Diskurs 43 - Stellungnahme zur Kampagne „Kraft zum Leben” von Pfr. Thomas Gandow.




Dies ist eine Aussendung von Pfarrer Thomas Gandow, Landeskirchliches Pfarramt für Sekten- und Weltanschauungsfragen, Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg, Heimat 27 D-14165 Berlin-Zehlendorf,

o  Fon: +49 (0) 30-815 70 40

o  Fax: +49 (0) 30-84 50 96 40

o  email: pfarrer.gandow@berlin.de

o  Internet: http://www.ekibb.de/seels/sekten/

Pfarrer Thomas Gandow ist auch Vorsitzender des Dialog Zentrum Berlin (DZB), Adresse, Fon und Fax wie oben. e-mail: info@berliner-dialog.de, als deutscher Zweig des Dialog Center International, http://www.dci.dk




Vorbemerkung: Seit Anfang des Jahres (2002) kommt es wegen der im Folgenden beschriebenen, ungewöhnlichen evangelistischen Aktion hier immer wieder zu Anfragen, „ob es sich dabei um eine Sekte” handele. Ich habe zur Beantwortung der aufgetretenen Fragen die hier vorgelegten Informationen gesucht und zusammengestellt und auch Bewertungen und Überlegungen aus der Sicht des kirchlichen Beauftragten für Sekten- und Weltanschauungsfragen zu den sich ergebenden Herausforderungen angefügt.
Für weitere Informationen, Anregungen und Kritik bin ich dankbar.
Verwendung für den kirchlichen Gebrauch und die Beratungsarbeit frei.
Ich hoffe, Ihnen hiermit bei der Meinungsbildung und Bewertung gedient zu haben.

Mit freundlicher Begrüßung und guten Wünschen für ein gnadenreiches Jahr 2002

Thomas Gandow, Pfr.



Stellungnahme zur Kampagne „Kraft zum Leben”

Seit Anfang des Jahres 2002 hat in Deutschland eine große christliche Werbekampagne begonnen, die lebhafte Nachfragen bei kirchlichen Sektenbeauftragten sowie ein großes Medienecho ausgelöst hat. Auf Plakatwänden und in Zeitungsbeilagen, ebenso in Anzeigen in Zeitschriften wird für ein evangelistisches Buch mit dem Titel „Kraft zum Leben” geworben. Auch im Fernsehen wurden Werbespots geschaltet. Per Postkarte, Internet (http://www.powerforliving.comm und http://www.kraftzumleben.de ) oder Telefon kann man die kostenlose Schrift bestellen. Die Resonanz soll enorm sein. Nach Schätzungen aus dem Umkreis der Organisatoren meldeten sich in den ersten Tagen der Kampagne, die bis Ende Februar weitergeht, täglich fast 20.000 Interessierte.

1. Kraft zum Leben - was geschieht

a) Prominente

Berühmte Leute geben ihren Namen und ihr Gesicht für „Kraft zum Leben”: Es werben der Profi-Golfer Bernhard Langer, der englische Sänger Cliff Richard, der brasilianische Fußballstar Paulo Sergio (FC Bayern München) und der Urenkel des letzten deutschen Kaisers, Philip Prinz von Preußen ebenso wie Andrea Zangemeister, Chefredakteurin von „Bild der Frau” und die Kunstspringerin Brita Baldus: „Kunstspringen war mein Leben, aber es hat mich nicht zufrieden gemacht. Die Kraft der Botschaft Gottes jedoch hat dies geschafft.” - Golfprofi Bernhard Langer äußerte in einer Presseerklärung: „Ich habe das angebotene Buch ‘Kraft zum Leben’ in seiner englischen Fassung schon vor Jahren gelesen und es hat mir und meiner Familie sehr geholfen.” Fußballer Paulo Sergio wird auf der „Kraft zum Leben”-Website zitiert mit den Worten: „Über Siege und Niederlagen hinaus - meine Beziehung zu Gott läßt mich immer als Sieger dastehen.”

b) Das Buch

Das mit solchen Aussagen beworbene, 134 Seiten starke Buch enthält als Einstieg kurze Lebensberichte („Zeugnisse”) der Prominenten sowie des früheren DDR-Nationaltorwarts Rene Müller und des Schuhfabrikanten Heinz-Horst Deichmann. Der dann folgende eigentliche Text soll zur persönlichen Bekehrung zu Jesus Christus anleiten. Darüber hinaus will das Buch für den christlichen Glauben als Lebensorientierung werben und zum Bibellesen ermutigen. In dem Buch gibt es auch Anregungen für das tägliche Gebet und den Ratschlag, eine „bibeltreue” Gemeinde zu suchen.

o  Wer einen Kupon für weitere Informationen ausfüllt, bekommt eine Bibel und eine Bibellesehilfe zugeschickt.

