Diskurs 49 - Die Auserwählten in Mt 24,31: Christliche Endzeitgemeinde oder Israeliten?




Die Auserwählten in Mt 24,31: Christliche Endzeitgemeinde oder Israeliten? / Replik Matthias Sigg 00, 2002-08-30

Die Entrückung vor der Großen Trübsal. / Replik Matthias Sigg 00, 2002-08-26

Die Braut des Lammes. / Replik Matthias Sigg 01, 2002-08-26

Die sieben Sendschreiben. / Replik Matthias Sigg 02, 2002-08-26

Geht es nicht mehr um das Heil, sondern um das Regieren auf Erden? / Kommentar David Kallweit 00, 2002-11-11

Die echten Prophezeiungen der Bibel über die Endzeit. /     Diskurs 1132



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Die Auserwählten in Mt 24,31: Christliche Endzeitgemeinde oder Israeliten? / Replik MS00, 2002-08-30)

Die Endzeitrede des Herrn Jesus in Matth. 24+25 befasst sich hauptsächlich mit dem gläubigen Ueberrest aus dem Volk Israel. Das sehen wir u.a. aus folgenden Punkten:

-  Der Ausgangspunkt ist der Tempel in Jerusalem.

-  In jener Zeit wird das Evangelium des Reiches gepredigt und nicht das Evangelium der Herrlichkeit (1.Tim. 1,11) zum Preis der Herrlichkeit seiner Gnade (Eph. 1,6; 3,6-9).

-  Der Herr nimmt Bezug auf Dan. 9,27, eine Offenbarung an diesen vielgeliebten Propheten, die speziell sein Volk und die heilige Stadt betrifft und ein wichtiger Schlüssel zur Prophetie, den Gedanken Gottes mit dieser Erde ist. Die Wege Gottes mit seiner himmlischen Brautgemeinde haben damit grundsätzlich nichts zu tun, obwohl sie auf den Ratschluss vor Grundlegung der Welt zurückgehen (Eph. 1,4).

-  Das Reich hingegen ist eine Verheißung für diese Erde und speziell für das Volk Israel. Es ist ihnen bereitet von Grundlegung der Welt an (Matth. 25,34).

-  Die Auserwählten, die mit starkem Posaunenschall gesammelt werden von den vier Winden her, sind somit die bis dahin verschollenen 10 Stämme Israels, die erst zur Zeit, wenn das Zeichen des Sohnes des Menschen in dem Himmel erscheint, mit den wehklagenden Stämmen des Landes (den bereits im Unglauben zurückgekehrten 2 Stämmen) vereint werden, um ihren Messias aufzunehmen am Ende der Drangsalszeit.

Matthias Sigg matthias.sigg@zkb.ch



Sie meinen also, diese Texte aus Mt 24 und 25 bezögen sich auf die „verschollenen 10 Stämme Israels” und hätten mit der „Brautgemeinde” – also den Christen – nichts zu tun.

Ich möchte daher einige dieser Passagen und die Konsequenzen der darin enthaltenen Aussagen anführen:

Gleich zu Beginn des Kapitels Mt 24 wird klar, es geht um die „Ankunft” des Herrn:

Was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters?

Mt 24,3 Als er aber auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger für sich allein zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird das sein, und was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters? Mt 24, 3;


Damit haben wir die Sicherheit, dass sich die folgenden Aussagen genau auf die von uns hier behandelte Zeit beziehen. Und unmittelbar vor diesem Zeitpunkt der Ankunft des Herrn werden verschiedene Ereignisse stattfinden:

Es wird sich Nation gegen Nation erheben, und es werden Hungersnöte und Erdbeben da und dort sein.

Mt 24,7 Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich, und es werden Hungersnöte und Erdbeben da und dort sein. 24,8 Alles dies aber ist der Anfang der Wehen. Mt 24, 7- 8;


Wir haben hier ein Szenario von weltweiten Kriegen, Hungersnöten und Erdbeben. Bisher scheint sich also nichts auf die verschollenen 10 Stämme Israels zu beziehen aber alles auf die ganze Welt. Doch dies ist erst der „Anfang der Wehen”. Also sehen wir weiter:

Ihr werdet von allen Nationen gehaßt werden um meines Namens willen.

Mt 24,9 Dann werden sie euch in Bedrängnis überliefern und euch töten; und ihr werdet von allen Nationen gehaßt werden um meines Namens willen. Mt 24, 9;


Die Aussage des ersten Halbsatzes: „dann werden sie euch in Bedrängnis überliefern” könnte die Vermutung aufkommen lassen – da der Herr hier ja zu den Jüngern, also Juden spricht – dass es hier tatsächlich um das Schicksal Israels geht. Doch der zweite Halbsatz bestätigt sofort das Gegenteil: „... ihr werdet von allen Nationen gehaßt werden um meines Namens willen”. Um des Namens des Herrn – also um Christi willen – können nun einmal nur Christen gehasst werden und nicht Juden, die diesen Christus ja gar nicht angenommen haben.

Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis.

Mt 24,14 Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen. Mt 24,14;


Hier ist die Rede vom „Evangelium des Reiches”. Mit diesem „Reich” ist natürlich das Millennium und die Herrschaft des Herrn Jesus gemeint. Nun stimmt es schon, dass dies eine Verheißung speziell für das Volk Israel ist, nur muss uns bewusst sein, dass gerade das Volk Israel dieses Evangelium bisher nicht angenommen hat, obwohl es die Christen seit zweitausend Jahren verkünden. Auch erhebt sich die Frage, warum es „allen Nationen” ein Zeugnis sein sollte, wenn es nur Israel betrifft.

Nachdem ja das „Evangelium des Reiches” und der Herrschaft Christi auch und insbesondere ein Evangelium der Christen ist und es auch diese waren, welche dieses Evangelium „auf dem ganzen Erdkreis” gepredigt haben, kann man diese Aussage nur als Antwort des Herrn auf die Frage der Jünger nach dem Ende des Zeitalters sehen. Die Weltherrschaft des Gottessohnes im Millennium wird alle menschliche Herrschaft auf dieser Welt beenden.

Ihr abschließendes Argument, dass die Sammlung der Auserwählten in Mt 24,31 die verschollenen 10 Stämme Israels betrifft, welche zu diesem Zeitpunkt zu den in Israel bereits ansässigen 2 Stämmen Judas gesammelt werden, wirft die Frage auf, wodurch diese Israeliten „auserwählt” sein sollten. Zum Einen unterscheiden sie sich in nichts von den „2 Stämmen Judas”: Die Väter der Einen haben ebenso wie die Väter der Anderen den Messias, als er zu ihnen kam, abgelehnt und ans Kreuz geliefert. Sie haben auch beide bisher fast zweitausend Jahre lang diese Unrechtstat nicht eingesehen – geschweige denn bereut - und haben das Christentum strikte abgelehnt.

