Diskurs 125 – Mit gefälschten Bibelzitaten auf Spendenfang.




Die christliche Verantwortung. / Detlev Löhde, Pfarrdiakon Hannover– Laatzen 00, 2010–12‒28

Die Inspiration der Bibel.


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Die christliche Verantwortung. / Detlef Löhde, Pfarrdiakon der Selbständig Evangelisch‒Lutherischen Kirche in Hannover‒Laatzen. 00, 2015‒09–07)

Angesichts der zahlreichen Flüchtlinge hilft ein Blick auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter uns an unsere christliche Verantwortung zu erinnern.

Wie haben wir uns als Christen in der Flüchtlingsfrage zu verhalten? In der persönlichen Begegnung haben wir Flüchtlingen freundlich und hilfsbereit entgegen zu kommen. Die Nächstenliebe dürfen wir nicht nur auf Angehörige unseres Volkes beschränken wollen. Jesus lehrt uns das eindrücklich mit der Geschichte vom barmherzigen Samariter. Das heißt, der einzelne Christ und die Kirche handelt an Fremden und Flüchtlingen immer nach dem Gebot der Liebe und keiner wird abgewiesen. Materielle geistliche Hilfe mit dem Evangelium ist angesagt. Jede gewalttätige Aggression gegen Flüchtlinge ist zutiefst unchristlich.

Quelle: Biblisch Glauben, Denken, Leben



Dieses Gleichnis vom barmherzigen Samariter wird gerade in unserer Zeit, im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise, immer wieder zitiert und – falsch – interpretiert. Gerade rechtgläubige Christen sehen sich mit dieser Art der falschen Interpretation zu Recht überfordert und zweifeln an deren Richtigkeit. Wenn nun diese Zweifel nicht ausgeräumt werden, besteht die begründete Gefahr, dass diese Geschwister nicht nur an der Auslegung dieses Gleichnisses, sondern vielleicht sogar an ihrem Glauben zu zweifeln beginnen.

Daher soll hier der Nachweis erbracht werden, dass diese falsche Art der Auslegung ein alter Trick der katholischen Kirche ist, um die finanziellen Kosten der Missionierung durch Hilfe an die "Armen dieser Welt" dem Kirchenvolk aufzuhalsen. Jenen dieser Armen weltweit (Asien, Afrika, Südamerika), welche dann aus Dankbarkeit in die katholische Kirche eingetretenen sind, hat man dann in der Vergangenheit durch die Kirchensteuer und andere "Beiträge" – z.B. Verkauf von "Ablasszetteln" zur einstigen Finanzierung des Petersdomes – selbst das Geld abgenommen und damit ein Vermögen von heute rd. 200 Milliarden Euro zusammengerafft. Der Papst ist damit der reichste Mann der Welt geworden.

Beginnen wir also zuerst einmal mit der biblischen Nächstenliebe, welche auch im obigen Kommentar angesprochen und von der katholischen Kirche seit Jahrhunderten den Menschen im völligen Widerspruch zu den tatsächlichen Aussagen des Herrn eingetrichtert wird.

Die Nächstenliebe.

Ähnlich, wie die falsche Interpretation der "geringsten meiner Brüder" aus Mt 25,40, ist die völlige Sinnumkehr des biblischen Begriffes der "Nächstenliebe" durch Kirchen, Prediger und Hilfsorganisationen, eine der größten Betrügereien, um bei leichtgläubigen Zeitgenossen Mitleid zu erregen und ohne viel Aufwand Spendengelder zu scheffeln.

Nach den Worten des Herrn Jesus Christus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, ist das Gebot der Nächstenliebe nicht die Liebe und Unterstützung von Hilfsbedürftigen, wie uns das die scheinheilige katholische Kirche immer wieder einreden will, sondern es ist – umgekehrt – die Liebe zu jenen Menschen, welche uns geholfen haben.

In diesem Bibeltext fragt ein Zuhörer den Herrn, wer denn dieser "Nächste" sei, den man lieben sollte. Und der Herr erzählt ihm dieses Gleichnis, in welchem ein Mann überfallen und ausgeraubt wurde und verletzt auf der Straße liegt. Zwei jüdische Kleriker gingen achtlos an ihn vorüber und erst ein Mann aus Samarien, der als Dritter an ihm vorbeikam, hat ihm geholfen.

