Diskurs 88 - David Pawson und die Interpretation der endzeitlichen Abläufe.




Zur Person von David Pawson

Das Buch „Der Weg zur Hölle”, von David Pawson.

Kommt der Herr erst bei der Ersten Auferstehung? / Buch David Pawson. S 149f

Die Erste Auferstehung.

Das Letzte Gericht.

Wie sieht das Leben im Tausendjährigen Reich aus?

Hat der Herr im Totenreich nur der Flut-Generation gepredigt? / Buch David Pawson. S 189ff


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Zur Person von David Pawson - aus Wikipedia, die freie Enzyklopädie)

David Pawson (geboren 1930) wird von vielen als der größte Bibellehrer in Großbritannien seit Charles H. Spurgeon vor einem Jahrhundert gesehen. Nach mehr als 50 Jahren Bibelunterricht ist die persönliche Reputation und Integrität von David Pawson von Skandalen unberührt geblieben. Aber aufgrund seiner Überzeugung, die biblische Lehre auch dann zu vertreten, wenn sie mit der überlieferten (kirchlichen) Tradition im Widerspruch steht, ist er selten unumstritten. Im Allgemeinen wird er jedoch für beides, seine Integrität und seine Überzeugung, auch von jenen respektiert, welche nicht mit ihm übereinstimmen. (…)

Seinen größten Einfluss übte Pawson, der einer methodistischen Familie entstammt, als Pastor des Millmead Centers aus, einer Baptistenkirche in Guildford, Surrey. Nachdem er zu einem breiteren Predigtdienst berufen wurde, verließ Pawson Millmead 1979 und widmete sich in einem weltweiten Reisedienst dem Bibelunterricht, welcher bis heute seine Hauptbeschäftigung ist. Er spricht häufig im Vereinigten Königreich, obwohl ihn seine Referate auch in viele andere Teile der Welt geführt haben, insbesondere nach Australien, Neuseeland, Süd Afrika, Niederlande, Israel, Südost Asien und die Vereinigten Staaten.

Derzeit wohnt David Pawson mit seiner Frau Enid in Basingstoke, Hampshire im südlichen England. Obwohl nunmehr schon älter geworden, ist er noch immer als Redner sehr beschäftigt und hat jährliche Veranstaltungen in Europa und zum Laubhüttenfest in Israel, wo seine Vorträge hohe Beachtung gefunden haben. Er spricht auch auf Einladung an verschiedenen Orten in Britannien. (Wikipedia-David Pawson)

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Das Buch „Der Weg zur Hölle”, von David Pawson.

Dieses Buch ist insbesondere vom seelsorgerlichen Aspekt her tatsächlich ganz ausgezeichnet. Es wird den Lesern der biblische Hintergrund des Themas erklärt, um sie in die Lage zu versetzen, ihre persönliche Situation selbst einzuschätzen und eventuell erforderliche Konsequenzen zu ziehen. Es ist damit das gleiche Konzept, welches auch hier bei Immanuel.at verfolgt wird. Aufgrund des schriftbasierten Prinzips, dass die richtige Lehre die Voraussetzung für den rechten Glauben bildet, wird die jeweilige Interpretation mit den zugehörigen Schriftstellen dokumentiert, sodass ein Vergleich und eine direkte Überprüfung der Aussagen unmittelbar ermöglicht wird.

Vielleicht kann man diese Vorgangsweise mit dem bekannten Wort über die Entwicklungshilfe für die Dritte Welt vergleichen: „Gib ihnen einen Fisch und du ernährst sie für einen Tag. Lehre sie fischen und du ernährst sie ein Leben lang”. Analog dazu gilt in der Seelsorge: „Predige den Menschen, dass sie verlorene Sünder sind und du ängstigst ihre Seelen für kurze Zeit. Lehre sie den Realitätsbezug der Bibel und die Konsequenzen der endzeitlichen Ereignisse, und sie werden selbst ihre hoffungslose Lage und ihre Rettungsbedürftigkeit erkennen”.

Dennoch laufen wir Exegeten immer wieder Gefahr, den einen oder anderen Zusammenhang zu übersehen oder aufgrund von falschen Grunderkenntnissen fehlerhaft zu interpretieren. Obwohl nun die Auslegungen im Buch von David Pawson zum überwiegenden Teil mit den Interpretationen, wie sie hier bei Immanuel.at vertreten werden, konform gehen, gibt es doch einige wenige derartiger Stellen, welche aufgrund ihrer möglichen Auswirkung auf das weitergehende Schriftstudium des Lesers, in der Folge aufgezeigt und kommentiert werden sollen.