Und genau dies ist auch der Grund, warum es sich bei diesen Auserwählten keinesfalls um Israeliten handeln kann. Denn wenn wir hier an jene Israeliten denken, welche sich zum Glauben an den Herrn Jesus bekehrt haben, dann gehören sie zwar der Geburt nach zum Volk Israel, sind aber gemäß ihres Glaubens als Christen und damit als Teil der Gemeinde zu sehen. Für sie gilt alles das im gleichen Maße, wie es für alle Geschwister in der Gemeinde - egal welcher Nationalität - gilt. Sehen wir diese Israeliten jedoch als mosaisch gläubige Juden, dann müssen wir sie aufgrund der Aussage des Herrn in Jh 14,6-7 aus dem endzeitlichen Geschehen zwischen Gott und den Menschen bis zu ihrer Bekehrung ausschließen:

Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. 14,7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen; und von jetzt an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Jh 14, 6- 7;


Nachdem alle mosaisch gläubigen Juden Jesus Christus als ihren Herrn und Gott - ja sogar als ihren Messias - ablehnen, haben sie nach den Aussagen des Herrn hier oben, in der Zeit zwischen Tod bzw. Auferstehung des Herrn und seiner Wiederkunft, keine Möglichkeit zu Gott zu kommen. Erst beim zweiten Kommen des Herrn, wenn sie auf ihn blicken und bitter über ihn weinen werden, wird das Volk Israel wieder mit seinem Gott versöhnt sein.

Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt.

Sach 12,10 Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint. Sach 12,10;


Und daher können auch die Hinweise auf die „Auserwählten” in Mt 24,22 und Mt 24,31, keinesfalls auf das Volk Israel, sondern müssen auf die Endzeitgemeinde bezogen werden.

Zum Anderen ist es ja auch Paulus, der die Christen als „Auserwählte” bezeichnet:

Röm 8,33 Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt. Röm 8,33;

Kol 3,12 Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut! Kol 3,12;

2Tim 2,10 Deswegen erdulde ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie die Rettung, die in Christus Jesus ist, mit ewiger Herrlichkeit erlangen. 2Tim 2,10;

Tit 1,1 Paulus, Knecht Gottes, aber Apostel Jesu Christi nach dem Glauben der Auserwählten Gottes und nach der Erkenntnis der Wahrheit, die der Gottseligkeit gemäß ist. Tit 1, 1;


Auch haben wir im Kontext von Mt 24, vor der Sammlung dieser hier in Frage stehenden Auserwählten in Mt 24,31, das Versprechen des Herrn:

Die Große Bedrängnis wird um der Auserwählten willen verkürzt werden.

Mt 24,21 Denn dann wird große Bedrängnis sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie sein wird. 24,22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden. Mt 24,21-22;


Das heißt aber, dass es eben auch und gerade diese Auserwählten sind, welche durch die Große Bedrängnis betroffen sind und durch die Verkürzung jener Tage erlöst werden.

Die Parallelstelle bei Lukas weist ebenfalls darauf hin, dass die Erlösung der Gläubigen aus Trübsal und Verfolgung nahe ist, „wenn diese Dinge anfangen zu geschehen”.

Wenn diese Dinge anfangen zu geschehen, blickt auf und hebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht.

Lk 21,25 Und es werden Zeichen sein an Sonne und Mond und Sternen und auf der Erde Angst der Nationen in Ratlosigkeit bei brausendem und wogendem Meer, 21,26 während die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen, denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 21,27 Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit. 21,28 Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht. Lk 21,25-28;


Und nun berichtet uns Johannes in der Offenbarung, in Off 7,9, dass er im Himmel vor dem Thron eine große Volksmenge aus allen Völkern und Sprachen gesehen hat:

Eine große Volksmenge aus jeder Nation und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron.

Off 7,9 Nach diesem sah ich: und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. 7,10 Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm! Off 7, 9-10;


Nachdem diese große Volksmenge also aus allen Nationen und Völkern kommt und im Himmel vor dem Thron steht, müssen es daher gläubige Christen sein, welche bereits verstorben sind. Das bestätigt auch ihr Lobgesang: „Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm”. Juden würden hier „das Lamm”, also unseren Herrn Jesus Christus kaum im Munde führen.

Eine nochmalige Bestätigung dafür, dass diese große Volksmenge Christen sind, erhalten wir dann auch gleich in den nächsten Versen, wo der Älteste, welcher Johannes diese Vision im Himmel erklärt, in Off 7,14 darauf hinweist: „...sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes”. Das heißt, diese Gläubigen im Himmel, vor dem Thron, haben das Loskaufopfer des Herrn Jesus für ihre Sünden angenommen und sind daher jetzt gerettet. Ein Umstand, welcher für Juden ganz unmöglich wäre, da sie ja sonst Christen und nicht Juden sein würden.

Und nachdem wir nun sichergestellt haben, dass es sich bei der großen Volksmenge um Christen handelt, erfahren wir unten, in Off 7,14, dass diese Christen aus der Großen Trübsal/Bedrängnis gekommen sind.

Diese sind es, die aus der großen Bedrängnis kommen.

Off 7,13 Und einer von den Ältesten begann und sprach zu mir: Diese, die mit weißen Gewändern bekleidet sind - wer sind sie, und woher sind sie gekommen? 7,14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die aus der großen Bedrängnis kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes. 7,15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen Off 7,13-15;


Es muss sich also um jene Menschen handeln, um deretwillen nach der Aussage des Herrn, weiter oben, in Mt 24,21-22, diese Tage der Großen Trübsal verkürzt worden sind: „Denn dann wird große Bedrängnis sein ...., aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden”, und welche vorher, in Off 6,12-13 (parallel zu Mt 24,29), beim Kommen des Herrn (Mt 24,30-31) entrückt worden sind. Und damit ist anhand der Schrift nachgewiesen, dass mit den „Auserwählten” in Mt 24 eindeutig Christen und nicht Juden gemeint sind.

Wenn daher dann weiter in Mt 24,31 von Auserwählten die Rede ist:

Und er wird seine Engel aussenden, und sie werden seine Auserwählten versammeln.

Mt 24,30 Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit.

24,31 Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende. Mt 24,30-31;


gibt es keinen Zweifel, dass es sich dabei um Christen handelt. Und wenn der Herr hier seine Engel aussendet um die Christen der Welt einzusammeln, so gibt es nach der Schrift dafür nur eine Erklärung: Es handelt sich hier, in Mt 24,31, um die von Paulus (1Kor 15,51-53; 1The 4,15-17) angekündigte Entrückung.

Und schließlich erwähnt auch Johannes in der Offenbarung die Auserwählten:

Und die mit ihm sind, sind Berufene und Auserwählte und Treue.

Off 17,14 Diese werden mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie überwinden; denn es ist Herr der Herren und König der Könige, und die mit ihm sind, sind Berufene und Auserwählte und Treue. Off 17,14;


Dies ist die Schlacht von Harmagedon und der Herr Jesus – das Lamm – mit seinem himmlischen Heer führt Krieg gegen den Antichristen und seine zehn Könige. Und hier heißt es: „...und die mit ihm sind, sind ... Auserwählte..”. Diese Auserwählten sind also im Himmel. Und irgendwann müssen sie ja dorthin gekommen sein. Es sind natürlich die – christlichen - Auserwählten, die in Mt 24,31 von den Engeln des Herrn gesammelt und mit den auferweckten Toten in Christus entrückt wurden!

