Diskurs 862 - 18 Argumente für eine Entrückung vor der Großen Trübsal - und ihre Widerlegung.




18 Argumente für eine Entrückung vor der Großen Trübsal. / Buch René Pache 00, Seiten 92ff

Argument 1: Muss die Gemeinde in die „Stunde der Versuchung”?

Argument 2: Ist die Große Trübsal der „Zorn des Lammes”?

Argument 3: Ist die Große Trübsal das „Gericht am Hause Gottes”?

Argument 4: Werden die Gläubigen vor der Großen Trübsal „erlöst”?

Argument 5: Entflieht die Endzeitgemeinde der Großen Trübsal oder eher wir Christen seit fast 2000 Jahren?

Argument 6: Der Antichrist vor der Wiederkunft des Herrn, d.i. die Entrückung nach der Großen Trübsal!

Argument 7: Ist die Schlacht von Harmagedon am Ende der Großen Trübsal?

Argument 8: Haben die Gläubigen aller Zeiten Teil an der Ersten Auferstehung?

Argument 9: Wird die Gemeinde die Märtyrer richten?

Argument 10: Müssen die Auserwählten bei der Entrückung flüchten oder sollen sie ausharren?

Argument 11: Nehmen die Weissagungen für Israel ihren Lauf vor oder nach der Großen Trübsal?

Argument 12: Spricht keine einzige Epistel über Einzelheiten der Großen Trübsal?

Argument 13: Sind die Sendschreiben in der Offenbarung chronologisch geordnet?

Argument 14: Sind die 24 Ältesten der Offenbarung die Gemeinde?

Argument 15: Ist die Frau am Himmel in Off 12 die Gemeinde?

Argument 16: Ist die Gemeinde die „Braut des Lammes”?

Argument 17: Kann nach der sichtbaren Wiederkunft des Herrn noch irgendjemand zum „Glauben” kommen?

Argument 18: Werden die „Botschafter Gottes” bereits vor der Großen Trübsal sicherheitshalber abberufen?

Der erste und der zweite Antichrist     1. Teil, Diskurs 86



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(18 Argumente für eine Entrückung vor der Großen Trübsal. / Buch René Pache Seiten 92ff)

„Es wird alsdann eine große Trübsal sein, wie nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher, und wie auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt ... Bald aber nach der Trübsal derselben Zeit werden Sonne und Mond den Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden sich bewegen. Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und Er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen, und sie werden sammeln seine Auserwählten von den vier Winden, von einem Ende des Himmels zum anderen.” Matt. 24,21-22.29-31.

Nach unserer Ansicht handelt es sich hier um solche, die sich nach der Entrückung der Gemeinde während der Herrschaft des Antichristen bekehren. (…)

Es scheint aber doch, daß die Gemeinde vor der Großen Trübsal entrückt wird. Zahlreiche Stellen lassen diese Annahme zu.


Auszug aus dem Buch „Die Wiederkunft Christi” (Le retour du Jésu-Christ) von René Pache, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal



In der Folge führt nun R. Pache 18 Argumente an, welche die Vorentrückungslehre (Prätribulationismus) beweisen sollen. Anhand der im Diskurs 86 dargelegten neuen Sicht der endzeitlichen Ereignisse, insbesondere der Unterscheidung zwischen der Großen Trübsal mit dem ersten Antichristen, dem „Mensch der Gesetzlosigkeit”, wie ihn Paulus in 2The 2,3 nennt, und dem Tag des Zornes Gottes, mit dem zweiten, dämonischen Antichristen, von Johannes in der Offenbarung als das „Tier aus dem Meer” bezeichnet, soll hier diese Beweisführung von R. Pache anhand der Schrift auf Plausibilität überprüft werden.

(Siehe auch die Tabelle 14: „Die Offenbarung - nach Ereignissen gegliedert.”)


Vorab hier noch eine kurze Zusammenfassung der Erkenntnisse aus Diskurs 86: Aus der dort durchgeführten Analyse ist ersichtlich, dass die Große Trübsal einen völlig anderen Hintergrund hat, als dies bisher üblicherweise angenommen wurde. Die Ursache für diese Fehleinschätzung ist die fehlende Unterscheidung zwischen den beiden Antichristen und ihren jeweiligen Begleitumständen. Eine weitere Folge davon ist die Verwechslung der Großen Trübsal (erster Antichrist, „der Gesetzlose”, weltweite Kriege, Klimakatastrophen und Hungersnöte) mit dem Tag des Herrn und des Zornes Gottes (zweiter Antichrist, „das Tier aus dem Meer”, Beherrschung der Welt durch dämonische Kräfte). Dieser Tag des Zornes Gottes hat seinen Höhepunkt in den Schalengerichten (Off 16,1-216), welche über den zweiten, den dämonischen Antichristen und seine Anbeter ausgegossen werden und endet in der Schlacht von Harmagedon (Off 19,11-21), wo dieser Dämon mit seinem falschen Propheten schließlich besiegt und vernichtet wird.

Wir haben es also hier offensichtlich mit zwei Antichristen zu tun, welche aber dennoch identisch sind:

o  Einmal der Antichrist in Menschengestalt, der „Mensch der Gesetzlosigkeit”, wie ihn Paulus nennt. Er ist ein irdischer Gewaltherrscher in der Endzeit und erhält seine Macht durch den Satan. Er bewirkt Zeichen und Wunder der Lüge und macht Betrug und Ungerechtigkeit zur Grundlage seiner Herrschaft (2The 2,7-10). Ihn tötet der Herr bei seiner Wiederkunft zur Entrückung der Seinen mit dem Hauch seines Mundes, indem er ihm mit dem scharfen Schwert, das aus seinem Munde geht (Off 3,1-16), einen tödlichen Schwerthieb zufügt.

o  Diesen getöteten Menschen lässt dann Satan in Off 13,1 von den Toten auferstehen und versieht ihn nunmehr mit all seiner eigenen Macht und Kraft, ja er gibt ihm sogar seinen Thron (Off 13,23). Dieser Dämon wird auf Erden eine absolute Herrschaft ausüben und lässt alle Menschen töten, welche ihn nicht anbeten (Off 13,15). Dies ist nun der zweite, der dämonische Antichrist, das Tier aus dem Meer, wie ihn Johannes in Off 13,1ff beschreibt. Er und die Heere seiner verbündeten weltlichen Könige (Off 19,19) werden in der Schlacht von Harmagedon vom Sohn Gottes und seinem himmlischen Heer besiegt (Off 19,14). Während die Menschen, welche in dieser Schlacht für das Tier gekämpft haben, mit dem Schwert, das aus dem Munde des Sohnes Gottes hervorgeht, getötet werden (Off 19,21), wird das Tier, der dämonische Antichrist, gemeinsam mit dem falschen Propheten dem zweiten Tod preisgegeben und lebendig in den Feuersee geworfen (Off 19,20).


Für Leser, welche hier direkt in diesen Diskurs eingestiegen sind, empfiehlt es sich, zum besseren Verständnis der Hintergründe, unbedingt auch den Diskurs 86 zu lesen.

(Siehe auch den Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist.”)


Hier nun die 18 Argumente von René Pache .



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(Argument 1: Muss die Gemeinde in die „Stunde der Versuchung”? )


„Dieweil du hast bewahrt das Wort Meiner Geduld, will ich auch dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die da wohnen auf Erden.” Offb. 3,10 Der griechische Text sagt sogar: Ich werde dich bewahren, heraus aus der Stunde der Versuchung, die nach der Sprache der Offenbarung nur die große Trübsal sein kann.



Wie man sieht, beginnt das ganze Missverständnis gleich am Beginn dieser Argumentation. Die „Stunde der Versuchung” ist eben nicht die Große Trübsal. Die Große Trübsal ist nach der Schrift eine Zeit der weltweiten Kriege, Dürrekatastrophen, Hungersnöte und Erdbeben, wie wir den Parallelstellen von Mt 24 und Off 6 entnehmen können.

o  Weltweite Kriege

Ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen und die Menschen werden einander schlachten.

Off 6,3 Und als es das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite lebendige Wesen sagen: Komm! 6,4 Und es zog aus ein anderes, ein feuerrotes Pferd und dem, der darauf saß, ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen und die Menschen dahin zu bringen, daß sie einander schlachteten; und ihm wurde ein großes Schwert gegeben. Off 6, 3- 4;

Nation erhebt sich gegen Nation und Königreich gegen Königreich.

Mt 24,6 Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. 24,7 Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Mt 24, 6- 7;


o  Dürrekatastrophen und Hungersnöte

Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar! Und Öl und Wein füge keinen Schaden zu!

Off 6,5 Und als es das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte lebendige Wesen sagen: Komm! Und ich sah: und siehe, ein schwarzes Pferd, und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. 6,6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme inmitten der vier lebendigen Wesen, die sagte: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar! Und dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu! Off 6, 5- 6;

Es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort.

Mt 24,7 Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Mt 24, 7;


o  Milliarden von Menschen sterben

Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und mit Hunger.

Off 6,7 Und als es das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten lebendigen Wesens sagen: Komm! 6,8 Und ich sah: und siehe, ein fahles Pferd, und der darauf saß, dessen Name ist «Tod»; und der Hades folgte ihm. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und mit Hunger und mit Tod und durch die wilden Tiere der Erde. Off 6, 7- 8;



Und diese, in der Großen Trübsal umgekommenen Gläubigen, sieht dann auch Johannes anschließend in Off 7,13-17 im Himmel:

Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze.

Off 7,13 Und einer der Ältesten fing an und sprach zu mir: Wer sind diese, die mit den weißen Kleidern angetan sind, und woher sind sie gekommen? 7,14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind's, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes. 7,15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. 7,16 Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze; 7,17 denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Off 7, 13-17;


Sie sind aus dieser Großen Trübsal auf Erden gekommen und stehen nun, nach ihrer Auferweckung und Entrückung, vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht. Und wie der Älteste dem Johannes sagt, werden sie nun „nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze”, also alles Bedrängnisse, welche sie in ihrem Erdenleben hatten.


Ergebnis:

Die Große Trübsal ist nicht die Stunde der Versuchung, sondern eine Zeit der globalen Klimakatastrophen mit Hungersnöten und Wassermangel und weltweiten Kriegen, bei denen sich die Menschen gegenseitig abschlachten. Die in Off 3,10 erwähnte „Stunde der Versuchung” ist tatsächlich etwas ganz anderes. Es ist die Zeit der Herrschaft des dämonischen Antichrists, der die Menschen mit seinen satanischen Kräften zwingt ihn anzubeten und jeden, der sich weigert, töten lässt. Dies ist die Stunde der großen Versuchung am Tag des Herrn und des Zornes Gottes, wo viele Menschen lieber Gott abschwören werden, als getötet zu werden.

(Siehe auch den Diskurs 05: „Die Parallelität der Ereignisse von Mt 24 und Off 6 und 7.”)



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(Argument 2: Ist die Große Trübsal der „Zorn des Lammes”?)


Die Gerichte der Trübsal werden „der Zorn des Lammes” genannt. Offb. 6,16. Nun hat aber die Gemeinde diesen Zorn nicht zu befürchten. Sie erwartet Jesus nicht als ihren Richter, sondern als ihren Bräutigam, um mit Ihm die Hochzweit des Lammes zu feiern. Offb. 19,7-9.



Wie wir oben gesehen haben, sind die Gerichte der Trübsal im eigentlichen Sinne noch nicht Gottesgerichte. Es sind jene weltweiten Katastrophen, welche der Mensch durch seine Macht- und Profitgier und den Raubbau an unserem Planeten selbst verursacht hat. Der Kampf um die letzten Reserven führt dann offensichtlich zu jenen Kriegen, in welchen sich „ein Volk gegen das andere erheben und Königreich gegen Königreich” kämpfen wird, und wo „die Menschen einander schlachten” werden.

Den „Zorn Gottes und des Lammes” - wie es in Off 6,16 bei genauer Betrachtung richtig heißt - muss die Gemeinde tatsächlich nicht befürchten. Wie uns auch Paulus in 1The 5,9 versichert: „Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus”. Doch dieser Tag des Zornes Gottes ist nicht die Große Trübsal, sondern Jahre später die Zeit der Herrschaft des Tieres aus dem Meer, des dämonischen Antichrists, wo mit den Schalengerichten das tatsächliche Zorngericht Gottes über die Menschheit hereinbricht.

