Diskurs 55 - Warum lässt Gott das Leid zu?




Wer ist für das Leid der Menschen verantwortlich?

9/11: Wie konnte Gott so etwas zulassen? / Interview Anne Graham 00, 2002-07-08

Wie können wir Leid verhindern?

Wie Gott Gebete erhört.

Die Gebete des Christen.

Der Tod unschuldiger Kinder.

Leute die nicht glauben können. / Buch Wilhelm Busch S 123ff.

Hat die katholische Moraltheologie doch Recht? / Replik Benedikt Kromlechner 00, 2003-10-13

Macht es für irgendjemand Sinn, die Pille zu nehmen? / Replik Helga M. Vinagreiro 00, 2005-03-22


Vor einiger Zeit hat die bayerische Äbtissin Assumpta des neu wiederaufgebauten Klosters „Helfta”, in Sachsen Anhalt, in einem Fernsehinterview die Behauptung aufgestellt, dass die Frage, wieso Gott das Leid in der Welt zulasse, letztlich von keinem Menschen befriedigend beantwortet werden könne.

Dies mag nun wohl für den Durchschnittsmenschen zutreffen, der das Wort „Gott” bestenfalls in Kraftausdrücken wie „Herrgottnocheinmal” in den Mund nimmt und sich dabei noch nicht einmal bewusst wird, dass er hier eigentlich von Gott dem Herrn redet. Allerdings für die Oberin eines katholischen Klosters, welche mit ihren 77 Jahren angeblich seit 40 Jahren täglich mit Gott spricht, ist diese Aussage doch eher verwunderlich.

Die so oft gestellte Frage „Warum lässt Gott das Leid zu?” kommt ja meist von ungläubigen Menschen, welche durch ein leidvolles Ereignis im eigenen Umkreis plötzlich die Frage nach Gott stellen wollen. Dies entspricht aber vergleichsweise der Frage eines Schülers nach der Matura: „Warum hat mich der Lehrer in Mathe durchfallen lassen?”. Dieser Schüler verwechselt offensichtlich Ursache und Wirkung und dokumentiert damit, dass er nicht nur in Mathematik Verständnisschwierigkeiten hat.

Ebenso wie dieser Schüler während des Schuljahres hätte Mathe pauken müssen, hätte dieser Mensch, der hier Gott wegen eines Leides, das ihm widerfahren ist, anklagen möchte, schon früher in seinem Leben diesen Gott suchen müssen. Doch da hatte er ja keine Probleme und von all den Tausenden Tagen, die er bisher gelebt hat, hier einen davon der Frage nach Gott zu widmen, hätte er für pure Zeitverschwendung gehalten. Doch selbst viele, welche sich schon mehr oder weniger intensiv mit diesem Thema befasst haben, meinen oft, dass die Bibel ein Buch mit sieben Siegeln und Gott „in seiner Transzendenz” unerklärlich (siehe oben) und für den Menschen nicht zugänglich wäre.

Aber wir haben nicht auf seine Stimme gehört.

Dan 9,14 Und so war der HERR auf das Unglück bedacht und ließ es über uns kommen. Denn der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Taten, die er tut. Aber wir haben nicht auf seine Stimme gehört. Dan 9,14;


Wer ist für das Leid der Menschen verantwortlich?

Dabei verhält es sich mit Gott ähnlich wie mit dem Stromanschluss in unseren Wohnungen: Wir haben in jedem Raum einen Lichtschalter. Wer sich jedoch weigert, den Schalter anzuknipsen, darf sich nicht wundern, wenn er dann im Dunkeln sitzt. Gleicherweise ist Gott für jeden Menschen erreichbar. Jene Menschen, welche das jedoch bisher noch nie für nötig befunden haben, sollten sich jetzt nicht beschweren, wenn sie keinen Kontakt zu Gott haben. Hier nun Gott für das Leid verantwortlich zu machen, welches sie selbst oder ihre Angehörigen getroffen hat, hat daher den falschen Adressaten. Nicht Gott ist der Schuldige, sondern sie selbst sind es, die sich nicht rechtzeitig für diesen Gott interessiert haben, der sie und ihre Angehörigen vor diesem Leid hätte bewahren können.

Zu diesem Thema nimmt auch Billy Graham's Tochter Anne Graham, im US-amerikanischen Fernsehen Stellung:


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(9/11: Wie konnte Gott so etwas zulassen? / Anne Graham, Interview AG00, 2002-07-08)

Billy Graham's Tochter Anne Graham wurde im Fernsehen, in der "Early Show" von Jane Clayson bezüglich der Ereignisse des 11. September 2001 interviewt. Wir möchten hier auszugsweise ihre Antworten auf die Frage: "Wie konnte Gott so etwas zulassen?" wiedergeben.

Anne Graham:

Ich glaube, dass Gott über die Sache ebenso tiefbetrübt ist wie wir. Aber im Laufe der Jahre haben wir Gott aufgefordert, aus unseren Schulen, Regierungen und unserem Leben zu verschwinden. Und da Er ein 'Gentleman' ist, hat er sich leise zurückgezogen. Wie können wir Seinen Schutz und Segen erwarten, wenn wir von Ihm allein gelassen werden möchten?

Ich denke, es fing damit an, dass Madeline Murry O'Hare (sie wurde ermordet, ihre Leiche wurde vor kurzem gefunden) sich über das Gebet in den Schulen beschwerte und es nicht mehr wollte. Und wir sagten OK.

Dann meinte jemand, dass wir die Bibel in den Schulen besser nicht mehr lesen sollten. Und wir sagten OK. Dann sollten wir unsere Kinder wegen schlechtem Benehmen nicht mehr strafen, um ihre kleinen Persönlichkeiten und ihr Selbstwertgefühl nicht zu verletzen. Und wir sagten OK. Dann sagte jemand, dass Lehrer und Erzieher Kinder nicht bestrafen sollten und die Schulverwaltungen stimmten dem zu, um in keinem schlechten Licht dazustehen oder gar gerichtlich verfolgt zu werden.

Dann sollten unseren Töchtern ohne Wissen der Eltern erlaubt werden, abzutreiben. Und wir sagten OK.

Dann befürworteten einige Mitglieder des Schulvorstandes das Verteilen von Kondomen an die Jungen, die schließlich ihren Spaß haben sollten. Und wir sagten OK.

Dann wurde behauptet, dass es unwichtig sei, welch ein Leben hochrangige Persönlichkeiten führten, solange ihre Arbeit gut sei und die Wirtschaft funktioniere. Erst wurden nackte Frauen in Zeitschriften abgebildet, danach wurde durch die Unterhaltungsindustrie für Weltlichkeit, Gewalt und perversen Sex geworben. Es wurde Musik aufgenommen, die zum Gebrauch von Drogen, Mord und Satanismus aufrief. Wir sagten, solches sei nur Unterhaltung, die sowieso von niemandem ernst genommen und keine negativen Folgen haben würde.

Jetzt aber fragen wir uns, warum unsere Kinder kein Gewissen haben und Gut und Böse nicht unterscheiden können. Ich denke, dass wir ernten, was wir gesät haben.

„Lieber Gott, warum hast du das kleine Mädchen nicht gerettet, das in ihrem Klassenzimmer getötet wurde?" Mit freundlichen Grüßen, ein betroffener Schüler.” Und die Antwort: „Lieber betroffener Schüler, ich bin in den Schulen nicht geduldet ... Mit freundlichen Grüßen, Gott.”

Seltsam, wie leicht die Menschen Gott wie Dreck behandeln und sich dann wundern, dass die Welt zur Hölle fährt. Seltsam, dass wir den Zeitungen glauben, aber die Bibel in Frage stellen. Seltsam, dass jeder in den Himmel kommen möchte, vorausgesetzt, dass er nicht der Bibel gemäß glauben, denken und handeln muss. Seltsam, dass viele sagen: "Ich glaube an Gott" und folgen immer noch dem Satan nach (der übrigens auch an Gott 'glaubt'). Seltsam, dass das Grobe, Vulgäre und Obszöne freien Raum hat, während in der Schule und am Arbeitsplatz die öffentliche Diskussion über Gott unterdrückt wird. Seltsam, dass jemand am Sonntag Feuer und Flamme für Jesus sein kann aber für den Rest der Woche ein unsichtbarer Christ ist.

