Diskurs 13 - Welchen Weltreichen sind die 7 (8) Häupter/Könige aus Off 17 zuzuordnen?




Welchen Weltreichen sind die 7 (8) Häupter/Könige aus Off 17 zuzuordnen? / Buch Ernst Panzer 00, Seite 65f

Ist Napoleon III. das 7. Haupt aus Off 17? / Buch Ernst Panzer 01, Seite 66f


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Welchen Weltreichen sind die 7 (8) Häupter/Könige aus Off 17 zuzuordnen? / Buch EP00, Seite 65f +))

Das alte römische Kaiserreich, zu dessen Zeiten unser Herr Jesus Christus auf Erden wandelte und Johannes lebte, war bei Daniel (Dan 7, Anm.) das vierte Reich und ist bei Johannes (Off 13, Anm.) das vierte Haupt am Tier, weil eben Johannes ein (zusammengeschobenes) Tier sieht. Damit man nun weiß, daß mit dem alten Römischen Reich die Tierzeit nicht aus ist, daß die Endzeit noch nicht da ist, sieht Johannes am Tier ein weiteres Haupt, das fünfte. Dieses fünfte Haupt ist das nach des alten Roms Untergang aus der Asche desselben wie ein Phönix sich erhebende neurömische oder Heilige Römische (Welt-) Reich. Das vierte, Römische (Welt-) Reich war also nicht zu Ende gegangen, als das alte römische Kaisertum aufhörte, sondern es empfing im Jahre 800 n. Chr. ein neues Haupt, als der römische Papst dem deutschen König die römische Kaiserkrone aufs Haupt setzte und ihn dadurch zum weltlichen Oberhaupt der Christenheit machte. Diese fünf ersten Häupter des Tieres gehören in der Geschichte zusammen. Wenn das fünfte gefallen ist, dann ist ein großer Geschichtsabschnitt abgeschlossen. Dies deutet Johannes (Offb. 17,10) mit den Worten an: "Die fünf sind gefallen!". Das erfüllte sich im Jahre 1806, als sich das neurömische Reich auflöste. Die Französische Revolution von 1789 war die Ursache vom Fall des 5. Hauptes, und aus ihr gehen die drei nun noch folgenden letzten gleichnamigen Häupter, das 6., 7. und 8., hervor. Aus Offenbarung 17,10 kann man übrigens entnehmen, daß die drei letzten Häupter im Vergleich zu den ersten fünf nur eine kurze Zeitdauer haben. Auch wird angedeutet, daß wie die fünf ersten auch die drei letzten zusammengehören.

Acht Weltenherrscher (Häupter des Tieres) werden Offenbarung 17,11 aufgezählt: 1. Nebukadnezar (Dan. 2,38), 2. Cyrus-Kores (Jes. 44,28), 3. Alexander d. Gr. (Dan. 8,21), 4. Augustus (Luk. 2,1), 5. Karl d. Gr., 6. Napoleon I., 7. Napoleon II. (der zweite regierende, in der Geschichte III. genannt), 8. Napoleon III. (der dritte regierende seines Namens, der durch satanische Kraftwirkung aus dem Abgrund wiederkommt nach Offenbarung 17,8).

+) Auf Wunsch von E. Panzer wird seine weitere Auslegung der hier diskutierten Fragen seinem Buch "Prophetie und Enthüllung", erschienen im Philadelphia-Verlag, entnommen.

(Ernst Panzer / www.philadelphia-verlag.com)



Wenn man alle themenrelevanten Schriftstellen zusammenfasst, gibt es kaum Probleme bei der Zuordnung der Weltreiche zu den verschiedenen Schriftaussagen. In Off 17 haben wir mit den 7 (8) Häuptern/Königen eine ausgezeichnete Übersicht, welche sich durch die Aussagen von Off 13 und 20, aber auch durch Dan 2 und 7 sehr gut ergänzen lassen.

