Diskurs 753 - Müssen Christen ihre Feinde lieben? - Teil 3: Die christliche Auslandsmission.




Die zwei Arten von Feinden jedes Menschen.

Die Feinde Gottes.

Die Behinderung der Verkündigung in der Türkei.

Die Situation von Christen in islamischen Ländern. / Buch Udo Ulfkotte 00, 2008-10-07

Die Feindesliebe.

Hat der Herr seinen Mördern am Kreuz vergeben? / Kommentar Theo Markwitz 00, 2008-11-07

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: War der Überfallene kein Jude? / Kommentar Walter Melcher 00, 2016-02-28

Müssen Christen ihre Feinde lieben?         1. Teil, Diskurs 75

Müssen Christen ihre Feinde lieben?         2. Teil, Diskurs 752 - Die katholische Sicht des Themas.



Die zwei Arten von Feinden jedes Menschen.

Im Diskurs 752, dem 2. Teil des gegenständlichen Themas, hat Dr. John Waterfield vom schweizerischen Übersetzungsbüro "Royal Line" / Dr. Monika von Sury, als langjähriger Übersetzer meiner Arbeiten und - obwohl aus dem protestantischen Großbritannien - nach eigener Definition "leidenschaftlicher Katholik",  meine Interpretation des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter u.a. mit folgender Replik kommentiert:

(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. / Replik John Waterfield 00, 2006-01-28)

John Waterfield: Und dann schreiben Sie in Ihrer Erklärung des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter:

„Und genau hier setzt nun der Herr an und gibt mit diesem Gleichnis zu verstehen, dass wir nicht lange überlegen und suchen müssen, wer denn unser Nächster sei, den wir lieben sollten wie uns selbst, denn dieser gibt sich durch seine Barmherzigkeit und Hilfsbereitschaft uns gegenüber von selbst zu erkennen. Der Herr hat damit diese Frage nicht nur für die Schriftgelehrten des damaligen Israel beantwortet, sondern die Antwort ist auch für uns Heutige gültig. Wenn wir unsere Nächsten erkennen wollen, müssen wir unter jenen Leuten suchen, welche uns Barmherzigkeit und Liebe erwiesen haben. Diese sollten wir dann im Gegenzug auch lieben. Und zwar wie uns selbst. So sagt es der Herr und das ist nun auch das Selbstverständlichste der Welt und wird von allen vernünftigen Menschen so gehandhabt. Wieso meinen da manche Leute, dass dies falsch wäre?“

Darf ich hier Matthäus 5, 43-48 zitieren:

Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr allein eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe? Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

Ich denke das widerspricht vollkommen Ihrer Interpretation der Geschichte vom barmherzigen Samariter. Mir wurde gesagt, dass Margaret Thatcher Ihre Meinung teilt – aber würden Sie in einer derartigen Gesellschaft sein wollen?!



Diese beiden obigen Texte, nämlich die Aussagen des Herrn aus der Bergpredigt und meine Interpretation des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter, widersprechen sich überhaupt nicht. Der Herr sagt ja hier nicht, dass wir unseren Nächsten hassen sollten, sonst wäre das ja im Widerspruch zu seiner Aussage im Gleichnis unten, in Lk 10,27-28. Dort zitiert ja der Schriftgelehrte das Gesetz: „Du sollst Gott lieben (...) und deinen Nächsten wie dich selbst“ und der Herr sagt ihm: „Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben“. Das heißt also, dass wir beide lieben sollen, sowohl unseren Nächsten als auch unseren Feind! Doch das Unverständnis für die tatsächliche Aussage dieses Gleichnisses liegt scheinbar im Kurzzeitgedächtnis mancher Leser begründet. Diese 13 Verse überschreiten offenbar die Grenze ihres Merkvermögens und so haben sie am Ende bereits vergessen, wovon am Beginn ausgegangen wurde.

Hier nun für alle Leser, welche den ersten Teil dieses Diskurses noch nicht gelesen haben, dieses Gleichnis vom barmherzigen Samariter, um den Hintergrund der Aussagen besser verstehen zu können:

Der Schriftgelehrte wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?

Lk 10,25 Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? 10,26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? 10,27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« 10,28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben. 10,29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? 10,30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen. 10,31 Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. 10,32 Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. 10,33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; 10,34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. 10,35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. 10,36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? 10,37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen! Lk 10,25-37;


Auslöser für dieses Gleichnis des Herrn war ja die Frage eines Schriftgelehrten, welcher in Lk 10,29 den Herrn fragte: „Wer ist denn mein Nächster?“ Da erzählte der Herr dieses bekannte Gleichnis von einem Mann, der überfallen, ausgeraubt und schwer verletzt auf der Straße liegengelassen wurde. Im Gegensatz zu einem Priester und einem Levit, die an dem Mann achtlos vorbeigingen, hielt ein Mann aus Samarien an und leistete ihm Hilfe. Und als der Herr das Gleichnis zu Ende erzählte hatte, fragte er den Schriftgelehrten in Lk 10,36: „Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war?“ Und folgerichtig antwortete der Schriftgelehrte: „Der die Barmherzigkeit an ihm tat“ und bestätigte damit, dass es der helfende Samariter war, der für den Überfallenen der Nächste war.

Leider ist dieser eindeutige Sachverhalt aber dann in der Vergangenheit immer wieder verkehrt worden, indem man behauptete, dass nicht der Samariter, welcher Barmherzigkeit an ihm tat, der Nächste des Überfallenen, sondern der Überfallene der Nächste des Samariters sei. Problematisch wird nun aber diese falsche Deutung, wenn man die Konsequenzen bedenkt. Die Schrift sagt, dass wir unseren Nächsten lieben sollen, wie uns selbst. Und hier macht es nun einen gewaltigen Unterschied, ob wir zu einer derartigen Liebe gegenüber jenen verpflichtet sind, die Barmherzigkeit an uns taten, wie es das Gleichnis sagt, oder ob wir nach der verkehrten landläufigen Meinung alle Hilfsbedürftigen dieser Welt lieben müssten. Die christliche Nächstenliebe ist daher nach der Schrift unsere Liebe zu jenen Menschen, welche sich uns gegenüber als barmherzig erwiesen haben.



Die Nächstenliebe.

Ähnlich, wie die falsche Interpretation der "geringsten meiner Brüder" aus Mt 25,40, ist die völlige Sinnumkehr des biblischen Begriffes der "Nächstenliebe" durch Kirchen, Prediger und Hilfsorganisationen, eine der größten Betrügereien, um bei leichtgläubigen Zeitgenossen Mitleid zu erregen und ohne viel Aufwand Spendengelder zu scheffeln.

Nach den Worten des Herrn Jesus Christus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, ist das Gebot der Nächstenliebe nicht die Liebe und Unterstützung von Hilfsbedürftigen, wie uns das die scheinheilige katholische Kirche immer wieder einreden will, sondern es ist – umgekehrt – die Liebe zu jenen Menschen, welche uns geholfen haben.

In diesem Bibeltext fragt ein Zuhörer den Herrn, wer denn dieser "Nächste" sei, den man lieben sollte. Und der Herr erzählt ihm dieses Gleichnis, in welchem ein Mann überfallen und ausgeraubt wurde und verletzt auf der Straße liegt. Zwei jüdische Kleriker gingen achtlos an ihn vorüber und erst ein Mann aus Samarien, der als Dritter an ihm vorbeikam, hat ihm geholfen.

Und aus diesem Gleichnis leitet nun der Herr in Lk 10,36-37 die Antwort auf die Frage ab, wer denn der Nächste eines Menschen sei:

"Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!"

Der Samariter ist also der "Nächste" dieses Verletzten. Und deshalb muss auch dieser Verletzte den Samariter – den Nächsten (Mt 22,39) – lieben, weil der ihm geholfen und ihn versorgt hat. Daher lautet also das Gebot der Nächstenliebe: Liebe jene Menschen, welche dir geholfen haben und zeige ihnen ebenso deine Liebe wie sie dir ihre Liebe gezeigt haben, indem sie dir behilflich waren.

Die Nächstenliebe ist daher keine Kategorie des Mitleids sondern eine solche der Dankbarkeit.

Das ist es also, was dieses Gleichnis des Herrn Jesus besagt. Und es sagt auch: wenn jemand persönlich zu dir kommt oder du ihm persönlich begegnest und er dich persönlich um deine Hilfe bittet oder du siehst, dass er persönlich hilfsbedürftig ist, dann sollst du ihm, als rechtgläubiger Christ, persönlich helfen. Und er sollte dich dann, als rechtgläubiger Christ – nach Mt 22,39 –, aus Dankbarkeit persönlich lieben, wie er sich selbst liebt.

Wer das nicht bedenkt, unterstützt Gottlose, Götzendiener, Verbrecher und Terroristen! (Lk 9,60)

Das ist nun etwas ganz Anderes, als diese Spendenaktionen für Flüchtlinge, welche wir nie kennen lernen und die gar nicht wissen, wer ihnen geholfen hat. Dabei wird das meiste Geld nicht für die Flüchtlinge, sondern für Gehälter, Logistik und andere Aufwendungen dieser "Hilfsorganisationen" ausgegeben.

In der Vergangenheit hat sich die katholische Kirche mit fremden (Spenden‒) Geldern als große Helferin deklariert und die Menschen haben aus Dankbarkeit den götzendienerischen ("Maria", verstorbene "Heilige") katholischen Glauben angenommen.

In Zukunft werden die moslemischen Flüchtlinge – und ihre vielen Kinder! – eher das Gegenteil tun. Sie werden – ähnlich, wie einst die katholische Kirche die Indios in Südamerika bei sonstiger Todesstrafe zum katholischen Glauben gezwungen hat – mit demokratisch legitimierter Mehrheit in den Parlamenten, die Katholiken per Gesetz zwingen, zum Islam zu konvertieren.

Dieser Trend zeigt sich aber auch schon in der Gegenwart, wo gottlose "Gutmenschen" und politisch korrekte Leute die Christen per Gesetz zwingen wollen, das Symbol des Christentums – das Kreuz – aus ihrer öffentlichen Umgebung zu entfernen.




In der weiter oben von J. Waterfield zitierten Bibelstelle aus der Bergpredigt, geht es ja im Prinzip darum, ob der "Nächste", den wir lieben sollen, irgendein beliebiger Mensch oder ein Bruder in Christus ist. Das kommt insbesondere im letzten Teil dieses Zitates, in Mt 5,46-47, zum Ausdruck:

"Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr allein eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe?"


Hier unten, in Mt 18,15-17 sagt uns der Herr dann, wie wir mit dem sündigen Bruder verfahren sollen: 

Wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner!

Mt 18,15 Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein! Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen. 18,16 Wenn er aber nicht hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit aus zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt werde! 18,17 Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so sage es der Gemeinde; wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner! Mt 18,15-17


Hier spricht der Herr von einem Bruder, wie es wiederholt heißt. Und wenn dieser Bruder nicht bereit ist, auf die Brüder oder die Gemeinde zu hören und der Sünde abzusagen, dann sei er uns "wie ein Heide und Zöllner". Ein Heide oder Zöllner aber ist jemand aus den Nationen. 

Und der Apostel Johannes erklärt in seinem zweiten Brief, wie diese Aussagen des Herrn zu verstehen sind, wenn er schreibt

Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht

2Jh 1,9 Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. 1,10 Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht 1,11 Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken. 2Jh 1,9-11;


Wenn also jemand nicht die Lehre Christi bringt - ob Bruder oder Heide -, den sollen wir nicht ins Haus lassen und ihn nicht grüßen, weil wir sonst an seinen bösen Werken teilnehmen würden.

Hier erkennen wir, dass wir bei den Geboten des Neuen Testaments  - insbesondere aber bei jenen der Bergpredigt - immer sehr genau prüfen müssen, ob sie tatsächlich für alle Menschen dieser Welt gelten - wie das z.B. die katholische Kirche und auch sicher alle Gottlosen und Hilfsorganisationen (Flüchtlingsproblematik!) reklamieren - oder nur für unsere Glaubensbrüder. 

Der realistische Vergleich hilft uns auch hier, die Wahrheit zu erkennen:


Die Bergpredigt.

Wenn das Gebot Jesu: "Wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu gehen, mit dem geh zwei!" (Mt 5,41) nicht nur unter rechtgläubigen Christen, sondern für alle Menschen der ganzen Welt gelten würde, dann müsste jeder Christ mit jedem Menschen, der ihn zwingen wird, eine Bank auszurauben, zwei Banken ausrauben.

Wenn jemand ihn zwingen wird, eine Frau zu vergewaltigen, dann müsste er mit ihm zwei Frauen vergewaltigen, und wenn jemand ihn zwingen wird einen Christen umzubringen, mit dem müsste er zwei Christen umbringen.

Wie man sieht, ist das jene teuflische Umdeutung der Aussagen des Herrn, welche Christen in ihrem Handeln zu Islamisten und oberflächliche Prediger zu Handlangern des Satans macht.

Dem Argument, dass in der Bergpredigt nichts davon steht, dass diese Gebote nur für Geschwister in Christus gelten sollen, muss man entgegenhalten, dass dort auch nichts davon steht, dass der rechtgläubige Christ nicht rauben, vergewaltigen und morden darf.

Wenn also das Letztere ohne Zweifel implizite im Text enthalten ist, gibt es keinen Grund dafür, warum es mit dem Ersteren nicht auch so wäre. Noch dazu, wo wir einen ausgezeichneten Nachweis darüber haben, wie der Herr selbst diese Nichtchristen einschätzt, mit welchen wir Christen angeblich gemeinsame Sache machen sollten: 

"Dies aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse (Jh 8,43-44; Mt 3,7; Mt 12,34-35; Mt 23,32-33). Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden; wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt sind." (Jh 3,19-21)

Sollen wir also vom Licht in die Finsternis gehen? Wie wenig Erkenntnis müssen jene Prediger haben, welche uns gebieten wollen, mit allen Menschen - also auch mit jenen, die in der Finsternis sind - "zwei Meilen" zu gehen?


 

 

Doch das Gleichnis vom Samariter sagt uns nicht nur etwas über die Nächstenliebe, sondern auch und gerade etwas über unsere Feinde. Wir haben hier zwei Gruppen von Feinden: auf der einen Seite die Räuber, welche den Mann überfallen, ausgeraubt und halbtot auf der Straße liegen gelassen haben. Und auf der anderen Seite den Priester und den Levit, beides Gottesmänner, deren heilige Pflicht es gewesen wäre, diesem Menschen zu helfen. Sie kamen nacheinander zu der Stelle wo der Mann lag und als sie ihn sahen, wechselte jeder schnell die Straßenseite und ging an ihm vorüber.