Geben Sie diese Botschaft weiter, wenn Sie meinen, dass es einen Wert hat. Aber wenn Sie diese Gedankengänge verwerfen, dann beschweren Sie sich nicht über die schlechte Lage, in der sich die Welt heute befindet.

(Dieses Interview ist der Zeitschrift „Philadelphia Kreuz und Reich”, Nr. 1/2003 entnommen.)

(Ernst Panzer info@philadelphia-verlag.com / http://www.philadelphia-verlag.com)

 

(Siehe auch den Diskurs 110:„Der latente Christenhass in den USA”.)


Wie können wir Leid verhindern?

Dass wir mit Gottes Hilfe Leid verhindern können, werden nicht nur gläubige Christen aus ihrer Erfahrung bestätigen können, sondern wir haben diese Verheißung auch in eindeutigen und klar formulierten Aussagen in der Bibel:

Wenn ihr mich etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.

Jh 14,11 Glaubt mir, daß ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubt um der Werke selbst willen! 14,12 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe.

14,13 Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. 14,14 Wenn ihr mich etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun. Jh 14,11-14;

Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird er euch geben.

Jh 16,23 Und an jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird er euch geben. 16,24 Bis jetzt habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude völlig sei! Jh 16,23-24;

Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, daß ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.

Mk 11,24 Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, daß ihr es empfangen habt, und es wird euch werden. Mk 11,24;

Und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten.

1Jh 3,21 Geliebte, wenn das Herz uns nicht verurteilt, haben wir Freimütigkeit zu Gott, 3,22 und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun. 3,23 Und dies ist sein Gebot, daß wir an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie er es uns als Gebot gegeben hat. 3,24 Und wer seine Gebote hält, bleibt in ihm, und er in ihm; und hieran erkennen wir, dass er in uns bleibt: durch den Geist, den er uns gegeben hat. 1Jh 3,21-24;


Diese Verheißungen, dass uns Gott unsere Bitten erhören wird, wurden nicht erst im Neuen Testament gegeben. Schon David hat dies durch den Heiligen Geist im Psalm 37 gesagt:

Habe deine Lust am HERRN, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt.

Ps 37,1 {Von David.} Entrüste dich nicht über die Übeltäter, beneide nicht die, welche Böses tun! 37,2 Denn wie das Gras werden sie schnell verdorren und wie das grüne Kraut verwelken. 37,3 Vertraue auf den HERRN und tue Gutes; wohne im Land und hüte Treue; 37,4 und habe deine Lust am HERRN, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt. 37,5 Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln 37,6 und wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. Ps 37, 1- 6;


Dieses Versprechen Gottes gilt nun aber nicht für alle Menschen. Aus den angeführten Stellen und ihrem Kontext geht auch eindeutig hervor, dass ungläubige Menschen mit der Hilfe des Herrn nicht rechnen können:

-  Jh 14,12 Wer an mich glaubt (Wer an Jesus Christus als seinen Retter glaubt)

-  Jh 16,23 Was ihr den Vater bitten werdet (Wer Gott seinen „Vater” nennen darf)

-  Mk 11,24 glaubt, daß ihr es empfangen habt (Wer glaubt, dass er empfangen hat)

-  1Jh 3,22 weil wir seine Gebote halten (Wer die Gebote Gottes hält)

-  Ps 37,4 Habe deine Lust am HERRN (Wer sich darüber freut, Gott zu kennen)


Dies sind alles Kriterien, welche nur durch den Glauben an Gott und seinen Sohn Jesus Christus erfüllt werden können. Doch es gibt leider auch eine nicht geringe Anzahl von durchaus gläubigen Christen, welche sich beklagen, schon oft Leid erlebt zu haben, ohne dass ihnen der Herr geholfen hätte.

Ebenso, wie man nun den Ungläubigen sagen muss, dass sie zuerst einmal zum Glauben an diesen Gott kommen müssen, bevor sie verlangen können, dass er sie vor Leid bewahrt, muss man sowohl ihnen als auch den oben zitierten Gläubigen vor Augen führen, dass die Hilfe Gottes kein Selbstbedienungsladen ist. Wenn ich ein Stück Brot kaufen will und mich vor einem Bäckerladen stumm aufstelle und warte, kann ich wahrscheinlich lange warten. Doch dies ist genau die Art, welche viele Christen, wie es scheint, als „Gebet” verstehen. Sie sagen nichts und tun nichts und meinen nun, Gott müsse doch endlich einmal irgendwie eingreifen. So geht das nicht! Sind wir schon zu stolz, als dass wir unsere Bitten im Gebet vor unseren Gott bringen? Oder meinen wir etwa, dass Gott auf „Knopfdruck” funktioniert?

Wie uns Jakobus, der älteste Bruder unter den Geschwistern des Herrn, unten in Jak 4,1-3 sagt, haben wir deshalb oft nichts, weil wir nicht bitten.

Ihr begehrt und habt nichts; Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet;

Jak 4,1 Woher kommen Kriege und woher Streitigkeiten unter euch? Nicht daher: Aus euren Lüsten, die in euren Gliedern streiten? 4,2 Ihr begehrt und habt nichts; ihr tötet und neidet und könnt nichts erlangen; ihr streitet und führt Krieg. Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; 4,3 ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden. Jak 4, 1- 3;


Aber auch wenn wir als Christen wohl bitten, aber nichts empfangen, müssen wir uns also sagen lassen: „ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden”.

Wie Gott Gebete erhört.

Die aller erste Voraussetzung, dass Gott Gebete erhört, ist - wie bereits oben erwähnt - dass der Mensch gläubig ist. Und zwar nicht gläubig an irgendeinen Gott, wie mir das unlängst eine Besucherin geschrieben hat:

„ich moecht auch bitte nicht jetzt ins detail gehen ueber allah, gott, etc. - die grundstruktur ist bitteschoen die selbe ..... und dass es in weiterer folge einen haufen abweichungen gibt - na auch ohne worte.”


In der Bibel wird uns ein einziger Gott vorgestellt in seiner Dreiheit von Vater, Sohn und Heiliger Geist, zu dem wir beten sollen. Auch steht in der Bibel nichts davon, dass wir unsere Gebete an eine „Maria” oder an irgendwelche „Heilige”  richten sollten. Jedes Gebet, welches nicht an den Gott der Bibel oder seinen Sohn Jesus Christus direkt gerichtet ist, hat die falsche Adresse und ist daher Götzenanbetung.

Was nützt ein gegossenes Bild? Es ist mit Gold und Silber überzogen, doch fehlt seinem Inneren jeglicher Odem.

Hab 2,18 Was nützt ein Götterbild und daß sein Bildner es geschnitzt hat? Was nützt ein gegossenes Bild und ein Lügenlehrer und daß der Bildner seines Gebildes darauf vertraut, während er doch stumme Götzen anfertigt? 2,19 Weh dem, der zum Holz sagt: Wache auf! - zum schweigenden Stein: Erwache! - Der sollte wahrsagen? Gewiß, er ist mit Gold und Silber überzogen, doch fehlt seinem Inneren jeglicher Odem.

2,20 Der HERR aber ist in seinem heiligen Palast. Schweige vor ihm, ganze Erde! Hab 2,18-20;


In Jesus Christus hat uns Gott nicht nur sein "Wort" (Jh 1,1) gesandt, sondern der Herr Jesus ist auch das "Ohr" Gottes. Er ist der eine und einzige Mittler, den es zwischen Gott und den Menschen gibt. Keine Maria, keinen Franziskus, keinen Benedikt oder wie die hölzernen und steinernen Götzen der katholischen Kirche sonst noch alle heißen mögen. Das ist auch der Aussage des Herrn in Jh 14,6 klar zu entnehmen.

Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Jh 14, 6;

Es ist ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus.

1Tim 2,5 Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus. 1Tim 2,5


Wer nicht Jesus als Mittler hat, der hat keine Verbindung zu Gott und kann sich daher auch nicht erwarten, dass seine Gebete gehört oder gar erhört werden. In Jesus Christus ist Gott selbst Mensch geworden und zu uns gekommen. Wenn wir an ihn glauben und zu ihm beten, glauben und beten wir gleichzeitig an Gott selbst.

Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.

Jh 14,9 Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater? 14,10 Glaubst du nicht, daß ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir bleibt, tut seine Werke. Jh 14, 9-10;

(Siehe auch den Diskurs 107:„Die geleugnete, die falsche katholische und die echte biblische Dreieinigkeit.”)


Wie uns nun Jakobus weiter oben sagt, wird auch das Gebet von Gläubigen von Gott dann nicht erhört werden, wenn wir „übel bitten”. Unsere Bitten dürfen daher weder selbstsüchtig noch bösartig sein. Sie dürfen niemandem schaden und uns selbst keinen unverdienten Vorteil verschaffen. Und vor allem: es müssen Bitten sein, die aus unseren Herzen kommen und unsere - oder anderer - Existenz betreffen.

Doch auch wenn wir uns daran halten, ist es durchaus nicht immer so, dass unsere Bitten genau so realisiert werden, wie wir uns das vorgestellt haben. Speziell die älteren Geschwister unter uns wissen aus ihrem Leben, dass Gott oft schon gehandelt hat, lange bevor wir ihn darum gebeten haben. Dies ist es auch, was uns der Herr in Mk 11,24 sagen will: „glaubt, dass ihr empfangen habt, und es wird euch werden”. Daran erkennen wir, dass unser Gebet erhört worden ist. Es ist der Heilige Geist in uns, der uns die Sicherheit gibt, dass die Dinge, die wir von Gott erbeten haben auch gewährt werden.

Ob das nun z. B. der Ausgang einer Operation bei unseren Lieben oder bei uns selbst ist, die Klärung eines familiären oder beruflichen Problems oder auch die Hilfe in einer finanziellen Notlage. Wenn wir darüber gebetet haben, wissen wir, dass wir es erhalten werden. Allerdings möglicherweise zu einer Zeit und in einer Art, welche nicht unbedingt genau jenen Vorstellungen entspricht, welche wir erbeten haben. Dennoch können wir sicher sein, dass dies jene Zeit und jene Art ist, welche für unsere Bedürfnisse die geeignetste ist.

Eine wichtige Voraussetzung, dass Gott unser Gebete erhört, ist auch die Art, wie wir sie vorbringen. Und hier hat uns der Herr eine genaue Anweisung hinterlassen:

Betet nicht wie die Heuchler, in den Synagogen (Kirchen), damit sie von den Menschen gesehen werden.

Mt 6,5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
6,6 Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. 6,7 Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, daß sie um ihres vielen Redens willen erhört werden. 6,8 Seid ihnen nun nicht gleich! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. Mt 6, 5- 8;


Wie uns der Herr hier sagt, sollen wir nicht öffentlich und auch nicht in Synagogen (Kirchen) beten, wo wir von Menschen gesehen werden. Zum Einen deshalb, weil damit in den meisten Fällen nur die Eitelkeit befriedigt werden soll und das Gebet zu einer rhetorischen Kunstübung ausartet. Derartige Redeübungen bekommen ihren Lohn von den Menschen und nicht von Gott.

Viel wichtiger aber ist die Aussage des Herrn hier, dass wir mit solchen öffentlichen Gebeten absolut nichts bewirken können. Auch wenn wir unsere Gebete - wie es mancherorts geschieht - stunden- und nächtelang durchhalten würden. Sie wären deshalb erfolglos, weil uns Gott dort nicht hören würde. Gott ist nicht in Kirchengebäuden und an öffentlichen Plätzen zu finden! Gott ist auch nicht in den Versammlungslokalen christlicher Gemeinden zu suchen. Gott muss nicht aufgesucht werden, er ist bereits da. Er ist in uns, in unserem Geist, und wir haben immer dann die Möglichkeit zu ihm zu sprechen, wenn wir uns in unserem Geist im Gebet an ihn wenden. Und das ist nun einmal in der Abgeschiedenheit unserer Kammer viel eher möglich, als im Rahmen irgendwelcher Versammlungen, sei es wo auch immer. So hat das auch Gottfried Daniel Pomacher, ein Erweckungsprediger aus dem Wuppertal gesehen, als er sagte:

„Das Christentum besteht nicht in Worten sondern in der Kraft des Heiligen Geistes in den Gläubigen. Nicht jene sind die Säulen des Tempels, die sich öffentlich in Gebeten mit ‘Herr, Herr’ die Bewunderung ihrer Zuhörer verschaffen, sondern jene, welche zuhause, in ihrem stillen Kämmerlein und ohne einen einzigen Zuhörer, ihre Gebete an den Herrn richten, sind die wahren Träger der Gemeinde.”


Und hier muss nun auch ein Missverständnis aufgezeigt werden, welches in letzter Zeit, besonders auch in katholischen Kreisen, um sich greift. Es wird dort einer fernöstlichen „Meditation” das Wort geredet. Dabei soll der Geist von allen Gedanken geleert werden und dann dieser Zustand möglichst lange erhalten werden, bis sich irgendwelche „Lichterscheinungen” manifestieren (sensorische Deprivation).

Dies ist nicht nur falsch, sondern ausgesprochen gefährlich! In Mt 12,43-45 warnt uns der Herr davor, was geschieht, wenn der Geist des Menschen geleert wird.

Wenn der unreine Geist das Haus leer findet, kommt er mit sieben anderen Geistern zurück.

Mt 12,43 Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchwandert er dürre Orte, sucht Ruhe und findet sie nicht. 12,44 Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich herausgegangen bin; und wenn er kommt, findet er es leer, gekehrt und geschmückt. 12,45 Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, böser als er selbst, und sie gehen hinein und wohnen dort; und das Ende jenes Menschen wird schlimmer als der Anfang. So wird es auch diesem bösen Geschlecht ergehen. Mt 12,43-45;


Derartige Meditationstechniken werden auch in der New Age Bewegung praktiziert, wie einem Auszug des Artikels „Okkulte Praktiken” von Prof. Dr. Reinhard Franzke zu entnehmen ist:

„Diese Trancetechniken der New Age Bewegung sollen die Menschen in einen veränderten tranceartigen, hypnoseähnlichen Bewusstseinszustand versetzen, der immer die Tür zu Jenseitswelten und Jenseitsmächten öffnet, welche aus christlich-biblischer Sicht immer die falsche Tür ist. Wenn wir versuchen diese Tür nach unserem Willen und zu der von uns bestimmten Zeit zu öffnen, dann steht vor dieser Tür immer der Falsche: nicht der Herr sondern der Widersacher”.


Doch nicht nur in der New Age Bewegung, auch in christlich charismatischen Kreisen werden derartige okkulte Praktiken immer mehr verbreitet und als das „Wirken des Heiligen Geistes” ausgegeben.

(Siehe auch den Bericht von TOPIC: „Bericht über das charismatische Lager.”)

Wenn uns daher der Herr oben, in Mt 6,6 auffordert zum Gebet in unsere Kammer zu gehen und die Tür zu schließen, so meint er damit ganz gewiss keine Meditation, bei der wir mit geschlossenen Augen und leerem Hirn dasitzen und auf irgendeine Erscheinung warten. Sondern ganz im Gegenteil, dass wir unseren Geist mit all unseren Bitten und Danken anfüllen, von dem unser Herz voll ist, und unser Vater, der im Verborgenen ist, wird uns ganz sicher hören und erhören.

Denn wie uns der Herr Jesus hier unten, in Jh 4,23 sagt, ist unser Vater im Himmel Geist und will in Geist und Wahrheit angebetet werden.

Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.

Jh 4,23 Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. 4,24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten. Jh 4,23-24;


Schließlich gibt es aber auch noch jene Gebete von Gläubigen, welche zwar alle die vorerwähnten Voraussetzungen erfüllen, jedoch von Gott dennoch nicht erhört werden. Ein Beispiel dafür finden wir im zweiten Brief des Paulus an die Korinther:

Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen.

