Diskurs 119 - Hat Gott uns unsere Sünden trotz Buße nicht vergeben?




Ich habe sehr große Angst, dass der Herr mich nicht mehr angenommen hat. / Kommentar AM 2015-03

Die Bedeutung des Wortes "Buße" / Artikel Derek Prince - Glaubenswachstum, Glaube.de

Wandeln wir im Licht oder in der Finsternis? (1Jh 1,6-7) / Artikel Fritz Wolf - Diskurs 58 , Immanuel.at

Hat Gott uns unsere Sünden trotz Buße nicht vergeben?

Die Grundlage der Vergebung Gottes.



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

Ich habe sehr große Angst, dass der Herr mich nicht mehr angenommen hat. / Kommentar AM 2015-09-23

ich habe Ihren Artikel (Diskurs 58: Wie kannst Du wissen, ob Du errettet bist?/Anm. FH) gelesen und ich habe schon seit Jahren eine große Not, weil ich (letzte) Warnungen in den Wind geschlagen habe.
Bevor ich zu meiner eigentlichen Frage komme, möchte ich Ihnen gerne meine Vorgeschichte erzählen, da sich mein Anliegen darauf bezieht.

Ich bin als Kind gläubiger Eltern geboren und in der Versammlung groß geworden. Ich weiß nicht genau ob ich mich als Kind wirklich bekehrt habe. Zunächst lief mein Leben ab, wie bei "wahrscheinlich" jedem Kind was in einem gläubigen Elternhaus groß geworden ist. Ich habe morgens und abends mit meinen Eltern gebetet, in der Bibel gelesen und die Sonntagschule und Versammlungsstunden regelmäßig besucht (Kurz Jesus Christus war immer für mich präsent und der Glaube eine normale Sache).

Im Alter von ca. 15 Jahren fing ich dann an meine eigenen Wege zu gehen (Alkohol, Partys etc.) trotzdem gab es nie eine Zeit wo ich dem Glauben gänzlich den Rücken gekehrt habe, bis auf eine Situation, da war ich vielleicht 15, wo ich dem Herrn aus einer "kindlichen Trotzreaktion" gesagt habe ich will Ihn nicht und er soll mich verloren gehen lassen um meine Eltern für Ihre strenge christlich Erziehung zu strafen. Das habe ich aber später dem Herrn bekannt und Ihn gebeten mir das zu vergeben und mich doch zu retten (ich weiß nicht ob er mich erhört hat?? )

So ging mein Leben weiter, ich war nicht wirklich ablehnend aber auch nicht wirklich offen, ich war eher gleichgültig und obwohl der Herr oft spürbar zu mir geredet hat, habe ich nichts verändert. Mit ca. 24 bekam ich zunehmend Angstzustände und Depressionen aus Angst verloren zu gehen und vor der ewigen Verdammnis, dann habe ich den Herrn mehrfach gebeten, dass er mich retten soll und mir vergeben möchte und ich Ihn als Herrn und Heiland haben möchte, ich auch seine Hilfe und Kraft benötige um von meinem sündigen Leben zu lassen, da mir bis dahin noch der wirkliche Wille fehlte, aber der Wunsch da war dem Herrn nachzufolgen Ich habe dann angefangen mich wieder mehr mit Gottes Wort zu beschäftigen und zu schauen warum ich keinen wirklichen Frieden bekomme und bin dabei auf folgende Stellen gestoßen die mir klar machten, dass es ein zu spät gibt wenn man Gott dauernd nicht beachtet und Ihn somit auch ablehnt. (Hiob 33,16, Hebr. 12,16. 10,26)

Ich habe sehr große Angst, dass der Herr mich nicht mehr angenommen hat bzw. annimmt obwohl dies seit ca. 6 Jahren mein täglich anhaltendes Gebet ist, dass Er mich zu wahrer Buße leitet und mir vergibt. Ich habe leider den Punkt noch nicht merklich gespürt wo der Herr mich wirklich als großen Sünder in sein Licht gestellt hat, dass ich das bin habe ich mehr Verstandesmäßig ergriffen und durch die Prägung im christlichen Elternhaus. Nun habe ich diesen Bericht gelesen der mich weiter in Zweifel gestürzt hat und deshalb schreibe ich euch auch: http://www.glaube.de/artikel/thema///derek_prince_busse.html

Versagt sich Gott auch wenn man Ihn anfleht, dass man gerettet wird, schenkt er keine Möglichkeit zur Buße mehr?? Nach allem was ich geschrieben habe kann es sein, dass der Herr mich wie Esau und Saul verstoßen hat? Kann es sein, dass ich meinen Raum zur Buße hinter mir gelassen habe, obwohl ich mich nach Errettung sehne? Hat Gott mich vielleicht verhärtet oder  habe ich damals als ich Gott oben genanntes gesagt habe eine Grenze überschritten, wie in Hebr. 10,26? (Aufgrund meiner Verantwortung im christlichen Elternhaus großgeworden zu sein?) Ich würde gerne Glauben und wahre Buße tun, aber Gott schenkt es mir nicht und schweigt. Und permanent ist es in mir wie eine innere Stimme; Als ich dich gerufen habe wolltest du nicht, jetzt ist es zu spät.

