufen wollen und auch für ihre Vorträge und Seminare Honorare verlangen, welche Interesse daran haben, bei ihrem Zuhörern und ihrer Leserschaft möglichst positive Eindrücke zu hinterlassen. Indem sie den Menschen die ungeschminkte Wahrheit sagten, haben sich schon die Propheten des Alten Testaments - und nicht zuletzt auch unser Herr Jesus Christus - bei vielen Menschen unbeliebt gemacht. Andererseits ist es natürlich auch ein bestimmtes Publikum, das viel lieber jene Dinge hört und glaubt, welche ihnen von einer herrlichen Zukunft, ohne Bedrängnis und Not und mit viel Ehre und Macht kündet, und welches sich daher selbst seine Lehrer auswählt und damit bestimmt, was es hören oder lesen will und was nicht.

Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen werden.

2Tim 4,3 Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt; 4,4 und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden. 2Tim 4, 3- 4;


Die unendliche und bedingungslose Liebe Gottes.

Wenn die Liebe Gottes unendlich und bedingungslos wäre, müsste dieser Gott allen Menschen aller Zeiten (unendlich!!) alle ihre Sünden ohne Reue und Umkehr (bedingungslos!!) vergeben. Es wäre dann kein Sühnopfer mehr erforderlich - und Jesus Christus hätte nicht am Kreuz sterben müssen.

Es würden dann alle Verbrecher, Massenmörder, Gottesleugner, Tyrannen und was es sonst noch an üblem Gesindel gibt, vom Anbeginn der Welt bis zu ihrem Ende (unendlich!!) ohne Reue und Bekehrung (bedingungslos!!) gemeinsam mit allen rechtgläubigen Christen in das ewige Leben eingehen.

Wer daher von einer "unendlichen" und "bedingungslosen" Liebe Gottes spricht, dokumentiert damit, dass er keine Ahnung hat, warum Gott seinen Sohn am Kreuz sterben ließ. Solche Leute haben das Fundament des christlichen Glaubens noch gar nicht begriffen und sind somit völlig ungeeignet, Aussagen über irgendwelche Eigenschaften Gottes zu machen.

(Siehe auch den Diskurs 30: "Warum musste Jesus am Kreuz sterben?”)




(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Ist der Heilige Geist bleibend im Gläubigen? / Kommentar B. Bollmeyer 00, 2005-07-12)

Aber nun zu den Bibelstellen. Eph.1,13-14: "In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung. Der ist das Unterpfand unseres Erbes auf die Erlösung (seines) Eigentums zum Preise seiner Herrlichkeit." Eph. 4,30: "Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung hin!"

Ich verstehe diese Stellen so, dass Gott uns am Tag der Bekehrung ein "Brandmal" (ich weiß, der Ausdruck passt nicht, aber mir fällt nichts Besseres ein) als Eigentumsmerkmal, nämlich den Heiligen Geist, gegeben hat. Nun weiß ich auch, dass der Heilige Geist noch andere Aufgaben hat, aber eine ist eben auch das Pfand und Siegel. In Vers 30 werden wir aufgefordert, den Heiligen Geist nicht zu betrüben. Luther übersetzt 1.Thess. 5,19 mit : "Den Geist dämpfet nicht." Wir sind ganz offensichtlich in der Lage (oder Verantwortung) den Wirkungsraum des Heiligen Geistes zu beeinflussen. Aber mir ist keine Stelle bekannt, die uns sagt, dass uns der Heilige Geist wieder verlässt. Wenn es solche Aussage in der Schrift, besonders im NT, gibt, sagen Sie es mir bitte, denn dann müsste ich meine Erkenntnis revidieren.

Nun folgt meine Logik: Wenn der Heilige Geist bleibend in uns ist, müsste er mit uns in die Hölle, wenn wir unser Heil verlieren, und das ist absurd!

Brunhilde Bollmeyer brunhilde.bollmeyer@gmx.de



Ihre Interpretation von Eph 1,13-14 gefällt mir sehr gut und Ihre abschließende Logik ist bestechend. Genau diese Logik ist es u.a. auch, welche mich zur gegenteiligen Erkenntnis kommen lässt: Wenn der Heilige Geist in uns ist, kann er bei der Bosheit des Menschen (alle sind im Grunde böse, Röm 3,12 nicht alle dessen Taten unterstützen.