Das sind wohl jene zwei Arten von Feinden, welche jeder Mensch hat: die offenen, meist rücksichtslosen und brutalen, und die anderen, versteckten, heimtückischen und hinterhältigen. Gegen die Ersteren kann man sich zur Wehr setzen und wenn man genügend Schlagkraft - sei es jetzt körperlich, rhetorisch oder gesellschaftlich (politisch) hat - kann man sich ihrer auch erwehren. Gegen die zweite Art von Feinden ist man meist solange machtlos, bis sie entlarvt worden sind und dann ist es oft schon zu spät. Solche Fälle erleben wir ja in unserer Zeit fast täglich mit den Anschlägen der islamistischen Selbstmordattentäter, welchen von falschen Lehrern eingeredet wird, sie seien Märtyrer und würden in den Himmel kommen. Tatsächlich landen sie in der Hölle.

Und damit erkennen wir übrigens auch eine Parallele zu den Kreuzzügen, welche von diesen Islamisten immer wieder als Grund für ihren Dschihad (heiligen Krieg) gegen die Islam-Ungläubigen angeführt werden. Zum allerersten Kreuzzug hat Papst Urban II. im Jahre 1095 bei der römisch-katholischen Synode in der französischen Stadt Clermont, zur Rückeroberung Palästinas von den  Moslems aufgerufen. In einer stark dramatisierenden Rede hatte Urban der versammelte Menge die Notwendigkeit der Befreiung der heiligen Stätten von den Moslems verkündet, was begeistert aufgenommen wurde. Seine Predigt beendetet er dann mit den Worten: Deus lo vult! („Gott will es!“). Diese Parole wurde dann auch das spätere Motto der Kreuzzüge.

In den insgesamt sieben Kreuzzügen nach Palästina, welche dann in der Folge auf Betreiben der katholischen Päpste zwischen 1096 und 1291 stattfanden, wurden insgesamt mehr als 22 Millionen Menschen getötet! Auch diese Päpste haben allen Kreuzfahrern verheißen, sie würden in das Himmelreich kommen. Tatsächlich werden sowohl die Kreuzfahrer als auch diese Päpste das Himmelreich nie sehen, sondern - ebenso wie die islamistischen Selbstmordattentäter und ihre falschen Lehrer - in der Hölle landen.

Das nun weiter oben aufgezeigte Freund-Feind-Schema im Gleichnis vom barmherzigen Samariter erkennen wir dann auch beim Tod unseres Herrn Jesus Christus wieder. Die offenen Feinde waren die Römer. Und die Schlagkraft des Herrn war sicher so groß, dass er sie hätte abwehren können. Schalt er doch den Petrus, der einem Knecht des Hohenpriesters bei der Verhaftung des Herrn mit dem Schwert ein Ohr abgehauen hatte: „Oder meinst du, daß ich nicht meinen Vater bitten könne und er mir jetzt mehr als zwölf Legionen Engel stellen werde?“ (Mt 26,53) Und auch dem Pilatus sagte der Herr, dass nicht sie, die Römer, die eigentlich Schuldigen waren.

Du hättest keinerlei Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre; darum hat der, welcher mich dir überliefert hat, größere Sünde.

Jh 19,10 Da spricht Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich loszugeben, und Macht habe, dich zu kreuzigen? 19,11 Jesus antwortete: Du hättest keinerlei Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre; darum hat der, welcher mich dir überliefert hat, größere Sünde. Jh 19,10-11;


Die wahren Schuldigen waren also die, welche ihn an die Römer überliefert hatten: der Hohenpriester Kaiphas und die Mitglieder des Sanhedrin, welche diesen Jesus von Nazareth des Todes schuldig befunden und ihn zur Kreuzigung an die Römer ausgeliefert hatten. Das waren die anderen, hinterhältigen Feinde des Herrn. Sie haben zwei bezahlte Zeugen bestellt, welche falsche Aussagen machten, waren dann aber zu feige, das Todesurteil selbst zu vollstrecken und spannten dafür die Römer ein. Sie bezeichnete der Herr dann auch als Otternbrut und Söhne des Teufels, die dem kommenden Zorn Gottes nicht entfliehen werden.

Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun.

Jh 8,43 Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. 8,44 Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Jh 8,43-44;

Otternbrut! Wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen?

Mt 3,7 Als er aber viele der Pharisäer und Sadduzäer zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Otternbrut! Wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen? Mt 3, 7;

Otternbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid?

Mt 12,34 Otternbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund. 12,35 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor. Mt 12,34-35;

Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?

Mt 23,32 Und ihr, macht nur das Maß eurer Väter voll! 23,33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? Mt 23,32-33;


Auch die Gestalt des Nächsten im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, nämlich den Mann aus Samarien, finden wir beim Tod des Herrn in der Person des Joseph von Arimathäa wieder. Ähnlich wie sich der Samariter um den Überfallenen gekümmert und ihn versorgt hat, hat auch Joseph von Arimathäa Jesus nach seinem Tod vom Kreuz nehmen lassen und ihn in seiner eigenen, noch unbenutzten Gruft bestattet.

(Siehe auch Diskurs 87: „Das Turiner Grabtuch“)

Neben diesen beiden Arten von Feinden jedes Menschen haben wir es als Christen auch noch mit Feinden zu tun, welche nicht unsere persönlichen Feinde, sondern die Feinde Gottes sind.



Die Feinde Gottes

Gerade die von J. Waterfield eingangs zitierten Schriftaussagen aus der Bergpredigt geben immer wieder Anlass zu Diskussionen und unterschiedlichen Interpretationen. Nachdem es auch bei Immanuel.at immer wieder Anfragen gibt, wie denn diese Worte der Bergpredigt interpretiert werden müssen, soll nun hier der Versuch unternommen werden, diese schwierigen Stellen zu analysieren. Das Ziel dieser Analyse sollte sein, den biblischen Hintergrund dieser Aussagen des Herrn zu untersuchen, um dann daraus das richtige Verständnis abzuleiten.

Beginnen wir am Besten mit dem letzten Satz in Mt 5,48:

Mt 5,48 Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. Mt 5,48;


Wie bereits im Diskurs 752 dargelegt, ist hier der wiederholte Gebrauch des Terminus' „vollkommen“ (grie: teleios) in seiner Bedeutung keinesfalls identisch zu interpretieren. Der Mensch kann nie vollkommen sein wie Gott, sonst wäre er ja selbst auch „Gott“. Es geht daher hier eindeutig nicht um eine Gleichsetzung von Eigenschaften, sondern um einen Vergleich der Handlungsweise: Ebenso wie Gott im Himmel in seiner Allmacht und Allwissenheit auf göttliche Weise vollkommen agiert, sollen auch wir Christen hier auf Erden, mit unseren beschränkten Fähigkeiten in menschlicher Weise „vollkommen“ sein. Wenn es also in Mt 5,45 von Gott heißt: „Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“, sollten auch wir Christen unsere Freunde und Feinde gleichermaßen lieben. 

Allerdings wird nun aus dem Umstand, dass Gott hier offensichtlich keinen Unterschied zwischen Guten und Bösen macht, sehr oft geschlossen, dass Gott auch zwischen Gut und Böse nicht unterscheidet. Das führt dann zu den verwegensten Interpretationen, bis dahin, dass man behauptet, Gott würde in seiner „unendlichen“ Liebe eben allen Menschen - egal ob sie nun den christlichen Glauben angenommen haben oder nicht - in gleicher Weise vergeben und die Anhänger von Götzenreligionen und Geisterkulten würden „impliziten“ Glauben an Jesus Christus haben und wären daher ebenso errettet, wie rechtgläubige Christen.

Die unendliche und bedingungslose Liebe Gottes.

Wenn die Liebe Gottes unendlich und bedingungslos wäre, müsste dieser Gott allen Menschen aller Zeiten (unendlich!!) alle ihre Sünden ohne Reue und Umkehr (bedingungslos!!) vergeben. Es wäre dann kein Sühnopfer mehr erforderlich - und Jesus Christus hätte nicht am Kreuz sterben müssen.

Es würden dann alle Verbrecher, Massenmörder, Gottesleugner, Tyrannen und was es sonst noch an üblem Gesindel gibt, vom Anbeginn der Welt bis zu ihrem Ende (unendlich!!) ohne Reue und Bekehrung (bedingungslos!!) gemeinsam mit allen rechtgläubigen Christen in das ewige Leben eingehen.

Wer daher von einer "unendlichen" und "bedingungslosen" Liebe Gottes spricht, dokumentiert damit, dass er keine Ahnung hat, warum Gott seinen Sohn am Kreuz sterben ließ. Solche Leute haben das Fundament des christlichen Glaubens noch gar nicht begriffen und sind somit völlig ungeeignet, Aussagen über irgendwelche Eigenschaften Gottes zu machen.



So schrieb mir J. Waterfield in der oben genannten Diskussion:

„Ob das nun Buddhisten oder Animisten oder Hindus waren; es können Leute sein, welche einfach versucht haben, den Willen Gottes so zu tun, wie sie es verstanden haben oder auch nur ein gutes Leben gemäß ihren Anschauungen zu leben. Sie mögen Gott nie gekannt und sich niemals bewusst für Christus entschieden haben, aber ihre menschliche Güte wird ihnen als Gerechtigkeit angerechnet werden. Und im Effekt werden ihre Leben zeigen, dass sie impliziten Glauben an Christus haben; und unser Herr wird sie erkennen und sie dafür belohnen“. J. Waterfield

(Siehe auch den Diskurs 78: „Die katholische Lehre und die Bibel - eine Disputation.“)


Nun weiß zwar jeder bibelgläubige Christ, dass dies absolut falsch ist, aber in der Argumentation fehlen dann oft die Hinweise aus der Schrift, um solchen Behauptungen entgegenzutreten. Nachdem wir ja hier aufgrund dieser Aussagen des Herrn über die Feindesliebe die richtige Handlungsweise für uns Menschen suchen und erkennen wollen, können wir bei dieser Gelegenheit auch gleich prüfen, inwieweit diese absurden Behauptungen von der Schrift unterstützt werden. Und um nicht der Einseitigkeit geziehen zu werden, sollen hier Schriftstellen sowohl aus dem Alten als auch aus dem Neuen Testament herangezogen werden.

Gehen wir daher zuerst ins Buch 2. Mose. Es handelt u.a. vom Auszug Israels aus Ägypten und ab 2Mo 10,27 bittet Mose den Pharao ein letztes Mal, dass er das Volk Israel aus Ägypten ausziehen lassen möge. Nachdem der Pharao dies abschlägig beschieden hatte, verkündete Gott dem Mose die zehnte Plage, welche er über Ägypten kommen lassen wollte (2Mo 11,1-10). Alle Erstgeburt in Ägypten sollte getötet werden, vom Erstgeborenen des Pharao bis zum Erstgeborenen der letzten Sklavin. Und so geschah es dann auch in dieser Nacht. Nur die Häuser der Israeliten blieben vom Würgeengel verschont, weil sie das Blut des am Vorabend geschlachteten Opferlamms (eine Prophezeiung auf das Loskaufopfer unseres Herrn, des "Lammes Gottes", für unsere Sünden) an ihre Türpfosten gestrichen hatten.  - Und am nächsten Morgen ließ Gott seine Sonne wieder über Böse und Gute aufgehen. Doch alle Erstgeborenen in ganz Ägypten sahen sie nicht mehr, weil sie tot waren.

Nehmen wir noch eine weitere Stelle aus dem Alten Testament. Im ersten Buch der Könige haben wir den Bericht in 1Kö 18,21-40 vom Propheten Elia und den 450 Propheten des Baal auf dem Berg Karmel. Das Volk Israel war wieder einmal von seinem Gott abgefallen und lief dem Götzen Baal (2Mo 34,13-14) und seinen Propheten nach (eine Prophezeiung auf die katholische Kirche und ihren Götzen "Maria" und die "Heiligen", welche angebetet und verehrt werden). Um nun zu beweisen, dass der HERR der wahre Gott ist, ließ Elia das Volk zwei Stiere schlachten und sowohl die 450 Propheten des Baal als auch er selbst sollten einen Stier in Stücke schneiden und aufs Holz legen, aber kein Feuer daran legen. Und sodann sollten die Baalpropheten ihren Gott anrufen und Elia wird den HERRN anrufen, damit auf das jeweilige Opfertier Feuer kommen solle.

Nun riefen zuerst die 450 Propheten des Baal von Morgen bis Mittag den Baal an, aber es geschah nichts. Da verspottete sie Elia und hieß das Volk zusätzlich 12 Eimer Wasser auf das Fleisch seines geschlachteten Stiers gießen. Dann betete er zu dem Gott Israels und „da fiel Feuer vom Herrn herab und verzehrte das Brandopfer und das Holz und die Steine und die Erde; und das Wasser, das im Graben war, leckte es auf“. Als das Volk das sah, schrien sie: der Herr ist Gott. Da befahl ihnen Elia die 450 Propheten zu fangen „nd Elia führte sie hinab an den Bach Kischon und schlachtete sie dort“. - Und am nächsten Morgen ließ Gott seine Sonne wieder über Böse und Gute aufgehen. Doch die 450 Baalpropheten sahen sie nicht mehr, weil sie tot waren.

Damit kommen wir zum Neuen Testament und zu einer Begebenheit, welche sich noch zu Lebzeiten des Herrn Jesus ereignete. Als er bei einem stummen Besessenen den Dämon ausgetrieben hatte, sagten die Schriftgelehrten aus Jerusalem, er wäre Beelzebul, der Oberste der Dämonen (Satan).

Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus.

Mk 3,20 Und er kommt in ein Haus. Und wieder kommt die Volksmenge zusammen, so daß sie nicht einmal Brot essen konnten. 3,21 Und als seine Angehörigen es hörten, gingen sie los, um ihn zu greifen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. 3,22 Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er hat den Beelzebul, und: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Mk 3,20-22;


Doch der Herr prophezeite ihnen, dass ihnen wegen ihres Unglaubens ihre Stadt öde gelassen werden wird.

Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen.

Mt 23,37 Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! 23,38 Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen. Mt 23,37-38;


Diese Prophezeiung erfüllte sich dann etwa 40 Jahre später, im Jahre 70, als Titus mit seinen römischen Truppen Jerusalem eingenommen, die Stadt und den Tempel völlig zerstört, einen großen Teil der Bevölkerung getötet und den Rest der Israeliten aus ihrem Land vertrieben hatte. - Und am nächsten Morgen ließ Gott seine Sonne wieder über Böse und Gute aufgehen. Doch die getöteten Israeliten sahen sie nicht mehr, weil sie tot waren.

