Diskurs 63 - Die Lebensbedingungen im Tausendjährigen Reich.




Es kommt nichts Unreines ins Tausendjährige Reich hinein? / Vortrag Jürgen Haizmann 01, 2003.

Das Alter der Menschen im Millennium.

Die paradiesischen Zustände im Tausendjährigen Reich.


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Es kommt nichts Unreines ins Tausendjährige Reich hinein? / Vortrag JH 01, 2003)

Auch die Menschen, die in der Großen Trübsal zum Glauben kommen und auch noch im tausendjährigen Reich, die von den Gläubigen geboren werden - weil es gehen viele in das tausendjährige Reich mit einem natürlichen Leib - die haben die Große Trübsal erlebt, sind gerettet. Die nicht gerettet sind, werden vor dem Tausendjährigen Reich dem Gericht Gottes ausgeliefert sein und werden sterben.

Es kommt nichts Unreines ins Tausendjährige Reich hinein. Und diese Gläubigen, die einen natürlichen Leib haben, werden auch viele Nachkommen haben. Auch der Tag des Herrn, das messianische Reich ist diesbezüglich voll von Verheißungen. Das wird eine äußerst fruchtbare Zeit sein. Der Tod wird gebannt sein. Wenn einer mit hundert Jahren stirbt, dann stirbt er jung, wie als Säugling.

Denn der Tod wird so gebannt sein, dass niemand mehr zu sterben braucht. Es sei denn er ist verstockt, es ist ein Sünder, der in der Sünde lebt. Den wird Gott direkt richten im Tausendjährigen Reich. Aber die Anderen werden 700, 800, je nachdem, wann sie geboren wurden innerhalb des Tausendjährigen Reichs. Oder wenn sie schon vor dem Tausendjährigen Reich 30, 40, 50 waren, werden sie dann 1030, 1040 oder 1050. Wie auch immer, es ist eine ungewöhnliche Zeit.

*) Dieser Ausschnitt ist der Aufzeichnung eines Vortrags von Jürgen Haizmann, München, über „Die Entrückung” entnommen.



Die Aussage des oben zitierten Autors

„Es kommt nichts Unreines ins Tausendjährige Reich hinein.”

erinnert an die Auffassung der Zeugen Jehovas, welche auch meinen, dass im Millennium nur Gläubige leben werden. Bei den Zeugen ist die Ursache dieser Sicht ein Fehler in der Auslegung. Sie vermengen die Prophezeiungen auf das Millennium mit jenen der Neuen Schöpfung. Also die Umgestaltung des Himmels und der Erde für das Millennium, mit der Neuschaffung des Himmels und der Erde nach dem Ende der Welt.

(Siehe auch Kapitel 14: „Die Neue Schöpfung.”)

Dass die Vorstellung des Autors: „Es kommt nichts Unreines ins Tausendjährige Reich hinein” nicht zutreffend ist, lässt sich anhand einiger Schriftstellen leicht nachweisen. Im Millennium werden sich wohl ganze Völker zum Herrn bekehren und mit den Israeliten nach Jerusalem ziehen, um dort zu leben.

Die Heiden sagen zu den Juden: wir gehen mit euch, denn Gott ist mit euch.

Sach 8,20 So spricht der HERR Zebaoth: Es werden noch viele Völker kommen und Bürger vieler Städte, 8,21 und die Bürger einer Stadt werden zur andern gehen und sagen: Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir selber wollen hingehen.

8,22 So werden viele Völker, Heiden in Scharen, kommen, den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen. 8,23 So spricht der HERR Zebaoth: Zu der Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Heiden einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir hören, dass Gott mit euch ist. Sach 8,20-23;


Jerusalem wird zu klein werden für die vielen Menschen, welche dort mit den Israeliten leben werden.

Jerusalem wird ohne Mauern bewohnt wegen der großen Menge an Mensch und Vieh.

