Diskurs 113 - Hat das Kriegsgeschehen in Syrien prophetische Hintergründe?




Hat das Kriegsgeschehen in Syrien prophetische Hintergründe? / Hannelore Weitzel 00, 2012-06-12

Die weltpolitischen Aussagen.

Die biblischen Interpretationen.

Die zeitliche Einordnung von biblischen Texten über Israel.

Die Zerstörung des Tempels.

Israel ist seit zweitausend Jahren Gott-los.

Sagt die Bibel, dass der Antichrist ein Jude sein wird?

Zusammenfassung

Sagt die Bibel für die Endzeit das Bürgerkriegschaos in Syrien voraus? /    2. Teil, Diskurs 1132

Gottes dritte und letzte Vernichtungswelle /   3. Teil, Diskurs 1133



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Hat das Kriegsgeschehen in Syrien prophetische Hintergründe? / Hannelore Weitzel 00, 2012-06-12)

Lieber Herr Horak, ich grüße Sie und bitte Sie, mir zu sagen, ob ich auf Ihrer Homepage bezüglich der "Informationen" hier (nachfolgender Artikel von David Dolan /Anm. FH) etwas finden kann? Ich meine speziell Jesaja 17, bzw. Jeremia 49 und Ps 83 wovon er hier schreibt. Den Rest bezüglich Hesekiel 38 usw. kenne ich von Ihrer Seite und kann es einordnen. Ich habe geschaut, weiß aber nicht ob Sie sich mit dieser Sache näher befasst haben. (...) David Dolan ist ein ganz bekannter Mann hier in Deutschland und der Welt. Mit seinen Informationen und seiner  "Bibellehre bezüglich Israels" geht er hier in Deutschland auf Konferenzen und Gemeinden. Aber nicht nur hier in Deutschland, sondern auch weltweit. (...) Ich kenne David als seriösen Journalisten, bin aber dennoch nicht ganz auf seiner Seite weil er eben auch wie viele andere die Alijah ("Heimholung" der Juden aus Russland und anderen Staaten nach Israel /Anm. FH) unterstützt und eben auch "zionistisch" denkt.  Dennoch, was sagen Sie zu den Auslegungen?

Hannelore Weitzel, Internationales Netzwerk der Versöhnung e.V. Reutlingen
i-n-d-v [intern-netzwerkderversoehnung@gmx.de    http://www.christsheavelyjerusalem.webs.com

(Siehe auch Diskurs 1013: „Bericht aus dem Lager der "Israelbewegung".” von Hannelore Weitzel)



(KRIEG IM MITTLEREN OSTEN / Artikel David Dolan 00, 2012-06-11)

(...) Als ich 2003, am Vorabend des Irak-Krieges, in einem Kommentar für "World Net Daily" davor warnte, dass das erklärte Ziel von Präsident Bush, nämlich die Einführung der Demokratie nach westlichem Stil, nicht unbedingt eine gute Sache wäre, erhielt ich großteils negative Reaktionen. Ich hatte ausgeführt, dass Algerien in den frühen 1990ern versucht hatte, den demokratischen Weg zu gehen. Als die Islamische Befreiungs-Front die erste Runde der Wahlen gewonnen hatte, marschierte die Armee ein und entfachte ein Jahrzehnt des Blutvergießens, welches 160.000 Leben forderte. Letztes Jahr haben die Islamisten die ersten demokratischen Wahlen in Tunesien gewonnen und nunmehr sind sie dabei auch in Ägypten die Macht zu übernehmen - beides als ein Ergebnis des "demokratischen Prozesses". Wird die Muslim Brüderschaft für Israel besser sein? Wenn freie Wahlen im benachbarten Jordanien abgehalten würden, würden die militanten Muslime wahrscheinlich die Mehrheit erhalten. Als die Palästinenser Anfang 2006 parlamentarische Wahlen abhielten, war es die radikale Hamas-Bewegung, welche triumphierte.

Die traurige Tatsache ist, dass Israels Nachbarn alle islamisch dominierte Staaten sind, bestehend aus "Wählern", welche höchstwahrscheinlich den selben Weg gehen werden, welchen gegenwärtig gerade Ägypten eingeschlagen hat - als eindeutige Gefahr für Israel.

(...) Nachdem sich die Ereignisse im Mittleren Osten gegenwärtig schneller drehen als ein Hannuka-Kreisel, haben mich einige Leute angeschrieben und mich um meine Meinung über mögliche prophetische Hintergründe des eskalierenden Kriegsgeschehens und die dramatische Erstarkung der Muslim-Bruderschaft in Ägypten gefragt. Obwohl ich von Beruf Journalist bin und die Neuigkeiten aus Israel und der Region seit den frühen 1980er Jahren berichtet habe, habe ich ebenfalls seit langem ein persönliches Interesse an der endzeitlichen biblischen Prophetie. Das zeigt sich in meiner Autorenschaft von zwei prophetischen Novellen, "THE END OF DAYS" [DAS ENDE DER TAGE] und "MILLENNIUM: THE LORD REIGNS" [MILLENNIUM: DER HERR HERRSCHT]. Auch in meinem Buch "ISRAEL IN CRISIS: WHAT LIES AHEAD?" [ISRAEL IN DER KRISE: WAS KOMMT AUF UNS ZU?] habe ich in meinem Buch aus 2001 einige prophetische Themen berührt. Obendrein ist es eine Tatsache, dass das Wesen aller biblischen Prophetie nichts anderes ist, als News, welche sich ganz einfach noch nicht ereignet haben. Es ist Geschichte (history), Seine Geschichte (His story), die offenbart wird, bevor sie sich auf der Weltbühne tatsächlich ereignet. Mit anderen Worten, es lässt sich nur schwer von News trennen.

Im Einzelnen habe ich Untersuchungen angestellt, bezüglich eines möglichen Zusammenhangs zwischen dem wachsenden Konflikt in Syrien mit Prophezeiungen, welche ich in Jesaja 17, Psalm 83 und Hesekiel 38-39 gefunden habe. Wie einige von Ihnen aus den vorerwähnten Büchern oder andern Artikeln oder öffentlichen Vortrögen, welche ich in Laufe der Jahre gehalten habe, wissen werden, hatte ich seit Langem das Gefühl, dass Jesaja 17 höchstwahrscheinlich die nächste wichtige biblische Endzeit-Prophezeiung ist, welche sich im turbulenten Mittleren Osten entfalten wird. Diese Prophezeiung wiederholt sich in einer ganz ähnlichen Aussage in Jeremia 49, Verse 23-27, welche von einer zukünftigen Zeit spricht, in welcher "Schrecken" die syrische Hauptstadt Damaskus ergreifen wird, wenn ihre "jungen Männer tot auf den Strassen fallen werden" und die Stadtmauern "angezündet werden".

Wie die meisten von Ihnen schon wissen, beginnt die Prophezeiung Jesajas mit der vollkommenen Zerstörung von Damaskus, welche, wie der Prophet vorhersagt, völlig unbewohnt werden wird, nur mit einigen "Herden" Viehs, welche in ihren Ruinen herumwandern werden (17,1-2). Fünfzig Meilen landeinwärts vom Mittelmeer, östlich des Libanon, ist diese historische Stadt heute Heimat von nahezu zwei Millionen Menschen, mit einer weiteren halben Million in ihren Vorstädten.

Jesajas konkrete Prophezeiung spricht weiter vom großen Leid Israels im selben Zeitrahmen, was impliziert, dass ein heftiger Krieg zwischen diesen beiden Erzfeinden der Kern dieses drohenden Orakels ist. Es heißt dort, dass Damaskus "aufhört eine Stadt zu sein" und auch "das Königtum" wird verschwinden (17,1.3), die "Herrlichkeit Jakobs wird armselig sein und das Fett seines Fleisches mager werden" (17,4). So bedrohlich wie das auch klingt, der hebräische Prophet prophezeit, dass Israel NICHT so zerstört wird wie Damaskus, sondern "eine Nachlese wird an ihm übrigbleiben, wie beim Abschlagen der Oliven" (6).  Das heißt, viele "Oliven" werden vom Baum Israel abgeschlagen, aber keinesfalls alle von ihnen. Jesaja verwendet die Olivenbaum-Analogie auch später, im Kapitel 24, wo er vom Letzten Gericht spricht, was der Beweis dafür ist, dass Jesaja 17 ebenfalls eine "Endzeit"-Prophezeiung ist.