Fünf sind gefallen, einer ist da, der andre ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er eine kleine Zeit bleiben.

Off 17,7 Und der Engel sprach zu mir: Warum wunderst du dich? Ich will dir sagen das Geheimnis der Frau und des Tieres, das sie trägt und sieben Häupter und zehn Hörner hat. 17,8 Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist jetzt nicht und wird wieder aufsteigen aus dem Abgrund und wird in die Verdammnis fahren. Und es werden sich wundern, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens vom Anfang der Welt an, wenn sie das Tier sehen, dass es gewesen ist und jetzt nicht ist und wieder sein wird. 17,9 Hier ist Sinn, zu dem Weisheit gehört! Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt, und es sind sieben Könige. 17,10 Fünf sind gefallen, einer ist da, der andre ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er eine kleine Zeit bleiben. 17,11 Und das Tier, das gewesen ist und jetzt nicht ist, das ist der achte und ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis. Off 17, 7-11;


Die Anhaltspunkte für Dan 2 sind einerseits das "Haupt aus Gold" - also Nebukadnezar bzw. Babylonien - am Beginn und der Stein, der "ohne Zutun" die anderen Reiche zermalmt - also das Friedensreich des Herrn Jesus - am Ende. Dan 7 orientiert sich sodann an den "Eisenzähnen" (Dan 7,7: "…hatte große eiserne Zähne … und zermalmte"), welche zu den "Eisenschenkeln" (Dan 2,40: "wie Eisen alles zermalmt") gehören und den "vier Flügeln" und den "vier Köpfen" des Panthers, wobei ersteres das Symbol für die unglaubliche Geschwindigkeit ist, mit der Alexander dieses Reich durch Eroberungen gegründet hat und Letzteres die vier griechischen Diadochenreiche meint, in die das griechische Imperium nach dem Tod Alexanders zerfiel. Demnach steht also der Bär für Medo-Persien und der Löwe für Babylonien. Manche Ausleger wollen nun den Löwen als das medopersische Reich sehen, kommen aber dann natürlich in Schwierigkeiten bei der Interpretation des "Ungeheuers" mit den Eisenzähnen und den zehn Hörnern, weil dafür dann kein Weltreich mehr "übrigbleibt". Sie deuten daher dieses Tier dann auf die Vereinten Nationen. Dass nun die UNO kein Weltreich, ja nicht einmal ein politisch einheitlich agierender Staatenbund ist, weiß heute schon jeder Mittelschüler. Und was an der UNO "furchtbar" und "schrecklich" sein soll bzw. wo sie alles „zermalmt, und was übrigbleibt mit den Füßen zertritt”, lässt sich vernünftigerweise - wenn man einmal von den finanziellen Beiträgen der Mitgliedsstaaten absieht - auch nicht beargumentieren.

In Off 13 haben wir die Beschreibung des Antichrist, welcher von all diesen Reichen ihre wichtigsten Eigenschaften erhalten wird.

(Siehe auch die Tabelle 06: „Der Antichrist, die „Dame” im Schachspiel des Teufels”.)

Der obige Versuch, hier Karl d. Gr. und die französische Revolution mit den drei Napoleons als Weltreiche unterzubringen ist zwar nicht zielführend aber durchaus verständlich. Es ist ja auf den ersten Blick nicht einzusehen, wieso hier die letzten 1500 Jahre Weltgeschichte in den Prophezeiungen überhaupt nicht aufscheinen sollten.

Doch wenn man sich den Text in Dan 2 näher ansieht, erkennt man zweierlei. Erstens - und dies ist ein Zusammenhang, der oft übersehen wird - sind Schenkel und Füße zwei getrennte Reiche. Dies ergibt sich nicht nur daraus, dass beide separat erwähnt werden, sondern es werden ihnen auch unterschiedliche „Materialien” zugeordnet: die Schenkel nur aus Eisen (Dan 2,40), die Füße aber Eisen mit Ton vermengt (Dan 2,41). Auch werden die Füße in Dan 2,41 explizit als eigenes Königreich („ein zerteiltes Königreich”) bezeichnet.

