Diskurs 18 - Die Vergebung: Gottes und der Christen Geschäft?




Die Vergebung: Gottes und der Christen Geschäft? / Buch Ernst Panzer 00, Seite 55ff

Der barmherzige Samariter: Bestimmt der Überfallene, wer sein Nächster ist? / Replik Dr. Monika v. Sury 00, 2005-09-27

Wer ist die Person des "Nächsten" in der Bibel? / Kommentar Doris Höger 00, 2011-01-16

Tabelle: Die zehn Gebote Gottes und jene der katholischen Kirche

Vergebung - auch wenn der Schuldige gar keine Vergebung will? / Kommentar Doris Höger 01, 2011-01-16


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Die Vergebung: Gottes und der Christen Geschäft? / Buch EP00, Seite 55ff +))

„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!”

Ich kann mir nun gut denken, daß Sie meine bisherigen Ausführungen duldend hingenommen haben. Aber genaugenommen hinterlassen sie bei Ihnen doch ein gewisses Unbehagen. Ja, vielleicht löst es sogar ein leichtes Seufzen aus. Das vor allem, weil eine solche Handhabe gegen unser Gerechtigkeitsempfinden läuft. Vom Evangelium her sind wir auf Recht und Gerechtigkeit ausgerichtet worden. Und in diesem Fall sollen nun diese Maßstäbe wieder ausgeschaltet werden. Wir selbst ringen um einen ordentlichen Wandel. Andere tun es nicht, ja, sind dadurch an uns schuldig geworden. Und nun sollen wir da einfach vergeben. Das bedeutet, wieder Recht und Gerechtigkeit aufgeben und Unrecht über sich ergehen lassen, ja sogar akzeptieren! Und gerade das geht bei uns so gegen den Strich, gegen unser Gerechtigkeitsempfinden. Genau das ist es auch, was uns die Vergebung dem anderen gegenüber hauptsächlich so schwer macht.

Doch um nun auch noch über diese Hürde zu kommen, müssen wir jetzt auf die rechte Schuldaufrechnung zugehen. So fragen wir: Wie wird vor Gott eigentlich Schuld aufgerechnet? Wie kann er überhaupt vergeben?

Nun, das eine muß allem anderen vorausgestellt werden: Vor unserem Gott gibt es keine billige Gnade. Es ist eine glatte Unterstellung, wenn Verkündiger behaupten: Vergeben sei „Gottes Geschäft”! Nein, bei unserem Gott gibt es eine solche billige Handhabe nicht. Im Gegenteil, bevor unser Gott überhaupt vergeben konnte und kann, mußte erst einmal für alle Schuld und Sünde ein Sühnopfer gebracht werden. Wie wir wissen, hat dieses unser Herr und Heiland Jesus Christus auf Golgatha gebracht. Aufgrund dieses Opfers konnte der dreimalheilige Gott überhaupt die große Generalamnestie gewähren, und kann er nun vergeben. Nun aber hat der Sohn Gottes für die Sünden der ganzen Welt gesühnt, d. h. hat sie alle mit seinem teuren Blut bezahlt, und nun kann er auch alle Schuld erlassen, ja Sünde und Schuld vergeben und den Sünder begnadigen.

Um dann aber diese freigewordene Gnade vor Gott persönlich zu erlangen, bedarf es von Seiten des Schuldners noch immer der Einsicht, des Bekenntnisses und der Bitte um Vergebung. Wie sagt es uns der Apostel Johannes in seinem 1. Brief: „So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend” (1,8+9). Jawohl: Einsicht, Bekenntnis und Bitte um Vergebung! Das ist nun mal der gebotene Weg, um sowohl vor Gott als auch vor Menschen zur Vergebung zu kommen. So ist es auf Grund des Sühnopfers von Golgatha möglich.

+) Dieser Auszug ist dem Buch von E. Panzer: „Jesu Reichsgebet – Das Vaterunser”, erschienen im Philadelphia-Verlag, entnommen.
(Ernst Panzer / http://www.philadelphia-verlag.com)



Am Ende seiner Ausführungen über die 5. Bitte im Vaterunser weist E. Panzer hier zu Recht und sehr klar auf einen Umstand hin, welcher von vielen Auslegern – bewusst oder unbewusst – völlig ignoriert wird. Nämlich die simple Tatsache, dass Vergebung immer eine Holschuld ist. Es liegt in der Natur des Vergebens, dass es nur auf die Bitte des Schuldigen hin gewährt werden kann. Dann aber ist es die Verpflichtung des Christen Vergebung zu gewähren, nach dem Grundsatz: Vergebung erlangt, wer Vergebung verlangt. Auch der Gläubige selbst muss ja seine Schuld im Gebet vor Gott bringen und um ihre Vergebung bitten und darf dann aber mit dieser Vergebung auch rechnen.

Ebenso wie jene fragwürdigen Verkündiger, welche der Autor oben zitiert, meinen, Vergeben sei Gottes „Geschäft”, ist auch in manchen Kreisen die Ansicht verbreitet, dass aufgrund dieses Gebotes jeder Christenmensch verpflichtet sei, alle und jede Schuld die an ihm begangen wurde, sogleich und ohne auch nur die geringste Äußerung des Schuldigen zu vergeben. Man stellt dies also als eine Art Freibrief für jedermann dar, gläubigen Christen Schaden zufügen zu können und immer auch gleich – sozusagen automatisch – die Vergebung dafür zu erhalten.

Dabei wird jedoch völlig übersehen, dass Vergebung immer erst die Reaktion auf ein Verlangen sein kann, nämlich auf das Verlangen nach Vergebung. Solange dieses Verlangen nicht zum Ausdruck gebracht wurde, kann Vergebung nicht stattfinden, ähnlich wie man keine Antwort auf eine Frage geben kann, die nie gestellt wurde.

Und dieses Prinzip ist durchaus schriftkonform, wenn wir uns die betreffenden Schriftstellen ansehen. Da haben wir zuallererst jenes Gebet, das uns der Herr zu beten gelehrt hat:

Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben.

Mt 6,9 Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; 6,10 dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden! 6,11 Unser tägliches Brot gib uns heute; 6,12 und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; 6,13 und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen! - 6,14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; 6,15 wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben. Mt 6, 9-15;


Hier ist natürlich vor allem darauf hinzuweisen, dass wir unsere Schuld von Gott nur dann und insoweit vergeben bekommen, als wir unseren Schuldnern ihre Vergehungen auch vergeben haben. Dann allerdings muss ganz eindeutig klargestellt werden, dass wir bei diesem Gebet ja unsere Bitte zum Ausdruck bringen, dass uns unsere Schuld vergeben werde. Und daher gilt auch für unsere Schuldner – analog zu obigem Zusammenhang – dass wir deren Vergehungen nur dann vergeben können, wenn dies von ihnen ausdrücklich verlangt oder erbeten wird.

Sehen wir uns nun verschiedene Aussagen an, welche uns der Herr im Hinblick auf die Vergebung hinterlassen hat. Da ist einmal die berühmte Frage des Petrus: „Wie oft soll ich vergeben”:

Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben?

Mt 18,21 Dann trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal? 18,22 Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal siebenmal! Mt 18,21-22;


Und hier ist nicht daran zu zweifeln, dass dieses „… bis siebzig mal sieben” nicht 490 Mal bedeutet, sondern schlicht und einfach „immer”. Jeder gläubige Christ muss also seinem Bruder, der gegen ihn sündigt, immer wieder vergeben. Doch was hier bei der Auslegung in der weiteren Folge oft nicht berücksichtigt wird, ist jenes Gleichnis, welches der Herr dem Petrus hier zur Verdeutlichung erzählt.

Der Knecht nun fiel nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir.