Liebe Redaktion ich bin wirklich so tief verzweifelt, dass ich keine Chance mehr sehe errettet zu werden, das Leben macht sehr wenig Freude mit der Angst zu leben ewig verloren zu sein und ich sehe den Sinn nicht warum Gott mich weiter leben lässt obwohl meine Heilszeit abgelaufen ist.

Aus diesem Grund schreibe ich ihnen. Herzlichen Dank

Mit herzlichen Grüßen

AM

 

Danke für Ihren Besuch bei Immanuel.at und Ihr Mail.

Beim Lesen Ihrer Zeilen ist mir bewusst geworden, dass sich eventuell auch andere Geschwister im Herrn diese Frage stellen könnten. Nachdem die Antwort darauf zweifellos von nicht geringer Bedeutung für den weiteren Glaubensweg ist, bin ich Ihnen sehr dankbar für Ihre Zustimmung zu einer teilweisen Veröffentlichung unserer Korrespondenz, um diese Überlegungen auch anderen Lesern von Immanuel.at zugänglich zu machen.

Bevor wir uns fragen, ob Gott unsere Buße angenommen hat, sollten wir klären, was Buße eigentlich ist. Zum besseren Verständnis Ihres Problems habe ich mir auch den Link durchgelesen, welchen Sie eingefügt haben. In diesem Artikel von Derek Prince habe ich dann gleich am Beginn eine sehr gute Erläuterung zum Begriff der Buße gefunden und nachdem ja auch Sie schreiben, dass Sie nicht sicher sind, ob Sie die Buße richtig verstehen, habe ich den diesbezüglichen Teil dieser Ausführungen hier übernommen:



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

Die Bedeutung des Wortes "Buße" / Artikel Derek Prince - Glaubenswachstum, Glaube.de

Zuallererst ist es wichtig, ein klares Verständnis über die wirkliche Bedeutung des Wortes "Buße" zu erlangen, so wie es in der heiligen Schrift gebraucht wird.

Bedeutung des Wortes.
Im Neuen Testament wird gewöhnlich der Ausdruck "Buße tun" als Übersetzung des griechischen Verbs "mentanoein" (richtig: "metanoein"/FH) benutzt. Dieses Wort "mentanoein"  (richtig: "metanoein"/FH) hat eine klare, definierte Bedeutung, die sich durch die gesamte griechische Sprache hindurchzieht und sowohl im klassischen als auch im neutestamentlichen Griechisch vorkommt. Grundsätzlich bedeutet das Wort immer das eine: "seinen Sinn ändern". Die eigentliche Bedeutung von "Buße" im Neuen Testament ist daher keine Gefühlswallung, sondern eine ENTSCHEIDUNG.

Es ist äußerst wichtig, diese Tatsache klar zu erkennen, weil dadurch viele falsche Vorstellungen und Vermutungen über "Buße" sich von selbst auflösen. Viele Menschen verbinden den Begriff "Buße" in erster Linie mit einem bestimmten Gefühl, bei dem Tränen vergossen werden usw. Jedoch ist es durchaus möglich, daß ein Mensch gefühlsmäßig sehr angesprochen ist und auch viele Tränen vergießt, dabei aber nie im wahren, biblischen Sinn Buße tut. Andere wiederum denken bei dem Wort "Buße" an das Ausführen bestimmter religiöser Riten und Vorschriften - vielleicht im Sinne von "büßen". Aber auch hier trifft das gleiche zu: Man kann viele religiöse Bräuche und Riten einhalten und trotzdem nie zur wahren, biblischen Buße kommen.

Echte Buße ist nichts anderes als ein fester innerer Entschluß - eine Sinnesänderung.

Schauen wir ins Alte Testament hinein, so sehen wir, daß das Wort, das dort meistens mit "Buße tun" übersetzt ist, wörtlich "umwenden", "umkehren" oder "zurückwenden" bedeutet. Das stimmt vollkommen mit der Bedeutung des Wortes "Buße", wie sie im Neuen Testament offenbart ist, überein. Der neutestamentliche Begriff beschreibt den inneren Entschluß, die Sinnesänderung; der alttestamentliche Begriff deutet auf die äußere Handlung hin als Ausdruck der Sinnesänderung - auf den Akt des "Umwendens" oder "Zurückkehrens".

Das Neue Testament unterstreicht also das innere Wesen echter Buße; das Alte Testament betont die Tat als Ausdruck des inneren Wandels. Verbindet man beide miteinander, so ergibt sich ein vollkommenes Bild der Buße: Buße ist ein innerer Vorgang, eine Umwandlung des Sinnes, mit dem Ergebnis des äußeren Umwendens oder Umdrehens, um von nun an in eine ganz neue Richtung zu schauen und zu gehen.

http://www.glaube.de/artikel/thema///derek_prince_busse.html


Wenn AM nun eingangs in seinem Kommentar schreibt: „Ich habe leider den Punkt noch nicht merklich gespürt wo der Herr mich wirklich als großen Sünder in sein Licht gestellt hat”, obwohl er erwähnt diesen obigen Artikel bei "glaube.de" gelesen zu haben, so dürfte er die folgende Aussage von Prince offenbar überlesen haben.