David Dolan ist ein amerikanischer Autor und Journalist, der seit 1980 aus Israel berichtet hat.

owner-IsraelUpdate@grmi.org im Auftrag von dolan@grmi.org www.ddolan.com



Liebe Frau Weitzel, natürlich habe ich mich auch mit den von David Dolan zitierten Bibelstellen befasst, allerdings zum Teil mit anderen Ergebnissen. Ich werde Ihnen in der Folge gemeinsam mit meinem Kommentar auch die Links zu den betreffenden Dokumenten bei Immanuel.at zu Ihrer Orientierung einfügen. Doch zuerst ein paar Worte zu den politischen Aussagen dieses Journalisten.

Die weltpolitischen Aussagen.

Im ersten Teil seines Kommentars meint D. Dolan

„Als die Palästinenser Anfang 2006 parlamentarische Wahlen abhielten, war es die radikale Hamas-Bewegung, welche triumphierte”


Damit schneidet er ein allgemeines Problem der Demokratie per se an, welches weltweit bisher noch nicht so recht erkannt wurde. Das System der Demokratie geht von der Annahme aus, dass die Mehrheit der Menschen in einem Staat vernünftig denkt und handelt. In Zeiten der weltweiten Korruption, in welchen Diktatoren durch "freie" Wahlen das Volk betrügen (Afrika, Südamerika, Asien), wird jedoch die Demokratie in manchen Ländern mit den vom Volk mehrheitlich gewählten Parteien selbst die Ursache für Terror. Wie eben das oben von Dolan erwähnte Palästina (Gaza/Hamas) aber auch das von ihm schamhaft verschwiegene Israel, wo die Zionisten die Mehrheit haben und der Zionismus die Basis für Aggression und Unterdrückung der Palästinenser ist. 

Wenn er dann klagt:

„Die traurige Tatsache ist, dass Israels Nachbarn alle islamisch dominierte Staaten sind, bestehend aus "Wählern", welche höchstwahrscheinlich den selben Weg gehen werden, welchen gegenwärtig gerade Ägypten eingeschlagen hat - als eindeutige Gefahr für Israel.”


erkennt man die Kurzlebigkeit derart oberflächlicher Aussagen. Gestern (14. Juni) hat das ägyptische Verfassungsgericht das derzeit von Islamisten dominierte Parlament aufgelöst und es muss neu gewählt werden. Auch der Präsidentschaftskandidat der Partei der Muslimbrüder Mohammed Mursi, der von den Zionisten als "gefährlich" bezeichnet wird, hat nun höchstwahrscheinlich wenig Chancen auf einen Sieg, da das Gericht entschieden hat, dass auch die Kandidatur des Ex-Mubarak-Mannes und letzten Premierminister Ahmed Shafik legal ist. Am kommenden Sonntag (17. Juni) wird daher bei der Präsidentenwahl mit großer Wahrscheinlichkeit wieder die alte Garde aus Mubaraks Zeiten an die Macht kommen, mit welcher sich Israel ja schon immer gut verstanden hat.

Die biblischen Interpretationen.

Nun aber zu den biblischen Interpretationen von D. Dolan. Nach all den Büchern, die er nach eigenen Angaben über biblische Themen geschrieben und Vorträgen, die er weltweit gehalten hat, ist es verwunderlich, hier eine derartige falsche Zuordnung von biblischen Texten vorzufinden. So bringt er z.B. die Kapitel Hesekiel 38 und 39 mit "dem wachsenden Konflikt in Syrien" in Zusammenhang.

Diese beiden Kapitel Hesekiel 38 und 39 sind, wie das D. Dolan versucht, keinesfalls einem gemeinsamen Ereignis und schon gar nicht in unserer heutigen Zeit einzuordnen. Hesekiel 39 behandelt zur Gänze die Schlacht von Harmagedon, welche noch weit in der Zukunft - nach der Großen Trübsal und dem Tag des Herrn - liegt und in welcher die Heere der ganzen Welt unter der Führung des Antichristen unserem Herrn Jesus Christus und seinem himmlischen Heer gegenüberstehen und von diesen besiegt werden.

Ich will dich den Raubvögeln, allem was fliegt zum Fraß geben.

Hes 39,4 Auf den Bergen Israels sollst du fallen, du mit deinem ganzen Heer und mit den Völkern, die bei dir sind. Ich will dich den Raubvögeln, allem was fliegt, und den Tieren auf dem Felde zum Fraß geben. Hes 39, 4;

Sage den Vögeln: findet euch zusammen zu meinem Schlachtopfer.

Hes 39,17 Du Menschenkind, so spricht Gott der HERR: Sage den Vögeln, allem was fliegt, und allen Tieren auf dem Felde: Sammelt euch und kommt herbei, findet euch zusammen von überall her zu meinem Schlachtopfer, das ich euch schlachte, einem großen Schlachtopfer auf den Bergen Israels, und fresst Fleisch und sauft Blut!

39,18 Fleisch der Starken sollt ihr fressen, und Blut der Fürsten auf Erden sollt ihr saufen, der Widder und Lämmer, der Böcke und Stiere, all des Mastviehs aus Baschan.

39,19 Und ihr sollt Fett fressen, bis ihr satt werdet, und Blut saufen, bis ihr trunken seid von dem Schlachtopfer, das ich euch schlachte. 39,20 Sättigt euch von Rossen und Reitern, von Starken und all den Kriegsleuten an meinem Tisch, spricht Gott der HERR.

39,21 Und ich will meine Herrlichkeit unter die Heiden bringen, dass alle Heiden mein Gericht sehen sollen, das ich gehalten habe, und meine Hand, die ich an sie gelegt habe. Hes 39,17-21;


(Siehe auch Kapitel 07: „Die Schlacht von Harmagedon.”)


Auch Jesaja 24 hat nichts mit dem Letzten Gericht zu tun, sondern beschreibt die, an die Schlacht von Harmagedon anschließende Umgestaltung von Himmel und Erde. Nachdem die Menschheit die Erde mit ihrer Gier und Rücksichtslosigkeit in jeder Beziehung zu Grunde gerichtet hat, kehrt Gott das "Unterste zu Oberst", um auf diesem Planeten jene Voraussetzungen zu schaffen, welche die friedliche und gesegnete Existenz der Menschen im anschließenden Millennium, dem Tausendjährigen Friedensreich des Sohnes Gottes, gewährleisten werden.

Siehe, der HERR entleert die Erde und verheert sie und kehrt ihre Oberfläche um und zerstreut ihre Bewohner.

Jes 24,1 Siehe, der HERR entleert die Erde und verheert sie und kehrt ihre Oberfläche um und zerstreut ihre Bewohner. 24,2 Und wie dem Volk, so ergeht es dem Priester; wie dem Knecht, so seinem Herrn; wie der Magd, so ihrer Gebieterin; wie dem Käufer, so dem Verkäufer; wie dem Verleiher, so dem Borger; wie dem Schuldner, so seinem Gläubiger. 24,3 Völlig ausgeleert wird die Erde und geplündert, denn der HERR hat dieses Wort geredet. Jes 24, 1- 3;

Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie brechen den ewigen Bund.

Jes 24,3 Die Erde wird leer und beraubt sein; denn der HERR hat solches geredet. 24,4 Das Land verdorrt und verwelkt, der Erdkreis verschmachtet und verwelkt, die Höchsten des Volks auf Erden verschmachten. 24,5 Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie übertreten das Gesetz und ändern die Gebote und brechen den ewigen Bund. 24,6 Darum frißt der Fluch die Erde, und büßen müssen es, die darauf wohnen. Darum nehmen die Bewohner der Erde ab, so dass wenig Leute übrigbleiben. Jes 24, 3- 6;

Himmel und Erde werden verwandelt und gewechselt wie ein Kleid.

Ps 102,26 Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. 102,27 Sie werden vergehen, du aber bleibst; sie werden alle veralten wie ein Gewand; wie ein Kleid wirst du sie wechseln, und sie werden verwandelt werden. Ps 102,26-27;


(Siehe auch Kapitel 08: „Die Umgestaltung von Himmel und Erde.”)


Das Kapitel 38 der Hesekielprophezeiung bezieht sich auf den "Letzten Kampf" Satans gegen Gott. Nach den tausend Jahren des Millenniums wird Satan mit einem großen Heer auf Jerusalem marschieren, um die Stadt Gottes einzunehmen. In diesem letzten Kampf in dieser ersten Schöpfung lässt Gott Feuer vom Himmel fallen und damit wird das ganze Heer der Anhänger Satans vernichtet. Dieses Geschehen ist es, welches uns das Kapitel 38 im Buch des Propheten Hesekiel berichtet. Und nicht das heutige Kriegsgeschehen im Mittleren Osten.