So wird uns z.B. von König David oftmals in der Schrift gesagt, dass er im Heiligen Geist gesprochen hat und er daher den Heiligen Geist in sich haben musste. Als er jedoch den Urias im Kampf in die vorderste Front stellen ließ (2Sam 11), damit der getötet werde und David dessen Frau Batseba, mit der er Urias betrogen hatte, für sich haben konnte, konnte unmöglich der Heilige Geist in ihm gewesen sein. Also musste er ihn verlassen haben. Später wird uns dann berichtet, dass David wieder den Heiligen Geist hatte und im Millennium wird Gott den David wieder auferwecken, dass er wieder König Israels sei. Auch hier zeigt sich, dass nach der Schrift der Heilige Geist nicht bleibend im Menschen ist, sondern auf Wollen und Tun jedes Gläubigen entsprechend reagiert.

Zu Ihrer abschließenden Frage:

"Aber mir ist keine Stelle bekannt, die uns sagt, dass uns der Heilige Geist wieder verlässt. Wenn es solche Aussage in der Schrift, besonders im NT, gibt, sagen Sie es mir bitte, denn dann müsste ich meine Erkenntnis revidieren."


darf ich Ihnen aus dem Neuen Testament Hbr 6,4-6 zitieren:

Es ist unmöglich, diejenigen, die des Heiligen Geistes teilhaftig geworden und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern.

Hbr 6,4 Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind 6,5 und das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben 6,6 und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich den Sohn Gottes wieder kreuzigen und dem Spott aussetzen. Hbr 6, 4- 6;


Diese Gläubigen hatten also den Heiligen Geist und sind dann doch abgefallen. Wenn daher der Heilige Geist bleibend in ihnen wäre, müsste dieser  - wie Sie das oben völlig richtig formulieren - mit ihnen in die Hölle. Und hier sind wir uns natürlich absolut einig, dass dies absurd wäre.

Demnach verbleibt jedoch die einzige Alternative, dass der Heilige Geist diese Gläubigen verlassen hat.

(Siehe auch Diskurs 51: "Der Empfang des Heiligen Geistes - wie geschieht das?")



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Der Geist der Wahrheit wird bei euch sein in Ewigkeit. / Replik B. Bollmeyer 01, 2005-07-25)

Danke für den Hinweis auf Hebr. 6,4ff. Die Aussage macht mir schon Schwierigkeiten in meiner Argumentation. Durch diese Stelle werden viele Fragen aufgeworfen, wie soll ich z.B. Joh.14,15-17: "Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein." verstehen?

Brunhilde Bollmeyer brunhilde.bollmeyer@gmx.de



Diese Aussagen des Herrn sind im Zusammenhang mit dem Empfang des Heiligen Geistes tatsächlich sehr interessant und Wert, sie eingehender zu analysieren. Nachdem eines der Probleme bei der Schriftauslegung die verkürzte Wiedergabe von Bibeltexten ist, wodurch dann oft Verheißungen zitiert, jedoch deren Voraussetzungen nicht berücksichtigt werden, wollen wir hier auch den Kontext dieser Stelle in unsere Überlegungen mit einbeziehen.

Wer mich liebt, den wird mein Vater lieben und wir werden Wohnung bei ihm machen.

Jh 14,18 Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch. 14,19 Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich: weil ich lebe, werdet auch ihr leben. 14,20 An jenem Tag werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. 14,21 Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren. 14,22 Judas, nicht der Iskariot, spricht zu ihm: Herr, wie kommt es, daß du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? 14,23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. 14,24 Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Jh 14,18-24;


In der Fortsetzung der von Frau Bollmeyer zitierten Schriftstelle erkennen wir hier oben die näheren Umstände und die Voraussetzungen unter welchen dieser "Geist der Wahrheit" - also der Heilige Geist -, gegeben wird. In Jh 14,23-24 sagt der Herr: "Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen." Die Voraussetzung ist also, dass wir den Herrn Jesus lieben und sein Wort halten, dann wird uns auch der Vater lieben. Und dann heißt es weiter, dass beide - Vater und Sohn - zu uns kommen und Wohnung bei uns machen werden. Und dieses "Wohnung machen" ist ja nun nichts anderes, als das Innewohnen des Vaters und des Sohnes durch den Heiligen Geist - also der Dreieinigkeit - in uns. Das gilt also für alle Gläubigen die den Herrn lieben und seine Worte halten.