2Kor 12,6 Denn wenn ich mich rühmen will, werde ich doch nicht töricht sein, denn ich werde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand höher von mir denke, als was er an mir sieht oder was er von mir hört, 12,7 auch wegen des Außerordentlichen der Offenbarungen. Darum, damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, daß er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. 12,8 Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen, daß er von mir ablassen möge. 12,9 Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung. Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne. 2Kor 12; 6-9;


Hier schreibt Paulus, dass ihm „ein Dorn für das Fleisch gegeben” wurde. Es lässt sich natürlich heute nicht mehr feststellen, was genau er damit gemeint hatte, aber dem Kontext nach zu urteilen, war es - nachdem er vom „Fleisch” spricht - irgendein körperliches Gebrechen oder eine beschwerliche Krankheit. Paulus selbst weiß es wohl, warum er dieses Leiden zu ertragen hat: Er hatte in der Verkündigung einen wirklich unglaublichen Dienst geleistet und hatte auch eine große Anzahl von Offenbarungen, die er vom Herrn erhalten hatte. Und wie er selbst schreibt, bestand - charakterbedingt wie es scheint - die Gefahr, dass er sich deshalb „überhebe”, also aufgrund dieser Auszeichnungen stolz und überheblich werden könnte. Deshalb hatte ihm der Herr nun diesen „Dorn im Fleisch” gegeben, damit er immer daran erinnert wird, dass es der Herr und der Heilige Geist sind, welche ihn führen und leiten - und es daher nicht sein eigenes Verdienst ist.

Obwohl Paulus nun schon „dreimal den Herrn angerufen” hatte, damit er ihn von dieser Krankheit befreie, wurde sein Gebet vom Herrn nicht erhört. Ja mehr noch, der Herr hat ihn wissen lassen, dass er dieses Leiden weiterhin ertragen muss. Und nachdem ihm der Herr sagte „Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung” war dieses Leiden sichtlich das geringere Übel im Vergleich zu der dadurch verhinderten Gefahr der Selbstgefälligkeit.

Daraus erkennen wir, dass auch manche unserer Leiden gottgewollt sein können, um andere Ausprägungen unseres Charakters und unseres Verhaltens hintan zu halten. Rühmen wir uns daher nicht unserer Leistungen, sondern unserer Schwachheiten und vertrauen wir auf die Gnade des Herrn, dass seine Kraft in unserer Schwachheit zur Vollendung komme.

Die Gebete des Christen.

Aus den obigen Aussagen ist zu erkennen, dass wir als Christen für uns und unsere Nächsten (im wörtlichen Sinn) vor Gott eine Verantwortung haben und unsere Bitten im Gebet vorbringen sollen. Ein Gebetsanliegen, welches sich auf „die Welt” bezieht - wie das in der katholischen Kirche gerne praktiziert wird - ist damit nicht zu begründen. Abgesehen davon, dass diese Gebete meist an die „Gottesmutter” gerichtet werden und damit ohnehin den falschen Adressaten haben, können sie auch - wie die vergangenen Jahrhunderte zeigen - nichts bewirken.

(Siehe auch den Diskurs 52:„Kann das Wirken Marias die Prophezeiungen der Bibel auf die Endzeit abwenden?”.)

Es wäre eine Anmaßung, zu Gott für Menschen zu beten, mit welchen wir noch nicht einmal gesprochen haben. Wenn wir für die Menschen, für die Dritte Welt, für die armen Länder usw. beten, wissen wir ja nicht wie viele Verbrecher,  Gottlose und Gottesleugner sich unter diesen Menschen befinden, für welche wir Gott dann um seinen Segen bitten würden.

Aber dies ist eben genau die Art der Namenschristen, welche sich nicht die Mühe machen wollen, die Probleme einzelner Menschen kennen zu lernen und dann ihre Schicksale und ihre Bedürfnisse in ihr Gebet aufzunehmen. Sie wollen mit wenig eigenem Einsatz und möglichst großem Effekt nach außen, sozusagen im Gießkannenprinzip, etwas über irgendwelche Menschen ausgießen, über das sie gar nicht verfügen können, nämlich den Segen Gottes. Wichtig ist dabei nicht der einzelne Mensch, sondern die nach außen optisch und akustisch möglichst eindrucksvolle Zeremonie. Hier wird darum gestritten wer bei der Messe was, wann und wie sagen darf, wer als Erster seinen Spruch in der Kirche deklamieren darf und was das Kirchenvolk dann antworten muss usw. Man kennt das ja alles auch - aber nicht nur - aus katholischen Messen.

Der Christ sollte also - mit Ausnahme des Gebets um Bekehrung zum rechten Glauben - nicht für Menschen beten, die er noch nie persönlich gesehen oder gesprochen hat und deren nähere Lebensumstände ihm daher auch nicht bekannt sind. Wenn es Gottes Wille ist, dass für diese Menschen gebetet werden soll, wird er dieses Anliegen einem Gläubigen ans Herz legen, der in der unmittelbaren Umgebung dieser Menschen lebt und daher weiß, wo es ihnen geistig und materiell ermangelt und wessen sie bedürfen. Sind diese Menschen jedoch unbußfertige Sünder, die Gott in ihrem verkehrten Sinn dahingegeben hat, würden wir mit unserem oberflächlichen Gebet für sie Gottes Gerechtigkeit in Frage stellen und selbst schuldig werden.

Wir sollten aber als Christen - wieder mit Ausnahme des Gebets um Bekehrung, wenn es sich nicht um Gläubige handelt - auch nicht für Menschen beten, die uns bewusst ablehnen. Denn entweder, die Ursache ihrer Ablehnung liegt bei uns, dann wird Gott unsere Gebete nicht erhören, bis wir nicht hingegangen sind und uns mit ihnen versöhnt haben. Oder aber, die Schuld liegt eindeutig beim Anderen und er ist seinerseits nicht bereit, sich mit uns zu versöhnen. Dann ist umgekehrt er in einer geistigen Verfassung, in der unsere Gebete für ihn nicht sehr hilfreich sein würden und wir diese Aufgabe besser anderen Geschwistern überlassen sollten.

Schließlich sollten wir auch bedenken, dass ebenso, wie man nicht stellvertretend für jemand anderen zum Glauben kommen kann, da diese Entscheidung nur ganz persönlich im Leben eines jeden Menschen getroffen werden kann, es auch nicht möglich ist, die Vergebung der Sünden für einen Anderen - und sei er noch so nahestehend - zu erwirken. Das Sündenbekenntnis und die Bitte um Sündenvergebung ist ein Vorgang, der von jedem Menschen nur ganz persönlich vor Gott gebracht und von Gott erlangt werden kann.

Unsere Gebete sollten sich daher auf jene Menschen konzentrieren, welche wir persönlich kennen und deren Nöte und Sorgen uns auch aus Gesprächen mit ihnen bekannt sind, sodass wir sie in unserer Bitte vor Gott bringen können. Wer das tut, hat mit Sicherheit Gebetsanliegen die eine halbe Stunde und mehr Zeit benötigen, um dem Herrn dargelegt zu werden. Und das natürlich täglich in unserer stillen Kammer und nicht nur am Sonntag in der Kirche oder Gemeinde.

Und hier lässt sich nun auch ein Kennzeichen derjenigen unter uns ausmachen, die tatsächlich für die Geschwister beim Herrn sorgen und für sie beten. Ähnlich, wie ein Gärtner seine Pflanzen nach dem Setzen täglich besuchen und ihre Entwicklung überwachen wird, um etwaige Bedürfnisse, wie mehr Wasser oder Schutz vor prallem Sonnenlicht, rechtzeitig erkennen und nachkommen zu können, wird sich auch ein Beter für die Menschen seines Gebetsanliegens laufend interessieren und sich nach ihrem Befinden erkundigen, um einerseits erkennen zu können, inwieweit der Herr seine Gebete erhört hat oder ob etwa zusätzliche Beeinträchtigungen aufgetreten sind, welche in seinem Gebet neu aufgenommen werden müssen.

Wir sollten daher unterscheiden, ob uns jemand - wie das heute ja üblich ist - nur so fragt: „Hallo, wie geht's?” und dann kaum die Antwort abwartet um mit seinen eigenen, aktuellsten Erlebnissen herauszuplatzen oder ob er sich eingehender bei uns erkundigt, ob und wie wir mit unseren Problemen zurechtkommen. Das könnte nämlich jemand sein, der uns vor Gott zur Seite steht.

Der Tod unschuldiger Kinder.