Nach den tausend Jahren, wird Satan los werden für eine kleine Zeit.

Off 20,1 Und ich sah einen Engel vom Himmel herabfahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. 20,2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn für tausend Jahre, 20,3 und warf ihn in den Abgrund und verschloss ihn und setzte ein Siegel oben darauf, damit er die Völker nicht mehr verführen sollte, bis vollendet würden die tausend Jahre. Danach muss er losgelassen werden eine kleine Zeit. Off 20, 1- 3;

Am Ende der Zeiten sollst du in ein Land kommen, das dem Schwert entrissen ist.

Hes 38,5 Du führst mit dir Perser, Kuschiter und Libyer, die alle Schild und Helm tragen, 38,6 dazu Gomer und sein ganzes Heer, die vom Hause Togarma, die im Norden wohnen, mit ihrem ganzen Heer; ja, du führst viele Völker mit dir. 38,7 Wohlan, rüste dich gut, du und alle deine Heerhaufen, die bei dir sind, und sei du ihr Heerführer! 38,8 Nach langer Zeit sollst du aufgeboten werden; am Ende der Zeiten sollst du in ein Land kommen, das dem Schwert entrissen ist, und zu dem Volk, das aus vielen Völkern gesammelt ist, nämlich auf die Berge Israels, die lange Zeit verwüstet gewesen sind, und nun ist es herausgeführt aus den Völkern, und sie alle wohnen sicher. 38,9 Du wirst heraufziehen und daherkommen wie ein Sturmwetter und wirst sein wie eine Wolke, die das Land bedeckt, du und dein ganzes Heer und die vielen Völker mit dir. Hes 38, 5- 9;


(Siehe auch Kapitel 10: „Das Millennium.”)

(Siehe auch Kapitel 11: „Das Ende der Welt - Der Letzte Kampf.”)

(Siehe auch Kapitel 14: „Die Neue Schöpfung.”)


Die zeitliche Einordnung von biblischen Texten über Israel.

Was nun den Text aus Psalm 83 betrifft, haben wir in der Exegese eine ganz einfache Methode, derartige Texte zeitlich in der Weltgeschichte einzuordnen. Dazu müssen wir die ersten Verse dieses Textes etwas eingehender betrachten:

Gegen dein Volk planen sie listige Anschläge, und sie beraten sich gegen die, die bei dir geborgen sind.

Ps 83,1 {Ein Lied. Ein Psalm. Von Asaf} 83,2 Gott, schweige nicht! Verstumme nicht, und sei nicht stille, o Gott! 83,3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. 83,4 Gegen dein Volk planen sie listige Anschläge, und sie beraten sich gegen die, die bei dir geborgen sind. 83,5 Sie sprechen: Kommt und laßt uns sie als Nation vertilgen, daß nicht mehr gedacht werde des Namens Israel! Ps 83, 1- 5;


Hier wird im Vers Psalm 83,4 von jenen gesprochen, "die bei dir geborgen sind". Damit ist das Volk Gottes aus Israel gemeint, welches hier bei seinem Gott Schutz findet. 

Nun wissen wir aber aus der Bibel, dass Israel seinen Messias, den Sohn Gottes, als er vor zweitausend Jahren gekommen ist, um dieses Volk Gottes von seinen Sünden zu erretten, abgelehnt hat. Sie haben ihn als Betrüger und Gotteslästerer verurteilt und an die Römer zur Kreuzigung ausgeliefert. Mit diesem Gottesmord hat Israel den Bund mit seinem Gott gebrochen.

Die Konsequenz war, dass Gott diesen Bund aufgelöst hat. Im Jahre 70 wurde durch die römischen Heere des Titus die Stadt Jerusalem vernichtet und die einzige Verbindung des Volkes Israel mit seinem Gott, der Tempel und insbesondere der Opferaltar im Tempel, niedergebrannt.


Die Zerstörung des Tempels.

Am 1. Juli 69 n. Chr. wurde Titus, der Sohn des damaligen römischen Kaisers Vespasian, als Oberkommandierender der Armee zur Beendigung des jüdischen Krieges gegen Jerusalem geschickt, wo er im April 70 n. Chr. ein Heer von vier Legionen und zahlreichen Hilfstruppen verbündeter Könige aufmarschieren ließ (Josephus, Bell, 5,40-6,120). Titus ließ die Stadt belagern und mit einer hohen Mauer einschließen (Josephus, Bell, 5,130-135.491-511; Tacitus, Hist. 5,1.10-14).

Anfang September 70 wurde dann Jerusalem durch ein Blutbad, das Titus vergeblich zu vermeiden suchte(!) und durch Hungersnot erobert. Der Tempel in den sich 6000 Juden aufgrund eines prophetischen Orakels, das die endgültige Errettung des Heiligtums prophezeite (Josephus, Bell, 6,285f), zurückgezogen hatten, wurde durch Brandlegung zerstört (Bell 6,220-270). Nach Josephus soll Titus bis zuletzt vergeblich versucht haben, die Zerstörung des Tempels zu verhindern (Bell, 6,241.266). Auf diese Weise wollte Titus von persönlicher Schuld am Unglück der Juden entlastet werden. Doch die Soldaten hatten sich in blinder Wut seinem Befehl widersetzt (Bell, 6,254-259). Die Stadt machte man dem Erdboden gleich. Lediglich die Türme der Zitadelle wurden geschont und verstärkt, um dort das Militär zu stationieren.

Wenn man die obigen Berichte der Geschichtsschreiber betrachtet, war es ganz gewiss nicht die weltliche Macht - nämlich der römische Heerführer Titus -, welche den Tempel vernichten wollte. Ganz im Gegenteil, wie Josephus schreibt, hat Titus seinen Truppen den Befehl gegeben, gerade den Tempel nicht zu zerstören. Doch dieser ganze Krieg wurde nicht auf weltlicher Ebene entschieden. Es war Gott der Allmächtige, der beschlossen hatte, dass sowohl die Stadt als auch der Tempel zerstört werden mussten. Und so machte Titus wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben die Erfahrung, dass sich römische Legionäre weigerten, einen Befehl ihres Heerführers auszuführen und den Tempel stürmten und ihn niederbrannten.

Nun muss man sich objektiverweise fragen, ob diese Behauptung, dass die Zerstörung Jerusalems und des Tempels Gottes Wille war, auch in der Bibel eine Bestätigung findet. Und da haben wir einmal die Klage des Herrn über Jerusalem in Lk 19,41-44:

Sie werden in dir nicht einen Stein auf dem anderen lassen, dafür daß du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.

Lk 19,41 Und als er sich näherte und die Stadt sah, weinte er über sie 19,42 und sprach: Wenn auch du an diesem Tag erkannt hättest, was zum Frieden dient! Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen. 19,43 Denn Tage werden über dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall um dich aufschütten und dich umzingeln und dich von allen Seiten einengen; 19,44 und sie werden dich und deine Kinder in dir zu Boden werfen und werden in dir nicht einen Stein auf dem anderen lassen, dafür daß du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast. Lk 19,41-44;


Hier hat der Herr in Lk 19,43 nicht nur den "Wall", also die hohe Mauer prophezeit, die Titus zur Belagerung Jerusalems errichten ließ, sondern auch darauf hingewiesen, dass die Belagerer in der Stadt nicht einen Stein auf dem anderen lassen werden, was der Geschichtsschreiber Josephus dann auch mit den Worten bestätigte: "die Stadt machte man dem Erdboden gleich" (siehe oben).

In Bezug auf den Tempel finden wir dann die Prophezeiung auf dessen Zerstörung in der Antwort des Herrn auf die bewundernden Worte der Jünger über die Herrlichkeit des Tempels in Mt 24,1-2:

Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen werden wird.

Mt 24,1 Und Jesus trat hinaus und ging von dem Tempel weg; und seine Jünger traten zu ihm, um ihn auf die Gebäude des Tempels aufmerksam zu machen. 24,2 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht ihr nicht dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen werden wird. Mt 24, 1- 2;


Doch das sind nur einmal die Prophezeiungen auf jene Ereignisse, welche etwa 40 Jahre später tatsächlich stattfinden sollten. Wir wissen damit aber noch immer nicht, warum Gott die Vernichtung dieser Stadt und des Tempels beschlossen hatte. Bei einer, auf den ersten Blick etwas unscheinbaren Aussage des Herrn, erkennen wir aber bei näherer Betrachtung ganz unerwartete Zusammenhänge. In Jh 8,24 sagte der Herr den Pharisäern, die ihn beschuldigten für seine Behauptung, dass er der Sohn Gottes sei, nur sich selbst als Zeuge zu haben und nachdem es nach jüdischem Gesetz immer mindestens zweier Zeugen bedufte, sein Zeugnis nicht wahr wäre,

Wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin (der Messias), so werdet ihr in euren Sünden sterben.

