Diskurs 62 - Wann werden die Namen der Gerechten in das Buch des Lebens eingetragen?




Wann werden die Gläubigen in das Buch des Lebens eingetragen? / Replik Christian Bollmeyer 00, 2003-12-30

Wann verlassen die letzten Gerechten der Endzeit diese Welt?


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Wann werden die Gläubigen in das Buch des Lebens eingetragen? / Replik ChB 00, 2003-12-30)

An dieser Stelle zunächst einmal Dank für Ihre hervorragende Website, die ich regelmäßig mit viel Gewinn studiere. Bislang habe ich keine andere Quelle im Internet gefunden, die sich ebenso konsequent mit der biblischen Prophetie auseinandersetzt, und dies richtigerweise allein auf Basis der Schrift. Die zahlreichen Bibelzitate verhelfen der ‘Beweisführung’ dabei durch die unmittelbare Nachvollziehbarkeit zu einer lobenswerten Stringenz mit der Folge besonderer Überzeugungskraft. Dies natürlich, wenn man lieber der Bibel glaubt als irgendwelchen Lehrmeinungen und sonstigen Einzeltheorien, die einer Überprüfung anhand der Schrift bei näherer Betrachtung nicht standhalten. Erfrischend dabei ist übrigens auch der klare Stil Ihrer Ausführungen, der trotz des ernsten Themas bisweilen durchaus (im positiven Sinne) erheiternd ist, etwa zur Transsubstantiation im Lichte einer möglichen Kommunion am Freitag (Diskurs 32). Den weiteren Ausführungen zum Selbstverständnis der katholischen Kirche und ihren zahlreichen unbiblischen Dogmen ist an dieser Stelle m.E. nichts hinzuzufügen, allenfalls noch eindringlicher vor diesem fatalen Irrweg zu warnen.

Der Grund, warum ich diese Mail schreibe, ist aber eigentlich ein anderer, denn ich habe eine Frage zum Buch des Lebens, auf die ich bislang keine Antwort gefunden habe. Es ist nämlich so, dass zumindest nach meiner Schriftkenntnis in der Bibel nirgendwo zu finden ist, dass man in das Buch des Lebens eingetragen wird. Das Einzige, was man findet, ist, dass man dort ausgetilgt werden kann:

„Tilge sie aus dem Buch des Lebens, dass sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten.” (Ps. 69, 29)

„Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.” (Offb. 3, 5)


Sicher ist nun, dass manche am Ende drinstehen und andere nicht (Offb. 20, 15). Wenn das soweit richtig sein sollte, ergäben sich daraus m.E. möglicherweise interessante Überlegungen:

A. Alle Menschen stehen ursprünglich im Buch des Lebens, die Gottlosen werden jedoch später ausgetilgt.

B. Es stehen nicht alle, sondern nur manche, sozusagen ‘auserwählte’ Menschen von Anfang an darin; von diesen werden manche später jedoch ausgetilgt.

C. Von Anfang an steht niemand im Buch des Lebens, sondern man wird (mit der Bekehrung?) dort eingetragen und eventuell später auch wieder ausgetragen.


Nun macht das alles im Ergebnis wegen Jh. 3,36 für die Mehrzahl der Menschen keinen entscheidenden Unterschied. Theoretisch scheint aber vorstellbar, dass es Menschen gibt - man denke etwa an einen Säugling -, die sozusagen keine Entscheidung treffen bzw. im Sinne von Jh. 3,36 gehorsam sein konnten und auf die auch die Ausschlusskriterien in Mt. 10,33/Mk. 8,38 nicht zutreffen. Dann jedoch würde das Buch des Lebens wohl den entscheidenden Unterschied machen. Möglicherweise reicht aber meine Schriftkenntnis nicht aus oder ich interpretiere etwas fehlerhaft. Haben Sie möglicherweise einen erhellenden Hinweis für mich?

