Diskurs 120 - Das Gleichnis vom Unktraut unter dem Weizen und den Söhnen des Reichs.




Die Prädestination.

Kann das Unkraut Weizen werden?

Das auserwählte Volk Gottes aus Israel.

Der Fehler in der Prädestination.

War Israel bei der Kreuzigung nur "Erfüllungsgehilfe" Gottes? / Anonym 00, 2016-02-27

Das Pessachfest - der große Sabbat.

Die echte "Karwoche" - tabellarische Übersicht über die Woche der Kreuzigung

Das Tamid, das tägliche, beständige Opfer.



Die Prädestination.

Das Gleichnis vom "Unkraut im Acker" ist bekannt dafür, als einer der Beweise für die Lehre der Prädestination (Erwählung) von deren Vertretern zitiert zu werden. Da dieses Thema bereits in den Diskursen 69 und 100 ausführlich behandelt wurde, möchte ich hier, zum besseren Verständnis der nachfolgenden Aussagen, nur kurz diese Lehre anhand einiger Aussagen erklären.

(Siehe auch den Diskurs 69: „Die Prädestination und die Auserwählten.”)

(Siehe auch den Diskurs 100: „Johannes Calvin: Die echte und die falsche Prädestination.”)


Diese Prädestinationslehre (Lehre der Erwählung/Vorerwählung) geht auf Johannes Calvin zurück (Calvinismus) und behauptet Folgendes:

Die Prädestination ist als "Gottes ewiges Dekret, durch das er in seiner Souveränität alle Geschöpfe zu ewigem Leben oder Tod vorherbestimmt hat" definiert und die die sogenannte "doppelte Prädestination" wie folgt beschreibt:

"Gott bestimmt oder erwählt durch ewige Dekrete die einen zur ewigen Seligkeit
und verurteilt die anderen zur ewigen Verdammung.
"
(Donald McKim)


Einen Hinweis, wo in der Schrift diese "ewigen Dekrete" gefunden und nachgelesen werden könnten, gibt es natürlich nicht. - Wenn also nach Calvins Lehre die Menschen von Gott ohne ihr eigenes Zutun, völlig willkürlich - in der "Souveränität" Gottes - auserwählt wurden, die einen zur ewigen Verdammnis und die anderen zum ewigen Leben, dann können weder die Einen noch die Anderen irgend etwas an ihrer angeblich gottgewollten Bestimmung verändern. Das heißt, die Nichtauserwählten könnten ein gottgefälliges, heiliges Leben führen und würden am Ende doch in der Verdammnis landen. Die Auserwählten andererseits könnten die größten Sünder der Welt werden und da sie angeblich auch nicht verloren gehen können, würden sie am Ende trotzdem in das ewige Leben Gottes eingehen. Das spricht der absoluten Gerechtigkeit Gottes Hohn, wie sonst nur wenige Behauptungen.

Gebt Ehre unserm Gott! Vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht, gerecht und gerade ist er!

5Mo 32,3 Denn den Namen des HERRN rufe ich aus: Gebt Ehre unserm Gott! 32,4 Der Fels: vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht. Ein Gott der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er! 5Mo 32, 3- 4;

Der HERR ist der Gott der Götter, der niemanden bevorzugt und kein Bestechungsgeschenk annimmt.

5Mo 10,17 Denn der HERR, euer Gott, er ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, mächtige und furchtbare Gott, der niemanden bevorzugt und kein Bestechungsgeschenk annimmt, 10,18 der Recht schafft der Waise und der Witwe und den Fremden liebt, so daß er ihm Brot und Kleidung gibt. 5Mo 10,17-18;

 

Die obigen Bibelstellen sind nur zwei von vielen Nachweisen, welche die absolute Gerechtigkeit und Unbestechlichkeit unseres Gottes belegen. Auch gibt es unzählige Aussagen darüber, dass Gott nicht einzelne Menschen auserwählt hat, sondern will, dass alle Menschen errettet werden.

Gott will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

1Tim 2,3 Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, 2,4 welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 2,5 Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 2,6 der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. 1Tim 2, 3- 6;



Aber wenn wir schon Gottes Souveränität bemühen wollen, so ist es diese:

Gott hat in seiner Souveränität, Liebe und Gnade bestimmt, dass jeder Mensch, der sich zu seinem Sohn bekennt, gerettet ist.


Soweit also zur Prädestinationslehre und den diesbezüglichen Aussagen der Bibel. - Hier aber nun ein Kommentar aus einem früheren Diskurs (Diskurs 83) in welchem mir ein Vertreter dieser Lehre eben mit dem Gleichnis vom Unkraut im Acker repliziert hat.

(Siehe auch den Diskurs 83: „Ist die Allwissenheit Gottes ein Widerspruch zum freien Willen des Menschen?”)



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Kann das Unkraut Weizen werden? / Anonym 00, 2006-03-09)

Der Argumentation in diesem Artikel (Diskurs 83 / FH) würde ich ja gerne folgen - wenn da nicht beispielsweise Römer 9 wäre. Es müßte mir auch jemand schlüssig erklären können, ob denn das Unkraut, das neben dem Weizen ausreifen soll, deshalb dort stehen bleiben soll, damit es irgendwann vielleicht doch noch Weizen werden kann. Ich meine, wenn denn dieses Gleichnis schon herangezogen wird. Das Unkraut wird nach dem Schriftbefund deswegen dort gelassen, damit der Weizen nicht vor der Zeit mit ausgerissen wird. Fakt ist jedenfalls, daß das Unkraut Unkraut war und Unkraut bleibt und ebenso ist es mit dem Weizen. Da es sich bei dem Unkraut um ein dem Weizen ähnlich aussehendes Gewächs (Lolch) handelt, wird erst am Ende sichtbar, was was ist. Weizen trägt Frucht und Lolch nicht.

(…)



Für alle jene Leser, welchen dieses Gleichnis nicht so geläufig ist, hier vorab der komplette Text:


Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.

Mt 13,24 Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 13,25 Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. 13,26 Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. 13,27 Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? 13,28 Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausjäten? 13,29 Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. 13,30 Laßt beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune. Mt 13,24-30;

Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker.

Mt 13,36 Da ließ Jesus das Volk gehen und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. 13,37 Er antwortete und sprach zu ihnen: Der Menschensohn ist's, der den guten Samen sät. 13,38 Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen. 13,39 Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel. 13,40 Wie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird's auch am Ende der Welt gehen. 13,41 Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, 13,42 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. 13,43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, der höre! Mt 13,36-43;



Wer sich den Text etwas genauer durchgelesen hat, wird feststellen, dass die Frage des obigen Kommentators: „ob denn das Unkraut, das neben dem Weizen ausreifen soll, deshalb dort stehen bleiben soll, damit es irgendwann vielleicht doch noch Weizen werden kann?” völlig zurecht gestellt wird. Auf keinem Acker der Welt wird sich Unkraut in Weizen verwandeln. Doch obwohl auch ich die realitätsbezogene Auslegung der Gleichnisse des Herrn bevorzuge, gibt es doch Aussagen, welche sich ganz offensichtlich einer derartigen Interpretation entziehen.

Wenn wir beispielsweise bei dem oben zitierten Weizen bleiben wollen, steht er für die guten Menschen, die Christen. Und das deshalb, weil beide "gute" Früchte hervorbringen. Der Weizen tut dies mit seinen Weizenkörnern in den Ähren. Doch wenn wir das realitätsbezogen mit dem Menschen vergleichen wollen, bekommen wir Schwierigkeiten. Denn der Mensch ist im Sinne dieses Gleichnisses nicht deshalb "gut", weil er viele Kinder hervorbringt, sondern weil durch sein Beispiel, seine Predigt, viele andere Menschen zum rechten Glauben kommen. Hier kommt die realitätsbezogene Interpretation an ihre Grenzen, weil auch im Gleichnis ein Wechsel von der realen auf die geistliche Ebene stattfindet.