Jh 8,21 Er sprach nun wieder zu ihnen: Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen und werdet in eurer Sünde sterben; wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen. 8,22 Da sagten die Juden: Er will sich doch nicht selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen? 8,23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 8,24 Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin (der Messias), so werdet ihr in euren Sünden sterben. Jh 8,21-24;


Im obigen Bibeltext erwähnt der Herr sowohl in Jh 8,21 als auch in Jh 8,24 die Prophezeiung: „ihr werdet in euren Sünden sterben". Für die Pharisäer, zu denen er dies sagte, war gerade diese Aussage ein weiterer Beweis dafür, dass dieser Jesus aus Nazareth nur Lügen verbreitete und keine Ahnung von den mosaischen Geboten hatte. Hatten sie doch die im Gesetz (Tora) vorgeschriebenen Opferzeremonien des Sündopfers und des Schuldopfers, welche sie von Sünden befreien konnten. Und darüber hinaus hatten sie das "tamid", das tägliche, beständige Opfer im Tempel, durch welches ihnen Gott die ständige Vergebung der vergebbaren Sünden schenkt.

Weder die Pharisäer von damals noch die Mehrheit der heutigen Ausleger haben den furchtbaren Ernst erkannt, der diesen wenigen Worten zugrunde liegt. Gerade hier haben wir den Schlüssel für das Verständnis des Handelns Gottes an seinem Volk aus Israel. Bei einer vordergründigen Betrachtung kann man einmal erkennen, dass natürlich nicht der Herr ahnungslos war, sondern dass in Wahrheit die Pharisäer keine Ahnung davon hatten, dass 40 Jahre später weder Tempel noch Altar existieren werden und es daher den Priestern nicht mehr möglich sein wird, die vorgeschriebenen Opfergaben im Tempel am Opferaltar zu erbringen.

Die Folge davon war, dass alle Israeliten ab der Zerstörung des Tempels und des Opferaltars - und bis heute(!) - keine Möglichkeit der Sündenvergebung haben und so - wie es der Herr prophezeit hatte - in ihren Sünden gestorben sind. Und sowohl nach mosaischer als auch nach christlicher Lehre, sind alle diese vielen Menschen verloren und werden die Ewigkeit in der Verdammnis verbringen.

Wenn wir aber dann in unserer Betrachtung tiefer gehen, erkennen wir einen noch viel ernsteren Hintergrund. Während sich viele Israeliten zur Zeit Jesu mit ihrer Ablehnung des Nazareners ganz im Rahmen des mosaischen Gesetzes und im Gebot ihres Gottes wähnten, hatten sie genau diesen Weg verlassen. Der jüdische Sanhedrin, unter seinem Hohenpriester Kaiphas, hat Jesus verurteilt, weil er ihnen bestätigt hatte, dass er der Sohn Gottes sei:

Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert: Er ist des Todes schuldig.

Mt 26,63 Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sagte zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagst, ob du der Christus (Messias) bist, der Sohn Gottes! 26,64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels. 26,65 Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert. Was brauchen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. 26,66 Was meint ihr? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Mt 26,63-66;


Sie hatten ihn des Todes für schuldig befunden, weil er sagte, dass er der Sohn Gottes sei. Doch der Sanhedrin - die religiöse Führung Israels - durfte nach den Gesetzen der römischen Besatzungsmacht keine Todesstrafe vollstrecken, sondern musste diese Fälle der römischen Gerichtsbarkeit übergeben. Für die Römer waren jedoch die internen Streitigkeiten der Juden über ihre Religion keine Grundlage für eine Strafe und schon gar einer Todesstrafe. Deshalb hat der jüdische Sanhedrin die Anschuldigung verbreitet, dieser Jesus hätte gesagt, er wäre der König der Juden (Jh 18,33-35). Damit war für die römische Gerichtsbarkeit der Straftatbestand der Aufruhr und des Angriffs auf die Autorität des Kaisers in Rom gegeben, auf welchen nach römischen Recht der Tod am Kreuz stand (Jh 19,12).

Doch mit der Leugnung dieses Jesus als ihren Messias, seiner Verurteilung zum Tod und seiner Auslieferung an die Römer zur Kreuzigung, hatten die Juden auch ihren Gott verleugnet - und verloren.

Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater.

1Jh 2,22 Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 2,23 Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 2,24 Ihr! Was ihr von Anfang an gehört habt, bleibe in euch! Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, werdet auch ihr in dem Sohn und in dem Vater bleiben. 1Jh 2,22-24;

Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Jh 14, 6;

Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Jh 5,22 Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben, 5,23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Jh 5,22-23;

Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht.

1Jh 5,10 Wer an den Sohn Gottes glaubt, hat das Zeugnis in sich; wer Gott nicht glaubt, hat ihn zum Lügner gemacht, weil er nicht an das Zeugnis geglaubt hat, das Gott über seinen Sohn bezeugt hat. 5,11 Und dies ist das Zeugnis: daß Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. 5,12 Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht. 1Jh 5,10-12;


Neben anderen Schrifthinweisen sind auch diese obigen Prophezeiungen der Nachweis dafür, dass Israel seit diesem Zeitpunkt keine Verbindung mehr zu seinem Gott hat und damit „Gott-los” ist.

Sie haben den HERRN verlassen, haben den Heiligen Israels verworfen.

Jes 1,2 Hört, ihr Himmel, und horch auf, du Erde! Denn der HERR hat geredet: Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, sie aber haben mit mir gebrochen. 1,3 Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn. Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. 1,4 Wehe, sündige Nation, schuldbeladenes Volk, Geschlecht von Übeltätern, verderbenbringende Kinder! Sie haben den HERRN verlassen, haben den Heiligen Israels verworfen, sie haben sich nach hinten abgewandt. - 1,5 Wohin wollt ihr noch geschlagen werden, die ihr eure Widerspenstigkeit nur vermehrt? Das ganze Haupt ist krank, und das ganze Herz ist siech. Jes 1, 2- 5;


Israel ist seit zweitausend Jahren Gott-los.

Und hier erkennen wir nun den Grund, warum Gott Stadt und Tempel in Jerusalem von den Römern zerstören ließ: Nach der Tötung seines Sohnes am Kreuz, hat Gott den Tempel, die Stadt und das Volk Israel verlassen. Im nachfolgenden Bericht aus Mt 27,45-51 über den Tod Jesu am Kreuz, finden wir dafür zwei konkrete Hinweise.

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriß in zwei Stücke.

Mt 27,45 Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde; 27,46 um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Eli, Eli, lemá sabachtháni? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 27,47 Als aber einige von den Umstehenden es hörten, sagten sie: Der ruft den Elia. 27,48 Und sogleich lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. 27,49 Die übrigen aber sagten: Halt, laßt uns sehen, ob Elia kommt, ihn zu retten! 27,50 Jesus aber schrie wieder mit lauter Stimme und gab den Geist auf. 27,51 Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriß in zwei Stücke, von oben bis unten; und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, Mt 27,45-51;


Die letzten Worte des Herrn am Kreuz waren: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?”. Es war jener Moment, in welchem die Sünde der ganzen Welt auf den Sohn Gottes gelegt wurde und der Heilige Geist des Vaters den Sohn verlassen musste, weil er nicht mit unvergebener Sünde in einem Körper sein kann. Das war einerseits jenes Ereignis, für dessen Erfüllung der Sohn Gottes in die Welt gekommen war: um für die Sünden aller Menschen das stellvertretende und Gott wohlgefällige Opfer zu erbringen.

Andererseits aber war dieser Todesschrei eine Prophezeiung für die Juden, welche ab nun genau in dieser Situation waren. Wie ihnen ihr Messias prophezeit hatte: „Wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben” (Jh 8,24), hatten sie keine Sündenvergebung mehr, weil Gott sie verlassen hatte. Und auch der Umstand, dass der Vorhang im Tempel, der das Heilige vom Allerheiligsten, in dem Gott wohnte (2Mo 26,33), getrennt hat, in zwei Stücke von oben bis unten zerrissen wurde, war die Bestätigung dafür, dass Gott den Tempel verlassen hatte und das Volk Israel, das zum Mörder seines Sohnes geworden war, ab nun Gott-los war.