Die sieben goldene Schalen, voll des Zornes Gottes, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Off 15,7 Und eines der vier lebendigen Wesen gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen, voll des Zornes Gottes, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Off 15, 7;



Ergebnis:

Die Große Trübsal, also der Abfall, mit dem ersten Antichristen (siebenter König des Nordens - Dan 11,40-41; 12,11-13; Mensch der Gesetzlosigkeit - 2The 2,3; Reiter auf dem weißen Pferd - Off 6,1-2) erstreckt sich über die ersten 5 Siegelgerichte. Beim 6. Siegel, in Off 6,12-17 (Mt 24,29-31), wird die Verfinsterung der Gestirne und damit die Wiederkunft des Herrn mit der Auferweckung und Entrückung der Seinen prophezeit. Erst danach wird in Off 6,16 der Tag des Zornes Gottes und des Lammes angekündigt. Dies ist der Auftakt zum Tag des Herrn, welcher seinen Höhepunkt in der Herrschaft des Tieres, des dämonischen Antichristen hat, mit der Tötung aller Menschen, welche sich weigern, das Tier anzubeten. Die Entrückung erfolgt daher unmittelbar nach der Großen Trübsal (Mt 24,29) und erst danach beginnt der Tag des Herrn mit dem Zorn Gottes und des Lammes und den Zorngerichten auf Erden.

(Siehe auch die Tabelle 14: „Die Offenbarung - nach Ereignissen gegliedert.”)



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(Argument 3: Ist die Große Trübsal das „Gericht am Hause Gottes”?)


Das Gericht muß am Hause Gottes anfangen. 1.Petr. 4,17. Aber Gott fängt mit uns an, gerade damit wir nicht mit der Welt verdammt werden.



Ergebnis:

Das ist korrekt. Gott lässt die Gemeinde wohl durch die Katastrophen der Großen Trübsal gehen, entrückt sie aber, bevor am Tag des Herrn sein Zorn in der Zeit der Herrschaft des Tieres über die Menschen ausgegossen wird. Daher ist das eigentlich ein Argument für die Entrückung nach der Großen Trübsal und nicht davor.



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(Argument 4: Werden die Gläubigen vor der Großen Trübsal „erlöst”?)


„Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebt eure Häupter, darum, daß sich eure Erlösung naht.” Luk. 21,28. Wie könnten wir in Erwartung der Trübsal anfangen, aufzuschauen und uns zu freuen? Gerade vor ihr sollen wir bewahrt werden.



Hier wird übersehen, was für jeden unvoreingenommenen Leser offensichtlich ist: Diese Worte spricht der Herr natürlich nicht zu uns, den Gläubigen vor der Trübsal, sondern als Ermutigung für die Gemeinde in der Großen Trübsal. Im Text davor, in Lk 21,9-11 haben wir genau die gleiche Aussage des Herrn, wie weiter oben in Mt 24,6-8:

Es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich

Lk 21,9 Wenn ihr aber von Kriegen und Empörungen hören werdet, so erschreckt nicht! Denn dies muß vorher geschehen, aber das Ende ist nicht sogleich da. 21,10 Dann sprach er zu ihnen: Es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich; 21,11 und es werden große Erdbeben sein und an verschiedenen Orten Hungersnöte und Seuchen; auch Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel wird es geben. Lk 21, 9-11;


Es ist die Große Trübsal mit ihren weltweiten Kriegen, Empörungen, Hungersnöten und Seuchen. Und für die Gläubigen, welche in dieser Zeit bis zum Schluss überleben, führt der Herr jene Ereignisse an, welche das Ende der Trübsalszeit kennzeichnen werden. Die Gestirne werden sich verdunkeln und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Und dann werden sie den Herrn Jesus kommen sehen in einer Wolke zur Entrückung der Seinen.

Und es werden Zeichen sein an Sonne und Mond und Sternen.

Lk 21,25 Und es werden Zeichen sein an Sonne und Mond und Sternen und auf der Erde Angst der Nationen in Ratlosigkeit bei brausendem und wogendem Meer, 21,26 während die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen, denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 21,27 Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit. Lk 21,25-27;


Es wäre natürlich viel einfacher, wenn Pache diesen Text bei Matthäus zitieren würde, wo diese Zusammenhänge viel klarer und umfassender erklärt werden. Aber offensichtlich sperren sich die Prätribulationisten gegen die Matthäusversion, weil ja dort klar und deutlich zu lesen ist, dass der Herr gleich nach dieser Großen Trübsal - also nach ihrem Ende - zur Entrückung der Seinen kommen wird. Und das könnte einen Vertreter der Vorentrückung in Konflikte bringen. Da hält man sich schon lieber oben an Lukas 21,25-27, bei dem das nicht so genau beschrieben wird.

Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert und der Mond seinen Schein nicht geben.

Mt 24,29 Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 24,30 Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. Mt 24,29-30;


Das sind also die Ereignisse, auf welche die Gläubigen, die bis zum Ende in der Großen Trübsal überleben, achten sollten: die Gestirne werden sich verfinstern, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Und dann werden sie den Herrn auf den Wolken kommen sehen. Und hierher gehört nun die von R. Pache zitierte Lukasstelle, wo ihnen der Herr sagt:

Wenn diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht.

Lk 21,28 Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht. Lk 21,28;


Und diese Erlösung, welche hier naht, ist die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung der überlebenden Gläubigen gemeinsam mit den auferweckten Toten, wie das bei Matthäus ergänzend zu lesen ist:

Mt 24,31 Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende. Mt 24,31;


Genau dies hat nun auch Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther zusammenfassend prophezeit:

Wir, die Lebenden, die übrigbleiben, werden zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen.

1The 4,16 Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; 4,17 danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein. 1The 4,16-17:


Ergebnis:

Hier wird nicht nur der Text aus dem Zusammenhang gerissen, sondern auch entgegen jeder Vernunft gedeutet. Wenn sie „aufsehen und die Häupter erheben sollen, weil ihre Erlösung naht”, so heißt das doch, dass sie vorher vor Angst niedergedrückt waren, ihre Häupter gesenkt hielten und das Ende ihrer Bedrängnis herbeiflehten. Wie kann hier jemand meinen, dass diese ermutigenden Worte des Herrn zu einer Gemeinde vor der Bedrängnis gesprochen werden, die in Wohlstand und Sicherheit lebt, keiner Drangsal ausgesetzt ist und als Draufgabe jetzt nur noch freudig auf ihre Entrückung warten würde?



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(Argument 5: Entflieht die Endzeitgemeinde der Großen Trübsal oder eher wir Christen seit fast 2000 Jahren?)


„So seid nun wach allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn.” Luk 21.36. Durch Wachen und Beten ist es demnach möglich, all diesem, das kommen soll, zu entrinnen.



Wacht nun und betet zu aller Zeit, daß ihr imstande seid, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen.

Lk 21,34 Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit und Lebenssorgen und jener Tag plötzlich über euch hereinbricht 21,35 wie ein Fallstrick! Denn er wird über alle kommen, die auf dem ganzen Erdboden ansässig sind. 21,36 Wacht nun und betet zu aller Zeit, daß ihr imstande seid, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen! Lk 21,34-36;


Alle rechtgläubigen Christen wachen seit fast zweitausend Jahren, dass ihre Herzen nicht von dieser Welt beschwert werden und beten zum Herrn, dass sie diesen Gerichten der Endzeit entfliehen können. Und wie es scheint, hat der Herr bis heute diese Gebete erhört und diese Zeit der Bedrängnis immer wieder hinausgezögert. Und so haben auch wir Heutige die Hoffnung, dass wir noch ohne Verfolgung und Folter eines normalen Todes sterben dürfen und diesem allen, was geschehen soll, entfliehen können, um nach unserer Auferweckung und Entrückung nach der Großen Trübsal vor dem Herrn zu stehen.

Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt

Mt 26,41 Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach. Mt 26,41;


Ergebnis:

Im Gegensatz zum vorherigen Argument 4, mit Lk 21,28, spricht der Herr diese Worte hier, in Lk 21,36, nicht zu den Gläubigen in der Großen Trübsal, sondern zu den Christen aller Völker und aller Zeiten seit fast zweitausend Jahren. Dabei bezieht sich seine Aufforderung „betet zu aller Zeit” auch nicht auf eine spezielle Situation oder ein besonderes Ereignis, sondern auf die Lebenszeit jedes Einzelnen von uns. Und die Verheißung, „daß ihr imstande seid, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen!” verweist uns auf die Gnade des Herrn, wenn wir noch vor diesen endzeitlichen Bedrängnissen leben und sterben dürfen, um nach unserer Auferweckung und Entrückung nach der Großen Trübsal vor dem Herrn zu stehen.



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(Argument 6: Der Antichrist vor der Wiederkunft des Herrn, d.i. die Entrückung nach der Großen Trübsal!)


Nach Paulus geht das Auftreten des Antichrist der Wiederkunft des Herrn voraus: „Was es noch aufhält (den Antichristen) wißt ihr, daß er offenbar werde zu seiner Zeit (der Antichrist). Denn es regt sich bereits das Geheimnis der Bosheit, nur daß, der es jetzt aufhält, muß hinweggetan werden; und alsdann wird der Boshafte offenbart werden, welchen der Herr umbringen wird mit dem Geiste seines Mundes und wird durch die Erscheinung seiner Zukunft ihm ein Ende machen.” 2. The. 2,6-8. Man hat sich oft gefragt, wer mit „der es jetzt aufhält” gemeint sei, dessen Verschwinden das Offenbarwerden des Antichrist erst ermöglichen soll. Folgende Auffassung erscheint uns als die zutreffendste: Die Gemeinde ist der Tempel des Heiligen Geistes. 1. Kor. 3,16; Eph 2,21-22. Ist sie einmal entrückt, so hat der Heilige Geist keine Wohnung mehr auf Erden und wird auch nimmer der Flut der Versuchung entgegentreten. Dann ist die Bosheit entfesselt und „der Mensch der Sünde” für kurze Zeit scheinbar Herr der Lage. Wenn wir es recht verstehen, wird Sich der Herr zu Beginn der großen Trübsal von der abgefallenen Menschheit zurückziehen. Andererseits sind die Christen das Salz der Erde. Matt. 5,13. Es ist daher nicht erstaunlich, wenn ihre Entrückung die Zersetzung der Welt beschleunigen würde. Vergessen wir dabei nicht, daß der Heilige Geist, auch nach Entrückung der Gemeinde, in den Menschen, die guten Willens sind, noch wirken wird. Während der großen Trübsal wird Er über Israel ausgegossen werden, es zur Bekehrung zu führen. Sach. 12,10; Hes. 39,29; Jes. 59,20-21. Wir wissen auch, daß zur gleichen Zeit eine Menge aus allen Völkern gerettet wird. Offb. 7,9.14. Da nun der Glaube an Christus ohne den Beistand des Heiligen Geistes unmöglich ist, muß dieser wenigstens zum Teil seine Arbeit auf Erden fortführen.



Die obige Aussage von R. Pache: „Nach Paulus geht das Auftreten des Antichrist der Wiederkunft des Herrn voraus” - also die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung nach dem Auftreten des Antichrist und nach der Großen Trübsal - ist völlig richtig und entspricht exakt dem Text in 2The 2,3. Dies ist aber ganz offensichtlich im Widerspruch zu seiner eigenen Auffassung einer Wiederkunft des Herrn und der Entrückung vor der Großen Trübsal. Der Versuch, dann in einer Diskussion über „wer” oder „was” es zurückhält das Thema zu wechseln, kann die Bedeutung dieser paulinischen Worte auch nicht umkehren. Das erkennen wir, wenn wir uns den Kontext dieser Steile ansehen, den R. Pache oben leider nicht zitiert, obwohl er gerade hier den richtigen Ablauf der Ereignisse erkennen könnte.

Dieser Tag kommt nicht, es sei denn, daß zuerst der Abfall und der Mensch der Gesetzlosigkeit gekommen ist

2The 2,1 Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Zusammenführung mit ihm, 2,2 daß ihr euch nicht schnell in eurem Sinn erschüttern, auch nicht erschrecken laßt, weder durch Geist noch durch Wort, noch durch Brief, als seien sie von uns, als ob der Tag des Herrn da wäre. 2,3 Daß niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, daß zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2,4 der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, daß er Gott sei. 2,5 Erinnert ihr euch nicht, daß ich dies zu euch sagte, als ich noch bei euch war?  2The 2, 1- 5;


Paulus schreibt hier, in 2The 2,2, von „der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Zusammenführung mit ihm”, womit er unzweifelhaft die Wiederkunft des Herrn zur Entrückung der Seinen meint. Und er konkretisiert dann im Vers 3: „dieser Tag kommt nicht, es sei denn, daß zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist”. Und auch hier gibt es keinen Zweifel, dass mit dem Abfall die Große Trübsal und mit dem Menschen der Gesetzlosigkeit der erste Antichrist gemeint ist. Das heißt also, dass die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung der Gemeinde nach der Großen Trübsal erfolgen werden.

Und genau dies bestätigt uns zusätzlich auch der Kontext der von R. Pache oben zitierten Stelle in 2The 2,6-10:

Der Gesetzlose, den der Herr Jesus vernichten wird durch die Erscheinung seiner Ankunft.