Und aus diesem Gleichnis leitet nun der Herr in Lk 10,36-37 die Antwort auf die Frage ab, wer denn der Nächste eines Menschen sei:

"Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!"

Der Samariter ist also der "Nächste" dieses Verletzten. Und deshalb muss auch dieser Verletzte den Samariter – den Nächsten (Mt 22,39) – lieben, weil der ihm geholfen und ihn versorgt hat. Daher lautet also das Gebot der Nächstenliebe: Liebe jene Menschen, welche dir geholfen haben und zeige ihnen ebenso deine Liebe wie sie dir ihre Liebe gezeigt haben, indem sie dir behilflich waren.

Die Nächstenliebe ist daher keine Kategorie des Mitleids sondern eine solche der Dankbarkeit.

Das ist es also, was dieses Gleichnis des Herrn Jesus besagt. Und es sagt auch: wenn jemand persönlich zu dir kommt oder du ihm persönlich begegnest und er dich persönlich um deine Hilfe bittet oder du siehst, dass er persönlich hilfsbedürftig ist, dann sollst du ihm, als rechtgläubiger Christ, persönlich helfen. Und er sollte dich dann, als rechtgläubiger Christ – nach Mt 22,39 –, aus Dankbarkeit persönlich lieben, wie er sich selbst liebt.

Wer das nicht bedenkt, unterstützt Gottlose, Götzendiener, Verbrecher und Terroristen! (Lk 9,60)

Das ist nun etwas ganz Anderes, als diese Spendenaktionen für Flüchtlinge, welche wir nie kennen lernen und die gar nicht wissen, wer ihnen geholfen hat. Dabei wird das meiste Geld nicht für die Flüchtlinge, sondern für Gehälter, Logistik und andere Aufwendungen dieser "Hilfsorganisationen" ausgegeben.

In der Vergangenheit hat sich die katholische Kirche mit fremden (Spenden‒) Geldern als große Helferin deklariert und die Menschen haben aus Dankbarkeit den götzendienerischen ("Maria", verstorbene "Heilige") katholischen Glauben angenommen.

In Zukunft werden die moslemischen Flüchtlinge – und ihre vielen Kinder! – eher das Gegenteil tun. Sie werden – ähnlich, wie einst die katholische Kirche die Indios in Südamerika bei sonstiger Todesstrafe zum katholischen Glauben gezwungen hat – mit demokratisch legitimierter Mehrheit in den Parlamenten, die Katholiken per Gesetz zwingen, zum Islam zu konvertieren.

Dieser Trend zeigt sich aber auch schon in der Gegenwart, wo gottlose "Gutmenschen" und politisch korrekte Leute die Christen per Gesetz zwingen wollen, das Symbol des Christentums – das Kreuz – aus ihrer öffentlichen Umgebung zu entfernen.


 


Das ist also das tatsächliche, richtige Gebot der biblischen Nächstenliebe und nicht das "Spenden für die Armen in der ganzen Welt". Doch diese Fälschung der katholischen Kirche wird auch weiterhin durch alle mögliche NGOs und andere "Hilfsorganisationen" verbreitet werden. Zum einen, weil diese Leute keine Ahnung von der Bibel haben und andererseits es noch nie so leicht war, mit ein paar "mahnenden Worten" massenweise Geld zu kassieren.

Und wie wir im eingangs zitierten Beitrag von Pfarrdiakon Detlef Löhde sehen, werden diese "mahnenden Worte" immer wieder auch vom Klerus der katholischen Kirche ausgesprochen. Doch gemeint sind damit die anderen. Die katholische Kirche selbst achtet wohl darauf, dass ihre Katholiken die Kirchensteuer pünktlich einzahlen, beim selbst Spenden sieht sie sich eher nicht in der Pflicht.

Und das, obwohl allein die katholische Kirche in Deutschland ein Vermögen von 270 Milliarden(!) Euro besitzt (Der geheime Milliardenschatz des Klerus). Da könnte man diesen Pfarrdiakon und alle seine Berufskollegen, welche europaweit den Zeigefinger erheben und die Hilfe der Bevölkerung für die Flüchtlinge einmahnen, doch einmal fragen, warum die katholische Kirche nicht selbst zumindest eine einzige ihrer 270 Milliarden Euro für die Flüchtlinge spendet?