Christian Bollmeyer, Hamburg / bollmeyer@debitel.net



Über das hier ausgesprochene positive Urteil freue ich mich ganz besonders, bin aber auch für diese Anfrage sehr dankbar, da dieses Thema im Diskussionsforum von Immanuel.at bereits des öfteren angeklungen ist, allerdings noch nie konkret ausgesprochen wurde, sodass eine Behandlung bisher immer hintangestellt worden ist. Zudem ist die obige Analyse von Christian Bollmeyer anhand der zitierten Schriftstellen ein ausgezeichneter Ansatzpunkt, um dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Betrachten wir einmal die erste der angeführten Möglichkeiten:

A. Alle Menschen stehen ursprünglich im Buch des Lebens, die Gottlosen werden jedoch später ausgetilgt.

Die Plausibilität dieser Variante lässt sich mit den Aussagen von Off 13,8 und 17,8 recht eindeutig beantworten.

Jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an.

Off 13,8 Und alle, die auf der Erde wohnen, werden ihn anbeten, jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an. Off 13, 8;

Die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an

Off 17,8 Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und geht ins Verderben; und die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an, werden sich wundern, wenn sie das Tier sehen, daß es war und nicht ist und da sein wird. Off 17, 8;


Nach diesen Texten gibt es also Menschen, welche von Grundlegung der Welt an - also vom Anbeginn - nicht im Buch des Lebens eingeschrieben stehen. Daher ergibt sich in Konsequenz die Erkenntnis, dass die Aussage: „Alle Menschen stehen ursprünglich im Buch des Lebens” nicht zutreffend sein kann, sonst würden ja auch die Namen dieser Menschen enthalten sein. Auf den zweiten Teil dieser Variante A.: „die Gottlosen werden jedoch später ausgetilgt”, kommen wir dann weiter unten noch zu sprechen.

Wenn es nun aber nach den obigen Schriftstellen Menschen gibt, welche von Grundlegung der Welt an nicht im Buch des Lebens stehen, kann man im Umkehrschluss folgern, dass es da auch Menschen geben muss, welche wohl im Buche stehen. Und damit können wir die dritte Variante ausschließen, denn sie besagt:

C. Von Anfang an steht niemand im Buch des Lebens, sondern man wird (mit der Bekehrung?) dort eingetragen und eventuell später auch wieder ausgetragen.


Auch spricht der Text von 2Mo 32,32-33 dagegen, wo es heißt:

Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus.

2Mo 32,32 Und nun, wenn du doch ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus. 32,33 Der HERR aber sprach zu Mose: Wer gegen mich gesündigt hat, den lösche ich aus meinem Buch aus. 2Mo 32,32-33;


Wenn also Gott ein Buch geschrieben hat, dann muss darin etwas geschrieben stehen und es kann nicht leer sein. Dadurch können wir aber auch die erste Aussage des zweiten Teils dieser Variante C.: „sondern man wird (mit der Bekehrung?) dort eingetragen” ausschließen. Wie wir weiter oben gesehen haben, stehen diese Namen bereits seit Grundlegung der Welt im Buch und können daher nachträglich nur mehr gelöscht werden.

Damit sind wir nun bei jener Variante, welche aufgrund der obigen Schrifttexte die wahrscheinlichste ist:

B. Es stehen nicht alle, sondern nur manche, sozusagen ‘auserwählte’ Menschen von Anfang an darin; von diesen werden manche später jedoch ausgetilgt.

Wie wir allerdings der weiteren Argumentation entnehmen können, sind nicht die Eingetragenen a priori „Auserwählte” und damit eine Minderheit, sondern sie umfassen fast die gesamte Menschheit und jene, welche vom Anbeginn nicht eingetragen sind, sind im Vergleich dazu eine geringe Minderheit. Und auch die zweite Aussage dieser Variante B: „von diesen werden manche später jedoch ausgetilgt” ist - leider - korrekt, sodass sich im Endeffekt dieses Verhältnis bis zum Letzten Gericht wieder umkehren wird. Auch das lässt sich mit eindeutigen Schrifttexten belegen:

