Diskurs 30 - Warum musste Jesus am Kreuz sterben?




Warum musste Jesus am Kreuz sterben? / Vortragscript J. Pucher 00, 2001-03-25

Wieso konnte Jesus nur durch seinen Tod und Auferstehung den Satan besiegen? / Anonym 00, 2004-04-16

Wie Anselm Grün Auferstehung und Tod Jesu Christi versteht. / Ulrich Skambraks - TOPIC Juli 2009



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Warum musste Jesus am Kreuz sterben? / Vortragscript JP00, 2001-03-25)

Was haben wir noch im Katechismus gelernt zur Frage: Warum Jesus den Kreuzestod erleiden musste? In der vierten der sechs Grundwahrheiten heißt es - ich zitiere wörtlich aus dem Katechismus: - Die zweite göttliche Person ist Mensch geworden, um uns durch seinen Tod am Kreuz zu erlösen und ewig selig zu machen.

Das wurde so ausgelegt, dass er ans Kreuz musste, um uns zu erlösen. Nur durch seinen Kreuzestod sind wir losgekauft von unseren Sünden und für die ewige Seligkeit gerettet. (...)

Was steht da für ein Gottesbild dahinter? Ein "gerechter" Gott im Sinne von Genugtuung, der das am Kreuz vergossene Blut seines eigenen Sohnes fordert, um verzeihen zu können. In unserem heutigen Empfinden schon eher ein Rachegott. Die Genugtuungs-Gerechtigkeit ist ihm das Wichtigste, dafür opfert er sogar seinen eigenen Sohn. Das ist mittelalterliche Theologie, die so heute nicht mehr gesehen und verkündet wird, aber im Empfinden vieler, besonders älterer Menschen durchaus noch nachwirkt. Mit Sicherheit ist sie nicht biblisch, hat mit der Botschaft Jesu nichts zu tun. (...)

Im Kreuzestod Jesu wird nicht ein sühnehungriger, sondern ein unendlich und bedingungslos liebender Gott offenbar. Jesus ist nicht Mensch geworden und am Kreuz gestorben, um uns mit Gott zu versöhnen. Gott musste nicht versöhnt werden. Er hat nie aufgehört, uns zu lieben. Jesus ist Mensch geworden, um uns Davongelaufene zu Gott zurückzuführen, um Wegweiser zu Gott zu sein.

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6),

sagt er von sich.

Weil die Menschen diesen Weg nicht gehen wollten, haben   s i e   ihn ans Kreuz geschlagen.

+) Der Auszug ist dem Vortragscript "Warum musste Jesus am Kreuz sterben?" vom kath. Pfarrer J. Pucher, Pfarre St. Nikolaus, Wien, entnommen.



Hier haben wir den eher seltenen Fall, dass ein katholischer Priester den katholischen Katechismus widerlegen will. Und dies ausgerechnet in einem jener Punkte, wo die Aussagen des Katechismus ziemlich genau jenen der Bibel entsprechen. So ist denn auch die Aussage des Autors, dass die Wahrheit vom Loskaufopfer unseres Herrn Jesus Christus nicht biblisch sei und mit der Botschaft Jesu nichts zu tun hätte, anhand der nachfolgenden Schriftstellen eindeutig und relativ leicht zu widerlegen.

Denn es gefiel Gott, durch Christus Jesus alles mit sich zu versöhnen durch das Blut seines Kreuzes.

Kol 1,15 Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung. 1,16 Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; 1,17 und er ist vor allem, und alles besteht durch ihn. 1,18 Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe; 1,19 denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen 1,20 und durch ihn alles mit sich zu versöhnen - indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes - durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist. 1,21 Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken, 1,22 hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen, 1,23 sofern ihr im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen lasst von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt, das in der ganzen Schöpfung unter dem Himmel gepredigt worden ist, dessen Diener ich, Paulus, geworden bin. Kol 1,15-23;

Dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften.

1Kor 15,1 Ich tue euch aber, Brüder, das Evangelium kund, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch steht, 15,2 durch das ihr auch errettet werdet, wenn ihr festhaltet, mit welcher Rede ich es euch verkündigt habe, es sei denn, dass ihr vergeblich zum Glauben gekommen seid.

15,3 Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften; 15,4 und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften; 15,5 und dass er Kephas erschienen ist, dann den Zwölfen. 1Kor 15, 1- 5;

Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden hingegeben hat.

Gal 1,1 Paulus, Apostel, nicht von Menschen her, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn aus den Toten auferweckt hat, 1,2 und alle Brüder, die bei mir sind, den Gemeinden von Galatien:

1,3 Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus, 1,4 der sich selbst für unsere Sünden hingegeben hat, damit er uns herausreiße aus der gegenwärtigen bösen Welt nach dem Willen unseres Gottes und Vaters, 1,5 dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Gal 1, 1- 5;


Und dann weist der Autor darauf hin:

„Jesus ist nicht Mensch geworden und am Kreuz gestorben, um uns mit Gott zu versöhnen”.


Nachdem ja auch hierfür die Aussage gilt, dass die gegenteilige Ansicht nicht biblisch sei und mit der Botschaft Jesu nichts zu tun habe, wollen wir uns auch hier die diesbezüglichen Schriftstellen ansehen:

Jesus Christus, er ist die Sühnung für die Sünden der ganzen Welt.

1Jh 2,1 Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt - wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. 2,2 Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt. 1Jh 2, 1- 2;

Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt als eine Sühnung für unsere Sünden.

1Jh 4,9 Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten. 4,10 Hierin ist die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden. 1Jh 4, 9-10;

Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus.

2Kor 5,18 Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat, 5,19 nämlich dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat. 5,20 So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott! 5,21 Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm. 2Kor 5,18-21;

Christus Jesus hat Juden und Heiden in einem Leib mit Gott versöhnt durch das Kreuz.

Eph 2,11 Deshalb denkt daran, dass ihr, einst aus den Nationen dem Fleisch nach - «Unbeschnittene» genannt von der sogenannten Beschneidung, die im Fleisch mit Händen geschieht - 2,12 zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremdlinge hinsichtlich der Bündnisse der Verheißung; und ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. 2,13 Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden. 2,14 Denn er ist unser Friede. Er hat aus beiden eins gemacht und die Zwischenwand der Umzäunung, die Feindschaft, in seinem Fleisch abgebrochen. 2,15 Er hat das Gesetz der Gebote in Satzungen beseitigt, um die zwei - Frieden stiftend - in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen 2,16 und die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, durch das er die Feindschaft getötet hat. Eph 2,11-16;


Es gibt wahrscheinlich nur wenige Aussagen in der Schrift, welche so gut bezeugt sind wie der Umstand, dass der Sohn Gottes für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist und damit das Loskaufopfer für den gerechten Gott erbracht hat.

Die unendliche und bedingungslose Liebe Gottes.

Wenn die Liebe Gottes unendlich und bedingungslos wäre, müsste dieser Gott allen Menschen aller Zeiten (unendlich!!) alle ihre Sünden ohne Reue und Umkehr (bedingungslos!!) vergeben. Es wäre dann kein Sühnopfer mehr erforderlich - und Jesus Christus hätte nicht am Kreuz sterben müssen.

Es würden dann alle Verbrecher, Massenmörder, Gottesleugner, Tyrannen und was es sonst noch an üblem Gesindel gibt, vom Anbeginn der Welt bis zu ihrem Ende (unendlich!!) ohne Reue und Bekehrung (bedingungslos!!) gemeinsam mit allen rechtgläubigen Christen in das ewige Leben eingehen.

Wer daher von einer "unendlichen" und "bedingungslosen" Liebe Gottes spricht, dokumentiert damit, dass er keine Ahnung hat, warum Gott seinen Sohn am Kreuz sterben ließ. Solche Leute haben das Fundament des christlichen Glaubens noch gar nicht begriffen und sind somit völlig ungeeignet, Aussagen über irgendwelche Eigenschaften Gottes zu machen.