Und auch in der Realität lässt sich das anhand eines guten Beispiels nachweisen. Wenn wir damit beginnen, den Hintergrund dieses Gleichnisses zu analysieren, sollten wir uns zuerst einmal fragen, wer denn tatsächlich mit dem Weizen gemeint ist. Es heißt hier, es seien die Söhne des Reichs. Aber wer sind die Söhne des Reichs? Doch da hat uns der Herr noch einen zweiten Anhaltspunkt gegeben: er sagte, dass er diesen guten Samen - also die Söhne des Reichs - selbst gesät hat. Wenn wir nun davon ausgehen, dass der Weizen die Christen repräsentiert, dann müssen das also die allerersten Christen sein.

Bei dieser Gelegenheit muss auch auf einen Übersetzungsfehler im obigen Bibeltext hingewiesen werden. Obwohl dies der Luthertext ist und Luther in Mt 13,38 richtigerweise mit "Die Söhne des Reichs" übersetzt hat, wurde hier durch irgendwelche "Textverbesserer"  - offensichtlich im Bemühen dem "Gender-Mainstreaming" und der politischen Korrektheit zu entsprechen - mit "Kinder des Reichs" korrigiert. Wer sich den griechischen Originaltext ansieht, kann leicht feststellen, dass dort "yioi", also "Söhne" steht und nicht "Kinder".

Und wenn der Herr hier von "Söhnen" spricht, so ist das keine Einengung auf männliche Christen und schon gar keine Ausgrenzung weiblicher Christinnen, sondern er sieht die Menschen aus der Sicht ihrer ewigen Existenz. So hat der Herr das auch den Sadduzäern erklärt, die die Auferstehung leugneten und ihn mit dem Beispiel von den sieben Brüdern, welche alle die selbe Frau gehabt hatten die Fangfrage stellten, wessen Frau sie dann in einer Auferstehung sein würde.

Sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder.

Lk 20,34 Und Jesus sprach zu ihnen: Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten; 20,35 welche aber gewürdigt werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder heiraten noch sich heiraten lassen. 20,36 Denn sie können hinfort auch nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, weil sie Kinder der Auferstehung sind. Lk 20,34-36;


In der Ewigkeit, im Neuen Jerusalem bei Gott, gibt es weder Frauen noch Männer, denn die Menschen werden geschlechtslos sein wie die Engel. Diese Antwort des Herrn wird auch durch eine logische Überlegung bestätigt: wenn die Menschen in der Ewigkeit nicht sterben werden und ewig leben, bedarf es keiner Fortpflanzung und daher auch keiner unterschiedlichen Geschlechter mehr, um Nachkommen zu zeugen.

Und wenn wir die Antwort des Herrn genauer betrachten, war dies nicht nur eine Antwort darauf, ob es in der Ewigkeit Männer und Frauen geben würde, sondern es ist damit auch die Frage geklärt, ob eine Frau sich über ihren Mann definieren muss, wie das in vielen östlichen Kulturen und auch in einigen westlichen Kreisen bis heute üblich ist. Mit dieser Antwort des Herrn ist klar, dass vor der Gerechtigkeit Gottes jeder Mensch alleine für seine eigenen Handlungen verantwortlich ist.

Bei solchen verblüffenden, aber im Gesamtzusammenhang logischen Aussagen des Herrn erkennt man, dass er uns hier nicht irgendwelche Phantastereien vorsetzt, sondern dass er ganz einfach von dem spricht, was für ihn die Realität der anderen Dimension, der Ewigkeit  ist. Aber das alles lässt sich nir dann erkennen, wenn man die "Söhne" im Text oben genauer hinterfragt. Wenn man dort hingegen "Kinder" liest, ist scheinbar alles klar und man liest weiter und verpasst so einige wichtige biblische Erkenntnisse. Wenngleich daher im weltlichen Bereich die politische Korrektheit ihre Vorzüge haben mag, die Bibelübersetzungen sollten davon verschont werden, da damit der Text verfälscht und die Auslegung erschwert werden könnte.

Dieser gute Same, den der Herr selbst gesät hat, - "die Söhne des Reichs" - sind also die allerersten Christen und damit sind sie zweifelsohne als die zwölf Apostel zu identifizieren, welche der Herr persönlich auserwählt und zu seinen Jüngern gemacht hat. Aber wie wir wissen, hat es da nicht nur bei einem dieser Jünger (Judas Iskariot) einen Wechsel gegeben (Matthias, Apg 1,15-26), es gab auch noch einen dreizehnten, vom Herrn berufenen Apostel. Und genau an diesem dreizehnten Apostel lässt sich nun die Lehre der Calvinisten in der Realität und ganz prominent widerlegen. Er wurde zwar auserwählt, doch nicht "am Anbeginn der Schöpfung" und nicht durch "die Souveränität Gottes" , wie das die Calvinisten postulieren, sondern ganz normal auf der Reise nach Damaskus und durch den Sohn Gottes.

Es geht hier natürlich um den Apostel Paulus. Paulus - ursprünglich "Saulus" - war aus einer angesehenen Familie und selbst Schriftgelehrter. Er war Teil des jüdisch-mosaischen Klerus und hat die Christen verfolgt. Er hat sogar an der Steinigung des Stefanus teilgenommen (Apg 22,19-22), wie er selbst bekennt. Und dieser Saulus wurde vom Hohepriester beauftragt, nach Damaskus zu reisen und die dortigen Christen zu verhaften und nach Jerusalem zu bringen. Auf dieser Reise nach Damaskus ist dem Saulus der Herr erschienen und hat ihn gefragt: "Saul, Saul! Was verfolgst du mich?". Damals wurde aus dem Saulus der Paulus (die ganze Geschichte ist in den Kapiteln 9, 22 oder 26 der Apostelgeschichte nachzulesen).

Und damit können wir nun die Fragen des obigen Kommentators beantworten. Er fragte:

"Es müßte mir auch jemand schlüssig erklären können, ob denn das Unkraut, das neben dem Weizen ausreifen soll, deshalb dort stehen bleiben soll, damit es irgendwann vielleicht doch noch Weizen werden kann. Ich meine, wenn denn dieses Gleichnis schon herangezogen wird."

Nun: JA! Das Unkraut - in diesem Falle Saulus, der ein Verfolger der Christen und damit ein "Sohn des Bösen" war, - wurde zum Weizen (Christ), als er sich auf der Straße nach Damaskus bekehrte und zum Paulus wandelte.

Und NEIN! Die Behauptung des Kommentators:

"Fakt ist jedenfalls, daß das Unkraut Unkraut war und Unkraut bleibt und ebenso ist es mit dem Weizen."

ist falsch, wie wir am Beispiel des Paulus feststellen können. Es ist aus dem Unkraut (Lolch) Weizen geworden. Paulus war also vor seiner Bekehrung einer der schärfsten Christenverfolger und damit Teil jener jüdisch-mosaischen Glaubensgemeinschaft, welche der Herr als "Schlangen" und "Otternbrut" bezeichnete (Mt 3,7; 12,34; 23,33) und den Teufel ihren Vater nannte (Jh 8,44).

Wenn wir also oben die Apostel des Herrn als die "Söhne des Reichs" bzw. den guten Samen identifiziert haben, so erlauben uns diese Aussagen des Herrn in den obigen Bibelstellen, auch die "Söhne des Bösen" zu benennen: es sind die Angehörigen der jüdisch-mosaischen Religion. Und zwar nicht deshalb, weil sie den Mose glauben, sondern, ganz im Gegenteil, weil sie die Gesetze des Moses durch ihre "Lügengriffel" verfälscht (Jer 8,8; Mt 15,6) und den Messias verfolgt haben.