Mt 18,23 Deswegen ist es mit dem Reich der Himmel wie mit einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. 18,24 Als er aber anfing, abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente schuldete. 18,25 Da er aber nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen. 18,26 Der Knecht nun file nieder, bat ihn kniefällig und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen. 18,27 Der Herr jenes Knechtes aber wurde innerlich bewegt, gab ihn los und erließ ihm das Darlehen. 18,28 Jener Knecht aber ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Und er ergriff und würgte ihn und sprach: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist! 18,29 Sein Mitknecht nun file nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir bezahlen. 18,30 Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er die Schuld bezahlt habe. 18,31 Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war. 18,32 Da rief ihn sein Herr herbei und spricht zu ihm: Böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest. 18,33 Solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe?18,34 Und sein Herr wurde zornig und überlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war. 18,35 So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt. Mt 18,23-35;


Wir sehen, dass in beiden Fällen der jeweilige Schuldner „… bat und sprach: Habe Geduld mit mir”. Es geht also auch hier eindeutig aus dem Zusammenhang hervor, dass der Herr keinesfalls an eine Vergebung nach dem Gießkannenprinzip gedacht hatte, sondern dass Vergebung immer vom Schuldigen erbeten werden muss. Dies ist die eine aber auch die  einzige Bedingung für Vergebung: sie muss erbeten werden.

Nun ist es schon richtig, dass auch dies für manche Gläubige so einfach nicht ist. Aber gerade hier hilft uns die obige Erkenntnis bei der Bewältigung dieses Problems. Eine langjährige Erfahrung zeigt nämlich, dass Mitmenschen, welche in absolut böser Absicht anderen geschadet haben, sich kaum zu einer Entschuldigung, geschweige denn zu einer Bitte um Vergebung durchringen können. Hier kommen dann bestenfalls Äußerungen wie: „Einen Teufel werde ich tun und mich entschuldigen!”, wie unlängst aus dem Mund einer prominentem deutschen Politikerpersönlichkeit zu vernehmen war. Und damit kommen aber auch wir nicht in die Verpflichtung, ihnen zu vergeben. Bei allen jenen unserer Schuldner, welche diesen Schritt nicht scheuen, können wir aber in den meisten Fällen gewiss sein, dass sie ihre Tat bereuen und daher unserer Vergebung würdig sind.

Bleibt zu diesem Thema noch ein Letztes zu sagen: die Bitte „Vergib uns unsere Schuld, (so) wie auch wir vergeben unseren Schuldnern” könnte natürlich auch so ausgelegt werden, dass hier nicht nur ein quantitativer Vergleich gemeint ist (Gott vergibt mir im gleichen Ausmaß wie auch ich vergebe), sondern auch eine qualitative Wertung (Gott vergibt in der selben Weise wie ich auch vergebe) zu berücksichtigen wäre. Und dies könnte u. a. bedeuten: Wenn ich nur auf eine Bitte hin vergebe, vergibt mir Gott auch nur auf meine Bitte hin. Vergebe ich aber auch ohne Bitte, vergibt mir Gott ebenfalls ohne Bitte um Vergebung.

Diese Interpretation wäre zwar semantisch durch den vorangegangenen Text in Vers Mt 6,10 gedeckt, wo es heißt „… dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden”. Dies ist eindeutig ein qualitativer Vergleich: der Wille Gottes möge auf Erden in gleicher Weise geschehen wie im Himmel und es steht hier auch dasselbe grie. Wort („os” = wie), welches wir auch in unserem Text stehen haben (wie auch wir…). Demnach würde sich die Art der Vergebung durch Gott danach richten, wie wir vergeben: gefragt oder ungefragt.

Doch wie wir in im ersten Brief des Johannes lesen, findet diese Ansicht in der Schrift keine inhaltliche Bestätigung.

Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt.

1Jh 1,7 Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. 1,8 Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. 1,9 Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. 1,10 Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. 1Jh 1, 7-10;


Dies ist die Vorgangsweise des Herrn, dass er uns unsere Sünden vergibt, wenn wir sie bekennen. Die schriftkonforme Voraussetzung für die Vergebung durch Gott ist also: Schuld erkennen und Schuld bekennen, dann können wir mit Vergebung rechnen. Und unter uns Menschen ist es nicht anders.

Es ist jedoch heutzutage ohnehin so, dass es gerade noch – wenn überhaupt – die Gläubigen sind, welche Vergebung auch untereinander suchen und erhalten. Unter den weltlichen Menschen werden sogar ganz offensichtliche Fehler totgeschwiegen, denn eine Entschuldigung käme ihrer Meinung nach ja einem Eingeständnis der eigenen Schwäche gleich und wird daher gar nicht erst in Erwägung gezogen. Doch wie bereits erwähnt, hat das zur Konsequenz, dass ihnen eben nicht vergeben werden kann und sie daher alle diese Schuld – egal wie groß oder klein sie auch sein mag - letzten Endes vor Gott zu verantworten haben.

Ebenso wie nun die Verpflichtung des Christen zur Vergebung der Schuld oft in unzulässiger Weise verallgemeinert wird, wird auch das Gleichnis des Herrn vom barmherzigen Samariter in seiner Aussage über den „Nächsten” bewusst oder unbewusst in seiner Bedeutung verkehrt und das Gegenteil von dem behauptet, was der Herr eigentlich sagen wollte.

Hier einmal das Gleichnis in seinem vollen Wortlaut:

Der barmherzige Samariter.

Lk 10,25 Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? 10,26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? 10,27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« 10,28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.

10,29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? 10,30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen.

10,31 Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. 10,32 Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. 10,33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; 10,34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. 10,35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir es bezahlen, wenn ich wiederkomme.

10,36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? 10,37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen! Lk 10,25-37;


Dieses „Gesetz”, von dem der Herr hier in Lk 10,26 spricht, ist die Thora, das Buch Moses (konkret: 5. Mose 6,5 bzw. 3. Mose 19,18), auf welches er sich auch in Mt 22,37-40 bezieht.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Mt 22,35 Und es fragte einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, und versuchte ihn und sprach: 22,36 Lehrer, welches ist das größte Gebot im Gesetz? 22,37 Er aber sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. » (5. Mose 6,5). 22,38 Dies ist das größte und erste Gebot. 22,39 Das zweite aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» (3. Mose 19,18). 22,40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Mt 22,35-40;


Wie der Herr hier sagt, hängen an diesen zwei Geboten - der Gottes- und der Nächstenliebe - das ganze Gesetz (alle Gebote Gottes) und die Propheten. Es ist daher von allergrößter Wichtigkeit, diese Aussagen richtig zu interpretieren und zu verstehen. Und dennoch ist das obige Gleichnis vom barmherzigen Samariter mit seiner Aussage über die Person des „Nächsten” wahrscheinlich jenes, welches aufgrund oberflächlicher Betrachtungsweise in der Welt am meisten missverstanden wurde und wird. Bei diesem Missverständnis handelt es sich – um dies vorwegzunehmen – nicht um die Aufforderung barmherzig und hilfsbereit zu sein. Dies ist richtig und wichtig und geht ganz klar aus der Aussage des Herrn am Ende des Gleichnisses, in Vers Lk 10,37 hervor.

Das Missverständnis beruht vielmehr darauf, dass die Antwort auf die Frage des Schriftgelehrten falsch interpretiert wird. Und auch manche Ausleger verstricken sich im Text des Gleichnisses und beantworten mit aller Ausführlichkeit die Frage, warum Priester und Levit - im Gegensatz zu dem Samariter - dem Überfallenen nicht geholfen haben, ohne der eigentlichen Frage dieses Gleichnisses: „Wer ist mein Nächster” bzw. „Wen muss ich lieben wie mich selbst” das erforderliche Augenmerk zu schenken.

Die landläufige Meinung – welche durch Sozialeinrichtungen aller Art verständlicherweise aufgegriffen und weiterverbreitet wird – ist, dass wir hier von Gott aufgefordert werden, alle Armen und Hilfsbedürftigen so zu lieben wie wir uns selbst auch lieben, und ihnen aus dieser unserer Liebe eine entsprechende Hilfe und Unterstützung zuteil werden lassen.

Wenn wir uns nun aber diesen Text genauer ansehen, erkennen wir eine etwas andere Aussage. Dort heißt es nämlich in der abschließenden Frage des Herrn an den Schriftgelehrten:

„Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war?”

Er wird also gefragt, wer der Nächste ist – und zwar der Nächste für den, der unter die Räuber gefallen war. Dies sollte dann die Antwort auf seine Frage aus Vers Lk 10,29 sein: „Wer ist denn mein Nächster?”

Gleichzeitig ist dies aber auch die Konkretisierung der Person des „Nächsten” aus dem zweiten Gebot - nach dem Gebot der Gottesliebe - und bezeichnet für uns Christen jene Menschen, welche wir lieben sollen wie uns selbst. Und hier erkennen wir in der obigen Frage des Herrn – und der Antwort des Schriftgelehrten - einen Unterschied zur gängigen Interpretation.