Eines der berührendsten Argumente, welches zum Thema: „Warum lässt Gott das Leid zu?” auch immer wieder eingebracht wird, ist die Frage:

„Wenn schon Erwachsene Leid tragen müssen, aber warum müssen unschuldige Kinder, die keinem Menschen etwas zu Leide getan haben, sterben, und Gott lässt das zu?”

Dabei müssen wir aber nun unterscheiden zwischen jenen Kindern, die eines natürlichen Todes gestorben sind - also infolge einer prä- oder postnatalen Dysfunktion bei Mutter oder Kind (Fehlgeburt, Totgeburt, Frühgeburt) oder einer Krankheit im Kindesalter - einerseits und andererseits allen jenen Kindern, welche getötet wurden. Ob nun bei einem Unfall, im Krieg oder aus anderen Anlässen. Und nun ist es schon vorgekommen, dass jene Frauen, welche die obige Frage mit Vehemenz in die Diskussion geworfen haben, selbst schon ein Kind abgetrieben hatten. Ob das nun auch Kindesmord war und ab welcher Zeit nach der Befruchtung man davon sprechen kann, ist ja noch immer sehr umstritten und soll hier auch nicht weiter ausgeführt werden.

Dass aber auch hier die katholische Kirche eine große Schuld trifft, ist nicht zu leugnen. Sie war es, welche die Empfängnisverhütung verurteilt und den Gebrauch von Kondomen und später der „Pille”, für ihre Mitglieder verboten hat. Wir haben keine einzige diesbezügliche Aussage in der Bibel, die ja besagen müsste, dass der eheliche Geschlechtsverkehr ausschließlich zur Zeugung von Nachwuchs gestattet sein würde. Ganz im Gegenteil bedient sich auch die Schöpfung der Empfängnisverhütung, indem sie an den unfruchtbaren Tagen der Frau wohl einen Geschlechtsverkehr, nicht aber eine Befruchtung zulässt.

Und wenn also in der katholischen Moraltheologie die intelligente Ausnutzung dieses natürlichen Unfruchtbarkeitszeitraums (Knaus-Ogino Methode) gestattet ist, fehlen für die Verdammung anderer intelligenter, nicht-invasiver Verhütungsmethoden ganz einfach die Argumente. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo in weiten Teilen der Welt - insbesondere aber in Afrika - jeden Tag Hunderte Kinder sterben müssen, weil Katholiken (und Moslems) aus religiösen Gründen keine Kondome benützen und diese Kinder bei der Geburt durch ihre Mutter mit AIDS infiziert wurden, kommt diesem Thema nicht mehr nur bevölkerungspolitisch, sondern immer mehr auch gesundheitlich präventive Bedeutung zu.

Auch muss man hier der katholischen Kirche jedwede Kompetenz absprechen. Nicht nur, dass sich ihre maßgeblichen Vertreter nicht an die Bibel halten und Gebote nach eigenem menschlichem Gutdünken erfinden (Unfehlbarkeit der Päpste, einzige das Heil vermittelnde Kirche, Abendmahl ohne Wein für die Gläubigen etc.), sie können auch aufgrund des von ihnen erfundenen Gebots des Zölibats für die Priester keinerlei Erfahrung auf diesem, für die Menschen oft sehr problembehafteten Gebiet des menschlichen Lebens vorweisen. Diese katholischen Amtsträger haben daher weder das Recht, noch die Befähigung, ihren Gläubigen auf jenem Lebensgebiet Vorschriften zu machen, welches sie selbst nie kennen gelernt haben.

Das Ergebnis derartiger weltfremder Gebote lässt sich nun auch - nach Jahrhunderten der Vertuschung und Geheimhaltung - nicht mehr wegdiskutieren. Durch das Verbot sich Frauen zu nehmen, haben sich katholische Priester an die Männer - und was noch viel schlimmer ist, an die Kinder - herangemacht. In den USA wurde erst in diesen Tagen ein katholischer Priester rechtskräftig verurteilt, dem weit über 100 Kindesmissbräuche nachgewiesen werden konnten. Sein vorgesetzter Bischof wusste jahrelang davon und hat den Mann immer nur in eine andere Pfarrei versetzt, anstatt ihn hinauszuwerfen und anzuzeigen. Dafür werden aber jene Leute „hinausgeworfen”, welche die Unfehlbarkeit des Papstes in Zweifel ziehen, wie der bekannte katholische Theologe Hans Küng.

Und es mutet daher auch als ein Treppenwitz der Geschichte an, dass es jetzt ausgerechnet die katholische Kirche ist, welche sich dankenswerterweise endlich gegen die Homosexualität ausgesprochen hat, während sich alle anderen christlichen Kirchen in Schweigen hüllen oder gar - wie die evangelischen Kirchen - eine „Segnung” von homosexuellen Paaren durchführen.

Ebenso wie das widernatürliche Gebot der Ehelosigkeit für Priester, bringt nun auch das Verbot der Empfängnisverhütung die Menschen in Gewissensnöte und führt in Extremfällen im ersteren Fall zu Kindesmissbrauch, im letzteren zu „Kindesmord” mittels Abtreibung (1000 pro Werktag allein in Deutschland). Und auch wenn Abtreibung nicht als Kindesmord sondern nur als kleiner operativer Eingriff zu bewerten wäre, haben gerade diese Frauen - und es werden deren ja immer mehr - moralisch ganz einfach nicht das Recht, hier zu fragen (siehe oben), warum Gott zulässt, dass unschuldige Kinder sterben.

Vielmehr müssen wir uns aus christlicher Sicht die Frage stellen: was geschieht denn mit diesen Kindern nach ihrem Tod? Nachdem die Schrift hier keine Unterscheidung zu den anderen Menschen trifft, müssen wir davon ausgehen, dass alle Menschen - ob Kinder (welchen Alters auch immer) oder Erwachsene - in der Allgemeinen Auferstehung am Ende der Welt, mit ihrem Geist wieder lebendig werden. An Stelle ihres verwesten physischen Leibes erhalten sie einen Geistkörper und werden zum Letzten Gericht erscheinen. Jene Toten, welche bereits bei der Entrückung auferweckt wurden sind hier natürlich nicht mehr dabei.

(Siehe auch das Kapitel 062:„Die Wiederkunft des Herrn – 2. Teil / Die Entrückung”.)

Bei diesem Letzten Gericht werden dann diese Menschen danach beurteilt, was sie in ihrem irdischen Leben getan haben, also nach ihren Werken, wie Off 20,11-13 sagt:

Sie wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern stand, nach ihren Werken.

Off 20,11 Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß, vor dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden. 20,12 Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. 20,13 Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Off 20,11-13;

Am Tag des gerechten Gerichtes Gottes, wird er jedem geben nach seinen Werken.

Röm 2,5 Du aber mit deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst dir selbst Zorn an auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, 2,6 der einem jeden geben wird nach seinen Werken: 2,7 ewiges Leben denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben; 2,8 Ungnade und Zorn aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit; 2,9 Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die Böses tun, zuerst der Juden und ebenso der Griechen; 2,10 Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden allen denen, die Gutes tun, zuerst den Juden und ebenso den Griechen. Röm 2, 5-10;


(Siehe auch Kapitel 13:„Das Weltgericht”.)

Diese Texte besagen nun, dass alle Menschen, welche zu ihren Lebzeiten streitsüchtig waren, der Wahrheit nicht gehorchten sondern der Ungerechtigkeit, und Böses getan haben, im Gericht Gottes nach diesen ihren Werken zur Verdammnis verurteilt werden.

Wenn wir diese Kriterien nun auf die hier zu beurteilenden Kinder anwenden, erkennen wir, dass gerade diesen kleinen unschuldigen Kindlein wohl kein einziges dieser hier angeführten Vergehen angelastet werden kann. Die Konsequenz daraus ist jedoch, dass alle hier auf Erden verstorbenen Kinder, zumindest bis zu jenem Alter, in welchem sie bewusst Böses getan haben, gerettet sind und sozusagen einen „Freifahrschein” in die Ewigkeit Gottes haben. Das bestätigt uns auch der Herr mit seinem Hinweis in Mt 19,14:

Laßt die Kinder zu mir zu kommen! Denn solcher ist das Reich der Himmel.