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(Kommt der Herr erst bei der Ersten Auferstehung? / Buch David Pawson. S 149f)

Wenn man Offenbarung 20,4-6 für bare Münze nimmt, dann hat es den Anschein, als ob die Auferstehung der Gerechten bei der Wiederkunft des Herrn stattfinden werde und diese wiederum tausend Jahre vor der allgemeinen Auferstehung und dem letzten Gericht. (…) Wo passt nun Matthäus 25 hinein? Vor oder nach diesen „tausend Jahren”, denn diese Passage beschreibt ja ganz klar das letzte Gericht, findet jedoch zu dem Zeitpunkt statt, „… wenn der Sohn des Menschen kommen wird”? Die „Schafe” gehören zur „ersten” Auferstehung und die „Böcke” zur „zweiten” und doch empfangen hier beide gemeinsam ihr Urteil.

Es ist wirklich ein Puzzle, doch vielleicht kann man es lösen, wenn man die der Bibel eigene „prophetische Verkürzung” begreift, diese Verdichtung der Zukunft, die weit voneinander entfernte zukünftige Ereignisse in einem Bild vereint, um mit Nachdruck auf eine moralische Entscheidung hinzuweisen, die in der Gegenwart getroffen werden muss.


(Auszug aus dem Buch „Der Weg zur Hölle” (S 149) von David Pawson, Librairie Chrétienne CARREFOUR Nyon)



Die Erste Auferstehung.

Es ist nur zu verständlich, dass D. Pawson hier Probleme mit der Einordnung dieser endzeitlichen Ereignisse bekommt. Vermengt er doch die Auferweckung der Toten in Christus bei der Wiederkunft des Herrn mit der Ersten Auferstehung der Märtyrer unmittelbar vor dem Tausendjährigen Reich und das Lohngericht bei dieser Ersten Auferstehung wieder mit dem Letzten Gericht am Ende der Welt.

Doch der Reihe nach: Die Aussagen über die Erste Auferstehung finden wir in der Bibel in Off 20,4:

Die Seelen der Märtyrer wurden lebendig. Dies ist die Erste Auferstehung.

Off 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und ihnen wurde das Gericht übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um des Zeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier und sein Bild und die sein Zeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und regierten mit Christus tausend Jahre. 20,5 Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung. 20,6 Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre. Off 20, 4- 6;


Gleich im ersten Satz konkretisiert Johannes hier, dass es sich um die Seelen derer handelt, welche wegen ihres Glaubens „enthauptet” waren, also um Märtyrer. Bei der „Auferstehung der Gerechten bei der Wiederkunft des Herrn”, wie D. Pawson die Auferweckung und Entrückung bezeichnet, werden jedoch auch alle eines natürlichen Todes Verstorbenen in Christus auferweckt und mit den lebenden Gläubigen entrückt (1The 4,16-17). Davon können wir hier in Offenbarung 20,4 nichts lesen. Und diese Seelen der Enthaupteten werden hier auch nicht auferweckt, mit einem geistlichen Leib überkleidet und in den Himmel entrückt, wie Paulus weiter unten, in 1Kor 15,52-53 präzisiert, sondern ganz im Gegenteil sind sie bereits im Himmel, werden hier „lebendig”, also wieder körperlich und auf Erden als Priester und Könige herrschen.

Die Seelen dieser Märtyrer, die enthauptet worden waren um des Zeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen, finden wir auch schon weiter vorne in der Offenbarung, in Off 6,9-11. Wie der Text dort allerdings erklärt, ist ihre Zahl zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig, denn es werden, wie es dort heißt, noch weitere Märtyrer hinzukommen.

Die Geschlachteten um des Wortes Gottes und des Zeugnisses willen.

Off 6,9 Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. 6,10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Bis wann, heiliger und wahrhaftiger Herrscher, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? 6,11 Und es wurde ihnen einem jeden ein weißes Gewand gegeben; und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kurze Zeit abwarten sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet seien, die ebenso wie sie getötet werden sollten. Off 6, 9-11;


Und diese „Mitknechte (…), die ebenso wie sie getötet werden sollten” können wir dann in Off 13,15 lokalisieren, wo der dämonische Antichrist in den 42 Monaten seiner Herrschaft alle Menschen - und damit natürlich alle bekennenden Christen - töten lässt, welche sein Bild nicht anbeten. Daher wäre es auch äußerst verwunderlich, wenn es nach Ansicht von D. Pawson hier, zum Zeitpunkt der Ersten Auferstehung in Off 20,4, noch bekennende Christen auf Erden geben würde, welche bei einer angeblichen Wiederkunft des Herrn, lebend entrückt werden könnten (siehe weiter unten 1The 4,17).