Der Herr fragt, wer der Nächste geworden ist jenem Menschen, der unter die Räuber gefallen war. Und der Schriftgelehrte antwortete: „Der die Barmherzigkeit an ihm tat”. Daher ist nicht der Hilfsbedürftige der Nächste des Samariters gewesen, sondern umgekehrt, der Samariter hat sich durch seine Hilfe als der Nächste des Überfallenen erwiesen.

Daraus ergibt sich aber die Konsequenz, dass hier nicht den „Samaritern” – also den Helfern – geboten wird, die Armen und Hilfsbedürftigen „wie sich selbst zu lieben”. Sie sollen wohl barmherzig sein und ihnen helfen. Damit stellen sie ja letztendlich unter Beweis, dass auch sie diese Bedürftigen lieben. Aber es sind jene Bedürftigen, denen von ihnen geholfen worden ist, welche – nach diesem Gebot Gottes – aufgefordert werden, ihre Helfer zu lieben „wie sich selbst”.

Und hier erkennen wir auch den Unterschied zum säkularisierten Verständnis. Während dieses versucht – in Umkehrung des Wortsinnes – den Eindruck zu vermitteln, dass in diesem Gleichnis der Überfallene der Nächste des Samariters ist und postuliert, dass die Armen der ganzen Welt die „Nächsten” der Wohlhabenderen sind, meint der Herr hier einerseits die ganz persönliche Hilfe in unserer unmittelbaren Umgebung und gebietet andererseits jenen, denen geholfen worden ist, ihre Helfer zu lieben „wie sich selbst”.

Das Gebot der Nächstenliebe ist also nach den Worten des Herrn in diesem Gleichnis: Liebe die Menschen, welche dir geholfen haben und zeige ihnen ebenso deine Liebe wie sie dir ihre Liebe gezeigt haben, indem sie dir geholfen haben. Nächstenliebe ist also daher keine Kategorie des Mitleids sondern eine solche der Dankbarkeit.

Und wie leicht erkennbar, gilt dieses Gebot nicht nur für Arme und Bedürftige. Es gilt auch für uns, die wir nicht bedürftig sind, indem auch wir allen jenen, welche uns im Leben geholfen haben - Eltern, Geschwister, Verwandte, Bekannte, Freunde und auch Fremde, welche uns in einer Notsituation beigestanden sind - persönlich dankbar sein und sie lieben sollten, wie wir uns selbst lieben. Sie alle sind unsere Nächsten.

Schließlich könnte sich noch die Frage stellen, was denn das eigentlich meinen sollte: „lieben (…) wie dich selbst”. Doch die Antwort darauf dürfte nicht wirklich schwer sein: alles, was ich mir zugestehe – von den materiellen Dingen, welche ich mir leiste, bis hin zu meinen Fehlern, die ich toleriere – das alles sollte ich auch diesen meinem Nächsten – materiell oder ideell - zugestehen. Und damit beantwortet sich gleichzeitig auch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit: Was ich mir selbst nicht leisten kann oder will, das muss ich - nach dieser Definition - auch bei meinem Nächsten nicht akzeptieren.

Mit dem abschließenden Hinweis oben, in Lk 10,37: „So geh hin und tu desgleichen” bedeutet der Herr dem Schriftgelehrten gleichzeitig, dass seine Fragestellung eine falsche war. Nicht „Wer ist mein Nächster?” muss die Frage lauten, sondern „Wem soll ich sein Nächster sein?”

Wie man sieht, ist dieses Gesetz das Gebot an die Menschen, sich gegenseitig zu lieben. Einmal, indem man dem Bedürftigen hilft und sich damit als sein Nächster zu erkennen gibt, das andere Mal, wenn einem selbst geholfen wurde, indem man diesen Barmherzigen, seinen Nächsten, liebt, auch und insbesondere dafür, dass er einem geholfen hat.

Dies führt uns auch Paulus noch einmal im Römerbrief vor Augen.

So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

Röm 13,9 Denn was da gesagt ist (2. Mose 20,13-17): »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19,18): »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« 13,10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Röm 13, 9-10;


Und hier schließt sich wieder der Kreis zum ersten Gebot, dem der Gottesliebe. Denn wenn wir den lieben, der gegen uns barmherzig ist, so ergibt sich daraus automatisch, dass wir auch den lieben werden, der vom Anbeginn barmherzig zu uns war, der uns geschaffen hat und der jeden Tag aufs Neue zu uns barmherzig ist, indem er die Sonne über Gute und Böse aufgehen lässt.

Dies ist genau jener Umstand, der seit Adam und Eva von den Menschen nur wenig bedacht wird. Hätten sich die ersten Menschen bei ihrer Entscheidung Gott oder dem Teufel zu glauben, daran orientiert, wer denn eigentlich ihr „Nächster” ist, wer sie selbst erschaffen und alles was um sie herum war für sie in die Welt gesetzt hat, dann hätten sie zwangsläufig erkannt, dass es Gott war, der das Beste für sie wollte und nicht der Satan, der selbst ein Geschöpf Gottes ist und bis zu diesem Zeitpunkt keine Hand für sie gerührt hatte.

Und so erkennen wir auch den Hintergrund der Aussage des Herrn in Mt 22,39, der von diesen beiden Geboten der Gottes- und der Nächstenliebe sagt, dass sie „gleich” seien, und dass an ihnen das ganze Gesetz und die Propheten hängen.



Die Vergebung.

Ähnlich wie die Nächstenliebe, ist auch die Vergebung eines jener Gebote des Herrn, welche von der katholischen Kirche den Menschen Jahrhunderte lang völlig falsch gelehrt wurde. Der Herr gebietet uns in Mt 18,21-22, dass wir dem Bruder 490 Mal am Tag vergeben müssen. Und das wurde und wird nun bis heute so ausgelegt, dass ein Christ allen anderen Menschen immer und überall alles vergeben müsste.

Wenn wir aber diese Aussage des Herrn genauer lesen, so erkennen wir einen doppelten Fehler in dieser katholischen Lehre: erstens spricht der Herr hier nicht von "allen Menschen", sondern von unserem Bruder (Mt 12,50), also einem rechtgläubigen Christen so wie wir, dem wir vergeben müssen. Und damit sind alle Gottlosen und Götzendiener dieser Welt von diesem Gebot ausgeschlossen!

Die zweite, wesentlich hinterhältigere Umdeutung, ist die Verkehrung der Bedeutung einer Vergebung. Eine Vergebung ist wie eine Bitte: sie muss ausgesprochen werden, um erfüllt werden zu können. Doch in der katholischen Kirche lehrt man, allen und alles ungefragt zu vergeben.

Dabei hat uns unser Herr Jesus Christus in Lk 17,4 gerade das erklärt, als er sagte: Wenn er "zu dir umkehrt und spricht: 'Ich bereue es', so sollst du ihm vergeben". Und das werden wir in der heutigen gottlosen Welt schwerlich erleben, aber auch unter den Christen ist es eher die Ausnahme, dass ein Bruder umkehrt, bereut und um Vergebung bittet.




(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Der barmherzige Samariter: Bestimmt der Überfallene, wer sein Nächster ist? / Replik MvS00, 2005-09-27)

Ich lese den Text folgendermassen: 1. Es ist es nicht der Helfende, der bestimmt, wem er Nachbar ist sondern der, dem geholfen wird bestimmt, wen er als Nachbarn betrachtet. 2. Ausschlaggebend ist hier, dass ein SAMARITER einem Juden (meine Annahme) hilft - „geh und tu das selbe” war m. E, eine Ohrfeige für den Schriftgelehrten: nicht nur weil ihm ein Samariter als Vorbild hingestellt wird, sondern auch weil er dasselbe tun soll : Menschen zu Hilfe kommen, mit denen er nichts am Hut hat. „Nächster” sind wir nicht automatisch, sondern wir werden es erst durch unser konkretes Handeln (1 Joh 3:18). Man kann annehmen, dass der Ueberfallene nach diesem Zwischenfall seine Meinung über die Samariter gründlich geändert hat. Beide haben eine Lektion gelernt. Der Schriftgelehrte: ein Mensch in Not - wer auch immer er sein mag - ist mein Nächster. Der Ueberfallene: Ein Fremder kann mir näher sein als Einer aus meinen eigenen Reihen.