Und ich bin mit Ihnen nun völlig einer Meinung, dass das Millennium - also das tausendjährige Reich – „eine Verheißung für diese Erde und speziell für das Volk Israel” ist. Aber gerade deshalb scheitert der Versuch, in diesen Auserwählten von Mt 24,31 die „verschollenen 10 Stämme Israels” zu sehen, weil eben die Heilserwartung der Israeliten vorerst eine irdische ist. Sie werden im Millennium mit ihrem Messias, unserem Herrn Jesus Christus als Weltherrscher und Israel als „Haupt unter den Nationen” (Jer 31,7), alle Segnungen erfüllt bekommen, welche ihnen der Allmächtige durch seine Propheten verheißen hat. Der Heilsweg der Christen wird jedoch - nach Auferweckung und Entrückung - im Himmel beim Herrn seine Fortsetzung finden.

(Siehe auch den Diskurs 38: „Was erwartet Christen und Juden bei der Wiederkunft des Herrn?”.)

Und schließlich wird bei der Interpretation der Auserwählten in Mt 24,31 auf die Israeliten übersehen, dass die Israeliten nach der Schrift wohl gesammelt werden sollen, aber erst dann, wenn sie den Herrn, ihren Gott von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen werden. Und wer die Israeliten kennt, weiß, dass sie erst dann zu suchen beginnen werden, wenn sie der Allmächtige an den Rand der Vernichtung gebracht hat.

Die Übriggebliebenen aus Israel werden sich bekehren zu dem Herrn, ihrem Gott.

5Mo 4,27 Und der HERR wird euch zerstreuen unter die Völker, und es wird von euch nur eine geringe Zahl übrig bleiben unter den Heiden, zu denen euch der HERR wegführen wird. 4,28 Dort wirst du dienen den Götzen, die das Werk von Menschenhänden sind, Holz und Stein, die weder sehen noch hören noch essen noch riechen können.

4,29 Wenn du aber dort den HERRN, deinen Gott, suchen wirst, so wirst du ihn finden, wenn du ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen wirst. 4,30 Wenn du geängstet sein wirst und dich das alles treffen wird in künftigen Zeiten, so wirst du dich bekehren zu dem HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchen.

4,31 Denn der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben, wird auch den Bund nicht vergessen, den er deinen Vätern geschworen hat. 5Mo 4,27-31;


Und diese Rückkehr Israels erfolgt auch nicht durch Engeln, sondern „die Völker werden Israel nehmen und es an seinen Ort bringen” und ihre Söhne werden „auf den Armen” und ihre Töchter „auf den Schultern” der Heiden in ihr Land getragen werden.

Die Völker werden Israel nehmen und es an seinen Ort bringen.

Jes 14,1 Denn der HERR wird sich über Jakob erbarmen und Israel noch einmal erwählen und sie in ihr Land setzen. Und Fremdlinge werden sich zu ihnen gesellen und dem Hause Jakob anhangen. 14,2 Und die Völker werden Israel nehmen und an seinen Ort bringen, und dann wird das Haus Israel sie als Knechte und Mägde besitzen im Lande des HERRN. Und sie werden gefangen halten die, von denen sie gefangen waren, und werden herrschen über ihre Bedränger. Jes 14, 1- 2;

Sie werden deine Söhne auf den Armen bringen, und deine Töchter auf den Schultern.

Jes 49,22 So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich werde meine Hand zu den Heiden hin erheben und zu den Völkern hin mein Feldzeichen aufrichten. Und sie werden deine Söhne auf den Armen bringen, und deine Töchter werden auf der Schulter getragen werden. Jes 49,22;

Ihre Söhne kommen von ferne und ihre Töchter werden auf den Armen hergetragen.

Jes 60,4 Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arme hergetragen werden. Jes 60, 4;

Die Heiden werden ihre Söhne von ferne herbringen, samt Silber und Gold für den Herrn.

Jes 60,9 Die Inseln harren auf mich und die Tarsisschiffe vor allem, dass sie deine Söhne von ferne herbringen samt ihrem Silber und Gold für den Namen des HERRN, deines Gottes, und für den Heiligen Israels, der dich herrlich gemacht hat. Jes 60, 9;


Und hier ist nicht anzunehmen, dass die Heiden plötzlich und ohne Grund ihre Liebe für das Volk Israel entdeckt hätten. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass diese Einstellung sich erst zeigen wird, nachdem der Zorn Gottes mit Katastrophen und der Umgestaltung von Himmel und Erde über die ganze Welt gekommen ist.

(Siehe auch Kapitel 08: „Die Umgestaltung von Himmel und Erde”.)

Dann werden die Heiden erkennen, dass es einen Gott gibt und dann werden sie sich auch darauf besinnen, dass Israel das Volk Gottes ist.

Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, daß Gott mit euch ist.

Sach 8,23 So spricht der HERR der Heerscharen: In jenen Tagen, da werden zehn Männer aus Nationen mit ganz verschiedenen Sprachen zugreifen, ja, sie werden den Rockzipfel eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, daß Gott mit euch ist. Sach 8,23;


Ein letztes Argument soll noch den logischen Aspekt einer Interpretation der Israeliten als die Auserwählten von Mt 24,31 beleuchten: Wenn wir von einer Parallelität der Ereignisse von Mt 24 und Off 6 und 7 ausgehen, erfolgt die Sammlung der Auserwählten zum Zeitpunkt des 6. Siegels in der Offenbarung (Off 6,12-17). Das heißt, die Israeliten müssten nach diesem Zeitpunkt schon in ihrem Land und in Jerusalem sein, und das hätte dann folgende Konsequenzen: Nach dem 6. Siegel, kommen mit dem 7. Siegel die Posaunengerichte und in der Folge die zwei Zeugen Gottes in Jerusalem (Off 11), wo Jerusalem als „Sodom und Ägypten” bezeichnet wird. Diese Menschen in Jerusalem freuen sich, dass der Antichrist die zwei Zeugen Gottes getötet hat (Off 11,7-10; 13,7) und weigern sich sogar, deren Leichname begraben zu lassen (Off 11,9). Und schließlich sendet der Allmächtige ein Erdbeben über die Stadt, in dem siebentausend von ihnen getötet werden (Off 11,13). Und das alles obwohl die darin lebenden Menschen die von den Engeln gesammelten Israeliten wären?!

(Siehe auch den Diskurs 05: „Die Parallelität der Ereignisse von Mt 24 und Off 6 und 7”.)

Auch die Herrschaft des Antichrist in Jerusalem würde dann in die Zeit fallen, in der die von den Engeln gesammelten Israeliten bereits in ihrem Land wären. Und hier heißt es in Off 16:

Die Menschen lästerten den Namen Gottes und sie taten nicht Buße.