„Viele Menschen verbinden den Begriff "Buße" in erster Linie mit einem bestimmten Gefühl, bei dem Tränen vergossen werden usw. Jedoch ist es durchaus möglich, daß ein Mensch gefühlsmäßig sehr angesprochen ist und auch viele Tränen vergießt, dabei aber nie im wahren, biblischen Sinn Buße tut.”


Sollte also AM auf ein "Gefühl" warten und denkt, etwas "spüren" zu müssen, ist er auf dem falschen Weg. Mit Gefühlen arbeitet der Widersacher. Der "verzaubert" seine Bewunderer bei Marienerscheinungen oder in "Visionen von der Hölle".

(Siehe auch Diskurs 106: „Die falschen Lehren in den christlichen Gemeinden.”)


Wie Prince oben völlig richtig schreibt: „Echte Buße ist nichts anderes als ein fester innerer Entschluß - eine Sinnesänderung”. Und dieser Entschluss manifestiert sich nicht im "Bauch" als Gefühl das man spürt, sondern im Geist. Es ist so wie mit allen Glaubensentscheidungen: sie spielen sich - wenn sie echt sind - hauptsächlich im Geist ab, denn das ist der Ort, wo wir Gott antreffen. Gott ist Geist und wer mit Gott sprechen will (beten), muss ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Jh 4,23-24).

Wiewohl nun dieser Teil des Artikels in "glaube.de" die Bedeutung des Begriffes der Buße sehr gut analysiert und erklärt, sind die Ausführungen in der Folge etwas problematisch. Wie schon AM oben schriebt, haben ihn gerade diese Aussagen "in Zweifel gestürzt" und er hat deshalb bei Immanuel.at Rat gesucht.

Es ist jedoch nicht so, dass diese weiteren Aussagen etwa falsch oder unbiblisch wären. Der Grund liegt eher darin, dass der unterschiedliche Glaubensstatus des Lesers nicht berücksichtigt wird und es daher bei dem einen oder anderen Leser aufgrund von biblischen Wissensmängeln zu Missverständnissen und Fehlschlüssen kommen kann. Wie z.B. in der folgenden Aussage am Ende des Artikels:

„Der kritische Punkt im Leben eines Menschen ist also der Moment, in dem der Heilige Geist ihn zur Buße ruft. Wird dieser Ruf angenommen, dann führt er zum rettenden Glauben an Jesus Christus und zum ewigen Leben; wird er dagegen abgelehnt, dann bleibt der Sünder auf seinem einmal eingeschlagenen Weg, der ihn ins Grab und in die nie endende Finsternis der Ewigkeit ohne Gott führen wird. Die Bibel sagt klar, daß es möglich ist, bereits in diesem Leben den "Raum zur Buße" hinter sich zu lassen. Das heißt, man kann zu einem Punkt kommen, wo der Geist Gottes nicht mehr zur Buße mahnt und wo es deswegen keine Hoffnung mehr für diesen Menschen gibt, obwohl er die Tore der Ewigkeit noch nicht durchschritten hat.”


Es ist absolut richtig, dass es nach der Bibel "möglich ist, bereits in diesem Leben den ‘Raum für Buße’ hinter sich zu lassen". Und das nicht nur für Gottlose und Götzendiener, sondern auch für rechtgläubige Christen, welche vom Glauben abgefallen sind, wie uns das der Hebräerbriefschreiber sagt:

Es ist unmöglich, diejenigen, die des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern.

Hbr 6,4 Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind 6,5 und das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben 6,6 und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich den Sohn Gottes wieder kreuzigen und dem Spott aussetzen. Hbr 6, 4-6;


"Buße tun" bedeutet einen inneren Entschluss zu fassen. Dass damit natürlich auch äußere Anzeichen verbunden sind, welche diesem inneren Entschluss folgen müssen, ist keine Frage. Man kann das vielleicht an einem anschaulichen Beispiel darstellen: angenommen jemand will den Bahnhof rechtzeitig zur Abfahrt seines Zuges erreichen, doch er erkennt, dass er in die verkehrte Richtung geht. Nach dieser Erkenntnis fasst er den inneren Entschluss umzukehren, worauf die äußere Aktion folgt: eine Kehrtwende und der Marsch in die richtige Richtung.

Bei diesen ehemaligen Geschwistern im Herrn, welche der Hebräerbriefschreiber oben anspricht, hätte sich das Szenario etwas anders abgespielt. Sie sind nach ihrer Kehrtwende abermals umgekehrt und wieder in die falsche Richtung gelaufen. Doch nunmehr denken sie nicht mehr daran umzukehren. Wie alle anderen Gottlosen, überkommt auch sie eine Art "Verhaltensdemenz": sie haben die Fähigkeit verloren, zwischen Gut und Schlecht zu unterscheiden und beurteilen die Welt und ihre Umgebung nur mehr nach "alt" und "neu". Und so betrachten sie auch das Vergangene als alt und überkommen, und streben dem Neuen und Interessanten zu. Und diesmal ist das kein Irrtum, der sich wieder korrigieren ließe. Diese Leute haben den Willen - und auch die Fähigkeit - zur Umkehr verloren.

Wer also als Christ - wie unser Kommentator AM hier -fast schon verzweifelt zu erkennen sucht, ob Gott seine Buße angenommen hat, hat daher weder den Willen und daher auch nicht die Fähigkeit zur Umkehr verloren und ist nach seiner Buße und Umkehr wieder von Gott als sein Kind angenommen und damit ein rechtgläubiger Christ.