Auch würden die Gläubigen dann sämtlichen Plagen am Tag des Zornes Gottes (Off 16,1-21) ausgesetzt gewesen sein, obwohl uns Paulus in 1The 5,9 versichert: „Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus”. Auch die Wiederkunft des Herrn wäre hier, bei der Ersten Auferstehung, erst nach seinem Erscheinen zur Schlacht von Harmagedon und dem Sieg über den Antichrist und dessen falschen Propheten (Off 19) und demzufolge nicht sein zweites, sondern sein drittes Kommen usw. usf.

Doch die Wiederkunft des Herrn lässt sich zeitlich in der Offenbarung sehr leicht einordnen. Jene Kennzeichen, welche der Herr hier unten, in Mt 24,29-31 über seine Ankunft zur Auferweckung und Entrückung der Auserwählten prophezeit hat, finden wir gleich im Anschluss an den weiter oben zitierten Schrifttext über die Märtyrer, in Off 6,12-14 - wie sonst nirgendwo in der Schrift - fast wörtlich bestätigt.

Die Sonne verfinstert, der Mond ohne Schein und die Sterne fallen vom Himmel.

Mt 24,29 Sogleich aber nach der Trübsal jener Zeit wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 24,30 Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. 24,31 Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Mt 24,29-31;

Die Sonne schwarz, der Mond wie Blut und die Sterne des Himmels fallen auf die Erde.

Off 6,12 Und ich sah, als es das sechste Siegel öffnete: und es geschah ein großes Erdbeben; und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut, 6,13 und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum, geschüttelt von einem starken Wind, seine Feigen abwirft. 6,14 Und der Himmel schwand dahin wie ein Buch, das zusammengerollt wird, und jeder Berg und jede Insel wurden von ihren Stellen gerückt. Off 6,12-14;


Obwohl sich auch an einigen Stellen des Alten Testaments Prophezeiungen auf das Verfinstern von Sonne und Mond finden lassen, gibt es doch keine einzige weitere Stelle in der Schrift, wo dies im Zusammenhang mit den vom Himmel auf die Erde fallenden Sternen und den ins Wanken geratenden Kräften des Himmels bzw. sein Dahinschwinden wie ein Buch, das zusammengerollt wird, geschieht.

(Siehe auch Kapitel 12: „Die Auferstehung” / Auferweckung und Auferstehung, Die Erste Auferstehung.)


Von der tatsächlichen Wiederkunft des Herrn und der Auferweckung und Entrückung prophezeit auch Paulus in seinem jeweils ersten Brief an die Korinther und Thessalonicher:

Der Herr wird herabkommen vom Himmel, zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen.

1The 4,15 Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. 4,16 Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. 4,17 Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. 1The 4,15-17;

Die Toten werden auferweckt unverweslich, und wir werden verwandelt werden.

1Kor 15,50 Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit. 15,51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; 15,52 und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen, und die Toten werden auferweckt unverweslich, und wir werden verwandelt werden. 15,53 Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit. 15,54 Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht (Jesaja 25,8; Hosea 13,14): »Der Tod ist verschlungen vom Sieg. 15,55 Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?« 1Kor 15,50-55;

(Siehe auch Kapitel 062: „Die Wiederkunft des Herrn” / Die Entrückung.)


Wie man sieht, bringt die Vermengung dieser beiden endzeitlichen Geschehen - Wiederkunft des Herrn und Erste Auferstehung - nicht nur jene Probleme mit sich, welche D. Pawson oben mit der Annahme einer „prophetischen Verkürzung” zu erklären versucht, sondern führt sukzessive und zwangsläufig von einem Fehlschluss in den anderen, bis daraus eine Interpretation wird, welche mehr Fragen aufwirft, als sie lösen kann. Und es ist interessant festzustellen, dass alle diese Probleme allein durch die Nichtbeachtung eines einzigen Wortes - nämlich „enthauptet” in Off 20,4 - ausgelöst werden.

Wenn es aber nach D. Pawson nicht die Märtyrer sind, welche in Off 20,4 lebendig werden, sondern die ganze Gemeinde, kann auch die Aussage in Off 20,6: „sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre” nicht auf die Märtyrer, sondern muss natürlich auf die ganze Gemeinde bezogen werden. Abgesehen davon, dass man mit Hunderten Millionen, wenn nicht Milliarden von Königen im Millennium wahrscheinlich mehr Könige als Untertanen hätte, beraubt man die Gemeinde des Vorrechts nach der Schrift, während des Tausendjährigen Reichs bereits im Himmel beim Herrn zu sein.