o  Für weitere Literaturanforderung wird laut IDEA die telefonische Bestellannahme des evangelikalen Hänssler-Verlages (Holzgerlingen bei Stuttgart) angegeben, der auch den Bibeltext für die Broschüre zur Verfügung gestellt hat.


c) Die Kampagne

Bereits im Spätsommer 2001 wurde in deutschen Zeitungen mit Golfer Langer für das Buchprojekt geworben. Die Aktion – anscheinend ein Testballon- wurde jedoch schon nach wenigen Wochen abgebrochen. Besteller, die an ein Postfach in Schorndorf geschrieben hatten, erhielten anscheinend zum Teil keine Zusendung. Im November 2001 fiel nach Auswertung der anscheinend erfolgreichen Testphase die Entscheidung für eine neue Kampagne, nachdem auch Sendezeiten für Fernsehwerbung abgesichert waren.
Die Aktion soll bis Ende Februar 2002 fortgesetzt werden.
(Wie am 8. Januar bekannt wurde, empfiehlt die „Gemeinsame Stelle Werbung der Landesmedienanstalten”für die Broschüre „Kraft zum Leben” solle nicht mehr im Fernsehen geworben werden. Bei den Spots für das Buch der amerikanischen Arthur-S.-DeMoss-Stiftung handele es sich um religiöse und weltanschauliche Werbung, die in Deutschland verboten sei, begründete die Stelle am Dienstag ihre Empfehlung. Das entsprechende generelle Verbot solcher Werbung solle verhindern, daß Sendezeit gekauft oder genutzt wird, um außerhalb des redaktionellen Programms für bestimmte inhaltliche Positionen zu werben. Die Rundfunksender seien verpflichtet, die Vielfalt und Ausgewogenheit der Programme zu beachten. „Ideelle Werbung würde diesem Gebot zuwiderlaufen”, sagte ein Sprecher.)

d) Worum geht es beim „Power for Living /Kraft zum Leben-Projekt?

Ziel des „Kraft zum Leben”-Projekts ist es nach den Verlautbarungen der Initiatoren „so viele Menschen wie möglich mit dem biblischen Bericht vertraut zu machen, wie man Gott auf einer persönlichen Ebene kennenlernen kann”. Die prominenten Werbeträger der Kampagne erhielten der Verlautbarung zufolge für ihre Mitwirkung keinerlei Vergütung. Zu der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte Philip Prinz von Preußen „Es ist großartig, daß eine Stiftung soviel Geld für Gott und ihre Mitmenschen einsetzt.” Philipp Prinz von Preußen, selbst Theologiestudent, meinte, daß bei „Kraft zum Leben” nur vom Evangelium die Rede ist. „Diese Botschaft hat vor vielen Jahren mein Leben buchstäblich gerettet und mich und meine Familie auf eine gute, eine gesegnete Bahn gebracht.”

2. Bewertung

Die Bewertung der Aktion bleibt mit guten Gründen zwiespältig:

+  Ich finde es als Christ und kirchlicher Sektenbeauftragter für Berlin-Brandenburg sehr gut, daß sich prominente Christinnen und Christen mit ihrem Bild und ihrer ganzen Person für unseren christlichen Glauben einsetzen. Das hat es so in letzter Zeit leider zu wenig gegeben. Ich möchte das Engagement dieser mutigen Prominenten nicht eingeengt nur als Werbung für eine Broschüre oder eine amerikanische Organisation sehen. Auch sagen nicht alle Beteiligten, die Broschüre selbst habe ihnen zum christlichen Glauben geholfen. Paulo Sergio, Fußballprofi beim FC Bayern München begründet sein Engagement in einer kritischen Fernsehsendung grundsätzlicher: „Ich selbst habe das Buch deshalb unterstützt, um die Botschaft von Jesus Christus weiterzugeben und dabei nicht an mich und meine Familie gedacht.” Bei dem Engagement der Prominenten handelt es sich also um deren couragierte Beiträge zu einer neuen Diskussion über den christlichen Glauben und die Frage, was uns im Leben Kraft und Halt gibt und worauf wir uns in dieser Welt verlassen können.

-  Zugleich mahne ich aber zur Vorsicht im Umgang mit dem Buch. Es gibt Fragen und Vorbehalte gegenüber den Initiatoren, der DeMoss-Stiftung, sowohl was ihr Vorgehen, als auch, was ihre Hintergründe betrifft. Die Vorbehalte, die von verschiedener Seite geltend gemacht worden sind, möchte ich darstellen und außerdem auch Hinweise (u.a. Links) zum Weiterlesen geben. Die Informationsfragen möchte ich im Folgenden so gut es geht beantworten.

Abschließend aber möchte ich den Blick auf die nicht unproblematischen Perspektiven richten, die sich aus der Kampagne für Kirchen und christliche Gemeinschaften in Deutschland ergeben. Hier dürften die eigentlichen Herausforderungen liegen.