Nun stimmt es schon, wenn oben argumentiert wird, dass Gottes Liebe sehr groß ist. Allerdings ganz gewiss nicht "bedingungslos" wie der Autor meint. Unser Gott ist ein Gott der Gerechtigkeit. Ein "bedingungslos" liebender Gott wäre jedoch die Ungerechtigkeit in Person. Jeder Mensch könnte leben und handeln, wie es ihm gerade beliebt, denn Gott liebt ihn "bedingungslos" und wird ihm alles vergeben. Er hat keine Konsequenzen zu erwarten und muss für sein Verhalten daher auch nicht Rechenschaft ablegen. Dies erinnert stark an die antiautoritäre Erziehung der Siebziger-Jahre, deren Kinder oft Jahrzehnte benötigten, um von der "Alles-ist-erlaubt-Mentalität" zu einer verantwortungsbewussten Einstellung zu gelangen, mit welcher sie dann von der Gesellschaft auch akzeptiert wurden

Gott ist ein Gott der Liebe aber gleichzeitig auch ein Gott der Gerechtigkeit. Jeder Mensch steht mit seinem Tun und Lassen vor Gott auf dem Prüfstand. Und ein absolut gerechter Gott muss die Sünde bestrafen, sonst gäbe es ja - wie schon erwähnt - keinen Grund sie zu meiden.

Nun ist es aber andererseits nicht so, dass unter uns jemand wäre, der sündlos ist. Schon Paulus schreibt uns im Römerbrief: „… wir haben soeben bewiesen, dass alle (…) unter der Sünde sind, wie geschrieben steht: ‘Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer’” (Röm 3,9-10).

Hier erkennen wir nun auch den Hintergrund für das Kreuz Christi: Die Gerechtigkeit Gottes muss die Sünder bestrafen, die Liebe Gottes möchte sie jedoch retten. Um also dieser Gerechtigkeit Genüge zu tun, hat die Liebe Gottes den eigenen Sohn gesandt, um durch seinen Tod am Kreuz für die Sünden all jener Menschen ein Sühnopfer zu erbringen, welche bereit sind, dieses Loskaufopfer für ihre Sünden anzunehmen.

Und wer dieses Loskaufopfer nicht annehmen will, dem bleiben seine Sünden schlicht und einfach erhalten. Er kann sie nicht wegdiskutieren, er kann sie nicht durch irgendeine Leistung "abarbeiten". Es gibt im ganzen Universum keine andere Möglichkeit um dem gerechten Gott Genüge zu tun, als die Annahme dieses Loskaufopfers. Und dies ist die Grundbedingung für die Rettung jedes einzelnen Menschen. Keine heruntergeleierten Bußgebete, keine Wallfahrten, kein Knierutschen, keine Wohltätigkeitsspenden. Man sollte glauben, dass dies recht einfach wäre.

Um nun aber die Sicht von Pfarrer Pucher recht zu verstehen, muss man seine Aussage:

„Jesus ist Mensch geworden, um uns Davongelaufene zu Gott zurückzuführen, um Wegweiser zu Gott zu sein.”


beachten. Wenn das Loskaufopfer nicht mehr die Ursache für Jesu Tod am Kreuz ist, muss es ja einen anderen Grund geben. Und wie wir sehen, wird hier versucht, den Tod des Herrn als simple Vorbildwirkung, als "Wegweiser" für uns Menschen darzustellen.

Und hier greift der Autor auf den katholischen Dogmatiker J. Ratzinger zurück, welcher in seinem Buch "Einführung in das Christentum" den griechischen Philosophen Platon zitiert, der die Erkenntnis gewonnen hatte, dass

„die Gerechtigkeit eines Menschen erst dann vollkommen und bewährt sei, wenn er den Schein der Ungerechtigkeit auf sich nehme. (…) Sie werden dann sagen, dass der Gerechte unter diesen Umständen gegeißelt, gefoltert, gebunden werden wird, dass ihm die Augen ausgebrannt werden und dass er zuletzt nach allen Misshandlungen gekreuzigt werden wird…”. (S 275)


Nach dieser Auffassung war also der Tod Jesu Christi nichts anderes als eine Demonstration. Es wurde demonstriert, wie gerecht Gott ist und wie ungerecht die Menschen sind. Diese Meinung wird dann auch ganz konkret ausgesprochen, wenn J. Pucher schreibt:

„Der Kreuzestod Jesu hat nichts mit einer blutigen Genugtuungsforderung eines juridisch ‘gerechten’ Gottes zu tun, im Gegenteil! Das Kreuz zeigt auf, wie der Mensch ist und wie Gott ist.”


Eine solche Demonstration, dass Gott gerecht und der Mensch ungerecht ist, ist sicher wichtig und notwendig. Allerdings war dafür nicht erst der Kreuzestod des Gottessohnes erforderlich, um die Menschen über diesen Zusammenhang aufzuklären. Dies wurde bereits mehr als tausend Jahre zuvor durch die Übergabe der zehn Gebote an die Israeliten offenbar. Seit damals – und bis heute – können diese gerechten Gebote Gottes von keinem Menschen vollkommen erfüllt werden. Wie Paulus im bereits oben zitierten Römerbrief sagt: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer”.

Im selben Römerbrief schreibt Paulus auch, dass diese Gebote – das "Gesetz" – gegeben sind, um unter Beweis zu stellen, dass die ganze Welt dem Gericht Gottes verfallen ist, da sie diese gerechten Gebote Gottes nicht erfüllen kann.

Damit jeder Mund verstopft werde und die ganze Welt dem Gericht Gottes verfallen sei.

Röm 3,19 Wir wissen aber, dass alles, was das Gesetz sagt, es denen sagt, die unter dem Gesetz sind, damit jeder Mund verstopft werde und die ganze Welt dem Gericht Gottes verfallen sei. 3,20 Darum: aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden; denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Röm 3,19-20;


In Vers Röm 3,20, hier oben, konkretisiert Paulus dann, warum Gott den Menschen die Gebote – das Gesetz – gegeben hat, nämlich weil erst durch dieses Gesetz die Erkenntnis der Sünde bei den Menschen offenbar geworden ist. Darauf kommt Paulus dann auch im Kapitel 7 seines Briefes an die Römer zu sprechen, wenn er ein kritisches Argument vorwegnimmt, das meinen könnte, dass daher die Sünde durch das Gesetz zu den Menschen gekommen ist.

Die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durch Gesetz.

Röm 7,7 Was sollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durch Gesetz. Denn auch von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: «Du sollst nicht begehren!» 7,8 Die Sünde aber ergriff durch das Gebot die Gelegenheit und bewirkte jede Begierde in mir; denn ohne Gesetz ist die Sünde tot. 7,9 Ich aber lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf; 7,10 ich aber starb. Und das Gebot, das zum Leben gegeben, gerade das erwies sich mir zum Tod. 7,11 Denn die Sünde ergriff durch das Gebot die Gelegenheit, täuschte mich und tötete mich durch dasselbe. 7,12 So ist also das Gesetz heilig und das Gebot heilig und gerecht und gut. Röm 7, 7-12;


Dies ist eine vollkommen logische Schlussfolgerung: Wo kein Gesetz ist, ist keine Erkenntnis der Sünde. Daher wurde uns das Gesetz gegeben, damit wir erkennen, was Sünde ist und wie sündig wir sind. Um es mit den Worten von Pfarrer Pucher zu sagen: "Wie Gott ist und wie der Mensch ist".

Und Paulus fährt in seiner Argumentation fort, indem er herausarbeitet, dass der fleischliche Mensch unfähig ist die geistlichen Gebote Gottes zu erfüllen

Denn nicht, was ich will, das tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus.

Röm 7,13 Ist nun das Gute mir zum Tod geworden? Das sei ferne! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde erschiene, indem sie durch das Gute mir den Tod bewirkte, damit die Sünde überaus sündig würde durch das Gebot. 7,14 Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft; 7,15 denn was ich vollbringe, erkenne ich nicht; denn nicht, was ich will, das tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus. 7,16 Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so stimme ich dem Gesetz bei, dass es gut ist. Röm 7,13-16;


Mit seiner Frage: „Ist nun das Gute mir zum Tod geworden?” zielt Paulus u. a. auch auf jene Argumentation ab, welche versucht Gott für die Sünde des Menschen verantwortlich zu machen. Dies widerlegt Jakobus sehr gut in Jak 1,13-16:

Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand.