Doch wie wir sehen, gibt es manchmal auch unter Christen Unsicherheit darüber, ob man auf dem rechten Weg ist. Hier geht es nicht um Gottesglauben und Gottlosigkeit, sondern um die Frage, ob man mit seinem Handeln dem Verhalten eines rechtgläubigen Christen entspricht oder nicht. Zu diesem Thema hat auch Fritz Wolf in seinem Beitrag "Wie kannst Du wissen, ob Du errettet bist?" im Diskurs 58 bei Immanuel.at einige wichtige Aussagen gemacht, welche hier auszugsweise zitiert werden sollen.



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

Wandeln wir im Licht oder in der Finsternis? (1Jh 1,6-7) / Artikel Fritz Wolf - Diskurs 58, Immanuel.at

Lange Zeit dachte ich, dass der Wandel im Licht (1Jh 1,6-7) einem nahezu sündlosen Wandel entspricht. Das kann aber nicht sein, weil es am Ende von Vers 7 heißt, dass das Blut Jesu uns von aller Sünde reinigt. Gott ist Licht und in ihm ist keine Finsternis. Wer in der Finsternis lebt, verbirgt seine Schuld. Im Dunkeln wirken alle schmutzigen Kleider sauber. Ziehe ich ein weißes Hemd an und halte mich im Hellen auf, dann fällt jeder noch so kleine Fleck auf, während dunkle Kleider in einer dunkleren Umgebung mit Flecken noch sauber wirken.

Setzen wir uns dem Licht Gottes aus und überprüfen ständig unser Leben nach den Richtlinien des Wortes Gottes, so merken wir recht bald, wie unwürdig und sündig wir sind. Wir merken bald, dass wir uns auf uns selbst nichts einbilden können. Setzen wir uns dagegen eher seichter Unterhaltung aus, dann verlieren wir immer mehr die Sensibilität unserer eigenen Sündhaftigkeit und denken, dass wir gar nicht so schlecht sind. Wir verlieren das Interesse an geistlichen Themen, sind uns aber immer weniger bewusst, wie unser Wandel Gott gegenüber ist.

Auch wenn es bei Gotteskindern immer wieder Phasen gibt, bei denen man sich nicht so sehr mit dem Wort Gottes auseinandersetzt, sondern lieber seichte Unterhaltung genießt, so zieht es ihn immer wieder in Gottes Gegenwart zurück. Der Gerechte fällt sieben Mal, doch er steht wieder auf, während der Gottlose in seiner Schuld liegenbleibt. Wer in der Finsternis wandelt, verbirgt seine Schuld, sie fällt nicht auf. In so einem Zustand kann man sich schnell einreden, dass man ohne Schuld ist. Man findet immer wieder Menschen, die weit mehr Dreck am Stecken haben als man selbst.

(Siehe auch Diskurs 58: „Wie kannst Du wissen, ob Du errettet bist?)




Hat Gott uns unsere Sünden trotz Buße nicht vergeben?

Wenn man nun die Fragestellung im oben zitierten Mail von AM auf das Wesentliche zusammenfasst, lässt sich das in folgender Passage wiedergeben:

„Im Alter von ca. 15 Jahren fing ich dann an meine eigenen Wege zu gehen (Alkohol, Partys etc.) trotzdem gab es nie eine Zeit wo ich dem Glauben gänzlich den Rücken gekehrt habe, bis auf eine Situation, da war ich vielleicht 15, wo ich dem Herrn aus einer "kindlichen Trotzreaktion" gesagt habe ich will Ihn nicht und er soll mich verloren gehen lassen um meine Eltern für Ihre strenge christlich Erziehung zu strafen. Das habe ich aber später dem Herrn bekannt und Ihn gebeten mir das zu vergeben und mich doch zu retten (ich weiß nicht ob er mich erhört hat?? )”


Es geht also um die Frage: "Wann erhört uns Gott und wann können wir wissen, ob uns Gott unsere Sünden vergeben hat?". Der letzte Teil dieser Frage lässt sich relativ einfach beantworten: Gott vergibt alle Sünden bis auf eine: Die Sünde wider den Heiligen Geist.

Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden.

Mt 12,31 Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden. 12,32 Und wenn jemand ein Wort reden wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wenn aber jemand gegen den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen. Mt 12,31-32;


Und hier fragen sich natürlich viele Geschwister, was denn diese Lästerung des Heiligen Geistes ist und haben auch hier Ängste, sie könnten diese Sünde schon einmal begangen haben. Im Diskurs 64: „Was ist die Sünde wider den Heiligen Geist?” gibt es dazu eine relativ detaillierte Antwort, welche hier in Kurzfassung wiedergegeben werden soll.

Der Anlass, bei welchem der Herr diese Aussage gemacht hat, ist bei Markus etwas detaillierter überliefert:

Wer aber gegen den Heiligen Geist lästern wird, hat keine Vergebung in Ewigkeit.