Aber auch die Länge der Gliedmaßen könnte auf die Dauer der Reiche hinweisen. Wird wissen ja, dass das antichristliche Reich - also hier die Füße mit den zehn Zehen (Königen) - von sehr kurzer Dauer sein wird (dreieinhalb Jahre oder auch sieben Jahre). Demgemäss müsste also das Römische Reich - also die Schenkel (Beine) - einen entsprechend längeren Bestand haben.

Weitab von jeder Vermutung ist jedoch die Tatsache, dass zwischen den Beinen (Römischen Reich) und Füßen (Antichristliches Reich) kein anderes Weltreich erwähnt wird. Dies ist ein Beweis dafür, dass wir nach einem solchen nicht forschen müssen. Weder im Mittelalter, noch in der Neuzeit und auch nicht in der Zukunft! Wir befinden uns sichtlich nach wie vor in den Ausläufern - man könnte wahrscheinlich sagen „Schienbeinen” - des Römischen Reiches. Dies bestätigt nicht nur unsere Legislatur und Judikatur in Zentraleuropa, welche heute noch in weiten Teilen auf römischen Grundlagen beruht, sondern auch Medizin, Militär, Kultur usw. beinhalten römisches „Erbgut”.

Wir können also davon ausgehen, dass bis zur Aufrichtung des antichristlichen Reiches kein anderes Weltreich mehr auf der Bühne der Weltgeschichte erscheinen wird. Es wird manche Zusammenschlüsse von Staaten geben, ebenso wie es durchaus möglich ist, dass sich manche Staatenbünde auflösen, um dann beim Erscheinen des Antichrists wieder geeint zu werden. Doch ein Weltreich, welches mit den in der Geschichte vorangegangenen Weltreichen (Römer, Griechen etc.) zu vergleichen wäre - also zentrale Staatsmacht, autoritäres Regime, ein Herrscher mit unumschränkter Macht - wird es nach der Schrift bis dahin nicht geben.

Nachdem aber bekanntermaßen ein Bild mehr sagt, als tausend Worte, ist hier im Anschluss gleich die Tabelle 02 über die Weltreiche in der Bibel eingefügt.


Tabelle 02 - Die Weltreiche in der Bibel.






Ägyptisches
Reich



Assyrisches
Reich



Babylonisches
Reich



Medopersisches
Reich



Griechisches
Reich



Römisches
Reich



Antichristliches
Reich



Millennium
(Friedensreich)


Letzter
Kampf


Off
17






9-11;
Thutmosis
1.
Haupt/König
gefallen

9-11;
Assurnasirpal
2.
Haupt/König
gefallen

9-11;
Nebukadnezar
3.
Haupt/König
gefallen

9-11;
Kores (Cyrus)
4.
Haupt/König
gefallen

9-11;
Alexander
5.
Haupt/König
gefallen

9-11;
Augustus
6.
Haupt/König
ist da

8-11;
 Gesetzloser   |    Tier (Meer) 
7.
Haupt/König
wird kommen

Off 20,4-7;
JESUS CHRISTUS



8-11;
Satan (Tier)
8.
Haupt/König war der 7.
Off
6





















2;










2The 2




















3-8;











Hes


31,2-11;




















39,1-13;





38,1-13;

Jes
10






5-16;

