2The 2,6 Und jetzt wißt ihr, was zurückhält, bis er zu seiner Zeit geoffenbart wird. 2,7 Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist; 2,8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; 2,9 ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge 2,10 und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen, dafür, daß sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen haben. 2The 2, 6-10;


Wenn also der Herr Jesus den Gesetzlosen, den ersten Antichristen, bei seiner Ankunft zu unserer Zusammenführung mit ihm (...) beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes”, muss dieser Antichrist vorher auf Erden gelebt und in der Großen Trübsal geherrscht haben.

Nun schreibt Paulus oben, in 2The 2,6: „Und jetzt wißt ihr, was zurückhält, bis er zu seiner Zeit geoffenbart wird”, und er bezieht sich hier offenbar auf seinen Besuch in Thessaloniki, welchen er auch im Vers 2,5 anspricht. Als Interpret dieser Stellen wünscht man sich, Paulus hätte seine mündlichen Aussagen bei seinem Besuch in seinem Brief hier noch einmal schriftlich wiederholt und konkretisiert, was er denn in diesem Satz mit „was zurückhält” und im nächsten Satz mit „welcher jetzt zurückhält” gemeint hat. Er hat es aber leider nicht getan und so müssen wir versuchen, die im griechischen Originaltext ziemlich schwierig formulierten Verse 2The 2,6 und 2,7 zu interpretieren.

Wir wollen aber hier die zur Genüge bekannten Deutungen auf die Gemeinde (was) und den Heiligen Geist (welcher) oder die Ordnung des römischen Staates (was) und den römischen Kaiser (welcher) nicht nachvollziehen, sondern auch hier versuchen, eine Antwort in der Schrift selbst zu finden. In 2The 2,8 bezeichnet Paulus den Antichristen als „Mensch der Gesetzlosigkeit” und seine Herrschaft als „Geheimnis der Gesetzlosigkeit”. Von dieser Zeit des Abfalls und der Bedrängnis spricht aber auch der Herr in seiner Endzeitrede, in Mt 24, 9-13:

Und weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, wird die Liebe der meisten erkalten.

Mt 24,9 Dann werden sie euch in Bedrängnis überliefern und euch töten; und ihr werdet von allen Nationen gehaßt werden um meines Namens willen. 24,10 Und dann werden viele verleitet werden und werden einander überliefern und einander hassen; 24,11 und viele falsche Propheten werden aufstehen und werden viele verführen; 24,12 und weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, wird die Liebe der meisten erkalten; 24,13 wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden. Mt 24, 9-13;


Der Herr spricht hier von der Großen Trübsal (siehe auch Mt 24,21), also vom Abfall, welchen auch Paulus in 2The 2,3 erwähnt. Und beide sprechen von der „Gesetzlosigkeit”, mit dem gleichen griechischen Wort anomias. Und nun sagt Paulus, dass sich das Geheimnis der Gesetzlosigkeit mit dem Antichristen offenbaren wird, und der Herr Jesus prophezeit von dieser Zeit, dass die Gesetzlosigkeit überhand nimmt und deswegen die Liebe der meisten erkalten wird. Wie nun bereits im ersten Teil dieses Diskurses nachgewiesen wurde, ist dieser erste Antichrist, dieser Mensch der Gesetzlosigkeit, kein Jude, sondern ein heidnischer Gewaltherrscher. Daher ist hier auch mit „Gesetzlosigkeit” nicht (nur) die Missachtung des alttestamentlichen mosaischen Gesetzes, also der Tora gemeint, sondern überhaupt Ungerechtigkeit im weitesten Sinn.

Es geht also hier vor allem um weltliche Ungerechtigkeit, wie Betrug, Korruption, Lüge, falsche Gerichtsurteile, Erpressung, Diebstahl, Raub, usw. usf.  Und das nicht etwa im Verbrechermilieu, sondern durch die Spitzen von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Man holt sich, was nur zu holen ist, kennt keine Rücksicht und keine Skrupel. Wie Paulus schreibt, hat sich diese Gesetzlosigkeit damals schon in den Ansätzen gezeigt und es ist nur allzu verständlich, wenn auch der Herr prophezeit, dass durch das Überhandnehmen der Gesetzlosigkeit in der Großen Trübsal die Liebe der meisten erkalten wird. Und wenn wir nun unsere heutige Situation betrachten, erkennen wir, dass sich dieser Trend bereits weltweit verbreitet. Speziell in den Staaten der Dritten Welt, aber zunehmend auch in den Industrienationen nimmt Korruption, Betrug und jede Art von Verbrechen immer mehr zu. Und daraus resultiert ein immer stärker werdender Vorbehalt der Menschen gegeneinander, sodass auf diesem Weg die Liebe der meisten zueinander erkaltet und abstirbt.

Wenn wir daher auf der Suche nach jenem Geheimnis in der Aussage des Paulus, das die Gesetzlosigkeit zurückhält, auch die Prophezeiung des Herrn berücksichtigen, in der er sagt, dass die Liebe der Menschen erkaltet, weil die Gesetzlosigkeit in der Endzeit überhand nimmt, so könnten wir im Umkehrschluss davon ausgehen, dass es offenbar die Liebe war, welche in den vergangenen fast zweitausend Jahren diese Gesetzlosigkeit im Zaum gehalten hat. Doch jetzt, durch das sukzessive globale Einbrechen aller natürlichen Schranken und Hemmschwellen auf allen Ebenen der menschlichen Gesellschaft, wird dem Unrecht, der Gesetzlosigkeit und damit dem Gesetzlosen, also dem ersten Antichristen, der Weg bereitet.

Was nun den Text aus 2The 2,7 und jenen, „welcher jetzt zurückhält” betrifft, wird hier meist übersetzt mit „bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg (weggetan) ist / muss hinweggetan werden”. Der tatsächliche griechische Wortlaut ist jedoch  „ek mesou” (eine Redewendung für „aus den Augen”) „genètai” (geworden).Und daher wird die Übersetzung mit „weggetan” insbesondere der Bedeutung des griechischen „genètai” nicht ganz gerecht. Wenn jemand „aus den Augen geworden” ist, dann ist er nicht zwangsläufig „weggetan” oder gar „weggenommen”, wie das in Kol 2,14 ganz explizit zum Ausdruck kommt, sondern er kann sich auch selbst zurückgezogen haben. Wenn man das berücksichtigt, ergibt sich folgende Übersetzung von 2The 2,7:

2The 2,7 Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, sich zurückgezogen hat. 2The 2, 7;


Und eine vergleichbare Situation finden wir in Off 5,1-14, welche die obige Bemerkung des Paulus erklären könnte. Dort findet eine Art Machtübergabe statt. Alle Attribute, welche in Off 4,11 Gott dem Allmächtigen zugeschrieben werden, wie Herrlichkeit, Ehre und Macht und damit auch die Entscheidungsgewalt, empfängt nun auch der Sohn.

Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit.

Off 5,11 Und ich sah: und ich hörte eine Stimme vieler Engel rings um den Thron her und um die lebendigen Wesen und um die Ältesten; und ihre Zahl war Zehntausende mal Zehntausende und Tausende mal Tausende, 5,12 die mit lauter Stimme sprachen: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lobpreis. 5,13 Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm den Lobpreis und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! 5,14 Und die vier lebendigen Wesen sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an. Off 5,11-14;


(Siehe auch den Diskurs 108: „Wer oder was hält den Antichrist noch zurück?”)


Gott der Allmächtige hat sich also zurückgezogen und das Lamm, der Sohn Gottes, unser Herr Jesus Christus, tritt hier die Macht an. Er ist für würdig befunden worden, das Buch mit den sieben Siegeln - die von Gott versiegelten Ereignisse der Endzeit - zu öffnen. Und seine erste Handlung als Herrscher dieser Welt ist die Öffnung des ersten Siegels.

Ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und er zog aus, siegend und um zu siegen.

Off 6,1 Und ich sah, als das Lamm eines von den sieben Siegeln öffnete, und hörte eines von den vier lebendigen Wesen wie mit einer Donnerstimme sagen: Komm! 6,2 Und ich sah: und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und ihm wurde ein Siegeskranz gegeben, und er zog aus, siegend und um zu siegen. Off 6, 1- 2;


Es ist der Reiter auf dem weißen Pferd, der auszieht siegend und um zu siegen, der hier losgelassen wird. Nachdem sich Gott zurückgezogen und der Sohn die Herrschaft angetreten hat, wird dem Satan gewährt die Menschheit zu versuchen und dieser lässt seine erste Schachfigur, den Gesetzlosen offenbar werden, wie das auch Paulus prophezeit hat.

Wenn der, welcher jetzt zurückhält, sich zurückgezogen hat, wird der Gesetzlose geoffenbart werden.

2The 2,6 Und jetzt wißt ihr, was zurückhält, bis er zu seiner Zeit geoffenbart wird. 2,7 Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, sich zurückgezogen hat; 2,8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; 2The 2, 6- 8;


Damit haben wir eine plausible Erklärung für 2The 2,6-7 und eine Verbindung zu Offenbarung 6,1-3 mit dem Reiter auf dem weißen Pferd, dem ersten Antichristen.


R. Pache meint dann aber in seiner weiteren Argumentation, in welcher er die konservative Deutung von 2The 2,7 als die Gemeinde vertritt:

„Die Gemeinde ist der Tempel des Heiligen Geistes. (...) Ist sie einmal entrückt, so hat der Heilige Geist keine Wohnung mehr auf Erden”.

Wenn nun der Heilige Geist mit einer angeblichen Entrückung der Gemeinde vor der Großen Trübsal - wie sie R. Pache postuliert - aus der Welt weggenommen werden würde, ergibt sich folgende Situation:

In Off 7,9 sieht Johannes eine große Volksmenge im Himmel, vor dem Thron und vor dem Lamm stehen:

Eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen

Off 7,9 Nach diesem sah ich: und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. Off 7, 9;


Diese unzählbare Schar sind zweifelsfrei Christen, sonst wären sie nicht mit weißen Kleidern bekleidet, welche sie im Blut des Lammes hell gemacht haben, wie wir hier unten lesen. Und von ihnen sagt der Älteste dem Johannes anschließend, in Off 7,14:

Diese sind's, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes.

Off 7,13 Und einer der Ältesten fing an und sprach zu mir: Wer sind diese, die mit den weißen Kleidern angetan sind, und woher sind sie gekommen? 7,14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind's, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes. 7,15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. Off 7, 13-15;


Es sind also christliche Gläubige, die aus der Großen Trübsal gekommen sind. Und sie sind nun hier im Himmel vor dem Thron Gottes, obwohl zu dieser Zeit die Gemeinde, der sie als Christen ja zweifellos angehören müssen, nach Meinung von R. Pache bereits lange - nämlich vor der Großen Trübsal - entrückt worden wäre. Und da stellt sich natürlich die Frage:

1. Wie und wann wären denn diese Gläubigen in den Himmel gekommen, wenn nicht bei der Entrückung der Gemeinde nach der Großen Trübsal, aus der sie ja gekommen sind, und

2. Wenn auch der Heilige Geist - nach R. Pache - mit der Gemeinde vor der Trübsal von der Erde weggenommen worden wäre, hätte unser Herr diese Geschwister gerade in ihrer schwersten Zeit, vor ihrem Tod in der Großen Trübsal, ohne den geistlichen Beistand und Trost des Heiligen Geistes auf Erden zurückgelassen.


Das ist völlig undenkbar und absurd. Und wenn R. Pache zuerst die Auffassung vertritt: „Die Gemeinde ist der Tempel des Heiligen Geistes. (...) Ist sie einmal entrückt, so hat der Heilige Geist keine Wohnung mehr auf Erden”, widerspricht er sich dann letztlich selbst wieder, wenn er meint, dass der Heilige Geist  „auch nach Entrückung der Gemeinde, in den Menschen, die guten Willens sind, doch noch wirken wird”. Obendrein ist das Ganze ja nur eine Argumentation für 2The 2,7, nämlich „welcher jetzt zurückhält”, die Aussage von 2The 2,6:  „was zurückhält” lässt Pache dabei unbeantwortet.


Ergebnis:

Der Mensch der Gesetzlosigkeit - der erste Antichrist - wird nach 2The 2,8 vom Herrn Jesus durch die Erscheinung seiner, des Herrn Ankunft vernichtet. Und wie Paulus am Beginn dieser Aussagen, in 2The 2,1 feststellt, ist diese Ankunft das Kommen des Herrn zur Entrückung der Seinen. Wenn also der Antichrist bei der Wiederkunft des Herrn Jesus zur Entrückung durch diesen getötet wird, muss dieser Antichrist vorher auf Erden gelebt und geherrscht haben. Und damit ist der Schriftbeweis erbracht, dass die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung erst nach der Großen Trübsal stattfinden wird.

(Siehe auch den Diskurs 65: „Weshalb die Entrückung nach der Großen Trübsal anzusetzen ist”)



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(Argument 7: Ist die Schlacht von Harmagedon am Ende der Großen Trübsal?)


