Diskurs 108 - Wer oder was hält den Antichrist noch zurück?




Wer ist "der, welcher jetzt zurückhält" aus 2The 2,7? / Anonym 00, 2011-08-19

Die Entrückung.

Die Große Trübsal.

Der, welcher jetzt zurückhält

Wird der Heilige Geist vor dem Antichristen hinweggenommen werden? / Buch W.J. Ouweneel, Seite 102)

Ist der, welcher zurückhält, bereits aus dem Weg? /    Diskurs1133


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Wer ist "der, welcher jetzt zurückhält" aus 2The 2,7?. / Anonym 00, 2011-08-19)

Sehr geehrter Hr. Horak! Zunächst danke ich Ihnen für Ihre so gründliche Internetseite Immanuel.at. Seit einigen Monaten lese ich staunend darin, vergesse aber immer wieder meine Fragen, weil ich mich direkt schon wieder an der nächsten interessanten Thematik festgebissen habe.

So habe ich mich nun entschlossen einfach einmal mit einer Frage anzufangen zu folgender Bibelstelle:

2.Thessalonicher 2,7 Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist;

Sie zitieren diese Bibelstelle in ihrem Zusammenhang in verschiedenen Artikeln. Nur gehen Sie auf "den, der jetzt zurückhält", nicht ein. Diese Stelle war, wenn ich mich recht erinnere, für Dave Hunt u.a. ein Indiz dafür, dass die Entrückung vor der großen Trübsal stattfinden muss. Für Dave Hunt  (ich glaube es war Dave Hunt) war nämlich "der, der jetzt zurückhält" der heilige Geist in Form der Gemeinde, die erst aus dem Weg (also entrückt) sein muss, bevor der Antichrist sich im Heiligtum des Tempels positionieren kann.

Ich habe vor einigen Jahren "die Okkulte Invasion" von Dave Hunt gelesen. Wenn ich jetzt das Zitat in seinem Buch suchen wollte, würde ich wahrscheinlich nie dazu finden, einfach einmal zu beginnen, Ihnen meine Fragen zu stellen. Ich bin sehr begierig nach Ausführungen wie den Ihren, denn so gut erklärt und belegt bekommt man selten etwas. Möglicherweise ist es auch die Argumentation von Roger Liebi gewesen und nicht die von Dave Hunt. Damals forschte ich nämlich nach Indizien dafür, ob die Zeichen- und Wunderbewegung heute zur Verführung gehört, oder von Jesus Christus ausgeht. Dazu las ich mehrere Autoren. Egal von wem, diese Argumente haben mich beruhigt, mich und meine Kinder in der Zukunft nicht in der großen Trübsal zu befürchten.

Wer ist also in Ihren Augen "der, welcher jetzt zurückhält"?

Es ist doch der Antichrist, der von diesem jetzt zurückgehalten wird, oder erliege ich auch an dieser Stelle einem Missverständnis?

Ich freue mich sehr auf Ihre Antwort und hoffe, Ihnen dann auch noch weitere Fragen stellen zu dürfen. Mein Problem ist, dass ich hastig, viel aufnehmen will und danach nicht mehr alle meine Fragen sortiert bekomme. Ferner finde ich dann die Stellen nicht mehr, auf die ich mich gerne beziehen würde. Aber ich bin auch keine Wissenschaftlerin oder Theologin und habe auch noch nie wirklich wissenschaftlich oder analytisch gearbeitet. Damals, als ich Dave Hunt las, hatte er mich durch seine Argumentation überzeugt von der Entrückung vor der Trübsal. Auch blieb mir das Argument bis heute hängen, dass wenn sie heiraten, und mahlen und schlafen, es keine Bedrängniszeiten sein können, sondern Zeiten des Friedens, wenn die Entrückung stattfindet, sonst würden sie nicht ihren normalen Gewohnheiten nachgehen. Wenn es sich um Zeiten der Christenverfolgung handeln würde, dann wären die Christen sicher schon in irgendwelchen KZs und würden nicht neben einem Nichtchristen im Bett liegen oder mahlen… Auch die Tatsache, dass Er kommt, wie ein Dieb, hielt Dave Hunt nicht in Zeiten für möglich, wo die Seinen ihn sehnlichst erwarten, aufgrund ihrer Pein. Aber vielleicht kommt er ja nur für die Ungläubigen wie ein Dieb?

(…) Mir hat man seit meiner Bekehrung halt immer gesagt; der Herr Jesus könnte jeden Tag wieder kommen und uns entrücken. Es würden da keine Voraussetzungen mehr fehlen. Das ist auch die Lehrmeinung meiner FeG.

Die Besucherin will anonym bleiben.



Danke für Ihren Besuch bei Immanuel.at, Ihre freundlichen Worte und Ihren Kommentar. Sie sehen das völlig richtig, diese Bibelstelle wird bei Immanuel.at öfter zitiert, aber aufgrund fehlender neuer Erkenntnis nicht weiter erklärt. Bei der Interpretation des Textes von 2The 2,1-12 ist ja gerade dieser Vers, 2The 2,7, schon seit dem vorigen Jahrhundert sehr umstritten. Im Zusammenhang mit Ihrer Anfrage und der neuerlichen Befassung nach mehreren Jahren, hat sich aber nun eine neue Sichtweise ergeben, welche einerseits die bisherige umstrittene Auslegung widerlegen und eine schriftgemäßere Deutung anbieten kann. Zur besseren Übersicht hier einmal der Bibeltext:

Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit offenbart sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist.

2The 2,1 Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm, 2,2 dass ihr euch nicht schnell in eurem Sinn erschüttern, auch nicht erschrecken lasst, weder durch Geist noch durch Wort, noch durch Brief, als seien sie von uns, als ob der Tag des Herrn da wäre. 2,3 Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2,4 der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei. 2,5 Erinnert ihr euch nicht, dass ich dies zu euch sagte, als ich noch bei euch war? 2,6 Und jetzt wisst ihr, was zurückhält, damit er zu seiner Zeit geoffenbart wird.

2,7 Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist; 2,8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; 2,9 ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge 2,10 und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen, dafür, dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen haben. 2,11 Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, 2,12 damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit. 2The 2, 1-12;


Um die Frage der Besucherin bezüglich Vers 2The 2,7 zu beantworten, müssen wir aber erst einmal den Kontext dieser Bibelstelle beachten. Paulus schreibt den Thessalonichern hier anscheinend aufgrund eines Berichts, der ihn erreicht hat. Demnach sollen in Thessaloniki Gerüchte verbreitet worden sein, welche behaupten, der Tag der Wiederkunft des Herrn mit der Entrückung der Seinen sei bereit da. Nachdem man für diese betrügerischen Behauptungen sogar einen angeblichen Brief des Paulus mit dieser Aussage zitierte, waren die christlichen Gläubigen in Thessaloniki verständlicherweise verwirrt und geängstigt, da die Entrückung - wie sie meinten - bereits erfolgt sei und sie ja offensichtlich nicht mitentrückt wurden.