Sach 2,5 Und ich hob meine Augen auf und sah, und siehe, ein Mann hatte eine Messschnur in der Hand. 2,6 Und ich sprach: Wo gehst du hin? Er sprach zu mir: Jerusalem auszumessen und zu sehen, wie lang und breit es werden soll. 2,7 Und siehe, der Engel, der mit mir redete, stand da, und ein anderer Engel ging heraus ihm entgegen 2,8 und sprach zu ihm: Lauf hin und sage diesem jungen Mann: Jerusalem soll ohne Mauern bewohnt werden wegen der großen Menge der Menschen und des Viehs, die darin sein wird. Sach 2, 5- 8;


Noch vor einigen Jahren haben sich viele Exegeten bei dieser Schriftstelle daran gestoßen, dass hier von Mauern die Rede ist, wo doch Jerusalem seit Jahrhunderten keine Mauern mehr umschließt. Seit etwa drei Jahren ist dieses Problem nun gelöst. Jetzt hat Jerusalem wieder Mauern. Und welche noch dazu: 8 m hoch und 350 Km lang. Um 350 Millionen Dollar lassen die Politiker Israels diesen „Schutzzaun”, wie sie diesen Sperrwall verschämt nennen, errichten.

0



Doch auch diese Mauer wird fallen. Bei der Umgestaltung von Himmel und Erde, vor dem Millennium, wird alles Hohe erniedrigt und umgerissen werden, damit Gott alleine hoch sei.

Der Tag des Herrn kommt über alles Hoffärtige und Hohe, dass es erniedrigt werde.

Jes 2,10 Geh in die Felsen und verbirg dich in der Erde vor dem Schrecken des HERRN und vor seiner herrlichen Majestät! 2,11 Denn alle hoffärtigen Augen werden erniedrigt werden, und, die stolze Männer sind, werden sich beugen müssen; der HERR aber wird allein hoch sein an jenem Tage.

2,12 Denn der Tag des HERRN Zebaoth wird kommen über alles Hoffärtige und Hohe und über alles Erhabene, dass es erniedrigt werde: 2,13 über alle hohen und erhabenen Zedern auf dem Libanon und über alle Eichen in Baschan, 2,14 über alle hohen Berge und über alle erhabenen Hügel, 2,15 über jeden hohen Turm und über jede steile Mauer; 2,16 über alle Tarsis-Schiffe und über alle kostbaren Boote. 2,17 Und der Stolz des Menschen wird gebeugt und der Hochmut des Mannes erniedrigt werden. Und der HERR wird hoch erhaben sein, er allein, an jenem Tag. Jes 2,10-17;


(Siehe auch Kapitel 08: „Die Umgestaltung von Himmel und Erde.”.)

Und so wird Jerusalem im anschließenden Millennium wegen der großen Menge der bekehrten Heiden, die hineindrängen wird, ohne Mauern bewohnt werden. Das heißt aber nicht, dass es weltweit keine Heiden mehr geben wird. Rund um den Erdball wird es weiterhin Menschen geben, die von dem Gott Israels in Jerusalem (Zion) eigentlich nichts wissen wollen. Dennoch erlaubt ihnen Gott in ihrem Land zu leben und gibt ihnen Frucht und Ernte, sofern sie bestimmte religiöse Vorschriften erfüllen.

Das Geschlecht, das nicht nach Zion kommt anzubeten, über das wird es nicht regnen.

Sach 14,16 Und alle, die übriggeblieben sind von allen Heiden, die gegen Jerusalem zogen, werden jährlich heraufkommen, um anzubeten den König, den HERRN Zebaoth, und um das Laubhüttenfest zu halten. 14,17 Aber über das Geschlecht auf Erden, das nicht heraufziehen wird nach Jerusalem, um anzubeten den König, den HERRN Zebaoth, über das wird es nicht regnen.

14,18 Und wenn das Geschlecht der Ägypter nicht heraufzöge und käme, so wird auch über sie die Plage kommen, mit der der HERR alle Heiden schlagen wird, wenn sie nicht heraufkommen, um das Laubhüttenfest zu halten. 14,19 Darin besteht die Sünde der Ägypter und aller Heiden, dass sie nicht heraufkommen, um das Laubhüttenfest zu halten. Sach 14,16-19;

Und die Völker, die dir nicht dienen wollen, sie sollen verwüstet werden.

Jes 60,12 Denn welche Völker oder Königreiche dir nicht dienen wollen, die sollen umkommen und die Völker verwüstet werden. Jes 60,12;

Das Volk unter den Heiden, das nicht hören will, wird der Herr vernichten.