Jak 1,13 Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand. 1,14 Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. 1,15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, bringt sie Sünde hervor; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod. 1,16 Irret euch nicht, meine geliebten Brüder! Jak 1,13-16;


Damit kommt aber klar zum Ausdruck, dass diese Gebote von Gott zur Erkenntnis der Sünde gegeben sind und nicht zur Rettung des Menschen. Sie können uns deshalb nicht retten, weil wir sie nicht vollkommen erfüllen können. Jedes Gesetz – auch ein weltliches - kann nur dann als erfüllt gelten, wenn es nicht gebrochen wurde. Nachdem der fleischliche Mensch aber nicht im Stande ist, dieses Gesetz zur Gänze zu erfüllen, hat er es in seiner Gesamtheit gebrochen. Er ist schuldig.

Nachdem nun aber die Gerechtigkeit vor Gott die Voraussetzung für unsere Annahme durch Gott, für unsere Rettung ist, stellt sich hier die Frage: Wenn der Mensch nicht durch das Gesetz – die Gebote – vor Gott gerecht und damit gerettet werden kann, wodurch soll er dann gerettet werden?

Die Möglichkeit, dass das Gesetz geändert, "entschärft" würde, verbietet die Gerechtigkeit Gottes. Zum Einen bilden diese zehn Gebote in ihrer Summe eine Einheit. Wenn eines geändert würde, würden alle restlichen neun davon betroffen sein. Zum Anderen würde es dann unterschiedliche Bedingungen für die Gläubigen geben: für jene vor der Änderung und für jene nach der Änderung. Das heißt aber, es kann weder von den Geboten, noch von der Bedingung, dass sie vom Menschen erfüllt werden müssen, abgegangen werden.

Nun stimmt es zwar, dass es noch keinem Menschen gelungen ist, alle Gebote zu erfüllen, allerdings mit einer Ausnahme: Unser Herr, Jesus Christus, war Gott, aber auch Mensch. Und als Mensch ist er ebenso versucht worden wie alle anderen Menschen auch. Dies wird auch vom Schreiber des Hebräerbriefes bestätigt:

Jesus, der Sohn Gottes, der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde.

Hbr 4,14 Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten! 4,15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. 4,16 Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe! Hbr 4,14-16;


Jesus Christus, dieser Gerechte, der ohne Sünde war, konnte nun alle diese Bedingungen erfüllen:

-  er war Mensch,

-  er ist versucht worden wie alle Menschen,

-  er hat allen Versuchungen widerstanden und ist ohne Sünde geblieben.


Dennoch hätte er damit nur seine eigene Gerechtigkeit unter Beweis gestellt und wir Menschen hätten ihn bestenfalls bestaunen können, aber zu unserer Rettung vor Gott hätte das nicht beigetragen.

Warum Jesus ans Kreuz gegangen ist

Und hier endlich zeigt sich, warum Jesus wirklich am Kreuz sterben musste. Er hat auf seine Gerechtigkeit zu unseren Gunsten verzichtet. Er hat – als vollkommen Gerechter – die Sünde der ganzen Welt auf sich genommen, hat sich wie ein Sünder ans Kreuz nageln und töten lassen und hat damit diese Welt mit ihrem Gott versöhnt.

Es geht also hier bei der Kreuzigung, nicht um eine Demonstration, eine Wegweisung für die Menschen, welche diese dann nachahmen sollten. Unser Herr Jesus Christus ist einzig und allein aus dem Grund ans Kreuz gegangen, weil es sonst keinen anderen Weg gegeben hätte, um der Liebe aber auch der Gerechtigkeit des Vaters Genüge zu tun.

Für diese Vorgangsweise Gottes gibt es wohl kein besseres Gleichnis, als die von dem Nationalökonomen Roscher berichtete Handlung des Awaren-Fürsten Schamyl, einem Stammesführer aus dem nördlichen Kaukasus des frühen 19. Jahrhunderts:

„Um die Einheit und Zucht in seinem Stamm zu wahren, hatte der Fürst den strengen Befehl ausgegeben, dass niemand sich an der Beute vergreifen dürfe, die dem Stamm als ganzen gehöre. Wer diesen Befehl übertritt, wird mit 100 Knutenhieben bestraft.

Da geschah der erste Bruch dieses Befehls - durch die alte Mutter des Fürsten. Was soll nun werden? Wird die Strafe nicht vollstreckt, ist die Gerechtigkeit des Fürsten in Frage gestellt und der Ernst seiner Befehle für alle Zukunft untergraben.

Roscher berichtet, der Fürst habe sich einen Tag lang in seinem Zelt eingeschlossen. Dann sei er hervorgetreten mit der Weisung: die Strafe wird vollstreckt.

Als aber der erste Hieb auf den Rücken der Mutter herabgesaust sei, habe er sich den Mantel heruntergerissen, sich vor seine Mutter geworfen und den Soldaten zugerufen: Schlagt weiter und keinen Schlag zu wenig!

So hatte er die Lösung gefunden! Die Mutter war gerettet und zugleich zeigte der zerrissene, blutende Rücken des Fürsten, wie ernst es mit der Geltung seiner Befehle und dem Recht und der Gerechtigkeit im Stamm bestellt sei.”

(Nach Werner de Boor: Der Brief an die Römer, WStB, R. Brockhaus Verlag).


Und so zeigt auch das Blut und der Tod unseres Herrn Jesus Christus am Kreuz, wie unerbittlich Gott in seiner Gerechtigkeit gegen die Sünde, und wie groß gleichzeitig seine Liebe zu uns Menschen ist.


Die Folgen der Sünde und die Errettung aus Gnade.

Sünde ist jedes Vergehen gegen die Gebote Gottes (2Mo 20,3-7; Mt 5,21-48), Die Folge jedes einzelnen dieser Vergehen ist der Tod des Menschen. Und zwar nicht der erste, physische Tod, sondern der zweite Tod (Off 21,8), zu dem der sündige Mensch nach seiner Auferstehung aus den Toten mit seinem neuen, ewig existierenden Körper im Letzten Gericht verurteilt wird. Ebenso, wie der erste Tod nur eine Übergangsperiode bis zur Auferstehung ist, ist auch der zweite Tod keine Auslöschung des Menschen, sondern eine ewige Existenz, fern von Gott in der Finsternis der Verdammnis.

Um die gerechte Forderung Gottes nach Einhaltung seiner Gebote zu erfüllen und dennoch den Menschen, welche sich dagegen vergehen, eine Möglichkeit anzubieten, von dieser ewigen Verdammnis errettet zu werden, ist der Sohn Gottes stellvertretend für jeden einzelnen Menschen am Kreuz gestorben (1Kor 15,3-5). Damit können alle Menschen, welche dieses Loskaufopfer des Sohnes Gottes zur Tilgung ihrer eigenen Sünden im Glauben annehmen, gerettet werden und als aus Gnade gerechtfertigte Sünder in ihr ewiges Leben bei Gott eingehen (Röm 5,9-11).




(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Wieso konnte Jesus nur durch seinen Tod und Auferstehung den Satan besiegen? / Anonym 00, 2004-04-16)

Wieso konnte Jesus nur durch seinen Tod und Auferstehung den Satan besiegen? Es wäre doch leicht gewesen, ihn gleich zu vernichten, da er doch stärker ist!

Jesus had dominion over demons before He came to earth as a man. Why, then, did He need to defeat the enemy on the cross. 

[Bevor Jesus als Mensch auf die Erde kam, hatte er Herrschaft über die Dämonen. Warum musste Er dann den Feind am Kreuz besiegen?]

(Nicht identifizierbare Suchmaschinenanfragen aus Deutschland respektive den USA)



Mit den obigen Fragen wurden die beiden Besucher von den Suchmaschinen zu diesem Diskurs 30: „Warum musste Jesus am Kreuz sterben?” bei Immanuel.at gelinkt. Und obwohl nun die grundsätzliche Frage des Kreuzestodes des Herrn im obigen Teil dieses Diskurses eindeutig beantwortet wird, wurde auf diese spezielle Frage des dadurch bewirkten Sieges über den Satan nicht explizit eingegangen. Daher soll hier nachträglich auch dieser Aspekt beleuchtet werden.

Zunächst die Schriftquelle dieser Aussage, wonach Satan durch Jesus Christus am Kreuz besiegt wurde:

Er hat durch seinen Tod die Macht genommen dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel.

Hbr 2,14 Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er (Gott in Jesus Christus /Anm.) es gleichermaßen angenommen (das Fleisch /Anm.), damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, 2,15 und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte (Sklaven) sein mussten. Hbr 2,14-15;


Bevor wir uns nun an eine Interpretation heranwagen, wollen wir andere Ausleger zu Wort kommen lassen.