Nun an das Ende der Bibel und zur Offenbarung des Johannes. Dort werden in den Posaunengerichten, bei der 6. Posaune in Off 9,13-21, „die vier Engel losgebunden, die auf Stunde und Tag und Monat und Jahr gerüstet waren, den dritten Teil der Menschen zu töten“. Es sind zweihundert Millionen Rosse, welche hervorkommen „und aus ihren Mäulern geht Feuer, Rauch und Schwefel hervor. Von diesen drei Plagen wurde der dritte Teil der Menschen (also nach heutigem Stand etwa 2 Milliarden Menschen / Anm.) getötet, von dem Feuer und dem Rauch und dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen“. - Und am nächsten Morgen lässt Gott seine Sonne wieder über Böse und Gute aufgehen. Doch etwa 2 Milliarden Menschen werden sie nicht mehr sehen, weil sie tot sein werden.

Zum Schluss noch ein weiteres Ereignis aus der Offenbarung, welches auch unter Weltmenschen - allerdings unter völlig falschen Inhalten - einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzt: Die Schlacht von Harmagedon. Ab Off 19,19 tritt hier der zweite Antichrist, das Tier aus dem Meer aus Off 13, mit dem falschen Propheten und den mit ihnen verbündeten weltlichen Heeren zum Kampf gegen den Sohn Gottes und das gesamte himmlische Heer an. Und dann heißt es in Off 19,20-21:

Und es wurde ergriffen das Tier und der falsche Prophet lebendig wurden die zwei in den Feuersee geworfen.

Off 19,20 Und es wurde ergriffen das Tier und der falsche Prophet - der mit ihm war und die Zeichen vor ihm tat, durch die er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen und sein Bild anbeteten - lebendig wurden die zwei in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt. 19,21 Und die übrigen wurden getötet mit dem Schwert, das aus dem Mund dessen hervorging, der auf dem Pferd saß; und alle Vögel wurden von ihrem Fleisch gesättigt. Off 19,20-21;

(Siehe auch Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist“)

Die beiden Anführer der weltlichen Heere werden also lebendig in den Feuersee geworfen und ihr ganzes Heer wird getötet werden. Je nachdem wie man nun die 10 Könige interpretiert, welche dieses Heer mit allen ihren Soldaten beschickt haben, sind das die Soldaten von 10 Nationen oder - wenn man die Zahl 10 symbolisch als Zahl der weltlichen Gesamtheit interpretiert - alle Heere und Soldaten dieser Welt. - Und am nächsten Morgen lässt Gott seine Sonne wieder über Böse und Gute aufgehen. Doch sämtliche Soldaten dieser Welt werden sie nicht mehr sehen, weil sie tot sein werden.

Wie nun Bibelkenner sicher wissen, sind das nur ganz wenige Beispiele des Handelns Gottes mit jenen Menschen, welche sich zu seinen Feinden gemacht haben. Es ist also nicht so, dass Gott seinen Feinden vergeben oder sie gar lieben würde. Sie erhalten alle ihre gerechte Strafe. - Wir können also festhalten, dass Gott wohl seine Sonne jeden Tag über Böse und Gute aufgehen lässt, davon völlig unabhängig jedoch seine absolute Gerechtigkeit gegenüber Bösen und Guten walten lässt und damit natürlich auch zwischen Gut und Böse unterscheidet. Und wenn uns der Herr in Mt 5,44 gebietet unsere Feinde zu lieben, so sind damit ganz gewiss nicht die Feinde Gottes gemeint. Wenn Gott seine Feinde in seiner Gerechtigkeit bestraft und ins ewige Feuer schickt, können wir, als Söhne unseres Vaters, sie nicht auf der anderen Seite lieben.

Was fragst du mich, da doch der Herr dein Feind geworden ist?

1Sam 28,16 Und Samuel sprach: Warum fragst du mich, da doch der HERR von dir gewichen und dein Feind geworden ist? 1Sam 28,16;


Hier scheint es nun sinnvoll zu sein, einmal anhand der oben zitierten biblischen Ereignisse ansatzweise zu konkretisieren, wie wir Gottesfeinde erkennen können, welche wir nicht zu lieben haben:

o  Der Pharao und die Ägypter wollten Israel daran hindern, den Auftrag Gottes zum Verlassen Ägyptens nachzukommen. Daher sind alle Menschen, welche die Christen daran hindern, den Auftrag ihres Herrn Jesus Christus in Mk 16,15: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ auszuführen, Feinde Gottes und wir müssen sie nicht lieben (z.B. Israelis und Muslime - in welchen Ländern auch immer -, welche Christen daran hindern, das Evangelium zu verkünden).

o  Die Baalpropheten haben den Gott Israels als einen falschen Gott und Elia als einen falschen Propheten bezeichnet. Daher sind auch heute alle Menschen, welche den HERRN als falschen Gott bezeichnen und andere Götter und Götzen anbeten, Feinde Gottes und unserer Liebe nicht würdig.

o  Die Schriftgelehrten Israels haben unseren Herrn Jesus Christus als Beelzebul und Obersten der Dämonen bezeichnet. Daher sind alle Menschen, welche das wahre Christentum verhöhnen und den Geist Gottes beleidigen, Feinde Gottes und fallen nicht unter das Liebesgebot des Herrn.

o  Die Menschen in der Endzeit lästern Gott und tun nicht Buße von ihren bösen Werken. Daher sind auch schon heute alle Gotteslästerer und unbußfertigen Menschen Feinde Gottes und von uns nicht zu lieben.

o  In der Schlacht von Harmagedon erheben sich die Gottlosen der ganzen Welt und kämpfen gegen Gott. Daher sind auch heute alle Gottesleugner, welche sich gegen Gott und seinen Sohn Jesus Christus erheben, Feinde Gottes und sie zu lieben käme einem Verrat an unserem Erlöser gleich.


Das alles sind Feinde Gottes und nicht unsere persönlichen Feinde, welche sehr wohl unter das Gebot der Feindesliebe fallen und am Ende des Diskurses noch behandelt werden. Damit nun dieser biblische Hintergrund ein wenig an Realität gewinnt, seien hier dazu auch noch einige Beispiele aus dem Geschehen unserer Zeit aufgezeigt.


Die Behinderung der Verkündigung.

Die Behinderung der Christen bei der Verkündigung des Evangeliums ist u.a. auch in der Türkei sehr verbreitet. So wurde am 19. April 2007 Tilman Geske, ein 46 Jahre alter protestantischer Christ, der 2003 mit Frau Susanne und drei Kindern in die Stadt Malatya gezogen war um zu missionieren, von fünf Türken mit 160 Messerstichen ermordet. Gegen diese christliche Familie hatte es zuvor von den türkischen Nachbarn bereits mehrfach Proteste gegeben und kurz vorher sind sie direkt bedroht worden. Hier gibt uns der Herr eine eindeutige Verhaltensrichtlinie:

Auch den Staub, der uns aus eurer Stadt an den Füßen hängt, schütteln wir gegen euch ab;

Lk 10,10 In welche Stadt ihr aber gekommen seid, und sie nehmen euch nicht auf, da geht hinaus auf ihre Straßen und sprecht: 10,11 Auch den Staub, der uns aus eurer Stadt an den Füßen hängt, schütteln wir gegen euch ab; doch dies wißt, daß das Reich Gottes nahe gekommen ist. 10,12 Ich sage euch, daß es Sodom an jenem Tag erträglicher ergehen wird als jener Stadt. Lk 10,10-12;


Dieser Missionar hätte bei seiner Arbeit eindeutig erkennen können, dass er in dieser Stadt nicht willkommen ist und den Ort schleunigst verlassen und „den Staub abschütteln“ müssen. Doch dies hat er nicht getan. Leider ist sich auch seine Frau ihrer Verantwortung gegenüber ihren drei Kindern nicht bewusst und hat nach dem Mord an ihrem Ehemann diesen Rat des Herrn nicht befolgt. Ganz im Gegenteil hat sie dem Mörder ihres Mannes im türkischen Fernsehen öffentlich vergeben, mit der Begründung, dass auch Jesus am Kreuz seinen Peinigern mit dem Ausspruch: „Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“ vergeben hätte.

Wie wir aber am Beginn dieses Diskurses gesehen haben, meinte der Herr damit, dass die römischen Soldaten - im Gegensatz zum Hohenpriester Kaiphas und dem ganzen Sanhedrin - nicht wussten, dass sie hier Gottes Sohn kreuzigten. Sie hatten das Urteil des jüdischen Rates auf Todesstrafe nur zu exekutieren und daher wussten sie nicht, was sie taten. Doch Tilman Geske war nicht Gottes Sohn und die 160 Messerstiche sind ein trauriger Beweis dafür, dass diese Muslime genau wussten, was sie taten. Das kommt auch in ihrem Geständnis zum Ausdruck, wo sie bekannten, sie hätten für „Vaterland und Glauben gehandelt und wollten den Feinden des Glaubens eine Lehre erteilen“.

Diese Türken sind daher nicht mit den Römern bei der Kreuzigung Jesu zu vergleichen, sondern mit den jüdischen Schriftgelehrten, welche den Herrn zum Tode verurteilt haben, weil er sagte, er sei Gottes Sohn. Und diesen Juden hat der Herr keinesfalls vergeben. Ganz im Gegenteil sagte er ihnen auf den Kopf zu, dass sie Söhne des Teufels seien (Jh 8,44) und dass sie dem kommenden Zorn nicht entfliehen werden (Mt 3,7). Wie wir sehen, ist es immer wieder problematisch, wenn Christen - aus welchen Gründen auch immer - unreflektiert Bibelverse zitieren, die sie gerade so vom Drüberlesen kennen, ohne zu wissen, was diese Aussagen tatsächlich bedeuten.

Wenn wir nun die Schrift prüfen, um zu erfahren was beispielsweise der Herr in einer tatsächlich vergleichbaren Situation getan hat, finden wir ein ganz anderes Verhalten. Als der Herr in seiner Vaterstadt Nazareth in der Synagoge lehrte, fingen die Juden an zu zweifeln und sagten: „‘Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und ein Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns?’ Und sie ärgerten sich an ihm.“

Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte.

Mk 6,1 Und er ging von dort weg und kommt in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgen ihm nach. 6,2 Und als es Sabbat geworden war, fing er an, in der Synagoge zu lehren; und viele, die zuhörten, erstaunten und sagten: Woher hat der das? Und was ist das für eine Weisheit, die dem gegeben ist, und solche Wunderwerke geschehen durch seine Hände? 6,3 Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und ein Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine  Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm. 6,4 Und Jesus sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, außer in seiner Vaterstadt und unter seinen Verwandten und in seinem Haus. 6,5 Und er konnte dort kein Wunderwerk tun, außer daß er wenigen Schwachen die Hände auflegte und sie heilte. 6,6 Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte. Mk 6, 1- 6;

Und sie standen auf um ihn so hinabzustürzen. Er aber schritt durch ihre Mitte hindurch und ging weg.

Lk 4,27 Und viele Aussätzige waren zur Zeit des Propheten Elisa in Israel, und keiner von ihnen wurde gereinigt als nur Naaman, der Syrer. 4,28 Und alle in der Synagoge wurden von Wut erfüllt,  als sie dies hörten. 4,29 Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn bis an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, um ihn so hinabzustürzen. 4,30 Er aber schritt durch ihre Mitte hindurch und ging weg. Lk 4,27-30;


Wir sehen hier, dass der Herr, wenn er Unglauben bei seinen Zuhörern vorgefunden hat oder wenn sie ihn angreifen wollten, sich einfach umgedreht hat und weggegangen ist und sie stehen gelassen hat. Auch Paulus hat das in vergleichbaren Situationen so gehandhabt. Als er den Juden von Damaskus bewies, dass Jesus der Christus ist, wollten sie ihn umbringen. Sie bewachten sogar die Stadtmauern Tag und Nacht, damit er ihnen nicht entfliehen konnte. Doch seine Jünger ließen ihn bei Nacht mit einem Korb an der Mauer hinunter und so konnte er fliehen. Auch in Griechenland wollten die Juden einen Anschlag gegen ihn unternehmen und so entschloss er sich, anstatt durch Syrien durch Mazedonien zurückzukehren.

Sie bewachten auch die Tore, damit sie ihn umbrächten. Die Jünger aber ließen ihn durch die Mauer hinab.

Apg 9,22 Saulus aber erstarkte noch mehr im Wort und brachte die Juden, die in Damaskus wohnten, in Verwirrung, indem er bewies, daß dieser der Christus ist. 9,23 Als aber viele Tage verflossen waren, ratschlagten die Juden miteinander, ihn umzubringen. 9,24 Es wurde aber dem Saulus ihr Anschlag bekannt. Und sie bewachten auch die Tore sowohl bei Tag als auch bei Nacht, damit sie ihn umbrächten. 9,25 Die Jünger aber nahmen ihn bei Nacht und ließen ihn durch die Mauer hinab, indem sie ihn in einem Korb hinunterließen. Apg 9,22-25;

Da von den Juden ein Anschlag gegen ihn unternommen wurde, entschloß er sich, durch Mazedonien zurückzukehren.

Apg 20,1 Nachdem aber der Tumult aufgehört hatte, ließ Paulus die Jünger kommen und ermahnte sie; und als er Abschied genommen hatte, ging er fort, um nach Mazedonien zu reisen. 20,2 Als er aber jene Gegenden durchzogen und sie mit vielen Worten ermahnt hatte, kam er nach Griechenland. 20,3 Und als er sich drei Monate aufgehalten hatte, wurde, als er nach Syrien abfahren wollte, von den Juden ein Anschlag gegen ihn unternommen. Da entschloß er sich, durch Mazedonien zurückzukehren. Apg 20, 1- 3;


Wenn also Paulus diese Städte nicht schleunigst verlassen hätte, hätten ihn seine Widersacher mit Sicherheit gefasst und getötet. Für das ganz andere Verhalten mancher Missionare in unserer Zeit gibt es nun zwei Erklärungen: entweder diese Missionare kennen die Schrift nicht (speziell oben Lk 10,10-12). Dann sollten sie nicht missionieren. Oder aber sie kennen die Schrift, missachten sie aber aus fehlgeleitetem persönlichen Ehrgeiz. Dann sind sie lebensgefährlich - für sich, ihre Familien und andere Missionare, und zum Missionieren noch viel weniger geeignet. Man bekommt den Eindruck, dass diese Leute meinen, sie müssten selbst alle Ungläubigen bekehren. Doch das ist grundfalsch. Im Missionsauftrag heißt es nicht „bekehrt die Ungläubigen“, das wäre eher die Sprache des Islam und der Islamisten, sondern der Herr sagt uns „predigt das Evangelium“.

Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung.

Mk 16,15 Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. 16,16 Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden. Mk 16,15-16;


Hier geht es um die Verkündigung des Evangeliums in der ganzen ungläubigen Schöpfung. Dabei können wir zwei wichtige Dinge erkennen: erstens, wir sollen das Evangelium predigen. Hier ist keine Rede von irgendwelchen Einlagen, sei es jetzt Musik, Tanz, Theater oder anderen „Bekehrungshilfen“. Wir sollen das Evangelium predigen - sonst nichts! Dies allerdings in seiner ganzen Dimension: von der Verlorenheit des Menschen in seiner Sündhaftigkeit, über die Errettung aus Gnade durch das Loskaufopfer unseres Herrn am Kreuz, bis hin zur Herrlichkeit bei Gott in unserem ewigen Leben, wenn wir dieses Angebot Gottes annehmen. Und die ewige Verdammnis für jene, welche diese Gnade abweisen, darf auch nicht ausgespart werden.

Und dann heißt es oben, in Mt 16,16: „wer gläubig geworden (…) ist“. - Also gläubig geworden durch die Predigt des Evangeliums. Es sind daher nicht irgendwelche Äußerlichkeiten, welche die Leute zum Glauben bringen, sondern es ist der Inhalt der Predigt, das Wort Gottes gemeinsam mit dem Geist Gottes. Wen der Geist bei der Predigt anrührt, der hat die Voraussetzung, um gläubig zu werden. Aber nicht alle, die er anrührt werden gläubig. Es ist wie mit der Liebe: auch wenn eine Frau und ein Mann echte Liebe füreinander im Herzen haben, dann bleibt es immer noch ihre ureigenste Entscheidung, ob sie auch vor den Traualtar treten oder nicht. Und ähnlich ist es mit der Bekehrung: wenn der Mensch vom Heiligen Geist angerührt wird und Liebe für seinen Gott empfindet, bleibt es noch immer seine ganz persönliche Entscheidung, ob er diesem Ruf folgt oder nicht.

Aber nicht alle haben dem Evangelium gehorcht. Denn Jesaja sagt: Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt?

Röm 10,14 Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie aber sollen sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber sollen sie hören ohne einen Prediger? 10,15 Wie aber sollen sie predigen, wenn sie nicht gesandt sind? Wie geschrieben steht: «Wie lieblich sind die Füße derer, die Gutes verkündigen!» 10,16 Aber nicht alle haben dem Evangelium gehorcht. Denn Jesaja sagt: «Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt?» Röm 10,14-16;

Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi. 

Röm 10,17 Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi. Röm 10,16-17;


Und erst wenn diese Menschen durch ihre eigene freie Entscheidung gläubig geworden sind, sollen wir sie taufen und sie zu Jüngern machen und sie werden errettet sein (Mk 16,16; Mt 28,19). Eine Bekehrung, welche nicht aus völlig freiem Willen erfolgt, ist keine Bekehrung. Zur Zeit der Eroberung Südamerikas durch die spanischen Konquistadoren, haben katholische Mönche den Indios unter Androhung der Todesstrafe die katholische Religion aufgezwungen. Die Folge davon war, dass dieses Volk seit Jahrhunderten - und bis heute - nach der Sonntagsmesse zuhause auf dem Hausaltar seine falschen Götter und seine alten Geister anbetet - welche nunmehr zum Katholizismus mutierte „Heilige“ sind.

Es ist daher ein fataler Irrtum, wenn manche Prediger oder Missionare meinen, sie müssten unbedingt und um jeden Preis ihre Zuhörer zum Glauben bringen. Wen der Heilige Geist nicht erleuchtet, den kann auch der beste Prediger nicht bekehren. Und nicht einmal alle, welche der Heilige Geist drängt, werden sich auch tatsächlich bekehren. Doch leider sind es manchmal gerade auch derartige Prediger, welche versuchen auf die Leute Druck auszuüben und damit auch manche labilen Charaktere gegen deren eigenen Willen „bekehren“. Und oft sind es dann auch solche Missionare, welche trotzdem an einem Ort verbleiben, obwohl ihnen dort ohnehin keiner mehr zuhört. Sie pfuschen Gott ins Handwerk und gehen den Leuten auf die Nerven. Damit schaden sie dem Christentum, degradieren das Evangelium zum Billigangebot und bringen sich selbst und ihre Familien in Gefahr.

Auch diese Woche, am 20. 10. 2008, wurde in Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan, leider wieder eine Frau einer Hilfsorganisation aus Südafrika von den Taliban auf offener Straße erschossen, weil sie dort christliche Mission betrieben hat. Als ob es in den Elendsvierteln Südafrikas nicht auch genügend Arme und Unbekehrte geben würde, welchen geholfen und denen das Evangelium verkündigt werden sollte! - Auch hier wurde die Frau nach Angaben der Taliban „lange Zeit verfolgt und heute endlich bestraft“. Die Tatsache, dass sie in Afghanistan in einem Land war, das trotz acht Jahren internationaler Besatzung bereits wieder zur Hälfte von den Taliban beherrscht wird, welche als fanatische Islamisten bekanntermaßen alle christlichen Missionare im Land töten wollen, und der Umstand, dass diese Frau bereits lange Zeit verfolgt wurde, hätten ihr genügen müssen, um dieses Land so schnell wie möglich wieder zu verlassen.

Und tötet sie, wo immer ihr sie trefft; so ist die Vergeltung für die Ungläubigen.

Koran - Sure 2:191-192 „Und tötet sie1), wo immer ihr sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben. Denn Verführen ist schlimmer als Töten. Kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie gegen euch kämpfen, dann tötet sie, so ist die Vergeltung für die Ungläubigen.

1) Die „Schriftbesitzer“ = Juden und Christen.

Sie möchten gern, ihr würdet ungläubig, wie sie ungläubig sind; greift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet.

Koran - Sure 4:89 „Sie möchten gern, ihr würdet ungläubig, wie sie ungläubig sind, so dass ihr (ihnen) gleich würdet. So nehmt euch niemanden von ihnen zum Freund, bis sie auf dem Weg Gottes auswandern. Wenn sie sich abkehren, dann greift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet.

Tötet die Götzendiener wo immer ihr sie findet, greift sie, belagert sie und lauert ihnen auf jedem Weg auf.

Koran - Sure 9:5 „Wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener2), wo immer ihr sie findet, greift sie, belagert sie und lauert ihnen auf jedem Weg auf.

2) Die Christen. Durch den katholischen Marienkult glaubte Mohammed, die Christen würden 3 Götter anbeten: Gottvater, „Gottmutter“ und Gottsohn.


Wenn daher Missionare in solchen Situationen die vorsorglichen Warnungen unseres Herrn ignorieren, sich über sein Gebot, diese Stadt zu verlassen hinwegsetzen und - noch dazu mit Frau und Kindern - in Häusern und Städten bleiben, wo sie nicht nur unerwünscht sind, sondern sogar bedroht werden, sind das keine Märtyrer, sondern Selbstmörder! Und jeder, der diese Leute unterstützt und sie nicht eindringlich vor einem Verbleib warnt, hat dann auch Verantwortung für die Konsequenzen. Die christliche Auslandsmission darf nicht zum Todeskommando werden!

Auch die beiden deutschen evangelikalen Bibelschülerinnen, welche im Juni dieses Jahres im Jemen ermordet wurden, gelten als Parade-Märtyrerinnen, von welchen ihre Freunde schreiben, dass sie „diese beiden Toten beneiden, weil sie sich für Gottes Reich eingesetzt hätten, ehrenhaft gefallen seien und jetzt bei Jesus verweilen dürften.“ Abgesehen davon, dass noch kein einziger Mensch bei Jesus ist, da noch alle Toten im Totenreich schlafen (1The 4,16), sind gerade diese Leute keine Märtyrer, sondern Selbstmörder. Und hier ist es egal, ob jemand einen anderen Menschen oder sich selbst umbringt, er ist vor Gott ein Mörder.

(Siehe auch Diskurs 56: Sind die verstorbenen Christen bereits im Himmel?“)


Doch auch aus katholischen Kreisen liest man in letzter Zeit immer wieder von katholischen Missionaren und Missionarinnen, welche bei ihrem Einsatz im Ausland verschleppt und getötet wurden. Der Chef der Päpstlichen Missionswerke (Missio) in Österreich, Monsignore Leo Maasburg bestätigt denn auch: „Manche Schwestern beten um den Märtyrertod. Das ist das höchste Zeugnis für sie“. Seiner Meinung nach sei der Märtyrertod: „das Hingeben des eigenen Lebens für die Menschen. Gewaltlos und ohne dass man sich und andere in die Luft sprengt.“ Allerdings betont er dann: „Ich darf niemand zum Heroismus oder Märtyrertum verpflichten“ und unterscheidet sich damit doch noch von den islamistischen Koran-Lehrern, welche ihre Schüler als Selbstmordattentäter in alle Welt schicken.

Und hier muss man sich überhaupt fragen, wieso wir die Muslime in ihren Heimatländern bekehren wollen, wo wir bereits Millionen von ihnen hier bei uns, in unseren eigenen Ländern haben!? Die Islamisierung der mitteleuropäischen Bevölkerung hat bereits ein erschreckendes Ausmaß angenommen (siehe das soeben erschienene Buch „SOS Abendland“ von Udo Ulfkotte). Sie bauen hier ihre Moscheen und Gebetshäuser und überreden auch noch manche unserer Jugendlichen, sich ihrem Glauben anzuschließen. Hier wäre es höchst an der Zeit, „Auslandmission“ im Inland zu betreiben!

Doch warum geschieht das nicht? Hat man Angst mit den europäischen Antidiskriminierungsgesetzen in Konflikt zu geraten, wenn man z.B. erklärt, dass die Muslime eine ähnlich falsche Vorstellung von Gott haben, wie die Homosexuellen eine falsche Vorstellung von der Ehe? In beiden Fällen sind das „leere Kilometer“. Die Muslime sehen sich als Nachfahren Ismaels, des ersten Sohnes Abrahams. Doch der Gott Abrahams und Ismaels, ihrer Vorväter, war nicht der Allah des von Mohammed, dem Gründer des Islams 632 n. Ch. - also ca. 600 Jahre nach Kanonisierung des AT und rd. 400 Jahre nach der Kanonisierung des NT - von der Bibel abgeschriebenen und auf seine Bedürfnisse angepassten Korans.

So hat Mohammed die biblische Aussage, dass Gott nicht Ismael, den von Hagar der Sklavin geborenen ersten Sohn Abrahams segnete, sondern Isaak, den von seiner richtigen Frau Sarah - der Freien - geborenen zweiten Sohn (1Mo 21,12), umgedreht und bezeichnet im Koran Ismael als den von Gott auserwählten und zum Segen gesetzten Sohn (Sure 2:141). Ismaels Mutter Hagar wird dort auch als die erste Frau Abrahams und nicht als die Sklavin Sarahs genannt, wie die Bibel (1Mo 16,1) berichtet. Auch die Beschneidung der Mädchen und Frauen(!!) ist im Gegensatz zur Bibel in der Sunna des Propheten für die Muslime Verpflichtung. - Der Gott Abrahams und Ismaels ist daher nicht der von Mohammed erfundene Allah, sondern Jahwe, der Gott der Bibel. Das wäre einer der Ansatzpunkte, um den Muslimen ihre biblischen Wurzeln und jenen Gott vor Augen zu führen, welchem sie sich tatsächlich unterwerfen müssen (arab.: muslim = der sich Unterwerfende).

Doch hier hört man leider nur von der „Interreligiösen Ökumene“ der katholischen Kirche, welche - anstatt den falschen Religionen die einzig wahre Botschaft des Christentums zu bringen - ganz im Gegenteil, alle diese Religionen, wie Islam, Buddhismus, Hinduismus, Animismus, Woodoo, Schamanentum etc. etc., als gleichwertige und richtige Wege bezeichnet. Entgegen den eindeutigen Aussagen des Herrn in Jh 14,6, dass er der einzige Weg und die Wahrheit ist, behauptet man im Katholizismus, „dass unsere Religion so wie jede andere ein Tor ist, durch das wir auf das Letzte hingehen“ (Pater David Steindl-Rast, Benediktiner Österreich/USA, beim Interreligiösen Dialog in Waldzell, 2007). Das mag nun für die katholische Religion vielleicht zutreffend sein, ganz sicherlich aber nicht für den biblisch-christlichen Glauben. Doch leider setzt die gottlose Welt heute Christentum automatisch mit Katholizismus gleich.

(Siehe auch den Diskurs 91: „Die interreligiöse Ökumene: Sind die Religionen nur verschiedene Wege zum Heil?“)


Wie es also scheint, missionieren wir viel lieber im Ausland, obwohl wir im Inland jede Menge Arbeit hätten. Ist es denn für christliche Aktivisten so viel attraktiver als Missionar ins Ausland zu gehen? Steht hier wirklich der Wunsch Ungläubige zu bekehren im Vordergrund? - Es ist einfach nicht akzeptabel, dass wir unsere vielleicht besten Leute in Länder mit pro-islamischer Rechtsordnung zur christlichen Mission schicken, während bei uns zuhause der Islam vor der Tür steht und durch die hohe Zahl an Nachwuchs der Bevölkerungsanteil der Muslime immer größer wird.



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In seinem oben erwähnten Buch schreibt Udo Ulfkotte:

„Christen dürfen in der Türkei keine Priester ausbilden, keine Kirchen bauen - und nicht einmal essen, was sie wollen. Während wir in Deutschland wie in ganz Europa immer mehr Produkte mit islamischen Halal Zertifikaten versehen, welche den Moslems bestätigen, dass etwa Tieren vor der Verarbeitung bei vollem Bewusstsein Islam-konform die Kehle durchgeschnitten wurde, weint in Istanbul der letzte christliche Metzger“


Während die Christen in der Türkei also keine Priester ausbilden und keine Kirchen bauen dürfen, wird hier bei uns die Ausbildung von islamischen Geistlichen nicht in Frage gestellt und der Bau von Moscheen sogar befürwortet und als Recht deklariert. In einer zum Ende der Herbst-Vollversammlung der Bischofskonferenz der katholischen Kirche Deutschlands veröffentlichten Erklärung heißt es u.a.: „unzweifelhaft gehört zur Religionsfreiheit auch das Recht der Muslime auf den Bau würdiger Moscheen“. Leider unternehmen diese Herren aus dem katholischen Klerus - außer salbungsvollen Aufforderungen - nichts, um die Anerkennung von Christen in den islamischen Ländern zu erreichen.