Jer 12,16 Und es soll geschehen, wenn sie von meinem Volk lernen werden, bei meinem Namen zu schwören: So wahr der HERR lebt!, wie sie mein Volk gelehrt haben, beim Baal zu schwören, so sollen sie inmitten meines Volks wohnen. 12,17 Wenn sie aber nicht hören wollen, so will ich solch ein Volk ausreißen und vernichten, spricht der HERR. Jer 12,16-17;


Welches Volk also im Tausendjährigen Reich nicht jährlich nach Zion kommen wird, um das Laubhüttenfest zu feiern und den Herrn anzubeten, über das wird es nicht regnen. Das heißt also, dass diese Völker keine oder nur geringe Ernten haben werden und Hungersnöten ausgesetzt sind. Und jene Völker und Nationen, welche überhaupt nicht dienen wollen und die Gebote Gottes nicht annehmen wollen, werden überhaupt vernichtet.

(Siehe auch Kapitel 10: „Das Millennium”.)

Tatsächlich werden sich allerdings viele dieser Völker nur deshalb unterordnen und den Geboten gehorchen, weil sie einfach überleben wollen. Ihre Herzen werden jedoch verhärtet bleiben und sie werden sich nicht tatsächlich bekehren. Dies lässt sich aus Off 20,7-8 schließen:

Satan wird die Völker der Erde verführen und sie zum Kampf zu versammeln.

Off 20,7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan losgelassen werden aus seinem Gefängnis 20,8 und wird ausziehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, Gog und Magog, und sie zum Kampf zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer. Off 20, 7- 8;


Satan wird nach den tausend Jahren wieder losgelassen und zieht aus, auf der ganzen Welt ein Heer für den Kampf gegen Gott in Jerusalem zu versammeln. Und nach tausend Jahren Gottesherrschaft auf diesem Planeten, wo man meinen sollte, dass nun doch jeder Mensch, der das miterlebt hat, bekehrt wäre, findet der Teufel Menschen „wie Sand am Meer”, welche sich ihm zugesellen und im Kampf gegen Gott mitmachen wollen.

Das sind Hunderte Millionen, wenn nicht Milliarden von Menschen, welche sich hier, am Ende der Welt, gemeinsam mit Satan gegen Gott stellen. Nun kann man mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass sich diese Sammlung der Gottesfeinde nicht über Jahrhunderte erstreckt, sondern es am Ende des Millenniums bestenfalls einige Jahre dauert, bis das satanische Heer steht und gegen den Gott Israels antritt. Und man kann ebenso sicher davon ausgehen, dass diese Menschen nicht ganz plötzlich ihre Meinung geändert haben und nun dem Teufel anstatt Gott nachfolgen wollen.

Das heißt aber im Umkehrschluss, dass es bereits im Millennium, während der Herrschaft Gottes auf dieser Erde, zahlreiche Völker geben wird, welche sich nur gezwungener Maßen diesem Gott unterordnen. Sie tun das, was ihnen vorgeschrieben wird, um nicht bestraft zu werden. Wenn sie könnten wie sie wollten, würden sie weiterhin lügen, betrügen, rauben und morden. Und als nun ihr „Vater”, der Satan, wieder auftaucht, laufen sie ihm scharenweise zu.

Das widerlegt nun eindeutig die undifferenzierte Auffassung des oben zitierten Autors, es würde „nichts Unreines ins Tausendjährige Reich hineinkommen”.

(Siehe auch Kapitel 11: „Das Ende der Welt”.)

Das Alter der Menschen im Millennium.

Auch die Behauptung im eingangs zitierten Text:

„Der Tod wird so gebannt sein, dass niemand mehr zu sterben braucht. Wenn einer mit hundert Jahren stirbt, dann stirbt er jung, wie als Säugling.”

entspricht nicht den biblischen Aussagen. Die Bibelstelle, auf welche hier Bezug genommen wird, ist Jes 65,20:

Als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer sie nicht erreicht, gilt als verflucht.