Die Inspiration der Bibel.

Übrigens stammt dieser Beitrag des Pfarrdiakons von der Website "Bibelbund e.V.", der von seinen Mitgliedern u.a. folgendes Bekenntnis veröffentlicht:

"Sie halten an der völligen Zuverlässigkeit und sachlichen Richtigkeit aller biblischen Aussagen – auch in geschichtlicher und naturkundlicher Hinsicht – sowie ihrer uneingeschränkten Geltung in ihrem heilsgeschichtlichen Zusammenhang fest."


ja, da sollte man doch meinen, dass sich diese Leute die Bibel durchgelesen haben und die richtige Bedeutung der Nächstenliebe kennen. Doch dass diese Annahme leider nicht richtig ist, zeigt auch eine weitere Aussage auf dieser Website. Dort wird der zweite Brief des Paulus an Timotheus zitiert:

Die ganze Schrift ist von Gottes Geist gegeben und von ihm erfüllt. Ihr Nutzen ist entsprechend: Sie lehrt uns, die Wahrheit zu erkennen, überführt uns von Sünde, bringt uns auf den richtigen Weg und erzieht uns zu einem Leben wie es Gott gefällt. Mit der Schrift ist der Mensch, der Gott gehört und ihm dient, allen seinen Aufgaben gewachsen und zu jedem guten Werk gerüstet.
2Tim 3,16-17
(NEÜ)

Dies ist die "Neue evangelistische Übersetzung (NEÜ)" der Bibel, welche den selben Übersetzungsfehler enthält, wie manche alte Übersetzungen. Und zwar geht es hier ausschließlich um den ersten Satz: "Die ganze Schrift ist von Gottes Geist gegeben und von ihm erfüllt." Um den Hintergrund besser zu verstehen, hier einmal dieser Text in der Lutherübersetzung:

Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.

2Tim 3,16 Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 3,17 dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt. 2Tim 3,16-17; (Luther 2017)


Abgesehen von den völlig überflüssigen Texteinschüben in dieser "Neuen evangelischen Übersetzung" (z.B. "Ihr Nutzen ist entsprechend" anstatt, wie es im griechischen Originaltext einfach heißt: "nützlich") sehen wir auch gleich in den ersten Worten einen Unterschied: Die NEÜ schreibt "ganze Schrift", während Luther "alle Schrift" übersetzt. Dies ist zwar nur ein Wort, doch in der Auswirkung kommen dann leider solche "Bekenntnisse" zustande, welche die Bibel in ihrer Gesamtheit als "unfehlbar" bezeichnen.

Wenn wir uns nun den griechischen Originaltext ansehen, haben wir dort den folgenden Text:

Jedes von Gott eingegeben Schriftwerk ist nützlich zur Lehre.

2Tim 3,16 Jedes von Gott eingegebene (theopneustos) Schriftwerk (graphe) ist auch nützlich (ophelimos) zur Lehre, zur Überführung, zur Besserung, zu der Erziehung in Gerechtigkeit 3,17 damit voll ausgebildet sei der Mensch‒Gottes, zu jedem guten Werk ausgerüstet. 2Tim 3,16-17;


Zu dieser falschen Übersetzung: "ganze Schrift" anstatt "jede Schrift/jedes Schriftwerk", gesellt sich – wie könnte es anders sein – auch noch eine falsche Exegese. Man interpretiert diese Aussage so, dass Paulus hier von der ganzen Bibel spricht und man verkündet, dass die ganze Bibel – Wort für Wort – vom Heiligen Geist inspiriert sei. Doch dem aufmerksamen Leser wird bereits aufgefallen sein, dass hier gar nichts von der "Bibel" steht. Paulus spricht hier von einer Schrift/einem Schriftwerk (griechisch: graphe). Und zwar, wie Nestle‒Aland den griechischen Text korrekt formuliert: "Jede von Gottes Geist eingegebene Schrift" oder eben "jedes Schriftwerk".

Es geht hier also nicht ausschließlich um die Bibel und schon gar nicht um jedes Wort in der Bibel, ondern um jedes Schriftwerk, dessen Autor der Geist Gottes inspiriert hat, seine Gedanken niederzuschreiben. Das Wort, welches Paulus hier benutzt, nämlich "graphe", meint im Deutschen eben "Schrift" oder "Abhandlung" und ist somit keinesfalls ausschließlich auf die Aussagen der Bibel bezogen.