Und dann heißt es anschließend:

Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht.

Es ist also die Negation des ersten Teils der obigen Aussage. Und dort wo diese Voraussetzung wegfällt, ist natürlich auch die Konsequenz, nämlich die Verheißung des Innewohnens des Heiligen Geistes hinfällig. Das bedeutet, dass die Gläubigen nur dann und solange mit der Manifestation des Heiligen Geistes in ihnen rechnen können, als sie den Herrn lieben und seine Worte halten.

Einige Verse davor haben wir aber nun jenen Text, welchen auch Frau Bollmeyer in Ihrer Replik zitiert und welcher auf den ersten Blick und für sich betrachtet durchaus den von ihr angesprochenen Eindruck vermitteln könnte, dass der Heilige Geist bleibend ("in Ewigkeit") in uns wohnt.

Der Vater wird euch einen anderen Beistand geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit.

Jh 14,15 Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; 14,16 und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, 14,17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Jh 14,15-17;


Doch gerade wenn wir die Worte des Herrn halten wollen, müssen wir den Text genau lesen, um die Bedeutung dieser Worte auch richtig zu verstehen. Und hier erkennen wir sowohl in Jh 14,16, als auch in 14,17, dass der Herr davon spricht, dass der Heilige Geist bei uns sein bzw. bleiben wird. Auch der griechische Text bezeichnet hier mit dem Wort "para" etwas "neben" oder "in der Nähe von" jemandem. Daraus ergibt sich die Erklärung, dass der Herr nicht davon spricht, dass der Heilige Geist ewig - also bleibend - in uns ist, sondern, dass er ewig bei, neben, in der Nähe von uns sein wird. Und genau von diesem Zusammenhang spricht Johannes auch in der Offenbarung, wo er den Geist Gottes als die sieben Augen des Lammes sieht.

Die sieben Geister Gottes, ausgesandt über die ganze Erde.

Off 5,6 Und ich sah inmitten des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten ein Lamm stehen wie geschlachtet, das sieben Hörner und sieben Augen hatte; die sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt über die ganze Erde. Off 5, 6;


Wir können daraus erkennen, dass der Heilige Geist Gottes über die ganze Erde ausgesandt und damit jedem Menschen nahe ist. Das meint aber nicht, dass er auch in jedem Menschen Wohnung macht. Dieses besagt nur der abschließende Hinweis in Jh 14,17 "und wird in euch sein", wobei sich der Herr hier allerdings wieder auf jene Voraussetzungen bezieht, welche er in Jh 14,23 für das Innewohnen des Heiligen Geistes genannt hat: "Wer mich liebt und meine Worte hält".

Daraus können wir nun wieder erkennen, dass der Heilige Geist wohl bei uns hier auf Erden ist, allerdings sein Walten in uns ist davon abhängig, ob wir den Herrn lieben und seine Worte halten. Wenn wir dieses tun, dann wird es unser größter Wunsch sein, dass der Herr in uns und wir in ihm sind. Und dann wird uns der Vater seinen Geist senden und Vater, Sohn und Geist werden in uns Wohnung machen.

Die biblische Dreieinigkeit.

Es gibt nur den einen und einzigen Gott in seinen drei Instanzen: Gott Vater als gesetzgebende Instanz, vergleichbar mit der Legislative in der menschlichen Gesellschaft, der Geist Gottes als Vollzugsinstanz, ähnlich der Exekutive und der Sohn Gottes als richterliche Instanz, ähnlich der Justiz. Gott hat den Menschen das Gesetz (die Gebote) gegeben (2Mo 24,12), der Heilige Geist registriert deren Einhaltung durch die Menschen, schreitet aber nur ein, wenn menschliche Aktionen den Plan Gottes beeinträchtigen könnten (2The 2,7) und der Sohn Gottes wird im Letzten Gericht/Weltgericht jeden einzelnen Menschen richten (Jh 5,22).