Jes 65,18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur Freude, 65,19 und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 65,20 Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. Jes 65,18-20;


In diesem Text aus Jesaja 65,18.20 lassen sich einige interessante Details erkennen, welche manche der heute im Umlauf befindlichen Deutungen widerlegen. Es werden gewiss besondere Lebensbedingungen im Millennium herrschen (mehr dazu weiter unten). Was jedoch einige Erklärer übersehen, ist der Umstand, dass hier immer wieder nur „Jerusalem”, das „Volk von Jerusalem” und „mein Volk” - also Israel - angesprochen wird.

Wie bereits oben nachgewiesen, wird es zwar im Millennium auf Erden eine Gottesherrschaft geben, aber viele Völker werden sich nur unter Zwang beugen. Und daher werden auch alle verheißenen Segnungen, wie Vergebung der Sünde, Ausgießung des Heiligen Geistes, Ausrottung der Bosheit unter Mensch und Tier, Wetterbedingungen, welche gleichzeitiges Ernten und Säen gestatten, nur für das Volk Gottes im weitläufigen geographischen Umkreis von Israel gelten. Hier werden schon auch ehemalige Heiden dabei sein, doch nur jene, die sich ganz eindeutig zum Gott Israels bekehrt haben und damit auch zum Volk Gottes gehören.

Entgegen der Meinung des eingangs zitierten Autors ist im Text von Jes 65,20 daher nun auch weder von einem Säugling, noch davon die Rede, dass der Tod „gebannt” wäre. Und schon gar nicht auf der ganzen Welt. Dort steht: „... in Jerusalem ... sollen keine Alten mehr da sein, die ihre Jahre nicht erfüllen”. Und erfüllen können sie ihre Jahre nur, wenn sie auch sterben. Egal nun in welchem Alter.

Weiter heißt es „als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt”. Dieser Knabe, der da stirbt, ist weder „verstockt” noch „ein Sünder, der in der Sünde lebt”, wie der Autor meint. Davon steht überhaupt nichts im Schrifttext. Ganz im Gegenteil, es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er eben als Knabe gelten wird, weil er so jung gestorben ist.

Und dann heißt es abschließend bei Jesaja: „wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht”. Also, was der obige Autor möglicherweise meint, sind die Verfluchten. Aber gerade von diesen wird ja gesagt, dass sie gar keine hundert Jahre erreichen werden. Zudem beweist ja gerade diese, vom Autor selbst zitierte Schriftstelle, dass auch Verfluchte im Millennium sein werden. Womit seine obige Aussage „Es kommt nichts Unreines ins Tausendjährige Reich hinein” auch aus diesem Blickwinkel eindeutig widerlegt wäre.

Wenn man sich nun den unmittelbar anschließenden Kontext dieser Schriftstelle ansieht, kann man sehr leicht die tatsächlichen Hintergründe dieser Prophezeiung erkennen. In Jes 65,21-23 wird die Lebenszeit des Volkes angesprochen:

Denn wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein.

Jes 65,21 Sie werden Häuser bauen und bewohnen, und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen. 65,22 Sie werden nicht bauen und ein anderer bewohnt, sie werden nicht pflanzen, und ein anderer isst. Denn wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein, und meine Auserwählten werden das Werk ihrer Hände genießen. 65,23 Nicht vergeblich werden sie sich mühe, und nicht zum jähen Tod werden sie zeugen. Denn sie sind die Nachkommen der Gesegneten des HERRN, und ihre Sprösslinge werden bei ihnen sein. Jes 65,21-23;


Es heißt hier in Jes 65,22: „wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein”. Und nun wissen wir, dass die Lebenszeit eines Baumes - wenn er nicht vom Menschen vorher gefällt wird - etwa eintausend Jahre ist (etwa im noch unberührten Urwald des Amazonas oder aber auch manche Olivenbäume im Nahen Osten). Man kann daher davon ausgehen, dass diese Menschen im Millennium wieder jenes Alter erreichen werden, welches die Menschen vor der Sintflut erreicht haben (der Älteste war Methusalem mit 969 Jahren).

(Siehe auch Tabelle 01: „Zeittafel von Adam bis Jakob”.)

Wenn also das Lebensalter des Menschen bei rd. 1000 Jahren liegt, ist ein 100-jähriger tatsächlich ein Knabe. Verglichen mit unserer heutigen Lebenserwartung von nicht ganz 100 Jahren, wäre das also ein 10-jähriger Junge - aber keinesfalls ein Säugling!