Meine Ratschläge:

o  Leser der Schrift sollten mit ihren Fragen zum christlichen Glauben, zum Inhalt der Broschüre und zu einem erfüllten Glaubensleben nicht allein bleiben, sondern sich tatsächlich an die nächste christliche (Kirchen-) Gemeinde wenden.

o  Und wo in den Gemeinden und Gemeinschaften durch das Buch Diskussionen, Anregungen und kritische Fragen entstehen, kann das nur gut sein, den eigenen Standpunkt (und die eigene Einladung an Kirchenfremde) zu formulieren. Darum sollte dort über das Buch, aber auch über ihre Hintergründe und über Perspektiven und Konsequenzen der Kampagne offen gesprochen werden.


3. Kritik und Bedenken

o  Ich habe in meinem Neujahrsrundbrief am 3. Januar 2002 eine kurze Erstinformation gegeben und festgehalten: „Von Beobachtern wird allerdings bemängelt, daß auf der Internetseite ein Impressum nicht zu erkennen ist”. Ich habe dann auf die DeMoss-Stiftung als Geldgeber der Aktion hingewiesen. „Die Stiftung gehört zum ‘konservativen’ evangelikalen Spektrum in den USA und unterstützt mit großen Summen z.B. die Anti-Abtreibungs-Bewegung, die Nationale Koalition gegen Pornographie, Campus Crusade for Christ und eben auch Power for Living.” Weiter schrieb ich:

o  Die DeMoss-Familie hat zwar Verbindungen zu Billy Graham, was aber das Buch genau enthält und ob es sich inhaltlich im Rahmen der Verkündigung Billy Grahams bewegt, ist hier noch nicht bekannt.”

o  Später habe ich auch auf die Verbindungen zu Jerry Falwell und dessen „Connections” zu Mun hingewiesen.


Von anderen Seiten wurden weitergehende, unterschiedlich akzentuierte Bedenken angemeldet:

„Fehlende Transparenz”

Dr. Reinhard Hempelmann, Leiter der EZW, stellte fest: „Niemand ist bereit, für die Stiftung DeMoss zu sprechen. Diejenigen, die den Auftrag bekommen haben, das Buch zu verschicken, können wiederum über die Stiftung nichts sagen. Selbst die werbenden Sportler wissen nichts Näheres darüber, was sich hinter der DeMoss Stiftung verbirgt” und „Das Informationsverhalten der Initiatoren der Kampagne hat in Deutschland dazu geführt, daß im Vordergrund der Debatte nicht der Inhalt des Buches steht, sondern die Frage, wer hinter dieser Aktion steckt. Dies zu erfahren, darauf hat der Empfänger einer Botschaft ein Recht. Wer für den christlichen Glauben in der Öffentlichkeit wirbt, sollte den Mut haben, sich zu zeigen. Geheimniskrämerei, fehlende Transparenz, Informationsverweigerung entsprechen jedenfalls nicht dem Evangelium, das für die Menschen eine Kraft zum Leben sein will.”

„Nicht abgesprochen”

So berichtet die evangelische Nachrichtenagentur IDEA, der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), habe gegenüber idea die Kampagne zwar begrüßt: „Alles, was der Verbreitung des Evangeliums dient, ist uns willkommen.” Allerdings sei es schade, daß es keine Anbindung der Aktion an die Gemeinden gebe. Er hätte sich gewünscht, daß die Stiftung bereits im Vorfeld der Aktion Kontakt etwa zur Evangelischen Allianz gesucht hätte, um sich über ein gemeinsames Vorgehen abzusprechen.

„Gemeinschaftsorientierung fehlt”

Der EZW-Referent Dr. Michael Utsch stellt fest, was fehlt: „Ein zentrales Element des christlichen Glaubens, die Gemeinschaft. Es mag ja anregend sein, das Buch zu lesen und sich die Frage zu stellen ‘Was muß sich in meinem Leben ändern?’. Vielleicht bekomme ich sogar den Impuls, andere Entscheidungen zu treffen? Nur muß sich das in meinem Alltag niederschlagen, ich muß es in meinen bestehenden Konflikten und Schwierigkeiten erleben. Dazu brauche ich andere Menschen, die Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Leider ist diese Dimension in diesem Buch überhaupt nicht vorhanden und es werden auch keine Brückenschläge dazu gemacht.” .... Das Buch fordere zwar die Leser auf, Kontakt zu einer bibeltreuen Gemeinde aufzunehmen, gebe aber keine Adressen an. Dies sei ein eklatanter Unterschied etwa zur Evangelisation ProChrist, wo die Gemeinden direkt eingebunden sind.