Dr. Monika von Sury - Royal Line info@royalline.ch / http://www.royalline.ch/d/traduction.asp



Ich freue mich, dass wir uns hier völlig einig sind, dass der Samariter der „Nächste” ist und nicht der Überfallene, wie uns die katholische Kirche, manche andere Amtskirchen und natürlich auch alle Sozialorganisationen - aus nicht ganz uneigennützigen Gründen - einreden wollen.

Man versucht hier bei der Auslegung oft viel herumzuphilosophieren: warum der Priester und der Levit vorbeigegangen sind, warum ausgerechnet der Samariter geholfen hat, was der Überfallene gedacht oder nicht gedacht hat usw. Das alles ist interessant und man kann das natürlich beargumentieren und es ist durchaus auch ein Hintergrund dieses Gleichnisses.

Doch wie auch Sie oben bestätigen, geht es in diesem Gleichnis in aller erster Linie um das zweite Gebot und jene Frage, welche der Schriftgelehrte am Beginn an den Herrn richtet: „Wer ist denn mein Nächster?” und die Antwort des Herrn darauf:

Lk 10,36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? 10,37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen! Lk 10,36-37;


Auch aus Ihrer obigen Argumentation: „der, dem Geholfen wird bestimmt, wen er als Nachbarn betrachtet”, ist dann in der Folge abzuleiten, dass gemäß dem zweiten Gebot eben der, dem geholfen wird, seinen Nächsten - also den Samariter - lieben muss wie sich selbst und nicht umgekehrt, dass die Helfer die Notdürftigen (fälschlicherweise als „Nächste” bezeichnet) zu lieben haben, wie man uns das weltweit einreden will.

Allerdings sehe ich hier nicht wie Sie, die Hilfsbedürftigen als Agierende, welche bestimmen können wer ihr Nächster ist, den sie lieben sollten, und wer nicht. Dies würde ja bedeuten, dass ein undankbarer Zeitgenosse alle Hilfe verlangt die er bekommen kann ohne irgendjemand als seinen Nächsten sehen zu müssen. Und genau dies ist ja die Situation, welche wir gegenwärtig durch die sinnverkehrte Verbreitung dieses Gebots in der Welt haben. In manchen Ländern der dritten Welt wird alle Hilfe des Westens gerne angenommen, doch diese Leute fühlen sich dadurch in keiner Weise verpflichtet. Im Gegenteil, die Helfer werden ausgeplündert und sogar ermordet, wie die Missionare im Sudan, die Klöster in Südafrika und Indonesien und Mitglieder der Hilfsorganisationen in Afghanistan und im Irak.

Es kann also nicht in der Entscheidungsgewalt des Hilfsbedürftigen liegen, zu bestimmen, wer sein Nächster ist, sondern es ist die Entscheidung des Helfers, diesen Leuten Unterstützung zu gewähren, welche dieses Gebot des Herrn erfüllt und ihn damit zum Nächsten des Hilfsbedürftigen macht.

Ihre Aussage:

der, dem geholfen wird bestimmt, wen er als Nachbarn (Nächsten) betrachtet”,

müsste also korrekterweise lauten:

der, der geholfen hat ist dadurch zum Nächsten des Überfallenen geworden.


Es ist daher der Samariter durch seine aktive Hilfeleistung der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war. Und wenn es im 2. Gebot heißt „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst”, heißt das in der Folge, du sollst jene, die dir Nächste geworden sind, weil sie dir geholfen haben, lieben wie dich selbst.


Die Nächstenliebe.

Ähnlich, wie die falsche Interpretation der "geringsten meiner Brüder" aus Mt 25,40, ist die völlige Sinnumkehr des biblischen Begriffes der "Nächstenliebe" durch Kirchen, Prediger und Hilfsorganisationen, eine der größten Betrügereien, um bei leichtgläubigen Zeitgenossen Mitleid zu erregen und ohne viel Aufwand Spendengelder zu scheffeln.

Nach den Worten des Herrn Jesus Christus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, ist das Gebot der Nächstenliebe nicht die Liebe und Unterstützung von Hilfsbedürftigen, wie uns das die scheinheilige katholische Kirche immer wieder einreden will, sondern es ist – umgekehrt – die Liebe zu jenen Menschen, welche uns geholfen haben.

In diesem Bibeltext fragt ein Zuhörer den Herrn, wer denn dieser "Nächste" sei, den man lieben sollte. Und der Herr erzählt ihm dieses Gleichnis, in welchem ein Mann überfallen und ausgeraubt wurde und verletzt auf der Straße liegt. Zwei jüdische Kleriker gingen achtlos an ihn vorüber und erst ein Mann aus Samarien, der als Dritter an ihm vorbeikam, hat ihm geholfen.

Und aus diesem Gleichnis leitet nun der Herr in Lk 10,36-37 die Antwort auf die Frage ab, wer denn der Nächste eines Menschen sei:

"Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!"

Der Samariter ist also der "Nächste" dieses Verletzten. Und deshalb muss auch dieser Verletzte den Samariter – den Nächsten (Mt 22,39) – lieben, weil der ihm geholfen und ihn versorgt hat. Daher lautet also das Gebot der Nächstenliebe: Liebe jene Menschen, welche dir geholfen haben und zeige ihnen ebenso deine Liebe wie sie dir ihre Liebe gezeigt haben, indem sie dir behilflich waren.

Die Nächstenliebe ist daher keine Kategorie des Mitleids sondern eine solche der Dankbarkeit.

Das ist es also, was dieses Gleichnis des Herrn Jesus besagt. Und es sagt auch: wenn jemand persönlich zu dir kommt oder du ihm persönlich begegnest und er dich persönlich um deine Hilfe bittet oder du siehst, dass er persönlich hilfsbedürftig ist, dann sollst du ihm, als rechtgläubiger Christ, persönlich helfen. Und er sollte dich dann, als rechtgläubiger Christ – nach Mt 22,39 –, aus Dankbarkeit persönlich lieben, wie er sich selbst liebt.

Wer das nicht bedenkt, unterstützt Gottlose, Götzendiener, Verbrecher und Terroristen! (Lk 9,60)

Das ist nun etwas ganz Anderes, als diese Spendenaktionen für Flüchtlinge, welche wir nie kennen lernen und die gar nicht wissen, wer ihnen geholfen hat. Dabei wird das meiste Geld nicht für die Flüchtlinge, sondern für Gehälter, Logistik und andere Aufwendungen dieser "Hilfsorganisationen" ausgegeben.

In der Vergangenheit hat sich die katholische Kirche mit fremden (Spenden‒) Geldern als große Helferin deklariert und die Menschen haben aus Dankbarkeit den götzendienerischen ("Maria", verstorbene "Heilige") katholischen Glauben angenommen.

In Zukunft werden die moslemischen Flüchtlinge – und ihre vielen Kinder! – eher das Gegenteil tun. Sie werden – ähnlich, wie einst die katholische Kirche die Indios in Südamerika bei sonstiger Todesstrafe zum katholischen Glauben gezwungen hat – mit demokratisch legitimierter Mehrheit in den Parlamenten, die Katholiken per Gesetz zwingen, zum Islam zu konvertieren.

Dieser Trend zeigt sich aber auch schon in der Gegenwart, wo gottlose "Gutmenschen" und politisch korrekte Leute die Christen per Gesetz zwingen wollen, das Symbol des Christentums – das Kreuz – aus ihrer öffentlichen Umgebung zu entfernen.




(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Wer ist die Person des "Nächsten" in der Bibel? / Kommentar Doris Höger 00, 2011-01-16)

Mit großem Interesse habe ich Ihre Website gelesen. Dabei haben sich einige Fragen aufgetan, die ich gerne mit Ihnen diskutieren würde, wenn Sie die Zeit und Lust dafür aufbringen möchten.

Die Auslegung über die Nächstenliebe in dem Gleichnis des barmherzigen Samariters kann ich nicht teilen. Jesus Christus hat immer wieder seine Lehre betont: „Liebet einander!” Liebet all eure Brüder und Schwester, tut Gutes all euren Mitmenschen! ER hat nie dezidiert gesagt, liebet nur die, die euch Gutes getan haben, denn das sind eure Nächsten.