(Siehe auch Diskurs 38: „Was erwartet Christen und Juden bei der Wiederkunft des Herrn?”)


Der Grund für eine derartige Auslegung - und das Ignorieren des Wortes „enthauptet” in Off 20,4 -, liegt aber oft gerade in diesem letzten Satz in Off 20,6. Es ist dort von „Königen” und „herrschen” die Rede und viele Ausleger sehen die Gemeinde, zu der sie selbst ja auch gehören - christliche Demut hin oder her - im Millennium lieber als Könige auf Erden herrschen, denn als Knechte Gottes im Himmel dienen. So schreibt denn auch D. Pawson:

„Wer in früheren Zeiten für ihn (Christus Anm.) "ausgeharrt" hat, wird jetzt gemeinsam mit ihm "herrschen". (…) Gottes Volk, das so lange von den Regierungen der Welt unterdrückt wurde, wird dann die Weltregierung stellen! (…) Die so "Gesegneten" werden sowohl Priester als auch Könige sein. Mittler als auch Monarchen auf Erden. (S 207f)”


Abgesehen von der an sich zweifelhaften Ansicht, dass das Regieren auf Erden - ob nun zu Lebzeiten oder im Millennium - ein erstrebenswertes Ziel für den rechtgläubigen Christen ist, muss man hier die ernste Frage stellen, ob alle jene Gläubigen der Gemeinde aller Zeiten - also auch wir jetzt lebenden Christen -, welche ihr Leben nicht wegen ihres Glaubens lassen mussten, sich redlicherweise einen Platz unter den getöteten Märtyrern bei der Ersten Auferstehung und als Priester und Könige im Tausendjährigen Reich zuschreiben können.

Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden.

Lk 14,11 Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Lk 14,11;



Wie sieht das Leben im Tausendjährigen Reich aus?

Auch über die Lebensbedingungen im Tausendjährigen Reich gibt es in weiten Teilen der Gemeinde die Auffassung, es würden dann „paradiesische Zustände” auf Erden herrschen. Hier hat D. Pawson jedoch die wahre biblische Realität im Wesentlichen durchaus erkannt. Er schreibt:

„Die unerschütterliche Hoffnung der Menschheit auf ein "Goldenes Zeitalter" wird endlich wahr werden. Ja, das Paradies wird neu erobert werden. Ein solch idyllisches Leben wäre ganz sicher der Himmel auf Erden und könnte ewig dauern.

Doch der Schein kann trügen. Eine ideale Regierung und ideale Umweltbedingungen können vielleicht die menschliche Sehnsucht nach Frieden und Wohlstand befriedigen, aber nicht das Wesen des Menschen verändern. Wenn eine Diktatur des Wohlwollens derart gute Früchte hervorbringt, sind die Menschen vielleicht mit ihr zufrieden, bis ihnen die Gelegenheit geboten wird, sich von dieser Autorität zu befreien. Wenn der Teufel am Ende des Millenniums freigelassen wird und die Angelegenheiten der Menschen wieder beeinflussen kann, ist er nach wie vor in der Lage, Haß auf die Menschen und Orte zu säen, die mit Gott assoziiert werden. (S 208)”


Nach den tausend Jahren, wird Satan los werden für eine kleine Zeit.

Off 20,1 Und ich sah einen Engel vom Himmel herabfahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. 20,2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn für tausend Jahre, 20,3 und warf ihn in den Abgrund und verschloss ihn und setzte ein Siegel oben darauf, damit er die Völker nicht mehr verführen sollte, bis vollendet würden die tausend Jahre. Danach muss er losgelassen werden eine kleine Zeit. Off 20, 1- 3;

Er wird die Völker der Erde zum Kampf versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer.

Off 20,7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan losgelassen werden aus seinem Gefängnis 20,8 und wird ausziehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, Gog und Magog, und sie zum Kampf zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer. Off 20, 7- 8;


Es sind diese obigen Schriftstellen, auf welche sich D. Pawson bezieht und man erkennt: diese geistige Wende so vieler Menschen am Ende des Millenniums kann nicht innerhalb kürzester Zeit geschehen sein. Und nachdem nicht anzunehmen ist, dass Satan nach seinem Loswerden aus dem Gefängnis noch Jahrhunderte Zeit hätte, um einen solchen Umschwung herbeizuführen, bleibt nur die Erkenntnis, dass viele Menschen auch schon im Millennium, im Angesicht des lebendigen Gottes auf Erden, nicht bereit sind, diesen Gott anzuerkennen, sondern sich von ihm abwenden und auf den satanischen „Befreier” warten. Das belegen auch die folgenden Schriftstellen, welche sich auf das Tausendjährige Reich beziehen:

Das Volk unter den Heiden, das nicht hören will, wird der Herr vernichten.