Mk 3,28 Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Söhnen der Menschen vergeben werden und die Lästerungen, mit denen sie auch lästern mögen; 3,29 wer aber gegen den Heiligen Geist lästern wird, hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig; - 3,30 weil sie sagten: Er hat einen unreinen Geist. Mk 3,28-30;

Markus sagt hier am Ende: "Weil sie sagten: Er hat einen unreinen Geist". Wenn wir nun also - wieder zurück im Evangelium des Matthäus - den Text zurückverfolgen, stoßen wir einige Verse vor der obigen Aussage von Mt 12,31-32 auf jenes Ereignis, auf welches sich Markus bezieht:

Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch den Beelzebul, den Obersten der Dämonen.

Mt 12,22 Dann wurde ein Besessener zu ihm gebracht, blind und stumm; und er heilte ihn, so daß der Stumme redete und sah. 12,23 Und es erstaunten die ganzen Volksmengen und sagten: Dieser ist doch nicht etwa der Sohn Davids? 12,24 Die Pharisäer aber sagten, als sie es hörten: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch den Beelzebul, den Obersten der Dämonen.

12,25 Da er aber ihre Gedanken wußte, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst entzweit ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, die mit sich selbst entzweit sind, werden nicht bestehen. 12,26 Und wenn der Satan den Satan austreibt, so ist er mit sich selbst entzweit. Wie wird denn sein Reich bestehen? 12,27 Und wenn ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. 12,28 Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen. Mt 12,22-28;

Und damit haben wir nun auch die Antwort auf die Frage, was die Sünde wider den Heiligen Geist ist: Es ist - schlimmer noch als die bloße Leugnung des Heiligen Geistes - die Bezeichnung des Heiligen Geistes als einen "unreinen Geist".

Das sind also die echten Feinde Gottes, wie damals die jüdischen Schriftgelehrten des Sanhedrin, welche derartiges von sich gaben und zu welchen der Herr sagte: Otternbrut und Söhne des Teufels, die dem kommenden Zorn Gottes nicht entfliehen werden.

Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun.

Jh 8,43 Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. 8,44 Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Jh 8,43-44;

Otternbrut! Wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen?

Mt 3,7 Als er aber viele der Pharisäer und Sadduzäer zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Otternbrut! Wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen? Mt 3, 7;

Otternbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid?

Mt 12,34 Otternbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund. 12,35 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor. Mt 12,34-35;

Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?

Mt 23,32 Und ihr, macht nur das Maß eurer Väter voll! 23,33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? Mt 23,32-33;


Das sind also jene Leute, welche sich der Sünde wider den Heiligen Geist schuldig gemacht haben. 

Für jene Menschen, welche diese Frage aus gläubigem Herzen stellen, gibt es hier eine Antwort, welche m. E. ebenso einfach wie richtig ist:

Wer sich als gläubiger Christ die Frage stellt: „Habe ich die Sünde wider den Heiligen Geist begangen?” - egal zu welchem Zeitpunkt in seinem Leben -, kann davon ausgehen, dass die Antwort „Nein” ist. (Sonst wäre er mit Sicherheit kein gläubiger Christ mehr!)

Und damit haben wir auch die Antwort auf die Frage im Titel dieses Diskurses: "Hat Gott uns unsere Sünden trotz Buße nicht vergeben?". Sofern wir aufrichtigen Herzens bereuen und Buße getan haben, d.h. in unseren Gedanken und Handlungen umgekehrt sind - und das möglicherweise nicht zum ersten Mal - können wir davon ausgehen, dass uns Gott - ähnlich wie auch wir den Geschwistern vergeben müssen, wenn sie gegen uns gesündigt haben und uns um Vergebung bitten (Mt 18,21-22) - auch alle unsere Sünden vergibt (bis auf eine), wenn wir ihn darum bitten.

(Siehe auch Diskurs 18; „Die Vergebung: Gottes und der Christen Geschäft?”)



Die Grundlage der Vergebung Gottes.

Allerdings wird in manchen derartigen Anfragen oft die - eine und einzige!! -Grundlage völlig übersehen, auf welcher Gott uns unsere Sünden vergeben kann. Gott vergibt uns unsere Sünden nicht, "weil wir gar nicht so schlecht sind", wie Fritz Wolf oben warnt. Auch nicht weil die Liebe Gottes "unendlich" und "bedingungslos" wäre, wie das die katholische Kirche ihrem Kirchenvolk und der ganzen Welt seit Jahrhunderten vorzutäuschen versucht.

Die unendliche und bedingungslose Liebe Gottes.

Wenn die Liebe Gottes unendlich und bedingungslos wäre, müsste dieser Gott allen Menschen aller Zeiten (unendlich!!) alle ihre Sünden ohne Reue und Umkehr (bedingungslos!!) vergeben. Es wäre dann kein Sühnopfer mehr erforderlich - und Jesus Christus hätte nicht am Kreuz sterben müssen.

Es würden dann alle Verbrecher, Massenmörder, Gottesleugner, Tyrannen und was es sonst noch an üblem Gesindel gibt, vom Anbeginn der Welt bis zu ihrem Ende (unendlich!!) ohne Reue und Bekehrung (bedingungslos!!) gemeinsam mit allen rechtgläubigen Christen in das ewige Leben eingehen.