Wer gegen mich gesündigt hat, den lösche ich aus meinem Buch aus

2Mo 32,31 Darauf kehrte Mose zum HERRN zurück und sagte: Ach, dieses Volk hat eine große Sünde begangen: sie haben sich einen Gott aus Gold gemacht. 32,32 Und nun, wenn du doch ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus. 32,33 Der HERR aber sprach zu Mose: Wer gegen mich gesündigt hat, den lösche ich aus meinem Buch aus. 2Mo 32,31-33

Tilge sie aus dem Buch des Lebens, daß sie nicht geschrieben stehen.

Ps 69,27 Denn den du geschlagen hast, haben sie verfolgt, und vom Schmerz deiner Verwundeten erzählen sie. 69,28 Füge Schuld zu ihrer Schuld, und laß sie nicht hineinkommen in deine Gerechtigkeit! 69,29 Tilge sie aus dem Buch des Lebens, daß sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten! Ps 69,27-29;


Fassen wir also die bisherigen Erkenntnisse zusammen:

o  Es gibt nach der Schrift Menschen, welche von Grundlegung der Welt an nicht im Buch des Lebens geschrieben stehen.

o  Daher muss es in Konsequenz auch Menschen geben, welche wohl von Grundlegung der Welt an im Buch des Lebens stehen.

o  Doch diese Menschen, die im Buche stehen, können aufgrund ihres Verhaltens aus dem Buch des Lebens wieder gelöscht werden.


Damit scheint einmal der erste und wahrscheinlich leichtere Teil dieser Frage beantwortet. Der zweiten Teil beinhaltet jedoch weit brisantere Komponenten:

„Nun macht das alles im Ergebnis wegen Jh. 3,36 für die Mehrzahl der Menschen keinen entscheidenden Unterschied. Theoretisch scheint aber vorstellbar, dass es Menschen gibt - man denke etwa an einen Säugling -, die sozusagen keine Entscheidung treffen bzw. im Sinne von Jh. 3,36 gehorsam sein konnten und auf die auch die Ausschlusskriterien in Mt. 10,33/Mk. 8,38 nicht zutreffen. Dann jedoch würde das Buch des Lebens wohl den entscheidenden Unterschied machen.”


Hier wird völlig richtig Jh 3,36, Mt 10,33 und Mk 8,38 zitiert:

Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben.

Jh 3,36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. Jh 3,36;

Wer aber mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater.

Mt 10,33 Wer aber mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. Mt 10,33;

Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen

Mk 8,38 Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln. Mk 8,38;


In diesem zweiten Teil des Besucherkommentars ist der Versuch zu erkennen, eine Antwort auf die Frage zu finden, was denn mit jenen Menschen (z. B. Säuglingen) geschieht, welche durch vorzeitiges Ableben oder andere widrige Umstände, ohne ihr eigenes Verschulden keine Entscheidung für den Herrn treffen konnten. Und die Schlussfolgerung: „Dann jedoch würde das Buch des Lebens wohl den entscheidenden Unterschied machen” scheint dann auch ganz richtig zu sein.

Man kann die Frage dieser Unwissenden nach meiner Erkenntnis generell so beantworten, dass für diese Menschen vor Gott die „Unschuldsvermutung” gilt. Wobei dieser Terminus hier nur ein Hilfsmittel ist, um die Allwissenheit Gottes, der die Entscheidung jedes einzelnen Menschen kennt - auch wenn dieser vor einer Entscheidung gestorben sein sollte - erahnen zu lassen. Ob das nun ein unschuldiger Säugling ist, der vorzeitig aus dem Leben scheiden muss oder irgend ein Eingeborener im tiefsten Busch, der noch nie etwas von Jesus Christus gehört hat und dann stirbt. Sofern ein Mensch nicht bewusst und aus eigenem Willen, diesen Gott, der für alle Menschen und überall in der Schöpfung erkennbar ist, geleugnet und eine Bekehrung abgelehnt hat (Röm 1,20-21), bleibt sein Name im Buch des Lebens eingeschrieben und wird nicht ausgelöscht.