Was aber diesen katholischen Bischöfen - und wahrscheinlich auch U. Ulfkotte - nicht bekannt ist, ist die Tatsache, dass im Christentum weder spezielle Priester noch Kirchengebäude benötigt werden. Das bibeltreue Christentum kennt keine „geweihten“ Priester und sie müssen daher auch nicht ausgebildet werden. Im Gegensatz zur katholischen Religion, kennt die christliche Religion nur das Allgemeine Priestertum aller Glaubenden (1Ptr 2,9). Es gibt also keinen Klerus. Weder Priester, noch Bischöfe, Kardinäle oder gar einen Papst. Mit derartigen Hierarchien hat die katholische Kirche die Machtstrukturen der weltlichen Reiche von Kaisern und Königen imitiert, sich in die Weltpolitik eingemischt und ihr Kirchenvolk unterdrückt und geknechtet. Diese katholischen (römisch-katholische und orthodoxe) „Würdenträger“, welche nach der Schrift eher Bürdenträger ihrer Glaubensgeschwister sein sollten (Bischof=Aufseher, 1Tim 3,1-7), präsentieren sich heute noch wie Kaiser und Könige und bringen das wahre Christentum in Verruf.



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Das obige Bild zeigt den bereits verstorbenen ehemaligen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat bei der Christmette in der griechisch-orthodoxen Kirche in Bethlehem. Nehmen wir einmal an, wir hätten die Möglichkeit und könnten etwa dem Apostel Paulus im ersten Jahrhundert dieses Bild zeigen und ihn informieren, dass eine der beiden abgebildeten Personen sich in 2000 Jahren als ein Nachfolger Jesu Christi bezeichnen wird, der andere aber der Führer eines Volkes sein wird, dessen Religion in vielen Ländern die Christen verfolgt.

Beim Betrachten des Bildes wird dem Paulus vielleicht das Gleichnis des Herrn vom reichen, in Purpur und Prunk gekleideten Mann und dem armen Lazarus in den Sinn kommen, ebenso wie manches andere Herrenwort über die Pharisäer und Schriftgelehrten und er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den einfach gekleideten, freundlich lächelnden Mann als den Christen und die in Gold und Purpur gehüllte Person mit der edelsteinbesetzten Doppelkrone als den Widersacher des Christentums nennen. Und das sollte uns Christen eigentlich die Schamröte - oder vielleicht doch eher die Zornesröte - ins Gesicht treiben!

Aber auch Kirchengebäude sind nach biblisch-christlichem Glauben nicht erforderlich und müssen daher auch nicht gebaut werden. Schon zum Propheten Jesaja spricht der HERR in Jes 66,1:

Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr.

Apg 7,48 Aber der Höchste wohnt nicht in Wohnungen, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: 7,49 «Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr, oder welches ist der Ort meiner Ruhe? 7,50 Hat nicht meine Hand dies alles gemacht?» Apg 7,48-50;


Die in diesem Zusammenhang immer wieder vorgebrachte Frage, wo denn dann gebetet werden sollte, beweist nur, dass die Fragesteller die Schrift nicht kennen. Es sind jene Leute, die meinen, sie könnten Gott in eine Kirche locken, und je schöner und größer die Kirche ist - siehe den Petersdom der katholischen Kirche in Rom -, umso eher wäre Gott dort zu finden. Tatsächlich ist es nicht Gott, welchen sie auf diese Weise suchen, sondern die Befriedigung ihres ganz persönlichen Macht- und Imponiergehabens. Gerade vor ihnen warnt uns ja der Herr:

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die beten damit sie von den Menschen gesehen werden.

Mt 6,5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Mt 6, 5;


Wie uns der Herr hier sagt, sollen wir nicht öffentlich und auch nicht in Synagogen (Kirchen) beten, wo wir von Menschen gesehen werden. Zum Einen deshalb, weil damit in den meisten Fällen nur die Eitelkeit befriedigt werden soll und das Gebet zu einer rhetorischen Kunstübung ausartet. Derartige Redeübungen bekommen ihren Lohn von den Menschen und nicht von Gott.

Viel wichtiger aber ist die Aussage des Herrn hier, dass wir mit solchen öffentlichen Gebeten absolut nichts bewirken können. Auch wenn wir unsere Gebete - wie es mancherorts geschieht - stunden- und nächtelang durchhalten würden. Sie wären deshalb erfolglos, weil uns Gott dort nicht hören würde. Gott ist nicht in Kirchengebäuden und an öffentlichen Plätzen zu finden! Gott ist auch nicht in den Versammlungslokalen christlicher Gemeinden zu suchen. Gott muss nicht aufgesucht werden, er ist bereits da. Er ist in uns, in unserem Geist, und wir haben immer dann die Möglichkeit zu ihm zu sprechen, wenn wir uns in unserem Geist im Gebet an ihn wenden. Und das ist nun einmal in der Abgeschiedenheit unserer Kammer viel eher möglich, als im Rahmen irgendwelcher Versammlungen, sei es wo auch immer.

Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.

Jh 4,24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten. Jh 4,24,

Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist!

Mt 6,6 Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. 6,7 Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden 6,8 Seid ihnen nun nicht gleich! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. Mt 6, 6- 8;


So hat das auch Gottfried Daniel Pomacher, ein Erweckungsprediger aus dem Wuppertal gesehen, als er sagte:

„Das Christentum besteht nicht in Worten sondern in der Kraft des Heiligen Geistes in den Gläubigen. Nicht jene sind die Säulen des Tempels, die sich öffentlich in Gebeten mit „Herr, Herr“ die Bewunderung ihrer Zuhörer verschaffen, sondern jene, welche zuhause, in ihrem stillen Kämmerlein und ohne einen einzigen Zuhörer, ihre Gebete an den Herrn richten, sind die wahren Träger der Gemeinde.“


Das biblische Christentum benötigt daher nicht nur keine Kirchengebäude, diese sind sogar dem rechten Glauben hinderlich. Das erkennen wir an der katholischen Kirche mit ihrer Götzenanbetung der katholischen Maria und der katholischen „Heiligen“, deren Anbetung einem Totenkult gleichkommt, welcher Gott ein Gräuel ist (Jes 8,19). Aber auch in den evangelischen / protestantischen Amtskirchen, wo man entgegen den Geboten der Schrift homosexuelle Paare segnet und mancherorts sogar traut, erkennen wir den Abfall vom biblisch-christlichen Glauben.

Und nun sollte man meinen, dass die Geschwister in den evangelikalen Gemeinden ihren Vorvätern dankbar sind, dass sie keine Kirchen gebaut und daher alle diese Gefahren vermieden haben. Doch wie man hört und sieht, feiert auch das gemeindliche Bauwesen bereits fröhliche Urständ. Mit dem Argument mehr Platz für die vielen Neubekehrungen zu benötigen, werden immer größere Häuser gekauft oder gebaut und immer mehr Räume geschaffen. Auch wenn das zum Teil weit über das Gemeindebudget hinausgeht. Bezahlen müssen es ja nicht die Gemeindeleiter, welche meist solche Projekte aus Ehrgeiz betreiben, sondern die Geschwister, die sich dazu überreden lassen. Und wenn man dann manche „Neubekehrungen“ näher betrachtet, merkt man oft, dass es das Geld nicht wert war.

Wenn wir nun auf die von U. Ulfkotte weiter oben erwähnten Christen in der Türkei zurückkommen, welche Verfolgungen erleiden, weil sie Priester ausbilden und Kirchen bauen wollen, muss man auch ihnen sagen, dass sie ihr Leben hier auf völlig unnötige und fahrlässige Weise aufs Spiel setzen. Nach der Schrift benötigen sie keine speziellen Priester, weil sie selbst alle - als rechtgläubige Christen - im allgemeinen Priestertum ein Volk von Priestern sind (1Ptr 2,9). Auch benötigen sie keine Kirchen, wenn sie nur einen Raum haben, wo sie ungestört beten können (Mt 6,6). Und wenn sie gemeinsam zusammenkommen wollen, kann das in ihren Häusern oder Wohnungen geschehen, wie das auch Paulus gehandhabt hat. Oder aber in klimatisch gemäßigten Gebieten überhaupt im Freien, wie schon zu Zeiten des Herrn.

Und das gilt jetzt nicht nur für die Türkei! In Zeiten von Lautsprechern und Videowänden lässt sich eine Predigt oder eine Evangelisation im Freien auf fast jedem Terrain und in fast jeder Größe, von der Kirchtagswiesn über den Fußballplatz, bis hin zum Großstadion fast ohne Qualitätsverlust für die Teilnehmer durchführen. Im biblischen Christentum benötigen wir keine Kirchengebäude mit Bilderln und Kerzerln, mit Glöckerln und Priestern, die von einer menschlichen Hierarchie anstatt vom Heiligen Geist geweiht wurden und in Kuttenverkleidung ihren „Hokuspokus“ (Verbalhornung des lateinischen hoc est corpus meum welches der Priester in der katholischen Kirche bei der vorgetäuschten Verwandlung der Oblate in den Leib Christi spricht) vollführen. 

Nicht die Form sondern der Inhalt ist wichtig! Was nützt die schönste Kirche, wenn dort weder Gott noch der Heilige Geist zu finden sind. Diese finden wir bei unserem täglichen Gebet in unserer stillen Kammer und das Herrenmahl feiern wir einmal in der Woche mit christlichen Geschwistern im Familienkreis oder außerhalb.

(Siehe auch den Diskurs 92: „Das Herrenmahl: Gedenkfeier oder Wandlung?“)



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Die Situation von Christen in islamischen Ländern. / Buch Udo Ulfkotte 00, 2008-10-07)

Die mediale Märchenstunde will uns immer wieder glauben machen, dass Christen in islamischen Ländern gerngesehene Bürger seien. Spätestens seit dem Erscheinen des Sachbuchs Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam von Bat Yeor im Jahr 2002 ist diese Aussage als Propaganda-Behauptung von Islamisten entlarvt. Und überall in Europa gibt es Monat für Monat Demonstrationen beispielsweise von den Angehörigen koptischer Christen, die von westlichen Journalisten sehnsüchtig medialen Beistand erflehen, weil ihre christlichen Familien regelmäßig von Muslimen angegriffen werden. So berichtete beispielsweise der österreichische ORF am 17. Juli 2008: „Rund 200 österreichische Kopten haben bei einem Schweigemarsch durch Wiens Innenstadt am Freitag auf die koptischen Christen in Ägypten aufmerksam gemacht. Immer häufiger werden dort Kopten überfallen und ermordet.“ Die Kopten hatten auf ihre Plakate geschrieben: „Stoppt die Ermordung von Christen in Ägypten“ - doch außer dem ORF fanden das wohl alle anderen europäischen Journalisten ein eher unappetitliches Thema. Denn Islam bedeutet ja schließlich angeblich „Friede“.


Entnommen dem Buch „SOS Abendland“ - Die schleichende Islamisierung Europas (S 18), von Udo Ulfkotte,



Hier handelt es sich also nicht mehr nur um Missionare, die aus christlichen Ländern gekommen sind und auch wieder dorthin zurückkehren können, sondern um Christen, welche Bürger eines Landes mit islamischer Mehrheit sind. Doch auch für sie gilt - wenn sie rechtgläubige Christen sind - die Aufforderung des Herrn oben, in Lk 10,11: „Auch den Staub, der uns aus eurer Stadt an den Füßen hängt, schütteln wir gegen euch ab“. Und auch Paulus ermahnt uns in 2Kor 6,17: „Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab! spricht der Herr.“

Dieses Schicksal der Christen in Ägypten ist ein Beispiel dafür, was wir in Europa zu erwarten hätten, wenn durch die massige Zuwanderung von Muslimen mit den Flüchtlingswellen und deren Einbürgerung in den europäischen Staaten die muslimische Bevölkerung eine politische Mehrheit in den Regierungen erreichen würde. Eine Möglichkeit, welche beim Kinderreichtum dieser Menschen dann in 20 bis 30 Jahren durchaus zu erwarten wäre.

Es ist aber auch vollkommen unverständlich, wieso wohl Millionen von Muslimen aus vielen islamischen Ländern der ganzen Welt nach Europa strömen, um hier ein besseres Leben zu finden obwohl sie vielerorts ungern gesehen und sogar abgelehnt werden, während die Christen in diesen Herkunftsländern, welche sich dort offensichtlich in Todesgefahr befinden und in Europa mit offenen Armen aufgenommen werden müssten, sich lieber umbringen lassen, als dieses Gebot des Herrn zu befolgen. Und auch das gilt nicht nur für Ägypten sondern auch für alle anderen islamischen Staaten.

Weitaus hilfreicher wäre es daher, anstatt Missionare in diese Länder zu senden, um bekehrungsunwillige Muslime zum christlichen Glauben zu bekehren, umgekehrt, die dort verfolgten Christen - z.B. die 2500 christlichen Familien, welche nach Berichten des UNHCR in den vergangenen zwei Wochen (Oktober 2008) aus der Stadt Mossul im Nordirak flüchten mussten, weil ihre Häuser zum Teil in die Luft gesprengt und bereits 13 von ihnen getötet wurden - nach Europa zu bringen und ihnen hier eine neue - christliche - Heimat zu geben.


Die Götzenanbeter

Auch das zweite Beispiel in der Aufzählung von Gottesfeinden weiter oben, die Baalpropheten, welche den HERRN als falschen Gott bezeichnen und andere Götter oder Götzen anbeten, trifft auf den Islam, aber natürlich auch auf alle anderen Religionen zu, welche den Gott der Bibel ablehnen. Aber wie der eingangs zitierte J. Waterfield bezeugt, zählen auch „begeisterte“ Katholiken wie er - die übrigens mit ihrer katholischen "Maria" selbst einen Götzen anbeten und mit ihren verstorbenen „Heiligen“ dem Totenkult huldigen - zu jenen Leuten, welche die Anbetung fremder Götter „sehr wertvoll“ finden, wie er schreibt:

„Ich spreche hier aus einer persönlichen Sicht, da ich auch Freunde habe, welche anderen Wegen folgen - ich kenne eine ganze Menge Buddhisten - und ich finde ihre spirituellen Praktiken sehr wertvoll. Ich bin sicher, dass Jesus das im künftigen Leben als in seinem Namen getan annehmen wird, auch wenn sie nicht wussten dass sie es in seinem Namen taten.“ J. Waterfield


Diese Aussage ist im doppelten Sinn erstaunlich. Einerseits wird diesen Ungläubigen unterstellt, dass sie nicht wissen was sie tun. Andererseits hätte dem ja abgeholfen werden können, indem dieser Katholik diesen Leuten das Evangelium verkündet und sie aufgeklärt hätte. Aber das hat er scheint's auch nicht getan. Anstatt dessen hält er diese „anderen Wege“ für „sehr wertvoll“, obwohl uns der Herr sagt, dass es nur einen einzigen Weg gibt.