Mt 19,13 Dann wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er ihnen die Hände auflege und bete; die Jünger aber fuhren sie an. 19,14 Jesus aber sprach: Laßt die Kinder, und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen! Denn solcher ist das Reich der Himmel. 19,15 Und er legte ihnen die Hände auf und ging von dort weg. Mt 19,13-15;


Der Umstand allerdings, dass die getöteten Kinder dann, in der Auferstehung, als erwachsene Menschen ihren Mördern - wer immer das auch ist - gegenüberstehen werden, wird für die Letzteren - sofern sie nicht noch zu Lebzeiten das Loskaufopfer unseres Herrn für die Vergebung ihrer Sünden in Anspruch genommen haben - der Beginn des Heulens und Zähneknirschens sein.

Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein.

Mt 13,47 Wiederum gleicht das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist und Fische aller Art fängt. 13,48 Wenn es aber voll ist, ziehen sie es heraus an das Ufer, setzen sich und lesen die guten in Gefäße zusammen, aber die schlechten werfen sie weg.

13,49 So wird es auch am Ende der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden 13,50 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. 13,51 Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. 13,52 Da sprach er: Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt. Mt 13,47-52;


Und so könnte auch der Fall eintreten, dass eine gläubige Mutter, welche ihre Tochter als kleines Kind durch Krankheit verloren und dann einen Sohn wohlbehalten aufgezogen hat, der aber dann vom Glauben abgefallen ist, in der Auferstehung von ihrem Sohn möglicherweise getrennt wird, während sie ihr Töchterlein mit sich in die Ewigkeit  Gottes nehmen kann. Wir sehen also, dass in der Realität Gottes Tod oft Leben und Leben Tod bedeutet.

Dies gilt übrigens auch in einer anderen Hinsicht. Die oben zitierte, sehr kinder- und damit menschenfreundliche Frage: „warum müssen unschuldige Kinder, die keinem Menschen etwas zu Leide getan haben, sterben, und Gott lässt das zu?” zeigt sehr deutlich die Kurzsichtigkeit der damit zum Ausdruck gebrachten Ansicht. Auch Hitler und Stalin waren einmal „unschuldige Kinder, die (noch) keinem Menschen etwas zu Leide getan hatten”. Wenn diese beiden Kinder jedoch noch im Kindesalter verstorben wären, würden fast 70 Millionen Menschen am Leben geblieben sein. [1]


Rabbi Chaim Chofetz


Rabbi Chaim Chofetz



Zu Rabbi Chaim Chofetz kam eines Tages ein Besucher, um einen Rat von ihm zu erbitten. Als der Mann sah, dass die Wohnung des Rabbi aus einem winzigen Zimmer bestand, in dem sich nur eine Liege, ein Tisch mit Stuhl und eine Reihe Bücher befanden, fragte er den Rabbi verwundert: „Meister, wo haben Sie ihre Möbel und den Hausrat?"

"Haben Sie Möbel und Hausrat bei sich?", erwiderte der Rabbi.

"Ich?" fragte der verblüffte Besucher. "Aber ich bin doch nur zu Besuch hier. Ich bin auf der Durchreise!"

"Ich auch!", sagte Rabbi Chofetz.

--- o ---

Wenn damals jemand Rabbi Chofetz gefragt hätte, warum Gott es zulässt, dass unschuldige kleine Kinder durch Krankheit, Hunger oder Krieg sterben müssen, hätte er sicher gesagt: "Mach dir keine Sorgen, du wirst sie sicher wiedersehen. Wir sind alle nur auf der Durchreise!"

Ebenso, wie der Sohn Gottes diesen Weg als Erster vorausgegangen ist (1Kor 15,20), werden auch alle Menschen dieser Welt eines Tages von den Toten auferstehen (1Kor 15,21-22) und vor diesem Sohn Gottes als ihrem Richter stehen. Und dann werden gerade diese kleinen Kindlein für unschuldig beurteilt und als Erste von Gott in seinem ewigen Reich willkommen geheißen werden.

Wir Anderen aber, werden danach beurteilt werden, ob wir uns zu Lebzeiten für den Glauben an den Sohn Gottes entschieden haben (Jh 11,25-26). Wer das getan hat, wird diesen ersten Heiligen in das ewige Leben bei Gott nachfolgen (Mt 25,34). Dem, der diese Entscheidung nicht getroffen hat, wird der Herr sagen: "Ich kenne dich nicht!". (Mt 25,41) Und dieser Mensch wird seine ewige Existenz in der äußersten Finsternis mit Weinen und Zähneknirschen verbringen, weil er es in seinem Leben verabsäumt hat, diese einfachste und doch wichtigste Entscheidung zu treffen. Nun wird er auf ewige Zeiten keine Möglichkeit mehr haben, daran etwas zu ändern.

Und leider wird auch Rabbi Chaim Chofetz dieses Schicksal teilen, da er - wie alle religiösen Juden seit zweitausend Jahren (Jh 8,24) - diesen Jesus aus Nazareth, den Sohn Gottes, als Betrüger und Gotteslästerer bezeichnet hat und sogar auch nur der Anblick des Kreuzes für einen Juden eine Abscheu ist: „Kruzifixe sind eine Beleidigung für Juden. Das Kreuz ist gegen die jüdische Religion und der Anblick des Kreuzes ist für einen Juden verboten." (Israel Meir Lau, Großrabbiner Israels von 1993-2003 ).

Und obwohl derartige Verbote in der katholischen Kirche ansonsten nicht sehr ernst genommen werden (Löschung des 2. Gebotes aus den zehn Geboten Gottes), hat sich der Papst, bei seinem Besuch der beiden Oberrabbinen von Israel, strikte daran gehalten. Der Scheinheilige Vater hat das Christuskreuz auf seiner Halskette verschämt in seiner Bauchbinde verborgen, um den beiden Oberrabbinen diesen "abscheulichen" Anblick zu ersparen

Rabbi Chaim Chofetz   Rabbi Chaim Chofetz   Rabbi Chaim Chofetz
Versteckt Papst Franziskus das Kreuz vor Großrabbinen?

Mat 10,32 Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. 10,33 Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

1Joh 2,23 Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.



Somit ist jeder, der das Kreuz Christi versteckt, ein gottloser Narr!




Im Zusammenhang mit dem obigen Argument über den „Tod unschuldiger Kinder”, ist auch immer wieder die Aussage zu hören: „An so einen Gott kann ich nicht glauben”. Dieser Satz insinuiert nun, dass sich dieser Mensch viele, viele Gedanken über Gott gemacht hätte und nach Abwägung aller Für und Wider, zu der abschließenden Erkenntnis gekommen wäre, dass er an diesen Gott nicht glauben kann.

Tatsächlich sieht es natürlich in den allermeisten Fällen ganz anders aus. Es ist nicht das Können, welches diesem Menschen den Glauben unmöglich macht, sondern das Wollen. Er hat in seinem Leben über Gott noch kaum nachgedacht. Es ist ihm bisher immer gut ergangen und er hat noch keine Notwendigkeit gesehen, sich damit auseinander zu setzen. Und die Sache mit den unschuldigen Kindern kommt ihm jetzt gerade gelegen, um nach außen - und auch sich selbst - zu beweisen, dass es erstens Gott überhaupt nicht gibt und wenn doch, ist es ein Gott der nicht Wert ist, dass man an ihn glaubt. Und damit kann er sich in seiner Gottlosigkeit wieder bequem zurücklehnen.

So sieht das auch Pastor Wilhelm Busch in seinem Buch „Jesus, unser Schicksal”, aus dem abschließend noch ein kleiner Auszug zitiert werden soll - obwohl ich ja hier liebend gerne das ganze Buch mit seinen 237 Seiten zitieren würde, aber ich fürchte, dann würde ich ernste Schwierigkeiten mit dem Verlag bekommen:


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Leute die nicht glauben können. / Wilhelm Busch, Buch WB00, Seite 123ff+))

(...) Die zweite Gruppe besteht aus denen, die zwar sagen: „Ich kann nicht glauben!”, die aber in Wirklichkeit, wenn sie ganz ehrlich wären, zugeben müssten: „Ich will gar nicht glauben!”. Denn wenn sie zum Glauben kämen, müsste ihr ganzes Leben geändert werden. Und das möchten sie nicht. Sie wissen, dass alles nicht stimmt in ihrem Leben. Wenn sie aber Kinder Gottes würden, dann müssten sie ja ans Licht kommen. Nein, das möchten sie nicht. Und dann würden sie bei ihren Kollegen vielleicht dumm angesehen. Und was würden die Angehörigen sagen, wenn sie plötzlich christlich würden? Nein, dann lieber nicht! Und wenn Sie Leute treffen, die Ihnen sagen: „Ich kann nicht glauben”, dann gucken Sie sie sich genau an, ob sie nicht sagen müssten: „Ich will gar nicht glauben!”.