Das auserwählte Volk Gottes aus Israel.

Und damit kommen wir zu diesem auserwählten Volk Gottes aus Israel. Zum Unterschied von den Calvinisten, waren sie tatsächlich von Gott auserwählt. Sie waren - wenn man so will - die "erste Liebe" Gottes unter den Menschen. Doch vor rund zweitausend Jahren haben sie den größten Fehler ihrer Geschichte begangen, indem sie den, in ihren Schriften schon lange angekündigten, Messias abgewiesen haben und von den Römern ermorden ließen.

Diese Einstellung und Verbohrtheit der Israeliten von damals hat sich leider bis heute nicht geändert. Auch heute noch beschimpfen viele Juden Jesus Christus als einen Betrüger und Gotteslästerer. Ihre Väter haben den Sohn Gottes ans Kreuz geliefert und bei seinem Tod ist der Vorhang im Tempel in der Mitte gerissen (Mt 27,51). Das war der Moment, in dem Gott der Allmächtige das Allerheiligste hinter diesem Vorhang, den Tempel und das Volk Israel verlassen hat. Zur Strafe hat Gott dann auch im Jahre 70 durch die Römer Jerusalem dem Erdboden gleich machen und den Tempel durch einen Brand vernichten lassen.

(Siehe auch Diskurs 111: „Die Zerstörung des Tempels”)

 

Nun war ja die Vernichtung Jerusalems und des Tempels für die Juden schon eine Katastrophe, noch dazu wo sie 65 Jahre später, im 2. (3.) jüdisch-römischen Krieg (Simon bar Kochba / 135) ganz in die Diaspora vertrieben wurden. Doch wie wir heute wissen, ist die Diaspora nach fast zweitausend Jahren zu Ende gegangen und heute leben die meisten Israeliten wieder in ihrem Land. Was aber bis heute und weiter bis in die Endzeit das Schicksal des jüdischen Volkes bestimmt, ist ein, den Juden damals und bis heute kaum bewusster Zusammenhang.

Schon während der Wüstenwanderung Israels, als Gott Aaron, den Bruder Moses, und dessen Söhne zu Priestern weihen ließ, gebot er ihnen, vor dem Zelt der Begegnung (später Tempel) einen Altar (Brandopferaltar, 2Mo 27,1-8) aufzustellen und darauf täglich zwei einjährige männliche Lämmer als regelmäßiges (beständiges) Brandopfer darzubringen (2Mo 29,38-46). Ganz hinten in diesem Zelt der Begegnung, getrennt durch einen Vorhang, war das "Zeugnis" (später hinterster Raum im Tempel, Allerheiligstes), jener Raum, wo der Herr, ihr Gott, mitten unter den Söhnen Israels wohnte.

Zur Zeit Jesu stand dieser Brandopferaltar im Tempelhof, vor dem Tempel in Jerusalem und war für die Israeliten deshalb besonders wichtig, weil alle vorgeschriebenen Brandopfer (Sündopfer, Schuldopfer etc.) auf diesem Altar vor dem Tempel und sonst nirgendwo dargebracht werden mussten, um gesetzeskonform und damit von Gott anerkannt zu sein.

Als nun aber im Jahre 70 Jerusalem durch die Römer vernichtet und der Tempel zerstört wurde, hatten die Israeliten keinen Tempel und keinen Brandopferaltar mehr, auf welchem sie ihre Opfer - insbesondere die Sündopfer - rituskonform darbringen konnten. Und genau dies hat ihnen der Herr noch zu seinen Lebzeiten prophezeit:

Wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin (der Messias), so werdet ihr in euren Sünden sterben.

Jh 8,21 Er sprach nun wieder zu ihnen: Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen und werdet in eurer Sünde sterben; wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen. 8,22 Da sagten die Juden: Er will sich doch nicht selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen? 8,23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 8,24 Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin (der Messias), so werdet ihr in euren Sünden sterben. Jh 8,21-24;


Wenn wir uns nun diese Prophezeiung des Herrn genauer ansehen, beinhaltet sie zwei Komponenten. Einmal die Aussage: "Ihr werdet in euren Sünden sterben". Das ist eine fürchterliche Drohung. Zwar nicht für die Gottlosen und Ungläubigen dieser Welt, sie würden das kaum beachten und bestenfalls darüber lachen. Doch für gläubige Israeliten und Christen ist das im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle. Sie würden wahrscheinlich alles dafür tun, um aus dieser Situation herauszukommen.

Und genau das ist nun die andere Komponente dieser Prophezeiung. "Wenn ihr nicht glauben werdet, das ich der Messias bin" heißt es da. Und wo ein "wenn" ist, da gibt es auch ein "wenn nicht". Es gibt einen Ausweg, eine Option, um diesem Schicksal zu entgehen. Und dafür haben wir nun im Neuen Testament jede Menge an Nachweisen:

Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Jh 14, 6;

Wer nicht an dem Sohn glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Jh 3,35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. 3,36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. Jh 3,35-36;

Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater.

1Jh 2,22 Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 2,23 Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 2,24 Ihr! Was ihr von Anfang an gehört habt, bleibe in euch! Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, werdet auch ihr in dem Sohn und in dem Vater bleiben. 1Jh 2,22-24;

Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Jh 5,22 Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben, 5,23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Jh 5,22-23;

Der Vater hat dem Sohn Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist.

Jh 5,26 Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben zu haben in sich selbst; 5,27 und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist. Jh 5,26-27;

Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht.

1Jh 5,10 Wer an den Sohn Gottes glaubt, hat das Zeugnis in sich; wer Gott nicht glaubt, hat ihn zum Lügner gemacht, weil er nicht an das Zeugnis geglaubt hat, das Gott über seinen Sohn bezeugt hat. 5,11 Und dies ist das Zeugnis: daß Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. 5,12 Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht. 1Jh 5,10-12;



Wie wir sehen, sind die Israeliten ab diesem Zeitpunkt ein Gott-loses Volk. Sie sind vom "Weizen" zum Unkraut geworden - um das auch in der Sprache der Calvinisten verständlich zum Ausdruck zu bringen. Doch auch ihnen hat Gott in seiner Gnade jene Option offen gelassen, welche er allen Menschen dieser Welt angeboten hat: Der Glaube an seinen Sohn. Das ist die "gute Nachricht", das euangelion: es gibt keinen Menschen in dieser Welt, der von diesem Angebot Gottes ausgeschlossen wäre. Glaube an Jesus Christus als deinen Erlöser und du bist gerettet.

Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem anderen Volk gegeben werden.

Mt 21,42 Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift (Psalm 118,22.23): »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen«? 21,43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt. 21,44 Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen. Mt 21,42-44;

Die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis.

Mt 8,11 Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; 8,12 aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern. Mt 8,11-12;

Es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und Erste, die werden die Letzten sein.

Lk 13,25 Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat, und ihr anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf!, dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? 13,26 Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unsern Straßen hast du gelehrt. 13,27 Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? Weicht alle von mir, ihr Übeltäter! 13,28 Da wird Heulen und Zähneklappern sein, wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen. 13,29 Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. 13,30 Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein. Lk 13,25-30;
 

Mt 19,29 Und wer Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlässt um meines Namens willen, der wird es hundertfach empfangen und das ewige Leben ererben. 19,30 Aber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein. Mt 19,29-30;
 



Und da gibt es auch keine zeitliche Beschränkung. Dieses Evangelium, die gute Nachricht der Errettung aus Gnade, wurde nach dem Tod des Sohnes Gottes sogar auch jenen verkündigt, welche bis zu diesem Zeitpunkt verstorben waren. Sie konnten ja von diesem Frevel der Israeliten und den dadurch ausgelösten Paradigmenwechsel in der mosaischen Religion nichts wissen, da sie ja vorher verstorben waren. Im Totenreich hat der Herr nach seinem Tod die Geister der Verstorbenen für kurze Zeit (3 Tage) auferweckt und hat auch ihnen diese Wahl angeboten.