Gott sagt uns in Seinen Geboten Folgendes:
Das 8.Gebot: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider (gegen) deinen Nächsten.” (Du sollst nicht lügen.) Das 9.Gebot: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.”
Das 10.Gebot: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, … noch (auch nicht) alles, was dein Nächster hat.” (2.Mose 20/1-17)

Ist dieser "Nächste" ein Anderer, oder der "Nächste", der auch bezüglich der Nächstenliebe gemeint ist? Wenn es derselbe "Nächste" ist, frag ich mich; nach dieser Interpretation, müsste das wohl so ausgelegt werden: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider dem Menschen, der Dir Gutes getan hat. Folgerung, alle Anderen darfst du anlügen… Und begehren darfst Du alle verheirateten Frauen, die nicht mit Deinen Freunden oder Menschen, die Dir Gutes getan haben, verheiratet sind.

Wie passt diese Auslegung zu folgenden Worten von Jesus Christus?: „Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.” Dann werden ihn die Gerechten fragen: „Herr, wann haben wir das für dich getan ?” Die Antwort von Jesus lautete: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern (euren Mitmenschen), das habt ihr mir getan.”

Dann aber wird er zu den vielen anderen Menschen sagen: „Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln ! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen, und ihr habt mich nicht besucht.” Auch sie werden ihn fragen: „Wann soll denn das gewesen sein ?” Dann wird er ihnen antworten und sagen: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.”


doris@hoeger-healing.at   /  Höger-Healing



Danke für Ihren Besuch bei Immanuel.at und Ihren interessanten Kommentar.

Zuerst einmal zur Klarstellung: Wenn Sie schreiben: „Jesus Christus hat immer wieder seine Lehre betont: 'Liebet einander!' Liebet all eure Brüder und Schwestern”, dann gehen wir durchaus konform. Das sind die Aussagen des Herrn. Ihre anschließende Folgerung: „tut Gutes all euren Mitmenschen!” ist nach meiner Erkenntnis keine Aussage des Herrn und da müssten Sie mir die Bibelstelle angeben, wo Sie das gelesen hätten.

Diese Gleichsetzung der Brüder und Schwestern des Herrn mit "allen Menschen" rührt von einer oberflächlichen Betrachtung des jeweiligen Textes. Der Herr sagt uns ganz konkret, wen von den Menschen er als seine Brüder und Schwestern betrachtet:

Wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder und meine Schwester.

Mt 12,49 Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder! 12,50 Denn wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. Mt 12,49-50;


Hier muss ich sicherlich nicht nachweisen, dass etwa 95% der Menschheit - das sind etwa 6,5 Milliarden Menschen - dieses Kriterium nicht erfüllt. Wie schon unser Herr Jesus Christus sagte:

Breit ist der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen.

Mt 7,13 Geht hinein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen. 7,14 Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden. Mt 7,13-14;


Es sind also nur jene Menschen als Brüder und Schwestern des Herrn anzusehen, welche den Willen des Vaters im Himmel tun. Das heißt, es handelt sich hier ausschließlich um rechtgläubige Christen, welche vom Herrn aufgefordert werden, einander zu lieben und keinesfalls um "alle eure Mitmenschen".

(Siehe auch Diskurs 99: „Das Weltgericht: Wer sind „die geringsten meiner Brüder” in Mt 25,40?”)


Diese falsche Sicht der Dinge - "alle Menschen sind Brüder in Christus" - wurde großteils von der katholischen Kirche in den vergangenen Jahrhunderten verbreitet. Anfangs sicher unbeabsichtigt, weil sie - wie auch viele Katholiken heute - den Texthintergrund nicht verstanden haben. Später dann aber mit Berechnung, um mehr Mitglieder zu werben. Die Leute haben dann für diese "Bruderschaft" eine ordentliche Spende abgeliefert und schon waren sie "Brüder des Herrn".

Heutigentags ist die katholische Kirche auf eine andere Methode umgestiegen. Man bemüht sich in der Interreligiösen Ökumene die Menschen über ihre Religionen in den Griff zu bekommen. Dabei öffnet sich die katholische Kirche für alle Religionen, damit diese dann in den Schoß der "einen und einzigen katholischen Kirche" eingehen können.

(Siehe auch den Diskurs 91: „Die interreligiöse Ökumene: Sind die Religionen nur verschiedene Wege zum Heil?”)


Frau Höger schreibt dann:

„ER hat nie dezidiert gesagt, liebet nur die, die euch Gutes getan haben, denn das sind eure Nächsten”.

Leider haben Sie offensichtlich meine Erklärungen zum Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37;) hier oben, im Diskurs 18, nicht genau gelesen. Dort ist keine Rede davon, dass Christen "nur" jene lieben sollten, die ihnen Gutes getan haben.

Es geht in diesem Gleichnis nicht um Liebe per se, sondern um eine bestimmte Qualität der Liebe. Hier fragt der Schriftgelehrte den Herrn, wer im Gebot "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (3Mo 19,18;) mit der Person des "Nächsten" gemeint ist. Und nun wird weiter oben nachgewiesen, dass in dem Gleichnis der Samariter, also der Helfer (und nicht der Hilfsbedürftige!) nach der Aussage des Herrn als der Nächste anzusehen ist.

Und wenn wir nun diese beiden Aussagen zusammenführen, ergibt sich für den Christen - und nur für diesen!! - die Verpflichtung, dass jener Mensch, welcher ihm geholfen hat, für ihn der Nächste ist und dass er ihn nach dem Gebot Gottes lieben muss wie sich selbst. Und dieses "lieben wie sich selbst" ist nicht die 08/15 "Liebe", welche heute von Sex über Verwandtschaftsverhältnisse bis hin zur "Liebe" zu Geld, Macht oder Ruhm bereits alles abdeckt und nivelliert. Es ist jene besondere "Eigenliebe", welche sich der einzelne Mensch ganz persönlich und ausschließlich selbst angedeihen lässt. Genau diese Liebe muss er nach diesem Gebot Gottes auch seinem Nächsten - seinem Helfer - zuteil werden lassen.

Und dann kommt D. Höger zu einem sehr interessanten Argument. Sie zitiert 2Mo 20,1-17 mit den 10 Geboten Gottes.

„Gott sagt uns in Seinen Geboten Folgendes:
Das 8.Gebot: ,Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider (gegen) deinen Nächsten.' (Du sollst nicht lügen.) Das 9.Gebot: ,Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.'
Das 10.Gebot: ,Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, … noch (auch nicht) alles, was dein Nächster hat.' (2.Mose 20/1-17)”


Und auch hier gibt es einen Zusammenhang mit der katholischen Kirche. Diese Kirche hat über Jahrhunderte ihrem Kirchenvolk ein Gebot unterschlagen. Bis auf unsere heutigen Tage - wie die Tabelle hier unten zeigt - hat man das zweite Gebot, welches Götzenbilder und ihre Anbetung verbietet, aus leicht durchschaubaren Gründen aus dem Dekalog gestrichen und dafür - weil es ja dann nur mehr neun Gebote wären - das zehnte Gebot in zwei Gebote aufgeteilt.


Tabelle: Die zehn Gebote.

Die Erklärung „Dominus Jesus” der Glaubenskongregation der katholischen Kirche postuliert:

„Die katholische Kirche ist die einzige allein das Heil vermittelnde Kirche.”



Wie im Anschluss nachgewiesen wird, hat jedoch gerade diese Kirche die zehn Gebote Gottes verfälscht, um das Kirchenvolk zu täuschen. Sie hat das zweite Gebot unterschlagen, um vor den Gläubigen den Umstand zu verheimlichen, dass die Anbetung von Götzen aus Stein und Holz (die „Heiligen”, die „Muttergottes”) im zweiten dieser zehn Gebote Gottes ausdrücklich verboten wird.

Da durch die Unterschlagung des zweiten Gebotes jedoch nur mehr neun Gebote übrig geblieben wären, hat die katholische Kirche dem Akt der Häresie auch noch einen weiteren Akt des Betruges hinzugefügt, indem sie das zehnte der von Gott gegebenen Gebote in zwei Gebote getrennt hat.