Off 16,8 Und der vierte goß seine Schale aus auf die Sonne; und es wurde ihr gegeben, die Menschen mit Feuer zu versengen. 16,9 Und die Menschen wurden von großer Hitze versengt und lästerten den Namen Gottes, der über diese Plagen Macht hat, und sie taten nicht Buße, ihm Ehre zu geben. Off 16, 8- 9;

Die Menschen lästerten den Gott des Himmels und sie taten nicht Buße von ihren Werken.

Off 16,10 Und der fünfte goß seine Schale aus auf den Thron des Tieres; und sein Reich wurde verfinstert; und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz 16,11 und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre, und sie taten nicht Buße von ihren Werken. Off 16,10-11;


Dies sind nur zwei Beispiele für viele, dass in dieser Zeit keine gläubigen Israeliten in Israel sein können. Und die Auserwählten, welche die Engel gesammelt hätten, müssten doch wohl gläubig sein.

Doch so ist es eben nicht. Die Israeliten werden erst dann in ihr Land zurückkehren, wenn die Schlacht von Harmagedon geschlagen und die Umgestaltung von Himmel und Erde mit noch nie da gewesenen weltweiten Erdbeben (Off 16,18-20), bei welchen alle Berge eingeebnet werden und alle Inseln verschwinden, erfolgt ist.

(Siehe auch Kapitel 09: „Die Heimkehr der Übriggebliebenen aus Israel und den Nationen”.)

Erst dann werden nicht nur die Israeliten, sondern alle, nach diesen weltweiten Katastrophen noch übriggebliebenen Menschen erkennen, dass Gott der Allmächtige auf dieser Welt die Herrschaft angetreten hat. Und dann erst werden die Israeliten in ihr Land zurückkehren, mit denen aus Juda ein Volk und im Millennium „Haupt unter den Völkern” (Jer 31,7) werden.


Die Entrückung.

(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

Die Entrückung vor der Großen Trübsal / Replik MS00, 2002-08-26)

Was wäre es anderseits für einen Bräutigam, dessen Braut zu ihm sagen würde: Ich sehne mich ja schon nach dir, aber ich denke es wäre angebracht, wenn ich meine Liebe zu dir zuerst noch beweisen könnte, gerade in der Zeit, wo du mit deinen Feinden und der falschen Braut abrechnest.

Ab Offb. 19,6 werden die 24 Aeltesten, ein Bild der Gesamtheit aller Erlösten, die an der Entrückung teilhaben, nicht mehr erwähnt, denn hier bei der Hochzeit des Lammes wird deutlich die Braut des Lammes von den glückseligen Geladenen aus dem AT unterschieden, von denen Johannes der Täufer sich hoch erfreut, der Freund des Bräutigams nennt (Joh. 3,29).

Die zweite Stelle in der Offenbarung, die uns klar eine Unterscheidung zeigt in drei Gruppen von Ueberwindern der verschieden Zeitperioden ist 20,4. Wir finden hier:

1. solche, die sich setzen dürfen auf die Throne (die Gläubigem aus AT und die Brautgemeinde, also identisch mit den 24 Aeltesten)

2. diejenigen, die während der ersten 3 1/2 Jahre der Drangszeit um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet wurden, besonders weil sie das Evangelium des Reiches verkündigten.

3. diejenigen, welche das Tier und sein Bild in der Zeit des Antichristen nicht angebetet und sein Malzeichen 666 nicht angenommen haben an ihre Stirn und ihre Hand, weil sie standhaft an das ewige Evangelium glauben.

Es gibt noch eine Reihe von weiteren Unterscheidungen, die ich Ihnen gerne, wenn sie Interesse haben, aufzeigen würde, die mir wichtig erscheinen, um die Gedanken unseres Gottes und Vaters zu erkennen, der die Versammlung so liebt, dass er sie durch das Blut seines Eigenen erworben hat (Apg. 20,28) und ihr sogar IHN, seinen geliebten Sohn, als Haupt über alles geben wird (Eph. 1,22). Er ist der Vater, der seinem Sohn Hochzeit machen möchte, wie es einst Abraham für Isaak so sehr wünschte im Vorbild.

Matthias Sigg matthias.sigg@zkb.ch



Zum Thema der Entrückung schreiben Sie oben:

„Was wäre es anderseits für einen Bräutigam, dessen Braut zu ihm sagen würde: Ich sehne mich ja schon nach dir, aber ich denke es wäre angebracht, wenn ich meine Liebe zu dir zuerst noch beweisen könnte, gerade in der Zeit, wo du mit deinen Feinden und der falschen Braut abrechnest.”

Und Sie wollen damit begründen, dass die Entrückung der Gemeinde vor der Herrschaft des Antichrist und damit nach Ihrer Sicht vor der Großen Trübsal erfolgen wird. Bevor ich auf eine detailliertere Beweisführung auch anhand der Aussagen in Ihrer Replik eingehe, lassen Sie mich Ihnen Ihren obigen Vergleich aus meiner Sicht in einem Satz darstellen:

Was wäre das für eine Braut, die zu ihrem Bräutigam sagen würde: Ich liebe dich, aber ich werde nicht so weit gehen, für dich mein Leben zu riskieren. Also sieh gefälligst zu, dass du mich rechtzeitig in Sicherheit bringst.

Das wäre doch sicherlich eine egoistische, feige Braut und wir sollten uns als Gemeinde nicht primär um die Liebe des Herrn zu uns sorgen, sondern mehr um unsere Liebe zu ihm. Wenn wir diese haben, dann ist uns seine Liebe gewiss.

Doch Sie gehen ja noch einen Schritt weiter: während Sie meinen, dass die Gemeinde vor der Großen Trübsal entrückt wird, gibt es Ihrer Aussage nach scheinbar doch auch noch Christen, welche diese Trübsal durchstehen müssen. Wie Sie schreiben, sind es:

„2. diejenigen, die während der ersten 3 ½ Jahre der Drangszeit um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet wurden, besonders weil sie das Evangelium des Reiches verkündigten.

3. diejenigen, welche das Tier und sein Bild in der Zeit des Antichristen nicht angebetet und sein Malzeichen 666 nicht angenommen haben an ihre Stirn und ihre Hand, weil sie standhaft an das ewige Evangelium glauben.”


Wie wollen Sie denn das nun verstanden wissen? Sind diese, die das Evangelium in Drangsal verkünden und standhaft daran glauben, keine Glieder der Gemeinde, keine „Braut”? Wieso wurden diese nicht vor der Drangsalszeit entrückt, die „Braut” aber schon?

Es hat hier den Anschein, als ob Sie die Christenheit dreiteilen würden: jene aus dem AT, die nicht die „Braut” sind, jene, welche nach der Entrückung leben, die auch nicht die „Braut” sind, und eben die „Braut”, welche noch vor der Drangsal entrückt wird. Dabei gibt es aber hier keine biblischen Grundlagen für eine solche Einteilung. Im Gegenteil, nach der Schrift sind alle, die sich zu Christus bekehrt haben – egal zu welcher Zeit und unter welchen Umständen –, Christusgläubige.