Wir haben schon gesehen, daß Jesus Christus am Ende der großen Trübsal mit all Seinen Heiligen auf dem Ölberg erscheinen wird, um die Welt zu richten. Sach. 14,4-5. Das ist für jene nur möglich, wenn sie zuvor in den Himmel entrückt wurden.



Die Große Trübsal ist mit dem 5. Siegel (Off  6,9-11) beendet! Gleich danach, beim 6. Siegel (Off 6,12-17, Mt 24,29-31, Sach 12,10-12), ist die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung.

Der oben zitierte Text von Sach 14,3-5 beschreibt die Schlacht von Harmagedon, wo der dämonische Antichrist und seine verbündeten irdischen Könige mit ihren Heeren gegen den Herrn Jesus und seine himmlischen Heere mit Berufenen und Auserwählten und Treuen kämpfen. In Off 16,13-16 (6. Schalengericht) sammelt der dämonische Antichrist seine Heere in Harmagedon. In Off 17,14 wird diese Schlacht angekündigt und findet dann unmittelbar vor der Ersten Auferstehung der Märtyrer, in Off 19,11 bis 20,3 statt.

Zwischen diesen beiden Ereignissen - Entrückung und Schlacht von Harmagedon - ist ein Zeitraum von wahrscheinlich einigen Jahren. D.h. diese „Berufenen und Auserwählten und Treuen” sind zum Zeitpunkt von Harmagedon schon lange - und zwar nach der Großen Trübsal - entrückt und im Himmel.


Ergebnis:

Christus kommt am Ende der Großen Trübsal zur Entrückung der Seinen. Dann kommt der Tag des Herrn und des Zornes Gottes, mit den Posaunen- und Schalengerichten, und erst am Ende des Tag des Herrn findet die Schlacht von Harmagedon statt. Hier zeigt sich wieder die fatale Konsequenz in der Exegese, wenn Große Trübsal und Tag des Herrn nicht auseinandergehalten werden. Es ist, wie wenn jemand über die Weltkriege im vorigen Jahrhundert spricht, den ersten mit dem zweiten Weltkrieg vermengt und behauptet, der zweite Weltkrieg wurde durch die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajewo ausgelöst und Hitler hätte dann als Vergeltungsaktion Polen überfallen.

(Siehe auch die Tabelle 14: „Die Offenbarung - nach Ereignissen gegliedert.”)



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(Argument 8: Haben die Gläubigen aller Zeiten Teil an der Ersten Auferstehung?)


Wir sehen, daß zu Beginn des Tausendjährigen Reiches nur die Märtyrer auferweckt werden, die sich in der großen Trübsal geweigert haben, den Antichrist anzubeten. Offb. 20,4-6. Und doch haben die Gläubigen aller Zeiten Teil an der ersten Auferstehung, zum Leben und Herrschen mit Christus. Joh. 5,28-29. Wann sind diese Gläubigen auferstanden, wenn nicht bei der Entrückung der Gemeinde vor der großen Trübsal?



Richtig ist, dass der Text in Off 20,4 nur von Märtyrern handelt:

Die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren.

Off 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre. 20,5 Die übrigen der Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. Off 20, 4- 5;


Zuallererst werden diese Märtyrer der Ersten Auferstehung hier nicht von den Toten auferweckt sondern auferstehen. Dies ist ein vollkommen anderer Vorgang.

(Siehe auch Kapitel 12: „Die Auferstehung - Auferweckung und Auferstehung.”)


Die Ansicht, dass „die Gläubigen aller Zeiten Teil an der ersten Auferstehung, zum Leben und Herrschen mit Christus” haben, beruht offenbar auf einer Fehlinterpretation dieser Schriftstelle. Hier ist keine Rede von den Gläubigen insgesamt, sondern nur von Märtyrern. Und zwar nicht nur von Märtyrern, die sich „geweigert haben, den Antichrist anzubeten”, sondern von allen Märtyrern aller Zeiten. Und diese werden hier auch nicht auferweckt, sondern „lebendig” - also auferstehen. Und zwar:

1. Einmal die Märtyrer des Alten Bundes (der letzte von ihnen war Johannes der Täufer), die getötet wurden wegen des „Wortes Gottes” (Off 6,9), das sie dem Volk Israel und seinen scheinheiligen Königen verkündet hatten.

2. Dann die Märtyrer des Neuen Bundes, die wegen ihres „Zeugnisses von Jesus” (Off 1,2.9) z.B. unter Nero den hungrigen Löwen vorgeworfen wurden und später in der römisch katholischen Inquisition auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.

3. Und letztlich die Überwinder aus der Herrschaft des Tieres, des dämonischen Antichristen, die „das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten” und deshalb von dem Bild des Tieres getötet wurden.


Und wie wir am Beginn dieses Verses lesen können, befinden sie sich bereits alle im Himmel und stehen vor dem Gericht und werden dann lebendig, d.h. sie kehren als Priester Gottes in der Ersten Auferstehung wieder auf die Erde zurück, um im Tausendjährigen Reich mit Christus zu herrschen.

Sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen die tausend Jahre.

Off 20,5 Die übrigen der Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. 20,6 Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen die tausend Jahre. Off 20, 5- 6;


Wie man sieht, wird hier bei R. Pache die Auferstehung der Märtyrer aller Zeiten in der Ersten Auferstehung und die Auferweckung und Entrückung der Gläubigen in Christo bei der Wiederkunft des Herrn verwechselt. Und auch das ist eine Folge der Vermischung von Großer Trübsal (Herrschaft des Gesetzlosen) mit dem Tag des Zornes Gottes (Herrschaft des Tieres aus dem Meer). Wenn man diese Ereignisse dort belässt, wo sie in der Offenbarung stehen, nämlich die Große Trübsal am Beginn der Endzeitereignisse (Off 6,1-11) und die Herrschaft des Tieres nach der siebenten Posaune (Off 13,1-18ff), ist leicht zu erkennen, dass die Gläubigen aus der Entrückung schon lange im Himmel sind, während die Märtyrer, die sich in der Herrschaft des Tieres weigern werden, diesen Antichristen anzubeten (Off 13,10; 14,12-13), noch auf Erden sind.

Unabhängig davon, ob man nun die Entrückung vor oder nach der Großen Trübsal sehen will, sind also die dabei entrückten Gläubigen dann, zur Zeit der Ersten Auferstehung der Märtyrer, bereits lange im Himmel. Ebenso wie die unzählbare Schar (Off 7,9) aus der Großen Trübsal.  Es muss sich also um Hunderte Millionen Menschen handeln. Bei der Ansicht, diese Gläubigen wären alle Priester und Könige im Millennium, ließen sich so viele Menschen auf Erden als Priester eventuell noch vorstellen, aber für Hunderte Millionen Könige würden mit Sicherheit die Untertanen fehlen. Nein, die auferweckten und entrückten Gläubigen sind gemeinsam mit denen aus der Trübsal vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen (Off 7,15). Nur die Märtyrer unter ihnen werden bei der Ersten Auferstehung gemeinsam mit den Märtyrern aller Zeiten wieder lebendig und mit dem Herrn im Millennium auf Erden herrschen.


Die Auferweckung und Entrückung der Gläubigen jedoch finden wir einmal bei Matthäus, in Mt 24,31:

Mt 24,31 Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende. Mt 24,31;


Und dann, sehr detailliert, bei Paulus, in seinem ersten Brief an die Thessalonicher:

Wir werden entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein

1The 4,15 Denn dies sagen wir euch in einem Wort des Herrn, daß wir, die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. 4,16 Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; 4,17 danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein. 1The 4,15-17;


Die von R. Pache als Argument in diesem Zusammenhang zitierte Schriftstelle von Jh 5,28-29 bezieht sich daher auch nicht auf die Erste Auferstehung der Märtyrer in Off 20,4, wo nur diese Märtyrer zum Mitherrschen mit Christus lebendig werden, sondern hier werden alle die in den Gräbern sind, also alle je verstorbenen Menschen, die Stimme des Gottessohnes hören und aus den Gräbern hervorkommen.

Die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts

Jh 5,28 Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören 5,29 und hervorkommen werden: die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts. Jh 5,28-29;


Es ist daher jene Auferstehung und es sind jene Toten, von welchen es oben, in Off 20,5 bei der Ersten Auferstehung der Märtyrer  heißt: „Die übrigen der Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren”. Es handelt sich also in Jh 5,28-29 um eine Prophezeiung auf die Allgemeine Auferstehung am Ende der Welt und das Weltgericht.

Wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen

Off 20,11 Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß, vor dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden. 20,12 Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. 20,13 Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. 20,14 Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. 20,15 Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen. Off 20.11-15;


Ergebnis:

Hier ist eine vollkommene Desinformation über die verschiedenen Auferstehungen zu erkennen. Einerseits wird die Auferweckung und Entrückung der Gläubigen bei der Wiederkunft des Herrn nach der Großen Trübsal mit der Ersten Auferstehung der Märtyrer vor dem Millennium verwechselt und andererseits eben diese Erste Auferstehung mit der Allgemeinen Auferstehung am Ende der Welt und dem Weltgericht.

(Siehe auch den Diskurs 07: „Entrückung und Erste Auferstehung: ein einziges Ereignis?”)



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(Argument 9: Wird die Gemeinde die Märtyrer richten?)


Außerdem sieht Johannes vor der Auferstehung der Märtyrer aus der großen Trübsal, auf Thronen Menschen sitzen, welche die Macht empfangen haben, zu richten. Offb. 20,4. Wer sind diese Richter? (Mehrzahl!) Es gibt nur einen souveränen Richter, Jesus Christus, dem alles Gericht übergeben ist. Joh. 5,22-27. Aber der Herr hat es für gut erachtet, Seine Gläubigen über die Welt mitrichten zu lassen. „Wisset ihr nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden?” 1. Kor 6,2-3. Die Richter, die sich noch vor der Auferstehung der Märtyrer aus der großen Trübsal auf jene Throne setzen, sind also Heilige. Hätten sie diese Schreckenszeit durchgemacht, wären auch sie Märtyrer geworden. Sind sie aber zu dem Zeitpunkt im ewigen Leben, so beweist das wiederum, daß sie vor der großen Trübsal entrückt wurden.



Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben.

Off 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre. Off 20, 4;


Es ist immer wieder erstaunlich, mit wie wenig Feingefühl und realistischer Selbsteinschätzung manche Ausleger die Schrift interpretieren. Wenn wir die obigen Aussagen betrachten, erkennen wir folgenden Zusammenhang:

Die oben von R. Pache erwähnten Gläubigen, welche in toto ein angenehmes Leben geführt haben, nie aufgrund ihres Glaubens angegriffen wurden und dabei ihre Glaubenskraft unter Beweis stellen mussten und die am Ende ihres Lebens eines normalen Todes gestorben sind, werden nach Meinung von R. Pache als Richter Macht erhalten, im Himmel auf Thronen sitzen und jene Märtyrer richten, welche wegen des Festhaltens an ihrem Glauben verfolgt, gefoltert und schließlich getötet worden sind. Und um die Absurdität dieser Aussagen auf die Spitze zu treiben, wird auch noch behauptet, dass sie eben deshalb Richter werden konnten, weil sie diese Schreckenszeit nicht durchmachen haben müssen.

Abgesehen davon, dass hier die absolute Gerechtigkeit Gottes als quantité négligeable betrachtet wird, stellt sich die Frage, wie denn diese Heiligen ein gerechtes Urteil sprechen wollen über Dinge, die sie selbst in ihrem Leben nie erfahren haben. Der Versuch mancher Ausleger, der Gemeinde alle nur erdenklichen Funktionen und Positionen anzudichten, führt dann auch immer wieder zu Verwirrungen, weil dann niemand mehr weiß, was nun tatsächlich auf die Gemeinde zutrifft und was nicht.

Nun wird aber von R. Pache hier behauptet, dass die Gemeinde im Gericht vor der Ersten Auferstehung (Off 20,4) über die Märtyrer richten wird, welche dann bei diesem Gericht für würdig befunden werden, mit Christus auf Erden die tausend Jahre zu herrschen. Daher ist es nun ganz offensichtlich, dass jene, welche hier richten werden - also angeblich die Gemeinde - , selbst von diesem Urteil zum Herrschen auf Erden nicht betroffen sein können. Das wäre ein eklatanter Fall von Befangenheit, welcher sogar an irdischen Gerichten undenkbar ist.

Weil damit aber die Gemeinde vom „Herrschen” im Millennium ausgeschlossen sein würde, beeilt man sich im Argument 8 zu erklären, dass nicht nur die Märtyrer, sondern doch auch die Gemeinde an dieser ersten Auferstehung „zum Leben und Herrschen mit Christus” teilnehmen wird. Damit haben wir aber die Situation, dass hier die Gemeinde ihr eigener Richter sein würde. Daran erkennt man, dass unter den Auslegern offenbar eine Art Raffgier Platz gegriffen hat. Es werden grundsätzlich alle Optionen belegt ohne Rücksichtnahme auf die moralischen Grundsätze menschlichen Handelns und deren Unvereinbarkeiten.


