Diskurs 31 - Leserkommentar zu den Exkursen 01, 02 und 03.




Die Bibelauslegung - Exkurs 01. / Kommentar M. H. 00, 2001-02-06

Die 144.000 Versiegelten - Exkurs 02. / Kommentar M. H. 01, Versiegelten, 2001-02-06

Das scharlachrote Tier - Exkurs 03/1. / Kommentar M. H. 02, 2001-02-06

Babylon - Exkurs 03/2. / Kommentar M. H. 03, 2001-02-06


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Die Bibelauslegung - Exkurs 01 / M. H. 00, 2001-02-06)

Diesen Abschnitt kann ich ohne Einschränkung akzeptieren. Ihre Arbeit ist sehr gut und überzeugend und vor allem mit ausreichend Beispielen ausgestattet. Für die Bearbeitung von Bibeltexten, also der Bibelauslegung sind aber noch zusätzliche Punkte von Belang. Ein paar habe ich in meinem Abschnitt „Bibelauslegung” erläutert, jedoch wird es noch deutlich mehr geben. Besonders am Herzen liegt mir das Maximalprinzip, welches besagt, dass eine Auslegung zuerst bei den umfangreichsten und deutlichsten Stellen zu beginnen hat. Dies ist für die Beschäftigung mit dem Thema „Endzeit” sehr wichtig.

(M. H.  www.bibel-info.net)



(Siehe auch den Exkurs 01: „Die Auslegung der prophetischen Schriften”.)

Es ist völlig klar, dass bei der Auslegung noch manche andere Punkte zu berücksichtigen sind und daher nimmt dieser Exkurs auch keinesfalls für sich in Anspruch - ob vom Umfang oder von Inhalt her - vollständig zu sein. Einer dieser Punkte ist – wie Sie richtig erwähnen – eine Auslegung dort zu beginnen, wo das Thema am deutlichsten und umfangreichsten behandelt wird.

Bevor wir allerdings diese Entscheidung treffen, gilt es zwei Prämissen Rechnung zu tragen, welche bei oberflächlicher Betrachtungsweise oft übersehen werden:

a) die Spezifikation der zulässigen Informationsbasis und

b) die Entscheidung, welches Thema hier tatsächlich vorliegt.


Zu a)

Dies ist im Prinzip die Festlegung, woher wir uns die Informationen beschaffen können. Man könnte hier z. B. aus katholischer Sicht die „Tradition”, den Katechismus oder die Dogmen als Informationsquelle nennen oder aus jüdischer Sicht (z. B. für das AT) den Talmud oder überhaupt die rabbinische Literatur.

Hier stehe ich auf dem Standpunkt unserer Glaubensväter, dass Schrift immer nur durch Schrift ausgelegt werden darf und daher als Informationsquelle ausschließlich die Heilige Schrift AT und NT herangezogen werden darf.


Zu b)

Bevor wir entscheiden können, wo ein Thema am deutlichsten und umfangreichsten behandelt wird, müssen wir festlegen, um welches Thema es sich tatsächlich handelt. Wenn z. B. jemand die Meinung vertritt, dass die 144.000 Versiegelten Teil der Gemeinde sind, wird er jene Schriftstellen suchen, wo deutliche Aussagen über die Gemeinde gemacht werden. Ist man der Auffassung, die 144.000 sind Israeliten, wird man Bibeltexte zitieren, welche sich auf Israel beziehen.

Und hier meine ich, kommt man nicht umhin, vor einer derartigen Entscheidung den logischen und semantischen Inhalt des jeweils hinterfragten Textes genauestens zu prüfen. Jene Vorgangsweise, welche die offensichtliche semantische Aussage von Schrifttexten mangels eigenem Interpretationsvermögen oder deshalb umdeutet, weil sie nicht in ein vorgefasstes Meinungsbild passt, ist strikte abzulehnen.

Wenn eindeutige und substantiell gewichtige Aussagen der Schrift nicht in unser Meinungsbild passen, dann ist mit großer Wahrscheinlichkeit unser Meinungsbild falsch und nicht die Schrift.