Sie schreiben dann in Ihrer Replik weiter:

„Ab Offb. 19,6 werden die 24 Ältesten, ein Bild der Gesamtheit aller Erlösten, die an der Entrückung teilhaben, nicht mehr erwähnt, denn hier bei der Hochzeit des Lammes wird deutlich die Braut des Lammes von den glückseligen Geladenen aus dem AT unterschieden, von denen Johannes der Täufer sich hoch erfreut, der Freund des Bräutigams nennt (Joh. 3,29).”


Das heißt, wir haben hier einmal sowohl die „24 Ältesten” als auch die „Braut des Lammes” als symbolische Bezeichnungen für die „Gesamtheit aller Erlösten” aus der Entrückung. Nun sind wir uns sicher einig über „die große Volksmenge vor dem Thron, die niemand zählen konnte”, aus Off 7,9:

Eine große Volksmenge aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen.

Off 7,9 Nach diesem sah ich: und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. Off 7, 9:


Diese muss zwangsläufig ebenfalls einen Teil (aus der Großen Bedrängnis) der „Gesamtheit aller Erlösten” repräsentieren. Nachdem sie aus allen Nationen, Stämmen und Sprachen kommen, können es ja keine Juden sein. Damit haben wir bereits das dritte Symbol für die christliche Gemeinde. Tatsächlich sind aber die 24 Ältesten schon lange vor der Entrückung im Himmel (Off 4,10) und können daher nicht die „Gesamtheit aller Erlösten” sein. Wenn dem nicht so wäre, würde auch Off 7,13-15 kein Sinn ergeben:

Diese sind es, die aus der großen Bedrängnis kommen.

Off 7,13 Und einer von den Ältesten begann und sprach zu mir: Diese, die mit weißen Gewändern bekleidet sind - wer sind sie, und woher sind sie gekommen? 7,14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die aus der großen Bedrängnis kommen, und sie haben  ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes. 7,15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. Off 7,13-15;


Hier fragt einer der 24 Ältesten - also Ihrer Ansicht nach (ein Symbol für) die Gemeinde - den Johannes, woher die aus dieser großen Volksmenge - also ebenfalls (ein Symbol für) die Gemeinde - gekommen sind. Diese Passage wäre also widersinnig.

Abgesehen davon, haben wir in den beiden obigen Schriftstellen eine „unzählbare Volksmenge aus allen Nationen, im Himmel vor dem Thron”. Sie haben „ihre Gewänder im Blut des Lammes gewaschen”, das heißt, es handelt sich hier um Christen der ganzen Welt und damit um Glieder der Gemeinde Christi, welche nach Aussagen des Ältesten „aus der Großen Bedrängnis” gekommen sind. Und wenn diese Christen aus der Großen Bedrängnis gekommen sind – wie der Älteste oben sagt -, dann müssen sie zwangsläufig durch diese Große Bedrängnis hindurchgegangen sein.

Wieso glaubt man nun diese Aussage eines der Heiligen Gottes ignorieren, ja sogar umkehren zu können, indem man behauptet, die Gemeinde würde vorher entrückt und müsste nicht durch die Große Bedrängnis hindurch gehen? Noch dazu, wo wir in der Offenbarung einen weiteren Schriftbeweis dafür haben, dass die Endzeitgemeinde durch die Große Bedrängnis muss:

Und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu willen enthauptet worden waren, und welche das Tier und sein Bild nicht angebetet hatten.

Off 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre. Off 20, 4;


Hier sieht Johannes im Himmel die Seelen von Märtyrern, welche unbestreitbar zur Gemeinde gehören, weil sie um des Zeugnisses Jesu willen getötet worden sind. Und von ihnen wird bestätigt, dass sie das Tier und sein Bild nicht angebetet hatten und somit in der Zeit der Herrschaft des Tieres, des Antichristen - also in der Großen Bedrängnis - gelebt haben müssen (Off 13,15). Wenn man also einer leidensscheuen und feigen Endzeitgemeinde mit einer Entrückung vor der Großen Trübsal das Wort reden will, müsste man auch hier erklären, wann diese tapferen Überwinder denn dann in den Himmel gekommen wären. Und wieso es für den einen Teil der Endzeitgemeinde eine Entrückung vor den Leiden der Großen Trübsal gibt, während ein anderer Teil diese Zeit der Prüfung durchmachen muss und sogar darin getötet wird.

Ich habe in meiner vorigen Stellungnahme versucht, die Aussagen der Schrift, welche für eine Entrückung nach der Bedrängnis sprechen durch die Schriftstellen Mt 24,29-31 und 2The 2,1-5 nachzuweisen:

Gleich nach der Bedrängnis wird der Sohn des Menschen kommen und die Auserwählten versammeln.

Mt 24,29 Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 24,30 Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. 24,31 Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende. Mt 24,29-31;


Der Herr Jesus spricht hier davon, dass er erst nach der Bedrängnis auf den Wolken – sichtbar für alle Menschen – erscheinen wird, um die Seinen zu sammeln und zu entrücken.

Und in Mt 24,4 warnt der Herr davor, dass viele Verführer kommen werden, welche die Gläubigen glauben machen wollen, dass der Herr bereits gekommen sei.

Seht zu, daß euch niemand verführe! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus!

Mt 24,4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, daß euch niemand verführe! 24,5 Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! Und sie werden viele verführen. 24,6 Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Seht zu, erschreckt nicht! Denn es muß geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. 24,7 Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich, und es werden Hungersnöte und Erdbeben da und dort sein. 24,8 Alles dies aber ist der Anfang der Wehen. Mt 24,4-8;


Die gleiche Warnung erhalten wir nun auch von Paulus in 2The 2,3: „Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe”:

Der Tag der Entrückung kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Antichrist gekommen ist.

2The 2,1 Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm, 2,2 dass ihr euch nicht schnell in eurem Sinn erschüttern, auch nicht erschrecken lasst, weder durch Geist noch durch Wort, noch durch Brief, als seien sie von uns, als ob der Tag des Herrn da wäre. 2,3 Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2,4 der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei. 2,5 Erinnert ihr euch nicht, dass ich dies zu euch sagte, als ich noch bei euch war? 2The 2, 1- 5;


Und auch Paulus sagt uns hier ganz konkret und sehr eindringlich, dass wir uns nicht verführen lassen sollen: zuerst muss der Abfall kommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn des Verderbens - also der Antichrist - geoffenbart werden. Erst dann kommt der Herr Jesus zu unserer Vereinigung mit ihm.

(Siehe auch Kapitel 06: „Die Wiederkunft des Herrn – 1. Teil: Die Wiederkunft und die Entrückung”.)

In Ihrem Kommentar schreiben Sie nun:

„Diese öffentliche Erscheinung des Herrn mit den Seinen gehört zum Tag des Herrn, der für die Ungläubigen wie ein Dieb in der Nacht kommen wird. Er wird im AT an vielen Stellen (z.B. Joel 1,15 und Jes. 13,6-8) der ‘Tag Jehovas’ oder einfach ‘jener Tag’ genannt und umfasst das 1'000-jährige Reich, das mit Gericht anfängt und mit Gericht aufhört (Offb. 20,9+10).