Ergebnis:

Auch hier erkennen wir wieder die Verwechslung zwischen Auferweckung zur Entrückung und Erster Auferstehung. Tatsächlich ist die Gemeinde hier weder Richter - die Heiligen, die mitrichten werden, könnten schon eher die 24 Ältesten sein, die auf ihren Thronen sitzen -  noch wird sie an der Ersten Auferstehung teilnehmen und mit Christus im Millennium herrschen. Dies ist eine Aufgabe, die ausschließlich den Märtyrern aller Zeiten von Gott vorbehalten wurde.

(Siehe auch den Diskurs 72: „Wer sind die 24 Ältesten in der Offenbarung des Johannes?”)



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(Argument 10: Müssen die Auserwählten bei der Entrückung flüchten oder sollen sie ausharren?)


Jesus sagt: „Wie es geschah zu den Zeiten Lots, sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten. An dem Tag aber, da Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um. Auf diese Weise wird's auch gehen an dem Tage, wenn des Menschen Sohn soll offenbar werden ... Gedenket an des Lots Weib! ... Ich sage euch: in jener Nacht werden zwei auf einem Bette liegen; einer wird angenommen, der andere verlassen werden.” Luk. 17,28-29.30.32.34. Vor der Vernichtung Sodoms ließ der Würgeengel Lot hinausgehen und wies ihm einen Zufluchtsort an. Er sprach zu ihm: „Eile und rette dich dahin, denn ich kann nichts tun, bis daß du hineinkommst.” 1. Mose 19,22. Aber Lots Weib sah hinter sich und kam mit den Gottlosen um. Sodom wurde also sofort nach Lots Weggang dem Gericht ausgeliefert, da nicht einmal mehr zehn Gerechte darin waren. So sind auch nach der Entrückung der Gläubigen auch nicht mehr genug geistliche Kräfte auf Erden, um das Strafgericht aufzuhalten. Dann wird die große Trübsal über die Gottlosen und über die Scheingläubigen hinbrausen, die gezögert hatten, sich von der Welt zu lösen. „Aber gleichwie es zu der Zeit Noahs war, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes.” Matt. 24,37. Auch Noah wurde von Gott erst in Sicherheit gebracht, bevor die Katastrophe begann. Immerhin mußte er, trotz der göttlichen Bewahrung, durch die Wasser der Sintflut hindurch. Von da aus gesehen, ist es interessant, seine Erfahrung mit der des Henoch zu vergleichen. Henoch wurde, nach einem Wandel mit Gott, vor den Gerichten von der Erde weggenommen. (1. Mose 5,24) und wäre so das Symbol der Gläubigen, die  v o r  der großen Trübsal lebend entrückt werden. Noah dagegen, inmitten der Sintflut bewahrt, wäre der Hinweis auf die Heiligen (aus Israel und den Völkern), die wohl die große Trübsal erdulden müssen, aber das Siegel Gottes tragen. Und von diesen Heiligen schreibt Johannes: „Und ich sah einen anderen Engel, der sprach: Beschädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis daß wir versiegeln die Knechte Gottes an ihren Stirnen.” Off 7,2-3.



Weil gerade der von R. Pache oben zitierte Text bei Lukas für die Auslegung der Entrückung sehr wichtig ist, wollen wir den gesamten Kontext dieser Schriftstelle betrachten:

Wer sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren; und wer es verliert, wird es erhalten.

Lk 17,22 Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen der Tage des Sohnes des Menschen zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen. 17,23 Und man wird zu euch sagen: Siehe dort! oder: Siehe hier! Geht nicht hin, folgt auch nicht! 17,24 Denn wie der Blitz blitzend leuchtet von einem Ende unter dem Himmel bis zum anderen Ende unter dem Himmel, so wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag. 17,25 Vorher aber muss er vieles leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht.

17,26 Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: 17,27 sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und die Flut kam und alle umbrachte.

17,28 Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; 17,29 an dem Tag aber, da Lot von Sodom hinausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um. 17,30 Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird. 17,31 An jenem Tag - wer auf dem Dach sein wird und sein Gerät im Haus hat, der steige nicht hinab, um es zu holen; und wer auf dem Feld ist, wende sich ebenso wenig zurück. 17,32 Gedenkt an Lots Frau!

17,33 Wer sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren; und wer es verliert, wird es erhalten. 17,34 Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei auf einem Bett sein; einer wird genommen und der andere gelassen werden. 17,35 Zwei werden zusammen mahlen, die eine wird genommen, die andere gelassen werden. 17,36 (0) 17,37 Und sie antworten und sagen zu ihm: Wo, Herr? Er aber sprach zu ihnen: Wo der Leichnam ist, da sammeln sich auch die Adler. Lk 17,22-37;


Zuerst kündigt der Herr hier bittere Tage für die Gläubigen an und warnt vor der Gefahr sich von falschen Gerüchten über das bereits erfolgte Kommen des Menschensohns verführen zu lassen. Und er sagt: „Geht nicht hin”, denn das Erscheinen des Menschensohns wird nicht im Geheimen und unsichtbar stattfinden, sondern wie ein Blitz von einem Ende des Himmels bis zum anderen leuchtet, wird auch der Herr leuchten in seiner Herrlichkeit, an dem Tage wenn er kommt.

Und dann vergleicht der Herr diesen Tag mit den Tagen Noahs. Ebenso wie die Menschen zu dieser Zeit aßen, tranken, keine Gefahr vermuteten und dann alle außer Noah und seiner Familie in den Fluten umkamen, wird es auch am Tage des Menschensohnes sein: sie werden essen, trinken, heiraten und verheiraten bis der Herr kommt und die Seinen von allen vier Himmelsrichtungen auflest und entrückt. Allerdings werden dann die Zurückgebliebenen nicht umkommen, sondern dem kommenden Zorn Gottes ausgeliefert werden. Und als weitere Verhaltensregel vergleicht der Herr diesen Tag auch mit den Tagen Lots. Auch damals lebten sie alle in den Tag hinein, als aber Lot von Sodom hinausging, wurden sie alle umgebracht.

Der nun folgende Text in Lk 17,31 wird oft als Parallelstelle zu Mt 24,17-18 und Mk 13,15-16 gesehen. Doch einerseits werden diese Aussagen dort in einem ganz anderen Zusammenhang – nämlich mit dem „Gräuel der Verwüstung”, also der Großen Trübsal und der schleunigen Flucht in die Berge - erwähnt und andererseits haben wir genau dazu bei Lukas ohnehin den entsprechenden Text in Lk 21,23. Während sich also Lk 21,23 mit dem „Tag der Rache”, der Großen Trübsal befasst, handelt es sich hier, in Lk 17,22-37, eindeutig um die Wiederkunft des Herrn (Lk 17,24.30). Hier ist auch nicht die Rede vom Gräuel der Verwüstung, von der Großen Bedrängnis oder von einer Flucht in die Berge, sondern im Gegenteil, man bekommt den Eindruck, dass der Herr hier nicht zur Flucht, sondern zum Stillestehen und Verharren auf dem Platz – wo sie sich gerade befinden – auffordert.

Lk 17,30 Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird. 17,31 An jenem Tag - wer auf dem Dach sein wird und sein Gerät im Haus hat, der steige nicht hinab, um es zu holen; und wer auf dem Feld ist, wende sich ebenso wenig zurück. 17,32 Gedenkt an Lots Frau! 17,33 Wer sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren; und wer es verliert, wird es erhalten. Lk 17,30-33;


Die beiden anschließenden Verse Lk 17,32-33 lassen dann diesen Eindruck zur Gewissheit werden. Die Warnung „Denkt an Lots Frau” ist der Hinweis, sich an diesem Tage, in diesem Moment, nicht nach dem umzudrehen, was dahinter liegt, also Hab und Gut, Leib und Leben. Und dann wird dies auch ganz konkret vom Herrn ausgesagt: „Wer sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren; und wer es verliert, wird es erhalten”. Wer versucht zu fliehen, wird von den Engeln nicht erfasst werden können, wer aber stillsteht wird zwar sein physisches Leben verlieren, aber er wird im selben Moment einen geistlichen Leib erhalten und zum Herrn entrückt werden. Und genau das erkennen wir auch in den nächsten beiden Versen Lk 17,34-35:

In jener Nacht werden zwei auf einem Bett sein; einer wird genommen und der andere gelassen werden.

Lk 17,34 Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei auf einem Bett sein; einer wird genommen und der andere gelassen werden. 17,35 Zwei werden zusammen mahlen, die eine wird genommen, die andere gelassen werden. Lk 17,33-35;


Diese Aussage des Herrn ist die Bestätigung, dass der Herr hier ganz sicher nicht zur Flucht auffordert. Wenn bei der Entrückung zwei auf einem Bett liegen oder zwei zusammen mahlen und einer wird genommen, der andere gelassen werden, dann können sich diese zwei ganz eindeutig nicht auf der Flucht befinden.  

(Siehe auch die Tabelle 05: „Synopse der Endzeitreden des Herrn.”)


Das ist also der Zeitpunkt der Ankunft des Herrn und der Entrückung der Seinen, wie sie uns Mt 24,29-31 auch schildert. Sie werden in diesem Moment zwar ihr irdisches Leben, ihren physischen Leib verlieren, aber sie werden nicht sterben, sondern – wie Paulus sagt – „in einem Nu, in einem Augenblick” (1Kor 15,51-53) überkleidet werden. Und davor sollen sie keine Angst haben, sagt ihnen der Herr in Lk 17,33. Wer da versucht zu fliehen, um sein physisches Leben zu retten, der wird es tatsächlich verlieren. Wer aber im Vertrauen auf Gott ausharrt, der wird von den  Engeln des Herrn eingesammelt und entrückt werden. Und da werden eben dann zwei auf einem Bett sein oder miteinander mahlen und einer wird genommen, der andere gelassen werden.

Als der Herr nun seine Erklärungen beendet hatte, war die erste Reaktion der Jünger: „Wo, Herr?”. Wir erkennen hier das gleiche Missverständnis, wie bei manchen Auslegern, die meinen, die Gemeinde müsse zur Entrückung einen „Zufluchtsort” aufsuchen. Außer, dass es eine Hinwegnahme der Gläubigen, eine Entrückung geben würde, hatten die Jünger überhaupt nichts verstanden. Sie waren daher begierig zu erfahren, wo denn das stattfinden wird, damit sie nur auch rechtzeitig an diesem Ort gelangen könnten.

Lk 17,37 Und sie antworten und sagen zu ihm: Wo, Herr? Er aber sprach zu ihnen: Wo der Leichnam ist, da sammeln sich auch die Adler. Lk 17,37;


An der Antwort des Herrn erkennen wir nun zweierlei. Einerseits sieht es so aus, als hätte er ihre Frage gar nicht registriert, sondern von etwas ganz anderem gesprochen, wenn er sagt: „Wo das Aas (der Leichnam) ist, da sammeln sich auch die Geier (Adler)”. Und dennoch war es genau die Antwort, welche die Jünger – viel mehr aber die Gläubigen der Endzeit – wissen müssen. Es scheint, als ob ihnen der Herr damit gerade sagen wollte: Denkt nicht, dass ihr irgendeinen Ort aufsuchen müsst. Wenn ich komme, werde ich meine Engel aussenden, um euch einzusammeln. Und ebenso wie die Geier (Adler) instinktiv wissen, wo das Aas (der Leichnam) zu finden ist, werden auch die Engel wissen, wo ihr zu finden seid. Ihr müsst nur im Vertrauen ausharren und Stillestehen und den geistigen Blick nicht mehr nach Hinten auf euer irdisches Leben, sondern vorwärts auf das nun für euch anbrechende Leben in Gottes Ewigkeit richten.


Ergebnis:

Wie man an der obigen Argumentation von R. Pache sieht, spießt sich diese Deutung an allen Ecken und Enden. Einmal verlässt der Heilige Geist bei der Entrückung vor der Großen Trübsal die Welt. Dann gibt es ihn doch wieder, weil in der Großen Trübsal „Menschen guten Willens” zum Glauben kommen. Die 144.000 versiegelten Israeliten aus allen 12 Stämmen Israels werden als Israeliten „und Völker” interpretiert, weil man sonst für die unzählbare Schar aus der Großen Trübsal keine Erklärung hätte. Und schließlich werden auch noch die Geschwister in der Endzeit aufgefordert, vor der Entrückung zu flüchten, anstatt auszuharren.

(Siehe auch den Diskurs 38: „Die Auferweckung der Toten in Christus und ihre Entrückung mit den Lebenden.”)