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Jh 14, 6;


Wenn nun J. Waterfield in seinem eingangs zitierten Kommentar die Feindesliebe anspricht, ist es doch sehr verwunderlich, dass er selbst offensichtlich nicht einmal bereit ist, seinen eigenen Freunden eine derartige Liebe zu erweisen. Anstatt diesen Buddhisten, die in ihrer falschen Religion auf ewig verloren sind, die Wahrheit unseres Herrn Jesus Christus zu verkünden und ihnen die Rettung im Loskaufopfer des Herrn anzubieten, lässt er sie ins Verderben gehen und heißt ihre falschen Wege sogar selbst noch „sehr wertvoll“. Doch eine derartige Haltung findet man recht häufig. Und das nicht nur unter Katholiken. Es wird beim Anderen die Feindesliebe eingemahnt, doch selbst ist man kaum bereit seinem Nächsten - also jenem Menschen, der Barmherzigkeit an uns getan hat - die von der Schrift gebotene Liebe zu erweisen.

Vor solchen Freunden, welche auf falschen Wegen wandeln und nicht den Gott der Bibel anbeten, warnt uns aber auch Paulus.

Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen!

2Kor 6,14 Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? 6,15 Und welche Übereinstimmung Christus mit Belial? Oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? 6,16 Und welchen Zusammenhang der Tempel Gottes mit Götzenbildern? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie Gott gesagt hat: «Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.» 6,17 Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab! spricht der Herr. Und rührt Unreines nicht an! Und ich werde euch annehmen 6,18 und werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. 2Kor 6,14-18;


Die Ablehnung des Sohnes Gottes.

Ein drittes Beispiel für Feinde Gottes sind die Schriftgelehrten Israels, welche den Herrn als Beelzebul bezeichneten, ihn zum Tode verurteilt und an die Römer zur Kreuzigung ausgeliefert haben. Der Grund dafür war die Bestätigung des Herrn, dass er der Sohn Gottes ist.

Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert: Er ist des Todes schuldig.

Mt 26,63 Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sagte zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagst, ob du der Christus (Messias) bist, der Sohn Gottes! 26,64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels. 26,65 Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert. Was brauchen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. 26,66 Was meint ihr? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Mt 26,63-66;


Sie beschimpften ihn als Gotteslästerer und Betrüger. Und genau das tun die Israeliten auch bis heute noch. Nachdem die Juden Jesus Christus als Sohn Gottes ablehnen, gilt er bei ihnen auch heute noch als Gotteslästerer und Betrüger, weil er vorgab Gottes Sohn zu sein.

Wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin (der Messias), so werdet ihr in euren Sünden sterben.

Jh 8,22 Da sagten die Juden: Er will sich doch nicht selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen? 8,23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 8,24 Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben. Jh 8,22-24;

Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Jh 5,22 Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben, 5,23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Jh 5,22-23;

Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater.

1Jh 2,22 Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, daß Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 2,23 Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 1Jh 2,22-23;

Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht.

1Jh 5,10 Wer an den Sohn Gottes glaubt, hat das Zeugnis in sich; wer Gott nicht glaubt, hat ihn zum Lügner gemacht, weil er nicht an das Zeugnis geglaubt hat, das Gott über seinen Sohn bezeugt hat. 5,11 Und dies ist das Zeugnis: daß Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. 5,12 Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht. 1Jh 5,10-12;


Neben vielen anderen Schrifthinweisen sind auch diese obigen Prophezeiungen der Nachweis dafür, dass das heutige Israel, welches bis heute nicht an seinen Messias, den Sohn Gottes glaubt, keine Verbindung zu seinem Gott hat und damit - in der doppelten Bedeutung des Wortes -  „Gott-los“ ist. Sofern sie sich nicht zu Jesus Christus bekehrt haben, sind sie seit zweitausend Jahren alle ohne Vergebung und in ihren Sünden - und damit unerrettet - gestorben. Die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948, welche von den Zionisten fälschlich immer wieder als die in der Schrift prophezeite „Sammlung Israels“ propagiert wird, war eine Aktion der Zionisten und ihres Führers Theodor Herzl. Er war es - und nicht Gott - welcher die Juden nach Israel führte.

(Siehe auch den Diskurs 08: „Die Sammlung Israels: bereits seit 1948 oder erst in der Endzeit?̶!;)


Ich will sie aus dem Lande des Nordens bringen und will sie sammeln von den Enden der Erde.

Jer 31,6 Denn es wird die Zeit kommen, dass die Wächter auf dem Gebirge Ephraim rufen: Wohlauf, lasst uns hinaufziehen nach Zion zum HERRN, unserm Gott! 31,7 Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzet über das Haupt unter den Völkern. Ruft laut, rühmt und sprecht: Der HERR hat seinem Volk geholfen, den Übriggebliebenen Israels! 31,8 Siehe, ich will sie aus dem Lande des Nordens bringen und will sie sammeln von den Enden der Erde, auch Blinde und Lahme, Schwangere und junge Mütter, dass sie als große Gemeinde wieder hierher kommen sollen. Jer 31, 6- 8;


Ähnlich wie zur Zeit des Mose, als sie dessen Rückkehr vom Berg Gottes nicht abwarten wollten und sich ein goldenes Kalb gemacht haben, haben die Israeliten auch in unseren Tagen die Zeit ihres Gottes nicht abgewartet und sind vorzeitig und ohne Gottes Führung in das Land zurückgekehrt. Nachdem aber alle diese Prophezeiungen der Sammlung Israels durch seinen Gott in Erfüllung gehen müssen, müssen sie noch einmal zerstreut werden, damit Gott sie dann zu seiner Zeit von den Enden der Erde wieder sammeln kann und sie dann im Tausendjährigen Friedensreich ihres Messias' endlich in Frieden und Ruhe in ihrem Land leben können.

(Siehe auch Kapitel 09: „Die Heimkehr der Erlösten.̶!;)


Israel im Lichte der Bibel.


Nach dem Alten Testament


Gott hat sein Erbarmen vom Haus Israel völlig weggenommen (Hos 1,6). Sie sind nicht mehr sein Volk (Hos 1,9). Nur das Haus Juda wird der Herr retten. Doch nicht durch Krieg, sondern durch seinen Geist (Hos 1,7). Erst im Millennium, wenn der Sohn Gottes seine tausendjährige Herrschaft auf Erden angetreten hat, (Hos 2,1.20; Hes 34,25; Jes 2,4) wird sie der Herr wieder als sein Volk annehmen (Hos 2,25; Jer 31,27-28).

Nach dem Neuen Testament

Es ist Gottes Wille, dass wir auf seinen Sohn hören (Mt 17,5). Dieser Sohn Gottes hat uns gesagt, dass jeder, der ihn verwirft, auch Gott verwirft (1Jh 2,23; Lk 10,16; Jh 5,22-23.15,23). Das heutige Volk Israel leugnet den Sohn Gottes und beschimpft ihn als Betrüger und Gotteslästerer. Durch diese Leugnung des Sohnes hat Israel auch den Vater verworfen und ist somit ein Gott-loses Volk. (Jh 8,24)


Die "Israelfreunde" in den christlichen Gemeinden verkaufen daher ihr Erstgeburtsrecht als Jünger Christi gegen das Linsengericht eines Erfüllungsgehilfen von gottlosen Betrügern. - Es gibt für Israel keine geistliche Umkehr zu ihrem Gott und keine gottgewollte Rückkehr in ihr Land, es sei denn, sie bekehren sich zu Jesus Christus!! (Mt 23,38-39; Gal 5,4) - (Siehe auch Diskurs 111)



Zum Unterschied von den heutigen Juden, welche ihre Gottlosigkeit natürlich leugnen, hat die katholische Nonne Agnes Gonxha Bojaxhiu, besser bekannt als „Mutter Teresa“, diesen Zustand in den letzten dreißig Jahren ihres Lebens sehr genau erkannt und in ihren geheimen Aufzeichnungen sogar recht genau beschrieben. Sie schreibt:

„Seit 49 oder 50 ist er da, dieser schreckliche Verlust, diese unerhörte Dunkelheit um mich. (...) Der Platz Gottes in meiner Seele ist leergefegt. (...) Da ist kein Gott in mir. (...) Das Schweigen und die Leere sind so groß, dass ich schaue und nicht sehe - lausche und nicht höre (...) Ich sehne mich nach Gott ... aber er ist nicht da (...) Manchmal höre ich mein eigenes Herz rufen: ,Mein Gott' und es kommt nichts.“

(Aus dem Buch „Komm, sei mein Licht. Die geheimen Aufzeichnungen der Heiligen von Kalkutta“ - Pattloch-Verlag. [Come Be My Light - Doubleday Publishers])


Der Grund der Gottlosigkeit der „Heiligen von Kalkutta“ ist - ähnlich wie bei den Juden - der fehlende Glaube an Jesus Christus. Obwohl in der katholischen Kirche immer behauptet wird, dass sie es als ihre Aufgabe sieht, „die Lehre Christi unverfälscht zu bewahren“, wird gerade dort diese Lehre Christi auf das Sträflichste verfälscht und die Mehrheit der Katholiken im wahrsten Sinne des Wortes in die Irre geführt. So sagt uns zwar die Schrift, dass Jesus Christus der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist:

Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus,

1Tim 2,5 Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 2,6 der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. 1Tim 2, 5- 6;


In der katholischen Kirche wurde jedoch Jesus Christus, als der einzige Mittler zwischen Gott und Menschen durch den katholischen Götzen „Maria“ ersetzt. Die Marienerscheinungen der katholischen Kirche (z. B. 1977 in Rom) fordern die Katholiken auf:

Ihr müßt mich als heiliges und einziges Mittel benützen, um zu Gott zu gelangen und mir Seelen zuzuführen.“[1]


Wo diese Seelen schließlich landen werden ist offenkundig.

Auch die Marienerscheinungen in Medjugorje verkünden in einer Serie von öffentlichen Botschaften von 1981 bis in die 90er Jahre die bekannte Botschaft:

„Ich bin die Mittlerin zwischen euch und Gott“[2]



Die Konsequenz einer derartigen Irrlehre prophezeit uns aber der Herr in Jh 14,6:

Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Jh 14, 6;


(Siehe auch den Diskurs 52: „Kann das Wirken Marias die Prophezeiungen der Bibel auf die Endzeit abwenden?“)


Und daher haben alle Menschen, welche nicht Jesus Christus als ihren Mittler zu Gott haben - ob echte Gottesleugner oder Juden, die die Gottessohnschaft Jesu Christi leugnen, sowie Katholiken welche beteuern, dass sie „die Lehre Christi unverfälscht bewahren“, aber deren Konsequenzen nicht befolgen, keinen Zugang zu Gott und sind daher buchstäblich „Gott-los“.



Die Gotteslästerer und Gottesleugner.

Damit kommen wir zu den Ereignissen der Endzeit. Dort werden die echten Gotteslästerer in ihrer Unbußfertigkeit durch die endzeitlichen Plagen Milliardenweise elendiglich zu Grunde gehen. Doch wir müssen gar nicht erst so lange warten, denn Gotteslästerer und Gottesleugner haben wir auch in unserer heutigen Zeit schon mehr als genug. So ist z.B. das erst kürzlich erschienene Buch „Der Gotteswahn“ von Richard Dawkins einer der vielen Versuche, den Glauben an Gott als Irrtum hinzustellen. Wenn er schreibt.

„Seit Ewigkeiten glaubt die Menschheit an ein höheres Wesen. Und huldigt damit einem gewaltigen Irrtum“


hat er sicher in Bezug auf alle anderen Religionen und Götter Recht. Der Gott der Bibel jedoch hat unter Beweis gestellt, dass er - und er alleine - tatsächlich der eine und einzige Gott ist. Wenn wir uns z.B. die Prophezeiungen im Buch Daniel (Das Buch der Wahrheit, Dan 11,1-45; 12,1-13) ansehen, erkennen wir eine detaillierte Vorschau der Geschichte der damaligen Welt für die nächsten 600 Jahre - und darüber hinaus.

(Siehe auch die Tabelle 04: „Die Offenbarung aus dem Buch der Wahrheit.“)


Kein anderer Gott - weder jener der Griechen, der Römer, noch irgendein Gott anderer Religionen hat jemals derart präzise Prophezeiungen verkünden lassen. - Ein weiteres Beispiel dafür, dass der Gott der Bibel auch in unserer Zeit bestätigt wird, ist die Entscheidung Gottes nach der Sintflut, die Altersgrenze des Menschen einzuschränken. Wurden die Menschen vor der Flut noch fast 1000 Jahre alt, setzte Gott nach der Flut das Lebensalter des Menschen mit 120 Jahren fest.

Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertundzwanzig Jahre.

1Mo 6,3 Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn auch der Mensch ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertundzwanzig Jahre. 1Mo 6, 3;


(Siehe auch die Tabelle 01: „Zeittafel von Adam bis Jakob.“)


Bei Forschungen über das mögliche Höchstalter des Menschen hat man nun vor etwa 40 Jahren festgestellt, dass die Chromosomen und ihre Vermehrung dafür ausschlaggebend sind. Chromosomen sind lange, spindelförmige Gebilde aus DNA. Ihr Vermehrungsmechanismus bringt es mit sich, dass sie bei jeder Teilung ein Stück ihrer Enden, der sogenannten Telomeren, verlieren. Deren insgesamt verfügbare Länge bestimmt also das maximal mögliche Lebensalter jedes Menschen. Und diese biologische Obergrenze hat Leonard Hayflick, Gerontologe und Professor für Anatomie an der Universität von Kalifornien in San Franzisko, experimentell nachgewiesen. Sie beträgt 120 Jahre! Seither ist diese Grenze in der Wissenschaft als „Hayflick-Limit“ bekannt

Wenn man bei den Prophezeiungen des Daniel aus dem Buch der Wahrheit noch versucht hat, diese Texte als „vaticinia ex eventu“ - also als eine „Prophezeiung“, welche erst nach dem Eintritt dieser Ereignisse verfasst und eingefügt wurde - als Fälschung in Misskredit zu bringen, wird wohl niemand behaupten wollen, dass der obige Bibeltext in 1Mo 6,3  noch in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit den Ergebnissen der modernen Gerontologie „ergänzt“ worden wäre. Und damit steht eindeutig fest, dass Hayflick im Jahre 1965 das herausgefunden und bestätigt hat, was Gott der Allmächtige in 1Mo 6,3 nach der Sintflut beschlossen hatte.