„Gut gemeint – schlecht gemacht”

Besonders hart kritisierte der „Medienexperte” und Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake, die Informationspraxis und Durchführungsstrategie der Arthur DeMoss Stiftung. Baake warf der Stiftung vor, sowohl bei der Durchführung der Aktion, als auch bei der Information der Öffentlichkeit, „eklatante Fehler” gemacht zu haben, die jetzt dazu führten, daß die Aktion mit negativen Klischees belegt würde, für die es keine Beweise gebe. Baake kritisierte wie andere vor ihm auch, daß „Kraft zum Leben” ohne die Zusammenarbeit mit christlichen Kirchen und Gemeinden durchgeführt werde. Nach seinen Angaben habe der Repräsentant der Arthur DeMoss Stiftung, Edwin McDonald „bewußt vermieden”, sowohl die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) als auch die Landeskirchen, Freikirchen und die Deutsche Evangelische Allianz zu informieren. Die Kritik Baakes gipfelt in dem Diktum: „Wer unfähig zur Kommunikation ist, darf sich nicht wundern, wenn andere Meinung machen”. Die Aktion sei „gut gemeint – und schlecht gemacht”.

4. Informationen zur Kampagne „Kraft zum Leben”

Es wird zwar mit Prominenten geworben, die ihr Gesicht zeigen. Zum Teil sind sie sehr bekannt, aus dem Sport oder „aus der Gesellschaft”. - Aber es war bisher nicht erkennbar, wer hinter der Aktion steht, sie inhaltlich verantwortet, koordiniert und finanziert.

Um das heraus zu kriegen, muß der einzelne Interessent schon eine ziemliche Informationsarbeit – zum Beispiel im Internet- aufwenden. Ich halte so ein indirektes Vorgehen einer Organisation bei gleichzeitigem Vorschicken von Einzelpersonen eigentlich für grundsätzlich bedenklich – nicht nur vom Standpunkt der Zielgruppe aus gesehen, sondern auch, was den Umgang mit den Prominenten betrifft. Diese können zwar verantwortlich ihren eigenen Einsatz begründen und vertreten, nicht aber eine Organisation, über die ihnen selbst zum Teil nur wenig bekannt ist.

Wer führt also diese Kampagne durch?

Die Stiftung

Die Kampagne wird durchgeführt von der amerikanische Arthur-S.-DeMoss-Stiftung (Palm Beach/Florida), einer „privaten, philanthropischen Organisation”. Sie wurde schon 1955 von dem Versicherungsvertreter Arthur S. DeMoss gegründet, der seinen Reichtum „in den Dienst Gottes” stellen wollte. Bei seinem Tod 1979 hinterließ er ein Vermögen von 359 Millionen US-Dollar. Seitdem leitet seine Witwe Nancy DeMoss die Stiftung. Mit einem Vermögen von rund 500 Millionen Dollar ist die DeMoss Foundation die Nummer 98 der größten amerikanischen Stiftungen. Vgl. u.a.: http://www.taz.de/pt/2002/01/04/a0043.nf/textdruck

DeMoss beauftragte seine Familie, das gesamte Vermögen einzusetzen, um christliche Werte in den USA und weltweit durchzusetzen. Zu diesem Zweck unterstützt die Stiftung mit ihren Geldern – jährlich sollen etwa 100 Millionen Euro ausgeschüttet werden -, vor allem auch politisch konservative christlichen Gruppen und Initiativen. Die Arthur DeMoss Stiftung fördert laut Satzung christliche Projekte im In- und Ausland. Dabei bedient sie sich laut Satzung populärer Persönlichkeiten, die für christliche Ziele und Inhalte werben.

Zu den von der Stiftung geförderten Organisationen gehören vor allem Organisationen, die in den USA zur sogenannten „christlichen Rechten” gerechnet werden. Einer der Hauptempfänger von Stiftungszuwendungen ist das „American Center for Law and Justice”. Es ist eine Unterabteilung der von Pat Robertson gegründeten „Christian Coalition”.

Von daher muß sich die Stiftung Vorwürfe gefallen lassen, sie identifiziere sich mit den Zielen der von ihr geförderten Institutionen. So sagte der EZW-Referent Dr. Utsch:

„Problematisch ist, daß diese Arthur DeMoss-Stiftung und die ganze DeMoss-Familie dem rechtsevangelikalen Milieu zuzurechnen sind. Es sind Leute, die sich intolerant verhalten, weil sie zum Beispiel homosexuelle Menschen diskreditieren, Abtreibungsbefürworter massiv unter Druck setzen, die Evolutionstheorie gänzlich ablehnen. Es sind also sehr konservative Kräfte, die dort am Werke sind und jetzt auch eine massive Missionskampagne in Europa durchführen.” http://www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/0,1251,MAG-0-174963,FF.html