Wer daher von einer "unendlichen" und "bedingungslosen" Liebe Gottes spricht, dokumentiert damit, dass er keine Ahnung hat, warum Gott seinen Sohn am Kreuz sterben ließ. Solche Leute haben das Fundament des christlichen Glaubens noch gar nicht begriffen und sind somit völlig ungeeignet, Aussagen über irgendwelche Eigenschaften Gottes zu machen.

(Siehe auch den Diskurs 30: „Warum musste Jesus am Kreuz sterben?")



Wie man sieht, ist die Irrlehre einer "unendlichen" oder "bedingungslosen" Liebe Gottes schon sehr nahe an der Sünde wider den Heiligen Geist. Es ist zumindest eine Sünde wider das Kreuzesopfer unseres Herrn Jesus Christus. Die Folgen sind hier wie dort gleich: diese Leute können nicht errettet werden und gehen in die Verdammnis. Nur dass die Katholiken noch eine Möglichkeit zur Buße - also Reue und Umkehr - haben, jene, welche wider den Heiligen Geist sündigen jedoch nicht.

In Diskussionen mit Katholiken wird hier meist das Argument vorgebracht, dass "man doch Gott anbeten muss und nicht Jesus Christus". Dass sie selbst oft anstatt Gott den katholischen Dämon "Maria" und in einer Art Totenkult ihre verstorbenen "Heiligen" anbeten, wird dann schamhaft verschwiegen. Doch mit dieser Aussage dokumentieren diese Leute nur ihre mangelnde Schriftkenntnis. Denn der Herr sagt uns wiederholte Male:

Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.

Jh 12,44 Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; 12,45 und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Jh 12,44;

Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater.

Mt 11,25 Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen geoffenbart hast. 11,26 Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir. 11,27 Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und der, dem der Sohn ihn offenbaren will. Mt 11,25-27;

Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht an ihn glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat.

Jh 3,14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muß der Sohn des Menschen erhöht werden, 3,15 damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. 3,16 Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. 3,17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn errettet werde. 3,18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht an ihn glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Jh 3,14-18;

Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben.

Jh 3,36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. Jh 3,36;

Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.

Jh 11,25 Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; 11,26 und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du das? Jh 11,25-26;


Aber nicht nur der Umstand, dass unser Herr Jesus Christus in der Einheit der Trinität gleichzeitig auch Gott den Vater repräsentiert - ja sogar Gott der Vater ist - macht seine Anbetung für einen rechtgläubigen Christen zur absoluten Pflicht, es ist auch unsere Liebe und Dankbarkeit, die uns drängt jenes göttliche Wesen anzubeten, welches - obgleich in Gestalt Gottes - unsere niedrige Menschengestalt angenommen hat und sich als Mensch für unsere Sünden hat ans Kreuz nageln lassen.

 

Die Folgen der Sünde und die Errettung aus Gnade.

Sünde ist jedes Vergehen gegen die Gebote Gottes (Mt 20,3-7; 2Mo 5,21-48), Die Folge jedes einzelnen dieser Vergehen ist der Tod des Menschen. Und zwar nicht der erste, physische Tod, sondern der zweite Tod (Off 21,8), zu dem der sündige Mensch nach seiner Auferstehung aus den Toten mit seinem neuen, ewig existierenden Körper im Letzten Gericht verurteilt wird. Ebenso, wie der erste Tod nur eine Übergangsperiode bis zur Auferstehung ist, ist auch der zweite Tod keine Auslöschung des Menschen, sondern eine ewige Existenz, fern von Gott in der Finsternis der Verdammnis.

Um die gerechte Forderung Gottes nach Einhaltung seiner Gebote zu erfüllen und dennoch den Menschen, welche sich dagegen vergehen, eine Möglichkeit anzubieten, von dieser ewigen Verdammnis errettet zu werden, ist der Sohn Gottes stellvertretend für jeden einzelnen Menschen am Kreuz gestorben (1Kor 15,3-5). Damit können alle Menschen, welche dieses Loskaufopfer des Sohnes Gottes zur Tilgung ihrer eigenen Sünden im Glauben annehmen, gerettet werden und als aus Gnade gerechtfertigte Sünder in ihr ewiges Leben bei Gott eingehen (Röm 5,9-11).



Das ist die gute Nachricht: wir können trotz unserer Sündhaftigkeit aus Gnade errettet werden, weil Gott uns durch das Loskaufopfer seines Sohnes die Vergebung anbietet. Das ist das Evangelium. Jeder Mensch hat eine ewige Existenz - es ist nur die Frage, wo er nach seiner Auferstehung diese ewige Existenz verbringen wird. Im Licht bei Gott oder in der Finsternis der Verdammnis.

Die ewige Existenz jedes Menschen.

Jeder einzelne Mensch, der bei seiner körperlichen Geburt die Fruchtblase seiner Mutter lebend verlässt – der also "aus Wasser (Fruchtwasser, amniotische Flüssigkeit) geboren" ist (Jh 3,5) - erhält von Gott (Jh 4,24) einen menschlichen Geist (1Kor 2,11) mit ewiger Existenz (Mt 25,46). Im ersten, zeitlich‒irdischen Teil seiner Existenz – in seinem Leben, hat der Mensch die Möglichkeit, sich völlig frei und ohne Zwang mit dem ihm von Gott gegebenen Geist zu entscheiden, ob er diesem Gott, dem Schöpfer allen Lebens, sein ganzes Vertrauen und seine ganze Liebe schenken will.