(Siehe auch Diskurs 55: „Warum lässt Gott das Leid zu?”)

Doch dies beantwortet erst einmal diese Frage soweit sie die bewusst oder unbewusst Gläubigen betrifft. Wesentlich komplexer ist das Problem, wenn man es von der anderen Seite beleuchtet und die Frage stellt, wieso es nach der Schrift Menschen gibt, die seit Grundlegung der Welt nicht im Buch des Lebens stehen. Und diese Frage wirft nun ihrerseits wieder weitere Fragen auf:

-  Bedarf es denn demnach gar keiner bewussten Entscheidung für jene Menschen, die im Buche stehen?

-  Ist das der absolut gerechte Gott, der einem Teil der Menschen gar keine Chance gibt?

-  Ist Jesus Christus nicht für alle Menschen gestorben?


Diese Argumentation ist durchaus schriftkonform und muss daher auch sehr ernst genommen werden. Die erste Frage ist bereits in den obigen Ausführungen beantwortet worden: Natürlich bedarf es einer bewussten, persönlichen Entscheidung jedes einzelnen Menschen, um gerettet zu sein. Nur in jenen Fällen, wo diese Entscheidung aus Gründen des fehlenden Intellekts, wie z. B. bei einem Säugling (wobei hier jedoch auch Menschen mit geistigen Defiziten denkbar wären (Mt 5,3) oder der fehlenden Information, wie z. B. bei Menschen, welche noch nie mit der Zivilisation in Kontakt gekommen sind, entscheidet vor Gott der innere Herzenszustand dieser Lebewesen. Sie sind von Grundlegung der Welt an im Buch des Lebens eingeschrieben und wenn sie nicht durch eigenes Verschulden gelöscht worden sind, sind sie errettet.

Die beiden anderen Fragen stellen nunmehr ganz konkret die Tatsache in der Vordergrund, dass in Off 13,8 und 17,8 von Menschen die Rede ist, deren Namen von Grundlegung der Welt an nicht im Buch des Lebens stehen. Und man muss aus biblischer Sicht einmal der Folgerung zustimmen, dass diese Menschen verloren und nicht gerettet sind. Der Vorwurf nun, dass diese Leute von Gott keine Chance bekommen hätten, bzw. dass Christus scheinbar nicht für alle Menschen gestorben sei, ist auf einen Denkfehler zurückzuführen, welcher in der Folge aufgezeigt werden soll.

Es wird in diesem Zusammenhang immer davon ausgegangen, dass diese „Nicht-Eingetragenen” (gleich den Eingetragenen) Menschen sind, die von Grundlegung der Welt an bis heute gelebt haben und auch in der Zukunft leben werden. Stimmt das aber auch? Betrachten wir noch einmal die relevanten Schriftstellen und ihren Kontext:

Jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an.

Off 13,4 Und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und sie beteten das Tier an und sagten: Wer ist dem Tier gleich? Und wer kann mit ihm kämpfen? 13,5 Und es wurde ihm ein Mund gegeben, der große Dinge und Lästerungen redete; und es wurde ihm Macht gegeben, 42 Monate zu wirken. 13,6 Und es öffnete seinen Mund zu Lästerungen gegen Gott, um seinen Namen und sein Zelt und die, welche im Himmel wohnen, zu lästern. 13,7 Und es wurde ihm gegeben, mit den Heiligen Krieg zu führen und sie zu überwinden; und es wurde ihm Macht gegeben über jeden Stamm und jedes Volk und jede Sprache und jede Nation. 13,8 Und alle, die auf der Erde wohnen, werden ihn anbeten, jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an. Off 13, 4- 8;

Die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an.