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(Argument 11: Nehmen die Weissagungen für Israel ihren Lauf vor oder nach der Großen Trübsal?)


Die Berufung und die Erwählung der Gemeinde ist ein Geheimnis (Eph. 3,3-10) und ein Zwischenakt im Plane Gottes für die Welt. Sie geht mit dem Geheimnis der Entrückung zu Ende (1. Kor. 15,51), bevor die Erfüllung der Weissagungen für Israel wieder ihren Lauf nehmen.



Ergebnis:

Ja, keine Frage. Jedoch ist das ein Argument für die Entrückung an sich und nicht für eine Entrückung vor der Großen Trübsal!



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(Argument 12: Spricht keine einzige Epistel über Einzelheiten der Großen Trübsal?)


Es fällt direkt auf, daß keine der Episteln, die doch alle für die Gemeinde geschrieben sind, über Einzelheiten der großen Trübsal spricht. Bedeutet das nicht etwa, daß die Gemeinde diese Zeit nicht durchzumachen hat?



Offenbar zählt R. Pache den zweiten Brief des Paulus an die Thessalonicher nicht zu den Episteln. Eben dort hat ja Paulus darüber geschrieben, wann sich der Abfall - die Große Trübsal - und der Mensch der Gesetzlosigkeit - der erste Antichrist - offenbaren wird und wann diese Zeit beendet sein wird, nämlich bei der Wiederkunft des Herrn.

Dieser Tag kommt nicht, es sei denn, daß zuerst der Abfall und der Mensch der Gesetzlosigkeit gekommen ist

2The 2,1 Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Zusammenführung mit ihm, 2,2 daß ihr euch nicht schnell in eurem Sinn erschüttern, auch nicht erschrecken laßt, weder durch Geist noch durch Wort, noch durch Brief, als seien sie von uns, als ob der Tag des Herrn da wäre. 2,3 Daß niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, daß zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2The 2, 1- 3;


Die Große Trübsal und der erste Antichrist kommen vor der Wiederkunft des Herrn zur Entrückung. Wenn der Herr kommt, wird die Große Trübsal beendet sein und er wird den Gesetzlosen, den ersten Antichristen, vernichten.

Der Gesetzlose, den der Herr Jesus vernichten wird durch die Erscheinung seiner Ankunft.

2The 2,6 Und jetzt wißt ihr, was zurückhält, bis er zu seiner Zeit geoffenbart wird. 2,7 Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, sich zurückgezogen hat; 2,8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; 2,9 ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge 2,10 und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen, dafür, daß sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen haben. 2The 2, 6-10;


Ergebnis:

In seinem zweiten Brief (Epistel) an die Gemeinde in Thessaloniki beschreibt Paulus ziemlich genau die Große Trübsal:

o  Beginn: Offenbarung der Gesetzlosigkeit in der Welt

o  Inhalt: Machttaten und Zeichen, Wunder der Lüge und jeder Betrug der Ungerechtigkeit

o  Ende: bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Zusammenführung mit ihm


Und wenn R. Pache oben schreibt, dass „keine der Episteln, die doch alle für die Gemeinde geschrieben sind, über Einzelheiten der großen Trübsal spricht”, so hat er offenbar diese Epistel des Paulus noch nicht gelesen.



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(Argument 13: Sind die Sendschreiben in der Offenbarung chronologisch geordnet?)


Nach Offb. Kap. 2 und 3, die (neben anderen Anwendungsmöglichkeiten) offenbar einen weiten Überblick über Entwicklungsstadien der Gemeinde geben, wird der letzte Zustand der sich Kirche nennenden Gemeinde auf Erden durch Laodizäa dargestellt. d. h. ihre Merkmale sind Lauheit, Rückgang und Abfall. Sie weist keine Züge einer verfolgten, aber treuen Kirche auf.



Unter den Prätribulationisten verwendet man gerne eine angeblich chronologische Anordnung der Sendschreiben, um die letzte Gemeinde - Laodizea - in die Große Trübsal zu positionieren und die Gemeinde unmittelbar davor - Philadelphia - auf die Gemeinde vor der Großen Trübsal zu deuten, die angeblich entrückt wird. Doch es gibt faktisch keine Denomination, welcher Prägung auch immer, die sich selbst nicht als „Philadelphia” sehen würde. Wenn man sich dann die Verheißungen an Philadelphia in Off 3,7-13 ansieht, ist auch schnell klar warum.



Ergebnis:

Die sieben Sendschreiben sind bei näherer Analyse weder zeitlich noch räumlich bestimmten Bereichen zugeordnet, sondern offensichtlich ganz konkrete Orientierungshilfen für jeden einzelnen Gläubigen weltweit, in welchen er die Ausprägung seines eigenen Glaubens und die damit verbundenen Stärken und Schwächen erkennen kann. Das Ergebnis jeder individuellen und selbstkritischen Prüfung sollte Ausgangspunkt sein, unsere Schwächen nach Möglichkeit zu reduzieren und unsere Stärken zu vergrößern, zumindest aber zu halten. Jeder Gläubige ist somit Mitglied einer dieser sieben virtuellen, zeit- und raumübergreifenden Gemeinden, welche in ihrer Gesamtheit - seit ihrem Entstehen und bis zur Wiederkunft des Herrn - die Gemeinde Christi auf Erden bilden.

(Siehe auch den Exkurs 02: „Die sieben Sendschreiben.”)



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(Argument 14: Sind die 24 Ältesten der Offenbarung die Gemeinde?)


Vor den großen Gerichten der Offenbarung sehen wir die vierundzwanzig Ältesten im Himmel, welche, wie es scheint, die Erlösten aus dem Alten und Neuen Bund sind. Diese sitzen (d. h. sind eingesetzt) verklärt und gekrönt vor dem Thron Gottes. Offb. 4.



Schon wieder ein Symbol für die Gemeinde. Aber das ist ja zu erwarten, geht es doch in diesem Text um „Throne” und „Kronen”. Und auch hier ergibt sich natürlich wieder eine Konfusion der Begriffe. In Off 7,9 sieht Johannes eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus allen Völkern und Sprachen, im Himmel vor dem Thron Gottes. Es sind die Erlösten welche aus der Großen Trübsal kommen und damit ohne Zweifel um einen Teil der entrückten Gemeinde aller Zeiten - also um die Erlösten, wie das R. Pache oben formuliert. Doch gleichzeitig sieht Johannes im Vers 11 auch die 24 Ältesten, die mit den vier lebendigen Wesen vor dem Thron auf ihr Angesicht fallen und anbeten. Wenn also die 24 Ältesten tatsächlich die Gemeinde - die Erlösten - wären, wie das R. Pache oben meint, dann hätten wir hier die eher eigenartige Situation, dass die Gemeinde in Doppelgestalt auftritt:

o  einmal als die unzählbare Schar aus allen Nationen, welche vor dem Thron stehen und mit lauter Stimme rufen: „Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm!”

o  und gleichzeitig als die 24 Ältesten, welche vor dem Thron auf ihr Angesicht fallen und dazu ihr Amen sagen.


Eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen

Off 7,9 Nach diesem sah ich: und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. 7,10 Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm! 7,11 Und alle Engel standen rings um den Thron und die Ältesten und die vier lebendigen Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihre Angesichter und beteten Gott an 7,12 und sagten: Amen! Den Lobpreis und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Danksagung und die Ehre und die Macht und die Stärke unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Off 7, 9-12;


Damit nicht genug, erklärt im nächsten Vers einer der 24 Ältesten - also einer der „Erlösten” nach Pache - dem Johannes, dass diese große Volksmenge die Erlösten aus der Großen Trübsal sind. Hier stellt sich die Frage, wer nun welche Erlösten sein sollen.

Und einer von den Ältesten begann und sprach zu mir: Diese sind es, die aus der großen Trübsal kommen.

Off 7,13 Und einer von den Ältesten begann und sprach zu mir: Diese, die mit weißen Gewändern bekleidet sind - wer sind sie, und woher sind sie gekommen? 7,14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die aus der großen Trübsal kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes. 7,15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. Off 7,13-15;



Ergebnis:

Aus der obigen Analyse ist ersichtlich, dass die 24 Ältesten kein Symbol für die Gemeinde sein können, wie das R. Pache meint. Die Gemeinde ist der Leib Christi - er ist das Haupt, wir sind die Glieder, er der Meister, wir die Brüder. Mit den 24 Ältesten lässt sich daher - in welcher Form auch immer - eine Vorentrückung nicht begründen.

(Siehe auch den Diskurs 72: „Wer sind die 24 Ältesten in der Offenbarung des Johannes?”)



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(Argument 15: Ist die Frau am Himmel in Off 12 die Gemeinde?)


In einer Vision sieht der Apostel Johannes, wie ein Weib ein Knäblein gebiert, das alle Heiden mit einem eisernen Stabe weiden sollte. Satan, der Drache, steht vor ihr, das Kind zu verschlingen, aber es wird zu Gott und Seinem Stuhl entrückt. Das Weib entflieht zur Wüste, vom Drachen verfolgt, aber von Gott beschützt, genau so lange, wie die große Trübsal währt, nämlich tausend zweihundert und sechzig Tage. Offb. 12,4-6.13-17. Das Weib scheint das Volk Gottes aller Zeiten zu sein, das der Welt den Messias, dann die Gemeinde und zuletzt die Heiligen der großen Trübsal geschenkt hat. Christus, vom Satan wohl in die Ferse gestochen, hat ihm also den Kopf zertreten und wurde zur Rechten Gottes in die Herrlichkeit erhöht. Von dort wird Er wiederkommen, die Völker mit eisernem Zepter zu weiden. Ps 2,8. Auch die Gemeinde wird durch das Knäblein dargestellt: Vom Feinde belauert, wird sie gleich nach der Geburt (d. h. wenn sie die Vollzahl erreicht hat) zu Gott und Seinem Thron entrückt, und der Herr gibt ihr die Vollmacht, gleich ihm die Völker mit eisernem Stabe zu weiden. Offb. 2,26-27. Sofort nach ihrer Entrückung beginnen die dreieinhalb Jahre der Trübsal. Während dieser streitet der Drache in seiner Wut „den übrigen von des Weibes Samen, die da haben das Zeugnis Jesu Christi” (12,17) d. h. die aus Israel und den Völkern sich unter der Herrschaft des Antichristen zum Herrn bekehren.



Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau.

Off 12,1 Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. 12,2 Und sie war schwanger und schrie in Kindsnöten und hatte große Qual bei der Geburt.

12,3 Und es erschien ein anderes Zeichen am Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen, 12,4 und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor die Frau, die gebären sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße.

12,5 Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker weiden sollte mit eisernem Stabe. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron. 12,6 Und die Frau entfloh in die Wüste, wo sie einen Ort hatte, bereitet von Gott, dass sie dort ernährt werde tausendzweihundertundsechzig Tage.

12,7 Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel; 12,8 und sie bekamen nicht die Übermacht, und ihre Stätte wurde nicht mehr im Himmel gefunden. 12,9 Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen. Off 12, 1- 9;


Manche Ausleger sehen im Text aus Off 12,1-2 die „Gemeinde Jesu Christi”, das „Volk Gottes aller Zeiten” und die „weltweite christliche Gemeinde”. Als Begründung dafür wird immer wieder angeführt, dass es die Gemeinde war, die – im geistlichen Sinne – den „Knaben” (Off 12,5), also Jesus Christus geboren hat.

Es scheint allerdings, dass man hier die zeitliche Reihenfolge – ob geistlich oder nicht geistlich – schlicht und einfach verkehrt. Es war nicht die Gemeinde, die Jesus Christus „geboren” hat, sondern es war umgekehrt Jesus Christus, der durch die Apostel die Gemeinde in die Welt gesetzt hat. Durch den voreiligen und falschen Bezug auf die „Frau” aus Off 12,1-2 als den Ursprung der Gemeinde, übersieht man offensichtlich, dass wir in der Schrift einen ganz konkreten Hinweis auf die Gemeinde Christi und ihre Symbole vorfinden.

In Off 1,12-13 sieht Johannes den Menschensohn, also Jesus Christus, inmitten von sieben goldenen Leuchtern stehen und in seiner rechten Hand sieben Sterne.

Die sieben goldenen Leuchter und die sieben Sterne.

Off 1,12 Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete, und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, 1,13 und inmitten der Leuchter einen gleich einem Menschensohn, bekleidet mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewand und an der Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel. 1,14 Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme 1,15 und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; 1,16 und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht. Off 1,12-16;


Diese Symbolik der sieben goldenen Leuchter und der sieben Sterne in der Hand des Menschensohns wird dann in Off 1,20 erklärt:

Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden.

Off 1,20 Das Geheimnis der sieben Sterne, die du gesehen hast in meiner rechten Hand, und der sieben goldenen Leuchter ist dies: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden. Off 1,20;


Es sind also die sieben Sterne in der Rechten des Herrn und die sieben goldenen Leuchter, welche die Gemeinde Jesu Christi und damit die gesamte Christenheit repräsentieren und nicht die „Krone von zwölf Sternen” auf dem Haupt der „Frau” aus Off 12,1-2.