Die Entrückung

Wenn man nun den Text genau liest, ist zu erkennen, dass Paulus hier die Geschwister beruhigt und bestätigt, dass dieser Tag der Wiederkunft des Herrn und der Entrückung der Gläubigen noch nicht gekommen ist. Und zum Beweis schildert er ihnen dann einen genauen Ablauf dieser endzeitlichen Ereignisse.

Der Tag der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm.

2The 2,1 Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm, 2,2 dass ihr euch nicht schnell in eurem Sinn erschüttern, auch nicht erschrecken lasst, weder durch Geist noch durch Wort, noch durch Brief, als seien sie von uns, als ob der Tag des Herrn da wäre. 2The 2, 1- 2;


Nachdem Paulus die Thessalonicher warnt, sich ja nicht - durch welche "Botschaften" auch immer - verführen zu lassen, beweist er ihnen, dass dieser Tag noch gar nicht da sein kann, da zuvor noch ein unverkennbares und unübersehbares Ereignis stattfinden muss: der Abfall (von Gott) - die große Trübsal - muss zuerst kommen und mit ihm der Mensch der Gesetzlosigkeit - der Antichrist - geoffenbart werden.

Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens;

2The 2,3 Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2,4 der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei. 2The 2, 3- 4;

Der Tag des Offenbarwerdens unseres Herrn Jesus Christus.

1Kor 1,4 Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus: 1,5 In ihm seid ihr in allem reich gemacht worden, in allem Wort und aller Erkenntnis, 1,6 wie denn das Zeugnis des Christus unter euch gefestigt worden ist. 1,7 Daher habt ihr an keiner Gnadengabe Mangel, während ihr das Offenbarwerden unseres Herrn Jesus Christus erwartet, 1,8 der euch auch festigen wird bis ans Ende, so dass ihr untadelig seid an dem Tag unseres Herrn Jesus Christus. 1,9 Gott ist treu, durch den ihr berufen worden seid in die Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn. 1Kor 1, 4- 9;

So wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag.

Lk 17,24 Denn wie der Blitz blitzend leuchtet von einem Ende unter dem Himmel bis zum anderen Ende unter dem Himmel, so wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag. Lk 17,24;


Es muss also zuerst der Antichrist und die Große Trübsal kommen, bevor der Herr zur Entrückung wiederkehrt. Das ist der eindeutige Beweis dafür, dass es daher keine Entrückung vor der Großen Trübsal (Prätribulationismus) gibt, sondern, dass auch die Gemeinde Christi durch die Große Trübsal gehen muss. Auch unser Herr offenbart uns in seiner Endzeitrede in Mt 24 und 25 genau diese Reihenfolge:

Nach der Bedrängnis jener Tage werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken.

Mt 24,29 Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 24,30 Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. 24,31 Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende. Mt 24,29-31;


Wie uns der Text oben: „sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels” besagt, geht es auch hier um die Wiederkunft des Herrn. Und die Verheißu8ng im Anschluss: „Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln”, bestätigt uns, dass es sich auch hier um die Wiederkunft des Herrn zur Entrückung der Seinen handelt.

Und hier sagt uns nun der Herr in Mt 24,29, daß er „gleich nach der Bedrängnis jener Tage” – also nach der Großen Bedrängnis/Trübsal, welche er in Mt 24,21 ankündigt - kommen wird. Es ist also für den aufmerksamen Bibelleser schon gar nicht besser zu beweisen, dass die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung nach der Großen Trübsal erfolgen wird und nicht vorher.

(Siehe auch Diskurs 106: „Die falschen Lehren in den christlichen Gemeinden.”)


Es ist daher auch unverantwortlich von manchen Predigern in den christlichen Gemeinden, dass sie aufgrund ihrer Bequemlichkeit, die Bibel selbst zu studieren – denn Absicht möchte ich hier gar nicht unterstellen –, die Geschwister in die Irre führen, indem sie einfach das nachplappern, was ihnen andere seit fast hundert Jahren vorgeplappert haben.

Die große Gefahr dabei ist ja, dass der Antichrist (die griechische Vorsilbe „anti” kann ja sowohl „gegen” als auch „anstatt” bedeuten) als „Anstattchristus” kommen wird. Er wird behaupten der echte Christus, der echte Messias zu sein und wird unseren Herrn Jesus Christus als Betrüger und Gotteslästerer beschimpfen, wie das die Juden ja bereits seit fast 2000 Jahren tun, seitdem es Kaiphas, ihr Hohepriester, bei der Verurteilung des Herrn zum Tod, das erste Mal ausgesprochen hat (Mt 26,63-66). Aber auch die Antitrinitarier unserer Zeit bemühen sich bereits fleißig, die Göttlichkeit unseres Herrn zu leugnen und ihn als Mensch "Jeschua" zu deklassieren, was der Antichrist später natürlich gerne bestätigen wird.

(Siehe auch Diskurs 107: „Die geleugnete, die falsche katholische und die echte biblische Dreieinigkeit.”)


Christus Jesus, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein.

Phil 2,5 Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, 2,6 der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. 2,7 Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden, 2,8 erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. 2,9 Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, 2,10 damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, Phil 2, 5-10;

Das ist der Antichrist, der nicht bekennt, dass Jesus Christus (der in Gestalt Gottes war) im Fleisch gekommen ist.

2Jh 1,7 Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist. 1,8 Seht euch vor, dass ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt. 1,9 Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer in dieser Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn. 1,10 Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn auch nicht. 1,11 Denn wer ihn grüßt, der hat teil an seinen bösen Werken. 2Jh 1, 7-11;

Das ist der Antichrist, der leugnet, dass Jesus der Christus ist.

1Jh 2,22 Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 1Jh 2,22;

Und dann werden alle jene christlichen Geschwister in den FeGs und anderen Gemeinden, die, wie uns die Kommentatorin oben schreibt, von ihren Predigern gelehrt wurden: „der Herr Jesus könnte jeden Tag wieder kommen und uns entrücken - es würden da keine Voraussetzungen mehr fehlen”, diesen falschen Christus mit Freuden begrüßen und als den Sohn Gottes anbeten. – Übrigens auch die Juden, welche ihn als ihren Messias bejubeln werden.

Ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge.

2The 2,7 Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist; 2,8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; 2,9 ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge. 2The 2, 7- 9;


Und ebenso, wie heute falsche Prediger den Geschwistern in den Gemeinden einreden, dass die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 die "Sammlung Israels durch Gott" war und damit biblische Prophezeiungen, welche sich erst am Beginn des Tausendjährigen Reiches unseres Herrn Jesus Christus ereignen werden, in die Gegenwart verschieben, wird dann vielleicht auch der Antichrist mit der Zeitverschiebung operieren und verkünden, dass die Entrückung verschoben ist, bis er auf Erden alles "geregelt" hat. Und sie werden ihm alle glauben, denn er wird Wunder über Wunder und Zeichen über Zeichen bewirken und die ganze Welt wird staunen.

Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben,

2The 2,9 ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge. 2,10 und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen, dafür, dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen haben. 2,11 Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, 2,12 damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit. 2The 2, 9-12;


Schließlich finden wir bei genauer Betrachtung dieses Textes von Paulus auch noch einen weiteren unwiderlegbaren Hinweis dafür, dass die Wiederkunft des Herrn und damit die Entrückung erst nach der Großen Trübsal erfolgen wird. In Vers 8 des hier diskutierten Textes prophezeit Paulus, dass der Gesetzlose - der Antichrist - von unserem Herrn Jesus Christus bei seiner Ankunft vernichtet wird.

Der Gesetzlose, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes bei seiner Ankunft;

2The 2,8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; 2The 2, 8;


Wenn also der Antichrist bei der Wiederkunft des Herrn zur Entrückung vom Sohn Gottes beseitigt wird, muss der Antichrist ja davor die Welt beherrscht haben und damit die Große Trübsal stattgefunden haben. Und damit haben wir wieder den Beweis, dass die Große Trübsal und der Antichrist zeitlich vor der Wiederkunft des Herrn und der Entrückung einzuordnen sind.

Bei all diesen biblischen Beweisen wäre es also tatsächlich eine Art "Irrwahn", wie Paulus oben schreibt, zu glauben - und zu predigen -: „der Herr Jesus könnte jeden Tag wieder kommen und uns entrücken - es würden da keine Voraussetzungen mehr fehlen” und damit die Zeit der Großen Trübsal für die Gläubigen zu unterschlagen und das Erscheinen des Antichrists den Geschwistern zu verheimlichen.

(Siehe auch Diskurs 71: „Ist das nächste größte Ereignis der Weltgeschichte für die Gläubigen die Entrückung?”)


Nachdem wir aber davon ausgehen, dass die meisten Prediger dies nicht wissentlich falsch verkündigen, wollen wir versuchen zu ergründen, wieso sich - trotz zahlreicher biblischer Gegenbeweise - eine derartige Sicht so lange halten und fast weltweit verbreiten konnte. Ein Beispiel dafür ist vielleicht das von der Kommentatorin zitierte Argument des amerikanischen Predigers und Autors vieler Bücher Dave Hunt (sollte sie es tatsächlich bei ihm gelesen haben). Sie schreibt oben:

„(…) als ich u.a. Dave Hunt las, hatte er mich durch seine Argumentation überzeugt von der Entrückung vor der Trübsal. Auch blieb mir das Argument bis heute hängen, dass wenn sie heiraten, und mahlen und schlafen, es keine Bedrängniszeiten sein können, sondern Zeiten des Friedens, wenn die Entrückung stattfindet, sonst würden sie nicht ihren normalen Gewohnheiten nachgehen. Wenn es sich um Zeiten der Christenverfolgung handeln würde, dann wären die Christen sicher schon in irgendwelchen KZs und würden nicht neben einem Nichtchristen im Bett liegen oder mahlen …”


Die Begründung von Dave Hunt, „dass, wenn sie heiraten, und mahlen und schlafen, es keine Bedrängniszeiten sein können, sondern Zeiten des Friedens” scheint nun doch etwas verwunderlich. Denkt der Autor etwa, dass die Menschen in der Großen Trübsal nicht essen und nicht schlafen werden? Und weil er schon die KZs erwähnt: auch in den Konzentrationslagern der Nazis haben die Menschen natürlich gegessen und geschlafen. Und auch geheiratet wurde im KZ (Die Hochzeit von Auschwitz)

Doch der Grundfehler, welchen Dave Hunt hier begeht, ist der Fehler aller falschen Interpretationen: sie nehmen einen Vers aus dem Kontext und bauen darauf dann eine ganze Story auf. Hätte Hunt vor diesem von ihm zitierten Text aus Lk 17,34-35 auch die Aussagen des Herrn weiter vorne, in Lk 17,26-30 gelesen - und vor allem zitiert! - dann hätten seine Leser keine Verständnisschwierigkeiten. 

Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten;

Lk 17,26 Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: 17,27 sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und die Flut kam und alle umbrachte.17,28 Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; 17,29 an dem Tag aber, da Lot von Sodom hinausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um. 17,30 Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird. Lk 17,26-30;


Denn hier sagt der Herr, dass es zu dieser Zeit der Entrückung sein wird, wie zur Zeit Noahs und zur Zeit Lots. Und in beiden Fällen waren die Menschen so weit von Gott abgefallen, dass Gott sie vernichten musste. Zur Zeit Noahs die ganze Menschheit bis auf 8 Personen und zur Zeit Lots sämtliche Menschen in Sodom und Gomorrha. 
Auch das Argument, dass Gläubige mit Ungläubigen im Bett liegen, belegt ja, dass dies Zeiten sind, in welchen man sich seinen Bettnachbar nicht aussuchen kann - wie auch einst in den KZs. Warum sagt wohl der Herr in Lk 21,12:

Vor diesem allem aber werden sie ihre Hände an euch legen und euch verfolgen, indem sie euch an die Synagogen und Gefängnisse überliefern, um euch vor Könige und Statthalter zu führen um meines Namens willen.

Lk 21,10 Dann sprach er zu ihnen: Es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich; 21,11 und es werden große Erdbeben sein und an verschiedenen Orten Hungersnöte und Seuchen; auch Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel wird es geben. 21,12 Vor diesem allem aber werden sie ihre Hände an euch legen und euch verfolgen, indem sie euch an die Synagogen(!) und Gefängnisse überliefern, um euch vor Könige und Statthalter zu führen um meines Namens willen. Lk 21,10-12; (Siehe auch Mt 10,17-18)


Sind das etwa "Zeiten des Friedens" für die Gläubigen?  Oder wer sollen denn diese Bedrängten dann sein? Vielleicht Juden? Sicher nicht! Um des Namens Christi willen können nur Christen gehasst und verfolgt werden. Und dann sagt der Herr noch: „Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.” Diese "Auserwählten", das ist die Endzeitgemeinde in der Großen Trübsal (Mt 24,22-31).