Off 17,7 Und der Engel sprach zu mir: Warum wundertest du dich? Ich will dir das Geheimnis der Frau sagen und des Tieres, das sie trägt und die sieben Köpfe und die zehn Hörner hat. 17,8 Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und geht ins Verderben; und die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an, werden sich wundern, wenn sie das Tier sehen, daß es war und nicht ist und da sein wird. Off 17, 7 - 8;


Beide Texte beziehen sich auf das „Tier”, also auf den Antichrist. Und die Menschen, welche in diesem Zusammenhang konkret erwähnt werden, beten dieses Tier an (Off 13,8) bzw. bewundern es (Off 17.8). Sowohl anbeten als auch bewundern können aber nur jene Menschen, welche auch zu dieser Zeit leben und auf Erden sind. Die Aussage, dass sie „nicht im Buch des Lebens stehen von Grundlegung der Welt an”, bezieht sich daher einzig und allein auf die „Tieranbeter”, also jene Menschen, welche in der Endzeit - nach der Entrückung - den dämonischen Antichrist als „Gott” (2The 2,4) anbeten. Es sind jene Leute, die trotz des harten Zorngerichts des wahren Gottes, diesen lästern und nicht Buße tun (Off 9,20-21.16,9.11).

Der Antichrist, der nach neuesten Erkenntnissen gemäß Off 6,1-2, in seiner Erscheinungsform als Mensch, als sieghafter Reiter mit dem weißen Pferd seinen Auftritt hat, sodann für die Große Trübsal in Off 6,7-8 verantwortlich ist und schließlich in Off 6,12-17, bei der Wiederkunft des Herrn zur Entrückung, von diesem getötet wird (2The 2,8), wird sodann von Satan als „Tier aus dem Meer” in Off 13,1-3 als dämonisches Wesen zur Wiederauferstehung gebracht. In dieser Gestalt wird er als „Anstattchristus” (wie das grie. „anti” auch übersetzt werden kann) mit Zeichen und Wundern die dann lebenden Menschen verführen und sie zum Abfall von Gott dem Allmächtigen bringen.

(Siehe auch Tabelle 14: „Die Offenbarung - nach Ereignissen gegliedert.”.)

(Siehe auch Diskurs 48: „Eine alternative Sicht in der Abfolge der Endzeitereignisse.”.)

Diese Menschen sind es dann auch, die Gott in seiner Allwissenheit schon von Grundlegung der Welt an gekannt und sie nicht in das Buch des Lebens aufgenommen hat. Diese sind es, welche auch nicht durch das Loskaufopfer Christi erlöst werden könnten, denn sie bringen jene Sünde zur Vollendung, welche als einzige durch nichts und niemanden vergeben werden kann: die Sünde wider den Heiligen Geist. Sie verdammen den wahren Sohn Gottes und den Geist Gottes und beten einen Dämon Satans als ihren „Christus” und Satan als ihren „Gott” an.

Die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch im zukünftigen.

Mt 12,31 Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden. 12,32 Und wenn jemand ein Wort reden wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wenn aber jemand gegen den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen. Mt 12,31-32;


Wie man sieht, ist die von Christian Bollmeyer eingangs präsentierte Variante:

B. Es stehen nicht alle, sondern nur manche, sozusagen ‘auserwählte’ Menschen von Anfang an darin; von diesen werden manche später jedoch ausgetilgt.


an sich richtig, bedarf aber der Konkretisierung:

Im Buch des Lebens stehen alle Menschen mit Ausnahme jener, deren Namen aus ihrem eigenen Verschulden gelöscht worden sind, und mit Ausnahme aller Tieranbeter der Endzeit, deren Namen schon von Anfang an nicht im Buch des Lebens eingeschrieben worden sind.


Wann verlassen die letzten Gerechten der Endzeit diese Welt?