Die eigenständige geistliche Persönlichkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist und deren gleichzeitige Präsenz (Jh 14,10-11) im Geist des einen Gottes (Jh 4,24), kann im Zeitalter der Quantenverschränkung - der "spukhaften Fernwirkung" wie das Einstein nannte - und der vielen Beispiele in der Bibel von Manifestationen im Geist von Menschen (Mk 1,23-25; 5,6-8; Lk 11,24; aber auch Jh 14,23; 17,26!), nur für völlig uninformierte Zeitgenossen eine Frage sein.

Die Methode, derartige Zusammenhänge mit den alten Weisheiten der Kirchenväter erklären zu wollen (Konzil von Nicäa etc.), war schon bei deren Behauptung, die Erde wäre der Mittelpunkt des Universums ein Fehler (Die Schöpfung) und käme heute dem Versuch gleich, die Quantenmechanik mit den Gesetzen der klassischen Physik zu erklären.

Der eigentliche Grund, warum die Unitarier die Dreieinigkeit ablehnen (Es gibt keine Errettung außerhalb der Dreieinigkeit / CH. Spurgeon), ist einerseits der Umstand, dass man sich weigert, die Göttlichkeit des Sohnes Gottes, unseres Herrn Jesus Christus zu akzeptieren. Jesus Christus als Gott (Ps 45,7-8; Jh 20,28; Phil 2,5-8; 2Ptr 1,1; 1Jh 5,20) und sowohl seine Präexistenz (1Mo 1,26; 11,7) als auch seine Postexistenz bei Gott (Jh 14,23; 17,26!), würde ihr ganzes falsches Glaubensgebäude vom "Menschen Jesus" als "Glaubenskämpfer", "Kumpel" oder "Leidensvorbild" in Frage stellen und ad absurdum führen.

Andererseits aber, wurde die Dreieinigkeit - die "Trinität" - von der katholischen Kirche seit Jahrhunderten nach dem Gutdünken und dem "Gefühl" der alten Kirchenväter (Konzil von Nicäa etc.) und nicht nach den Aussagen der Bibel interpretiert. Dadurch war es den Vertretern des "Eingottglaubens" - den Unitariern - leicht möglich, diese Interpretation anhand der Bibel in Frage zu stellen.

Leider hat man aber dabei nicht die Gelegenheit genutzt, um die Bibel eingehend zu studieren und die tatsächlichen Aussagen über die Wesenheit Gottes, seines Sohnes und des Heiligen Geistes festzustellen, sondern hat die oberflächlichen Argumente nur benutzt, um dieses - ebenfalls falsche - Trinitätsdogma der katholischen Kirche anzugreifen.



Wer den Herrn nicht liebt, wird seine Worte nicht halten und der Geist wird nicht in ihn kommen. Und das gilt nicht nur für Gottlose und Ungläubige, sondern auch für jene, welche einstmals diese Liebe zum Herrn und damit den Heiligen Geist hatten und dann davon abgefallen sind. Dies sagt uns einmal der Schreiber des Hebräerbriefes weiter oben, in Hbr 6,4-6 und das bestätigt uns auch der Herr Jesus selbst in der Offenbarung des Johannes, im Brief an die Gemeinde in Ephesus:

Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast.

Off 2,1 Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: Dies sagt der, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt: 2,2 Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren, und daß du Böse nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner befunden; 2,3 und du hast Ausharren und hast vieles getragen um meines Namens willen und bist nicht müde geworden. 2,4 Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. 2,5 Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust. Off 2, 1- 5;


Wie man sieht, ist also die, zugegebener Maßen sehr verlockende Formel: "einmal Heiliger Geist, immer Heiliger Geist", ein Wunschdenken mancher Geschwister und anhand der Schrift nicht zu begründen. Leider gibt es im Glaubensleben keine derartigen Absicherungen. Wir müssen unser ganzes Leben lang darauf achten, dass wir diese Liebe zum Herrn nicht verlassen, damit jene Drohung, welche der Herr an die Gemeinde von Ephesus richtet, nicht auch für uns Realität wird.