In der weiteren Folge muss man auch hier den schwärmerischen Gedanken, dass sich dieses Alter nun auf sämtliche dann lebenden Menschen beziehen würde, mit der Realität der biblischen Aussage konfrontieren. In Jes 65,20 heißt es: „Denn wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein”. Es handelt sich also hier um Bedingungen, welche ausschließlich das Volk Gottes - Juden und bekehrte Heiden, denn die christlichen Gläubigen sind ja schon bei der Wiederkunft des Herrn vor dem Millennium entrückt worden und bereits im Himmel, siehe auch Diskurs 38: Ist die Gemeinde aller Zeiten Mitregent im Millennium? - in der näheren und weiteren Umgebung Israels betreffen, also um den „Überrest” und die „Nachkommen der Gesegneten des Herrn”. Hier ist nicht die Rede von allen jenen Völkern weltweit, welche - wie oben ausgeführt - zwar der Gottesherrschaft gehorchen, aber nicht zum Volk Gottes gehören. Geschweige denn, dass auf der ganzen Welt der Tod gebannt wäre und die Menschen überhaupt nicht mehr sterben würden

Das bestätigen auch andere Texte aus dem AT, wie hier aus Sacharja:

Es sollen sitzen alte Männer und Frauen mit einem Stock in der Hand vor hohem Alter.

Sach 8,3 So spricht der HERR: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und will zu Jerusalem wohnen, dass Jerusalem eine Stadt der Treue heißen soll und der Berg des HERRN Zebaoth ein heiliger Berg.

8,4 So spricht der HERR Zebaoth: Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, 8,5 und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen. Sach 8, 3- 5;


Auch hier ist also von „den Plätzen Jerusalems” die Rede und nicht von der ganzen Welt. Daraus ist zu erkennen, dass der Segen Gottes im Millennium wohl auf seinem Volk in Israel und auf allen Heiden sein wird, welche sich ihm zugeeignet haben. Diese werden mit dem Namen „Jakob” genannt werden, diese werden Vergebung der Sünden haben und über diese wird der Geist Gottes ausgegossen werden. Nicht aber über alle Menschen weltweit, wie manche Exegeten meinen.

Denn das Volk, das in Jerusalem wohnt, wird Vergebung der Sünde haben.

Jes 33,20 Schaue auf Zion, die Stadt unsrer Feiern! Deine Augen werden Jerusalem sehen, eine sichere Wohnung, ein Zelt, das nicht mehr abgebrochen wird. Seine Pflöcke sollen nie mehr herausgezogen und keines seiner Seile zerrissen werden. 33,21 Denn der HERR wird dort bei uns mächtig sein, und weite Wassergräben wird es geben, auf denen kein Schiff mehr fahren, kein stolzes Schiff mehr dahinziehen kann.

33,22 Denn der HERR ist unser Richter, der HERR ist unser Meister, der HERR ist unser König; der hilft uns! - 33,23 Seine Taue hängen lose, sie halten den Mastbaum nicht fest, und die Segel spannen sich nicht. Dann wird viel Beute ausgeteilt werden, und auch die Lahmen werden plündern.

33,24 Und kein Bewohner wird sagen: »Ich bin schwach«; denn das Volk, das darin wohnt, wird Vergebung der Sünde haben. Jes 33,20-24;

Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen, meinen Segen auf deine Nachkommen.

Jes 44,1 So höre nun, mein Knecht Jakob, und Israel, den ich erwählt habe! 44,2 So spricht der HERR, der dich gemacht und bereitet hat und der dir beisteht von Mutterleibe an: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und du, Jeschurun, den ich erwählt habe!

44,3 Denn ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen, 44,4 dass sie wachsen sollen wie Gras zwischen Wassern, wie die Weiden an den Wasserbächen.

44,5 Dieser wird sagen »Ich bin des HERRN«, und jener wird genannt werden mit dem Namen »Jakob«. Und wieder ein anderer wird in seine Hand schreiben »Dem HERRN eigen« und wird mit dem Namen »Israel« genannt werden. Jes 44, 1- 5;

Der Herr wird unter ihnen wohnen und ihr Gott sein und sie sollen sein Volk sein.