Schließlich wird in diesem Zusammenhang auch häufig die Frage gestellt, ob insbesondere nach Off 13,8:

Off 13,8 Und alle, die auf der Erde wohnen, werden ihn anbeten, jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an. Off 13, 8;


tatsächlich „alle, die auf der Erde wohnen” das Tier anbeten, somit verloren sind und dadurch kein einziger gläubiger Mensch ab diesem Zeitpunkt mehr auf Erden ist. Dazu sollten wir uns weitere Texte in der Offenbarung ansehen, welche sich mit den Menschen dieser Zeit befassen. In Off 17,8 haben wir eine ähnliche Aussage:

Die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind.

Off 17,8 Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und geht ins Verderben; und die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an, werden sich wundern, wenn sie das Tier sehen, daß es war und nicht ist und da sein wird. Off 17, 8;


Hier heißt es „Die Bewohner der Erde” und auch hier könnte man meinen, es handle sich tatsächlich um die gesamte Weltbevölkerung. Allerdings haben wir dann die Ergänzung „... deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind” und dies könnte man als Einschränkung betrachten und daraus ableiten, dass die erste Aussage eben nur auf jene Menschen zu beziehen ist, welche nicht im Buch des Lebens stehen und somit doch nicht alle Menschen auf Erden gemeint sind.

Und auch in Off 9,13-21 finden wir einen Text, welcher zu unserer Fragestellung hier Konkretes beisteuern kann. Es ist dort die Rede von den Plagen der sechsten Posaune mit Feuer, Rauch und Schwefel. Und im Vers Off 9,18 lesen wir, dass von diesen drei Plagen ein Drittel der Menschheit getötet wurde. Es sind also noch zwei Drittel am Leben geblieben, von welchen man ebenfalls vermuten könnte, dass sie eben deshalb nicht getötet wurden, weil sie das Tier nicht angebetet haben.

Von diesen drei Plagen der sechsten Posaune wurde der dritte Teil der Menschen getötet.

Off 9,17 Und so sah ich im Gesicht die Rosse und die, welche auf ihnen saßen: sie hatten feurige und hyazinthfarbene und schwefelgelbe Panzer; und die Köpfe der Rosse waren wie Löwenköpfe, und aus ihren Mäulern geht Feuer und Rauch und Schwefel hervor. 9,18 Von diesen drei Plagen wurde der dritte Teil der Menschen getötet, von dem Feuer und dem Rauch und dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen.

9,19 Denn die Macht der Rosse ist in ihrem Maul und in ihren Schwänzen; denn ihre Schwänze sind gleich Schlangen und haben Köpfe, und mit ihnen fügen sie Schaden zu. 9,20 Und die übrigen der Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten auch nicht Buße von den Werken ihrer Hände, nicht mehr anzubeten die Dämonen und die goldenen und die silbernen und die bronzenen und die steinernen und die hölzernen Götzenbilder, die weder sehen noch hören noch wandeln können. 9,21 Und sie taten nicht Buße von ihren Mordtaten, noch von ihren Zaubereien, noch von ihrer Unzucht, noch von ihren Diebstählen. Off 9,17-21;


Doch von diesen verbliebenen zwei Drittel erfahren wir dann in Off 9,20, dass auch sie nicht Buße taten „von den Werken ihrer Hände, nicht mehr anzubeten die Dämonen und die goldenen und die silbernen und die bronzenen und die steinernen und die hölzernen Götzenbilder, die weder sehen noch hören noch wandeln können”. Und daraus muss man nun ziemlich eindeutig schließen, dass sich die hier oben zitierten Bibeltexte tatsächlich immer auf die gesamte Menschheit beziehen und zu diesem Zeitpunkt kein einziger gläubiger Mensch mehr auf Erden ist.

Wenn das also so ist, dann stellt sich natürlich eine Frage, auf welche die Exegeten bei der Auslegung der Offenbarung immer wieder stoßen: Ab welchem Zeitpunkt innerhalb des in der Offenbarung geschilderten endzeitlichen Geschehens ist die Welt nur mehr von Gottesleugnern und Tieranbetern bewohnt? Oder anders herum gefragt: Wann wird der letzte Gerechte von der Erde entrückt?