Wir müssen also davon ausgehen, dass einerseits nicht jedes Wort in der Bibel auch Gottes Wort ist – z.B. die Begrüßungs‒ und Abschlusspassagen in den Briefen des NT – und es andererseits auch Schriftwerke außerhalb der Bibel geben kann, welche der Geist Gottes dem Autor eingegeben hat. Und hier erkennen wir auch einen der Gründe, warum man sich – trotz offensichtlich gegenteiliger Beweise – so auf eine Interpretation dieses Paulustextes auf die "ganze Bibel" kapriziert hat.

Mit dieser falschen Interpretation sind deren Vertreter in der Exegese "fein aus dem Schneider": sie müssen nicht mehr prüfen, forschen, studieren und vor allem denken, sondern sie behaupten ganz einfach, dass jedes Wort der Bibel vom Geist Gottes inspiriert ist. Und wer das bezweifelt, wird unter Berufung auf den obigen Bibeltext – 2Tim 3,16 – mt jenem Argument abgeschmettert, welches auch ein Kommentator bei Immanuel.at in seinem Mail zitiert hat:

„Ich habe schon mit vielen "Christen" über die Unfehlbarkeit der Bibel diskutiert, aber stets kommen nur dieselben klischeehaften Argumente, zum Beispiel die berühmte Kreislogik: ‘Die Bibel ist das Wort Gottes, weil sie sagt, daß sie das Wort Gottes ist. Und da sie ja das Wort Gottes ist, kann sie ja nicht falsch liegen.’”

Die Bibel und auch andere Schriftwerke können wohl das Wort Gottes enthalten, sind aber nicht zwangsläufig in ihrer Gesamtheit vom Heiligen Geist inspiriert. Das haben sich nur bequeme Theologen, Ausleger und Prediger so zurecht gelegt, damit sie Kritiker mundtot machen können ohne viel argumentieren zu müssen. Damit ersparen sie sich selbst das aufwendige Denken, Studieren und Nachforschen in der Bibel. Leider denken heutzutage alle möglichen und unmöglichen Leute ohne tiefere Bibelkenntnis in ihren Reden und Predigten die Bibel auslegen zu müssen. Wer da nicht den Geist prüft, der hinter solchen Aussagen steht, läuft auch hier Gefahr, skrupellosen Betrügern auf den Leim zu gehen.

(Siehe auch Diskurs 99: „Wer sind "die geringsten meiner Brüder" in Mt 25,40?”)

(Siehe auch Diskurs 1013: „Die "Israelbewegung" in den christlichen Gemeinden.”)


Die Frage schließlich, wie man denn nun wissen könnte, was in der Bibel Wort Gottes und was nicht Wort Gottes ist, ist relativ leicht zu beantworten. Jeder rechtgläubige Christ, der sich für die Bibel aufrichtig interessiert, den Aufwand nicht scheut und den offenen Fragen mit Ernst und Eifer nachgeht, kann damit rechnen, dass der Heilige Geist auch ihn – ähnlich wie es oben Paulus in 2Tim 3,16 für die Autoren dieser Schriften bezeugt – unterstützt (Lk 11,13) und durch Hinweise auf andere Bibelstellen zum selben Thema zeigt, wie diese Aussagen zu verstehen sind und ob sie themenrelevant sind oder nicht. Nach dem alten Prinzip: „Die Schrift legt sich selbst aus” bekommt man so entweder Schriftbeweise für die Richtigkeit einer Interpretation oder für deren Irrelevanz.

Beispiele dafür, was in der Bibel nicht Wort Gottes ist, sind u.a. Textstellen in den Briefen, in welchen es um Grüße, Mitteilungen, Ermahnungen, Lob, Tadel und andere zwischenmenschliche Informationen geht (z. B. Röm 15,1-33; 1Kor 16,19-24; 2Kor 13,11-13; Phil 4,21-23; Kol 4,7-18; 1The 5,23-28; 2Tim 4,9-22; usw., usw.). Hier den Heiligen Geist hinein zu reklamieren, hieße ihn völlig falsch zu beurteilen.