Luther kommentiert hier beispielsweise:

„…Christus hat uns vom Teufel erlöst: nicht, dass er nicht mehr sei, sondern, dass er nicht gefürchtet werde; so auch vom Tode: nicht, dass der Tod nicht mehr sei, sondern, dass er nicht gefürchtet werde”.


Diese Erklärungen sind im wesentlichen die Aussagen des obigen Schrifttextes und beantworten keine der sich in diesem Zusammenhang stellenden Fragen.

Ein anderer Kommentar lautet:

„Dem Teufel kommt Gewalt über den Tod in dem Sinne zu, nicht dass er seiner Willkür anheim gegeben wäre, wann und wie er den Tod verhängen wolle, wohl aber so, dass er am Tode seinen Machtbereich hat. Weil er der Urheber des Todes ist, so unterstehen die Sterbenden und die Verstorbenen vermöge ihres Sterbens seiner Obmacht” (E. Riggenbach, zitiert bei F. Laubach, WStb, Der Brief an die Hebräer).


Auch hier beschreibt der Autor – mit etwas anderen Worten - eben das, was wir im Originaltext des Hebräerbriefes auch lesen können. Wir erfahren zwar, dass der Tod nicht der Willkür des Teufels anheim gegeben ist, eine Beantwortung unserer obigen Fragen suchen wir allerdings auch hier vergeblich. Inwiefern nun dem Teufel die Macht über den Tod genommen wurde, wird aber bei Immanuel.at, im Exkurs 08 detailliert erklärt.

(Siehe auch Exkurs 08: „Der erste und der zweite Tod.”)


Hier wollen wir aber der Frage nachgehen: „Wieso konnte Jesus nur durch seinen Tod und Auferstehung den Satan besiegen? Es wäre doch leicht gewesen, ihn gleich zu vernichten, da er doch stärker ist!”. Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir zuerst einmal die Rolle Satans, die ihm von Gott in der Schöpfung zugedacht ist, untersuchen. Beginnen wir bei der Geschichte, die wohl auch jenen Menschen bekannt ist, die noch nie eine Bibel in Händen hielten: bei Adam und Eva und im Garten Eden (fälschlich immer wieder als „Paradies” bezeichnet).

(Siehe auch Exkurs 09: „Das Paradies.”)


Wir finden hier das erste Zusammentreffen des Menschen mit dem Satan. Als Gott den Menschen erschaffen und ihn in den Garten Eden gesetzt hatte, hatte er ihm ein Gebot gegeben:

Vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen.

1Mo 2,16 Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; 2,17 aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben! 1Mo 2,16-17;


Wir wollen uns jetzt hier nicht mit den Details aufhalten, sondern nur festhalten, dass es sich hier um ein Gebot Gottes handelte. Und dann kam der Satan und hat beide Menschen - den Adam über dem Umweg der Eva - versucht und sie sind beide der Versuchung erlegen. Auch das ist zur Genüge bekannt, so dass wir nicht näher darauf eingehen müssen. Wir wollen uns jedoch hinter diesen "Ereignishorizont" begeben und den Hintergrund dieser Geschehnisse untersuchen.

Wenn man die Bibel studiert, erkennt man die Absichten Gottes mit den Menschen. In der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Bibel, hat Gott das Endziel seines Planes mit dem Menschen offenbart. Danach

o  ist es der Wille Gottes, dass die Menschen in der Ewigkeit mit ihm zusammenleben (Off 21; 22).

o  Nachdem die Ewigkeit nie mehr unterbrochen werden kann, benötigt Gott dazu Menschen, die absolut loyal ihm gegenüber sind (Liebe zu Gott) und diese ihre Meinung nie mehr ändern.

o  Daher darf diese Loyalität weder erkauft noch erzwungen sein, sondern sie muss einer absolut freien Entscheidung des Menschen entspringen. Denn einer Entscheidung, die nicht völlig freiwillig erfolgt - und sei es, dass Menschen annehmen, sie wären von Gott ohne ihr Zutun "auserwählt" worden (Prädestination / Calvinisten) - würden sich diese Menschen bald nicht mehr verpflichtet fühlen und sie würde daher der Ewigkeit nicht standhalten.

o  Daher muss diese Loyalität einer Prüfung unterzogen werden, ob der Mensch bereit ist, aus freiem Willen diese Entscheidung zu tragen.

o  Zu diesem Zweck hat Gott Gebote erlassen - hier in diesem Beispiel von Adam und Eva, das Gebot nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen.

o  Und nun kommt der Satan ins Spiel. Die ihm von Gott zugedachte Aufgabe ist es, die Menschen zu prüfen, ob sie zu ihrer Entscheidung stehen oder wieder abfallen. Sie also zu versuchen.


In dieser Geschichte vom Sündenfall erkennen wir nun u.a. ganz deutlich die Aufgabe des Satan: er ist der Versucher von Anfang an. Der Zweck seiner Existenz ist es, die Menschen zu versuchen und so die Spreu vom Weizen zu trennen. Und das, beginnend bei den ersten Menschen, bis zum Ende der Welt.

(Siehe auch Diskurs 104: „Was ist der Sinn des Lebens?”)


Die Situation in unserer Zeit unterscheidet sich daher im Prinzip nicht von jener, in der sich Adam und Eva befunden haben. Ähnlich wie damals, hat der Mensch grundsätzlich Anspruch auf ewiges Leben, wenn er die Gebote Gottes hält. Wenn er gegen die Gebote Gottes verstößt, begeht er Sünde und ist der ewigen Verdammnis verfallen. Diese ewige Verdammnis wird in der Schrift auch "der zweite Tod" genannt.

Dies ist der zweite Tod, der Feuersee.

Off 20,14 Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Off 20,14;


Sünde führt also automatisch zum (zweiten) Tod.

Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben.

Röm 6,20 Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, da wart ihr frei von der Gerechtigkeit. 6,21 Was hattet ihr nun damals für Frucht? Solche, deren ihr euch jetzt schämt; denn das Ende derselben ist der Tod. 6,22 Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, dass ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben. 6,23 Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn. Röm 6,20-23;


Und über diesen zweiten Tod hat nun der Teufel Gewalt. Und zwar deshalb, weil er die Menschen zur Sünde verführt, diese sich damit gegen Gott stellen und somit dem (zweiten) Tod, der ewigen Verdammnis verfallen sind. Es ist also eine scheinbar ausweglose Situation. Deshalb hat Gott im Alten Testament den Israeliten ein Tieropfer - z. B. Schaf oder Rind - zugestanden, welchem stellvertretend für den Menschen der es erbrachte, die Sünden auferlegt wurden und  mit dem Tod dieses Tieres gesühnt waren. Dies musste aber täglich wiederholt werden, weil die Israeliten immer wieder sündigten. Nachdem aber im Neuen Testament auch den anderen Nationen das Heil angeboten wurde, hätten alle Schafe und Rinder dieser Welt nicht genügt, um die Sünden so vieler Menschen zu sühnen.

Doch die absolute Gerechtigkeit Gottes fordert ungeachtet dessen den Tod aller Menschen, die gegen seine Gebote verstoßen haben. Und hier hat nun Gott, in seiner Liebe zu den Menschen, seinen eigenen Sohn Mensch werden lassen und in die Welt gesandt, damit er am Kreuz dieses umfassende Opfer für die Sünden der ganzen Welt - in Vergangenheit und Zukunft - erbringen sollte.

Ein Hoherpriester, der nicht Tag für Tag nötig hat, zuerst für die eigenen Sünden Schlachtopfer darzubringen, dann für die des Volkes.

Hbr 7,26 Denn ein solcher Hoherpriester geziemte sich auch für uns: heilig, sündlos, unbefleckt, abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel geworden, 7,27 der nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester, zuerst für die eigenen Sünden Schlachtopfer darzubringen, dann für die des Volkes; denn dies hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat. Hbr 7,26-27;

In diesem Willen sind wir geheiligt durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.

Hbr 10,3 Doch in jenen Opfern ist alljährlich ein Erinnern an die Sünden; 10,4 denn unmöglich kann Blut von Stieren und Böcken Sünden wegnehmen. 10,5 Darum spricht er, als er in die Welt kommt: «Schlachtopfer und Opfergabe hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet; 10,6 an Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen gefunden. 10,7 Da sprach ich: Siehe, ich komme - in der Schrift steht von mir geschrieben - um deinen Willen, o Gott, zu tun.»