Jer 12,16 Und es soll geschehen, wenn sie von meinem Volk lernen werden, bei meinem Namen zu schwören: So wahr der HERR lebt!, wie sie mein Volk gelehrt haben, beim Baal zu schwören, so sollen sie inmitten meines Volks wohnen. 12,17 Wenn sie aber nicht hören wollen, so will ich solch ein Volk ausreißen und vernichten, spricht der HERR. Jer 12,16-17;

Das Geschlecht, das nicht nach Zion kommt anzubeten, über das wird es nicht regnen.

Sach 14,16 Und alle, die übriggeblieben sind von allen Heiden, die gegen Jerusalem zogen, werden jährlich heraufkommen, um anzubeten den König, den HERRN Zebaoth, und um das Laubhüttenfest zu halten. 14,17 Aber über das Geschlecht auf Erden, das nicht heraufziehen wird nach Jerusalem, um anzubeten den König, den HERRN Zebaoth, über das wird es nicht regnen.

14,18 Und wenn das Geschlecht der Ägypter nicht heraufzöge und käme, so wird auch über sie die Plage kommen, mit der der HERR alle Heiden schlagen wird, wenn sie nicht heraufkommen, um das Laubhüttenfest zu halten. 14,19 Darin besteht die Sünde der Ägypter und aller Heiden, dass sie nicht heraufkommen, um das Laubhüttenfest zu halten. Sach 14,16-19;

Und die Völker, die dir nicht dienen wollen, sie sollen verwüstet werden.

Jes 60,12 Denn welche Völker oder Königreiche dir nicht dienen wollen, die sollen umkommen und die Völker verwüstet werden. Jes 60,12;


Speziell solche Aussagen, wie u.a. im Text hier oben, in Jes 60, zeigen übrigens auch auf, dass sich all die Prophezeiungen der Schrift, welche die außerordentlich gesegneten Lebensumstände im Millennium, also das „Goldene Zeitalter” verheißen, nicht auf die ganze Welt beziehen, wie oft vermutet wird, sondern ausschließlich auf Israel und seine weitere geografische Umgebung (etwa bis in den heutigen Irak).

Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt der HERR auf.

Jes 60,1 Steh auf, werde licht! Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit des HERRN ist über dir aufgegangen. 60,2 Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt der HERR auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. 60,3 Und es ziehen Nationen zu deinem Licht hin und Könige zum Lichtglanz deines Aufgangs. 60,4 Erhebe ringsum deine Augen und sieh! Sie alle versammeln sich, kommen zu dir: deine Söhne kommen von fern her, und deine Töchter werden auf den Armen herbeigetragen. - 60,5 Dann wirst du es sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird beben und weit werden; denn die Fülle des Meeres wird sich zu dir wenden, der Reichtum der Nationen zu dir kommen. Jes 60, 1- 5;


Und es geht aus diesen Texten auch ziemlich klar hervor, wer das tatsächliche Volk Gottes auf Erden im Tausendjährigen Reich sein wird: Es ist Zion, also Israel, dessen Söhne von fern her kommen, und dessen Töchter von den Nationen auf den Armen herbeigetragen werden und Jakob wird das Haupt der Nationen sein.

Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzt über das Haupt der Nationen!

Jer 31,7 Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzt über das Haupt der Nationen! Verkündet, lobsingt und sprecht: Gerettet hat der HERR sein Volk, den Überrest Israels! 31,8 Siehe, ich bringe sie herbei aus dem Land des Nordens und sammle sie von dem äußersten Ende der Erde, unter ihnen Blinde und Lahme, Schwangere und Gebärende, sie alle zusammen; als eine große Volksversammlung kehren sie hierher zurück. 31,9 Mit Weinen kommen sie, und unter Flehen führe ich sie. Ich bringe sie zu Wasserbächen auf einem ebenen Weg, auf dem sie nicht stürzen. Denn ich bin Israel wieder zum Vater geworden, und Ephraim ist mein Erstgeborener. 31,10 Hört das Wort des HERRN, ihr Nationen, und meldet es auf den fernen Inseln und sagt: Der Israel zerstreut hat, wird es wieder sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde! Jer 31, 7-10;

(Siehe auch Diskurs 63: „Die Lebensbedingungen im Tausendjährigen Reich.”)