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(Die 144.000 Versiegelten - Exkurs 02 / M. H. 01, 2001-02-06)

Die 7 Sendschreiben. Auch diesem Exkurs kann ich ohne Abstriche zustimmen. Einzig in der Annahme, dass die 144.000 die Braut Christi und von der Gemeinde Christi gesonderte Gruppe sein sollen, halte ich nicht für vertretbar. Eine solche Aussage sollte nicht anhand von einzelnen Versen, die stark widersprüchlich und mehrdeutig sind getroffen werden. Eine Behandlung zum Thema, wie Juden und Christen in der Gemeinde zueinander stehen, sollte nicht in der Offenbarung sondern vielmehr in Römer 9-11 einsetzen. In dieser Stelle zeigt Paulus eindeutig, dass wir Heidenchristen den Judenchristen gleich gestellt sind. Daher ist eine Abtrennung nicht haltbar. Jedoch lasse ich stehen, dass es verschiedene Gruppen gibt, die anderen hervorgehoben sind. Z.B. die Märtyrer aus dem 5. Siegel, welche mit Jesus im Millennium regieren, eine ähnliche Stellung werden auch die 144000 einnehmen, es gilt aber, in Christus sind alle gleich und gilt weder Jude noch Heide.

(M. H.  www.bibel-info.net)



(Siehe auch den Exkurs 02: „Die sieben Sendschreiben”.)

Wenn ich Ihre Aussagen richtig interpretiere (bitte um Korrektur) dann sehen Sie - ebenso wie ich – in den 144.000 Versiegelten Juden aus den 12 Stämmen Israels, gehen allerdings nicht mit meiner Auffassung konform, dass diese die „Braut Christi” sind, welche für Sie in der Gemeinde – einschließlich der Christen aus Israel - zu sehen ist.

Sie vertreten hier eine – speziell natürlich in den Gemeinden – weit verbreitete Meinung und ich habe dem nichts anderes entgegenzusetzen, als ich in meinen Unterlagen bereits dargestellt habe. Ich weiß sehr wohl, dass dies keine hieb- und stichfeste Argumentation ist, allerdings sprechen m. E. in toto mehr Hinweise in der Schrift dafür, dass die Gemeinde (Kirche) nicht jene herausragende Position einnimmt, welche ihr von vielen Auslegern gerne zugedacht wird. Wir sind als Gemeinde – wie es scheint – die Summe aller Geretteten, die Hochzeitsgäste, während sich die Identität der Braut des Herrn nach allen diesbezüglichen Aussagen des AT und NT nie geändert hat und wie die nachfolgenden Texte zeigen, im Volk Israel der Endzeit – eben den 144.000 Erstlingen für Gott und das Lamm, den Versiegelten aus allen 12 Stämmen Israels - gesehen werden muss.

Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit.

Hos 2,18 Alsdann, spricht der HERR, wirst du mich nennen »Mein Mann« und nicht mehr »Mein Baal«. 2,19 Denn ich will die Namen der Baale von ihrem Munde wegtun, dass man ihrer Namen nicht mehr gedenken soll. 2,20 Und ich will zur selben Zeit für sie einen Bund schließen mit den Tieren auf dem Felde, mit den Vögeln unter dem Himmel und mit dem Gewürm des Erdbodens und will Bogen, Schwert und Rüstung im Lande zerbrechen und, will sie sicher wohnen lassen. 2,21 Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit, ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit. 2,22 Ja, in Treue will ich mich mit dir verloben, und du wirst den HERRN erkennen. 2,23 Zur selben Zeit will ich erhören, spricht der HERR, ich will den Himmel erhören, und der Himmel soll die Erde erhören, 2,24 und die Erde soll Korn, Wein und Öl erhören, und diese sollen Jesreel erhören. 2,25 Und ich will ihn mir in das Land einsäen und mich erbarmen über Lo-Ruhama, und ich will sagen zu Lo-Ammi: »Du bist mein Volk«, und er wird sagen: »Du bist mein Gott.« Hos 2,18-25;

Israel, der Erstling der Ernte des Herrn und Jerusalem, seine Braut.

Jer 2,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir: 2,2 Geh und rufe in die Ohren Jerusalems: So spricht der HERR: Ich erinnere mich - dir zugute - an die Treue deiner Jugendzeit, an die Liebe deiner Brautzeit, wie du hinter mir hergingst in der Wüste, im unbesäten Land. 2,3 Israel war heilig dem HERRN, der Erstling seiner Ernte. Alle, die davon aßen, machten sich schuldig: Unglück kam über sie, spricht der HERR. 2,4 Hört das Wort des HERRN, Haus Jakob und alle Sippen des Hauses Israel! 2,5 So spricht der HERR: Was haben eure Väter Unrechtes an mir gefunden, dass sie sich von mir entfernt haben und dem Nichts nachgelaufen und selber zu Nichts geworden sind? Jer 2, 1- 5;

Du wirst sie als Gürtel um dich legen, wie eine Braut es tut.