Er ist auch hinabgefahren in die Tiefen der Erde.

Eph 4,8 Darum heißt es (Psalm 68,19): »Er ist aufgefahren zur Höhe und hat Gefangene mit sich geführt und hat den Menschen Gaben gegeben.« 4,9 Dass er aber aufgefahren ist, was heißt das anderes, als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde? 4,10 Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle. Eph 4, 8-10;

Den Toten wurde das Evangelium verkündigt.

1Ptr 4,6 Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben im Geist. 1Ptr 4, 6;

Er wird auferstehen von den Toten am dritten Tage.

Lk 24,45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden, 24,46 und sprach zu ihnen: So steht es geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; Lk 24,45-46;


Doch wie es heute aussieht, war dies alles - zumindest bei den lebenden Israeliten - vergebliche Liebesmühe. Sie weigern sich bis heute, an diesen Jesus als ihren Messias und den Sohn Gottes zu glauben und beschimpfen ihn seit zweitausend Jahren als Betrüger und Gotteslästerer. Und so haben sie seit zweitausend Jahren keine Sündenvergabe mehr und sind somit in ihren Sünden gestorben. Sofern sie nicht doch noch zum Glauben an unseren Herrn Jesus Christus gekommen sind, werden sie beim Letzten Gericht von ihm verurteilt werden und in die Verdammnis gehen. Und das gilt in gleichem Maße für alle zukünftigen Juden, welche noch bis zum Beginn des Millenniums, dem tausendjährigen Friedensreich des Sohnes Gottes, geboren werden.

Nachdem Gott beim Kreuzestod seines Sohnes (ca. 30 n. Chr.) den Tempel in Jerusalem - und damit das Volk Israel - verlassen hat, die Stadt und den Tempel von den Römern zerstören (70) und die Israeliten schließlich aus ihrem Land in die Diaspora vertreiben ließ (132 ), hat Theodor Herzl einen Teil der Söhne Israels gesammelt und rückgeführt in ihr Land (1948) und obwohl die überwiegende Mehrheit der heutigen Bevölkerung Israels de facto atheistisch ist, werden die wenig verbliebenen mosaisch gläubigen Juden in der Endzeit auch den Tempel wieder aufbauen. Doch der Fluch der Gottlosigkeit bleibt so lange auf dem Volk Israel, bis der, den sie durchbohrt haben, wiederkommt und sie seinetwegen wehklagen werden.

Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!»

Mt 23,32 Und ihr, macht nur das Maß eurer Väter voll! 23,33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? 23,34 Deswegen siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt 23,35 damit über euch komme alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wurde, von dem Blut Abels, des Gerechten, bis zu dem Blut Secharjas, des Sohnes Berechjas, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar ermordet habt.

23,36 Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen. 23,37 Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! 23,38 Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen; 23,39 denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!» Mt 23,32-39;

Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt.

Off 1,4 Johannes den sieben Gemeinden, die in Asien sind: Gnade euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, 1,5 und von Jesus Christus, der der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde! Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut 1,6 und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 1,7 Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben, und wehklagen werden seinetwegen alle Stämme des Landes. Ja, Amen. 1,8 Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige. Off 1, 4- 8;

Sie werden den ansehen, den sie durchbohrt haben und werden um ihn klagen.

Sach 12,10 Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen. 12,11 Zu der Zeit wird große Klage sein in Jerusalem, wie die um Hadad-Rimmon in der Ebene von Megiddo war. Sach 12,10-11 ;

Die Übriggebliebenen des Hauses David werden um den Durchbohrten klagen.

Sach 12,12 Und das Land wird klagen, ein jedes Geschlecht besonders: das Geschlecht des Hauses David besonders und die Frauen besonders, das Geschlecht des Hauses Nathan besonders und die Frauen besonders, 12,13 das Geschlecht des Hauses Levi besonders und die Frauen besonders, das Geschlecht Schimis besonders und die Frauen besonders; 12,14 so auch alle andern übriggebliebenen Geschlechter, ein jedes besonders und die Frauen besonders. Sach 12,12-14;


Das ist dann der Beginn der tausendjährigen Friedensherrschaft des Sohnes Gottes auf Erden. Die nach den Endzeitkatastrophen übrig gebliebenen Israeliten werden sich zu Jesus, ihrem Messias bekehren und auch viele Menschen aus den Heidenvölkern werden sagen: "Wir gehen mit euch nach Jerusalem, denn wir hören, dass Gott mit euch ist".

Die Heiden sagen zu den Juden: wir gehen mit euch, denn Gott ist mit euch.

Sach 8,20 So spricht der HERR Zebaoth: Es werden noch viele Völker kommen und Bürger vieler Städte, 8,21 und die Bürger einer Stadt werden zur andern gehen und sagen: Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir selber wollen hingehen. 8,22 So werden viele Völker, Heiden in Scharen, kommen, den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen. 8,23 So spricht der HERR Zebaoth Zu der Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Heiden einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir hören, dass Gott mit euch ist. Sach 8,20-23;


Gemeinsam werden sie den Tempel wieder aufbauen, der bei den Umgestaltung von Himmel und Erde und den Katastrophen der Endzeit abermals - ein drittes Mal - zerstört wurde und Gott wird wieder im Allerheiligsten des Tempel Wohnung machen.

Von ferne werden kommen, die am Tempel des Herrn bauen werden.

Sach 6,15 Und es werden kommen von ferne, die am Tempel des HERRN bauen werden. Da werdet ihr erkennen, dass mich der HERR Zebaoth zu euch gesandt hat; und das soll geschehen, wenn ihr gehorchen werdet der Stimme des HERRN, eures Gottes. Sach 6,15;

Die Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein, als die frühere.

Hag 2,6 Denn so spricht der HERR Zebaoth: Es ist nur noch eine kleine Weile, so werde ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttern. 2,7 Ja, alle Heiden will ich erschüttern. Da sollen dann kommen aller Völker Kostbarkeiten, und ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen, spricht der HERR Zebaoth. 2,8 Denn mein ist das Silber, und mein ist das Gold, spricht der HERR Zebaoth. 2,9 Größer als die frühere wird die künftige Herrlichkeit dieses Hauses sein, spricht Jahwe Zebaoth, und an diesem Ort werde ich Heil geben, lautet der Spruch Jahwe Zebaoths. Hag 2, 6- 9;

(Siehe auch Kapitel 08: „Die Umgestaltung von Himmel und Erde.”)


Zu diesem Zeitpunkt, am Beginn des Millenniums, sind alle Christen bereits bei der Entrückung aus den Toten auferweckt und mit dem Herrn in den Himmel entrückt worden, sodass es auf Erden nur mehr gottlose Menschen geben wird. Nachdem aber Gott in den Katastrophen der Endzeit in seinem Zorn seine Macht und seine Stärke gezeigt hat, werden nun auch viele der Gottlosen aus Israel und der ganzen Welt ihren fatalen Irrtum erkennen und sich zu ihm und zu seinem Sohn Jesus Christus, dem nunmehrigen Weltbeherrscher, bekehren.