Dan 2













32. 37-38;
Haupt
Gold


32. 39;
Brust, Arme
Silber


32. 39
Bauch Lenden
Kupfer


33. 40
Schenkel
Eisen


33. 41-43
Füße
Eisen, Ton


42. 44
Zehen
Eisen, Ton
zehn Könige

34-35. 44-45
Berg
ohne Zutun Stein






Dan 7

















4;
Löwe
Adlerflügel
|
|
|

5;
Bär
auf einer Seite
|
|
|

6;
Panther
vier Köpfe
|
|
|

7;
Ungeheuer
Eisenzähne
10 Hörner
|
|

8;


kleines Horn
Lästermaul
|

11;
dem Feuer
übergeben
|
|
|

13-14;
Menschen-
sohn








Off
13




19
20















V
2;
Löwenrachen




V
2;
Bärenfüße




V
2;
Panthergestalt




V
1;
zehn Hörner




V
3. 14;
zum Tod
geschlachtet
aber geheilt


V
1-2;
7 Köpfe
lebendig im Feuersee
20;







2-6;






7-10;


(Siehe auch den Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist.”)

(Siehe auch die Tabelle 14: „Die Offenbarung - nach Ereignissen gegliedert.”)

(Siehe auch den Exkurs 03: „Das scharlachrote Tier”.)




(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Ist Napoleon III. das 7. Haupt aus Off 17? / Buch EP01, Seite 66f)

Manche sagen nun: Ja, Napoleon I. könnte man wohl als 6. Haupt des Tieres ansehen, nicht aber Napoleon II. (in der Geschichte der III. genannt) als 7. Haupt. Dieser Mann war doch nicht so bedeutend in der Geschichte. Gewiß, der zweite regierende Napoleon war nicht so berühmt wie sein Onkel, der unvergleichliche Heerführer und bezwingende Staatsmann. Aber wenn man die Bedeutung des zweiten regierenden Napoleon richtig würdigen will, dann muß man sich in die Zeit vor hundert Jahren zurückversetzen, als Europa noch das maßgebende Zentrum der Kulturwelt war. Nach dem Sturz Napoleons I. wurde in Paris von Russland, Österreich und Preußen die sogenannte Heilige Allianz geschlossen, die verhindern sollte, dass jemals wieder ein Napoleon in Frankreich auf den Thron käme und dadurch wieder maßgebenden Einfluß auf die Geschichte Europas gewänne. Trotzdem aber wurde Prinz Louis Napoleon nach der Revolution von 1848 in Frankreich wieder Präsident der Republik und 1852 Kaiser der Franzosen. In den 1850er und 1860er Jahren war er tatsächlich der bestimmende Leiter der europäischen Politik, dessen Wort in allen Fragen entscheidend war. Nach seinem Sturz 1870 schreib das damalige Weltblatt, die Londoner „Times”, u. a. folgendes: „Der Sieg der Deutschen bei Sedan bedeutet den Eintritt eines ungeheuren Umschwungs in den Machtverhältnissen und Kräften, welche das politische Leben des europäischen Kontinents gestalten und auf die Geschicke der ganzen Welt einwirken. Die Vernichtung einer großen Armee war ein bedeutsames Ereignis, aber noch mehr wirkte auf das Gemüt der Menschen der schnelle Sturz eines Herrschers, welcher die Geschicke Europas unumschränkter gelenkt hatte, als irgendeiner seit der Zeit des ersten Napoleon. Mit dem Sturz des zweiten regierenden Kaisers Napoleon ist eine Epoche in der europäischen Geschichte zu Ende gegangen.

(Ernst Panzer / www.philadelphia-verlag.com)



Prinz Charles Louis Napoleon Buonaparte, Kaiser der Franzosen (1852-1870), mag ein großer Staatsmann und guter Kaiser der Franzosen gewesen sein, aber das ist auch schon alles. Er besaß kein militärisches Geschick und als Staatsmann war er sich der Grenzen der französischen Macht bewusst und hielt konsequent an einem guten Verhältnis zu allen anderen Staaten, speziell aber zu Großbritannien fest. So beachtlich seine Verdienste im Wirtschafts- und Sozialbereich in Frankreich waren, auf Europa hatte das recht wenig Einfluss. Ihn als „bestimmenden Leiter der europäischen Politik” zu sehen dürfte ebenso fragwürdig sein, wie die Annahme, er wäre des 7. Haupt in der Vision aus Off 17. Napoleon III. war Kaiser von Frankreich und nicht von Europa und Frankreich war auch zu diesem Zeitpunkt kein Weltreich sondern ein normaler europäischer Staat, wie andere auch.