Das Letzte Gericht.

Aus der eingangs zitierten Aussage von D. Pawson lässt sich jedoch noch eine weitere problematische Zuordnung erkennen. Er stellt dort einen Zusammenhang zwischen dem, in Off 20,4 erwähnten Gericht und dem Letzten Gericht her und schreibt:

„Wenn man Offenbarung 20 für bare Münze nimmt, dann hat es den Anschein, als ob die Auferstehung der Gerechten bei der Wiederkunft des Herrn stattfinden werde und diese wiederum tausend Jahre vor der allgemeinen Auferstehung und dem letzten Gericht. (…) Wo passt nun Matthäus 25 hinein? Vor oder nach diesen "tausend Jahren", denn diese Passage beschreibt ja ganz klar das letzte Gericht, findet jedoch zu dem Zeitpunkt statt, "… wenn der Sohn des Menschen kommen wird"? Die "Schafe" gehören zur "ersten" Auferstehung und die "Böcke" zur "zweiten" und doch empfangen hier beide gemeinsam ihr Urteil. (S 149)”


Zum Einen wird hier nicht erkannt, dass das Gericht in Off 20,4 nicht das Letzte Gericht, sondern das Lohngericht für die Gläubigen und hier die Märtyrer ist, die ja danach auch lebendig werden und auf Erden herrschen.

Wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden

2Kor 5,10 Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses. 2Kor 5,10;

Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen.

1Kor 3,11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 3,12 Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, 3,13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer geoffenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen. 3,14 Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; 3,15 wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer. 1Kor 3,11-15;


Durch dieses Missverständnis ergibt sich aber wieder die Schwierigkeit, dass hier anscheinend ein Teil des Letzten Gerichts vor dem Millennium und ein zweiter Teil - das tatsächliche Letzte Gericht (Weltgericht, Off 20,11-15) - nach dem Millennium anzusetzen wäre.

Um nun dieses Problem zu lösen, postuliert D. Pawson eine Trennung des Letzten Gerichts: Die Gläubigen („Schafe”) werden vor dem Millennium gerichtet und die Ungläubigen („Böcke”) danach. Dass dies in krassem Widerspruch zu Mt 25,31-32 hier unten steht, wo beide Gruppen absolut zur gleichen Zeit gerichtet werden, wird durchaus erkannt: „Wo passt nun Matthäus 25 hinein?”. Doch dann wird gleich der nächste falsche Schluss gezogen und diese Diskrepanz mit der „Verdichtung der Zukunft” in der Bibel begründet (siehe Zitat am Beginn).

Und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet.

Mt 25,31 Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen 25,32 und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet.» Mt 25,31-32;

(Siehe auch Kapitel 13: „Das Weltgericht.”)


Eine weitere Unvereinbarkeit mit einer Zweiteilung des Letzten Gerichts und der Zuordnung des zweiten Teils, nach dem Millennium, ausschließlich für die „Böcke” (Gottlosen), hat D. Pawson erst gar nicht erwähnt: in den tausend Jahren des Millenniums werden natürlich auch Menschen sterben (Jes 65,18-20). Und zwar sowohl Gute als auch Böse. Wenn aber das abschließende Gericht nur für die Bösen reserviert ist, wann und wo würden dann die Gerechten aus dem Millennium gerichtet?

Als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer sie nicht erreicht, gilt als verflucht.

Jes 65,18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur Freude, 65,19 und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 65,20 Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. Jes 65,18-20;

(Siehe auch Kapitel 10: „Das Millennium.”)


Die Predigt des Herrn im Totenreich.

(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Hat der Herr im Totenreich nur der Flut-Generation gepredigt? / Buch David Pawson. S 189ff)

Jesu Antwort auf die Frage nach seinem Verbleib und seinen Aktivitäten zwischen seinem Tod und seiner Auferstehung finden wir vielleicht in einem Brief, den Petrus viele Jahre später geschrieben hat und der eine ganz außergewöhnliche Information enthält. (…)

Wenn man diese Schriftstelle (1Ptr 3,17-4,6) ganz unkompliziert und so wie sie dasteht betrachtet, hat es den Anschein, als wäre Jesus zu jenen gegangen, die schon tot waren (deshalb auch in den „Hades”), um ihnen das Evangelium zu predigen! Doch nicht allen; seine Zuhörerschaft war genau die Generation, die zur Zeit Noahs in der Flut ertrunken war.