Und auch das hat ihnen der Herr noch zu seinen Lebzeiten prophezeit:

Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!»

Mt 23,32 Und ihr, macht nur das Maß eurer Väter voll! 23,33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? 23,34 Deswegen siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt 23,35 damit über euch komme alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wurde, von dem Blut Abels, des Gerechten, bis zu dem Blut Secharjas, des Sohnes Berechjas, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar ermordet habt.

23,36 Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen. 23,37 Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! 23,38 Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen; 23,39 denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!» Mt 23,32-39;


Aus biblischer Sicht hat daher das Volk Israel seit seiner Ablehnung des Messias und in der Folge der Zerstörung des Tempels und damit des Opferaltars in Jerusalem, in der Zeit zwischen Tod bzw. Auferstehung des Herrn und seiner Wiederkunft zum Antritt seiner Herrschaft im Tausendjährigen Friedensreich, keine Möglichkeit in eine Interaktion - sei es jetzt im Gebet oder mit Opfergaben - mit seinem Gott zu treten. Sie haben daher auch keine Sündenvergabe, es sei denn, sie bekehren sich zu Jesus Christus - wodurch sie aber dann zu Christen werden.

Aus diesem Zusammenhang ergibt sich nun für die Bibelexegese ein wichtiges logisches Prinzip: alle biblischen Prophezeiungen, welche sich auf Israel beziehen und dieses Volk als "Volk Gottes" oder wie hier im Ps 83,4 als "geborgen in seinem Gott" bezeichnen, beziehen sich entweder auf die Zeit vor zweitausend Jahren oder haben ihre Erfüllung erst im Millennium, wenn der Überrest aus Israel umkehrt und sich wieder Volk Gottes nennen darf.

Damit steht fest, dass in unserer Zeit und weiter die ganze Endzeit hindurch bis hin zum Millennium, Israel keine Hilfe von Gott zu erwarten hat. Alle Behauptungen in unserer Zeit, dass Gott Israel "führen" würde, wie z.B. bei der Staatengründung Israels im Jahre 1948 ("Sammlung durch Gott"), oder bei der von Frau Weitzel eingangs erwähnten "Aliah" ("Heimholung" der Juden aus aller Welt nach Israel) sind Erfindungen der Zionisten, welche die Prophezeiungen für das Millennium ganz einfach "vorverlegen" und den leichtgläubigen Christen das Geld aus der Tasche ziehen, um damit den gottlosen und zionistischen, ja wie wir gleich sehen werden antichristlichen  Staat Israel auszubauen. 


Israel im Lichte der Bibel.


Nach dem Alten Testament

Gott hat sein Erbarmen vom Haus Israel völlig weggenommen (Hos 1,6). Sie sind nicht mehr sein Volk (Hos 1,9). Nur das Haus Juda wird der Herr retten. Doch nicht durch Krieg, sondern durch seinen Geist (Hos 1,7). Erst im Millennium, wenn der Sohn Gottes seine tausendjährige Herrschaft auf Erden angetreten hat, (Hos 2,1.20; Hes 34,25; Jes 2,4) wird sie der Herr wieder als sein Volk annehmen (Hos 2,25; Jer 31,27-28).


Nach dem Neuen Testament

Es ist Gottes Wille, dass wir auf seinen Sohn hören (Mt 17,5). Dieser Sohn Gottes hat uns gesagt, dass jeder, der ihn verwirft, auch Gott verwirft (1Jh 2,23; Lk 10,16; Jh 5,22-23. 15,23). Das heutige Volk Israel leugnet den Sohn Gottes und beschimpft ihn als Betrüger und Gotteslästerer. Durch diese Leugnung des Sohnes hat Israel auch den Vater verworfen und ist somit ein Gott-loses Volk. (Jh 8,24)


Die "Israelfreunde" in den christlichen Gemeinden verkaufen daher ihr Erstgeburtsrecht als Jünger Christi gegen das Linsengericht eines Erfüllungsgehilfen von gottlosen Betrügern. – Es gibt für Israel keine geistliche Umkehr zu ihrem Gott und keine gottgewollte Rückkehr in ihr Land, es sei denn, sie bekehren sich zu Jesus Christus!! (Mt 23,38-39; Gal 5,4) – (Siehe auch Diskurs 111)




Sagt die Bibel, dass der Antichrist ein Jude sein wird?

Diese "Sammlung 1948" hat u.a. auch atheistische Juden aus der ehemaligen Sowjetunion und der ganzen Welt zusammengebracht und ist daher nicht durch Gott erfolgt, sondern war das Werk von Theodor Herzl und seinen Zionisten, welche – wie so oft in der Geschichte Israels, wenn sie von ihrem Gott abgefallen sind (z.B. Berg Horeb/Sinai) – den Zeitpunkt Gottes nicht abwarten wollten und sich selbst wieder ein "goldenes Kalb" - den Staat Israel – gemacht haben.

So ähnlich sehen das auch die in der Diaspora verbliebenen gläubigen orthodoxen Juden, wie die folgende Aussage des Oberrabbiners Moishe Arie Friedmann der glaubenstreuen orthodoxen Juden in Wien bestätigt:

„Unter Benutzung des Holocaust wurde der Staat Israel mit Gewalt gegründet, was dem Willen Gottes widerspricht (Hos 1,7). Als glaubenstreue Juden nehmen wir das uns von Gott auferlegte Schicksal der Diaspora auf uns. Die Gründung des Staates Israel hat den Juden aber nicht nur auf dieser religiösen Ebene geschadet, die Mittel und Methoden, mit denen Israel zur Sicherung seiner Existenz gegen die Palästinenser vorgeht, schadet allen Juden weltweit und rufen neuen Antisemitismus hervor. Für die glaubenstreuen Juden ist jedoch klar, dass die Diaspora das uns von Gott auferlegte Schicksal bis zum Kommen des Messias ist.”

(Siehe auch Diskurs 46: „Stellungnahme von Oberrabbiner M. A. Friedmann, Wien.”)


Unser Herr Jesus Christus hat ihnen schon zu seinen Lebzeiten gesagt, dass die, welche nicht an den Sohn glauben auch den Vater nicht haben und damit - in der doppelten Bedeutung des Wortes - „Gott-los” sind. Sofern sie sich nicht zu Jesus Christus bekehrt haben, sind sie seit fast zweitausend Jahren ohne Vergebung und in ihren Sünden gestorben. Damit werden sie alle - sowohl nach christlichem als auch nach mosaischem Gesetz - in die ewige Verdammnis fahren.

Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht.

1Jh 2,23 Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 1Jh 2,23;

Jh 15,23 Wer mich haßt, haßt auch meinen Vater. Jh 15,23;

Wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es (der Messias) bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.

Jh 8,22 Da sagten die Juden: Er will sich doch nicht selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen? 8,23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 8,24 Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben. Jh 8,22-24;


Und als die Juden damals empört meinten, sie hätten doch Gott zum Vater, offenbarte ihnen der Herr, dass sie in Wahrheit aus ihrem Vater, dem Teufel sind und die Begierden ihres Vaters tun wollen. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist, sondern nur Lüge.

 Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun.

Jh 8,41 Ihr tut die Werke eures Vaters. Sie sprachen nun zu ihm: Wir sind nicht durch Hurerei geboren; wir haben einen Vater, Gott. 8,42 Jesus sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. 8,43 Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. 8,44 Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. 8,45 Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 8,46 Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? 8,47 Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. Jh 8,41-47;


Nachdem sich daher Satan bereits in der Vergangenheit – vor fast 2000 Jahren – seiner Nachkommen unter den Juden bedient hat, um mit Lug und Trug das jüdische Volk seines Messias' zu berauben und ihn von den Römern kreuzigen zu lassen, wäre es naheliegend, dass der Teufel auch in der Zukunft seinen eigenen falschen Messias, den Antichristen, aus der Schar seiner jüdischen Söhne erwählen wird.

Und genau das hat der Herr Jesus den Juden auch prophezeit, als er ihnen sagte: „Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen”. Wenn der Herr, der als der Messias gekommen ist, hier diesen Anderen, der kommen wird, mit sich selbst vergleicht, dann kann dieser Andere nur der falsche Messias, der Antichrist sein. Und wenn er den Juden sagt, dass sie diesen Anderen aufnehmen werden, dann muss dieser Andere zwangsläufig auch ein Jude sein, denn die Juden würden nie einen Nichtjuden als ihren Messias annehmen.

Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.