Hes 37,26 Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der bleibt mit ihnen als Weltzeitbund. Und ich will sie erhalten und mehren, und mein Heiligtum soll unter ihnen sein auf Weltzeit. 37,27 Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein, 37,28 damit auch die Heiden erfahren, dass ich der HERR bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum unter ihnen sein wird auf Weltzeit (Buber). Hes 37,26-28;


Die paradiesischen Zustände im Tausendjährigen Reich.

Und diese Mär von den „paradiesischen Zuständen auf der ganzen Welt” im Tausendjährigen Reich, wie das ja immer wieder zu hören und zu lesen ist, wird dann durch eben jene Schriftstellen entzaubert, mit welchen in diesem Zusammenhang gern argumentiert wird:

Man wird nichts Böses und nichts Schlechtes tun auf meinem ganzen heiligen Berg.

Jes 65,24 Und es wird geschehen: ehe sie rufen, werde ich antworten; während sie noch reden, werde ich hören. 65,25 Wolf und Lamm werden zusammen weiden; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind; und die Schlange: Staub wird ihre Nahrung sein. Man wird nichts Böses und nichts Schlechtes tun auf meinem ganzen heiligen Berg, spricht der HERR. Jes 65,24-25;

Man wird nirgends Sünde tun, denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein.

Jes 11,1 Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. 11,2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. 11,3 Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, 11,4 sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten.

11,5 Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften. 11,6 Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. 11,7 Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder.

11,8 Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter. 11,9 Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein, wie Wasser das Meer bedeckt.

11,10 Und es wird geschehen zu der Zeit, dass das Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Heiden fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein. Jes 11, 1-10;

Die Übriggebliebenen Israels säen in Frieden und sind ein Segen unter den Heiden.

Sach 8,11 Aber nun will ich nicht wie in den vorigen Tagen verfahren mit denen, die übriggeblieben sind von diesem Volk, spricht der HERR Zebaoth, 8,12 sondern sie sollen in Frieden säen. Der Weinstock soll seine Frucht geben und das Land sein Gewächs, und der Himmel soll seinen Tau geben. Und ich will denen, die übriggeblieben sind von diesem Volk, das alles zum Besitz geben. 8,13 Und es soll geschehen: Wie ihr vom Hause Juda und vom Hause Israel ein Fluch gewesen seid unter den Heiden, so will ich euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärket eure Hände! Sach 8,11-13;

Man wird zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen.

Amos 9,13 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Und die Berge werden von süßem Wein triefen, und alle Hügel werden fruchtbar sein. 9,14 Da wende ich das Geschick meines Volkes Israel. Sie werden die verödeten Städte aufbauen und bewohnen und Weinberge pflanzen und deren Wein trinken und Gärten anlegen und deren Frucht essen. Amos 9,13-14;

Die Frucht des Landes wird herrlich und schön bei denen, die erhalten bleiben in Israel.

Jes 4,2 Zu der Zeit wird, was der HERR sprießen lässt, lieb und wert sein und die Frucht des Landes herrlich und schön bei denen, die erhalten bleiben in Israel. 4,3 Und wer da wird übrig sein in Zion und übrigbleiben in Jerusalem, der wird heilig heißen, ein jeder, der aufgeschrieben ist zum Leben in Jerusalem. Jes 4, 2- 3;


Ebenso wie von manchen Auslegern auch heute noch viele Verheißungen Gottes für sein Volk Israel taxfrei auf die Gemeinde aller Zeiten umgedeutet werden - so z. B. die 144.000 Versiegelten, 12.000 aus jedem der 12 Stämme Israels - , werden sichtlich auch die Verheißungen für das Volk Gottes im Millennium großzügigst auf alle Völker der ganzen Welt uminterpretiert. Doch so ist es nicht! Wenn wir uns an die Schrifttexte halten, geht es hier nicht darum, dass die ganze Welt und alle Menschen auf Erden gesegnet wären, sondern nur um „Jerusalem”, den „heiligen Berg” Zion (ein Synonym für Jerusalem und Israel), „das Land” Israel und die Übriggebliebenen von diesem Volk, welche dann unter den Heiden ein Segen sein sollen.