Wenn wir aber aus diesen Prophezeiungen über die Weltreiche der Bibel tatsächlich einen konkreten Hinweis auf unsere heutige Zeit suchen wollen, dann finden wir ihn am ehesten in der Prophezeiung vom Standbild des Nebukadnezar, in Dan 2,32-45.

Der Traum des Königs.

Dan 2,32 Dieses Bild, sein Haupt war aus feinem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Bronze, 2,33 seine Schenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton. 2,34 Du schautest, bis ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände, und das Bild an seinen Füßen aus Eisen und Ton traf und sie zermalmte. 2,35 Da wurden zugleich das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie wurden wie Spreu aus den Sommertennen; und der Wind führte sie fort, und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden. Und der Stein, der das Bild zerschlagen hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde. 2,36 Das ist der Traum. Und seine Deutung wollen wir vor dem König ansagen: Dan 2,32-36;

Die Deutung durch Daniel.

Dan 2,37 Du, o König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels die Königsherrschaft, die Macht und die Stärke und die Ehre gegeben hat 2,38 - und überall, wo Menschenkinder, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels wohnen, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gesetzt -, du bist das Haupt aus Gold. 2,39 Und nach dir wird ein anderes Königreich erstehen, geringer als du, und ein anderes, drittes Königreich, aus Bronze, das über die ganze Erde herrschen wird. 2,40 Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, deshalb weil das Eisen alles zermalmt und zerschmettert; wie das Eisen, das alles zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern. Dan 2,37-40;

Das letzte Königreich vor dem Millennium.

Dan 2,41 Und dass du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast: das wird ein geteiltes Königreich sein; aber von der Festigkeit des Eisens wird etwas in ihm sein, weil du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast. 2,42 Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: zum Teil wird das Königreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich sein. 2,43 Dass du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast: sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen lässt. Dan 2,41-43;

Das Königreich Gottes.

Dan 2,44 Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird. Und das Königreich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird all jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig bestehen: 2,45 wie du gesehen hast, dass von dem Berg ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände, und das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Ein großer Gott lässt den König wissen, was nach diesem geschehen wird; und der Traum ist zuverlässig und seine Deutung zutreffend. Dan 2,44-45;


Bei genauerer Betrachtung, erkennen wir, dass hier immer von Metall die Rede ist. Zuerst Edelmetalle, Gold und Silber, dann das Buntmetall Kupfer (eigentlich Bronze) und zum Schluss das Schwarzmetall Eisen. Dieser Umstand ist nun sicherlich kein Zufall, dennoch wird er in der Exegese meist vernachlässigt.

Diese Metalle unterscheiden sich einerseits im Wert, andererseits in ihrer Härte. Das Gold ist das wertvollste, aber auch das am wenigsten harte Metall. Um es als Schmuckstück verarbeiten zu können, bedarf es einer Legierung mit einem anderen, festeren Metall. Eisen ist das am wenigsten wertvolle, dafür aber das härteste Metall dieser Gruppe.

Dass dieser Umstand bei der Interpretation dieser Prophezeiung eine Bedeutung haben muss, bestätigt uns der Vers Dan 2,39. Dort heißt es: „Nach dir wird ein anderes Königreich aufkommen, geringer als deines”. Hier wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass zumindest das Nachfolgereich des Nebukadnezar – anzunehmenderweise aber auch alle Folgereiche – ebenso wie die Metalle im Wert „geringer” sein werden als seines.