Nach dem Tod des Menschen wird sein Körper wieder zu Staub, aus dem er geschaffen wurde (1Mo 2,7), sein Geist jedoch fährt ins Totenreich (Dan 12,2; 1Ptr 3,18-19; 1Kor 15,23-24), wo er die Zeit bis zu seiner Auferstehung in einem schlafähnlichen Zustand verbringt (1The 4,15-16).

Bei der Auferstehung (Röm 6,4-5), der " Wiedergeburt aus dem Geist" (Mt 19,28; 1Ptr 3,18; Jh 3,7), erhält der Mensch wieder einen Körper (1Kor 15,43-44; Mt 22,30; Jh 3,8; Röm 8,10-11), ähnlich wie jener des Sohnes Gottes nach dessen Auferstehung (Jh 20,26-27).

Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib.

1Kor 15,42 So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 15,43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. 15,44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. 15,45 Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einer lebendigen Seele« (1. Mose 2,7), und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. 15,46 Aber nicht der geistliche Leib ist der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche. 15,47 Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. 15,48 Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen. 15,49 Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. 1Kor 15,42-49

Mit diesem Körper steht der Mensch dann beim Weltgericht vor dem Sohn Gottes, der im Auftrag Gottes (Jh 5,22. 26-27) jeden Menschen nach dessen irdischen Taten und nach seiner Entscheidung in seinem Leben für oder gegen Gott, richten wird (Röm 2,16.

Jeder, der sich in seinem Leben für Gott und zum Glauben an seinen Sohn Jesus Christus entschieden hat (Jh 17,2-3), hat die Möglichkeit, vor diesem Gericht den sühnenden Tod des Sohnes Gottes stellvertretend für die Sünden aller Menschen auch für die Tilgung seiner eigenen Sünden - die Vergehen gegen die Gebote Gottes - in Anspruch zu nehmen (Jh 3,16) und wird daher begnadigt (Jh 5,24). Jenen Menschen, die diesen Glauben nicht angenommen haben, können ihre Sünden nicht vergeben werden und werden daher verurteilt (Jh 3,36).

Nach dem Weltgericht werden diese verurteilten Menschen ihre ewige Existenz in der Finsternis (Mt 22,13) der Verdammnis des ewigen Feuers (Mt 18,8) verbringen, mit Heulen und Zähneknirschen (Mt 13,49-50) darüber, weil sie es zu Lebzeiten abgelehnt haben zum Glauben zu kommen und der nunmehrigen Erkenntnis, dass sie dies nun nie mehr nachholen können und ihr Zustand nie mehr geändert werden kann.

Die Begnadigten hingegen werden ihr ewiges Leben (Mt 25,46) in der Neuen Schöpfung, im Licht Gottes auf einer neue Erde (Off 20,11) und unter einem neuen Himmel, die Gott geschaffen hat (Off 21,1-3. 5), verbringen.

Unter diesem Aspekt hat schon der bekannte Evangelist und Prediger Wilhelm Busch seinen Zuhörern gesagt: „Sie brauchen die Botschaft, die ich Ihnen sage, nicht anzunehmen. Sie können’s lassen, sich zu Jesus zu bekehren. Aber machen Sie sich klar, dass Sie damit die Hölle wählen! Sie haben die völlige Freiheit!” (Leute die nicht glauben können)

(Siehe auch Diskurs 22; „Gibt es die Unsterblichkeit der Seele?”)




Die biblische Dreieinigkeit.

Es gibt nur den einen und einzigen Gott in seinen drei Instanzen: Gott Vater als gesetzgebende Instanz, vergleichbar mit der Legislative in der menschlichen Gesellschaft, der Geist Gottes als Vollzugsinstanz, ähnlich der Exekutive und der Sohn Gottes als richterliche Instanz, ähnlich der Justiz. Gott hat den Menschen das Gesetz (die Gebote) gegeben (2Mo 24,12), der Heilige Geist registriert deren Einhaltung durch die Menschen, schreitet aber nur ein, wenn menschliche Aktionen den Plan Gottes beeinträchtigen könnten (2The 2,7) und der Sohn Gottes wird im Letzten Gericht/Weltgericht jeden einzelnen Menschen richten (Jh 5,22).

Die eigenständige geistliche Persönlichkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist und deren gleichzeitige Präsenz (Jh 14,10-11) im Geist des einen Gottes (Jh 4,24), kann im Zeitalter der Quantenverschränkung - der "spukhaften Fernwirkung" wie das Einstein nannte - und der vielen Beispiele in der Bibel von Manifestationen im Geist von Menschen (Mk 1,23-25; 5,6-8; Lk 11,24; aber auch Jh 14,23; 17,26!), nur für völlig uninformierte Zeitgenossen eine Frage sein.

Die Methode, derartige Zusammenhänge mit den alten Weisheiten der Kirchenväter erklären zu wollen (Konzil von Nicäa etc.), war schon bei deren Behauptung, die Erde wäre der Mittelpunkt des Universums ein Fehler (Die Schöpfung) und käme heute dem Versuch gleich, die Quantenmechanik mit den Gesetzen der klassischen Physik zu erklären.