Jh 5,39 Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen; 5,40 und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt. 5,41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen; 5,42 sondern ich kenne euch, daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. 5,43 Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen. Jh 5,39-43;

Das ist der Antichrist, der leugnet, dass Jesus der Christus ist.

1Jh 2,22 Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 1Jh 2,22;


(Siehe auch Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist.”)


Auch der Stammbaum des Antichristen (grie: anti= Gegen- aber auch Anstattchristus) wird – wie der unseres Herrn Jesus Christus – vermutlich auf David zurückgehen und er wird behaupten der echte „Messias” zu sein und Jesus Christus als Betrüger und Gotteslästerer hinstellen. Etwas, was die Juden ja schon immer gesagt haben.

Er hat gelästert. Was brauchen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. - Er ist des Todes schuldig.

Mt 26,63 Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sagte zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! 26,64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels. 26,65 Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert. Was brauchen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. 26,66 Was meint ihr? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. 26,67 Dann spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; einige aber schlugen ihn ins Gesicht. Mt 26,63-67;


Der Teufel wird sich als "Gottvater" ausgeben und seinem wiedererweckten Sohn, dem dämonischen Antichristen, seine eigene Kraft und große Macht geben (Off 13,2). Und dieser falsche Messias wird mit großen Zeichen und Wundern der Lüge auftreten (2The 2,9), welche gerade die Juden – aber leider auch viele christliche Denominationen, die diesen Betrüger als den "wiedergekommenen Herrn" zujubeln werden – als den Beweis seiner Echtheit ansehen werden. Er wird den Juden die Weltherrschaft versprechen und sie mit der Macht und Kraft des Satans auch durchsetzen.

Bereits vor 2000 Jahren hat Satan, dem alle Macht über die Reiche dieser Welt übergeben ist, unseren Herrn Jesus Christus versucht, indem er ihm die Weltherrschaft angeboten hat, wenn er ihn, den Satan, anbeten würde.

Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie übergeben.

Lk 4,5 Und er führte ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm in einem Augenblick alle Reiche des Erdkreises. 4,6 Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie übergeben, und wem immer ich will, gebe ich sie. 4,7 Wenn du nun vor mir anbeten willst, soll das alles dein sein. 4,8 Und Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.» Lk 4, 5- 8;


Doch der Sohn Gottes, der echte Messias, hat dieses Ansinnen mit den Worten «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.» (5Mo 6,13 10,20) zurückgewiesen. Der falsche Messias jedoch wird dieses Angebot gerne annehmen, um damit der ganzen Welt zu beweisen, dass er der "echte Messias", der "Sohn Gottes" sei und damit die Prophezeiungen der Schrift auf die Herrschaft des Messias angeblich erfüllt werden.

Er wird auch und gerade jene Verheißungen erfüllen, welche Israel als  "Haupt unter den Nationen" vorhersagen. Doch alle diese Prophezeiungen sind auf das Tausendjährige Reich des Sohnes Gottes in ferner Zukunft bezogen. Es ist also ein totales Plagiat der biblischen Prophezeiungen, welches Satan und der Antichrist der Welt hier vorgaukeln werden. Umsonst hat Luther den Satan nicht als "Affe Gottes" der Gott in allem nachäfft, bezeichnet.

Und so hat der weiter oben zitierte Rabbi Emanuel Rabinovich, der zwar "von unten" ist, wie unser Herr auch den Rabbinern und Schriftgelehrten seiner Zeit offenbart hat (Jh 8,23-24) - oder aber gerade deswegen - in seiner Ansprache über die Pläne für die jüdische Weltherrschaft anscheinend tatsächlich die Wahrheit gesagt, als er meinte, dass Israel (mit Hilfe des falschen Christus') eine Weltmacht werden wird:

Unser Endziel ist die Entfachung des Dritten Weltkrieges, der bezüglich Zerstörungen alle früheren Kriege übertreffen wird. (…) Dieser Krieg wird unseren Kampf gegen die Gojim für alle Zeiten beenden. (…) Dann wird unsere Rasse unangefochten die Welt beherrschen.”

(Siehe auch die komplette Ansprache von Rabbi Rabinovich über die Pläne für die jüdische Weltherrschaft:
„Rabbi Rabinovichs Ansprache über die jüdische Weltherrschaft.”)


Doch im Unterschied zum Millennium, wo Gott Israel seinen Ruhm verheißt: „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen” (Sach 4,6), wird der Antichrist gemeinsam mit Israel und seinen Verbündeten die Welt mit Kampf und Krieg unterjochen und alle Nichtjuden zu Sklaven machen, wie das Rabinovich in seiner Ansprache auch prophezeit.

(Siehe auch Diskurs 112: „Die Protokolle der Weisen von Zion - die Analyse.")


Alle jene echten Christusgläubigen, welche ihre Bibel kennen und diesen Betrug durchschauen und diesen falschen Christus ablehnen, werden von den übergelaufenen "Geschwistern" und sogar von der eigenen Familie verfolgt, gefangengenommen und sogar getötet werden.

Denn sie werden euch an Gerichte überliefern und in ihren Synagogen euch geißeln;

Mt 10,16 Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe; so seid nun klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben. 10,17 Hütet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch an Gerichte überliefern und in ihren Synagogen euch geißeln; 10,18 und auch vor Statthalter und Könige werdet ihr geführt werden um meinetwillen, ihnen und den Nationen zum Zeugnis. 10,19 Wenn sie euch aber überliefern, so seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. 10,20 Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet. 10,21 Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode überliefern und der Vater das Kind; und Kinder werden sich erheben gegen die Eltern und sie zu Tode bringen. 10,22 Und ihr werdet von allen gehaßt werden um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden. Mt 10,16-22;

Die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und es nicht sind, sondern eine Synagoge des Satans.

Off 2,8 Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Dies sagt der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebendig wurde: 2,9 Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und es nicht sind, sondern eine Synagoge des Satans. 2,10 Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Bedrängnis haben zehn Tage. Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben. Off 2, 8-10;


Und dass es sich hier nicht um die Juden handeln wird, welche weltweit gehasst und verfolgt werden, wie das viele Ausleger – insbesondere jüdische – sehen wollen, bestätigt die Aussage des Herrn hier oben, in Mt 10,22: „Und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen.” Um des Namens des Herrn (Christus=Messias) willen können in dieser Zeit dann wohl nur die Christen gehasst werden und nicht die Juden, welche überdies diesen Christus ja nie anerkannt haben und ihn bis heute als Betrüger und Gotteslästerer bezeichnen, der nach dem jüdischen Talmud (Teil der Torah, der jüdischen heiligen Schriften) "in der Hölle schmort".

Auch den jüdischen Schriftgelehrten und Pharisäern hat unser Herr dies noch zu seinen Lebzeiten prophezeit:

Ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln.

Mt 23,29 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr baut die Gräber der Propheten und schmückt die Grabmäler der Gerechten 23,30 und sagt: Wären wir in den Tagen unserer Väter gewesen, so würden wir uns nicht an dem Blut der Propheten schuldig gemacht haben. 23,31 So gebt ihr euch selbst Zeugnis, daß ihr Söhne derer seid, welche die Propheten ermordet haben. 23,32 Und ihr, macht nur das Maß eurer Väter voll! 23,33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? 23,34 Deswegen siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt, 23,35 damit über euch komme alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wurde, von dem Blut Abels, des Gerechten, bis zu dem Blut Secharjas, des Sohnes Berechjas, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar ermordet habt. 23,36 Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen. Mt 23,29-36;


Diese Propheten, Weisen und Schriftgelehrten, welche der Herr senden wird, sind die christlichen Prediger, Evangelisten und Bibellehrer der Endzeit, welche von den Juden verfolgt, in ihren Synagogen gegeißelt und einige von ihnen getötet werden. Doch der Herr gibt uns zu diesen - für Christen - düsteren Prophezeiungen auch ermunternde Worte und bestätigt gleichzeitig unten, im Vers Jh 15,23, mit dem Hinweis: „Wer mich hasst, hasst auch meinen Vater”, dass die Juden, die ihn seit fast 2000 Jahren hassen, damit auch Gott, den Allmächtigen hassen, daher keinen Gott haben und seitdem ein Gott-loses Volk sind.

Wenn die Welt euch haßt, so wißt, daß sie mich vor euch gehaßt hat.