Ähnlich scharf argumentieren amerikanische Kritiker in einer Report-Sendung:http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/020107/03/index.html

Mark DeMoss

Mark DeMoss, der Sohn von Arthur und Nancy DeMoss ist heute vielleicht neben Nancy DeMoss die wichtigste Person in der DeMoss-Stiftung. Er gehört zu den Repräsentanten der Stiftung (seine Mutter ist die Vorsitzende); zugleich leitet er eine eigene Firma, die christliche Medienagentur DeMoss-Group Inc. – Spirited Public Relations. Diese Agentur betreibt Öffentlichkeitsarbeit für Organisationen die der evangelikalen Rechten in den USA zugerechnet werden. Gelegentlich überschneiden sich auch die Aktivitäten der Stiftung und die Aktivitäten der Firma: Mark DeMoss vertritt Organisationen, die gleichzeitig von der Stiftung Geld erhalten.

Die zentrale Rolle von Mark DeMoss in der amerikanischen evangelikalen Szene wird auch dadurch deutlich, daß er nach unseren Informationen auch die Billy-Graham-Organisation, inzwischen von Franklin Graham, dem Sohn von Billy Graham geleitet, vertritt und auch Pressesprecher der „Concerned Women for America” und der Männerorganisation „Promise Keepers” ist.

Eine seiner persönlichen und organisatorischen Verbindungen aber ist besonders bemerkenswert: Mark DeMoss ist Absolvent der ”Liberty University”. Diese Universität wurde gegründet und wird bis heute geleitet von dem „Tele-Evangelisten” Jerry Falwell, einem der umstrittenen Führer der „Evangelikalen Rechten” in den USA (Vgl. grundsätzlich: http://science.orf.at/science/wagnleitner/243222, aber auch Welt, 18.9.2001 http://www.welt.de/daten/2001/09/18/0918pte282805.htxx)

Bis 1991 war Mark DeMoss der persönliche Assistent von Jerry Falwell und sein Pressesprecher. Heute vertritt seine Firma die Liberty University und Jerry Falwell in der Öffentlichkeit. Mark DeMoss sitzt auch im Verwaltungsrat der Liberty University.

Im Hintergrund: Jerry Falwell

Als Falwells Liberty University vor einigen Jahren massive Geldprobleme hatte, half ihm eine größere Spende der Mun-Bewegung („Vereinigungskirche” des Mun, San Myung die Universität zu erhalten. Mark DeMoss soll sich, als Kritik daran laut wurde, sinngemäß so geäußert haben, daß es ihm egal sei, woher das Geld für die Universität käme, Hauptsache Jerry Falwell könnte weiterarbeiten. Dies war nicht die einzige Finanzspritze von Mun für Falwell. Falwell muß deshalb vorgeworfen werden, daß er intensive Arbeitskontakte mit der Moonbewegung nicht gescheut hat und weiterhin nicht scheut, nicht nur als es um die Finanzierung seiner Liberty University ging (vgl. z.B.Christianity Today, February 9, 1998 Vol. 42, No. 2, Page 82 http://www.christianitytoday.com und http://www.pfo.org).

Ich halte es für sehr bedenklich, wenn der Prediger einer Organisation, die sich selbst als christlich versteht, im wahrsten Sinne des Wortes keine Berührungsängste (Foto: Falwell und Moon http://www.apologeticsindex.org/404.html ) gegenüber einer antichristlichen, spiritistischen Neureligion und ihrem Sex- und Weltkriegsmessias Mun hat. Dies habe ich auch öffentlich geäußert.

Während Falwell sich früher mit „Nichtwissen” herauszureden versuchte und sein Sprecher Mark DeMoss in einem der Wiederholungsfälle von rein geschäftlichen Transaktionen sprach, scheut sich Falwell offensichtlich trotz fundierter Kritik aus dem evangelikalen Lager nicht, die Kooperation auch weiter fortzusetzen; ein jüngster Hinweis auf Falwells Mun-Verbindung u.a. hier: http://www.vereinigungskirche.de, dort der Bericht über die „Assembly 2001” 19.-21.10.2001.

Das Buch

„Power for Living” gibt es in verschiedenen Versionen, die sich nicht nur sprachlich unterscheiden. Es war mir bis jetzt noch nicht möglich, die jetzt in Deutschland verbreitete deutsche Auflage selbst zu lesen (es wurden Lieferfristen zwischen 3 und 6 Wochen angekündigt), daher möchte ich mich zu dem jetzt in Deutschland vorbereiteten Buch noch nicht selbst äußern. Immerhin liegen aber verschiedene Auflagen des Buches bereits seit 1984 im englischsprachigen Raum vor. Es kann durchaus sein, daß es für den einen oder anderen, je nachdem zu welcher Konfessionsfamilie er sich rechnet, auch problematische Aspekte enthält.
Soviel kann man auf jeden Fall aber schon festhalten: Das Buch „Kraft zum Leben” enthält keine politischen Aussagen (was einige erleichtert, was aber andererseits auch zu Kritik führt, s.u.) , dennoch ist der Inhalt nicht einfach gleichgültig. Hintergrund ist ein charismatisch beeinflußtes und auch sehr amerikanisches, individualistisches Verständnis von christlichem Glauben.