Es gibt eine erschütternde Geschichte in der Bibel. Da sitzt der Sohn Gottes, der Herr Jesus, auf dem Ölberg. Vor ihm im Grunde liegt im herrlichen Sonnenglanz die Stadt Jerusalem. Und da drüben erhebt sich der Tempelberg, wo der herrliche Tempel war, von dem sogar die Heiden sagten, es wäre eigentlich ein Bau, der unter die Weltwunder gerechnet werden müsste. Das alles liegt vor ihm. Aber auf einmal sehen seine Jünger mit Schrecken, wie über das Gesicht Jesu die Tränen laufen. Sie sehen ihn überrascht und fragend an. Und dann bricht der Herr Jesus in die Worte aus: „Jerusalem, Jerusalem, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Küchlein versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Jetzt steht ihr unter Gottes Gericht. Eure Stadt wird euch wüst gelassen werden” (frei nach Mt 23,37-38). Das ist eins von den erschütterndsten Worten der Bibel: „Und ihr habt nicht gewollt!”. Die Jerusalemer sagten auch: „Wir können nicht glauben!” - aber sie wollten nicht glauben.

Sehen Sie: Wer nicht glauben will, der braucht auch nicht! Darf ich Ihnen das mal sagen? In der Kirche gibt es immer noch allerlei Zwang. Im Reiche Gottes gibt es nur völlige Freiwilligkeit. Wer ohne Gott leben will, darf das! Gott bietet sich uns an. Aber wir können ihn ablehnen. Wollen Sie ohne Gott leben? Dürfen Sie! Wollen Sie ohne Frieden mit Gott leben? Dürfen Sie! Wollen Sie ohne Gebet leben? Dürfen Sie! Wollen Sie ohne Bibel leben? Dürfen Sie! Wollen Sie Gottes Gebote übertreten? Dürfen Sie! Wollen Sie die Sonntage entheiligen, huren, saufen, lügen, stehlen? Dürfen Sie! Wer diesen Heiland, den Gott geschickt hat, um Sünder zu erretten, nicht will, der darf ihn ablehnen. Wer in die Hölle laufen will, der darf das. 

Bei Gott gibt es keinen Zwang. Nur machen Sie sich bitte klar, dass Sie dann die Folgen auf sich nehmen müssen. Gott bietet Ihnen durch Jesus Vergebung der Sünden und Frieden an. Sie können sagen: „Ich brauch es nicht! Ich will es nicht!”. Dann dürfen Sie so leben. Dann glauben Sie aber nicht, dass Sie in den letzten 5 Minuten Ihres Lebens - im Sterben - noch werden fassen können, was Gott Ihnen ein ganzes Leben lang angeboten hat. Sie dürfen Gottes Friedensangebot in Jesus ablehnen, dann müssen Sie aber in alle Ewigkeit ohne Frieden mit Gott leben. Und das ist die Hölle.

Die Hölle ist der Ort, wo man Gott wirklich endgültig los ist. Da werden Sie nicht mehr eingeladen. Da ruft Sie nichts mehr. Da wollen Sie vielleicht beten, aber dann können Sie nicht mehr. Da wollen Sie vielleicht den Namen Jesus anrufen, aber er fällt Ihnen nicht mehr ein. Sie brauchen die Botschaft, die ich Ihnen sage, nicht anzunehmen. Sie können's lassen, sich zu Jesus zu bekehren. Aber machen Sie sich klar, dass Sie damit die Hölle wählen! Sie haben die völlige Freiheit!

„Und ihr habt nicht gewollt!” sagt Jesus zu den Jerusalemern. Er zwang sie nicht. Aber was sie wählten, das war schauerlich!

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Wilhelm  Busch (1897-1966) war Jugendpfarrer in Essen, Evangelist, Prediger, Schriftsteller und Autor.

+) Dieser Auszug und das Bild ist dem Buch „Jesus unser Schicksal”, von W. Busch, Schriftenmissions-Verlag Gladbeck/Westfalen entnommen. ISBN 3-7958-0364-0



(Siehe auch den Diskurs 24:„Die Göttlichkeit Jesu Christi und die Kraft des Glaubens”.)





(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Hat die katholische Moraltheologie doch Recht? / Replik BK00, 2003-10-13)

Ich bin ja mit Ihrer Argumentation in Bezug auf die katholische Kirche im Wesentlichen einverstanden. Jedoch mit Ihrer Unterstützung der Empfängnisverhütung verspielen Sie aber dann wieder die ganze Sympathie.

Sie haben nicht bedacht, dass zumindest die „Pille” - obwohl ein „nicht-invasiver Eingriff”, wie Sie meinen - bestimmte Körperfunktionen der Frau auf chemischem Wege beeinflusst und daher ebenso „invasiv” - und wie die katholische Moraltheologie richtig sagt - vom religiösen Standpunkt abzulehnen ist.

Benedikt Kromlechner B.Kromlechner@aol.com




Weiter oben, auf den ersten Seiten dieses Diskurses 55: „Warum lässt Gott das Leid zu?”, habe ich die Ansicht geäußert, dass das Verbot der Empfängnisverhütung durch Kondome oder die „Pille” für die katholischen Gläubigen u. a. deshalb nicht verständlich ist, weil die katholische Moraltheologie die „Knaus-Ogino-Methode” akzeptiert und daher für andere nicht-invasive Methoden, wie eben Kondom und die „Pille”, die Argumente fehlen. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo in weiten Teilen der Welt - insbesondere aber in Afrika - jeden Tag Hunderte Kinder sterben müssen, weil Katholiken (und Moslems) aus religiösen Gründen keine Kondome benützen und diese Kinder bei der Geburt durch ihre Mutter mit AIDS infiziert wurden, kommt diesem Thema nicht mehr nur bevölkerungspolitisch, sondern immer mehr auch gesundheitlich präventive Bedeutung zu.

Wie der Autor des obigen Kommentars nun völlig richtig schreibt, werden durch die Einnahme der „Pille” bestimmte Körperfunktionen im weiblichen Körper beeinflusst:

Nach dem Eisprung (Ovulation) am Beginn der fruchtbaren Tage, wird in den Eierstöcken Progesteron hergestellt, ein Hormon, welches durch seine Anwesenheit die Heranreifung weiterer Eizellen (Doppelbefruchtung/zweieiige Zwillinge) und einen neuen Eisprung verhindert. Wurde das Ei nicht befruchtet, wird es nach etwa 28 Zyklustagen zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut bei der Menstruationsblutung ausgeschieden. Das in der „Pille” enthaltene Gestagen - ein besser verträgliches, künstlich hergestelltes Ersatzhormon für dieses körpereigene Progesteron – wirkt genau wie dieses, verhindert jedoch durch seine Anwesenheit gleich den allerersten Eisprung. Da nun kein reifes Ei vorhanden und auch kein weiterer Eisprung möglich ist, kann also keine Befruchtung stattfinden.

Man kann daher bei dieser Methode keinesfalls von einem „invasiven Eingriff” sprechen, da dies nur auf chirurgische oder andere (minimal-invasive) Behandlungen - wie z. B. Akupunktur - zutrifft. Die daraus abgeleitete Ablehnung dieser Methode der Empfängnisverhütung müsste daher konsequenter Weise auch jede andere Form der Behandlung mit Pharmaka, wie bei Kopfschmerz, Magenübersäuerung, etc. aus religiösen Gründen verwerfen.