10,8 Vorher sagt er: «Schlachtopfer und Opfergaben und Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, auch kein Wohlgefallen daran gefunden» - die doch nach dem Gesetz dargebracht werden - 10,9 dann sprach er: «Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun» - er nimmt das Erste weg, um das Zweite aufzurichten -.

10,10 In diesem Willen sind wir geheiligt durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi. 10,11 Und jeder Priester steht täglich da, verrichtet den Dienst und bringt oft dieselben Schlachtopfer dar, die niemals Sünden hinwegnehmen können. 10,12 Dieser aber hat ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht und sich für immer gesetzt zur Rechten Gottes. 10,13 Fortan wartet er, bis seine Feinde hingelegt sind als Schemel seiner Füße. 10,14 Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht. Hbr 10, 3-14;


Seit diesem Moment gibt es für jeden Menschen die Möglichkeit, vor Gott seine Sünden vergeben zu bekommen und das Anrecht auf ewiges Leben zu erlangen:

Jedem Menschen, der zum Glauben an Jesus Christus kommt und dieses, vom Sohn Gottes erbrachte Opfer am Kreuz auch für seine eigenen Sünden als erbracht annimmt, sind seine Sünden vor Gott vergeben.



Und hier haben wir nun die Antwort auf die oben gestellte Frage: Während die Menschheit bis zum Kreuzestod Jesu Christi dem Satan ausgeliefert war und er sie durch Versuchungen in Sünde brachte und die Menschen verloren waren, gibt es seit damals einen Ausweg aus diesem Teufelskreis: Die Annahme des Loskaufopfers Jesu für unsere Sünden. Der Teufel führt zwar nach wie vor in Versuchung, doch durch den Glauben an das Opfer Jesu am Kreuz für unsere Sünden ist seine absolute Macht über den zweiten Tod gebrochen und die Menschen, die daran glauben, können dem Satan entkommen und von der ewigen Verdammnis errettet werden.



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Wie Anselm Grün Auferstehung und Tod Jesu Christi versteht. / Ulrich Skambraks - TOPIC Juli 2009 *))

Der Benediktiner-Mönch Anselm Grün gehört zu den meistgelesenen angeblich christlichen Autoren der Gegenwart. Und weil das so ist, werden seine Publikationen auch in evangelikalen Kreisen angeboten und beworben. Dadurch wurde er auch in der evangelikalen Szene bekannt. (...)

Seit einiger Zeit gibt Anselm Grün den "Einfach Leben-Brief" heraus, in dem er Tipps für ein einfaches Leben nach christlichen Regeln weitergibt. In der Ausgabe 3/2008 beschreibt er in einem Artikel mit der Überschrift "Erlösung erfahren", wie er Tod und Auferstehung Jesu Christi versteht.

Für Grün ist Jesus nicht gestorben, um die ganz persönliche Schuld und Sünde jedes Menschen zu tilgen, um damit die Voraussetzung für Buße und Errettung zu schaffen. Er schreibt:

„Der Kern der biblischen Botschaft ist: Gott vergibt uns die Schuld, weil er Gott ist, weil er barmherzig und gnädig ist. Und nicht, weil Jesus am Kreuz gestorben ist.

Im weiteren Verlauf des Artikels führt Grün aus, dass es schon wichtig gewesen sei, dass Jesus gestorben ist, denn „dass Jesus am Kreuz sterben musste, hat mit Feigheit, Macht, Brutalität und letztlich Schuld zu tun. Am Kreuz wurde die Sünde der Welt, mit ihren Intrigen und Machtspielen, offensichtlich.” Letztlich sei Jesu Tod ein Spiegel für das, was den bösen Menschen ausmache. Doch Gott sei Liebe, so Grün, und schenke uns die Kraft, uns selbst anzunehmen, so wie wir sind. Grün schreibt: „Wir, die wir uns als unannehmbar erfahren, werden durch den Blick auf Kreuz und Auferstehung Jesu befähigt, uns selbst anzunehmen (…)”

Welche eindeutige Haltung Grün zum echten Jesus Christus hat, beschreibt der Pater auch in seinem Buch "Erlösung. Ihre Bedeutung in unserem Leben". Darin heißt es: „Jesus darf nicht als der große Retter verstanden werden … In manchen Köpfen schwirrt immer noch die Idee herum, dass Gott seinen Sohn sterben lässt, um unsere Sünden zu vergeben. Doch was ist das für ein Gott, der den Tod seines Sohnes nötig hat, um uns vergeben zu können?”

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*) Zitiert aus TOPIC Nr. 7 - Juli 2009 von Ulrich Skambraks / TOPIC, Postfach [PO box] 101544, D-57206 Kreuztal (Abo-Verwaltung: RZS, Walbergraben 1, D-35614 Asslar. Telefon: 06441/804326, Telefax: 06441/804501)



In seinen ganz ausgezeichneten Kommentaren in der Informationsschrift "TOPIC" bringt Ulrich Skambraks in der letzten Ausgabe u.a. einen kurzen Artikel über den Benediktinermönch Anselm Grün und dessen Verständnis des Evangeliums von Jesus Christus.

Der katholische Pater, der bereits 15 Millionen Bücher verkauft hat und einen Umsatz von weit über 100 Millionen Euro gemacht hat, wird dort mit der Aussage zitiert: „Der Kern der biblischen Botschaft ist: Gott vergibt uns die Schuld, weil er Gott ist, weil er barmherzig und gnädig ist. Und nicht, weil Jesus am Kreuz gestorben ist.” Damit behauptet aber Anselm Grün, dass der Tod Jesu Christi nur ein Anschauungsbeispiel für "die Sünde der Welt" wäre. Es wären also die Intrigen und Machtspiele des damaligen jüdischen Sanhedrins und die Brutalität der Römischen Besatzer, welche im Kreuzestod des Herrn als Beispiel für die Bosheit der Menschen aufgezeigt werden sollten. Doch die Bibel sagt uns da etwas ganz anderes:

Dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften.

1Kor 15,1 Ich tue euch aber, Brüder, das Evangelium kund, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch steht, 15,2 durch das ihr auch errettet werdet, wenn ihr festhaltet, mit welcher Rede ich es euch verkündigt habe, es sei denn, dass ihr vergeblich zum Glauben gekommen seid. 15,3 Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften; 15,4 und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften; 15,5 und dass er Kephas erschienen ist, dann den Zwölfen. 1Kor 15, 1- 5;

Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden hingegeben hat.

Gal 1,1 Paulus, Apostel, nicht von Menschen her, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn aus den Toten auferweckt hat, 1,2 und alle Brüder, die bei mir sind, den Gemeinden von Galatien: 1,3 Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus, 1,4 der sich selbst für unsere Sünden hingegeben hat, damit er uns herausreiße aus der gegenwärtigen bösen Welt nach dem Willen unseres Gottes und Vaters, 1,5 dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Gal 1, 1- 5;

Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt als eine Sühnung für unsere Sünden.

1Jh 4,9 Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten. 4,10 Hierin ist die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden. 1Jh 4, 9-10;


Es sind also nicht die Sünden der anderen, welche hier vorgeführt werden sollten, sondern es sind unsere eigenen Sünden - jedes einzelnen Menschen -, welche uns von Gott trennen, unseren geistlichen Tod bewirken und durch das stellvertretende Opfer Jesu Christi am Kreuz gesühnt wurden und wir damit errettet worden sind.

Doch mit seiner eigenartigen Interpretation dokumentiert A. Grün - ähnlich wie der katholische Pfarrer J. Pucher am Beginn dieses Diskurses - sein eklatantes Defizit an biblischer Erkenntnis. Die Bosheit des Menschen wurde nicht erst am Kreuz offensichtlich, sondern ist bereits seit der Übergabe der zehn Gebote durch Gott an Mose nachgewiesen.

Bis zum Gesetz (den Geboten Gottes) wurde Sünde nicht zugerechnet.

Röm 5,12 Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben 5,13 - denn bis zum Gesetz war Sünde in der Welt; Sünde aber wird nicht zugerechnet, wenn kein Gesetz ist. Röm 5,12-13;


Bis zum Gesetz - den Geboten Gottes - wurde Sünde nicht zugerechnet. Erst als die Gebote in die Welt gekommen sind, konnte die Sünde von den Menschen erkannt werden.