Hier muss man vorausschicken, dass nach der hier bei Immanuel.at vertretenen Sicht, die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung beim sechsten Siegel, mit der großen Finsternis, stattfindet.

(Siehe auch Diskurs 05: „Die Parallelität der Ereignisse von Mt 24 und Off 6 und 7.”.)

Damit befinden sich anscheinend alle Gläubigen dieser Welt beim Beginn des Tag des Herrn und des Zornes Gottes in Off 8,1 - und damit vor den Posaunengerichten - bereits im Himmel. Der naheliegende Versuch nun, die Entrückung als jenen Zeitpunkt zu fixieren, ab dem alle Gerechten im Himmel sind und auf Erden nur mehr Gottlose leben werden, scheitert an den Aussagen von Off 7,2-3 und 9,4:

Schadet nicht der Erde, noch dem Meer, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben.

Off 7,2 Und ich sah einen anderen Engel von Sonnenaufgang heraufsteigen, der das Siegel des lebendigen Gottes hatte; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen gegeben worden war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen, 7,3 und sagte: Schadet nicht der Erde, noch dem Meer, noch den Bäumen, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben. Off 7, 2- 3;


Hier befinden wir uns im endzeitlichen Geschehen nach der Entrückung und es wird den vier Engeln, die der Erde und dem Meer Schaden zufügen sollen, befohlen, zu warten, bis die 144.000 Knechte Gottes - 12.000 aus jedem der 12 Stämme Israels - an ihren Stirnen versiegelt worden sind. Wenn wir der Chronologie der Offenbarung folgen, findet dieses Ereignis also unmittelbar nach der Wiederkunft des Herrn und vor den Posaunengerichten statt. Daraus ist abzuleiten, dass sich diese Israeliten zu diesem Zeitpunkt - nach der Entrückung - noch auf der Erde befinden.

Wenn wir uns nun in der weiteren chronologischen Abfolge die Aussagen zu den Plagen der fünften Posaune ansehen, werden auch dort diese 144.000 Israeliten - indirekt - erwähnt. Dort heißt es:

Schadet nur den Menschen, die nicht das Siegel Gottes an ihren Stirnen haben.

Off 9,1 Und der fünfte Engel posaunte: und ich sah einen Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war; und es wurde ihm der Schlüssel zum Schlund des Abgrundes gegeben. 9,2 Und er öffnete den Schlund des Abgrundes; und ein Rauch stieg auf aus dem Schlund wie der Rauch eines großen Ofens, und die Sonne und die Luft wurden von dem Rauch des Schlundes verfinstert.

9,3 Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken hervor auf die Erde, und es wurde ihnen Macht gegeben, wie die Skorpione der Erde Macht haben. 9,4 Und es wurde ihnen gesagt, daß sie nicht dem Gras der Erde, auch nicht irgend etwas Grünem, auch nicht irgendeinem Baum Schaden zufügen sollten, sondern den Menschen, die nicht das Siegel Gottes an den Stirnen haben. Off 9, 1- 4;


Wenn also hier nur jenen Menschen geschadet werden soll, welche dieses Siegel Gottes nicht an ihren Stirnen haben, müssen im Umkehrschluss die 144.000 Israeliten zu dieser Zeit noch immer auf Erden sein. Und es scheint wichtig, darauf hinzuweisen, dass gerade diese Tatsache in diesem Text ausdrücklich erwähnt wird, obwohl nun 144.000 Menschen im Verhältnis zur gesamten Weltbevölkerung von sicherlich immer noch einigen Milliarden doch relativ gering ist.

Umso interessanter ist es aber nun, dass bei den drei Plagen der nächsten, der sechsten Posaune, eine derartige Unterscheidung nicht mehr getroffen wird. Wie wir weiter oben gesehen haben, heißt es dort in Off 9,18:

„Von diesen drei Plagen wurde der dritte Teil der Menschen getötet.”

und dann in Off 9,20:

„Und die übrigen der Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten auch nicht Buße.”