Zum Inhalt

Der Leiter der EZW, Dr. Reinhard Hempelmann, schreibt in einer Bewertung über „Kraft zum Leben”:

„Es handelt sich um ein 134-seitiges, zusammengesetztes Buch. 1983 wurde es in seinen Hauptteilen von Jamie Buckingham geschrieben, 2001 übersetzt, überarbeitet und um vorangestellte Teile erweitert. Es enthält dabei zahlreiche aus der Sicht des christlichen Glaubens zustimmungsfähige Aussagen. Es ist kein „Sektenbuch”, sondern in seiner inhaltlichen Ausrichtung dem Spektrum des konservativen Evangelikalismus zuzuordnen.

Allerdings ist es kein gelungenes Buch, weder sprachlich, noch inhaltlich. Auf den ersten 20 Seiten kommen verschiedenste Autoren mit Lebens- und Glaubenszeugnissen zu Wort.

Im Weiteren beansprucht das Buch eine Anleitung zum christlichen Glauben zu sein. Solche Anleitungen sind heute angesichts des Verdunstens christlicher Glaubensorientierungen fraglos nötig. Doch das Buch geht auf die Schwierigkeiten neuzeitlicher Menschen im Umgang mit dem christlichen Glauben nicht ein.

Es stellt vier geistliche Gesetze und Prinzipien in den Mittelpunkt seiner Aussagen, die durch die Organisation Campus für Christus bekannt wurden (1. Gott liebt dich. 2. Der Mensch ist sündig. 3. Christus rettet den Menschen. 4. Jeder muß Christus persönlich annehmen.) und vermittelt einen schematischen Weg zum christlichen Glauben, der dem Sachverhalt nicht gerecht wird, daß die befreiende Kraft des Glaubens sich für viele Menschen nicht in einem Augenblick, sondern einem Prozeß erschließt.

Die Sprache des Buches bleibt auf den Binnenbereich einer bestimmten Frömmigkeitsform beschränkt. Auf eine Darlegung des Zusammenhangs zwischen Glauben und Handeln wird verzichtet, die Öffentlichkeitsrelevanz des christlichen Glaubens tritt in dem Buch ganz zurück.

Die klassischen ethischen Themen des protestantischen Fundamentalismus (Schutz des ungeborenen Lebens, Kampf gegen Feminismus und Homosexualität, Engagement für Pornographieverbot, etc.), für die sich die DeMoss Stiftung im amerikanischen Kontext engagiert, spielen in dem Buch keine Rolle. Der christliche Glaube wird vor allem unter der verkürzenden Perspektive der individuellen Rettung und Vergewisserung gesehen.” (Vollständig unter www.ekd.de/)


Zur Geschichte des Buches

Die Entstehungsgeschichte des Buches „Kraft zum Leben” ist etwas verzwickt. Heute wird meist angegeben, diese Schrift sei 1983 von dem christlichen Bestseller-Autor Jamie Buckingham (1932-1992) verfaßt worden. In Wirklichkeit ist die Entstehung dieses Buches etwas komplizierter. Ich folge hier eher der Darstellung von David Chilton, einem Mitglied des Autorenteams der 1. Auflage.

Nancy DeMoss (Vorsitzende der DeMoss-Stiftung, siehe oben) und Bill Bright, Präsident von Campus Crusade for Christ beschlossen im August 1983, als Beitrag zum gerade laufenden „Jahr der Bibel”, noch im selben Jahr ein Buch herauszubringen, zu bewerben und unter die Leute zu bringen. Da nur noch der Herbst dafür zur Verfügung stand, stand das Projekt unter großem Zeitdruck. Beauftragt mit der Erstellung wurde eine Gruppe junger „Christian Reconstructionists”. Dies ist eine Bewegung mit klaren, vom Calvinismus geprägten religiösen Vorstellungen zur Gestaltung der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Biblisches Gesetz bietet demnach die Grundlage für das Denken und Handeln in jedem Bereich des Lebens; es gibt in keinem Bereich so etwas wie religiös Neutralität; alle Menschen und Institutionen sollten Gottes Ansprüchen entsprechen, die ausdrücklich in der Bibel offenbart sind. Entsprechend, so Chilton, fiel das Buch zunächst aus. Schon Ende des Jahres 1983 wurde der bekannte charismatische Schriftsteller Jamie Buckingham mit der Überarbeitung und Revision des Buches beauftragt. William James (Jamie) Buckingham (1932-1992) war ein populärer christlicher Autor in den USA. Er schrieb unter anderem als Ko-Autor auch an der Biographie von Pat Robertson, dem kürzlich zurückgetretenen Vorsitzenden der ”Christian Coalition of America”, einer politischen Lobby der konservativen Christen in den USA.