Jh 15,18 Wenn die Welt euch haßt, so wißt, daß sie mich vor euch gehaßt hat. 15,19 Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum haßt euch die Welt. 15,20 Gedenkt des Wortes, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten. 15,21 Aber dies alles werden sie euch tun um meines Namens willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat. 15,22 Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde. 15,23 Wer mich haßt, haßt auch meinen Vater. Jh 15,18-23;

Ich kenne deine Bedrängnis und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und es nicht sind, sondern eine Synagoge des Satans.

Off 2,8 Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Dies sagt der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebendig wurde: 2,9 Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und es nicht sind, sondern eine Synagoge des Satans. 2,10 Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Bedrängnis haben zehn Tage. Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben. 2,11 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, wird keinen Schaden erleiden von dem zweiten Tod. Off 2, 8-11;


Wenn diese Interpretation richtig ist, wird das Auftreten des Antichristen genau so sein, wie sich die Juden das Erscheinen des Messias immer vorgestellt haben: alle Nationen – die "Gojim" (Nichtjuden) – werden besiegt sein und die jüdische Rasse wird mit dem Messias unangefochten die Welt beherrschen. Nur wird dieser "Messias" nicht der echte Messias sein, der im Tausendjährigen Friedensreich in Frieden und Gerechtigkeit mit Israel als „Haupt unter den Nationen” (Jer 31,7) regieren wird, sondern der Antichrist, der als falscher Messias in der Großen Trübsal mit Krieg und Gewalt die Welt beherrschen wird.

Doch von einem Antichristen wissen die Juden ja nichts, weil sie das Neue Testament ablehnen und daher nicht kennen (Dan 9,27; Jes 28,14-15; Röm 11,25-26). Daher werden auch die Prophezeiungen auf dieses Tausendjährige Friedensreich des Sohnes Gottes – auch und insbesondere jene im Alten Testament – von bestimmten Auslegern unterschlagen oder uminterpretiert. Man kann schließlich keine Prophezeiungen auf ein Millennium in der Zukunft brauchen, wenn man die Erfüllung dieser Prophezeiungen bereits seit 1948 mit der "Sammlung Israels" vortäuschen will.

(Siehe auch Diskurs 66: „Der Amillennialismus: Ist das Tausendjährige Friedensreich eine Fiktion?”)


Die mosaische Religion wird dann mit der Unterschiebung eines falschen Gottes und eines falschen Messias' in Israel und weltweit zur Staatsreligion erklärt. Die Prophezeiungen des Alten Testaments auf den Messias werden durch die Macht und Kraft des Satan realisiert und das Neue Testament wird als "Werk von Betrügern" weltweit verboten werden. Der Tempel in Jerusalem wird wieder aufgebaut und der Antichrist wird sich in den Tempel setzen und sich als "Gott" ausgeben. Und „alle die auf der Erde wohnen” werden diesen falschen Messias anbeten.

Und ihm wurde ein Siegeskranz gegeben, und er zog aus, siegend und um zu siegen.

Off 6,2 Und ich sah: und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und ihm wurde ein Siegeskranz gegeben, und er zog aus, siegend und um zu siegen. Off 6, 2;

Und alle, die auf der Erde wohnen, werden ihn anbeten.

Off 13,8 Und alle, die auf der Erde wohnen, werden ihn anbeten, jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an. Off 13,8;

So daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, daß er Gott sei.

2The 2,3 Daß niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, daß zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2,4 der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, daß er Gott sei. 2The 2, 3- 4;


In Off 13,11 erfahren wir dann von einem zweiten Tier, welches Johannes aus der Erde aufsteigen sah. Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache. Und es übte die ganze Macht des ersten Tieres – des falschen Messias' – vor ihm aus. Wie wir dann dem weiteren Text entnehmen können, ist es dieses zweite Tier, welches die Menschen der ganzen Welt dazu bringt, den falschen Messias anzubeten. Über die Identität dieses zweiten Tieres sind sich die Ausleger bis heute nicht einig. Manche wollen in ihm einen politischen Herrscher sehen, andere wieder sehen gerade in ihm den Antichristen und nicht in dem ersten Tier.

Und ich sah ein anderes Tier aus der Erde aufsteigen, es veranlaßt die Erde und die auf ihr wohnen, daß sie das erste Tier anbeten.

Off 13,11 Und ich sah ein anderes Tier aus der Erde aufsteigen: und es hatte zwei Hörner gleich einem Lamm, und es redete wie ein Drache. 13,12 Und die ganze Macht des ersten Tieres übt es vor ihm aus, und es veranlaßt die Erde und die auf ihr wohnen, daß sie das erste Tier anbeten, dessen Todeswunde geheilt wurde. 13,13 Und es tut große Zeichen, daß es selbst Feuer vom Himmel vor den Menschen auf die Erde herabkommen läßt; 13,14 und es verführt die, welche auf der Erde wohnen, wegen der Zeichen, die vor dem Tier zu tun ihm gegeben wurde, und es sagt denen, die auf der Erde wohnen, dem Tier, das die Wunde des Schwertes hat und wieder lebendig geworden ist, ein Bild zu machen. 13,15 Und es wurde ihm gegeben, dem Bild des Tieres Odem zu geben, so daß das Bild des Tieres sogar redete und bewirkte, daß alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten. 13,16 Und es bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Sklaven, daß man ihnen ein Malzeichen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn gibt; 13,17 und daß niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 13,18 Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres! Denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist 666. Off 13,11-18;

(Siehe auch Diskurs 20: „Der Antichrist: das erste oder das zweite Tier aus Off 13?”)


Hier zeigt es sich, dass eine einseitige Betrachtungsweise nur aus der Sicht der Offenbarung tatsächlich den Blick auf das Wesentliche erschwert. Wenn wir aber dabei bleiben, dass alle diese Geschehnisse rund um den falschen Messias der Versuch des Satans sind, Gott in seinem Handeln nachzuäffen (Luther bezeichnete den Satan deswegen auch als „Affen Gottes”), dann müssen wir diese Prophezeiungen gemeinsam mit den diesbezüglichen Aussagen der Evangelien und darüber hinaus auch des Alten Testaments betrachten. Und da finden wir beim Propheten Maleachi, in Mal 3,23-24, einen wichtigen Hinweis auf ein bestimmtes Kennzeichen beim Erscheinen des Messias.

Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare.

Mal 3,23 Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare. 3,24 Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage. Mal 3,23-24;


Bevor der große Tag des Herrn kommt, wird Gott den Propheten Elia, welcher nicht gestorben, sondern in den Himmel aufgefahren ist (2Kg 2,11), senden, um in Israel die Väter mit den Söhnen und die Söhne mit den Vätern zu versöhnen und zu ihrem Gott zu bekehren. Genau diese Prophezeiung hat auch die Schriftgelehrten im Israel zur Zeit Jesu immer wieder beschäftigt und so war es auch die erste Frage, welche die Juden Johannes dem Täufer gestellt haben: Bist du der Elia?

Was taufst du denn, wenn du nicht der Messias bist, noch Elia, noch der Prophet?

Jh 1,22 Sie sprachen nun zu ihm: Wer bist du? Damit wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? 1,23 Er sprach: Ich bin die «Stimme eines Rufenden in der Wüste: Macht gerade den Weg des Herrn», wie Jesaja, der Prophet, gesagt hat. 1,24 Und sie waren abgesandt von den Pharisäern. 1,25 Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Was taufst du denn, wenn du nicht der Messias bist, noch Elia, noch der Prophet? 1,26 Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; mitten unter euch steht, den ihr nicht kennt, 1,27 der nach mir kommt, vor dem ich nicht würdig bin, den Riemen seiner Sandale zu lösen. Jh 1,22-27;


Johannes der Täufer hatte wahrheitsgemäß gesagt, dass er nicht der Messias sei, sondern, dass der Messias – Jesus Christus – bereits unter ihnen war. Aber auch die Jünger des Herrn wollten von diesem wissen, was es denn nun mit der Wiederkunft des Elia auf sich hatte.

Was sagen denn die Schriftgelehrten, daß Elia zuerst kommen müsse?

Mt 17,10 Und die Jünger fragten ihn und sprachen: Was sagen denn die Schriftgelehrten, daß Elia zuerst kommen müsse? 17,11 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia kommt zwar und wird alle Dinge wiederherstellen. 17,12 Ich sage euch aber, daß Elia schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern an ihm getan, was sie wollten. Ebenso wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden. 17,13 Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer zu ihnen sprach. Mt 17,10-13;


Die Antwort des Herrn enthält zwei wichtige Aussagen. Er bestätigt erst einmal die Vorhersage des Propheten Maleachi, dass Elia kommen soll. Doch dann sagt der Herr den Jüngern auch gleich, dass Elia schon gekommen ist, aber die Juden ihn nicht erkannt haben und mit ihm gemacht haben, was sie wollten. Und da verstanden die Jünger, dass er Johannes den Täufer gemeint hat, den König Herodes enthaupten ließ. Aber auch den Juden hat es der Herr offenbart, dass der Täufer der wiedergekehrte Elia war.