Jes 49,14 Zion aber sprach: Der HERR hat mich verlassen, der HERR hat meiner vergessen. 49,15 Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. 49,16 Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir. 49,17 Deine Erbauer eilen herbei, aber die dich zerbrochen und zerstört haben, werden sich davonmachen. 49,18 Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir. So wahr ich lebe, spricht der HERR: du sollst mit diesen allen wie mit einem Schmuck angetan werden und wirst sie als Gürtel um dich legen, wie eine Braut es tut. Jes 49,14-18;

Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann HERR Zebaoth heißt sein Name.

Jes 54,4 Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden; schäme dich nicht, denn du sollst nicht zum Spott werden, sondern du wirst die Schande deiner Jugend vergessen und der Schmach deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken. 54,5 Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann HERR Zebaoth heißt sein Name -, und dein Erlöser ist der Heilige Israels, der aller Welt Gott genannt wird. 54,6 Denn der HERR hat dich zu sich gerufen wie ein verlassenes und von Herzen betrübtes Weib; und das Weib der Jugendzeit, wie könnte es verstoßen bleiben! spricht dein Gott. Jes 54, 4- 6;

Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet.

Mt 22,8 Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren es nicht wert. 22,9 Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet. 22,10 Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. 22,11 Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an, 22,12 und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. 22,13 Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein. 22,14 Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt. Mt 22, 8-14;

Die zehn Brautjungfrauen.

Mt 25,1 Dann wird es mit dem Reich der Himmel sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und hinausgingen, dem Bräutigam entgegen . 25,2 Fünf aber von ihnen waren töricht und fünf klug. 25,3 Denn die Törichten nahmen ihre Lampen und nahmen kein Öl mit sich; 25,4 die Klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen . 25,5 Als aber der Bräutigam auf sich warten ließ , wurden sie alle schläfrig und schliefen ein . 25,6 Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam! Geht hinaus, ihm entgegen! 25,7 Da standen alle jene Jungfrauen auf und schmückten ihre Lampen. 25,8 Die Törichten aber sprachen zu den Klugen: Gebt uns von eurem Öl! Denn unsere Lampen erlöschen. 25,9 Die Klugen aber antworteten und sagten: Nein, damit es nicht etwa für uns und euch nicht ausreiche! Geht lieber hin zu den Verkäufern und kauft für euch selbst! 25,10 Als sie aber hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam, und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Tür wurde verschlossen . 25,11 Später aber kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, öffne uns! 25,12 Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht . 25,13 So wacht nun! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde. Mt 25, 1-13;

(Siehe auch Diskurs 66: „Das Reich der Himmel - Die zehn Brautjungfrauen.”)

Die 144.00 Versiegelten aus allen 12 Stämmen Israels, die Erstlinge für Gott und das Lamm.

Off 14,1 Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm Hundertvierundvierzigtausend, die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben auf ihrer Stirn. 14,2 Und ich hörte eine Stimme vom Himmel wie die Stimme eines großen Wassers und wie die Stimme eines großen Donners, und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielen. 14,3 Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Gestalten und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen außer den Hundertvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde.14,4 Diese sind's, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; die folgen dem Lamm nach, wohin es geht. Diese sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm, 14,5 und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig. Off 14, 1- 5;


Wie in den obigen Texten aus Mt 22,8-14 und 25,1-13 zu erkennen ist, wird hier wohl von der Hochzeit, von den Hochzeitsgästen, von den Brautjungfrauen und vom Bräutigam gesprochen, die Braut allerdings wird nirgendwo erwähnt. Die Israeliten, welche vom Herrn zuerst als Gäste zu dieser Hochzeit eingeladen wurden, lehnten diese Einladung ab und kamen nicht. Und so sandte der Herr hinaus in die Nationen, alle einzuladen die kommen wollten. Es gibt also keinen Unterschied mehr ob Israelit oder Heide aus den Nationen. Jeder der will, kann kommen. Allerdings als Hochzeitsgast und nicht als Braut. Es wird auch nirgends berichtet, dass die Braut gewechselt worden wäre. Im Gegenteil, die Braut war und ist immer schon die selbe, von der der Herr sagt:

Hos 2,21 „Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit, ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit”

nämlich Lo Ammi, Israel, der Erstling seiner Ernte und die Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm, die 144.000 Versiegelten aus allen 12 Stämmen Israels der Endzeit.

(Siehe auch Diskurs 15: „Wer ist die Braut des Lammes?”)