- Genau dieser Tag des Herrn kann nicht kommen, ohne dass zuerst der Abfall gekommen ist. Mit Abfall ist das völlige Lossagen der bekennenden Christenheit von Gott und Christus gemeint. Sämtliche ’Dämme’ gegen das Böse sind dann eingestürzt, so dass der Weg frei wird für das Auftreten des Antichristen.

Die Thessalonicher waren im Bild darüber, was zurückhält, dass der Antichrist zu seiner Zeit (d.h. wenn Gott es erlaubt, aber nur für kurze Zeit) geoffenbart wird.

- Obwohl das Geheimnis der Gesetzlosigkeit (die antichristlichen Strömungen: Judas 4; 1. Joh. 4,3) einen immer stärkeren Einfluss ausübt, gibt es einen, der zurückhält, bis er aus dem Weg ist.

- Es gibt also 2 starke ,Zurückhalter': Das was ist die Macht Gottes, die durch von ihm eingesetzte Obrigkeiten wirkt (Spr. 21,1; Dan. 4,25; Joh. 19,11; Röm. 13,1-10; 1. Petr. 2,13-17). Zur Zeit des Antichristen wird jedoch das Tier aus dem Meer an der Macht sein, das seine Gewalt direkt von Satan empfängt (Offb. 13,4: 17,8-9).

- Der, welcher zurückhält ist eine göttliche Person, die stärker ist als der Geist des Antichristen. Das kann nur Gott, der Heilige Geist, sein, der in jedem Gläubigen der Gnadenzeit wohnt (1.Joh. 4,1-4) und nach der Verheissung des Herrn in Joh. 14,16 bei uns sein wird in Ewigkeit. Er wohnt sowohl in der Gesamtheit der Erlösten (1. Kor. 6,19) als auch in jedem einzelnen Gläubigen (1.Kor.3,16).

Daraus folgt: Der Abfall, der dem Offenbarwerden des Antichristen vorausgeht, kommt erst, wenn die von Gott verordneten Gewalten und der Heilige Geist und damit die Brautgemeinde Christi dem eigenwilligen und zügellosen Menschen und der Gewalt des Feindes Platz gemacht haben, den der Herr Jesus verzehren wird durch den Hauch seines Mundes.”


Um es zusammenzufassen: Sie meinen also, dass der „Tag des Herrn”, welchen Paulus oben in 2The 2,2 nennt, das Millennium, das tausendjährige Reich unseres Herrn Jesus Christus wäre, und zwischen der Entrückung der Gemeinde und diesem Tag eine Periode des Abfalls und anschließend die Herrschaft des Antichristen wäre und damit die Gemeinde vor dem Abfall entrückt würde

Und hier muss ich Sie bitten, den Text doch etwas genauer zu lesen. Paulus schreibt dort am Beginn dieses Abschnitts:

2The 2,1 Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm 2The 2, 1;


Die Thessalonicher waren also verunsichert, weil ihnen Betrüger mit gefälschten Briefen vortäuschen wollten, dass die Ankunft des Herrn – und damit die Entrückung, von der ihnen Paulus erzählte, als er bei ihnen war – bereits stattgefunden hätte.

Und dann schreibt Paulus weiter:

2The 2,2 dass ihr euch nicht schnell in eurem Sinn erschüttern, auch nicht erschrecken lasst, weder durch Geist noch durch Wort, noch durch Brief, als seien sie von uns, als ob der Tag des Herrn da wäre. 2The 2,2;


Mit dem „Tag des Herrn” bezieht sich Paulus also auf die unmittelbare Erwartungshaltung der Thessalonicher bezüglich dem Tag der Ankunft des Herrn und ihrer Entrückung und nicht auf das hier gar nicht zur Rede stehende und zeitlich noch Jahre davon entfernte Millennium.

Das bestätigt auch der nächste Vers:

2The 2,3 Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2The 2, 3;


Paulus versichert der Gemeinde in Thessaloniki, dass „dieser Tag”, also der Tag der Ankunft des Herrn und ihrer Vereinigung mit ihm, nicht kommt, es sei denn, dass zuvor der Abfall und der Mensch der Gesetzlosigkeit gekommen ist. Es geht hier also nicht um das Millennium, wie Sie denken, sondern um den Tag der Wiederkunft des Herrn und der Entrückung der Seinen, wie auch aus dem ersten Brief an die Korinther zu entnehmen ist:

So daß ihr untadelig seid an dem Tag unseres Herrn Jesus Christus.

1Kor 1,7 Daher habt ihr an keiner Gnadengabe Mangel, während ihr das Offenbarwerden unseres Herrn Jesus Christus erwartet, 1,8 der euch auch festigen wird bis ans Ende, so daß ihr untadelig seid an dem Tag unseres Herrn Jesus Christus.1Kor 1, 7- 8;


Und wir haben mit Abfall und Antichrist auch nicht zwei verschiedene Zeitperioden, wie Sie schreiben:

„Der Abfall, der dem Offenbarwerden des Antichristen vorausgeht


sondern, wie der Aussage des Paulus oben, in 2The 2,3 sehr leicht zu entnehmen ist:

„dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist”


handelt es sich hier um ein und dasselbe Ereignis: der Abfall, von dem Paulus spricht, ist die Herrschaft des Antichristen.

Den abschließenden Beweis dafür, dass die „Ankunft unseres Herrn Jesus Christus”, von der Paulus oben, in 2The 2,1 schreibt, und damit natürlich auch „unsere Vereinigung mit ihm”, erst am Ende der ersten 3 ½ Jahre der Wirkungszeit des Antichristen erfolgen wird, bekommen wir von Paulus einige Verse später, in 2The 2,8:

2The 2,8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; 2The 2, 8;


Den Gesetzlosen, also den Antichristen, wird der Herr Jesus mit dem Hauch seines Mundes beseitigen „durch die Erscheinung seiner Ankunft”. Und diese „Ankunft” ist eben jene, von der Paulus davor, in 2The 2,1 schreibt, dass zu diesem Zeitpunkt „unsere Vereinigung mit ihm” – also die Entrückung der Gemeinde – stattfinden wird.

Wenn also sowohl Entrückung der Endzeitgemeinde als auch die Vernichtung des Antichristen bei der Ankunft des Herrn stattfindet, dann kann dies nur am Ende des Abfalls in der Herrschaft des Antichristen, also am Ende der Großen Trübsal und nicht an ihrem Anfang sein. Die Gemeinde, welche zu diesem Zeitpunkt entrückt wird, muss also die Bedrängnis dieser Zeit durchgestanden haben und kann nicht davor entrückt worden sein. Gemeinsam mit Mt 24,29 sind das Aussagen, welche uns in dieser konkreten Form für die These einer Entrückung vor der Großen Bedrängnis gänzlich fehlen.