Die zehn Gebote
Gottes.*)


1. Ich bin der HERR, dein Gott, (…) du sollst keine andern Götter haben neben mir.

2. Du sollst dir kein Götzenbild machen, auch
keinerlei Abbild dessen, was oben im
Himmel oder was unten auf der Erde oder
was in den Wassern unter der Erde ist. Du
sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und
ihnen nicht dienen (…).

3. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht zu Nichtigem aussprechen (…).

4. Denke an den Sabbattag (Samstag), um ihn heilig zu halten (…).

5. Ehre deinen Vater und deine Mutter (…).

6. Du sollst nicht töten.

7. Du sollst nicht ehebrechen.

8. Du sollst nicht stehlen.

9. Du sollst gegen deinen Nächsten nicht als falscher Zeuge aussagen.

10. Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren. Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, (…) noch irgend etwas, was deinem Nächsten gehört.
 
 
 

*) Quelle: Heilige Schrift
2. Buch Mose, Kapitel 20, Verse 1–17

 
 
 

Die zehn Gebote
der katholischen Kirche**)


1. Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine fremden Götter verehren.


 
 
 
 
 

2. Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen, nicht fluchen.

3. Gedenke, dass du den Sabbat bzw. den Sonntag
heiligst.

4. Du sollst Vater und Mutter ehren.

5. Du sollst nicht töten.

6. Du sollst nicht Ehe brechen.

7. Du sollst nicht stehlen.

8. Du sollst nicht falsch gegen deinen
Nächsten aussagen.

9. Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten.

10. Du sollst nicht begehren, was deinem Nächsten gehört
 
 
 

**) Quelle: Katholische Schrift
des Generalkommissariats des Hl. Landes.
Für den Inhalt verantwortlich:
Dik. St. Bertagnolli OFM
Generalkommissär des Hl. Landes. 2004
 



(Siehe auch den Diskurs 32: „Kommentar zur Erklärung „Dominus Jesus” der katholischen Glaubenskongregation”)


Die Apostolische Sukzession der katholischen Kirche?

Katholische Priester, welche in tausenden Fällen weltweit in der "Wandlung" die Eucharistie mit ihren Händen in den Messen gespendet haben, haben danach mit genau diesen ihren Händen Kinder misshandelt und vergewaltigt (1Kor 6,9). Katholische Bischöfe, die vorher ihre "Schafe" gesegnet haben, wurden danach wegen Korruption (Vatikanbank, Der Spiegel 28.6.2013) verhaftet.

Bischofssegen

Es ist schon richtig, dass es überall schwarze Schafe gibt. Doch ob eine Organisation durch und durch gewissenlos, verdorben und korrupt ist, erkennt man daran, dass sie die "hochwürdigen" Vergewaltiger in ihren Reihen Jahrzehnte lang deckt und versteckt und auch die korrupten bischöflichen "Hirten" erst von der Polizei aufgedeckt werden müssen (Mt 7,16-20).

Dies dann auch noch "Apostolische Nachfolge" zu nennen, ist eine Beleidigung sondergleichen der Apostel unseres Herrn Jesus Christus.



Und wenn wir uns nun die Zitate von Frau Höger weiter oben ansehen, geben sie genau diese verfälschte katholische Reihenfolge wieder: Während im Originaltext der Bibel im 10. Gebot das Begehren des Eigentums und der Frau des Nächsten in einem Gebot zusammengefasst sind (2Mo 20,17;), zitiert Frau Höger offenbar aus einer katholischen Bibel, wo diese beiden Kriterien in zwei Geboten, dem 9. und dem 10. Gebot getrennt sind - weil dort eben das 2. Gebot mit dem Verbot Götzenbilder anzubeten unterschlagen wurde und gar nicht aufscheint.

Und nun argumentiert aber die Kommentatorin in Bezug auf die letzten zwei - bei der katholischen Kirche auf die letzten drei - Gebote und die Person des Nächsten, welcher darin erwähnt wird:

„Ist dieser ”Nächste” ein Anderer, oder der ”Nächste”, der auch bezüglich der Nächstenliebe gemeint ist? Wenn es derselbe ”Nächste” ist, frag ich mich; nach dieser Interpretation, müsste das wohl so ausgelegt werden: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider dem Menschen, der Dir Gutes getan hat. Folgerung, alle Anderen darfst du anlügen… Und begehren darfst Du alle verheirateten Frauen, die nicht mit Deinen Freunden oder Menschen, die Dir Gutes getan haben, verheiratet sind.”


Zum besseren Verständnis müssen wir hier einen kurzen Blick auf die Geschichte der zehn Gebote machen. Sie wurden dem Mose von Gott auf dem Berg Sinai übergegeben und waren die Verhaltensrichtlinien für das Volk Israel bei seiner 40-jährigen Wüstenwanderung und danach. Die Israeliten waren damals schon ein Volk von mehreren tausend Familien und Neid und Gier waren auch diesem Volk nicht fremd, wie wir in der Bibel lesen.

Dass nun diese Gebote ausschließlich für das Volk Gottes aus Israel Geltung hatten und keinesfalls auch für irgendwelche Heidenvölker, erkennen wir daran, dass Gott seinem Volk am Ende der Wüstenwanderung das Land Kanaan (heute Israel) zum Besitz gab. Doch dieses Land war bereits seit langem von verschiedenen anderen Völkern bewohnt und die Israeliten mussten diese Völker erst besiegen und vertreiben, um das Land in Besitz zu nehmen (2Mo 23,20-33;). Und das würde nun exakt dem 10. Gebot widersprechen: „(…) Du sollst nicht begehren irgend etwas, was deinem Nächsten gehört” wenn mit diesem Nächsten "all ihre Mitmenschen" gemeint gewesen wären.

Er soll seinen Nächsten und seinen Bruder nicht drängen; Den Ausländer magst du drängen.

5Mo 15,1 Am Ende von sieben Jahren sollst du einen Schulderlaß halten. 15,2 Das aber ist die Sache mit dem Schulderlaß: Jeder Gläubiger soll das Darlehen seiner Hand, das er seinem Nächsten geliehen hat, erlassen. Er soll seinen Nächsten und seinen Bruder nicht drängen; denn man hat für den HERRN einen Schulderlaß ausgerufen. 15,3 Den Ausländer magst du drängen. Was du aber bei deinem Bruder hast, soll deine Hand erlassen, 15,4 damit nur ja kein Armer unter dir ist. Denn der HERR wird dich reichlich segnen in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir als Erbteil gibt, es in Besitz zu nehmen, 15,5 wenn du nur der Stimme des HERRN, deines Gottes, genau gehorchst, darauf zu achten, dieses ganze Gebot zu tun, das ich dir heute befehle. 5Mo 15, 1- 5;


Und nun hat aber Jesus in seinem Gleichnis vom barmherzigen Samariter den Juden gezeigt, dass der atl.. "Nächste" für die Juden - also für alle Nachkommen Jakobs, welchem Gott den Namen "Israel" gegeben hat - mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes eine Präzisierung erfahren hat. Ab dieser Zeit ist der Nächste nicht mehr nur der Zugehörige zum Volk Israel, sondern es sind alle jene Menschen, welche sich den Gläubigen gegenüber als Helfer erweisen.

Der Herr hat den Juden immer bewusst gemacht, dass nicht jener den rechten Glauben hat, der dies vor sich her posaunt und sich, wie die Schriftgelehrten, mit langen Kleidern, besonderen Kopfbedeckungen und anderem Brimborium vor den Menschen als besonders "heilig" darstellt. Diese Leute hat der Herr als "Schlangen und Otternbrut" bezeichnet. 

Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?

Mt 23,27 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller Unreinigkeit sind. 23,28 So scheint auch ihr von außen zwar gerecht vor den Menschen, von innen aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit. 23,29 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr baut die Gräber der Propheten und schmückt die Grabmäler der Gerechten 23,30 und sagt: Wären wir in den Tagen unserer Väter gewesen, so würden wir uns nicht an dem Blut der Propheten schuldig gemacht haben. 23,31 So gebt ihr euch selbst Zeugnis, daß ihr Söhne derer seid, welche die Propheten ermordet haben. 23,32 Und ihr, macht nur das Maß eurer Väter voll! 23,33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? Mt 23,27-33;


Sondern jene haben den rechten Glauben, welche in ihrem Herzen und ohne jede Öffentlichkeit Gott lieben und zu ihm beten.

Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist!

Mt 6,5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. 6,6 Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. Mt 6, 5- 6;


Und gleicherweise hat der Herr den Juden im Gleichnis vom barmherzigen Samariter klar gemacht, dass nicht deshalb, weil jemand äußerlich ein Priester oder ein Levit ist und in den Versammlungen viel redet und wichtig tut, er deshalb auch im Herzen barmherzig und rechtgläubig sein muss. Und das gilt auch für uns heutige Christen. Wie Gottfried Daniel Pomacher, ein Erweckungsprediger aus dem Wuppertal einmal sagte:

„Das Christentum besteht nicht in Worten sondern in der Kraft des Heiligen Geistes in den Gläubigen. Nicht jene sind die Säulen des Tempels, die sich öffentlich in Gebeten mit "Herr, Herr" die Bewunderung ihrer Zuhörer verschaffen, sondern jene, welche zuhause, in ihrem stillen Kämmerlein und ohne einen einzigen Zuhörer, ihre Gebete an den Herrn richten, sind die wahren Träger der Gemeinde.”


Deshalb sagt ja der Herr auch:

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel hineinkommen

Mt 7,21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Mt 7,21;


Allerdings zeigt dieses Gleichnis auch, dass es sich auch beim Nächsten nicht um "alle ihre Mitmenschen" handelt. Unsere Nächsten sind immer jene Menschen, welche sich den rechtgläubigen Christen gegenüber als Helfer erweisen. Ob Christen oder Nichtchristen, sie sind unsere Nächsten weil sie uns beigestanden haben. Alle anderen Mitmenschen sind nicht unsere Nächsten!! Daraus ist aber auch nicht automatisch abzuleiten, dass diese Nächsten des Christen auch rechtgläubig und gerettet sind.

Denn wie Paulus unten, in 1Kor 3,11-15 schreibt, ist am Tag des Gerichts nicht das Werk eines Menschen für das Urteil maßgebend, sondern der "Grund", auf dem er diese Werke gebaut hat. Und dieser Grund ist einzig uns allein der Glaube an Jesus Christus und sein stellvertretendes Opfer am Kreuz für unsere Sünden. Wer diesen Grund hat, dessen Werke werden gewertet. Und auch wenn er gar keine Werke haben sollte, wird er "so wie durchs Feuer" gerettet sein.

Alle aber, die diesen Grund "welcher ist Jesus Christus" nicht haben, können Berge von Werken aufweisen, sie werden alle nutzlos verbrennen und der Herr wird ihnen sagen: „Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!”

Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

1Kor 3,11 Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 3,12 Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, 3,13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird es klar machen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. 3,14 Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; 3,15 wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer. 1Kor 3,11-15;

(Siehe auch Kapitel 13: „Das Weltgericht”)


Am Ende ihres obigen Kommentars zitiert Doris Höger auch den Text vom Weltgericht aus Mt 25,35-45.

„Wie passt diese Auslegung zu folgenden Worten von Jesus Christus?:

'Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.'

Dann werden ihn die Gerechten fragen: 'Herr, wann haben wir das für dich getan ?”

Die Antwort von Jesus lautete:

'Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern (euren Mitmenschen), das habt ihr mir getan.'”


Und wie man an ihrem Einschub in Klammern im Bibeltext der letzten Zeile registrieren kann, hat Frau Höger die Schwachstelle in ihrer Interpretation durchaus erkannt. Auch hier findet wieder die Verallgemeinerung der Begriffe und die Gleichsetzung von christlichen Gläubigen mit Gottlosen statt. Wenn der Herr oben, in Mt 12,50 sagt: „Wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder und meine Schwester”, dann gilt das natürlich auch hier.

Es sind daher die geringsten seiner Brüder, die rechtgläubigen Christen in aller Welt, welche den Willen des Vaters tun, von welchen hier die Rede ist und nicht von "euren Mitmenschen", allen Gottlosen, Götzendienern, Schwerverbrechern und Massenmördern weltweit.

Und das gilt natürlich auch für den zweiten Teil dieses Bibelanschnitts, den D. Höger zitiert:

„Dann aber wird er zu den vielen anderen Menschen sagen:

'Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln ! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen, und ihr habt mich nicht besucht.'

Auch sie werden ihn fragen: 'Wann soll denn das gewesen sein ?'

Dann wird er ihnen antworten und sagen:

'Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.'”


Mit "einem von diesen Geringsten" in der letzten Zeile, nimmt der Herr Bezug auf den ersten Abschnitt, in Mt 25,40, wo er diese Geringsten als seine Brüder identifiziert hat, die den Willen des Vaters tun. Es ist immer wieder interessant festzustellen, wie "selektiv" manche Leute die Bibel lesen. Obwohl die Aussagen schwarz auf weiß dastehen, werden sie überlesen, verdrängt, uminterpretiert oder schlicht und einfach geleugnet oder gelöscht. 



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Vergebung - auch wenn der Schuldige gar keine Vergebung will? / Kommentar Doris Höger 01, 2011-01-16)

Zum Thema ”Vergebung”: Hier wird auf Ihre Website interpretiert: wir Menschen müssten zuerst um Vergebung bitten erst dann soll vergeben werden. (einem anderen Menschen, nicht unseren himmlischen Vater, denn das ist, meiner Meinung nach, ein großer Unterschied)

Da bin ich auch anderer Meinung: „Wer Verfehlung zudeckt (wer Fehler übersehen kann), stiftet Freundschaft …” (Sprüche 17/9) „Klugheit macht den Mann langsam zum Zorn, und es ist seine Ehre, dass er Verfehlung (Fehler anderer Menschen) übersehen kann.” (Sprüche 19/11) Vergeben ist mit das Schwerste, was von uns Menschen verlangt wird.

Aber Jesus Christus hat uns vorgelebt, wie wir uns zu verhalten haben. Als er gekreuzigt wurde, bat er Gott, dass er seinen Peinigern, die ihn gequält hatten, vergeben möge: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun !” (Lukas 23/34) Die Menschen haben Jesus nicht vorher um Vergebung gebeten!!! Andere Beispiele: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an !” (Apostelgeschichte 7/60 Auch Paulus hat seinen Mitmenschen vergeben, die ihn aus Feigheit verlassen hatten. Er sagte: „Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet.” (2.Timotheus 4/16)

„So zieht nun an (umgebt euch damit) als die Auserwählten Gottes (Gott hat auch dich auserwählt - er will dich für sein Reich) … herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander …” (Kolosser 3/12)

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir in einen guten Dialog kommen könnten, an dem wir beide, geführt durch Gottes Hand, für unser Seelenheil profitieren würden.

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doris@hoeger-healing.at   /  Höger-Healing


Unserem Vater im Himmel haben wir nichts zu vergeben. Er vergibt uns in seiner Gnade. Doch darum müssen wir ihn im Herrengebet bitten. Wer Gott nicht um die Vergebung seiner Sünden bittet, hat ganz einfach keine Vergebung. Und wenn es dann im "Vater unser"  heißt: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern”, meint das, dass auch wir vergeben müssen, wenn uns unsere Schuldiger darum bitten. Das heißt, dass jeder Mensch, der Vergebung erlangen will, diese auch verlangen muss.

Aber ich möchte hier auch noch auf den ersten Teil Ihres Satzes eingehen, wo Sie meine Feststellung zitieren, wir Menschen müssten zuerst um Vergebung bitten erst dann soll vergeben werden. Und dazu meinen Sie

„Da bin ich auch anderer Meinung”


Nun muss man auch hier ausdrücklich darauf hinweisen, dass das Gebot zur Vergebung untereinander ausschließlich für rechtgläubige Christen gilt. Die Gottlosen müssten zuallererst Gott um Vergebung dafür bitten, dass sie nicht an ihn geglaubt haben. Und hier erkennen wir auch, dass wir immer bei dem um Vergebung bitten müssen, an dem wir schuldig geworden sind. Bei Gott, wenn wir uns gegen Gott versündigt haben, bei Menschen, wenn wir uns an Menschen versündigt haben. 

Wenn wir aber nun vom Standpunkt eines Christen ausgehen - und ich denke Ihren Äußerungen entnehmen zu können, dass auch Sie Christin sind - warum sollte sich ein Christ dermaßen dagegen wehren, wenn er an einem Menschen schuldig geworden ist, diesen um Vergebung zu bitten??