Denn die Sünde ergriff durch das Gebot die Gelegenheit, und tötete mich durch dasselbe.

Röm 7,11 Denn die Sünde ergriff durch das Gebot die Gelegenheit, täuschte mich und tötete mich durch dasselbe. Röm 7,11;


Diese Gebote Gottes und die, für jeden einzelnen Menschen offenkundige Unfähigkeit sie vollkommen zu erfüllen, sind der Beweis für das, "was den bösen Menschen ausmacht". So sieht es auch Paulus im Römerbrief:

Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht.

Röm 3,9 Was nun? Haben wir einen Vorzug? Durchaus nicht! Denn wir haben sowohl Juden als auch Griechen vorher beschuldigt, daß sie alle unter der Sünde seien, 3,10 wie geschrieben steht: «Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; 3,11 da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht. 3,12 Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer. Röm 3, 9-12;


Wo es kein Gesetz (keine Gebote) gibt, kann es keine Sünde (kein Vergehen) geben, „denn durch Gesetz (Gebote) kommt Erkenntnis der Sünde” (Röm 3,20) und: „die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durch Gesetz” (Röm 7,7). Als aber das Gesetz durch die Gebote Gottes in die Welt kam, kam auch die Erkenntnis der Sünde und der Bosheit des Menschen. Das war der Moment, wo die Menschheit sehen konnte, „wie der Mensch ist und wie Gott ist”, wie es Pfarrer Pucher formuliert.

Allem Anschein nach aber nicht in der katholischen Kirche. Dort bedurfte es erst des Kreuzestodes Christi, nicht etwa um die Menschen von der Strafe für ihre Sünden zu erretten, sondern um zu dokumentieren „wie der Mensch ist und wie Gott ist”. Wie Pfarrer Pucher weiter schreibt, hat er diese unbiblischen Erkenntnisse vom Kreuzestod des Herrn („Jesus ist nicht Mensch geworden und am Kreuz gestorben, um uns mit Gott zu versöhnen”) aus dem Buch „Einführung in das Christentum” (sic!) des Dogmatikers und damaligen Kardinals Josef Ratzinger - nunmehr Papst Benedikt XVI. - entnommen.

Dort zitiert Ratzinger den griechischen Philosophen Plato (427-347 v.Chr.) mit der Aussage, dass die Gerechtigkeit eines Menschen erst dann vollkommen und bewährt sei, wenn er den Schein der Ungerechtigkeit auf sich nehme. Und Plato folgert dann daraus:

„Sie werden dann sagen, dass der Gerechte unter diesen Umständen gegeißelt, gefoltert, gebunden werden wird, dass ihm die Augen ausgebrannt werden und dass er zuletzt nach allen Misshandlungen gekreuzigt werden wird...”. (S 275)


Ratzinger wieder verwendet dieses Zitat aus Platons Werk über den Staat („Politeia”) als indirekten Beweis dafür, dass Jesus Christus nicht am Kreuz gestorben ist, um uns mit Gott zu versöhnen, sondern um uns - als vollkommen Gerechter - zu zeigen „Wer Gott ist und wie der Mensch ist” und welchen Weg des Leidens auch wir „mit ihm und in der Teilhabe an seinem Weg” als Gerechte gehen müssen. Wie man sieht, wird damit der biblische Hintergrund des Kreuzesopfers Christi als Sühne für die Sünden des Menschen völlig negiert und daraus ein Vorbild für eine „Leidensgerechtigkeit” konstruiert.

Und hier erkennen wir nun die katholische Sicht vom Kreuzestod Jesu Christi: Es sind nicht unsere Sünden, für die der Herr ans Kreuz gegangen ist, sondern er war nur ein Vorbild für uns Menschen. Der Mensch selbst muss Leid ertragen, um vor Gott gerecht zu sein. Nach katholischer Lehre hat Jesus Christus uns dies vorgezeigt und wir müssen ihm auf diesem Weg des Leides nachfolgen, um gerettet zu sein.

Und folgerichtig meint der Papst auch in seinem neuesten Buch „Jesus von Nazareth:

„Die Leiden Ijobs dienen der Rechtfertigung des Menschen. Er stellt durch seinen im Leiden bewährten Glauben die Ehre des Menschen wieder her. So sind die Leiden Ijobs im Voraus Leiden in der Gemeinschaft mit Christus, der unser aller Ehre vor Gott wieder herstellt und uns den Weg zeigt, auch im tiefsten Dunkel den Glauben an Gott nicht zu verlieren.” (S 197)

(Siehe auch Diskurs 89: „BENEDIKT XVI. - Die jüdische und die katholische Sicht des Jesus von Nazareth.”)


Nicht nur, dass Ratzinger hier seine eigenartige Lehre wieder einmal anstatt auf die Bibel auf die Aussage eines alten griechischen Philosophen gründet, welcher vom Christentum noch absolut keine Ahnung hatte, öffnet er damit auch Tür und Tor für Sektierertum und Selbsterrettungswahn. Immer mehr junge Leute gehen in die Auslandsmission, nicht in erster Linie, um die Heiden zu bekehren, sondern um den Märtyrertod zu sterben - „um gerettet zu sein” wie sie bekennen. Und dies nicht nur in katholischen Missionen, sondern auch in den christlichen Missionswerken.

Vor einiger Zeit hat Tilman Geske, ein protestantischer deutscher Missionar in Malatya  in der Türkei, trotz mehrfachen Drohungen seiner späteren Mörder, dieses Land nicht mit seiner Frau und seinen drei Kindern (!) verlassen, sondern hat diese christenfeindlichen Menschen solange gereizt, bis sie ihn mit 160 Messerstichen ermordet haben. In Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan, hat eine Missionarin aus Südafrika, welche vorher von den Taliban längere Zeit beobachtet und verfolgt wurde, diesen Fingerzeig unseres Herrn nicht beachtet und ist geblieben. Sie wurde auf offener Straße erschossen. Und das alles, obwohl uns der Herr sagt:

In welche Stadt ihr aber gekommen seid, und sie nehmen euch nicht auf, da geht hinaus.

Lk 10,10 In welche Stadt ihr aber gekommen seid, und sie nehmen euch nicht auf, da geht hinaus auf ihre Straßen und sprecht: 10,11 Auch den Staub, der uns aus eurer Stadt an den Füßen hängt, schütteln wir gegen euch ab; doch dies wißt, daß das Reich Gottes nahe gekommen ist. 10,12 Ich sage euch, daß es Sodom an jenem Tag erträglicher ergehen wird als jener Stadt. Lk 10,10-12;

(Siehe auch Diskurs 753: „Müssen Christen ihre Feinde lieben? - Teil 3: Die christliche Auslandsmission.”)


Und auch die beiden deutschen evangelikalen Bibelschülerinnen, welche im Juni dieses Jahres im Jemen ermordet wurden, gelten als Parade-Märtyrerinnen, von welchen ihre Freunde schreiben, dass sie „die Toten beneiden, weil sie sich für Gottes Reich eingesetzt hätten, ehrenhaft gefallen seien und jetzt bei Jesus verweilen dürften.”

(Siehe auch Diskurs 56: „Sind die verstorbenen Christen bereits im Himmel?”)


Doch auch aus katholischen Kreisen liest man in letzter Zeit immer wieder von katholischen Missionaren und Missionarinnen, welche bei ihrem Einsatz im Ausland verschleppt und getötet wurden. Der Chef der Päpstlichen Missionswerke (Missio) in Österreich, Monsignore Leo Maasburg bestätigt denn auch: „Manche Schwestern beten um den Märtyrertod. Das ist das höchste Zeugnis für sie”. Seiner Meinung nach sei der Märtyrertod: „das Hingeben des eigenen Lebens für die Menschen. Gewaltlos und ohne dass man sich und andere in die Luft sprengt.” Allerdings betont er dann: „Ich darf niemand zum Heroismus oder Märtyrertum verpflichten” und unterscheidet sich damit doch noch von den islamistischen Koran-Lehrern, welche ihre Schüler als Selbstmordattentäter in alle Welt schicken.