Wer ist aber nun eigentlich diese „Frau” aus Off 12,1-2? Wenn wir nach der altbewährten Methode der seriösen Exegese davon ausgehen, dass Schrift nur wieder durch Schrift ausgelegt werden darf, müssen wir bei jenen Aussagen ansetzen, welche die Schrift eindeutig bestätigt. Dies ist in unserem Fall der von der Frau geboren Sohn in Off 12,5.

Und sie gebar einen Sohn, der alle Nationen hüten soll mit eisernem Stab.

Off 12,5 Und sie gebar einen Sohn, ein männliches Kind, der alle Nationen hüten soll mit eisernem Stab; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron. Off 12, 5;


Der Sohn, der „alle Nationen hüten soll mit eisernem Stab” ist ein Rückbezug auf Ps 2,6-9:

Du sollst sie mit eisernem Zepter zerschlagen und wie Töpfe sie zerschmeißen.

Ps 2,6 »Ich aber habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.« 2,7 Kundtun will ich den Ratschluss des HERRN. Er hat zu mir gesagt: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. 2,8 Bitte mich, so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum. 2,9 Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen.« Ps 2, 6- 9;


Dass nun diese Verheißung in den Psalmen auf den Herrn Jesus zu beziehen ist, wird denn doch niemand bezweifeln wollen und so können wir aufgrund der gleichartigen Textaussage, das männliche Kind aus Off 12,5 als Jesus Christus, den Sohn Gottes interpretieren. Wie bereits weiter oben erwähnt, kann daher die Frau, die ihn geboren hat, nicht die Gemeinde sein, denn wir sind ja als Gemeinde Nachfolger und geistliche Nachkommen des Herrn und nicht seine Vorgänger.

Wenn wir aber das erste Kapitel bei Matthäus lesen, ist die Abkunft des Herrn nicht schwer zu erkennen. Es ist natürlich das Volk Israel, und damit ist auch die Frau am Himmel als das Volk Israel zu identifizieren. Eine weitere Bestätigung dieser Ansicht ist der Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.

Eine Frau, auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen.

Off 12,1 Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: Eine Frau, bekleidet mit der Sonne, und der Mond war unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen. 12,2 Und sie ist schwanger und schreit in Geburtswehen und in Schmerzen und soll gebären. Off 12, 1- 2;


Diese zwölf Sterne stehen hier für die zwölf Stämme Israels. Diese Frau „ist schwanger und schreit in Geburtswehen und in Schmerzen und soll gebären”. Auch hier kann es sich demnach nur um die (geistliche) Geburt des Gottessohnes handeln.

Die „Geburtswehen” der Frau, also des Volkes Israel, werden dann verständlich, wenn man sich anhand der Evangelien vor Augen führt, wie unwillkommen dieser Jesus aus Nazareth sowohl bei den religiösen als auch bei den politischen Führern im damaligen Israel war.



Ergebnis:

Auch hier wird die Symbolik, welche eindeutig auf Israel als die Frau am Himmel hinweist, auf die Gemeinde umgedeutet. Doch dem nicht genug, wird auch das „Knäblein” zur Gemeinde aller Zeiten erklärt. Es ist offenbar eine unausrottbare Eigenschaft mancher Ausleger, jedwede Symbolik, welche auch nur irgendwie von Bedeutung sein könnte, mit der Gemeinde zu besetzen.

Wenn man nun den Text aus Off 12,1-9 genauer analysiert, erkennt man daher auch, dass dies keinesfalls Ereignisse der Endzeit, sondern dass die Geburt des Knaben, die Flucht der Frau in die Wüste und der Kampf im Himmel zwischen dem Drachen und Michael, „Tatsachenberichte” von den Ereignissen zu Beginn unserer Zeitrechnung und noch zu Lebzeiten des Herrn sind.

(Siehe auch den Exkurs 10: „Die Frau am Himmel.”)



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(Argument 16: Ist die Gemeinde die „Braut des Lammes”?)


Johannes verlegt die Hochzeit des Lammes, auf die sich „Sein Weib bereitet hat”, vor die Schlacht von Harmagedon. „Und es ward ihr gegeben, sich anzutun mit reiner und schöner Leinwand (die köstliche Leinwand aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen)”. Offb. 19,7-8. Anscheinend sind die Vorbereitungen, ihr Kleid der Gerechtigkeit anzulegen, die Folge des unmittelbar nach der Entrückung vor dem Richterstuhl Christi gefallenen Entscheids. 2. Kor. 5,10; 1. Kor. 3,10-15. Erst nach diesem Gericht wird die Gemeinde verklärt und mit ihrem himmlischen Bräutigam vereint, um hernach, Ihm zur Seite, als Mitrichter und Mitherrscher vom Himmel herabzukommen.



Um einen besseren Überblick über diese Aussagen zu erhalten, wollen wir uns zuerst einmal den Text ansehen:

Die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitgemacht.

Off 19,6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen Volksmenge und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten. 19,7 Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitgemacht. 19,8 Und ihr wurde gegeben, daß sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend, rein; denn die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen. 19,9 Und er spricht zu mir: Schreibe: Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes! Und er spricht zu mir: Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes. Off 19, 6- 9;


(Siehe auch Kapitel 063: „Die Hochzeit des Lammes.”)

Wie R. Pache oben völlig richtig feststellt, sieht Johannes diese Hochzeit hier vor der Schlacht von Harmagedon. Dies ist allerdings ein Zeitpunkt im chronologischen Ablauf der Offenbarung, der weit nach der Entrückung liegt - egal ob man sie nun vor oder nach der Großen Trübsal sehen will. Und sogar auch dann, wenn man die Große Trübsal nicht mit der Herrschaft des dämonischen Antichrists verwechselt. Auch die Aussage, dass die Gemeinde nach der Entrückung zum Gericht vor dem Richtstuhl Christi erscheinen muss (2Kor 5,10; 1Kor 3,10-15) ist korrekt.

Einzig die Annahme, die Gemeinde sei die Braut Christi ist - wie bei so manchen anderen Auslegern - falsch. Wir verhalten uns als Gemeinde immer mehr wie ein Moloch, der alle Heilsverheißungen ausschließlich auf sich bezieht. Viele der Verheißungen, die z. B. Israel gegeben wurden, werden von unkritischen Auslegern taxfrei auf die Gemeinde bezogen. Das beginnt damit, dass die Gemeinde einmal als der Leib Christi bezeichnet wird, was einzig richtig ist, dann aber auch interpretiert wird als

-  die Herrscher und Könige im Millennium in Off 20,4-6 (siehe Argument 8)

-  die Richter über die Märtyrer in Off 20,4 (siehe Argument 9)

-  die 24 Ältesten aus Off 4,10 (siehe Argument 14)

-  die Frau am Himmel aus Off 12,1-17 (siehe Argument 15)

-  das Knäblein, der alle Nationen hüten soll mit eisernem Stab aus Off 12,1-17 (siehe Argument 15)

-  die 144.000 Versiegelten aus Off 7,1-8 (und dies, obwohl dort ausdrücklich von Israeliten die Rede ist!)

-  die große Volksmenge aus Off 7,9-17 (welche nur die aus der Trübsal darstellt)

-  und entgegen jedweder Logik wird die Gemeinde von manchen Auslegern sowohl als Braut als auch als Bräutigam (Leib Christi) gedeutet.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass dann auch unter manchen Geschwistern ob dieser Omnipräsenz der Gemeinde ein gewisser elitärer Dünkel Platz greift. Gerade wenn wir den Ruhm und die Größe der Gemeinde im Himmel mehren wollen, sollten wir den Rat des Herrn beherzigen, der uns in Mt 18,1-5 genau das Gegenteil von dem empfiehlt, was manche Prediger und Gemeindeleiter den Geschwistern einreden wollen.

Wer sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich.

Mt 18,1 Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist denn der Größte im Himmelreich? 18,2 Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie 18,3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. 18,4 Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 18,5 Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Mt 18, 1- 5;

Dass nun die Gemeinde nicht die Braut sein kann, wird uns im Alten Testament, beim Propheten Hosea, bestätigt:

Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen.

Hos 2,17 Dann gebe ich ihr von dort aus ihre Weinberge und das Tal Achor als Tor der Hoffnung. Und dort wird sie willig sein wie in den Tagen ihrer Jugend und wie an dem Tag, als sie aus dem Land Ägypten heraufzog. 2,18 Und es wird geschehen an jenem Tag, spricht der HERR, da rufst du: Mein Mann! Und du rufst mich nicht mehr: Mein Baal! 2,19 Und ich entferne die Namen der Baalim aus ihrem Mund, und sie werden nicht mehr mit ihrem Namen erwähnt. 2,20 Und ich schließe für sie an jenem Tag einen Bund mit den Tieren des Feldes und mit den Vögeln des Himmels und mit den kriechenden Tieren des Erdbodens. Und Bogen und Schwert und Krieg zerbreche ich und entferne sie aus dem Land. Und ich lasse sie in Sicherheit wohnen.

2,21 Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen, 2,22 ja in Treue will ich dich mir verloben; und du wirst den HERRN erkennen. Hos 2,17-22


Hier spricht Gott persönlich durch den Mund des Propheten Hosea zu Israel und verheißt in Hos 2,21: „Ich will dich mir verloben in Ewigkeit”. Und nachdem Gott kein Bigamist sein kann, gibt es eben nur diese eine Braut, nämlich aus dem Volk Israel. Es sind die 144.000 Versiegelten der Endzeit, 12.000 aus jedem der 12 Stämme Israels, die nach Off 14,4 „jungfräulich sind und dem Lamm folgen, wohin es auch geht”, sie sind „aus den Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft” worden. Diese Braut hat seit Alters her nie gewechselt. Die Hochzeitsgäste wurden wohl ausgetauscht - anstatt der Israeliten des Alten Bundes wurde die Gemeinde aus dem Neuen Bund als Hochzeitsgäste eingesetzt. Das zeigt auch der diesbezügliche Text in Mt 22,8-13:

Und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen.

Mt 22,8 Dann sagt er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Eingeladenen waren nicht würdig. 22,9 So geht nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen, und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit ein. 22,10 Und jene Knechte gingen aus auf die Landstraßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, Böse wie Gute. Und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen. 22,11 Als aber der König hereinkam, die Gäste zu besehen, sah er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war. 22,12 Und er spricht zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen, da du kein Hochzeitskleid hast? Er aber verstummte. 22,13 Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Füße und Hände, und werft ihn hinaus in die äußere Finsternis: da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. Mt 22, 8-13;


(Siehe auch den Diskurs 49: „Die Auserwählten in Mt 24,31: Christliche Endzeitgemeinde oder Israeliten?”)

Auch die Apostel - die Stammväter der Gemeinde - werden vom Herrn selbst als „Hochzeitsgäste” bezeichnet.

Deine Jünger aber fasten nicht. - Können etwa die Hochzeitsgäste trauern?

Mt 9,14 Dann kommen die Jünger des Johannes zu ihm und sagen: Warum fasten wir und die Pharisäer oft, deine Jünger aber fasten nicht? 9,15 Und Jesus sprach zu ihnen: Können etwa die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen weggenommen sein wird, und dann werden sie fasten. Mt 9,14-15;


Und obwohl der Älteste dem Johannes in Off 19,9 sagt: „Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes!”, meinen wir als Gemeinde, dass Hochzeitsgast zu sein, uns viel zu gering ist. Wir müssen schon Braut sein. Oder die Frau am Himmel. Oder die 24 Ältesten. Oder die 144.000 Versiegelten - was eben deshalb besonders perfide ist, weil diese 12.000 aus jedem der 12 Stämme Israels tatsächlich die echte Braut darstellen. Oder der Leib Christi - was als einziges zutreffen würde.

Wir sollten da auf Israel nicht neidisch sein, haben wir doch das Privileg, als Gemeinde als Erste im Himmel beim Herrn zu sein, während Israel noch tausend Jahre darauf warten muss.

So werden die Letzten Erste und die Ersten Letzte sein.

Mt 20,15 Ist es mir nicht erlaubt, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Oder blickt dein Auge böse, weil ich gütig bin? 20,16 So werden die Letzten Erste und die Ersten Letzte sein; denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte. Mt 20,15-16;


(Siehe auch den Diskurs 38: „Was erwartet Christen und Juden bei der Wiederkunft des Herrn?)



Ergebnis:

Die Argumentation ist im Prinzip richtig, nur ist die Bezugsperson nicht die Gemeinde, sondern die Braut des Lammes, und das sind nach der Schrift die 144.000 Versiegelten Israeliten der Endzeit. Und auch jene, die dem Herrn  „zur Seite, als Mitrichter und Mitherrscher vom Himmel herabkommen” sind nicht die Gläubigen, sondern ausschließlich die Märtyrer aller Zeiten (siehe Argument 8). Für die anderen Glieder der Gemeinde ist nach der Entrückung der Heilsweg ans Ziel gelangt. Sie sind vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel.