(Siehe auch Kapitel 063: Die Wiederkunft des Herrn – 3. Teil / „Die Hochzeit des Lammes.”)

Dass nun diese 144.000 eine, wie Sie sagen „von der Gemeinde Christi gesonderte Gruppe” sind, geht eindeutig – und weder widersprüchlich noch mehrdeutig - aus den Texten in Off 7,2-8 und oben in Off 14,1-5 hervor. Es sind „144.000 Versiegelte aus jedem Stamm der Söhne Israels” (Off 7,4).  „Diese sind's, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; die folgen dem Lamm nach, wohin es geht. Sie sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm” (Off 14,4). Dies sind alles Attribute, welche wohl kaum auf die ganze Gemeinde zutreffen können.

Hinsichtlich der Koexistenz von Juden und Christen in der Gemeinde stimme ich Ihnen schon zu. Wie Paulus sagt: „Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen” (1Kor 12,13). Damit sind aber eindeutig jene Juden gemeint, welche Jesus Christus als ihren Retter angenommen haben und zum Glauben an ihn gekommen sind.

Dann gibt es aber natürlich auch noch die anderen Juden, von denen ebenfalls Paulus in Röm 11,25 sagt:

Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen hineingekommen sein wird;

Röm 11,25 Denn ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt sei, damit ihr nicht euch selbst für klug haltet: Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen hineingekommen sein wird; 11,26 und so wird ganz Israel errettet werden, wie geschrieben steht: «Es wird aus Zion der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden; 11,27 und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.» 11,28 Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der Väter willen. Röm 11,25-28;


Diese sind also nicht gleichzusetzen mit den Ungläubigen aus den Nationen/Heiden. Sie haben zwar den Sohn Gottes als ihren Messias nicht erkannt und abgelehnt, ungeachtet dessen sind und bleiben sie „hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der Väter willen”.

Auch wenn diese „Auswahl” im heutigen Volk Israel noch verborgen ist – sie sind „verstockt” wie Paulus sagt – werden doch ihre Nachkommen in der Endzeit wieder diesen Vorzug aufweisen und – unabhängig von den Verheißungen für die Gemeinde und ihren Gliedern - zu den Geliebten Gottes um der Väter willen werden.

Aber ich bin in dieser Frage – verständlicherweise als Glied der Gemeinde - sehr offen und für jede Argumentation dankbar, welcher es gelingt die obigen Aussagen der Schrift über die „Braut Jerusalem” zu widerlegen. Allerdings nicht in Form einer Meinungsäußerung, sondern exegetisch fundiert und mit aussagekräftigen Schriftstellen belegt.




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(Das scharlachrote Tier - Exkurs 03/1 / M. H. 02, 2001-02-06)

Das scharlachrote Tier. Hierzu habe ich eine längere Ausführung in Bearbeitung. Daher nur kurz ein paar Anmerkungen: Das Tier der Offenbarung ist aus den Teilen der ersten 3. Tiere aus Daniel zusammengesetzt und daher in der Nachfolge dieser. Da das erste Tier das babylonische Reich ist, kann unmöglich die Aufzählung der 7+1 Häupter bei Ägypten einsetzen. Es muss hier beachtet werden, dass die heidnischen Reiche erst dann diese Funktion übernehmen konnten, nachdem Israel durch Ungehorsam und Abfall von Gott als auserwähltes Volk, welches die Heiden die Gebote Gottes lehren sollte, verworfen und zerstört worden war. Diese Zerstörung erfolgte durch Babylon. Demzufolge sind die ersten 4 Reiche Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom. In der Offenbarung werden aber 7 Könige und als 8. das Tier aus Off. 13 genannt, welches einem der vorherigen gleichen soll. Beachtet man die Weltgeschichte, so ist das antike Rom zwar untergegangen, jedoch immer wieder in neuer Gestalt wiedererstanden: unter Karl dem Großen als „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nationen” unter Napoleon unter Hitler Auch der Zusammenhang dieser 3 Herrscher/Reiche zu Israel ist gegeben Kreuzzüge, Judenverfolgung Wiederentdeckung der Antike, Ägyptens, Juden erhielten das Bürgerrecht Hitlers Judenmord Auch haben alle 3 Reiche wesentliche Teile des Römischen Reiches besessen, sind in der Tradition Roms gewesen und haben sogar die Kaisertitel (welche sich von den römischen Cäsaren ableitet) übernommen. Auch die Aussage : Offb 17,10 Fünf sind gefallen, und einer ist, und der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muß er eine kleine Zeit bleiben. Offb 17,11 Und das Tier, das gewesen und ist nicht, das ist der achte und ist von den sieben und fährt in die Verdammnis, macht hier Sinn. Sollte meine Ansicht zutreffen, dann würde diese Aussage auf die Zeit Napoleons zutreffen. Es ist bezeichnend, dass die Geschichtsschreibung mit ihm und seiner Zeit die Neuzeit beginnen lässt. Durch Napoleon verbreitete sich die Auflösung der Monarchien und der Gedanke des Humanismus auf Europa. Als schwaches Indiz kann hier das erste Siegel angeführt werden, welches einen Reiter auf weißem Pferd beschreibt, der auszog, zu siegen. Napoleon ritt immer und stets nur auf einem weißen Pferd. Was auch beachtet werden muss, ist die Bewegung, die eigentlich und substanziell hinter der französischen Revolution und der Geschichte danach stand: die Freimaurerei. Die Freimaurerei wurde durch Einfluss der Rothschilds durch Adam Weißhaut, dem Begründer der Illuminanten zur Zeit Napoleons neu strukturiert (d.h. um die Hochgradfreimaurerei ergänzt) Durch die Rothschilds und den nachfolgenden Gruppierungen wurde zudem die monarchische Herrschaft durch eine monetarische Herrschaft, d.h. einer Herrschaft des Geldes ersetzt.