Was Monsignore Maasburg allerdings nicht erkennt, ist die Tatsache, dass einerseits der Tod dieser Missionare weder für andere Menschen noch für Gott - und schon gar nicht für sie selbst - irgendeinen Nutzen hat. Missionare, die um ihren Tod beten, gehen nicht deshalb in die Mission, um Menschen zu Gott zu führen, sondern suchen in ihrem Egoismus primär entsprechende Situationen (Länder), um dieses Ziel zu erreichen. Sie sind daher auch keine Märtyrer, sondern potentielle Selbstmörder. Sie drücken sich vor der Verantwortung und stehlen Gott ihr Leben, in welchem sie vielleicht noch viele Menschen unter den fast 4 Millionen Muslimen im deutschsprachigen Raum (in einer Art „Auslandsmission im Inland”) oder ganz einfach in der eigenen Familie oder im eigenen Land hätten zum Glauben bringen können. Im deutschsprachigen Raum sind rd. 80% der Bevölkerung keine Christen (inkl. Katholiken). Doch diese zu bekehren wäre ja völlig gefahrlos und man könnte damit nicht zum „Märtyrer” werden.

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Andererseits begehen diese Menschen - und die Missionswerke, die sie entsenden - den größten Irrtum ihres Lebens, wenn sie glauben, mit ihrem Tod eine besondere Leistung, ein besonderes Zeugnis zu erbringen, mit welchem sie errettet werden könnten. Wir müssen keine Opfer - geschweige denn Menschenopfer - erbringen. Jesus Christus hat bereits sein Leben für uns alle hingegeben, damit wir errettet sind. Wer nun glaubt sich durch seinen eigenen Tod als Märtyrer erretten zu müssen, macht das Opfer unseres Herrn ungültig, will sich selbst erretten und hat damit einen falschen Glauben. Doch leider wird diese Lehre der Errettung durch eigene Leistungen - offensichtlich auch durch Selbstmord - insbesondere in der katholischen Kirche von höchster Stelle propagiert und vom Klerus verbreitet.

Gerade in den islamischen Ländern dürfen sich jedoch christliche Missionare keine Toleranz erwarten. Denn auch rechtgläubige Christen können bei Menschen, welche trotz Evangelisation an keinen oder einen anderen als den jüdisch-christlichen Gott der Bibel glauben wollen, keine Toleranz üben. Im Unterschied zum Islam brechen aber bibelgläubige Christen - entsprechend dem Gebot des Herrn weiter oben, in Lk 10,10-12 - nur den näheren Kontakt zu diesen Menschen ab.

Doch manche fehlgeleitete „Theologen” glauben, unter dem Deckmantel einer scheinheiligen „Toleranz”, in einer in Wahrheit gottlosen Ökumene einen derartigen Polytheismus im Christentum einführen zu können. Vergleichsweise würde jede Ehefrau, die ihren Ehemann herzlich liebt und die man auffordern würde, sich auch anderen Männern hinzugeben, dieses Ansinnen zurecht mit aller Schärfe zurückweisen. Doch die Vertreter einer „interreligiösen Ökumene” betreiben diese geistliche Hurerei in Ausübung ihrer Funktion als Abgesandte ihrer Religionen.

Beim „Dialog der Religionen” im Internationalen Waldzell Meeting 2007 im Benediktinerstift Melk/Österreich, an welchem Vertreter aller großen Weltreligionen teilnahmen (Judentum, Katholizismus, Christliche Orthodoxie, Islam, Buddhismus), bekundete der Vertreter der katholischen Kirche, Pater David Steindl-Rast, Benediktiner Österreich/USA, dass

„unsere Religion so wie jede andere ein Tor ist, durch das wir auf das Letzte hingehen”.

Und das, obwohl uns der Herr Jesus in Jh 14,6 sagt:

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Jh 14, 6:


Und auch der Rabbiner David Rosen, Präsident des Internationalen Jüdisches Komitees für interreligiöse Konsultationen, bestätigte:

„Ich glaube nicht, dass es nur einen Weg gibt. Wenn uns Gott in solcher Verschiedenheit anspricht, muss es verschiedene Wege geben”.

Und das obwohl der Herr, ihr Gott, den Juden in der Tora (5Mo 6,4) sagt:

Höre, Israel: Der HERR ist unser Gott, der HERR allein.

5Mo 6,4 Höre, Israel: Der HERR ist unser Gott, der HERR allein. 5Mo 6, 4;


Es ist daher - für Christen und für Juden - beschämend, dass allein der Vertreter des Islam, Ahmed Mohammad El-Tayyib, Rektor der Al-Azhar-Universität in Kairo, der bedeutendsten islamischen Bildungseinrichtung, den Mut zur Feststellung gefunden hat:

„Aus dieser von Gott gewollten Verschiedenheit (der Religionen / Anm. FH) folgt für die Menschen, dass sie sich in den Religionen und Glaubensgrundsätzen unterscheiden und sich weiter unterscheiden werden bis zum Jüngsten Tag”.

Damit hat er sich als Einziger von den gegenseitigen Anbiederungsversuchen der anderen Religionen distanziert.

(Siehe auch den Diskurs 91: „Die interreligiöse Ökumene: Sind die Religionen nur verschiedene Wege zum Heil?”)


In diesem Zusammenhang ist auch der Versuch mancher christlicher Theologen und Prediger zu sehen, Allah, den Gott des Islam, mit dem Gott der Bibel für identisch zu erklären, weil „Allah” das arabische Wort für Gott ist. Diese Ansicht zeugt von einer völligen Ahnungslosigkeit über die diesbezüglichen Aussagen der Bibel und ist ungefähr so zutreffend, wie die Behauptung, dass Giacomo Casanova, der durch seine Verführungskünste sprichwörtliche italienische Abenteurer, identisch sei mit Dr. Birger Neuhaus, dem Forscher und Kurator für „Wurm-Artige Tiere” am Naturkundemuseum von Berlin, weil „Casanova” das italienische Wort für Neuhaus sei.

Was nun die weiter oben zitierten Aussagen von Pfarrer Johann Pucher und Pater Anselm Grün betrifft, sind diese aber tatsächlich fast wortident und man kann daher mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass auch Grün - wie Pucher - seine Weisheiten aus dem Buch Ratzingers über die „Einführung in das Christentum” bezogen hat. Und weil die Vergebung Gottes in den Aussagen der Bibel nicht ignoriert werden kann, versteigt sich Anselm Grün dann zu der Behauptung:

„Der Kern der biblischen Botschaft ist: Gott vergibt uns die Schuld, weil er Gott ist, weil er barmherzig und gnädig ist. Und nicht, weil Jesus am Kreuz gestorben ist.

und

„Jesus darf nicht als der große Retter verstanden werden ... In manchen Köpfen schwirrt immer noch die Idee herum, dass Gott seinen Sohn sterben lässt, um unsere Sünden zu vergeben. Doch was ist das für ein Gott, der den Tod seines Sohnes nötig hat, um uns vergeben zu können?”


Um die obige Frage gleich hier einmal vorweg zu beantworten: es ist ein absolut gerechter Gott (siehe auch weiter oben: Warum Jesus ans Kreuz gegangen ist). Doch mehr davon später. Auch diese obige Aussage von A. Grün deckt sich mit jener von J. Pucher am Beginn dieses Diskurses, wo dieser schreibt:

„Im Kreuzestod Jesu wird nicht ein sühnehungriger, sondern ein unendlich und bedingungslos liebender Gott offenbar. Jesus ist nicht Mensch geworden und am Kreuz gestorben, um uns mit Gott zu versöhnen.”


„Gott ist ein unendlich und bedingungslos liebender Gott” und „Jesus ist nicht am Kreuz gestorben, um uns mit Gott zu versöhnen”. Dies ist also die „Benedikt-Doktrin”, welche von den Mitgliedern des katholischen Klerus' fleißig verbreitet wird.

Nun kann man ja dieser Auffassung eine gewisse Logik nicht absprechen. Wenn Gott wirklich ein unendlich und bedingungslos liebender Gott wäre, gibt es überhaupt keinen Grund daran zu zweifeln, dass Gott allen Menschen alle ihre Sünden ohne jede Bedingung (bedingungslos) und ohne irgendeine Einschränkung (unendlich) vergeben hat und weiterhin vergeben wird. Und wenn dem so wäre, würde sich natürlich tatsächlich die Frage stellen, wozu dann der Sohn Gottes am Kreuz sterben musste.