Ich möchte hier nicht zu ausführlich werden, aber ich denke, diese Schriftbelege können wir nicht negieren: Der Herr kommt nicht, bevor nicht der Antichrist offenbar geworden ist. Das heißt ohne Zweifel, dass die Christen die Zeit der Großen Trübsal miterleben werden. Und ehrlich gesagt, ich fände es auch ein wenig eigenartig, wenn wir uns als Christen gerade dann „verabschieden” würden, wenn die Zeit gekommen ist, um für unseren Glauben einzustehen und unsere Liebe zu unserem Herrn unter Beweis zu stellen. In der Offenbarung spricht der Herr von den Überwindern (Off 3,12; 13,10; 14,12-13; 15,2-4 und 20,4-6;). Wer denken Sie ist mit dieser Bezeichnung gemeint?


Die Braut des Lammes.

(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Die Braut des Lammes. / Replik MS01, 2002-08-26)

Die falsche Braut ist die christuslose Christenheit, das traurige Endstadium der bekennenden Kirche, die auf der Erde zurückbleibt, nachdem unser Herr alle, die ihm auch noch in dieser Zeit die Tür aufgetan haben, um ihn einzulassen, zu sich entrückt hat. Das Gericht, das unser Herr im letzten Sendschreiben an Laodicäa ankündigen muss, gilt also nur den reinen Bekennern, die keinen Raum für wahre Busse hatten. Sie werden die grosse Hure genannt, die hinweggetan sein muss, bevor die Hochzeit des Lammes mit der wahren Braut stattfinden kann. Diese Braut des Lammes besteht aus allen wahren Gläubigen von Pfingsten bis zur Entrückung. Sie hat sich bereitet, indem sie vorher im Himmel vor dem Richterstuhl des Christus offenbar geworden ist und jetzt alles so sieht wie Christus. Ab Offb. 19,6 werden die 24 Aeltesten, ein Bild der Gesamtheit aller Erlösten, die an der Entrückung teilhaben, nicht mehr erwähnt, denn hier bei der Hochzeit des Lammes wird deutlich die Braut des Lammes von den glückseligen Geladenen aus dem AT unterschieden, von denen Johannes der Täufer sich hoch erfreut, der Freund des Bräutigams nennt (Joh. 3,29).

Matthias Sigg matthias.sigg@zkb.ch



Dass nun aber auch die „Braut des Lammes” nicht für die Gemeinde stehen kann – wie Sie meinen -, beweist Off 19,6-10:

Die große Volksmenge sprach: Lasst uns jubeln, denn sein Weib hat sich bereit gemacht.

Off 19,6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen Volksmenge und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten. 19,7 Laßt uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitgemacht. 19,8 Und ihr wurde gegeben, daß sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend, rein; denn die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen. 19,9 Und er spricht zu mir: Schreibe: Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes! Und er spricht zu mir: Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes. Off 19, 6- 9;


Hier haben wir wieder eine große Volksmenge, welche nun tatsächlich die „Gesamtheit aller Erlösten” darstellt, und sie ruft „Lasst uns fröhlich sein ... sein Weib hat sich bereitet”. Also wenn beides – die große Volksmenge und die Braut - die Gemeinde wäre, würde sie sich doch nicht selbst zurufen: „sein Weib hat sich bereitet”.

Nach meiner Erkenntnis kommt jedoch die „Braut” nicht aus den Nationen. Es sind die 144.000 aus allen 12 Stämmen Israels, die Erstlinge für Gott und das Lamm, welche die Braut darstellen (Off 7,3-8). Die Glieder der Gemeinde - die große Volksmenge – sind jene „die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes”. In Off 19,9 sagt dann der Älteste: „Glückselig, die eingeladen sind”. Wir sind also die Hochzeitsgäste, nicht die Braut.

Das kann auch durch die Aussagen des Herrn eindeutig belegt werden. So bezeichnet er in Mt 9,15 sich selbst als den Bräutigam, die Jünger – also die Stammväter der Gemeinde – nicht als „Braut”, sondern als „Hochzeitsgäste”:

Deine Jünger aber fasten nicht. - Können etwa die Hochzeitsgäste trauern?

Mt 9,14 Dann kommen die Jünger des Johannes zu ihm und sagen: Warum fasten wir und die Pharisäer oft, deine Jünger aber fasten nicht? 9,15 Und Jesus sprach zu ihnen: Können etwa die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen weggenommen sein wird, und dann werden sie fasten. Mt 9,14-15;


Auch das Gleichnis vom Hochzeitsmahl, welches von den Juden aus Israel spricht, die eingeladen waren, aber nicht gekommen sind, woraufhin diese Einladung an alle Nationen ergangen ist - was zu Recht als Beleg für den Eintritt der Gemeinde in das Heil gilt - führt uns in Mt 22,9 vor Augen, dass es hier keineswegs die Braut ist, welche ausgetauscht wurde, sondern es waren nur die Hochzeitsgäste, die wechselten.

Und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen.

Mt 22,8 Dann sagt er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Eingeladenen waren nicht würdig. 22,9 So geht nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen, und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit ein. 22,10 Und jene Knechte gingen aus auf die Landstraßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, Böse wie Gute. Und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen. Mt 22, 8-10;


Ebenso im Gleichnis von den zehn Jungfrauen: In Mt 25,1-13 wird die Gemeinde mit Brautjungfrauen dargestellt. Die Braut selbst aber ist schon in der Kammer. Der Schriftbeweis hiefür ist der Umstand, dass die Braut in diesem Gleichnis überhaupt nicht erwähnt wird, der Bräutigam aber dann in Mt 25,10 mit den fünf klugen Jungfrauen in das Haus hineingeht, um die Hochzeit zu feiern. Wenn die Braut nicht vorher schon im Haus gewesen wäre, hätte er dort wohl schwerlich eine Hochzeit feiern können.

(Siehe auch den Diskurs 68: „Haben Mt 24 und 25 keinen Bezug zur Gemeinde? - Die zehn Brautjungfrauen und die Braut.”)

Wir sehen also: Die „Braut” selbst hat nie gewechselt, sie ist immer dieselbe geblieben. Doch wie es scheint genügt es uns als Gemeinde nicht mehr „nur” Hochzeitsgäste und glückselig beim Herrn zu sein. Wir wollen mehr! Wir wollen mitherrschen, Macht haben.

(Siehe auch Kapitel 063: „Die Wiederkunft des Herrn – 3. Teil: Die Hochzeit des Lammes.”)

Wir verhalten uns als Gemeinde immer mehr wie ein Moloch, der alle Heilsverheißungen ausschließlich auf sich bezieht. Viele der Verheißungen, die z. B. Israel gegeben wurden, werden von unkritischen Auslegern taxfrei auf die Gemeinde bezogen. Das beginnt damit, dass die Gemeinde einmal als die Frau am Himmel aus Off 12,1-17 gesehen wird, dann aber auch in den 24 Ältesten aus Off 4,10, in den 144.000 Versiegelten aus Off 7,1-8 (und dies, obwohl dort ausdrücklich von Israeliten die Rede ist!), in der großen Volksmenge aus Off 19,6 (was einzig zutrifft) und geht eben bis dahin, dass entgegen jedweder Logik die Gemeinde von manchen Auslegern sowohl als Braut als auch als Bräutigam gedeutet wird. Es ist daher nicht verwunderlich, dass dann auch unter manchen Geschwistern ob dieser Omnipräsenz der Gemeinde ein gewisser elitärer Dünkel Platz greift. Wir sollten darum den Rat des Herrn mehr beherzigen, der uns in Mt 18, 1- 5 genau das Gegenteil empfiehlt.