(M. H.  www.bibel-info.net)



(Siehe auch den Exkurs 03: Das scharlachrote Tier.")

Sie schreiben in Ihren obigen Ausführungen:

„In der Offenbarung werden aber 7 Könige und als 8. das Tier aus Off. 13 genannt, welches einem der vorherigen gleichen soll”.

Für diese Aussage muss ich Sie bitten, mir gemäß den eingangs genannten Kriterien, Schriftstellen zu benennen, welche diese Ihre Aussage belegen. Wie der untere Text zeigt, heißt es wohl, dass das Tier selbst ein achter (König) ist, allerdings gibt es keinerlei Hinweis darauf, dass der achte König mit dem Tier aus Off 13 ident wäre.

Und das Tier, das war und nicht ist, es ist selbst sowohl ein achter.

Off 17,9 Hier ist der Verstand nötig, der Weisheit hat: Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Und es sind sieben Könige: 17,10 die fünf ersten sind gefallen, der eine ist, der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er eine kurze Zeit bleiben. 17,11 Und das Tier, das war und nicht ist, es ist selbst sowohl ein achter als auch von den sieben und geht ins Verderben. Off 17, 9-11;


Infolgedessen steht hier auch nichts davon, dass das Tier aus Off 13 einem der sieben Könige des Tieres aus Off 17 gleichen soll. Der Text lautet: „... das Tier ... ist selbst sowohl ein achter, als auch von den sieben ...”. D. h. die einzige Schlussfolgerung, die man seriöser Weise hier treffen kann, ist die Aussage, dass das Tier aus Off 17 (in der Wüste) selbst einer von den sieben und ein achter König ist. Aber keinesfalls trifft dies auf das Tier aus Off 13 (aus dem Meer) zu.

Und hier zeigt sich überhaupt ein grundsätzliches Missverständnis in der Interpretation der beiden Tiere. Wir haben in der Offenbarung insgesamt drei Tiere:

-  das Tier aus dem Meer (Off 13,1), mit zehn Hörnern und sieben Köpfen

-  das Tier aus der Erde (Off 13,11), mit zwei Hörnern

-  und das scharlachrote Tier in der Wüste (Off 17,3), mit sieben Köpfen und zehn Hörnern.


Wenn Sie nun in Ihrer obigen Stellungnahme schreiben:

„Das scharlachrote Tier (...) Das Tier der Offenbarung ist aus den Teilen der ersten 3 Tiere aus Daniel zusammengesetzt und daher in der Nachfolge dieser. Da das erste Tier das babylonische Reich ist, kann unmöglich die Aufzählung der 7+1 Häupter bei Ägypten einsetzen.”

vermengen Sie das erste Tier aus dem Meer (Antichrist mit der Macht des Satans) mit dem dritten Tier in der Wüste (Satan „persönlich”). Obwohl der Antichrist durch die Manifestation (Kraft, Macht, Thron) des Satans in seinem Körper wesensmäßig mit Satan ident ist, sind beide von der Person her völlig unterschiedlich. Hier verhält es sich ähnlich wie bei der Inkarnation Gottes des Allmächtigen in seinem Sohn Jesus Christus.

Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.

Jh 12,44 Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; 12,45 und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Jh 12,44-45

Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.

Jh 14,8 Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns. 14,9 Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater. Jh 14, 8- 9;


Wie der Herr dem Philippus oben, in Jh 14,8-9 zu erklären versucht, ist der Vater im Sohne immanent. Nachdem Gott Geist ist und daher keine Gestalt an sich hat, ist die Menschwerdung in seinem Sohn die einzige Visualisierung Gottes und damit die einzige Möglichkeit für den Menschen, Gott zu sehen.

Bei Satan und Antichrist verhält es sich – im negativen Sinn - ähnlich. Satan ist im Wesen des Antichrist präsent. Er beherrscht und steuert ihn. Dennoch sind die beiden zwei unterschiedliche Persönlichkeiten.

Daher ist auch das scharlachrote Tier aus Off 17,3 (Satan) keinesfalls „aus den drei Teilen der ersten 3 Tiere aus Daniel zusammengesetzt”. Es ist dort nur die Rede davon, dass es „voller Lästernamen war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte”. Vielmehr ist es das erste Tier aus dem Meer, in Off 13,1 (Antichrist), welches diese Eigenschaften der drei Tiere aus Daniel 7,4 ; 7,5 und 7,6 aufweist.

(Siehe auch die Tabelle 02: „Die Weltreiche in der Bibel.” und die Tabelle 06: „Der Antichrist, die ‚Dame’ im Schachspiel des Teufels.”)

Die Ansicht, dass Napoleon dieser, in Off 17,11 genannte siebente König sei, wurde bereits im

Diskurs 13: „Welchen Weltreichen sind die 7 (8) Häupter/Könige aus Off 17 zuzuordnen?

behandelt und ist dort nachzulesen.




(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Babylon - Exkurs 03/2 / M. H 03, 2001-02-06)

Die zweite Anmerkung betrifft Babylon. Hislop, ein englischer Historiker hat sich mit dem alten Babylon eingehend befasst (Buch: „The Two Babylons” ) Hier führt er aus, dass das Geldsystem erstmalig in Babylon entwickelt wurde und auch scheiterte. Der monetäre Aspekt ist also von wesentlicher Bedeutung. Die Verbindung zwischen der katholischen Kirche und dem babylonischen Heidenkult ist anderseits ebenfalls massiv. Sowohl der Papsttitel, die Tiara, die Kardinäle, die Marienverehrung usw. lassen sich auf babylonischen Quellen zurück führen. Allein der Begriff Babylon lässt viele Erklärungen zu. Aber durch den Vorsatz „Hure Babylon” erfolgt eine Einschränkung auf die Beziehung zu Jesus und Gott. Insgesamt bilden sich in der Offenbarung, ähnlich dem Gleichnis Jesu über die gute Saat, in welche der Teufel seine Böse Saat auswirft und welche bis zur Ernte ausreifen muss, Gegensatzpaare aus: Christus – Antichrist hl. Geist - falscher Prophet Gott-Vater - Drache Braut Jesu - Hure Babylon. Da Jesus in seinem Gleichnis als guten Samen und Frucht nicht alle Menschen, sondern nur die echten Christusgläubigen, also die Gemeinde meinte, muss die böse Saat daher eine scheinchristliche, von Jesus letztlich verworfene Kirche meinen. Zuletzt wird die antichristliche Gemeinschaft (Antichrist und die 10 ´Könige´) die Hure überwältigen und töten. Daher kann die Hure Babylon meine Erachtens nur die katholische Kirche und deren Ableger sein (statt „Hure Babylon” ist auch „Mutter der Hurerei” übersetzbar).

(M. H.  www.bibel-info.net)



Mit Ihrer obigen Argumentation gehe ich weitgehend konform. Speziell mit den Gegensatzpaaren:

„Christus - Antichrist / hl. Geist - falscher Prophet / Gott-Vater - Drache / Braut Jesu - Hure Babylon”.

Allerdings habe ich bei objektiver Betrachtungsweise in Off 18 zu viele Aussagen gefunden, welche man der katholischen Kirche - derzeit? – nicht zuweisen kann. Aber vielleicht gehören Off 17 und Off 18 zwei verschiedenen Kategorien an, dann könnten Sie wohl Recht haben. Dies ist sicherlich ein Thema, über welches noch nicht das letzte Wort gesprochen ist!

(Siehe auch den Exkurs 03: „Das scharlachrote Tier”.)