Und hier stellt sich die Frage, worauf dieses „geringer” zu beziehen ist. Die naheliegende Annahme, dass diese Reiche nicht so groß oder so mächtig sein werden wie das Reich Nebukadnezars, ist offensichtlich falsch. Es hat nachher sowohl größere als auch mächtigere Reiche als seines gegeben (Römer, Griechen). Wenn wir nun das andere Ende der „Kette” betrachten, erfahren wir ein anderes Kennzeichen dieser Reiche. Vom vierten, dem Römischen Reich heißt es in Dan 2,40: „das vierte wird hart sein wie Eisen; denn wie Eisen alles zermalmt und zerschlägt, ja, wie Eisen alles zerbricht, so wird es (nämlich dieses Reich / Anm.) auch alles zermalmen und zerbrechen”.

Wir können nun versuchen, folgenden Schluss zu ziehen: Die Reiche werden - wie die Metalle, die sie repräsentieren - im „Wert” immer geringer, in der „Härte” aber immer größer. Was heißt das aber? Hier dürfen wir wahrscheinlich nicht mehr in „Reichen” denken, sondern müssen uns auf die einzelnen Menschen konzentrieren, welche diese Reiche gelenkt und bevölkert haben. Es ist die „Mentalität” dieser Völker, welche hier angesprochen und vermittelt werden soll.

Und wenn wir nun „Wert” und „Härte” mit Moral und Disziplin (bis hin zu Skrupellosigkeit und Brutalität) gleichsetzen, haben wir nicht nur eine relativ brauchbare Erklärung für die Interpretation der „Metalle”, sondern wir erkennen auch gleich – im Unterschied zum „rassischen” Deutungsversuch mancher Ausleger - was mit dem „Ton” im fünften Reich gemeint ist. Es ist jene Mentalität, welche ihre Wert- und Moralvorstellung auf ein Minimum reduziert hat und welcher Verantwortung, Führung und Disziplin schon zu Fremdwörtern geworden sind. Dies bestätigt uns das, in Vers Dan 2,41 und 43 gebrauchte Wort für Ton, nämlich „Ton des Lehms”. Denn „Lehm” heißt im Aramäischen auch „Schmutz”, „Dreck”, im Hebräischen sogar „Kot”.

Ein weiterer Aspekt, der hier selten berücksichtigt wird, ist die Tatsache, dass ja das Standbild zwei Beine hat. Ein linkes und ein rechtes. Es wird wohl manchmal versucht, diesen Umstand auf das West- und Oströmische Reich zu beziehen, doch im Zusammenhang mit der obigen Interpretation auf die Mentalität, die Gesinnung der Menschen dieser Zeit, bietet sich noch eine weitere Möglichkeit.

Gerade in unserer heutigen Zeit ist die „Linke” und die „Rechte” – einmal politisch gesehen – ja täglich in den Schlagzeilen. Es zeigt sich, dass diese beiden Gesinnungsgruppen – obwohl sie ja schon seit langem bestehen - sich in zunehmendem Maße polarisieren. Bei den Linken sind es

-  Sozialdemokraten, Kommunisten, Grüne, Linksextreme (RAF, Brigate rosse etc.),

bei den Rechten

-  Christdemokraten, Konservative, Liberale/Freie Demokraten, Rechtsextreme (Nationale, Skinheads etc.).

So wie es heute aussieht, wird sich diese Polarisierung, die wir in allen Ländern Europas beobachten können, in den nächsten Jahren eher noch verstärken. Und möglicherweise ist auch dies ein Inhalt dieser Prophezeiung. Und wenn wir dann noch die „eiserne” Geisteshaltung in diesen Gesinnungsgruppen berücksichtigen, dürfte es zur Zeit dieses „Schenkelreichs” eher zu einer Eskalation denn zu einer Einigung kommen.


Das „Zehenreich” repräsentiert dann den zweiten, dämonischen Antichristen, das „Tier aus dem Meer”.

(Siehe auch den Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist.”)