Wer sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich.

Mt 18,1 Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist doch der Größte im Himmelreich? 18,2 Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie 18,3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. 18,4 Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 18,5 Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Mt 18, 1- 5;


Wenn Sie nun die Christusgläubigen „aus dem AT” als die Hochzeitgäste sehen wollen, so ist dazu Folgendes zu sagen: Christusgläubige „aus dem AT” kann es nur geben, wenn sie sich im Zuge der Verkündigung des Evangeliums durch den Herrn während seines dreitägigen Aufenthaltes im Totenreich („das Zeichen Jonas” Mt 12.39-40; 1Ptr 4,6) bekehrt haben. Zu ihren Lebzeiten können sie nicht Christen geworden sein, da sie von Christus und seinem alleinig rettenden Loskaufopfer nichts gewusst haben können.

(Siehe auch den Exkurs 09: „Das Paradies”.)

Und wenn das also so ist, dass sie sich bei dieser, allen bis dahin verstorbenen Menschen angebotenen Bekehrungsmöglichkeit, zu Christus bekannt haben, dann ist faktisch kein Unterschied zwischen ihnen und den Gliedern der Gemeinde, welche sich seit dem Auftreten des Herrn und zu ihren Lebzeiten bekehrt haben. Es gibt also keine stichhältige Begründung, einen Teil der Christen als Braut und die anderen nur als Hochzeitsgäste zu klassifizieren.

(Siehe auch Diskurs 15: „Wer ist die ,Braut des Lammes'?”.)


Die sieben Sendschreiben.

(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Die sieben Sendschreiben. / Replik MS02, 2002-08-26)

Die 7 Sendschreiben in Offb. 2-3 sind eine prophetische „Miniatur-Kirchengeschichte”. Jeder Brief enthält eine besondere Verheissung des Herrn für die Ueberwinder in den Umständen der beschriebenen Zeit. ...

Bei Philiadelphia: „Ich komme bald; halte fest, was du hast.” Hier hebt unser Herr, das besonders hervor, was er in der Erweckungsbewegung seit ca. 150 Jahren so kostbar für ihn ist. Je mehr die Braut im Hohelied in ihrer Liebe zu ihrem Bräutigam wächst, desto weniger ist sie mit ihrer eigenen Liebe, dafür umso mehr mit seiner Liebe zu ihr beschäftigt: „Ich bin meines Geliebten und nach mir ist sein Verlangen” (Hohelied 7,11). Paulus schreibt im 2.Thess. 3,5: „Der Herr aber richte eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu dem Ausharren des Christus.” Wenn wir ein Empfinden dafür haben, was es für das Herz unseres himmlischen Bräutigams sein muss, wenn wir das Wort seines Ausharrens bewahren, können wir auch seine kostbare Verheissung wertschätzen: „Ich werde dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird.” (Off 3,10)

Matthias Sigg matthias.sigg@zkb.ch



Dieser Interpretationsversuch ist bekannt, hat allerdings eine wesentliche Schwäche: Wenn wir davon ausgehen, dass die sieben Sendschreiben tatsächlich eine „Miniatur-Kirchengeschichte” sind, müsste darin die Kirchengeschichte seit dem ersten Jahrhundert aufeinanderfolgend in sieben Zeitperioden dargestellt sein.

Dann müsste jedoch die letzte, die siebte Gemeinde, die Endzeitgemeinde sein. Und diese müsste dann folgerichtig auch jene Gemeinde sein, an welche die Verheißung ergeht: „Ich werde dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird”, in welcher „Stunde” ja die Vertreter dieser Auffassung die Große Trübsal sehen

Nun ist es aber so, dass die siebte und letzte Gemeinde jene von Laodicea ist, welche der Herr tadelt, weil sie weder kalt noch heiß ist und jene Gemeinde, an welche diese Verheißung der Bewahrung ergeht, ist Philadelphia, die vorletzte, also die sechste Gemeinde. Und damit ist offensichtlich keine Aufeinanderfolge der sieben Sendschreiben und daher auch keine „Miniatur-Kirchengeschichte” gegeben.

(Siehe auch den Exkurs 02: „Die sieben Sendschreiben”.)



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Geht es nicht mehr um das Heil, sondern um das Regieren auf Erden? / Kommentar DK00, 2002-11-11)

Ich habe gestern abends wieder mal seit längerem Zeit gefunden bei immanuel.at reinzuschauen. Und ich kann Ihnen nur von ganzem Herzen mein Kompliment aussprechen. Ich habe gestern mal die Diskurse zu „Die Auserwählten in Mt 24,31: Christliche Endzeitgemeinde oder Israeliten?” und „Was erwartet Christen und Juden bei der Wiederkunft des Herrn?” gelesen und es war eine wahre Freude für mich.

Ich kann Ihren Worten gut folgen und teile Ihre Auffassung, gerade was die Diskussion über Stellung, Rolle und Verheißung für die Gemeinde und das Volk Israel angeht. Sie haben da meiner Ansicht nach vollkommen recht! Und ich habe bisher noch keinen Punkt gesehen den ich nicht mit Ihnen teile.

Und eines hat mich besonders gefreut, weil Sie noch einmal öffentlich aussprechen was ich genau so empfinde: „Wir sehen also: Die ‘Braut’ selbst hat nie gewechselt, sie ist immer dieselbe geblieben. Doch wie es scheint genügt es uns als Gemeinde nicht mehr ‘nur’ Hochzeitsgäste und glückselig beim Herrn zu sein. Wir wollen mehr! Wir wollen mitherrschen, Macht haben.”

Wie wahr!!!! Es geht vielen nicht mehr nur um das Heil bei Gott, sondern um das Regieren auf Erden. Die Demonstration von Pracht, Herrlichkeit und Macht. Und anstatt sich noch voller Freude darauf zu freuen, schon beim Herrn zu sein, während die Erde noch dem Ende zu läuft, neidet man dem Volk Israel seine irdische Verheißung und will lieber regieren. Ich will nicht sagen, daß ich immer frei von Machtgelüsten oder Hochmut bin. Aber ich habe erkannt welcher Segen auf Demut, Geduld und ergebenem Gottvertrauen liegt. Und insofern darf ich darauf vertrauen, daß Gott der Herr bestimmt keines seiner Kinder vergisst und außen vor läßt. Haben Sie Dank für diese super tolle und vor allem immer eng an die Bibel gehaltene Seite. Es ist mir jedesmal eine Freude darin zu lesen. Gottes reichen Segen weiterhin für Ihr Projekt.

David Kallweit Freiburg, Deutschland david@kallweit.net / http://www.informatik.uni-freiburg.de/~kallweit/



Es ist für mich eine Freude, neben so manchen kritischen Stimmen auch einige affirmative Kommentare zu erhalten. Ich bedanke mich für die freundlichen Worte und bitte den Herrn um seinen Segen auch für Sie und Ihre Arbeit.