Und wenn ihr es annehmen wollt: er ist Elia, der kommen soll.

Mt 11,13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis auf Johannes. 11,14 Und wenn ihr es annehmen wollt: er ist Elia, der kommen soll. Mt 11,13-14;


Wir sehen also, dass die Wiederkunft des Propheten Elia und die Ankunft des Messias Hand in Hand gehen. Und wie nicht anders zu erwarten, hat auch Satan, der Drache, in seinem Plagiat dieser Ereignisse, dem falschen Messias einen Propheten – den falschen Propheten – zur Seite gestellt. Es ist das zweite Tier, das Johannes oben, in Off 13,11, aus der Erde aufsteigen sah, welches dann in Off 16,13; 19,20 und 20,10 auch als der falsche Prophet bezeichnet wird.

Aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten kamen drei unreine Geister.

Off 16,13 Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche; 16,14 denn es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen. Off 16,13-14;

Und es wurde ergriffen das Tier und der falsche Prophet – der mit ihm war und die Zeichen vor ihm tat.

Off 19,20 Und es wurde ergriffen das Tier und der falsche Prophet – der mit ihm war und die Zeichen vor ihm tat, durch die er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen und sein Bild anbeteten – lebendig wurden die zwei in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt. Off 19,20;

Der Teufel wurde geworfen in den Feuer- und Schwefelsee, wo sowohl das Tier als auch der falsche Prophet sind;

Off 20,10 Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo sowohl das Tier als auch der falsche Prophet sind; und sie werden Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit. Off 20,10;


Damit haben wir den Nachweis, dass dieses zweite Tier ebenso wenig der Antichrist sein wird (wie einige behaupten), wie Johannes der Täufer der Messias war. Es wird auch kein politischer Herrscher sein, sondern ebenso ein von Satan wiedererweckter Dämon, wie der Antichrist – der falsche Messias – selbst einer ist. Und ähnlich, wie es die Aufgabe des wiedergekehrten echten Propheten Elia sein wird, das Volk Israel zu seinem Gott und dessen Messias zu bekehren, ist es die Aufgabe dieses falschen Propheten, die Menschen der ganzen Welt zur Anbetung des falschen Messias', des ersten Tieres, zu bringen und sich ein Malzeichen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn zu geben so dass niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat. Und alle Menschen, welche sich das Malzeichen nicht an die rechte Hand oder auf die Stirn geben lassen, weil sie auf den Sohn Gottes, den echten Christus warten, werden getötet werden.

Das Bild des Tieres redete und bewirkte, daß alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten.

Off 13,15 Und es wurde ihm gegeben, dem Bild des Tieres Odem zu geben, so daß das Bild des Tieres sogar redete und bewirkte, daß alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten. 13,16 Und es bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Sklaven, daß man ihnen ein Malzeichen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn gibt; 13,17 und daß niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 13,18 Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres! Denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist 666. Off 13,15-18;


Von ihnen schreibt Johannes in Off 20,4, dass jene, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, getötet worden sind, bei der Ersten Auferstehung, der Auferstehung der Märtyrer, wieder lebendig werden, um mit Jesus im Millennium als Priester zu herrschen.

Und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren.

Off 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre. Off 20, 4;


(Siehe auch Diskurs 08: „Die Sammlung Israels: bereits seit 1948 oder erst in der Endzeit?”)


Unter Berücksichtigung all dieser Zusammenhänge können wir nun den Hintergrund zweier ansonsten völlig unerklärlicher Phänomene in der Glaubenslehre vieler christlicher Gemeinden weltweit erkennen. In annähernd neunzig Prozent der evangelikalen Gemeinden in Nordamerika, Europa und Asien wird einerseits eine falsche Vorentrückungslehre (Prätribulationismus) - also eine Entrückung der Endzeitgemeinde vor der Großen Trübsal - gepredigt und werden andererseits auch die tausend Jahre des Millenniums entweder geleugnet oder einfach uminterpretiert. Und das, obwohl beide Ereignisse in einer Klarheit und Deutlichkeit in der Bibel dokumentiert sind, wie sonst nur wenige Prophezeiungen. (Mt 24,29-30; Off 7,13-15; 2The 2,1.3.8 bzw. Off 20,4-6).

(Siehe auch Diskurs 16: „Findet die Entrückung vor der Großen Drangsal statt?”)

(Siehe auch Kapitel 10: „Das Millennium.”)


Der Grund dafür ist, dass man ja all die Prophezeiungen auf eine Weltherrschaft Israels mit dem Messias, welche in der Bibel erst für das Millennium prophezeit werden, nach vorne "verlegt", um den falschen Messias als den echten ausgeben zu können. Und auch die Entrückung muss man vor die Große Trübsal "verlegen", weil ja auch der falsche Messias vor der Großen Trübsal kommen wird. Würde man - wie es biblisch korrekt ist - eine Entrückung nach der Großen Trübsal lehren und es würde dann doch ein "Messias" vor der Großen Trübsal kommen, würden sich die Leute natürlich fragen, wer denn dieser "Messias" sein sollte und es würde viel Misstrauen geben.

Dass beim Erscheinen dieses falschen Messias viele biblische Prophezeiungen unerfüllt bleiben werden, wie die Auferstehung der Toten in Christus und die Entrückung der Gemeinde, wird dann so genau nicht geprüft werden. Jetzt, wo der Messias endlich gekommen ist, wird ein jeder ein Häretiker sein, welcher daran zweifelt und vielleicht in der Bibel etwas nachprüfen will. Nachdem diese Prophezeiungen nur im Neuen Testament zu finden sind, wird das auch einer der Gründe sein, weshalb diese "Synagoge des Satans" (Off 2,9.3,9) das Neue Testament als "antisemitische Hetzschrift" weltweit verbieten wird. Im Übrigen wird jeder, der Zweifel hegt, verfolgt werden und sogar von den eigenen Verwandten verraten, gefangen genommen und in den Synagogen gegeißelt werden (Mt 10,17-22).

(Siehe auch Diskurs 1014: „Die Jüdische Anti-Diffamations-Liga schreibt das Neue Testament um.”)

(Siehe auch Tabelle 19: „Die Verfolgung der Christen in der Endzeit.”)



 

Zusammenfassung

Um die Prophezeiungen der Bibel für die Zukunft zu verstehen, muss man neben den alttestamentlichen Texten auch das Neue Testament und hier insbesondere die Evangelien analysieren. Sie sind bisher noch viel zu wenig bei der Interpretation der kommenden endzeitlichen Ereignisse berücksichtigt worden.

Anstatt die Texte der alttestamentlichen Propheten an aktuelle Ereignisse "anzupassen", sollten wir daher in der Bibelexegese jene Prophezeiungen, welche sich bereits vor zweitausend Jahren erfüllt haben erkennen und bei der Interpretation sowohl der biblischen Texte als auch des weltlichen Geschehens berücksichtigen.

Doch auch hier gibt es für den interessierten Leser ein einfaches Prinzip, den Zeit- und Kostenaufwand, insbesondere aber die falsche Lehre von derartigen Fehlinterpretationen zu vermeiden: viele Ausleger sind gleichzeitig auch Autoren und Vortragende, welche mit den Honoraren für diese Tätigkeiten ihren Lebensunterhalt finanzieren. Wenn sie nun rechtgläubige Christen sind und ihre Erkenntnis vom Heiligen Geist kommt, haben sie nichts dafür bezahlt und dürften daher auch nichts dafür verlangen, sonst würden sie ja "Handel mit dem Wort Gottes" betreiben 2Kor 2,17).

Daraus lässt sich schließen, dass alle Bibelauslegungen, sei es jetzt Bücher, Vorträge, Predigten, Seminare, Konferenzen etc., welche für Geld angeboten werden, entweder nicht von rechtgläubigen Christen stammen oder die Erkenntnisse nicht vom Heiligen Geist sind, weil diese Gläubigen den himmlischen Vater nie darum gebeten haben (Lk 11,11-13). In beiden Fällen sind solche "Angebote" unbrauchbar und daher zu meiden.


Sagt die Bibel für die Endzeit das Bürgerkriegschaos in Syrien voraus? /    2. Teil, Diskurs 1132