Und ihnen sagt der Herr, wenn sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke, so sollen sie aufblicken und ihre Häupter empor heben, weil ihr Erlösung naht. Das heißt ja, dass sie davor ihre Häupter vor Angst und Verzweiflung gesenkt hielten und der Ankunft des Herrn entgegenharrten. Deshalb werden das mit Sicherheit keine "Zeiten des Friedens" sein.

Wenn diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht.

Lk 21,27 Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit. 21,28 Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht. Lk 21,27-28;


(Siehe auch die Tabelle 19: „Die Verfolgung der Christen in der Endzeit.”)


Doch diese Gleichnisse des Herrn in Lk 17,26-29.34-35 haben vor allem den Sinn, den Jüngern - und der Endzeitgemeinde -  den Vorgang der Entrückung näher zu erklären. Die Wiederkunft des Herrn wird zwar plötzlich erfolgen aber weltweit sichtbar sein wie ein Blitz, der „leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum anderen” (Lk 17,24). Und dies wird die Ungläubigen ähnlich überraschen, wie die Zeitgenossen Noahs die Flut und jene Lots die Vernichtung von Sodom überrascht hat: sie werden in ihrem Unglauben dahinleben und nichts derartiges erwarten. Wie wir sehen, gibt es also auch keine "unsichtbare Wiederkunft des Herrn", wie uns das manche - insbesondere amerikanische - Prediger einreden wollen!

Und am Ende seiner Erklärung, in Lk 17,37, fragen dann die Jünger den Herrn etwas verwirrt „Wo, Herr?”, also wo sollen sie sich hinbegeben, damit sie auch mitgenommen werden. An der Antwort des Herrn erkennen wir nun zweierlei. Einerseits sieht es so aus, als hätte er ihre Frage gar nicht registriert, sondern von etwas ganz anderem gesprochen, wenn er sagt: „Wo das Aas ist, da sammeln sich auch die Geier”. Und dennoch war es genau die Antwort, welche die Jünger – viel mehr aber die Gläubigen der Endzeit – wissen müssen.

Es scheint, als ob ihnen der Herr damit sagen wollte: „Denkt nicht, dass ihr irgendeinen Ort aufsuchen müsst. Wenn Gott alle eure Haare gezählt hat und jeden Sperling auf dem Dach kennt, meint ihr nicht, dass er auch euch und euren Leib unter allen anderen Menschen erkennen kann? Wenn ich komme, werde ich meine Engel aussenden, um die Meinen einzusammeln. Und ebenso wie die Geier instinktiv wissen, wo das Aas zu finden ist, werden auch die Engel wissen, wo die Gläubigen zu finden sind”.

(Siehe auch Diskurs 12: „Muss die Endzeitgemeinde zur Entrückung einen Bergungsort aufsuchen?”)



Die Große Trübsal

Die falsche Sicht des Prätribulationismus' (Wiederkunft des Herrn und Entrückung der Gemeinde noch vor der Großen Trübsal) hat ihren Ursprung sicherlich einmal in der Bequemlichkeit mancher Ausleger. Diese falsche Deutung wurde einmal aufgestellt und dann - leider - von vielen Auslegern mehr oder weniger ungeprüft übernommen. Der Grund hiefür ist natürlich in erste Linie die Ersparnis an Zeit und Bibelstudium.

Aber es gibt noch einen weiteren, viel schwerwiegenderen Grund. Viele Ausleger sind gleichzeitig auch Autoren und Prediger und lassen sich für ihre Predigten, Bücher, Vorträge, Kurse und Seminare auch angemessen bezahlen. Und nun ist es eine Binsenweisheit, dass man mehr Bücher verkauft, mehr Zuhörer, Kursteilnehmer etc. gewinnt, wenn man dem Publikum "good news", also frohe Botschaften überbringt. Die Botschaft, dass sie eventuell in eine Große Trübsal gehen müssten, ist aber natürlich keineswegs "froh". Und daher hat man - ungeachtet der biblischen Befunde - nach Argumenten gesucht, welche gegen eine solche Auffassung sprechen.

Genau das ist aber der Grund, warum uns Paulus gebietet, uns nicht für unsere Predigten bezahlen zu lassen, sondern mit unseren eigenen Händen zu arbeiten, wie er es auch selbst praktiziert hat.

Wir ermahnen euch, eure eigenen Geschäfte zu tun und mit euren Händen zu arbeiten, damit ihr niemanden nötig habt.

1The 4,9 Was aber die Bruderliebe betrifft, so habt ihr nicht nötig, daß man euch schreibt, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben; 4,10 das tut ihr ja auch gegen alle Brüder in ganz Mazedonien. Wir ermahnen euch aber, Brüder, reichlicher zuzunehmen 4,11 und eure Ehre darein zu setzen, still zu sein und eure eigenen Geschäfte zu tun und mit euren Händen zu arbeiten, so wie wir euch geboten haben, 4,12 damit ihr anständig wandelt gegen die draußen und niemanden nötig habt. 1The 4, 9-12;

Wir haben mit Mühe und Beschwerde Nacht und Tag gearbeitet, um keinem von euch beschwerlich zu fallen.

2The 3,7 Denn ihr selbst wißt, wie man uns nachahmen soll; denn wir haben unter euch nicht unordentlich gelebt, 3,8 noch haben wir von jemand Brot umsonst gegessen, sondern wir haben mit Mühe und Beschwerde Nacht und Tag gearbeitet, um keinem von euch beschwerlich zu fallen. 2The 3, 7- 8;


Paulus - er war Zeltmacher von Beruf (Apg 18,3-5) - besteht also darauf, dass solche Leute nach seinem Vorbild ihrem eigenen, weltlichen Beruf nachgehen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen und nicht den Geschwistern in den Gemeinden beschwerlich fallen sollen. Wenn sie leitende Funktionen oder Lehre und Predigt in der Gemeinde ausüben, dann sollte das kostenlos geschehen. Die Ansicht „Was nichts kostet ist nichts wert” ist rein weltlicher Provenienz und dokumentiert die Dummheit und die Unfähigkeit der Weltmenschen, die Dinge nach ihrem Inhalt zu beurteilen und die wahren Werte zu erkennen. 