(Auszug aus dem Buch „Der Weg zur Hölle” (S 189ff) von David Pawson, Librairie Chrétienne CARREFOUR Nyon)



In diesem Geist ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt

1Ptr 3,18 Denn es hat auch Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe, zwar getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. 3,19 In diesem ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt, 3,20 die einst ungehorsam gewesen waren, als die Langmut Gottes in den Tagen Noahs abwartete, während die Arche gebaut wurde, in die wenige, das sind acht Seelen, durchs Wasser hindurch gerettet wurden. 1Ptr 3,18-20;


Die obige Interpretation von D. Pawson gründet sich überraschenderweise ausschließlich auf 1Ptr 3,18-20. Die Feststellung: „seine Zuhörerschaft war genau die Generation, die zur Zeit Noahs in der Flut ertrunken war” steht daher im Widerspruch zu den Aussagen des Petrus einige Verse später, wo dieser konkretisiert, dass das Evangelium allen Toten verkündigt worden ist.

Denn dazu ist auch den Toten gute Botschaft verkündigt worden.

1Ptr 4,6 Denn dazu ist auch den Toten gute Botschaft verkündigt worden, damit sie zwar den Menschen gemäß nach dem Fleisch gerichtet werden, aber Gott gemäß nach dem Geist leben möchten. 1Ptr 4, 6;


In der weiteren Folge der Argumentation wird auch klar, warum von D. Pawson gerade dieser Ansatz gewählt wurde: Die Aussage des Petrus in 1Ptr 4,6, dass allen Toten das Evangelium verkündigt worden ist, hat viele Prediger und so manche bekannte Ausleger, wie z.B. William Barclay, dazu verleitet, darin eine „zweite Chance” zu sehen. Es wird daraus gefolgert, dass die Menschen nach ihrem Tod noch eine zweite Möglichkeit bekommen würden sich zu bekehren.

Das ist natürlich völliger Unsinn, aber wie bei vielen Fehlinterpretationen kann das eine große Gefahr für die Menschen sein, ihre eigene Situation und die unbedingte Notwendigkeit einer Bekehrung noch zu Lebzeiten, falsch einzuschätzen. Und um dies von vorneherein auszuschließen, legt man den Schwerpunkt bei der Auslegung dieser Schriftstelle auf 1Ptr 3,19 und interpretiert dann diese Aussage in 1Ptr 4,6 als zugehörig und ebenfalls auf die Flut-Generation bezogen, anstatt beide getrennt zu betrachten.

Wenn man diese Schriftstelle (1Ptr 3,17-4,6) jedoch tatsächlich „ganz unkompliziert und so wie sie dasteht” betrachtet, wie das D. Pawson oben vorschlägt, erkennt man, dass sich die Aussage von 1Ptr 3,19 nicht auf Menschen beziehen kann. Wenn dort von „Geistern im Gefängnis” (nicht „Hades”, also Totenreich, wie Pawson fälschlich meint, sondern „Gefängnis”, [grie.: julakh / phylake]) die Rede ist, lässt sich in der ganzen Schrift keine Stelle finden, welche Menschen als (böse) Geister bezeichnet. Und auch das „Gefängnis” ist uns in der Schrift als Aufbewahrungsort (Abgrund [hebr.: abbadon, grie.: tartaros]) für sündige Engel und Dämonen bekannt. Abgesehen davon, lehrt uns die Schrift, dass Totenreich [hebr.: scheol, grie.: hades] und Abgrund zwei völlig verschiedene Bereiche der Unterwelt sind (Spr 15,11; 27,20; Lk 8,31, Off 11,7; 17,8; 20,3).

Petrus selbst spricht dann auch in seinem zweiten Brief von den Engeln, „die gesündigt haben”, welche Gott in den Abgrund überliefert hat.

Gott hat die Engel, die gesündigt hatten, nicht verschont, sondern sie in finsteren Höhlen des Abgrundes gehalten

2Ptr 2,4 Denn wenn Gott Engel, die gesündigt hatten, nicht verschonte, sondern sie in finsteren Höhlen des Abgrundes gehalten und zur Aufbewahrung für das Gericht überliefert hat; 2Ptr 2, 4;


Im Brief des Judas erkennen wir dann auch den konkreten Hintergrund der Sünde, welcher sich diese Engel schuldig gemacht haben:

Engel, die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrt haben, hat er zum Gericht unter Finsternis verwahrt.