Doch es werden sich im Millennium bei weitem nicht alle Menschen zu Gott bekehren. Nachdem Satan wieder losgelassen ist, werden sich so viele Menschen wieder von ihm verführen lassen, dass dann am Ende der tausend Jahre, wenn es zum letzten Kampf mit Satan kommt, Menschen "wie der Sand des Meeres" ihm nachfolgen werden und bei diesem Kampf samt dem Teufel vernichtet werden.

Der Satan wird die Nationen verführen, um sie zum Krieg zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand des Meeres.

Off 20,7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden 20,8 und wird hinausgehen, die Nationen zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind, den Gog und den Magog, um sie zum Krieg zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand des Meeres. 20,9 Und sie zogen herauf auf die Breite der Erde und umzingelten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt; und Feuer kam aus dem Himmel herab und verschlang sie. 20,10 Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo sowohl das Tier als auch der falsche Prophet sind; und sie werden Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit. Off 20, 7-10;

(Siehe auch Kapitel 10: „Das Millennium.”)


Wie man daraus erkennen kann, gibt es auch im Millennium keinen Zwang, sondern auch dort haben die Menschen die freie Wahl sich zu entscheiden, ob sie auf Gott oder auf den Satan hören wollen. Das wird in manchen Denominationen immer wieder falsch interpretiert. Ähnlich wie im Islam den Selbstmordattentätern ein Platz im Himmel und 99 Jungfrauen versprochen werden, lehren z.B. auch die Zeugen Jehovas, dass es im Millennium nur Gläubige - natürlich von den Zeugen Jehovas - geben würde. Man muss nur die Bibel genau studieren, dann erkennt man, dass dies eine falsche Lehre ist.



Der Fehler in der Prädestination.

Abschließend kann man sich zu diesem Thema natürlich fragen, wieso Calvin damals zu seiner Auffassung kam und wieso es auch noch heute, nach 450 Jahren, Leute gibt, welche an einen tyrannischen Gott glauben, der völlig willkürlich die einen bevorzugen und die anderen in die Verdammnis schickten würde. Die Antwort ist wie immer mehrschichtig. Zum Einen, wie das immer bei falschen christlichen Lehren so ist, will man natürlich sich selbst höher stellen, als andere. Und das hören auch die Leute sehr gerne und nehmen es freudig auf. Wie schon Paulus geschrieben hat:

Sie werden die heilsame Lehre nicht ertragen sondern sich selbst Lehrer aufladen.

2Tim 4,3 Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, 4,4 und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren. 2Tim 4, 3- 4;

(Siehe auch Diskurs 106: „Die falschen Lehren in den christlichen Gemeinden.”)


Zum andere Teil - und auch das wiederholt sich immer wieder - ist es schlicht und einfach falsche Auslegung oder - wie hier bei Calvin - falsche Übersetzung. Dabei ist es gar nicht Calvin, der hier die Schuld trägt, sondern Martin Luther. Und zwar geht es um den Luthertext aus Röm 8,28, den auch Calvin in seiner Auslegung verwendet:

Denn die er vorher ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein.

Röm 8,28 Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind. 8,29 Denn die er vorher ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. 8,30 Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht Röm 8,28-30;


Dies wurde nun - verständlicherweise - von Calvin so ausgelegt, wie es auch die Calvinisten heute noch predigen:

„Da sagt Paulus: Diejenigen, die Gott zuvor ausersehen hat - also herausgewählt hat -, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes. Und dann sagt er weiter in Röm 8 Vers 30: Die Gott vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen.” (Wolfgang Nestvogel in seiner Predigt bei der BEG-Hannover am 22. 5. 2005)


Jedoch kann man beim Vergleich mit dem griechischen Text (siehe Nestle-Aland) und allen anderen internationalen Übersetzungen sehr leicht nachweisen, dass die Übersetzung von Römer Kapitel 8, Vers 29 in der Lutherbibel eindeutig falsch ist. Das griechische Verb, welches dort für das angebliche „ausersehen” steht ist „proegno”. „Pro” ist eine Vorsilbe und heißt „vor”. Die Silbe „gno” kommt u.a. in folgenden Wörtern vor: gnomo=Kenner, gnoriso=erkennen. gnoripso=erkennbar, gnosis=Erkenntnis.

Die richtige Übersetzung dieser Stelle muss daher lauten: „die er vorher erkannt hat”, wie das auch die Elberfelder und alle internationalen Bibeln übersetzen und nicht „die er zuvor ausersehen” hat, wie das in der Lutherbibel sehr tendenziös und falsch gebracht wird.

Ähnlich ist es mit 1Ptr 1,2, wo Luther ebenfalls fälschlich mit „ausersehen” übersetzt, während die Elberfelder richtigerweise „nach Vorkenntnis Gottes” und die amerikanischen Übersetzungen „according to the foreknowledge of God” übersetzen.

Und mit dieser Richtigstellung fallen all die davon abgeleiteten Interpretationen Calvins und es ergibt sich nun eine ganz andere Bedeutung dieser Aussage des Paulus in Röm 8,29: Gott hat nicht jene vorherbestimmt, die er „ausersehen” hat, sondern er hat in seiner Allwissenheit (Vorkenntnis, Vorherwissen) vor Grundlegung der Welt jene Menschen vorher erkannt, welche sich in ihrem Leben auf Erden zu ihm und seinen Sohn bekennen werden.

Denn wenn Gott diese Menschen in seiner Allwissenheit erkannt hat, so muss diesem „Erkennen” ja zwangsläufig ein Suchvorgang vorangegangen sein. Und für einen Suchvorgang bedarf es eines Suchkriteriums. Und genau dieses Suchkriterium Gottes war die Glaubensentscheidung jedes einzelnen Menschen in dessen Leben und der Glaube dieser Menschen an ihm und an seinem Sohn.

Gott hat vor Anbeginn der Welt in seiner Allwissenheit [1] alle jene Menschen gesucht, erkannt und auserwählt bzw. für das ewige Leben vorherbestimmt, welche in ihrem Leben eine Entscheidung für ihn und seinen Sohn treffen werden und hat ihre Namen in das Buch des Lebens eingeschrieben (Phil 4,3). Diese Menschen sind Eigentum Gottes und sie sind es auch, welche der Vater dem Sohn gegeben hat (Jh 17,24). Und eben diesen Zusammenhang des vorherigen Erkennens (Vorkenntnis) Gottes und der darauf folgenden und darauf basierenden Auserwählung und Vorbestimmung für das ewige Leben bestätigt übrigens auch Petrus in seinem ersten Brief:

Petrus, den Fremdlingen die auserwählt sind nach Vorkenntnis Gottes, des Vaters.

1Ptr 1,1 Petrus, Apostel Jesu Christi, den Fremdlingen von der Zerstreuung von Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien, die auserwählt sind 1,2 nach Vorkenntnis Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch immer reichlicher zuteil! 1Ptr 1, 1- 2;

Und damit haben wir den biblisch fundierten Nachweis, dass Gott nicht völlig willkürlich irgendwelche Menschen zum ewigen Leben und andere zur ewigen Verdammnis vorherbestimmt hat, sondern - wie uns das auch unser Herr Jesus Christus immer wieder sagt -, dass allein die Glaubensentscheidung im Leben eines jeden einzelnen Menschen dafür ausschlaggebend ist ob er in das ewige Leben eingeht oder nicht.