Unter Christen jedoch gilt für Leiter, Lehrer und Prediger das einfache Prinzip: Wenn sie ihre Erkenntnis vom Heiligen Geist haben, dann haben sie es kostenlos erhalten und sollten es auch kostenlos weitergeben; wenn ihre Erkenntnis jedoch nicht vom Heiligen Geist ist, dann sollten sie es für sich behalten und nicht auch noch andere Geschwister damit belästigen.

Bei dem Deutungsversuch nun, die Gemeinde nicht durch die Große Trübsal "gehen zu lassen", ist man dann - wie meistens bei solchen Versuchen - von einer Fehlinterpretation in eine andere geraten. Im ersten Brief an die Thessalonischer schreibt Paulus vom "Zorn Gottes":

Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt.

1The 5,9 Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus. 1The 5, 9;


Und daraus wird nun zwar völlig richtig abgeleitet, dass die Gläubigen der Endzeit nicht den "Tag des Herrn und des Zornes Gottes" miterleben müssten. Doch dann wird - wieder entgegen den Aussagen der Schrift - der Tag des Herrn und des Zornes Gottes mit der Großen Trübsal gleichgesetzt und schon hat man ein zwar biblisch falsches aber für die Zustimmung im Publikum sehr attraktives Argument, um die Entrückung vor diesen "Zorn Gottes" und der vermeintlichen Großen Trübsal zu verlegen.

Tatsächlich sind die Große Trübsal und der Tag des Zornes Gottes zwei völlig voneinander getrennte Zeitperioden der Endzeit. Die Große Trübsal umfasst das Auftreten des Antichrists in Off 6,1-2 (1. Siegel), dann die Große Trübsal selbst mit ihren Katastrophen in Off 6,3-8 (2.-4. Siegel) und die Wiederkunft des Herrn zur Entrückung in Off 6,12-14 (6. Siegel). Der Beweis dafür ist die Parallelität der Ereignisse von Mt 24 mit Off 6 und 7 und vor allem die Aussage von Off 7,9-17, wo die Endzeitgemeinde aus der Großen Trübsal kommend von Johannes bereits im Himmel gesehen wird:

(Siehe auch Diskurs 61: „Ist die Große Trübsal identisch mit dem Tag des Herrn und des Zornes Gottes?”)


Diese sind es, die aus der großen Trübsal kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes.

Off 7,9 Nach diesem sah ich: und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen.

7,10 Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm! 7,11 Und alle Engel standen rings um den Thron und die Ältesten und die vier lebendigen Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihre Angesichter und beteten Gott an 7,12 und sagten: Amen! Den Lobpreis und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Danksagung und die Ehre und die Macht und die Stärke unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

7,13 Und einer von den Ältesten begann und sprach zu mir: Diese, die mit weißen Gewändern bekleidet sind - wer sind sie, und woher sind sie gekommen? 7,14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die aus der großen Trübsal kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes. 7,15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen.

7,16 Sie werden nicht mehr hungern, auch werden sie nicht mehr dürsten, noch wird die Sonne auf sie fallen noch irgendeine Glut; 7,17 denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie hüten und sie leiten zu Wasserquellen des Lebens, und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen. Off 7, 9-17;


Es sind Menschen aus allen Nationen der Welt und sie stehen nach der Entrückung im Himmel, vor dem Thron Gottes. Und von ihnen sagt einer von den Ältesten: „Diese sind es, die aus der großen Trübsal kommen”. Wenn diese Menschen aus allen Nationen also aus der Großen Trübsal kommen, dann waren sie zwangsläufig zuvor in der Großen Trübsal und können daher nicht vor der Großen Trübsal entrückt worden sein. Auch das ist eine Bibelstelle, welche die Vertreter einer Entrückung vor der Großen Trübsal nicht gelesen oder umgedeutet haben. Und dann schreiben sie auch noch Bücher und halten Predigten zu diesem Thema.

(Siehe auch: Diskurs 862: „18 Argumente für eine Entrückung vor der Großen Trübsal - und ihre Widerlegung.”)


Im Gegensatz zum Tag des Zornes Gottes mit seinen Posaunen- und Schalengerichten, scheint aber die Große Trübsal - die ersten vier Siegel der Offenbarung - noch keine Gerichte Gottes zu beinhalten. Es sind eher jene weltweiten Katastrophen, welche der Mensch durch seine Macht- und Profitgier und den Raubbau an unserem Planeten selbst verursacht hat. Der Kampf um die letzten Ressourcen führt dann offenbar zu jenen Kriegen, in welchen sich „ein Volk gegen das andere und Königreich gegen Königreich erheben” wird (Mt 24,7) und wo „die Menschen einander schlachten” (Off 6,4) werden.

(Siehe auch: Diskurs 05: „Die Parallelität der Ereignisse von Mt 24 und Off 6 und 7.”)


Anschließend an die Große Trübsal und die Wiederkunft des Herrn mit der Entrückung beginnt der Tag des Herrn/Zornes Gottes in Off 6,15-17 bzw. 8,1-6 (7. Siegel), beinhaltet die Posaunen- und die Schalengerichte in Off 8,7 und 16,1 und findet sein Ende mit der 7. Zornesschale (Off 16,17). Und die Verheißung des Paulus, oben in 1The 5,8: "Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt", meint nun genau diesen Tag des Zornes Gottes. Dieser ist nicht für die Gläubigen der Endzeit bestimmt, weil sie lange davor, nach der Großen Trübsal, bei der Wiederkunft des Herrn entrückt werden sollen.

(Siehe auch Tabelle 14: „Die Offenbarung - nach Ereignissen gegliedert.”)



Der, welcher jetzt zurückhält

Mit der in der obigen Analyse erarbeiteten Erkenntnis, dass die Große Trübsal und der Tag des Zornes Gottes zwei getrennte Ereignisse in der Endzeit sind, speziell aber der biblischen Tatsache, dass die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung der Gemeinde erst nach der Großen Trübsal erfolgen wird - können wir uns nun der Interpretation dieser schwierigen Stelle in 2The 2,5-7 zuwenden. Hier noch einmal der Text dieser Verse:

Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit offenbart sich erst, bis der, welcher zurückhält, aus dem Weg ist.

2The 2,5 Erinnert ihr euch nicht, daß ich dies zu euch sagte, als ich noch bei euch war? 2,6 Und jetzt wißt ihr, was zurückhält, damit er zu seiner Zeit geoffenbart wird. 2,7 Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist. 2The 2, 5- 7;


Paulus hat sich hier nicht sehr deutlich ausgedrückt und die Sache, um die es ihm ging, nicht eindeutig bezeichnet. Der Grund dafür dürfte einerseits der Umstand sein, dass Paulus den Thessalonichern diese Zusammenhänge bereits bei einem früheren persönlichen Aufenthalt erklärt hat, wie er in Vers 5 schreibt. Andererseits könnte es sein, dass Paulus eine detailliertere Beschreibung gar nicht für nötig erachtete, weil diese Aussagen ohnehin selbsterklärend sind, wie wir weiter unten sehen werden.