Jud 1,5 Ich will euch aber, obwohl ihr alles wißt, erinnern, daß der Herr, nachdem er das Volk einmal aus dem Land Ägypten gerettet hatte, zum zweitenmal die vertilgte, die nicht geglaubt haben; 1,6 und Engel, die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrt, sondern ihre eigene Behausung verlassen haben, hat er zum Gericht des großen Tages mit ewigen Fesseln unter Finsternis verwahrt. Jud 1, 5- 6;


Diese Engel haben also ihre Domäne, ihren Herrschaftsbereich im Himmel, verlassen. Es war dies aber nicht nur eine physische Übertretung des ihnen zugewiesenen Bereiches, sondern sie haben auch die ihnen von Gott zugedachten moralischen Grenzen überschritten, wie wir in 1Mo 6,4 erfahren.

Als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren.

1Mo 6,4 In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde, und auch danach, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren. Das sind die Helden, die in der Vorzeit waren, die berühmten Männer. 1Mo 6, 4;


Wenn wir es also richtig sehen, sind dies die „Geister im Gefängnis”, von welchem Petrus in 1Ptr 3,19 schreibt und welchen der Herr nach seinem Tod und während seines Aufenthaltes in den „unteren Teilen der Erde” (Eph 4,9) gepredigt hat.

Und nun ist leicht zu erkennen, dass es zwischen 1Ptr 3,19 („Geister im Gefängnis”, also im Abgrund) und 1Ptr 4,6 („Die Toten”, also im Totenreich) gar keine gemeinsame Beziehung geben kann. Es sind zwei verschiedene Orte in der Unterwelt (Abgrund bzw. Totenreich), haben verschiedene Insassen (Dämonen bzw. Menschen) und die Aussagen des Petrus sagen ganz einfach und unkompliziert, dass der Herr sowohl bei den Einen, als auch bei den Anderen das Evangelium gepredigt hat.

Das heißt aber in Konsequenz, dass der Herr damals nicht nur der Flut-Generation, sondern allen Toten die Rettung aus Gnade verkündet hat. Bei genauerer Betrachtung ist dies auch durchaus verständlich. Alle Menschen, welche bis zu Jesu Tod gestorben sind, konnten dieses Angebot zur Rettung noch nicht für sich in Anspruch nehmen, weil zu ihren Lebzeiten dieses Opfer noch nicht erbracht worden war. Nunmehr, nach dem Opfertod des Sohnes Gottes am Kreuz, sollten nach der Gerechtigkeit Gottes nicht nur die Lebenden, sondern auch alle bis dahin verstorbenen Menschen die Möglichkeit erhalten, den stellvertretenden Tod des Herrn für ihre Sünden persönlich für sich in Anspruch zu nehmen.

Daraus ist nun zu erkennen, dass die gute Botschaft der Erlösung aus Gnade, durch das Loskaufopfer des Sohnes Gottes, tatsächlich allen Menschen verkündigt wird. Allen Menschen, welche bis zum Tod des Herrn gestorben sind, damals im Totenreich durch den Herrn selbst. Allen Menschen, welche seit diesem Zeitpunkt auf diese Welt gekommen sind, durch die Verkündigung der christlichen Nachfolge. Und noch ein Zweites können wir daraus ersehen: die absolute Gerechtigkeit Gottes. Es wird keiner vergessen. Niemand, kein einziger Mensch der je gelebt hat und noch je leben wird, kann einmal beim Gericht sagen, er sei ungerecht behandelt worden.

Obwohl nun D. Pawson den richtigen Schluss zieht, wenn er schreibt: „Warum sollte eine Generation das Vorrecht einer zweiten Chance genießen, es sein denn, sie hat noch nicht einmal die normale erste gehabt?” (S 193), übersieht er, dass es hier ja nicht nur um die Flut-Generation, sondern um alle Menschen geht, welche bis zum Opfertod des Herrn gestorben sind, welche diese Chance noch nicht hatten. Daher ist seine Ansicht, es wäre damals nur den Toten der Flut-Generation vom Herrn das Evangelium gepredigt worden, in sich unlogisch und wirft natürlich sofort die Frage auf, weshalb hier von Gott eine Ausnahme gemacht wurde. Um diese „Ausnahme von der Regel” zu begründen, bedarf es dann wieder einer letztlich doch eher unglaubwürdigen Argumentation und zudem bleibt die Frage im Raum, ob es nicht doch irgendwie eine „zweite Chance” geben könnte.

Mit der obigen Analyse steht jedoch eindeutig fest, dass es keine Ausnahme gibt - ja geben kann. Sondern dass die Toten damals nur jenes Angebot erhielten, welches seit dem Tod des Herrn auch die Lebenden annehmen können: die Vergebung ihrer Sünden durch die Annahme des Loskaufopfers des Sohnes Gottes am Kreuz.