Civil Religion statt Calvinismus

Chilton, einer der Autoren der ersten Ausgabe, beschreibt als Veränderung und neue Akzente der von Buckingham bearbeiteten Ausgabe u.a.: „Ich hatte geschrieben, das Mitgliedschaft in der Kirche ein grundlegendes Gebot ist, weil der Leib Christi gemeinschaftlich wächst, und das Wachstum des Einzelnen untrennbar ist vom Wachstum der Kirche (Epheser 4,13-16, Hebräer 10,23-25). All das wurde gestrichen”. Weitere inhaltliche Kritik von Chilton an der „entkirchlichten” und nach seiner Ansicht auch „entkernten” Bearbeitung von Buckingham findet sich hier: inhaltliche Kritik aus seiner Sicht: ftp://entrewave.com/freebooks/ (PDF-File, benötigt zB. Acrobat-Reader)

Sicherlich kommt im Gegensatz zwischen erstenund der Buckingham-Version des Buches nicht einfach und nicht nur der Gegensatz zwischen harten, orthodoxen Calvinisten und freiflottierenden Charismatikern zum Ausdruck. Chilton behauptet vielmehr, daß Nancy DeMoss und Bill Bright (als nicht-charismatische Presbyterianer) sich bewußt für eine „individualistische” Bearbeitung des Buches durch den Charismatiker Buckingham entschieden nach dem Motto „Reformation ohne Konfrontation”. Um jeden Preis, so faßt Chilton seine Kritik zusammen, sollten in dem Buch ideologische Kontroversen vermieden werden. Er kennzeichnet schließlich das heutige „Kraft zum Leben” als eine Schrift der amerikanischen „Civil Religion”, von der Herbert Schloßberg in seinem Buch „Idols for Destruction – Christian Faith and its Confrontation with American Society” schreibt:

„‘Civil religion’ mildert Spannungen, während biblische Religion sie hervorruft.
‘Civil religion’ verkleistert die Risse des Bösen, während biblische Religion die Tapete abreißt und die häßlichen Stellen aufdeckt.
‘Civil Religion’ verschreibt bei Krebs Aspirin, während biblische Religion das Messer ansetzt.”


5. Organisation und Perspektiven

Die Einschätzung der organisatorischen Durchführung der Aktion reicht von der Einschätzung „Das Management der Aktion ist äußerst unprofessionell” (EZW) über „Gut gemeint – schlecht gemacht” (Baake, kep) bis zu meiner Einschätzung, daß wir es hier mit einer in fast jeder Hinsicht gut gemachten Kampagne zu tun haben.

Auf dem Hintergrund meiner Einschätzung, daß es sich um eine gelungene Kampagne handelt, sollen die folgenden Überlegungen dennoch mehr als Fragen denn als Feststellungen gesehen werden.

Keine Eintagsfliege

Wer seinen Bestellcoupon nicht per Post einschickt, sondern seine Bestellung telefonisch aufgibt , um die kostenlose Broschüre zu bekommen, dem wird mitgeteilt, daß mit der Zusendung wegen der großen Nachfrage erst in drei oder gar sechs Wochen zu rechnen ist. Es wird zwar zugesichert, daß die eingereichte Adresse nur „zu diesem Zweck” verwendet wird. Wo hat dieser Zweck aber sein Ende? Und warum werden Anrufer auch nach einer Nummer auf dem Bestellcoupon gefragt, warum enthält der Coupon eine solche – je nach Zeitungsausgabe verschiedene Nummer, aus dem sich u.a. die regionale Ausgabe der Zeitung erschließen läßt?

Die Antwort liegt auf der Hand: Offensichtlich ist die Kampagne – ob mit oder ohne Speicherung der Daten – nicht als Eintagsfliege geplant. Das wird schon an dem eingesetzten Geld deutlich. Insider sprechen von einem Kampagnen-Etat von nicht 5, sondern 30 Millionen Euro.

Weitere Aktionen, die auf den breiten Erkenntnissen der Januarkampagne und dem zweiten Rücklauf (Schriftenbestellung) aufsetzen, werden folgen. Eine Art Adreßgemeinde wird entstehen, deren Mitglieder in dieser Sache virtuell, nämlich über die gleichen Informationsbriefe verbunden sind.

Neue Formen evangelistischer Kampagnen

Diese Kampagne im Rahmen einer langfristig angelegten Strategie soll offensichtlich in die christliche religiöse Landschaft in Deutschland hinein neue Kommunikations- und Führungskanäle etablieren - von außen und an den Kirchen, Gemeinschaften und bisherigen Organisationen vorbei.