Aus dieser angeblich "verhüllten" Darstellung schließt aber nun die erste der zwei "Standardinterpretationen", dass Paulus dies absichtlich nicht schriftlich erwähnt hat, weil er mit der aufhaltende Sache, das "Was" im Vers 6 (im Griechischen sächlich), die Ordnung des römischen Staates und mit der aufhaltenden Person, das "Welcher" in Vers 7, den römische Kaiser gemeint hat und Komplikationen mit den römischen Behörden vermeiden wollte. Bei dieser Deutung muss man allerdings das Römische Reich neu "auferstehen" lassen, um seine Existenz in der Endzeit zu erklären.

Doch mit einem derartigen Hintergrund hätte Paulus ja davon ausgehen müssen, dass das Römische Reich "das" und der römische Kaiser "der", den Gesetzlosen Zurückhaltende gewesen wäre. Was hier die Vertreter dieser Interpretation wohl übersehen, ist der Umstand, dass sowohl das Römische Reich, als auch die römischen Kaiser offensichtlich selbst satanische Hintergründe hatten und daher gar kein Interesse daran haben konnten, das antichristliche Machtgefüge und seinen Herrscher in irgendeiner Weise zurückzuhalten. 

Ganz im Gegenteil, wenn man sich die Weltgeschichte der letzten zweitausend Jahre ansieht, versuchen die Herrscher dieser Welt - von den römischen Kaisern bis zu Hitler in unserer Zeit - immer wieder eine solche Weltherrschaft hervorzubringen. Dank dem Wirken des Heiligen Geistes ist es ihnen bisher aber noch nicht gelungen.

(Siehe auch Diskurs 1042: „Sind alle Regierungen der Welt von Gott eingesetzt?”)


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Wird der Heilige Geist vor dem Antichristen hinweggenommen werden? / Buch W.J. Ouweneel, Seite 102)

Die Verse 6 und 7 (von 2The 2 / Anm. FH) besagen, daß es heute noch eine „zurückhaltende Macht” in der Welt gibt, sowohl eine Person („er”) als auch eine Sache („was”), die die volle Entfaltung des Bösen (den Abfall, die Offenbarung des Antichristen) zurückhält. Es wurden verschiedene Vorschläge gemacht, bezüglich der Frage, was mit dem „Zurückhalter” gemeint ist. Es hat keinen Sinn, alle diese Vorschläge hier zu besprechen. Es gibt u. E. nach nur eine Erklärung, die zeigen kann, was das „was” von Vers 6 als auch der „der” von Vers 7 ist. Das erste ist die Gemeinde und das zweite ist der Heilige Geist, der seit dem Pfingsttag in der Gemeinde wie in einem Tempel wohnt. Wenn der Tempel von der Erde weggenommen ist, wird auch der Heilige Geist nicht mehr in Person auf der Erde wohnen. Die Gemeinde und der Heilige Geist, der in ihr wohnt, bilden die einzig denkbare Macht, die die volle Entfaltung des Bösen zurückhalten kann, und die (wie es wörtlich heißt) „aus dem Weg ist”, von der Bühne verschwindet.

(W. J. Ouweneel, Das Buch der Offenbarung CLV)



Die zweite gängige Interpretation, hier oben von W. J. Ouweneel vertreten, geht davon aus, dass "das Zurückhaltende" die christliche Gemeinde in der Welt und "der Zurückhaltende" der Heilige Geist in den Gläubigen ist. Und man argumentiert, dass die Gemeinde und mit ihr der Heilige Geist, vor der Großen Trübsal entrückt werden und dann der Antichrist freie Bahn hätte. 

In der Analyse weiter oben haben wir jedoch nachgewiesen, dass die Gemeinde tatsächlich erst nach der Großen Drangsal entrückt wird. Und wie wir weiter unten noch anhand der Bibel beweisen werden, wird der Heilige Geist nicht nur während der Großen Trübsal, sondern auch noch lange nach der Entrückung nach der Großen Trübsal auf Erden sein. Die obige Interpretation von W. J. Ouweneel auf die Gemeinde als die "Zurückhaltende" und den Heiligen Geist als den "Zurückhalter" kann daher nicht richtig sein.

Gleich im nächsten Vers, 2The 2,8, sagt ja Paulus, der Herr selbst wird bei seiner Wiederkunft zur Entrückung diesen Antichristen "vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft" und damit auch die Große Trübsal beenden. Die Gemeinde wird also erst am Ende der Großen Drangsal und der Herrschaft des Antichrists entrückt und damit kann die Gemeinde - weder in der Großen Trübsal noch danach (da sie dann schon im Himmel sind) - irgendeine zurückhaltende Funktion ausüben.

Ganz im Gegenteil, wenn wir uns die Aussagen des Herrn über die Große Trübsal ansehen, erkennen wir, dass gerade die Gläubigen in dieser Herrschaft des Antichrists der größten Bedrängnis ausgesetzt sein werden.

Denn sie werden euch an Gerichte überliefern und in ihren Synagogen euch geißeln;

Mt 10,17 Hütet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch an Gerichte überliefern und in ihren Synagogen euch geißeln; 10,18 und auch vor Statthalter und Könige werdet ihr geführt werden um meines Namens, ihnen und den Nationen zum Zeugnis. 10,19 Wenn sie euch aber überliefern, so seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. 10,20 Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet. 10,21 Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode überliefern und der Vater das Kind; und Kinder werden sich erheben gegen die Eltern und sie zu Tode bringen. 10,22 Und ihr werdet von allen gehaßt werden um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden. Mt 10,17-22;


Man wird sie um des Namens Christi willen hassen, verfolgen, überliefern und in den Synagogen geißeln. Einige von ihnen wird man sogar töten. Und diesen Gläubigen in der Großen Trübsal sagt der Herr in Mt 10,19-20, dass sie nicht besorgt sein sollen, was sie in dieser Situation reden sollten. Es wird der Heilige Geist sein, der aus ihnen spricht und ihren lügnerischen Anklägern Antwort geben wird. Und das ist nun wieder der Beweis dafür, dass auch der Heilige Geist in der Großen Trübsal mit und bei den Gläubigen ist. Was wäre das auch für ein "Beistand", der die Gläubigen in ihrer größten Bedrängnis allein lässt?