Um nun schließlich auch die konkrete Frage nach der Feindesliebe zu beantworten, sei es mir erlaubt, für jene Leser, welche hier direkt eingestiegen sind und den ersten Teil dieses Themas noch nicht gelesen haben, die diesbezüglichen Aussagen aus dem ersten Teil dieses Diskurses einzufügen.



Die Feindesliebe

Zwischen den Aussagen des Herrn über den „Nächsten“ im Gleichnis vom barmherzigen Samariter Lk 10,25-37 und Mt 5,43 und seinem Gebot gleich danach in Mt 5,44: „Liebt eure Feinde“, gibt es eine interessante Parallele. Ebenso wie die Ausleger seit Jahrhunderten, im völligen Gegensatz zur Aussage des Herrn, den „Nächsten“ nicht als den Samariter - also den Helfer -, sonder fälschlich als den Überfallenen gedeutet haben und damit perfider Weise die Armen und Hilfsbedürftigen der ganzen Welt diesem Gebot „ntergeschoben“ haben, hat man auch bei der Feindesliebe der Einfachheit halber auf eine Analyse verzichtet und dieses christliche Gebot der Feindesliebe auf alle Verbrecher, Betrüger, Mörder und Räuber der ganzen Welt ausgedehnt, sodass diese Forderung schließlich - weil unerfüllbar - zur Utopie erklärt wurde.

Wenn wir nun versuchen, den richtigen Hintergrund dieser Aussage des Herrn zu erkennen, stoßen wir auf eine weitere Parallele zur Nächstenliebe: ebenso, wie sich diese nicht auf die Armen der ganzen Welt, sondern nur auf jene Menschen bezieht, welche persönlich zu uns barmherzig gewesen sind und uns in unserem Leben geholfen haben, bezieht sich die Feindesliebe nicht auf die Verbrecher der ganzen Welt, sondern nur auf jene Menschen, welche uns in unserem persönlichen Umfeld feindlich gesinnt sind. Und ebenso wie bei der Nächstenliebe, müssen wir auch bei der Feindesliebe die betroffenen Menschen zwangsläufig auch persönlich kennen. Nur so können wir auch der Verpflichtung nachkommen, sie zu lieben. Und hier haben wir nun auch schon den Ansatzpunkt für das Verständnis der Aussage des Herrn in Mt 5,44:

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen.“


Ebenso wie die anderen Gebote des Herrn in diesem Zusammenhang, wird auch die Aufforderung der Feindesliebe immer wieder nur oberflächlich gelesen und kaum hinterfragt. Wie es scheint, wollen die Wenigsten wissen, was hier tatsächlich steht und gemeint ist und ergehen sich sogleich in Symbolismen wie „geistliche Zielsetzung“, „Regierungserklärung für das Reich Gottes“ u.ä.m. Wir wollen daher diese Gebote einzeln betrachten und analysieren:


Mt 5,39 Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bösen sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dem biete auch die andere dar. Mt 5,39;

Der, welcher mich hier auf die rechte Backe schlägt, kann nicht jemand sein, der sich dabei irgendwo in der weiten Welt aufhält, sondern muss erfahrungsgemäß neben mir, an meiner Seite stehen, sonst könnte er nicht zuschlagen.


Mt 5,40 und dem, der mit dir vor Gericht gehen und dein Untergewand nehmen will, dem laß auch den Mantel! Mt 5,40;

Auch wenn jemand mit mir vor ein Gericht gehen oder gar mein Untergewand nehmen will, muss er mit mir persönlich Kontakt haben und mich kennen - und ich ihn.


Mt 5,41 Und wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu gehen, mit dem geh zwei. Mt 5,41;

Und erst recht, wenn mich jemand zwingen will, mit ihm eine Meile zu gehen, wird das kaum möglich sein, wenn er sich am anderen Ende der Welt befindet.


Mt 5,42 Gib dem, der dich bittet, und weise den nicht ab, der von dir borgen will. Mt 5,42;

Auch jemand der mich bittet oder von mir borgen will, muss mich nach dem Geist dieser Aussagen persönlich kennen. Bei den Bettelbriefen, deren wir heute so viele erhalten, kommt der Großteil der Spenden gar nicht an die Bedürftigen, sondern wird für Organisation, Verwaltung, Logistik und Gehälter der Angestellten abgezweigt. Was dann für die Armen übrigbleibt, ist so wenig, dass eben immer wieder und immer mehr gespendet werden muss.

Ein bibelgläubiger Christ, der einen christlichen Prediger, Evangelisten oder Missionar unterstützt, den er kennt, dessen Glauben und dessen „Früchte“ er geprüft hat und zur Überzeugung gelangt ist, dass dieser Mensch im Namen Gottes arbeitet und die biblische Wahrheit verkündet, der handelt selbst auch im Auftrag Gottes, wenn er dessen Tätigkeit fördert. Doch viele Christen tun dies eben nicht. Sie überlassen die Verantwortung und das Geld Ungläubigen oder betrügerischen Scheingläubigen, welche sich an den Spenden selbst bereichern, in luxuriösen Villen wohnen und protzige Autos fahren (wie manche Prediger in den USA).


Mt 5,44 Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen. Mt 5,44;

Um meinen Feind - also jenen Menschen, der mich nicht liebt - lieben zu können, muss ich ihn daher kennen - und er mich. Wie sollte ich wissen wer mich in Afrika, Indien, Asien oder sonst wo auf der Welt nicht liebt? Und auch jene, die mich verfolgen, muss ich kennen, sonst könnte ich nicht für sie beten.


Wie leicht zu erkennen ist, gehen alle diese Gebote von der eindeutigen Voraussetzung aus, dass sich die beteiligten Menschen persönlich kennen und womöglich örtlich nahe sind. Das Argument, dass wir heute im Zeitalter der Globalisierung leben und Entfernungen immer weniger relevant werden, ist für Handel, Geldverkehr und allgemeine Kommunikation wohl richtig. Doch die geistliche und materielle Armut und Hilfsbedürftigkeit der Menschen können wir nach wie vor dann am Besten einschätzen und ihr begegnen, wenn wir diese Menschen persönlich kennen lernen und ihre Probleme und Defizite beurteilen können. Aber das ist natürlich viel aufwendiger und viel weniger beeindruckend, als ein 5 Minuten Gebet in aller Öffentlichkeit für „die Welt“.

Die Frage im Titel dieses Diskurses: „Müssen Christen ihre Feinde lieben?“ ist daher ganz eindeutig mit „Ja“ zu beantworten. Allerdings mit der ausdrücklichen Betonung auf „ihre“ Feinde. Wir lesen nirgendwo in der Bibel, dass wir die Feinde anderer Leute, geschweige denn die Menschen der ganzen Welt lieben sollten. Und selbst bei manchen unserer eigenen Feinde wird uns von der Schrift geboten, uns von ihnen fern zu halten und uns von ihren Tätigkeiten zu distanzieren.

Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen!

2Kor 6,14 Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? 6,15 Und welche Übereinstimmung Christus mit Belial? Oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? 2Kor 6,14-15;

Ein Bruder, der sündigt und nicht hören will, sei dir wie der Heide und der Zöllner!

Mt 18,15 Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein! Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen. 18,16 Wenn er aber nicht hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit aus zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt werde! 18,17 Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so sage es der Gemeinde; wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner! Mt 18,15-17;

Oder wißt ihr nicht, daß Götzendiener, Lustknaben und Knabenschänder das Reich Gottes nicht erben werden?

1Kor 6,9 Oder wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Lustknaben, noch Knabenschänder, 6,10 noch Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben. 1Kor 6, 9-10;

Seid also nicht ihre Mitteilhaber!

Eph 5,5 Denn dies sollt ihr wissen und erkennen, daß kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger - er ist ein Götzendiener - ein Erbteil hat in dem Reich Christi und Gottes. 5,6 Niemand verführe euch mit leeren Worten! Denn dieser Dinge wegen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. 5,7 Seid also nicht ihre Mitteilhaber! Eph 5, 5- 7;

Nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken.

2Jh 1,8 Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt! 1,9 Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. 1,10 Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! 1,11 Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken. 2Jh 1, 8-11;

Den Ungläubigen und Mördern ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt.

Off 21,8 Aber den Feigen und Ungläubigen und mit Greueln Befleckten und Mördern und Unzüchtigen und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, das ist der zweite Tod. Off 21, 8;


Die Bergpredigt.

Wenn das Gebot Jesu: "Wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu gehen, mit dem geh zwei!" (Mt 5,41) nicht nur unter rechtgläubigen Christen, sondern für alle Menschen der ganzen Welt gelten würde, dann müsste jeder Christ mit jedem Menschen, der ihn zwingen wird, eine Bank auszurauben, zwei Banken ausrauben.

Wenn jemand ihn zwingen wird, eine Frau zu vergewaltigen, dann müsste er mit ihm zwei Frauen vergewaltigen, und wenn jemand ihn zwingen wird einen Christen umzubringen, mit dem müsste er zwei Christen umbringen.

Wie man sieht, ist das jene teuflische Umdeutung der Aussagen des Herrn, welche Christen in ihrem Handeln zu Islamisten und oberflächliche Prediger zu Handlangern des Satans macht.

Dem Argument, dass in der Bergpredigt nichts davon steht, dass diese Gebote nur für Geschwister in Christus gelten sollen, muss man entgegenhalten, dass dort auch nichts davon steht, dass der rechtgläubige Christ nicht rauben, vergewaltigen und morden darf.

Wenn also das Letztere ohne Zweifel implizite im Text enthalten ist, gibt es keinen Grund dafür, warum es mit dem Ersteren nicht auch so wäre. Noch dazu, wo wir einen ausgezeichneten Nachweis darüber haben, wie der Herr selbst diese Nichtchristen einschätzt, mit welchen wir Christen angeblich gemeinsame Sache machen sollten: 

"Dies aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse (Jh 8,43-44; Mt 3,7; Mt 12,34-35; Mt 23,32-33). Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden; wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt sind." (Jh 3,19-21)

Sollen wir also vom Licht in die Finsternis gehen? Wie wenig Erkenntnis müssen jene Prediger haben, welche uns gebieten wollen, mit allen Menschen - also auch mit jenen, die in der Finsternis sind - "zwei Meilen" zu gehen?




Zum Abschluss noch eine Konsequenz der Bergpredigt, welche so gut wie nie bedacht wird. Wenn wir aufgefordert werden, unserem Feind Gutes zu tun, also z.B. nach der rechten Backe auch die linke hinzuhalten oder statt einer Meile zwei mit ihm zu gehen oder für jene zu beten, die uns verfolgen usw., ist das ein Gebot unseres Gottes. Wenn uns aber nun diese Menschen daran hindern, dieses Gebot Gottes zu erfüllen, indem sie uns umbringen wollen, sind sie nicht mehr nur unsere Feinde, sondern machen sich dadurch selbst zu Feinden Gottes. Und diese Feinde Gottes zu lieben würde auch uns zu Feinden Gottes machen. Daher können Christenmörder per se nicht zu jenen unserer Feinde gehören, welche wir nach dem Willen des Herrn lieben sollten.

Wenn daher die weiter oben erwähnte Ehefrau des in der Türkei ermordeten deutschen Missionars Tilman Geske dem Mörder ihres Mannes vergeben hat, so ist das sicherlich dann richtig und schriftkonform, wenn dieser Moslem umkehrt von seinen bösen Wegen, seine Tat bereut und nach Gott auch diese Frau um Vergebung bittet. Wenn dies aber alles nicht geschieht - wie das hier der Fall war -, ist es eine unglaubliche Anmaßung und eine völlig irrige Schrifterkenntnis, zu meinen, wir könnten unbußfertigen Mördern und Gottesleugnern vergeben, welche nur Gott in seiner absoluten Gerechtigkeit beurteilen kann. Wer einem erklärtermaßen unreuigen Sünder seine Sünden vergibt, macht sich zum Komplizen und wird an diesen Sünden mitschuldig.

Richtet ihr die drinnen sind! Die aber draußen sind, richtet Gott.

1Kor 5,11 Nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn jemand, der Bruder genannt wird, ein Unzüchtiger ist oder ein Habsüchtiger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein  Trunkenbold oder ein Räuber, mit einem solchen nicht einmal zu essen. 5,12 Denn was habe ich zu richten, die draußen sind? Richtet ihr nicht, die drinnen sind? 5,13 Die aber draußen sind, richtet Gott. Tut den Bösen von euch selbst hinaus!  1Kor 5,11-13;



RICHTEN WIR ALSO IN UNSEREN EIGENEN REIHEN. - GOTT WIRD JENE RICHTEN, DIE DRAUSSEN SIND.




(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Hat der Herr seinen Mördern am Kreuz vergeben? / Kommentar Theo Markwitz 00, 2008-11-07)

Von Tilman Geske als einen Selbstmörder zu sprechen, ist nicht nur pietätlos, sondern zeigt auch von der völligen Ignoranz über den Einsatz und die Tätigkeit dieses engagierten deutschen Missionars. (...) Im Übrigen gibt es ein weltliches Sprichwort: Man soll über die Toten nicht schlecht reden. Das dürfte Ihnen wohl noch nicht zu Ohren gekommen sein. (...)

Dass Frau Susanne Geske den Mördern ihres Mannes vergeben hat und dabei dem Vorbild unseres Herrn Jesus Christus am Kreuz gefolgt ist, findet auch bei der Steinigung des Stephanus seine Bestätigung, wo auch dieser Märtyrer seinen Mördern vergeben hat.


Theodor Markwitz theo.markwitz@t-online.de



Wenn im Krieg zwei feindliche Soldaten aufeinandertreffen und einer von ihnen zieht die Pistole und schießt dem Anderen eine Kugel ins Herz, so hat er ihn zweifellos getötet. Auch wenn nun dieser Andere nicht tot umfällt, weil er eine schusssichere Weste trägt und die Kugel von seiner Brust abgeprallt ist, hat der Soldat, der den Schuss abgefeuert hat, eindeutig in Tötungsabsicht gehandelt und ist daher ein Mörder. Daher ist auch jeder Mensch, der sich bewusst und willentlich und auch wiederholt in eine lebensgefährliche Situation begibt - ob nun bei einem Formel-1 Rennen, im Kunstflug oder eben in der aggressiven christlichen Mission in islamischen Ländern -, zuerst ein potentieller, und wenn er dann tatsächlich zu Tode kommt, ein tatsächlicher Selbstmörder.