Jh 3,36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. Jh 3,36;

Jh 11,25 Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; 11,26 und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du das? Jh 11,25-26;

Jh 12,44 Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; Jh 12,44;

Jh 12,46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe; 12,47 und wenn jemand meine Worte hört und nicht befolgt, so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt errette. Jh 12,46-47;

Jh 3,14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muß der Sohn des Menschen erhöht werden,  3,15 damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. 3,16 Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern  ewiges Leben hat. Jh 3,14-16;


Wir haben hier oben den wiederholten und unmissverständlichen Hinweis unseres Herrn Jesus Christus: „Jeder, der an mich glaubt, hat das ewige Leben”. Es ist also niemand ausgeschlossen. Jeder der glaubt, ist errettet. Das Kriterium ist also der frei gewählte Glaube und nicht eine "Vorerwählung". Die völlig verkehrte Auffassung der Vertreter einer Prädestination, wonach Gott einen Teil der Menschen zum ewigen Leben und den Rest zur ewigen Verdammnis verordnet hätte, ist schlicht und einfach auf oberflächliches Bibelstudium zurückzuführen oder - was noch schlimmer wäre - eine bewusste Uminterpretation, um eine Grundlage für jene  „arrogante Exklusivität" und den „Ausschluss der Anderen" (Karl Barth) zu haben.



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(War Israel bei der Kreuzigung nur "Erfüllungsgehilfe" Gottes? / Anonym 00, 2016-02-27)

(…) Was ich nicht so gut finde, ist Ihre Antwort an Frau Damkani im diesem Artikel (Diskurs 1112: „Ist Jesus in Israel am Werk, seine Verheißungen zu erfüllen?” / FH). Sie fragt dort: „Haben Sie jemals begriffen, dass das Straucheln Israels über den Stein, welchen der Herr in Zion gelegt hat, mit Gottes Absicht zu tun hat, die Welt zu segnen?”. worauf Sie ihr unterstellen, dass sie Gott für das Straucheln Israels und für die Tötung seines eigenen Sohnes verantwortlich machen will.

Gott hat in seiner Allwissenheit sicher gewusst, wie die Israeliten reagieren würden und hätte das verhindert, wenn es nicht - wie Frau Damkani schreibt - sein Plan gewesen wäre die Welt durch den Tod seines Sohnes zu retten.
(…)



Danke für Ihren Besuch bei Immanuel.at und Ihren Kommentar.


Ja, Sie haben durchaus Recht. Gott hat in seiner Allwissenheit (siehe oben) natürlich gewusst, wie die Israeliten reagieren und dass sie seinen Sohn ans Kreuz liefern werden. Allerdings ist Ihre und Frau Damkanis Schlussfolgerung daraus, dass Israel daher ohne Schuld sei und ganz im Gegenteil sozusagen als "Retter der Menschheit" zu sehen sei, aus biblischer Sicht falsch.

Aufgrund von zahlreichen Schriftstellen können wir davon ausgehen, dass unser Gott ein absolut gerechter Gott ist. Dies ist auch der Grund dafür, dass er den Menschen völlige Handlungsfreiheit einräumt. Doch das bedeutet natürlich auch, dass der Mensch vor Gott die volle Verantwortung für seine Handlungen und seine Entscheidungen zu übernehmen hat.

Unter diesem Gesichtspunkt hatte also Israel die volle Freiheit, ob sie den Messias aufnehmen würden oder nicht. Hier auf Umwegen Gott die Verantwortung zuschieben zu wollen, ist offensichtlich ein "Trick" der messianischen Juden um die Gottlosigkeit Israels zu verschleiern und daher aus christlicher Sicht abzulehnen.

Vor allem aber auch aus folgender Überlegung: Wenn Gott durch sein Vorherwissen, seinen Sohn gar nicht erst nach Israel gesandt hätte, aber dann, beim Letzten Gericht, die Juden dafür verantwortlich machen würde, dass sie ihren Messias hätten töten lassen, wenn er ihn gesandt hätte, würden ihm die Israeliten heftig widersprochen, indem sie behaupten würden, wenn er nur den Messias gesandt hätte, sie hätten ihn ganz bestimmt aufgenommen.

Und so kann man die Allwissenheit Gottes ein wenig verstehen: Gott weiß zwar, was alles geschehen wird und wie sich die Menschen in ihrem Leben entscheiden werden, doch er lässt es geschehen, ja er muss es in seiner Gerechtigkeit geschehen lassen, damit die Menschen ihre Entscheidungen treffen und ihre Handlungen setzen können - ob nun gut öder böse.

Damit können sie dann beim Letzten Gericht auch in aller Gerechtigkeit dafür verantwortlich gemacht werden. Ansonsten würde ja jeder behaupten, dass er ungerecht beurteilt wird, weil er sicher alle die Gebote Gottes eingehalten hätte, wenn er nur die Gelegenheit dazu gehabt hätte.

(Siehe auch Diskurs 1114: „Die Lehre der Messianischen Juden - die Analyse.”)



Im Übrigen ist es ja nicht so, dass Gott den Menschen keinerlei Beurteilungsmöglichkeiten bei ihren Entscheidungen bieten würde. Es ist nur das Desinteresse und manchmal auch der Starrsinn mancher Menschen - z.B. der Juden -, welche sie daran hindern, die Argumente für eine richtige Entscheidung zu erkennen. Und das kann an der größten Fehlentscheidung aller Zeiten, an der Verwerfung und Tötung des Sohnes Gottes am Kreuz, beispielhaft dokumentiert werden.

Und zwar nicht etwa nur aus unserer heutigen Sicht und Erkenntnis, denn nachher ist man ja immer klüger, umso mehr nach zweitausend Jahren. Sondern auch anhand der damaligen Situation und der gerechtfertigten Annahme, dass diese Schriftgelehrten im Sanhedrin, welche den Herrn verurteilt haben, ihre Schriften und das Gesetz - die Gebote Gottes - gekannt haben müssen.

So hat der Prophet Micha in den Schriften des Tanach, also des Alten Testaments, vom Messias Israels gesprochen, als er im Namen Gottes ankündigte: „Und du, Bethlehem Efrata, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.” (Mi 5,1-14). Also, wenn jemand behauptet hat, er sei der Messias, musste man nur seine Familie befragen, wo der Mann geboren wurde.

Dann haben wir im 4. Buch Mose (Num) den Bericht über den Aufstand des Volkes Israel, als sie am Berg Hor waren und kein Brot und kein Wasser hatten. Und sie beschwerten sich wieder einmal bei Mose und Aaron: ”Wozu habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Damit wir in der Wüste sterben?” Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk, und die Schlangen bissen das Volk und es starb viel Volk aus Israel. 

Als das Volk seine Sünde erkannte, betete Mose zum Herrn. Und Gott hieß ihn eine Schlange aus Bronze zu machen und sie auf eine Stange zu nageln und mitten im Lager aufzurichten.

Wenn eine Schlange jemanden gebissen hatte und er schaute auf zu der ehernen Schlange, so blieb er am Leben.

4Mo 21,4 Und sie brachen auf vom Berg Hor, auf dem Weg zum Schilfmeer, um das Land Edom zu umgehen. Und die Seele des Volkes wurde ungeduldig auf dem Weg; 21,5 und das Volk redete gegen Gott und gegen Mose: Wozu habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Damit wir in der Wüste sterben? Denn es ist kein Brot und kein Wasser da, und unserer Seele ekelt es vor dieser elenden Nahrung. 21,6 Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk, und sie bissen das Volk; und es starb viel Volk aus Israel. 21,7 Da kam das Volk zu Mose, und sie sagten: Wir haben gesündigt, daß wir gegen den HERRN und gegen dich geredet haben. Bete zu dem HERRN, daß er die Schlangen von uns wegnimmt! Und Mose betete für das Volk.21,8 Und der HERR sprach zu Mose: Mache dir eine Schlange und tu sie auf eine Stange! Und es wird geschehen, jeder, der gebissen ist und sie ansieht, der wird am Leben bleiben. 21,9 Und Mose machte eine Schlange von Bronze und tat sie auf die Stange; und es geschah, wenn eine Schlange jemanden gebissen hatte und er schaute auf zu der ehernen Schlange, so blieb er am Leben. 4Mo 21, 4- 9;


 

Das war die allererste Prophezeiung auf den sühnenden Kreuzestod des Sohnes Gottes. - Und sie steht in der jüdischen Tora!!  Ebenso wie damals die eherne Schlange erhöht wurde und jenen Israeliten, welche auf sie gesehen haben, ihre Sünden vergeben und sie vor dem sicheren Tod gerettet wurden, wurde auch der Menschensohn auf dem Kreuz erhöht. Und wer an dieses stellvertretende Opfer glaubt, dem werden seine Sünden vergeben und er ist errettet und hat ewiges Leben. Das hat ihnen auch der Herr bestätigt:

Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muß der Sohn des Menschen erhöht werden.