Die Bekehrung und der Glaube an unseren Herrn Jesus Christus sowie die Annahme seines Loskaufopfers für unsere Sünden ist eine ganz persönliche Entscheidung jedes Menschen, welche aus völlig freiem Willen und ohne jeden Zwang erfolgen muss. Ein durch Gott ausgeübter Zwang wäre wider die Gerechtigkeit, Würde und Majestät des Allmächtigen. Sehen wir uns doch diese Welt an: Sieht man hier irgendwo einen Zwang Gottes? Gerade das Gegenteil ist der Fall. Eben weil Gott niemanden zwingt, einen bestimmten Weg zu gehen, sondern die Entscheidung dem Menschen frei stellt, geht die Welt dem Chaos entgegen. Und da der Herr, unser Gott niemanden zwingt sich für ihn zu entscheiden, wenn dieser nicht will, wird er auch niemanden gegen dessen Willen zwingen bei Ihm zu bleiben.

Aber auch eine Bekehrung und ein Glaube, welche durch irgendwelche "Missionare" erzwungen werden - wie etwa bei der Katholisierung der südamerikanischen Indios durch die spanischen und portugiesischen Conquistadores - ist vor Gott null und nichtig und führt die Menschen nur von einer Finsternis in eine noch größere Finsternis. Es ist wohl möglich, Informationen, Warnung und Wegweisung an die Hand zu geben, doch seine Entscheidung in dieser Frage muss jeder Mensch selbst und aus persönlicher Überzeugung treffen.

Wenn du die Gottlosen nicht gewarnt hast, werden sie um ihrer Sünde willen sterben, aber ihr Blut werde ich von deiner Hand fordern.

Hes 3,18 Wenn ich zu dem Gottlosen spreche: «Du mußt sterben!» und du hast ihn nicht gewarnt und hast nicht geredet, um den Gottlosen vor seinem gottlosen Weg zu warnen, um ihn am Leben zu erhalten, dann wird er, der Gottlose, um seiner Schuld willen sterben, aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. 3,19 Du aber, wenn du den Gottlosen gewarnt hast und er ist von seiner Gottlosigkeit und von seinem gottlosen Weg nicht umgekehrt, dann wird er um seiner Schuld willen sterben, du aber hast deine Seele errettet

3,20 Und wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und ich einen Anstoß vor ihn lege, dann wird er sterben. Wenn du ihn nicht gewarnt hast, wird er um seiner Sünde willen sterben, und an seine gerechten Taten, die er getan hat, wird man nicht mehr denken; aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. 3,21 Du aber, wenn du ihn, den Gerechten gewarnt hast, damit der Gerechte nicht sündige, und er hat nicht gesündigt, so wird er leben, weil er sich hat warnen lassen; du aber, du hast deine Seele errettet. Hes 3,18-21;

Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!

Mk 16,15 Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! 16,16 Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden. Mk 16,15-16;


Und weil das nun so ist, kann uns nichts und niemand aus dieser Entscheidung und damit aus der Hand unseres Gottes (Jh 10,28-29) reißen, als wieder nur wir selbst. Daher kann jeder Gläubige diese, von ihm freiwillig getroffene Entscheidung auch freiwillig wieder rückgängig machen und vom Glauben abfallen. Und deshalb müssen wir uns nicht vor irgendwelchen satanischen Heeren fürchten und unsere Städte durch Zungengebet oder "geistlichen Kampf" von  ihnen befreien, wie das in einigen Denominationen praktiziert wird, sondern es ist unser eigener Wille, auf den wir achten müssen. Wenn wir jedoch den Herrn lieben und seine Worte halten, wird der dreieinige Gott persönlich in uns wohnen und unsere Liebe mit seiner Liebe stärken, sodass wir aus freiem Willen und in vollem Vertrauen in seiner Hand bleiben wollen.

Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.


(Siehe auch Diskurs 114: "Der Kampf gegen unsichtbare Welten für ein Europa auf christlichem Fundament?")

Die Allversöhnungslehre: Ausweg oder Irrweg?   -    Diskurs 11