Wenn nun die Vertreter einer Interpretation auf das Römische Reich und den römischen Kaiser ihre Deutung auf das Wort "jetzt" in 2The 2,7 begründen, weil ja gerade zu Lebzeiten des Paulus das Römische Reich die damalige Welt beherrscht hat, gilt dieses Argument natürlich auch für den Heiligen Geist. Der Herr sagt den Jüngern;

Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen.

Jh 14,26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Jh 14,26;

Wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.

Jh 16,7 Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, daß ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden. Jh 16, 7;


Nach der Himmelfahrt Jesu ist also der Heilige Geist auf die Erde gekommen. Und damit war auch er zu Lebzeiten des Paulus, zur Zeit dieses zweiten Briefes an die Thessalonicher, bereits auf Erden. Und beim Heiligen Geist scheint es viel realistischer, dass er das Offenbarwerden des Gesetzlosen, des Antichristen, zurückhält. Nachdem uns nun aber die falsche Interpretation einer entrückten Gemeinde vor der Großen Trübsal nicht mehr behindert, sieht es ganz so aus, als ob der zweite Teil dieser alten "Standardinterpretation", nämlich, dass der Zurückhaltende in 2The 2,7 der Heilige Geist ist, durchaus richtig wäre.

Wer aber ist das "Was", in 2The 2,6, das zurückhält? Wenn man diese Aussagen des Paulus in 2The 2,6-7 nicht mutwillig trennen will, erscheint es ziemlich eindeutig, dass Paulus hier gar nicht von zwei verschiednen Subjekten spricht. In beiden Fällen ist schlicht und einfach ein und dieselbe Person gemeint. Nämlich der Heilige Geist.

Wobei mit dem "Was" das Wirken (auch im Griechischen Neutrum! Phil 2,13) des Heiligen Geistes in den Menschen  gemeint ist, was zurückhält. Und zwar sowohl in den Gläubigen, als auch in den Ungläubigen, um bei diesen Letzteren die Ausreifung der Saat des Bösen und den Auftritt des Antichristen mit der Großen Trübsal vor der von Gott bestimmten Zeit zurückzuhalten. Und andererseits mit dem "welcher zurückhält" die Person des Heiligen Geistes selbst mit seinem Wirken als der Zurückhaltende fungiert. Wenn wir uns jetzt diese Aussage des Paulus noch einmal ansehen, scheint diese Interpretation - auch von den logischen Zusammenhängen her - viel treffender.

Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit offenbart sich erst, bis der, welcher zurückhält, aus dem Weg ist.

2The 2,5 Erinnert ihr euch nicht, daß ich dies zu euch sagte, als ich noch bei euch war? 2,6 Und jetzt wißt ihr, was zurückhält (das Wirken des Heiligen Geistes in den Menschen), damit er zu seiner Zeit geoffenbart wird. 2,7 Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält (der Heilige Geist), aus dem Weg ist; 2,8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; 2,9 ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge. 2The 2, 5- 9;

Der Vater wird euch den Heiligen Geist senden, der bleibt bei euch und wird in euch sein.

Jh 14,15 Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; 14,16 und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, 14,17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Jh 14,15-17;


Und nachdem der Heilige Geist auch bis heute und weiterhin auf Erden ist, wie uns der Herr oben verheißt, können wir damit auch die Frage, wieso der Antichrist bis zum heutigen Tag und weiter bis zum Beginn der Großen Trübsal zurückgehalten wird, ohne Schwierigkeiten beantworten. Der Heilige Geist ist nach der Himmelfahrt des Herrn Jesus, zu Pfingsten, auf die Erde gekommen und ist im Geist jedes Menschen wirksam. Im Geist der Gläubigen zur Heiligung, im Geist der Gottlosen hält er die Ausreifung der Saat des Bösen zurück. Wenn die von Gott bestimmte Zeit des Gesetzlosen/Antichristen gekommenen ist, wird der Heilige Geist als Zurückhalter im Geist der Gottlosen weggetan werden und die Gesetzlosigkeit nimmt ihren freien Lauf. 

Ein gutes Beispiel in unserer Zeit für das Wirken des Heiligen Geistes in den Menschen, war die Kubakrise im Oktober 1962, als die Menschheit am Rande eines Atomkriegs stand. Die USA mit Präsident Kennedy und die Sowjetunion unter Chrustschow befanden sich wegen der Stationierung von sowjetischen Mittelstreckenraketen auf Kuba in einer äußerst angespannten Konfrontation. Keiner von beiden wusste, ob nicht der Andere als erster einen Atomangriff befehlen würde. 

Dass diese Situation letztendlich ohne globale Vernichtung beendet werden konnte. ist nicht der "Zurückhaltung und Bedachtsamkeit" der beiden Akteure zuzuschreiben, wie manche Historiker behaupten. Denn Chrustschow war ein Hitzkopf, der bei Verhandlungen schon einmal seinen Schuh auszog und damit auf den Tisch schlug, wenn seine Vorschläge nicht akzeptiert wurden. Und obwohl sich Chrustschow den Angriffsbefehl selbst vorbehalten hatte, hat ein auf Kuba stationierter russischer General just in diesen kritischen Tagen ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug mit einer Rakete abgeschossen.

Dies machte natürlich auch Kennedy zu schaffen, den seine kriegslüsternen Generäle fragten, welche Beweise er noch benötigen würde, dass die Russen einen Krieg anzetteln wollten. Und wie man weiß, war Kennedy - im Gegensatz zu Chrustschow - kein starker Charakter und die Gefahr war daher groß, dass er dem Drängen seines Generalstabs nachgeben würde. Daher bezeichnen die realistischeren unter den politischen Kommentatoren den glimpflichen Ausgang dieser Konfrontation auch als "puren Glücksfall".  

Unter dem Aspekt der hier interpretierten Bibelstelle wissen wir jedoch, dass es weder Zurückhaltung der Politiker noch Glück, sondern der Heilige Geist in den handelnden Personen war, welcher hier eine globale Vernichtung der Menschheit verhindert hatte. In der Endzeit wird wohl die Hälfte der weltweiten Bevölkerung in den durch den Menschen selbst ausgelösten Katastrophen (Große Trübsal) und durch die Gerichte Gottes wegen der Unbußfertigkeit der Menschen (Tag des Herrn) vernichtet werden. Doch das erst zu jener Zeit, die Gott dafür vorgesehen hat - und nicht früher.