Ob dies Vorgehen und die Art der Vermittlung von Inhalten wirklich „zu amerikanisch” ist, wird sich erst noch weisen. Es könnte sein, daß unsere Kultur und Gesellschaft, unsere Kommunikationsgewohnheiten schon viel „amerikanischer” sind, als wir im kirchlichen und freikirchlichen Raum wahrnehmen und dies uns lieb ist.

Der gegen diese Einschätzung vorgebrachte Hinweis auf die 1995 in der Außenwirkung gescheiterte, ähnliche Kampagne des Reinhard Bonnke („Vom Minus zum Plus”) sticht nicht wirklich. Bonnke ließ sein „Kreuzbüchlein” per Postwurfsendung an viele Haushalte versenden; er sprach davon, auf diese Weise Menschen flächendeckend zu erreichen. Schneller als gedacht landete seine unbestellt versandte Schrift im Altpapier.

Im Gegensatz dazu erfolgt heute die evangelistische Ansprache, wenn auch nicht explizit, flächendeckend schon durch die Werbung. Bücher und Rücklaufmaterial werden daher zielgenau nur an die Besteller versandt.

Das bisherige Aufsehen um die Kampagne gibt den Planern und Akteuren erst einmal recht. Ebenso das große aktive und passive Interesse, das sich nicht nur in den tatsächlichen Buch-Bestellungen, sondern ebenso in den zahlreichen (!!) Auskunftsfragen, aber ebenso auch in der entsprechenden (vor allem kritischen) Medienberichterstattung zeigt.

Neue Strukturen von Christlichkeit?

Gibt es eine Zielgruppe für das Buch?

Selbst wenn man ausschließen möchte, daß durch das Buch, das an vielen Punkten christliche Vorkenntnisse und Vorstellungen voraussetzt, echte „Heiden” erreicht werden können – auszuschließen ist dies nicht , weil der Zugang zur Lektüre über die Prominenten-„Zeugnisse” erfolgt.

Wichtiger aber erscheinen mir als Zielgruppen:

die volkskirchlich und freikirchlich Frustrierten und „Bindungsgelockerten”, die sich in Kirchengemeinden nicht mehr zu Hause fühlen, wo man nach ihren Empfinden für alles und sogar jede Minderheit Verständnis hat, nur nicht für die „Minderheiten”, zu denen sie selbst sich rechnen wie (zum Beispiel!) die CDU-Wähler oder Abtreibungsgegner in der Kirche oder die treuen, aber immer wieder enttäuschten Kirchenmitglieder, die nicht zu gesellschaftspolitischen Lektionen in die Kirche kommen, sondern zum Kraftschöpfen in den Gottesdienst gehen. usf...

Wer Mühe hat, sich in seiner Kirche zu Hause zu fühlen, weil in der gewohnten Kirchengemeinde jeden Sonntag ein neues Glaubensbekenntnis gesprochen wird oder der Gottesdienst „mal von einer Yoga-Gruppe, dann von einer Frauentruppe” verfremdet wird, der fängt auf der Suche nach seiner kirchlichen Heimat mit Gemeinde-Hopping an und landet endlich wohlmöglich nicht bei einer konservativen Gemeinde oder Freikirche, sondern bei einer der Tele- oder Versand-Gemeinden, die nur noch eine leicht verdauliche Mischung aus kantiger Old-Time-Religion und Kuschelreligiosität bieten und vor allem: Überraschungen garantiert ausschließen.

Es gibt aber auch zunehmend volkskirchlich und freikirchlich „Bindungslose”, für die die hierzulande vertretene Kirchlichkeit zu weit entfernt liegt von ihren persönlichen Bedürfnissen und Erfahrungen in Beruf, Freizeit und Familie, wo Flexibilität und Mobilität zählen.

Für diese wachsende Gruppe von Christen bedeutet Gemeindebindung nichts Grundsätzliches und Unverzichtbares und vor allem: nichts unbedingt Attraktives mehr.

Veranstaltungen, bei denen eine unverbindliche, befristete Teilnahme bei gleichzeitig intensivem Engagement möglich ist, wie Kirchentage, Festivals und Glaubenskonferenzen, Fernsehshows und Internet-Chats, könnten für die Bildung einer eher zivilreligiösen und damit zugleich individualistischeren” Christlichkeit angemessener erscheinen.

Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften müssen sich darüber im Klaren sein, daß der Versuch, solche Strömungen wieder aufzufangen und zu organisieren, sich ihnen anzupassen, um sie aufzunehmen, die Gefahr birgt, „Glauben” zum „Erlebnis” zu machen und „Nachfolge” zum „aufregenden Abenteuer, Christ zu sein” umzudefinieren.