Es stellt sich daher die umgekehrte Frage, ob die katholische Moraltheologie diese Zusammenhänge richtig bedacht oder aber, ähnlich wie beim Zölibat für Priester, der Verweigerung des Weins für das Kirchenvolk beim Abendmahl oder das Verbot für Frauen, Weiheämter zu bekleiden, hier autoritäre und weltfremde Entscheidungen am grünen Tisch, ohne jede Kenntnis und Bezug zur Realität getroffen hat.

Auch und gerade als bibelgläubiger Christ kann man die Aussage des Kölner Kardinals Meissner:

„Eine Frauenordination ist ein ebensolcher Unsinn, wie der Wunsch von Männern, Kinder gebären zu können”


nur mit Verwunderung und Unverständnis zur Kenntnis nehmen. Wo es doch von unserem Herrn Jesus Christus in Jh 12,1-3 heißt:

Da nahm Maria ein Pfund Salböl und salbte die Füße Jesu und trocknete seine Füße mit ihren Haaren.

Jh 12,1 Jesus nun kam sechs Tage vor dem Passa nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus aus den Toten auferweckt hatte. 12,2 Sie machten ihm nun dort ein Abendessen, und Marta diente; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch lagen. 12,3 Da nahm Maria ein Pfund Salböl von echter, sehr kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete seine Füße mit ihren Haaren. Das Haus aber wurde von dem Geruch des Salböls erfüllt. Jh 12, 1- 3;


Wenn also unser Herr und Gott sich von einer Frau die Füße salben und anschließend mit ihren Haaren abtrocknen ließ, hat selbst der Papst in Rom - geschweige denn der Kardinal in Köln - den Dienst der Frauen an unserem Herrn und seinem Gottesvolk nicht in Frage zu stellen.

Aber möglicherweise hat die Aussage des Kardinals einen ganz anderen Hintergrund. Der österreichische Kardinal Hans Hermann Groer wurde 1995 von einem seiner ehemaligen Zöglinge beschuldigt, ihn und andere Knaben über Jahre sexuell missbraucht zu haben. Groer hat sich entschuldigt und ist zurückgetreten. Beim Begräbnis Groers hielt Kardinal Meissner aus Köln eine Rede, in welcher er verkündete: „Kardinal Groer war es beschieden, wie Simon von Kyrene dem Herrn auf dem Kreuzweg zu folgen”.

Abgesehen davon, dass der Herr keinem Knabenschänder gestattet hätte, ihm auf dem Kreuzweg zu folgen, ist dieser Vergleich - ähnlich wie jener weiter oben, über den „Wunsch von Männern, Kinder gebären zu können” - von einer so unglaublichen Geschmacklosigkeit, dass man bei Kardinal Meissner von einem moralischen und ethischen Defizit ausgehen müsste.

(Siehe auch den Diskurs 59:„Was sagt die Bibel wirklich über die Stellung der Frau in der Kirche/Gemeinde?”)



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Macht es für irgendjemand Sinn, die Pille zu nehmen? / Replik HMV00, 2005-03-22)

Ich glaube nicht, daß es für irgendjemand Sinn macht, überhaupt oder gar 25-30 Jahre die Pille zu nehmen und halte sie für äußerst invasiv. Meines Erachtens muß man damit beginnen, Kinder und Jugendliche überall in der Welt zeitgerecht aufzuklären und sie lehren, richtig mit ihrer Sexualität umzugehen. Es ist mir unbegreiflich, dass der Mensch, der lernen muß richtig zu essen und aufs Klo zu gehen sich so wenig Zeit und Mühe nimmt, seine Kinder über den verantwortungsvollen Gebrauch oder Mißbrauch, über Enthaltsamkeit und Sublimierung aufzuklären. Dazu gehört auch die Ausübung der Sexualität nur im geschützten Raum einer gottgewollten Ehe. Ich glaube auch, daß die Pille nicht nur schädlich für den Körper sondern durch unbedachte Anwendung schon in sehr jungen Jahren (Schulkindern wird von „Ärzten” die Pille verschrieben) sehr viel zum heutigen lockeren Umgang mit der Sexualität beigetragen hat. Auch „schützt” sie möglicherweise vor einem Baby aber vor Aids bestimmt nicht.

Helga Maria Vinagreiro HelgaVinagreiro@tele2.at



Den meisten Argumenten in der obigen Replik stimme ich natürlich durchaus zu. Mein Hauptanliegen ist es ja auch nicht, die Pille als solche zu verteidigen, sondern die scheinheiligen Argumente der katholischen Moraltheologie aufzudecken. Nach neusten Aussagen gibt es weltweit über eine Milliarde Katholiken. Und hier maßen sich ein paar Männer aus dem katholischen Klerus, welche Sexualität „statutengemäß” nur vom Hörensagen kennen dürfen an, dieser Milliarde von Menschen Vorschriften in ihrem intimsten Lebensbereich aufzuerlegen. Diese Vorgangsweise wäre dann gerechtfertigt, wenn wir irgendeinen Hinweis darauf hätten, dass Empfängnisverhütung nach der Schrift an sich verboten ist. Doch wir haben im Gegenteil in der Bibel die Schilderung eines coitus interruptus und das natürliche Faktum der unfruchtbaren Tage der Frau, welche gottgewollt einen Geschlechtsverkehr ohne Empfängnis ermöglichen (Knaus-Ogino-Methode).

Zur Behauptung, dass die Pille eine „äußerst invasive” Methode sei, sei hier noch einmal festgehalten: „invasiv” ist in diesem Zusammenhang ein Fachausdruck und meint einen medizinischen Eingriff, eine Behandlung oder eine Untersuchung unter Verletzung der äußeren oder inneren Körperoberfläche. So ist z.B. Ultraschall eine nicht invasive Untersuchungsmethode, die Herzkatheteruntersuchung eine invasive. Die Operation am geöffneten Brustkorb ein invasiver und die Akupunktur ein minimal-invasiver Eingriff. Bei der Empfängnisverhütung sind die verschiedenen Möglichkeiten einer mechanischen Barriere oder eben die Pille nicht-invasive Methoden, die Sterilisation oder der Muttermund-Verschluß (Zunähen des Muttermundes) invasive Eingriffe.

Die Aussage im obigen Kommentar: „[Die Pille] ‘schützt’ möglicherweise vor einem Baby aber vor Aids bestimmt nicht” ist eine etwas verkürzte Denkweise. Natürlich kann der Gebrauch der Pille im Geschlechtsverkehr nicht vor AIDS schützen. Jedoch werden - wie bereits weiter oben erwähnt - jährlich weltweit Hunderttausende von Kindern geboren, welche sich bei der Geburt durch das Blut der Mutter mit AIDS infizieren. Diese Hunderttausende von unschuldigen AIDS-kranken Kinder können durch den Einsatz der Pille ganz eindeutig verhindert werden.

Der restlichen Argumentation muss man nun voll und ganz zustimmen. Ganz besonders der Hinweis, dass hier die Eltern gefragt sind, ihrer Verpflichtung nachzukommen und ihre Kinder im verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität aufzuklären, ist eine Forderung, welche heute viel zu wenig geäußert wird. Allerdings würde das voraussetzen, dass die Eltern wissen, wie man verantwortungsvoll mit Sexualität umgeht. Und das trifft heute leider schon auf immer weniger Familien zu.







[1]

o  Durch Stalin und Hitler ermordete Menschen:

Stalin hat in den Jahren 1932/33 seine Landsleute in der Ukraine aus politischen Gründen von jeder Lebensmittelzufuhr abgeschnitten und ihnen durch militärische Bewachung im ganzen Land eine Flucht unmöglich gemacht. Insgesamt mussten damals

- 7 Millionen Ukrainer in ihrem eigenen Land elendiglich verhungern.


In dem von Hitler mit dem Überfall auf Polen 1939 begonnenen 2. Weltkrieg sind insgesamt

- 25 Millionen Soldaten
- 30 Millionen Zivilisten aus allen 61 beteiligten Nationen ums Leben gekommen.

Von den Menschen, welche die Nazis ab 1941 in die Konzentrationslager verschleppt haben wurden

- 6 Millionen Juden und andere Internierte getötet.


Die Millionen von Menschen, welche der dritte Massenmörder des 20. Jahrhunderts, Mao Tse Tung während seiner Herrschaft ermorden ließ sind hier noch gar nicht berücksichtigt.