Wie nun die Prophezeiungen des Herrn, weiter oben, in Mt 10,17-22, beweisen, wird vor der Großen Trübsal weder die Gemeinde entrückt werden, geschweige denn der Heilige Geist die Erde verlassen, sondern sowohl die Gemeinde als auch der Heilige Geist werden in dieser Zeit der Bedrängnis auf Erden sein. Die Endzeitgemeinde wird demzufolge erst nach der Großen Trübsal entrückt. Der Heilige Geist jedoch wird auch danach noch auf Erden sein, wie wir in den Prophezeiungen der Offenbarung erkennen können.

Wir haben in Off 11,3-12 - also lange nach der Entrückung in Off 6,12-14/Mt 24,29-31 - die Prophezeiung auf die zwei Zeugen Gottes, welche 1260 Tage in Jerusalem weissagen werden und Macht haben, verschiedene Plagen über die Erde zu bringen und alle zu töten, die ihnen schaden wollen. Dies alles dürfte aber ohne das Wirken des Heiligen Geistes in diesen zwei Zeugen nicht möglich sein.

Diese haben die Macht, die Erde zu schlagen mit jeder Plage, sooft sie nur wollen.

Off 11,3 Und ich werde meinen zwei Zeugen Vollmacht geben, und sie werden 1260 Tage weissagen, mit Sacktuch bekleidet. 11,4 Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. 11,5 Und wenn jemand ihnen schaden will, so geht Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand ihnen schaden will, muß er ebenso getötet werden. 11,6 Diese haben die Macht, den Himmel zu verschließen, damit während der Tage ihrer Weissagung kein Regen falle; und sie haben Gewalt über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln, und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, sooft sie nur wollen.
11,7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben werden, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und wird sie überwinden und sie töten. 11,8 Und ihr Leichnam wird auf der Straße der großen Stadt liegen, die, geistlich gesprochen, Sodom und Ägypten heißt, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde. 11,9 Und viele aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihren Leichnam drei Tage und einen halben und erlauben nicht, ihre Leichname ins Grab zu legen. 11,10 Und die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und frohlocken und werden einander Geschenke senden, denn diese zwei Propheten quälten die auf der Erde Wohnenden. 11,11 Und nach den drei Tagen und einem halben kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße; und große Furcht befiel die, welche sie schauten. 11,12 Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel zu ihnen sagen: Steigt hier herauf! Und sie stiegen in den Himmel hinauf in der Wolke, und es schauten sie ihre Feinde. Off 11, 3-12;


Nachdem diese zwei Zeugen am Ende ihres Zeugnisses von dem vom Satan wiedererweckten - nunmehr dämonischen - Antichristen (Tier aus dem Meer) getötet und 3 1/2 Tage auf den Strassen Jerusalems liegen werden (Off 11,3-8), kann man den Schluss ziehen, dass erst mit der Auferweckung dieser beiden Zeugen nach 3 1/2 Tagen und ihrer Auffahrt in den Himmel (Off 11,11-12) auch der Heilige Geist die Erde verlässt. Auf jeden Fall gibt es mit dem Beginn der darauffolgenden Schalengerichte (Zornesschalen Gottes) keinen biblischen Nachweis mehr, dass der Heilige Geist - sei es jetzt in den Menschen oder überhaupt - auf Erden noch anwesend wäre.

(Siehe auch Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist.”)


Die biblische Dreieinigkeit.

Es gibt nur den einen und einzigen Gott in seinen drei Instanzen: Gott Vater als gesetzgebende Instanz, vergleichbar mit der Legislative in der menschlichen Gesellschaft, der Geist Gottes als Vollzugsinstanz, ähnlich der Exekutive und der Sohn Gottes als richterliche Instanz, ähnlich der Justiz. Gott hat den Menschen das Gesetz (die Gebote) gegeben (2Mo 24,12), der Heilige Geist registriert deren Einhaltung durch die Menschen, schreitet aber nur ein, wenn menschliche Aktionen den Plan Gottes beeinträchtigen könnten (2The 2,7) und der Sohn Gottes wird im Letzten Gericht/Weltgericht jeden einzelnen Menschen richten (Jh 5,22).

Die eigenständige geistliche Persönlichkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist und deren gleichzeitige Präsenz (Jh 14,10-11) im Geist des einen Gottes (Jh 4,24), kann im Zeitalter der Quantenverschränkung - der "spukhaften Fernwirkung" wie das Einstein nannte - und der vielen Beispiele in der Bibel von Manifestationen im Geist von Menschen (Mk 1,23-25; 5,6-8; Lk 11,24; aber auch Jh 14,23; 17,26!), nur für völlig uninformierte Zeitgenossen eine Frage sein.

Die Methode, derartige Zusammenhänge mit den alten Weisheiten der Kirchenväter erklären zu wollen (Konzil von Nicäa etc.), war schon bei deren Behauptung, die Erde wäre der Mittelpunkt des Universums ein Fehler (Die Schöpfung) und käme heute dem Versuch gleich, die Quantenmechanik mit den Gesetzen der klassischen Physik zu erklären.

Der eigentliche Grund, warum die Unitarier die Dreieinigkeit ablehnen (Es gibt keine Errettung außerhalb der Dreieinigkeit / CH. Spurgeon), ist einerseits der Umstand, dass man sich weigert, die Göttlichkeit des Sohnes Gottes, unseres Herrn Jesus Christus zu akzeptieren. Jesus Christus als Gott (Ps 45,7-8; Jh 20,28; Phil 2,5-8; 2Ptr 1,1; 1Jh 5,20) und sowohl seine Präexistenz (1Mo 1,26; 11,7) als auch seine Postexistenz bei Gott (Jh 14,23; 17,26!), würde ihr ganzes falsches Glaubensgebäude vom "Menschen Jesus" als "Glaubenskämpfer", "Kumpel" oder "Leidensvorbild" in Frage stellen und ad absurdum führen.

Andererseits aber, wurde die Dreieinigkeit - die "Trinität" - von der katholischen Kirche seit Jahrhunderten nach dem Gutdünken und dem "Gefühl" der alten Kirchenväter (Konzil von Nicäa etc.) und nicht nach den Aussagen der Bibel interpretiert. Dadurch war es den Vertretern des "Eingottglaubens" - den Unitariern - leicht möglich, diese Interpretation anhand der Bibel in Frage zu stellen.

Leider hat man aber dabei nicht die Gelegenheit genutzt, um die Bibel eingehend zu studieren und die tatsächlichen Aussagen über die Wesenheit Gottes, seines Sohnes und des Heiligen Geistes festzustellen, sondern hat die oberflächlichen Argumente nur benutzt, um dieses - ebenfalls falsche - Trinitätsdogma der katholischen Kirche anzugreifen.



Die geleugnete, die falsche katholische und die echte biblische Dreieinigkeit. -   Diskurs 107