Jh 3,14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muß der Sohn des Menschen erhöht werden, 3,15 damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. 3,16 Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. 3,17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn errettet werde. 3,18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Jh 3,14-18;


Aber auch und insbesondere die Juden der letzten zweitausend Jahre hätten den Wahrheitsgehalt der Aussagen ihres Messias überprüfen können. So einmal die bekannten Prophezeiungen auf den "Knecht Gottes", in Jes 53,1-12. Mit dem Wissensstand der Nachfahren der damaligen Israeliten, können auch sie - ähnlich wie wir Christen - diese Texte aus ihren eigenen Schriften eindeutig dem Jesus von Nazareth, seinem Leiden und seinem Sterben zuordnen. Und in diesem Sinne ist auch das besondere Datum seines Todes sehr aufschlussreich.



Das Pessachfest - der große Sabbat.

Im Judentum gibt es seit tausenden von Jahren das Pessachfest - der "Große (jährliche) Sabbat". Es erinnert an den Auszug aus Ägypten, also die Befreiung der Israeliten aus ägyptischer Sklaverei. Die Nacherzählung (Haggada) dieses, im Buch Exodus des Tanach (2Mo/AT) erzählten Geschehens, verbindet jede neue Generation der Juden mit ihrer zentralen Befreiungserfahrung. Damals in Ägypten wollten die Israeliten ihr Sklavendasein beenden und das Land verlassen. Der Pharao jedoch verweigerte es ihnen und so brachte Gott 9 Plagen über das Land. Nach jeder Plage bat Mose den Pharao, die Israeliten doch gehen zu lassen. Doch der Pharao lehnte jedes Mal ab (2Mo 11,1-10).
 
Da gebot Gott dem Mose, dass am Abend des 14. Nissan (jüdischer Mondkalender) jede israelitische Familie ein einjähriges männliches Lamm schlachten sollte, das Blut des Tieres sollten sie an die beiden Türpfosten und an den oberen Türbalken der Häuser streichen, in denen sie das Mahl hielten. Das Lamm sollten sie am Feuer braten und reisefertig gekleidet noch in derselben Nacht mit ungesäuerten Broten und bitteren Kräutern aufessen oder die Reste davon verbrennen. Noch in dieser Nacht werde Gott durch Ägypten gehen und alle männliche Erstgeburt bei Mensch und Vieh töten. Nur dort, wo der Todesengel dieses Blutzeichen an den Türen sieht, wird er vorübergehen (2Mo 12,1-29). Diesen Tag - der 14. Tag des ersten Monats (Nissan) nach dem jüdischen Kalender - sollte ganz Israel jedes Jahr und von Generation zu Generation feierlich begehen.

(Siehe auch Diskurs 87: „Das Pessachfest”)



Die echte "Karwoche" - tabellarische Übersicht über die Woche der Kreuzigung.

Wie nun neuere Studien ergeben haben, war es genau dieses Pessach, dieser "große" Sabbat, welchen Jesus mit seinen 12 Jüngern beim letzten Abendmahl feierte. Es war also nicht - wie bisher fälschlich angenommen - der Rüsttag des wöchentlichen Sabbats, sondern der Rüsttag des jährlichen, Großen Sabbats, der höchste Festtag im Judentum wie folgende Tabelle zeigt:

 (Bitte beachten: Nach der jüdischen Tageseinteilung beginnt der Tag um 18 Uhr und endet an unserem heutigen nächsten Tag um 18 Uhr.)
 

 Tag  Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag
 Zeit       18  0618  0618  0618  0618  0618  0618
13. Nisan 14. Nisan 15. Nisan 16. Nisan 17. Nisan 18. Nisan 19. Nisan         
        Tag NachtTag   NachtTag   NachtTag   NachtTag   NachtTag   NachtTag           


















 

Rüsttag zu
Pessach


ab 18 Uhr
Abendmahlfeier


Festnahme in
Gethsemane

Kreuzigung

15 Uhr
Tod am Kreuz

~18 Uhr
Grablegung


 

Beginn
Pessach

Großer
jährlicher
Sabbat












 

Rüsttag
Sabbat

Kauf des Öls
und der Salben













 

Wöchentlicher
Sabbat













~18 Uhr
Auferweckung


 

Erster
Wochentag

Frauen kommen
zur leeren Gruft













 


















 
        
 

(Zeit: ab einer Bildschirmauflösung von ca. 1300xXXX  wird der jüdische Tageswechsel um 18 Uhr richtig angezeigt)


Die Ursache dieses Fehlers war der Umstand, dass  in den Evangelien immer nur von "Rüsttag" und "Sabbat" (Samstag) gesprochen wurde und weil man das genaue Datum nicht kannte, niemand auf die Idee kam, dass gerade in dieser Woche neben dem wöchentlichen Rüsttag (Tag vor dem Sabbat) und dem Sabbat auch noch der jährliche Große Sabbat (Pessach [Ostern]) mit seinem Rüsttag gefeiert wurde.

Ein Hinweis hätte sein können, dass in Mt 28,1 im griechischen Originaltext "Sabbat" im Plural steht ("Aber nach den Sabbaten"). Nachdem man aber immer nur vom wöchentlichen Sabbat ausgegangen ist, hat man das bei den Übersetzungen nicht beachtet. Doch auch manche Ungereimtheiten bei den Vorgängen rund um den Tod des Herrn, wo sich verschiedene Ereignisse anscheinend zeitlich nicht vereinbaren ließen, waren schließlich der Anlass, diese Zusammenhänge näher zu analysieren.

Und diese Studien haben dann zur Erkenntnis geführt, dass es in dieser Woche zwei Sabatte gegeben hat: den großen, jährlichen Sabbat, am Donnerstag, den 15. Nissan, mit seinem Rüsttag davor, am Mittwoch, den 14. Nissan, und den normalen, wöchentlichen Sabbat, am Samstag, den 16. Nissan, mit seinem Rüsttag davor, am Freitag, den 15. Nissan (siehe auch die obige Tabelle).

(Siehe auch Diskurs 87: „Die drei Tage und drei Nächte ”)


Und mit dieser Korrektur wird eine weitere symbolische Prophezeiung offenbar. Die Bezeichnung "Pessach" für dieses wichtigste mosaische Fest, welches alle Generationen Israels an den Auszug aus Ägypten erinnert, kommt aus dem Hebräischen und wird in WIKIPEDIA so erklärt:

Das hebräische Wort pessach (פסח) ist abgeleitet von einem Verbalstamm mit der Bedeutung "auf-/gegen-/zurückstoßen" oder "abprallen". Es bezeichnet in Ex 12,13 EU das "Vorübergehen", "Auslassen" oder "Überspringen" jüdischer Häuser während JHWHs Strafgericht an den ägyptischen männlichen Erstgeborenen in der Nacht des Auszugs. Die Hebräer seien dabei verschont geblieben, weil sie ihre Türen mit einem Schutzzeichen markiert hätten (Ex 12,27 EU).