Wie man sieht, wird damit genau jene Frage wieder aktuell, welche sich schon der jüdische Klerus im Sanhedrin unter dem Hohenpriester Kaiphas vor fast zweitausend Jahren gestellt hat: wozu sollte Gott einen Sohn auf die Erde senden? Und damit wird ein breiter, verhängnisvoller Weg in die Herzen und Hirne der Menschen vorbereitet, welchen der Antichrist später einmal nutzen wird. Er wird behaupten, dass der jüdische Sanhedrin und sein Hohenpriester Kaiphas damals mit ihrem Zweifel an der Gottessohnschaft des Jesus von Nazareth völlig recht hatten. Dass dieser Jesus ein falscher Christus gewesen sei und er, der Antichrist (grie.: antichristos = „Anstatt- oder Gegenchristus”), nun als der „wahre und echte Messias und Sohn Gottes” gekommen wäre.

Das ist der Antichrist, der leugnet, dass Jesus der Christus ist.

1Jh 2,22 Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 1Jh 2,22;

Das ist der Antichrist, der nicht bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist.

2Jh 1,7 Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist. 1,8 Seht euch vor, dass ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt. 1,9 Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer in dieser Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn. 1,10 Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn auch nicht. 1,11 Denn wer ihn grüßt, der hat teil an seinen bösen Werken. 2Jh 1, 7-11;


Aus der Annahme, dass der Antichrist als der „wahre Messias” auftreten wird, ist auch zu schließen, dass er anfangs keinesfalls bei den Gottlosen und Ungläubigen die meiste Zustimmung finden wird, sondern eher bei jenen, die – wie Johannes oben schreibt – über die Lehre hinausgehen. Neben jenen christlichen Denominationen, welche die Entrückung vor der Großen Trübsal lehren und deshalb als „nächstes größtes Ereignis der Weltgeschichte für die Gläubigen” die Wiederkunft Christi erwarten, werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch die mosaisch gläubigen Juden, welche Jesus als den Christus bis heute ablehnen und daher noch immer auf den Messias warten, den Antichristen für den Messias halten und – anders als zu Jesu Zeiten – in heller Begeisterung dem lang ersehnten „Gesalbten Gottes” zujubeln, wie ihnen das der Herr Jesus auch prophezeit hat.

Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.

Jh 5,41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen; 5,42 sondern ich kenne euch, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. 5,43 Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen. Jh 5,41-43;

(Siehe auch den Diskurs 71: „Ist das nächste größte Ereignis der Weltgeschichte für die Gläubigen die Entrückung?”)


Bei der Einschätzung der katholischen Kirche muss man nun allerdings berücksichtigen, dass die katholischen Kleriker - vom Pfarrer bis zum Papst - im Hinblick auf ihre bekanntermaßen mehr als dürftige biblische Kenntnis und Erkenntnis, kaum in der Lage sind, die Konsequenzen dieser Zusammenhänge zu erkennen und einzuordnen. Man kann daher die katholische Kirche nicht insgesamt als „Vorfeldorganisation des Antichristen” bezeichnen, wie das einige Prediger aus dem evangelikalen Lager tun.

Tatsächlich dürfte in der katholische Kirche bei diesen Aussagen eher der Wunsch im Vordergrund stehen, die Einzigartigkeit und Unabdingbarkeit des Kreuzestodes Jesu Christi herunterzuspielen, um die Wichtigkeit ihres Götzen, der „Mittlerin Maria”, umso heller erstrahlen zu lassen. - „Sie wissen nicht was sie tun” (Lk 23,34), wie das schon der Herr Jesus - allerdings von den Römern, die ihn gekreuzigt haben - gesagt hatte.

Doch wie ist das bei uns, im evangelikalen Lager? Auch hier gibt es viele Prediger, welche bei Veranstaltungen und im Fernsehen von der „unendlichen” und „bedingungslosen” Liebe Gottes sprechen, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, was sie hier aussprechen und was diese Worte tatsächlich bedeuten. Nachdem man einerseits davon ausgehen muss, dass diese Leute der deutschen Sprache mächtig sind und ihnen andererseits nicht unterstellen sollte, dass sie die Geschwister mit Absicht auf einen falsche Weg führen wollen, bleibt nur die Alternative des verantwortungslosen Gebrauchs von populistischen Phrasen mit möglichst niedriger Hemmschwelle, um möglichst viele Leute anzulocken und zu einer „Bekehrung” zu überreden.

Diesen Predigern - und auch den Klerikern guten Willens in der katholischen Kirche - sei gesagt, dass Gottes Liebe nach der Bibel weder bedingungslos noch unendlich ist! Denn wenn die Liebe Gottes bedingungslos wäre, müsste dieser Gott alle Verbrecher, Massenmörder, Gottesleugner, Tyrannen und was es sonst noch an üblem Gesindel gibt, vom Anbeginn der Welt bis zu ihrem Ende (unendlich!!) ohne Reue und Bekehrung (bedingungslos!!) in das ewige Leben eingehen lassen. Das ist natürlich Unsinn, aber nachdem viele Prediger und Evangelisten das immer und immer wieder verkünden, glauben es die Leute schließlich und realisieren nicht, dass bei einer unendlichen und bedingungslosen Liebe, Gott allen Menschen alle ihre Sünden ohne Reue und Umkehr vergeben müsste und es wäre dann kein Sündopfer mehr erforderlich - und Jesus Christus hätte nicht am Kreuz sterben müssen.

Der Grund, warum Gottes Liebe daher nicht bedingungslos und unendlich ist - ja gar nicht sein kann -, ist Gottes absolute Gerechtigkeit. Wenn ein unendlich und bedingungslos liebender Gott beim Letzten Gericht alle unschuldig Ermordeten dieser Welt gemeinsam mit ihren, von jeder Schuld freigesprochenen Mördern, ins ewige Leben eingehen lassen würde, wäre dies kein gerechter Gott, sondern die Ungerechtigkeit in Person. Jeder Mensch könnte leben und handeln, wie es ihm gerade beliebt, denn Gott liebt ihn „bedingungslos” und wird ihm alles vergeben. Er hätte keine Konsequenzen zu befürchten und müsste für sein Verhalten auch nicht Rechenschaft ablegen.

Und hier erkennen wir auch, welchen Eindruck jene Menschen bekommen, welche aufgrund der Verheißung einer unendlichen und bedingungslosen Liebe Gottes durch diverse Prediger ihre Entscheidung treffen, Christ zu werden. Durch eine derartige „Evangelisation” werden diese Menschen nie zum christlichen Glauben kommen, sondern bestenfalls in den Gemeinden und Kirchen Mitläufer und Namenschristen bleiben wie J. Pucher und Anselm Grün.

Daher ist es außerordentlich wichtig die Menschen darauf hinzuweisen, dass die Liebe unseres Gottes eben nicht bedingungslos ist. Eine bedingungslose Liebe stünde im Widerspruch zur Gerechtigkeit Gottes, da Gerechtigkeit Bedingungslosigkeit ausschließt. Und hören wir endlich auf den Leuten Märchen zu erzählen, sondern konfrontieren wir sie mit der Wahrheit des Evangeliums: Unser Gott ist ein gerechter Gott, der die Sünde mit dem Tod bestraft. Und nachdem wir alle Sünder sind, müssten wir demnach alle sterben, wenn Gott nicht in seiner - nicht bedingungslosen! - Liebe seinen Sohn gesandt hätte, damit dieser stellvertretend für alle Menschen den Tod am Kreuz zur Vergebung unserer Sünden stirbt.

Wer nun dieses Angebot Gottes im Loskaufopfer seines Sohnes als Sühne auch für seine eigenen Sünden annimmt, dem sind seine Sünden vergeben. Er ist errettet und wird sein ewiges Leben bei Gott verbringen. Wer das nicht will, kann es bleiben lassen. Gott zwingt niemand zu einer Bekehrung. Doch dieser Mensch sollte dann beim letzten Gericht, wenn er zur ewigen Verdammnis in der Finsternis fern vom Gott verurteilt wird, nicht um Gnade betteln. Denn die Gnade und Barmherzigkeit Gottes im Loskaufopfer seines Sohnes hat er sein Leben lang verachtet und verhöhnt. Daher bleibt ihm am Ende nur noch die absolute Gerechtigkeit Gottes. Und die kennt weder Gnade noch Barmherzigkeit, sondern nur errettet oder verdammt.

Ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt errette.

Jh 12,44 Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; 12,45 und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. 12,46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe; 12,47 und wenn jemand meine Worte hört und nicht befolgt, so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt errette. 12,48 Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag. Jh 12,44-48;


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