Nachdem die 144.000 Versiegelten die Plagen der ersten vier Posaunengerichte sichtlich unbeschadet überlebt haben und von den Plagen der fünften Posaune sogar explizit ausgenommen wurden, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie hier unter den Getöteten der drei Plagen der sechsten Posaune sein könnten. Umgekehrt kann man aber auch nicht davon ausgehen, dass diese Knechte Gottes noch unter den Lebenden wären, welche noch immer die Dämonen anbeten. Naheliegende Schlussfolgerung ist daher, dass sie eben zum Zeitpunkt zwischen der fünften und der sechsten Posaune die Erde verlassen haben und ebenfalls in den Himmel entrückt wurden.

In Off 11,1-13 erfahren wir dann noch von den zwei Zeugen Gottes, welche 1260 Tage auf Erden weissagen werden und gemäß Off 11,7 nach Beendigung ihres Zeugnisses von dem Tier aus dem Abgrund (2. Antichrist) getötet werden (siehe auch Off 13,7).

Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben werden, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, sie töten.

Off 11,7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben werden, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und wird sie überwinden und sie töten. Off 11, 7;


Und wie es in Off 11,10-12 dann weiter heißt, werden sich „die auf der Erde wohnen” über den Tod der zwei Zeugen Gottes freuen und diese werden dreieinhalb Tage nach ihrem Tod auf einer Wolke in den Himmel aufsteigen.

Und die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und frohlocken.

Off 11,10 Und die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und frohlocken und werden einander Geschenke senden, denn diese zwei Propheten quälten die auf der Erde Wohnenden. 11,11 Und nach den drei Tagen und einem halben kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße; und große Furcht befiel die, welche sie schauten. 11,12 Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel zu ihnen sagen: Steigt hier herauf! Und sie stiegen in den Himmel hinauf in der Wolke, und es schauten sie ihre Feinde. Off 11,10-12;


Man könnte nun davon ausgehen, dass dies die letzten Gerechten wären, welche die Erde verlassen haben und in den Himmel aufgefahren sind, wären da nicht auch noch jene Märtyrer aus Off 13,15, welche sich weigern, das Bild des Tieres anzubeten und durch das Bild des Tieres getötet werden und die wir dann bei der Ersten Auferstehung in Off 20,4 finden:

Das Bild des Tieres bewirkte, daß alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten.

Off 13,15 Und es wurde ihm gegeben, dem Bild des Tieres Odem zu geben, so daß das Bild des Tieres sogar redete und bewirkte, daß alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten. OPff 13,15;

Die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht angenommen hatten.

Off 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre. Off 20, 4;


Zeitlich gesehen, muss sich die Tötung dieser Märtyrer, die sich weigerten das Bild des Tieres anzubeten,  nach dem Tod der zwei Zeugen, also bereits während der Herrschaft des Tieres ereignen, da die zwei Zeugen nach Off 11,7 von dem Tier, „das aus dem Abgrund heraufsteigt” – also offensichtlich am Beginn seines Auftretens - getötet werden. Wir können daher davon ausgehen, dass sich auch Off 14,12-13 genau auf diese Märtyrer in der antichristlichen Zeit bezieht.

Glückselig die Toten, die von jetzt an im Herrn sterben!

Off 14,12 Hier ist das Ausharren der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren. 14,13 Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Schreibe: Glückselig die Toten, die von jetzt an im Herrn sterben! Ja, spricht der Geist, damit sie ruhen von ihren Mühen, denn ihre Werke folgen ihnen nach. Off 14,12-13;


Diese Märtyrer aus der Herrschaft des Tieres dürften somit die letzten Gerechten gewesen sein, welche sich noch auf Erden befanden. Und ab dem ersten Schalengericht in Off 16,1-2 gibt es offensichtlich weltweit nur mehr Dämonen- und Götzenanbeter, deren Lebensinhalt sich auf Morde, Zauberei, Unzucht und Dieberei konzentriert, wie oben Off 9,20-21 sagt.