Der eigentliche Grund, warum die Unitarier die Dreieinigkeit ablehnen (Es gibt keine Errettung außerhalb der Dreieinigkeit / CH. Spurgeon), ist einerseits der Umstand, dass man sich weigert, die Göttlichkeit des Sohnes Gottes, unseres Herrn Jesus Christus zu akzeptieren. Jesus Christus als Gott (Ps 45,7-8; Jh 20,28; Phil 2,5-8; 2Ptr 1,1; 1Jh 5,20) und sowohl seine Präexistenz (1Mo 1,26; 11,7) als auch seine Postexistenz bei Gott (Jh 14,23; 17,26!), würde ihr ganzes falsches Glaubensgebäude vom "Menschen Jesus" als "Glaubenskämpfer", "Kumpel" oder "Leidensvorbild" in Frage stellen und ad absurdum führen.

Andererseits aber, wurde die Dreieinigkeit - die "Trinität" - von der katholischen Kirche seit Jahrhunderten nach dem Gutdünken und dem "Gefühl" der alten Kirchenväter (Konzil von Nicäa etc.) und nicht nach den Aussagen der Bibel interpretiert. Dadurch war es den Vertretern des "Eingottglaubens" - den Unitariern - leicht möglich, diese Interpretation anhand der Bibel in Frage zu stellen.

Leider hat man aber dabei nicht die Gelegenheit genutzt, um die Bibel eingehend zu studieren und die tatsächlichen Aussagen über die Wesenheit Gottes, seines Sohnes und des Heiligen Geistes festzustellen, sondern hat die oberflächlichen Argumente nur benutzt, um dieses - ebenfalls falsche - Trinitätsdogma der katholischen Kirche anzugreifen.

(Siehe auch Diskurs 1072; „Ist die Dreieinigkeit nur ein Handeln Gottes in drei Personen?”)


Doch dieses Angebot Gottes müssen wir erst annehmen. Wer dieses Opfer unseres Herrn Jesus Christus nicht auch ganz persönlich für seine eigenen Sünden im Geist und im Gebet annimmt, dem sind seine Sünden nicht vergeben und der Zorn Gottes bleibt auf ihm. Egal welche Meriten er sonst noch haben sollte.

Weder die bewundernswertesten Hilfeleistungen an ungläubige Arme und Kranke, noch der engagierteste Einsatz im Bereich der gläubigen Geschwister kann dafür ein Ersatz sein. Alle diese Taten zählen erst, wenn der Grund, der da heißt Jesus Christus, gelegt ist. Und wie uns Paulus unten sagt, werden auch dann diese Werke geprüft werden, ob sie selbstlos waren oder nur den eigenen Ruhm mehren sollten.

 Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

1Kor 3,11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 3,12 Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, 3,13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer geoffenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen. 3,14 Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; 3,15 wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer. 1Kor 3,11-15;


Bezüglich der Geschwister in den Gemeinden hat uns Gottfried Daniel Pomacher, ein Erweckungsprediger aus dem Wuppertal, im Sinne der obigen Aussagen des Paulus eine Richtschnur hinterlassen:

„Das Christentum besteht nicht in Worten sondern in der Kraft des Heiligen Geistes in den Gläubigen. Nicht jene sind die Säulen des Tempels, die sich öffentlich in Gebeten mit "Herr, Herr" die Bewunderung ihrer Zuhörer verschaffen, sondern jene, welche zuhause, in ihrem stillen Kämmerlein und ohne einen einzigen Zuhörer, ihre Gebete an den Herrn richten, sind die wahren Träger der Gemeinde.”


Für alle anderen Menschen hat der leider auch schon verstorbene Wilhelm  Busch (1897-1966), Jugendpfarrer in Essen, Evangelist und Prediger, klargestellt, dass es bei Gott keinerlei Zwang gibt. Jede Aktion des Glaubens muss aus absolut freiem Willen erfolgen, sonst ist sie nicht aus Gott:

„Bei Gott gibt es keinen Zwang. Nur machen Sie sich bitte klar, dass Sie dann die Folgen auf sich nehmen müssen. Gott bietet Ihnen durch Jesus Vergebung der Sünden und Frieden an. Sie können sagen: „Ich brauch es nicht! Ich will es nicht!”. Dann dürfen Sie so leben. Dann glauben Sie aber nicht, dass Sie in den letzten 5 Minuten Ihres Lebens - im Sterben - noch werden fassen können, was Gott Ihnen ein ganzes Leben lang angeboten hat. 

Sie dürfen Gottes Friedensangebot in Jesus ablehnen, dann müssen Sie aber in alle Ewigkeit ohne Frieden mit Gott leben. Und das ist die Hölle. Die Hölle ist der Ort, wo man Gott wirklich endgültig los ist. Da werden Sie nicht mehr eingeladen. Da ruft Sie nichts mehr. Da wollen Sie vielleicht beten, aber dann können Sie nicht mehr. Da wollen Sie vielleicht den Namen Jesus anrufen, aber er fällt Ihnen nicht mehr ein.

Sie brauchen die Botschaft, die ich Ihnen sage, nicht anzunehmen. Sie können's lassen, sich zu Jesus zu bekehren. Aber machen Sie sich klar, dass Sie damit die Hölle wählen! Sie haben die völlige Freiheit!”

(Siehe auch Diskurs 55:„Leute die nicht glauben können.”)