Und wie nun die Berichte zeigen, trifft genau diese Situation leider auch auf den deutschen Missionar in der Türkei - und übrigens auch auf die südafrikanische Missionarin in Afghanistan - zu. Das soll und kann jedoch keinesfalls die Leistungen und Erfolge dieser Missionare in Evangelisation und Bekehrung schmälern. Das Aufzeigen dieser Zusammenhänge soll nur weitere derartige Opfer verhindern helfen und vor allem die leitenden Brüder in den Missionswerken wachrütteln, damit sie sich ihrer Verantwortung und der Konsequenzen ihres Handelns bewusst werden. In einer Zeit, in der an den Muslimen in unseren eigenen Ländern so viel an Bekehrungsarbeit zu leisten wäre, fehlt hier wahrscheinlich jeder Missionar, den man in die vom Islam beherrschten Länder entsendet, wo er mit hoher Wahrscheinlichkeit getötet werden könnte.

Zu dem von Ihnen zitierten Sprichwort: Sie haben Recht, das ist ein weltliches Sprichwort. Und genauso ist es denn auch zu beurteilen. Dieses Sprichwort kommt aus dem Lateinischen und lautet: de mortuis nil nisi bonum (über die Toten [rede] nur Gutes). Es stammt ursprünglich aus Griechenland, von Chileon von Sparta, der nach Platon einer der sieben Weisen war. In der Götterwelt der Griechen gab es für den Menschen weder eine Auferstehung noch ein ewiges Leben. Im Gegensatz dazu hat der Mensch - egal ob gut oder böse - nach dem biblisch-christlichen Glauben beides. Er verliert zwar bei seinem leiblichen Tod seinen materiellen, stofflichen Körper, sein Geist existiert jedoch im Totenreich weiter (Mt 22,32) und wird bei seiner Auferstehung aus dem Geist wiedergeboren (1Kor 15,44). Auch alle Taten jedes Menschen geraten nach der Bibel nicht in Vergessenheit, sondern sind in den Werksbüchern (Off 20,12) aufgezeichnet und werden beim Gericht Gottes beurteilt.

(Siehe auch Diskurs 22: „Gibt es die Unsterblichkeit der Seele?“)


Es ist daher aus christlicher Sicht nicht so wie in der antiken griechischen Mythologie, dass der Mensch mit seinem Tod für alle seine bösen Taten bezahlt hätte und man ihm daher nur Gutes nachsagen dürfte. Sondern seine Taten sind aufgezeichnet und jeder Mensch wird bei der Auferstehung wieder lebendig werden und sich dann vor dem Gericht Gottes für seine Taten verantworten müssen. Der Gott der Bibel ist also nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn für ihn leben alle (Lk 20,38). Es gibt daher auch in der gesamten Schrift keinen einzigen Hinweis, dass man über die Toten anders reden sollte, als über die Lebenden - nämlich die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Und wenn nach unserem Tod von unseren Werken gesprochen wird - sowohl als Vorbild zur Nachahmung, als auch als Warnung zur Bewahrung - können vielleicht auch unsere Fehler dazu beitragen, den anderen Geschwistern in Christus zu einer besseren Erkenntnis zu verhelfen.

Ihr Hinweis schließlich, dass neben dem Herrn Jesus auch Stephanus seinen Mördern ihre Sünden vergeben hätte, ist ebensowenig korrekt, wie die Aussage der  Ehefrau von Tilman Geske, dass unser Herr Jesus Christus am Kreuz seinen Mördern vergeben hätte. Wenn wir diese Aussagen genau betrachten, erkennen wir, dass keiner von beiden - weder der Herr, noch Stephanus - selbst diesen Verbrechern ihre Sünde vergeben hat, sondern dass sie beide Gott um die Vergebung für ihre Mörder gebeten haben.

Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun.

Lk 23,34 Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun. Sie aber verteilten seine Kleider und warfen das Los darüber. Lk 23,34;

Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!

Apg 7,59 Und sie steinigten den Stephanus, der betete und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! 7,60 Und niederkniend rief er mit lauter Stimme: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu! Und als er dies gesagt hatte, entschlief er. Apg 7,59-60;


Und genau darauf zielt der Hinweis in meinem diesbezüglichen Kommentar weiter oben. Derart unbußfertigen Mördern kann nur Gott in seiner Allwissenheit und absoluten Gerechtigkeit vergeben. Wie man sieht, hätte ja gerade nach diesem Vorbild nicht einmal Tilman Geske selbst seinem Mörder vergeben können, sondern er hätte nur den Vater darum bitten können. - Geschweige denn seine Ehefrau.

Wenn sich Diebe, Betrüger oder Räuber an unserem eigenen Geld und Gut vergehen, dann liegt es an uns, ihnen zu vergeben. Wenn sie das jedoch bei unserem Nachbarn tun, wäre es abwegig zu meinen, dass wir ihnen das vergeben könnten. Hier haben nicht wir die Autorität um zu vergeben, sondern der Nachbar, der geschädigt wurde. Und nachdem uns unser Leben von Gott gegeben wurde und daher nicht in unserer, sondern in Gottes Hand liegt - wer von uns könnte seiner Lebenslänge eine Elle hinzufügen? (Mt 6,27) - kann einem Mörder nur von Gott vergeben werden und nicht von uns. Egal, ob wir nun unser Leben verlieren, weil wir es fahrlässig aufs Spiel gesetzt haben oder ein anderer uns unser Leben nimmt: es ist Gott, dem dieses Leben gestohlen wird. Und als gläubige Christen haben wir vor unserem Gott die Verantwortung Leben zu bewahren. Sowohl das Leben von anderen Menschen als auch unser eigenes Leben.

Siehe, alle Seelen gehören mir; wie die Seele des Vaters, so auch die Seele des Sohnes. Sie gehören mir.

Hes 18,2 Was habt ihr, daß ihr dieses Sprichwort im Land Israel gebraucht und sprecht: Die Väter essen unreife Trauben, und die Zähne der Söhne werden stumpf? 18,3 So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, wenn ihr diesen Spruch in Israel noch gebraucht! 18,4 Siehe, alle Seelen gehören mir; wie die Seele des Vaters, so auch die Seele des Sohnes. Sie gehören mir. Die Seele, die sündigt, sie allein soll sterben. Hes 18, 2- 4;


Unser Herr Jesus Christus heißt uns im Herrengebet den Vater zu bitten: „... und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben haben unseren Schuldigern“ (Mt 6,12). Das lehrt uns einmal, dass wir Gott um die Vergebung unserer Sünden bitten müssen und diese von ihm nicht irgendwie „automatisch“ vergeben werden. Und dann heißt es im Vaterunser: „... wie auch wir vergeben haben unseren Schuldigern“. Also auch wir sollen jenen Menschen vergeben, welche an uns schuldig geworden sind und an uns gesündigt haben. Doch auch das nicht automatisch und von uns aus, sondern - wie es auch durch Gott bei uns geschieht - wenn diese uns darum bitten, nach dem Grundsatz: „willst du Vergebung erlangen, musst du Vergebung verlangen“.

(Siehe auch den Diskurs 18: „Die Vergebung: Gottes und der Christen Geschäft?“)


Eine Schuld zu vergeben, deren Vergebung vom Schuldigen nie verlangt wurde - wie das die Ehefrau des in der Türkei mit 160 Messerstichen ermordeten Missionars im türkischen Fernsehen getan hat - ist wie die Beantwortung einer Frage die nie gestellt wurde: sie geht am Ziel vorbei und bleibt wirkungslos. Der Herr hat uns in Mk 16,15 geboten : „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ er hat nicht gesagt: „Geht hin in die ganze Welt und lasst euch von den Gottlosen abschlachten!“


Die Vergebung.

Ähnlich wie die Nächstenliebe, ist auch die Vergebung eines jener Gebote des Herrn, welche von der katholischen Kirche den Menschen Jahrhunderte lang völlig falsch gelehrt wurde. Der Herr gebietet uns in Mt 18,21-22, dass wir dem Bruder 490 Mal am Tag vergeben müssen. Und das wurde und wird nun bis heute so ausgelegt, dass ein Christ allen anderen Menschen immer und überall alles vergeben müsste.

Wenn wir aber diese Aussage des Herrn genauer lesen, so erkennen wir einen doppelten Fehler: erstens spricht der Herr hier nicht von "allen Menschen", sondern von unserem Bruder (Mt 12,50), also einem rechtgläubigen Christen so wie wir, dem wir vergeben müssen. Und damit sind alle Gottlosen und Götzendiener dieser Welt von diesem Gebot ausgeschlossen!

Die zweite, wesentlich hinterhältigere Umdeutung, ist die Verkehrung der Bedeutung einer Vergebung. Eine Vergebung ist wie eine Bitte: sie muss ausgesprochen werden, um erfüllt werden zu können. Doch in der katholischen Kirche lehrt man, allen und alles ungefragt zu vergeben. 

Dabei hat uns unser Herr Jesus Christus in Lk 17,4 gerade das erklärt, als er sagte: Wenn er "zu dir umkehrt und spricht: Ich bereue es, so sollst du ihm vergeben". Und das werden wir in der heutigen gottlosen Welt schwerlich erleben, aber auch unter den Christen ist es eher die Ausnahme, dass ein Bruder umkehrt, bereut und um Vergebung bittet.  





(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: War der Überfallene kein Jude? / Kommentar Walter Melcher 00, 2016-02-28)

(...) In Ihrem Artikel über die Feindesliebe (Diskurs 753 / FH) behaupten Sie mit Bezug auf die Bergpredigt sinngemäß, dass Christen nur Christen helfen sollten ("Wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu gehen, mit dem geh zwei!"). Aber dann verurteilen Sie andererseits im Gleichnis des barmherzigen Samariters den Priester und den Levit, dass sie an dem Überfallenen vorbeigegangen sind und nicht geholfen haben.

Diese beiden haben aber genau das gemacht: sie haben einem Hilfsbedürftigen, der nicht ihrer Religion angehört hat, nicht geholfen.
(...)

Walter Melcher


Danke für Ihren Besuch bei Immanuel.at und Ihren Kommentar.

Zuerst zu Ihrer Aussage, der Überfallene sei kein mosaischer Jude gewesen. Um diesen Hintergrund zu verstehen muss man einmal wissen, dass die Samaritaner damals an den selben einen Gott geglaubt haben wie die Juden. Was sie unterschied, war u. a. die Ablehnung der Autorität der jüdischen Mischna und des Talmud. Das war der Grund, warum die Juden die Samaritaner ablehnten und keinen Umgang mit ihnen pflegten .

Der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.

Jh 4,6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich am Brunnen nieder; es war um die sechste Stunde. 4,7 Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 4,8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen. 4,9 Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. Jh 4, 6- 9;


Und das ist jetzt aber der Hintergrund des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter, dass dieser einen überfallenen mosaischen Juden hilflos auf der Straße liegend vorfindet und ihm hilft, obwohl er weiß, dass ihn der Jude in unversehrtem Zustand meiden würde. Wie man sieht, ist ja gerade das die Pointe dieses Gleichnisses, dass die mosaischen Gottesmänner Levit und Priester an ihrem Glaubensbruder vorbeigehen und ausgerechnet der, von den Juden gemiedene Samaritaner, hilft ihm.

Wenn dieser Überfallene im Gleichnis vom Herrn nicht als mosaischer Jude gemeint gewesen wäre, hätten ihm die Pharisäer erwidern können, dass der Mann ein gottloser Mörder hätte sein können, den die Freunde des Ermordeten überfallen und halbtot geprügelt hatten. Und das wäre für den Priester und den Leviten ein unbestreitbarer Grund gewesen, diesem Mann nicht zu helfen, ja ihn als gottlosen Mörder gar nicht zu berühren. Und es wäre auch der Beweis gewesen, dass die Samaritaner den falschen Glauben haben und gottlose Mörder nicht nur berühren, sondern ihnen sogar Hilfe leisten.

Wie dieses Beispiel zeigt, ist eines der größten Probleme bei der Auslegung des Neuen Testaments der Umstand, dass man damals - so wie in jeder anderen Zeit auch - selbstverständliche Tatsachen gar nicht erst erwähnt hat, da sie ja Allgemeingut waren die jeder sofort verstanden hat. Es ist etwa so, wie wenn man heute sagen würde: "Am Abend werde ich fernsehen". Vor zweitausend Jahren wäre man über diese Aussage deshalb sehr erstaunt gewesen, da man ja am Abend aufgrund der Dunkelheit gar nicht weit in die Ferne sehen kann. Und man hätte vielleicht gerätselt ob mit "Abend" nicht "Morgen" zu verstehen wäre.

Und so geht es uns Heutigen mit manchen der damaligen Aussagen. Es werden dort oft Zusammenhänge nicht ausdrücklich erwähnt, weil sie selbstverständlich waren und jeder wusste, was gemeint ist. Und genau so ist auch die Bergpredigt des Herrn zu sehen. Wenn es dort heißt: "Wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu gehen, mit dem geh zwei!", dann fragen wir uns heute natürlich, wie das wäre, wenn uns ein aus dem Gefängnis ausgebrochener Schwerverbrecher zwingt, mit ihm eine Meile als Schutzschild gegen die ihn verfolgende Polizei mitzugehen. Sollen wir da auch sagen: "Wir gehen gerne zwei Meilen mit dir"?

Wenn man sich daher bewusst macht, dass es damals für die Zuhörer selbstverständlich war, dass der Herr mit seiner Aussage: "Wenn dich jemand zwingt" von gläubigen Menschen - sowohl auf der einen, als auch auf der anderen Seite - gesprochen hat, und man weiters voraussetzt, dass ein rechtgläubiger Christ keine Verbrechen begeht, dann wird dieses Gebot verständlich und es gibt keinen Zweifel mehr: hier ist die Rede von einem Christen, der einem Christen zwingt, mit ihm eine Meile zu gehen.





Müssen Christen ihre Feinde lieben?         1. Teil, Diskurs 75

Müssen Christen ihre Feinde lieben?         2. Teil, Diskurs 752 - Die katholische Sicht des Themas.




[1] „Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria - Vollständige Dokumentation durch zwei Jahrtausende“ von G. Hierzenberger und O. Nedomansky. Aschaffenburg: Pattloch/1993, Seite 469
[2] ebd Seite 484