Und man erkennt in der oben zitierten Wortbedeutung  "auf-/gegen-/zurückstoßen" die bereits damals, beim Auszug aus Ägypten, den Israeliten prophezeite größte Untat, welcher sich dieses Volk schuldig machen würde: die "Zurückstoßung" und Tötung des Sohnes Gottes, ihres Messias'.

Aber auch und insbesondere das spezielle Datum dieser Hinrichtung an eben diesem großen Festtag der Erinnerung an den Auszug aus Ägypten, lässt für rechtgläubige Christen das ganze Evangelium erkennen. Dieses Lamm, das damals geschlachtet wurde und dessen Blut die Israeliten vor dem Todesengel bewahrte, erklärt nicht nur den biblischen Titel unseres Herrn Jesus Christus als "Lamm Gottes" sondern auch die Worte des Herrn bei diesem letzten Abendmahl:

Nehmet, esset; das ist mein Leib. Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden

Mt 26,26 Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. 26,27 Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; 26,28 das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Mt 26,26-28;
 

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.

Lk 22,19 Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis! 22,20 Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. Lk 22,19-20;

Das ist der Neue Bund Gottes mit allen Menschen. Wie in Ägypten die Israeliten durch das Blut des Lammes gerettet wurden, werden durch das Blut des Lammes Gottes alle Menschen von ihren Sünden erlöst.

Aber auch ein Letztes hat uns diese Prophezeiung zu sagen: Durch diesen Neuen Bund Gottes mit allen Menschen, ist der alte Bund mit den Israeliten aufgelöst. Mit der Zurückweisung und Tötung seines Sohnes haben die Israeliten ihren Bund mit Gott gebrochen. Gott hat sie verlassen und nun in seiner Gnade den Tod seines Sohnes am Kreuz als Opfer und Sühne für die Sünden aller Menschen, welche dieses Loskaufopfer für sich in Anspruch nehmen wollen, angenommen.


Das Tamid, das tägliche, beständige Opfer.

Den Israeliten war ja dieses Gebot ihres Gottes: "Wer sündigt (sich gegen die Gebote Gottes vergeht) muss sterben" nicht fremd. Es war ihnen nicht nur durch das Pessachfest bekannt, wo Gott den Ägyptern wegen ihres Ungehorsams alle männlichen Erstgeborenen töten ließ, sondern auch und insbesondere durch das "tamid". Dies war ein Tieropfer, welches neben den anlassbezogenen Opferzeremonien im mosaischen Judentum von den Priestern dargebracht werden musste (2Mo 29,36-46).

Der Begriff tamid heißt wörtlich "das Beständige" und bedeutet die "ständige Vergebung der (vergebbaren) Sünden, die Gott dem Menschen aufgrund dieses Opfers schenkt". Es mussten dafür täglich morgens und abends je ein einjähriges Lamm am Brandopferaltar des Tempels  (und sonst nirgendwo!!) geopfert werden. Im Vertrauen auf dieses Opfer konnte jeder Israelit um Vergebung seiner Schuld bitten, ohne an der Opferzeremonie persönlich teilnehmen zu müssen.

Als aber im Jahre 70 der Tempel zerstört wurde, hatten die Juden keinen Altar mehr, an dem sie dieses Opfer rituskonform darbringen konnten und hatten daher ab diesem Zeitpunkt nicht nur keinen Gott, der beim Tod seines Sohnes das Allerheiligste im Tempel verlassen hatte (riss des Vorhangs (Lk 23,44-46), sondern auch keine Sündenvergabe mehr. Und genau das meinte der Herr, als er den Israeliten in Jh 8,21-24 prophezeite: "wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin (der Messias), so werdet ihr in euren Sünden sterben".

Was die Juden damals nicht verstanden haben und bis heute nicht verstehen wollen ist die Tatsache, dass sie dieses Opfer zur Sündenvergabe seit dem Tod des Sohnes Gottes gar nicht mehr benötigen. Sie benötigen keinen Tempel, keinen Altar und keine Tieropfer mehr, sondern können dieses stellvertretende Opfer des Sohnes Gottes für ihre Sünden vor Gott bringen und damit Sündenvergabe erlangen. Sie sind aus Gnade gerechtfertigt und können als Gerechte vor ihrem Gott stehen und zu ihm beten, genau so, wie alle rechtgläubigen Christen aus den Nichtjuden.

Und darum ist Jesus Christus Mittler eines neuen Bundes, damit die Berufenen die Verheißung des ewigen Erbes empfangen.

Hbr 9,11 Christus aber ist gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter und ist durch das größere und vollkommenere Zelt - das nicht mit Händen gemacht, das heißt, nicht von dieser Schöpfung ist -

9,12 und nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heiligtum hineingegangen und hat uns eine ewige Erlösung erworben.

9,13 Denn wenn das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer jungen Kuh, auf die Unreinen gesprengt, zur Reinheit des Fleisches heiligt, 9,14 wieviel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer ohne Fehler Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dient! 9,15 Und darum ist er Mittler eines neuen Bundes, damit, da der Tod geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen die Verheißung des ewigen Erbes empfangen. Hbr 9,11-15;


Es gibt keine "Auserwählten" mehr! Weder unter den Juden noch unter den Christen. Jesus Christus ist der Mittler eines Neuen Bundes. Nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut und ein für allemal hat er das Opfer erbracht und ewige Erlösung erworben. Vor Gott sind nunmehr alle Menschen gleich. Sie alle unterscheiden sich nur mehr in Einem: ob sie sich zum Glauben an Jesus Christus und die Annahme dieses Loskaufopfers des Sohnes Gottes auch für ihre eigenen Sünden entschieden haben oder nicht.

Erst im Millennium, wo Gott wieder im Tempel in Jerusalem wohnt und sein Sohn Weltbehrrscher in seinem tausendjährigen Friedensreich ist, hat die Zeit des Glaubens, der Errettung aus Gnade, ihr Ende gefunden. Ab diesem Zeitpunkt kann es einen "Glauben an Jesus Christus" nicht mehr geben, da der Herr Jesus leibhaftig vor den Menschen stehen wird und sie ihn mit eigenen Augen werden sehen können. Und dann wird Gott erfüllen, was er Israel in Hos 2,16-25 verheißen hat und Israel wieder zum auserwählten Volk Gottes auf Erden werden.

(Siehe auch Kapitel 10: „Das Millennium.”)








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Die Allwissenheit Gottes ist für uns Menschen natürlich ein Geheimnis. Um jedoch die diesbezüglichen Bibelstellen besser verstehen zu können, k ann man versuchen, mit einer Annäherungsanalyse eine grobe Vorstellung zu bekommen. Wir Menschen leben in einem raumzeitlcien Universum. Gottes Dimension ist die raumzeitlose Ewigkeit. Gottes Allwissenheit resultiert u. a. daher, dass für ihn weder Raum noch Zeit existieren und er sich in der Zeit beliebig bewegen kann. Das ist in etwa vergleichbar mit einem Naturfilmer, der ein Video von einem fliegenden Vogel gemacht hat. Nun sieht er sich das Video an und kann den Flug des Vogels über die Zeit des Videos - sagen wir 10 Minuten - verfolgen. Wenn er eine bestimmte Einstellung noch einmal sehen möchte, sucht er die Stelle auf dem Video und lässt sie ablaufen. Und wie dieser Naturfilmer in der Zeit dieser 10 Minuten die Aktionen des Vogels immer wieder abspielen und betrachten kann, kann auch Gott sämtliche Geschehnisse in dem von ihm geschaffenen Universum aufsuchen und beobachten.