Gerade dies wird ja neben der Präsenz des allmächtigen Gottes im Tempel in Jerusalem (Hes 37,27-28) und der absolut gerechten Weltherrschaft des Herrn Jesus (Sach 6,12-13; Jes 11,1-5) mit den auferstandenen Märtyrern, die als Priester und Könige mit ihm mit eisernem Stab herrschen werden (Off 20,4-6), eines der typischen Kennzeichen des Millenniums sein, dass alle die, welche sich zum Herrn halten - ob nun Juden oder Heiden -, gesegnet sein werden, während die Unwilligen und Lästerer bestraft werden, indem sie z. B. keinen Regen mehr erhalten oder überhaupt vernichtet werden.

Mit eisernem Stab magst du sie zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeißen.

Ps 2,7 Laßt mich die Anordnung des HERRN bekanntgeben! Er hat zu mir gesprochen: «Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt. 2,8 Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben, zu deinem Besitz die Enden der Erde. 2,9 Mit eisernem Stab magst du sie zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeißen.» Ps 2, 7- 9;

Er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße sollen sie zerschmettert werden.

Off 2,26 Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben; 2,27 und er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße sollen sie zerschmettert werden, 2,28 wie auch ich von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben. 2,29 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Off 2,26-29;

Und sie gebar einen Sohn, ein männliches Kind, der alle Nationen hüten soll mit eisernem Stab.

Off 12,5 Und sie gebar einen Sohn, ein männliches Kind, der alle Nationen hüten soll mit eisernem Stab; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron. Off 12, 5;

Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor, damit er mit ihm die Nationen schlage; und er wird sie hüten mit eisernem Stab.

Off 19,15 Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor, damit er mit ihm die Nationen schlage; und er wird sie hüten mit eisernem Stab, und er tritt die Kelter des Weines des Grimmes des Zornes Gottes, des Allmächtigen. 19,16 Und er trägt auf seinem Gewand und an seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren. Off 19,15-16;


Und nachdem die absolute Gerechtigkeit des Sohnes Gottes über die ganze Welt herrschen wird, wird es in diesen tausend Jahren auch den unwilligen Nationen nicht mehr möglich sein Kriege zu führen oder zu plündern und zu rauben, wie uns u.a. auch der Prophet Micha in Mi 4,3-4 sagt:

Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern.

Mi 4,3 Und er wird richten zwischen vielen Völkern und Recht sprechen für mächtige Nationen bis in die Ferne. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nie mehr wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden das Kriegführen nicht mehr lernen. 4,4 Und sie werden sitzen, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand wird sie aufschrecken. Denn der Mund des HERRN der Heerscharen hat geredet. Mi 4, 3- 4;





Zusammenfassung

Alle diese Verheißungen für das Tausendjährige Reich, wie

-  den Menschen sind alle Sünden vergeben
(Das Volk, das in Jerusalem wohnt, wird Vergebung der Sünde haben. Jes 33,24;)

-  über die Menschen wird der Geist Gottes ausgegossen
(Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen, Israel. Jes 44,3)

-  niemand wird mehr Sünde tun
(Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge, Jes 11,9;)

-  die Menschen werden voll Erkenntnis des Herrn sein
(denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein. Jes 11,9;)

-  extrem lange Lebenserwartung bis zu 1000 Jahren
(Denn wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein. Jes 65,22;)

-  alles Böse - ob bei Mensch oder Tier - ist ausgerottet
(Wolf und Lamm werden zusammen weiden; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind; und die Schlange: Staub wird ihre Nahrung sein. Man wird nichts Böses und nichts Schlechtes tun auf meinem ganzen heiligen Berg. Jes 65,25;)

-  man wird zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen
(Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Da wende ich das Geschick meines Volkes Israel. Amos 9,13-14;)


beziehen sich ausschließlich auf das - dann sehr stark ausgeweitete - Land Israel und auf das Volk Gottes in Israel, also die Israeliten und jene Heiden, welche sich dem Herrn zugeeignet haben. Die restliche Weltbevölkerung wird - sofern sie sich nicht widersetzen - nach der Schrift ein normales Leben führen und an diesen Verheißungen keinen Anteil haben. Nur der Friede auf Erden wird als einzige Verheißung durch die eiserne Herrschaft des Herrn Jesus mit den auferstandenen Märtyrern weltweit sein.