(Siehe auch Diskurs 15: „Ist die Gemeinde die "Braut Christi"?”)


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Argument 17: Kann nach der sichtbaren Wiederkunft des Herrn noch irgendjemand zum „Glauben” kommen?)


Fände die Entrückung erst nach der Trübsal statt, so fragt man sich, welche Gläubige am Leben blieben, um im Tausendjährigen Reich die Untertanen zu sein. Es wird ausdrücklich gesagt, daß sich das ganze jüdische Volk im Feuer der Läuterung zu Jesus Christus bekehren wird. Sach 12,10; 13,8-9. Würden die bekehrten Juden zusammen mit der Gemeinde entrückt, so bliebe keiner von ihnen auf Erden zurück, um die ihnen in den Weissagungen verheißene Rolle zu spielen.



Hier ist ein Erkenntnisdefizit im Zusammenhang mit dem Millennium zu erkennen. Eine vage Vorstellung davon, welche Untertanen es im Tausendjährigen Reich tatsächlich geben wird, finden wir auch beim Propheten Sacharja.

Viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um den HERRN in Jerusalem zu suchen und anzuflehen.

Sach 8,20 So spricht der HERR der Heerscharen: Noch werden Völker und Bewohner vieler Städte kommen; 8,21 und die Bewohner der einen werden zur anderen gehen und sagen: Laßt uns doch hingehen, den HERRN um Gnade anzuflehen und den HERRN der Heerscharen zu suchen! Auch ich will gehen! 8,22 Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um den HERRN der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen. 8,23 So spricht der HERR der Heerscharen: In jenen Tagen, da werden zehn Männer aus Nationen mit ganz verschiedenen Sprachen zugreifen, ja, sie werden den Rockzipfel eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, daß Gott mit euch ist. Sach 8,20-23;


Bei den bekehrten Juden müssen wir daher zwischen dem Zeitpunkt ihrer Bekehrung unterscheiden. Erfolgt sie vor dem Kommen des Herrn, dann ist dies eine Bekehrung aus Glauben und auch wenn dieser Mensch von Geburt Jude ist, ist er ein gläubiger Christ, gehört zur Gemeinde und wird mit ihr entrückt - wie Paulus schon sagt: ob Jude oder Grieche, wir sind alle des Herrn (Röm 10,12). Bekehrt sich dieser Jude jedoch erst nach der sichtbaren Wiederkunft des Herrn in Herrlichkeit zur Entrückung der Seinen, kann er sich nicht mehr auf seinen Glauben berufen und ist damit Teil jenes Volkes Gottes aus Israel auf Erden, denen all die Verheißungen im Tausendjährigen Reich gelten. Im Tausendjährigen Reich gibt es also keine „Gläubigen” mehr.

(Siehe auch das Kapitel 10: „Das Millennium.”)


Der von R. Pache  zitierten Text aus Sach 12.10 hat nun eine ganz andere und für die Interpretation der Entrückung in der Schrift außerordentlich wichtige Bedeutung. Sehen wir uns zuerst diesen Text an:

Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt.

Sach 12,10 Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint. 12,11 An jenem Tag wird die Wehklage in Jerusalem groß sein wie die Wehklage von Hadad-Rimmon in der Ebene von Megiddo. 12,12 Und wehklagen wird das Land, Sippe um Sippe für sich, die Sippe des Hauses David für sich und ihre Frauen für sich, die Sippe des Hauses Nathan für sich und ihre Frauen für sich. Sach 12,10-12;


Hier spricht Gott durch den Mund des Propheten Sacharja. Und in Sach 12,10 finden wir die Aussage: „und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt”. Diese Prophezeiung bezieht sich natürlich auf den Sohn Gottes, unseren Herrn Jesus Christus, und seinen Tod am Kreuz (Jh 19,37). Wobei es interessant ist, dass hier in manchen hebräischen Handschriften das „mich” auf „ihn” abgeändert wurde, weil sich die Hebräer nicht vorstellen konnten. dass Jahwe durchbohrt werden könnte.

Während also der erste Teil dieser Prophezeiung, welcher davon spricht, dass sie Gott durchbohrt haben, bereits in Erfüllung gegangen ist, ist der zweite Teil, nämlich dass die Juden über ihn wehklagen werden, ganz eindeutig noch offen. Die Juden sehen in Jesus von Nazareth bis zum heutigen Tag einen Betrüger und Gotteslästerer und lehnen es strikte ab, ihn als ihren Messias, geschweige denn als Sohn Gottes zu sehen. So hat sich kürzlich in einem jüdischen Forum unter dem Thema „jüdische Religion” folgende Aussage gefunden:

„Für christlichen Missionsmüll ist nicht die Sparte "jüdische Religion" zuständig. Über den Lattengustl möge man sich bitte anderweitig auseinandersetzen” (Beitrag Nr. 006 vom 22.07.2004, 19:40 Uhr - Robbi P.)
http://www.jewish-forum.de/showtopic.php?threadid=1278


Und obwohl dies nur die abschätzige Bemerkung eines deutschen Juden ist, entspricht sie in ihrer Grundtendenz voll und ganz der Auffassung der mosaischgläubigen Bevölkerung in ganz Israel. Jesus von Nazareth wird dort heute genau so abgelehnt, wie zu seinen Lebzeiten vom jüdischen Sanhedrin. Und das ist auch der Beweis dafür, dass die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 keinesfalls die, von den Israelis und auch vielen christlichen Auslegern vertretene „Sammlung des Volkes Israel durch seinen Gott” gewesen sein kann. Denn wie uns die Schrift - sowohl Alten, als auch Neuen Testaments - sagt, wird es dieser Jesus von Nazareth sein, unser Herr Jesus Christus, welcher das wahre Israel nach der Schlacht von Harmagedon und unmittelbar vor dem Tausendjährigen Reich sammeln wird.

Dass ich Jakob zu ihm zurückbringen soll und Israel zu ihm gesammelt werde.

Jes 49,5 Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht bereitet hat, dass ich Jakob zu ihm zurückbringen soll und Israel zu ihm gesammelt werde, - darum bin ich vor dem HERRN wert geachtet, und mein Gott ist meine Stärke -, 49,6 er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die Enden der Erde. Jes 49, 5- 6;


Es ist leicht zu erkennen, dass es der Herr Jesus ist, welcher hier in Jes 49,5-6 spricht, wie auch Paulus im Römerbrief bestätigt:

Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwendet alle Gottlosigkeit von Jakob.

Röm 11,25 Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; 11,26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. Röm 11,25-26;


Die echte Sammlung des wahren Hauses Israel wird also durch den Sohn Gottes erfolgen. Und zwar erst dann, wenn die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist.

(Siehe auch den Diskurs 08: „Die Sammlung Israels: bereits seit 1948 oder erst in der Endzeit?.”)


Zu dieser Zeit wird dann auch der zweite Teil der Prophezeiung weiter oben, aus Sach 12,10: „sie werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt”, seine Erfüllung finden, wie wir im Neuen Testament, in Mt 24,29-31, erkennen können.

Dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit

Mt 24,29 Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 24,30 Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. 24,31 Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende. Mt 24,29-31;


Es ist die Wiederkunft des Herrn zur Entrückung der Seinen, wenn er seine Engel aussenden wird zur Sammlung seiner Auserwählten. Und wie uns Johannes in der Offenbarung sagt, wird ihn dann jedes Auge - also alle Menschen auf Erden - sehen.

Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben.

Off 1,7 Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben, und wehklagen werden seinetwegen alle Stämme des Landes. Ja, Amen. 1,8 Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige. Off 1, 7- 8;


Mit diesem Ereignis der Wiederkunft des Herrn und der Entrückung geht einerseits die Zeit der Gemeinde auf Erden zu Ende, aber gleichzeitig auch die Zeit der Gnade und des Glaubens. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte jeder gerettet werden, der zum Glauben an Jesus Christus kam. Nunmehr ist die Zeit des Glaubens zu Ende. Alle Menschen haben den Sohn Gottes auf den Wolken kommen gesehen. Ein Glaube, dass es ihn gibt, ist also nun nicht mehr möglich - es ist sichtbare Realität geworden. Das hat schon der Herr dem Thomas gesagt, als dieser nicht an seine Auferstehung glauben wollte:

Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben

Jh 20,29 Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben! Jh 20,29;

(Siehe auch Diskurs 95: „Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben!”)


Und so zeigt sich, dass die Juden - und alle anderen Völker, welche dieses Ereignis sehen werden - nicht mehr zum Glauben kommen und daher auch nicht mehr entrückt werden können. Es gibt dann keinen Glauben mehr, sondern nur mehr Ehre und Lobpreis Gottes. Wie auch Thomas damals sagte: „Mein Herr und mein Gott”. Das Reich des Heiligen Geistes ist beendet, nun beginnt das Reich des Sohnes.

(Siehe auch die Tabelle 09: „Der Heilsplan Gottes und seine Auswirkungen auf die Schöpfung.”)



Ergebnis:

Wie man der obigen Analyse entnehmen kann, ist diese Argumentation von R. Pache auf Unkenntnis der Realitäten im Tausendjährigen Reich zurückzuführen. Auch werden die Schriftaussagen zur Entrückung von Mt 24,29-31; Off 1,7-8 und Sach 12,10-12 offensichtlich nicht in Zusammenhang gebracht und der Text von Mt 24,29: „Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage” wird konsequent ignoriert.

(Siehe auch den Diskurs 63: „Die Lebensbedingungen im Tausendjährigen Reich.”)



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Argument 18: Werden die „Botschafter Gottes” bereits vor der Großen Trübsal sicherheitshalber abberufen?)


Eine Bestätigung dafür, dass der Weggang der Gemeinde den Auftakt zur großen Trübsal gibt, finden wir schließlich in folgendem Gedanken: Paulus nennt die Gläubigen die Botschafter Gottes in dieser Welt, welche die Sünder ermahnen: Lasset euch versöhnen mit Gott! 2. Kor 5,20. Werden nun Botschafter, die den Frieden anbieten, schamlos abgewiesen und beschimpft, so ruft sie ihre Regierung zurück, und die Folge ist der Krieg. So wird auch einmal die Abberufung der Botschafter Gottes das furchtbare Gericht auslösen, dass Seine Sache zum Endsieg führen wird.



Dies ist natürlich alles andere als die Bestätigung einer Vorentrückung. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass gerade in dieser Großen Trübsal - wo sich diese „Botschafter” nach Meinung des Autors bereits vorher sicherheitshalber verabschieden wollen - nach der Schrift Hunderte Millionen von Gläubigen gelebt haben und gestorben sind (Off 7,14).

Und diese, in der Großen Trübsal umgekommenen Gläubigen, sieht dann auch Johannes anschließend in Off 7,13-17 im Himmel:

Diese sind's, die gekommen sind aus der großen Trübsal .

Off 7,13 Und einer der Ältesten fing an und sprach zu mir: Wer sind diese, die mit den weißen Kleidern angetan sind, und woher sind sie gekommen? 7,14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind's, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes. 7,15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. 7,16 Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze; 7,17 denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Off 7, 13-17;


Sie waren in dieser Großen Trübsal auf Erden und stehen nun, nach ihrer Auferweckung und Entrückung, vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht. Und wie der Älteste dem Johannes sagt, werden sie nun „nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze”, also alles Bedrängnisse, welche sie in ihrem Erdenleben hatten.

Die Große Trübsal ist noch kein Gericht Gottes, sondern erst die vom Menschen selbst verursachten Kriege, Seuchen, Katastrophen und Hungersnöte auf diesem Planeten. Jener Teil der Endzeitgemeinde, welcher in dieser Zeit durch Kriege, Hunger und Durst gestorben ist, wird gleich nach der Trübsal, bei der Wiederkunft des Herrn entrückt. Das Gericht Gottes und der Tag seines Zorns kommt erst mit den Schalengerichten.



Ergebnis:

Die weltlichen Botschafter mögen wohl bei den ersten Anzeichen von Kriegen und Katastrophen aus den Ländern, in welche sie entsandt wurden, in ihre Heimat flüchten. Für die Botschafter Gottes gilt hier ein ganz anderes Gesetz. Gerade in solchen Zeiten trennt sich die Spreu vom Weisen und zeigt sich der tatsächliche Charakter eines Botschafter Gottes: Sind ihm seine Mitmenschen egal und versucht er nur sein eigenes Leben zu retten oder ist er bereit auch sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen um Menschen auch in Grenzsituationen eine Hoffnung zu geben und zum Glauben zu führen.


Der erste und der zweite Antichrist     1. Teil, Diskurs 86