Wirft das nicht auch ein gewisses Licht auf das Gebetsleben dieses Christen? Unser tägliches Gebet besteht ja zwangsläufig auch aus Bitten um Vergebung für unsere Sünden. Oder haben Sie keine Sünden, für welche Sie den Herrn um Vergebung bitten müssten? Zeigt das dann aber nicht auch einen gewissen Mangel an Demut? 

Die Ansicht, dass Vergebung still und heimlich und ohne Wissen und Wollen des Schuldigen erfolgen sollte, lässt aber einen ganz anderen Verdacht aufkommen. Nämlich, dass es hier gar nicht um das Vergeben geht, sondern im Gegenteil um das Bitten um Vergebung. Es ist nicht das unerbetene Vergeben von Schuld, welches hier der Vater des Gedankens ist, sondern die Unwilligkeit des Schuldigen seinerseits um Vergebung zu bitten, weil er seine Schuld nicht einsehen will und mit diesem Trick, dass ohnehin der Geschädigte sozusagen "blanko" vergeben muss, sein Gewissen beruhigen will. 

Und so gesehen, muss man die im obigen Kommentar aufgestellte Behauptung:

„Vergeben ist mit das Schwerste, was von uns Menschen verlangt wird.”

insofern korrigieren, als offenbar nicht die Vergebung, sondern die Bitte um Vergebung für manche Menschen mit das Schwerste ist, was von ihnen verlangt wird.

Wie bereits oben in diesem Diskurs dargelegt wurde, haben wir als Christen die unbedingte Pflicht unseren (christlichen!!) Brüdern zu vergeben. Das sagt uns der Herr selbst in Mt 18,21-22;

Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben?

Mt 18,21 Dann trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal? 18,22 Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal siebenmal! Mt 18,21-22;


Und hier ist nicht daran zu zweifeln, dass dieses „… bis siebzig mal sieben” nicht 490 Mal bedeutet, sondern schlicht und einfach „immer”. Jeder gläubige Christ muss also seinem Bruder, der gegen ihn sündigt, immer wieder vergeben. Dass der Herr damit aber keinesfalls eine "geheime" Vergebung meint, um die der Schuldige gar nicht gebeten hat, erkennen wir am anschließenden Gleichnis zu diesem Gebot des Herrn. 

Der Knecht nun fiel nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir.

Mt 18,23 Deswegen ist es mit dem Reich der Himmel wie mit einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. 18,24 Als er aber anfing, abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente schuldete. 18,25 Da er aber nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen.

18,26 Der Knecht nun fiel nieder, bat ihn kniefällig und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen. 18,27 Der Herr jenes Knechtes aber wurde innerlich bewegt, gab ihn los und erließ ihm das Darlehen. 18,28 Jener Knecht aber ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Und er ergriff und würgte ihn und sprach: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist!

18,29 Sein Mitknecht nun fiel nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir bezahlen. 18,30 Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er die Schuld bezahlt habe. 18,31 Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war. 18,32 Da rief ihn sein Herr herbei und spricht zu ihm: Böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest. 18,33 Solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe?18,34 Und sein Herr wurde zornig und überlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war. 18,35 So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt. Mt 18,23-35;


Wir sehen, dass in beiden Fällen der jeweilige Schuldner „… fiel nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir”. Es geht also auch hier eindeutig aus dem Zusammenhang hervor, dass der Herr keinesfalls an eine Vergebung nach dem Gießkannenprinzip gedacht hatte, sondern, dass Vergebung immer vom Schuldigen erbeten werden muss. Dies ist die eine aber auch die einzige Bedingung für Vergebung: sie muss erbeten werden.

Wieso um alles in der Welt fällt es manchen Christen offenbar so schwer um Vergebung zu bitten, wenn sie an einem Bruder/Schwester schuldig geworden sind? Noch dazu, wo uns die Vergebung vom Herrn zugesichert wird.

Und da werden dann die eigenartigsten Vergleiche gebracht, wie im obigen Kommentar von Frau Doris Höger:

Wer Verfehlung zudeckt (wer Fehler übersehen kann), stiftet Freundschaft …” (Sprüche 17/9)

Wer "Verfehlungen zudeckt" stiftet möglicherweise Freundschaft. Doch in manchen katholischen Klosterschulen, wo Kinder von ihren "Patres" missbraucht wurden, hat man mit dem "Zudecken" zwar Freundschaft unter den pädophilen Priestern gestiftet, damit jedoch eine Aufklärung verhindert und die Kinder weiterhin jahrelang den perversen Gelüsten dieser angeblichen "Männer Gottes" ausgesetzt.


Klugheit macht den Mann langsam zum Zorn, und es ist seine Ehre, dass er Verfehlung (Fehler anderer Menschen) übersehen kann.” (Sprüche 19/11)

Auch wenn jemand Fehler übersieht, mag es ihm zur Ehre gereichen. Wenn jedoch wegen eines solchen Behandlungsfehlers einem Familienvater ein Bein amputiert werden muss und damit die Existenzgrundlage einer ganzen Familie zerstört wird, wird diesen Leuten diese "Ehre" nicht viel nützen. 

„Aber Jesus Christus hat uns vorgelebt, wie wir uns zu verhalten haben. Als er gekreuzigt wurde, bat er Gott, dass er seinen Peinigern, die ihn gequält hatten, vergeben möge: 'Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!” (Lukas 23/34) Die Menschen haben Jesus nicht vorher um Vergebung gebeten!!!


Auch diese Bibelstelle wird immer wieder angeführt, ohne den Text richtig zu lesen. Unser Herr hat seinen Mördern nicht selbst vergeben (ebensowenig wie Staphanus in Apg 7,60;), sondern er hat den Vater gebeten, dass er ihnen vergeben möge. Einerseits, weil Mord keine Sünde ist, welche Menschen vergeben können. Das Leben jedes Menschen gehört nicht ihm, sondern Gott. Er hat es gegeben.

Und andererseits, weil diese römischen Soldaten, die den Herrn gekreuzigt haben, unschuldig waren. Diese Leute hatten überhaupt keine Ahnung, dass sie hier den Sohn Gottes kreuzigten. Sie haben einfach Befehle ausgeführt. Die wahren Schuldigen waren jedoch die Schriftgelehrten des Sanhedrin und Kaiphas deren Hohenpriester, die Jesus zum Tod verurteilt und den Römern ausgeliefert hatten (Jh 19,11). Und diesen Leuten hat der Herr mit Sicherheit nicht vergeben, als er ihnen sagte:

Mt 23,33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?

Jh 8,44 Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.


Diesen Leuten hätte Frau Höger wahrscheinlich in ihrer katholischen "Allvergebungslehre" auch vergeben?? Und dann zitiert sie eine weitere Bibelstelle:

So zieht nun an (umgebt euch damit) als die Auserwählten Gottes (Gott hat auch dich auserwählt - er will dich für sein Reich) ... herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander” (Kolosser 3/12-13)


Ja - "und vergebt euch untereinander" - das heißt "bittet einander um Vergebung und vergebt einander". Denn dass vergeben werden musste, hatte ihnen der Herr ja oben, in Mt 18,22 geboten und das stand daher außer Frage. Die Ermahnung des Paulus bezieht sich daher eher auf das Bitten um Vergebung!

Der Herr selbst hat uns Anweisungen gegeben, wie wir uns gegenüber einem Bruder verhalten sollen, der gesündigt hat.

Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein!

Mt 18,15 Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein! Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen. 18,16 Wenn er aber nicht hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit aus zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt werde! 18,17 Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so sage es der Gemeinde; wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner! Mt 18,15-17;


Wenn er seine Schuld einsieht und bereut, dann wird ihm vergeben, wenn nicht, "so sei er dir wie der Heide und der Zöllner".

Wie auch der leider schon verstorbene Ernst Panzer im ersten Kommentar dieses Diskurses schreibt:

Einsicht, Bekenntnis und Bitte um Vergebung! Das ist nun mal der gebotene Weg, um sowohl
vor Gott als auch vor Menschen zur Vergebung zu kommen.


(Siehe auch den Diskurs 75: „Müssen Christen ihre Feinde lieben?”)