Diskurs 98 - Das fünfte Königreich im Traum des Nebukadnezar: Amerika?




Haben sich in den letzten 2000 Jahren keine Prophezeiungen erfüllt? / Kommentar anonym 00, 2009-04-08

Nebukadnezars Traum von dem großen Standbild.

Die Deutung durch Daniel.

Das Babylonische Reich

Das Persische Reich.

Das Griechische Reich.

Das Römische Reich.

Das fünfte Königreich.

Ein sechstes Königreich?

Der Traum des Nebukadnezar: ist das fünfte Königreich eine „Füllung”? / Kommentar Karl-Heinz Wolschke 00, 2009-06-14



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren)

(Haben sich in den letzten 2000 Jahren keine Prophezeiungen erfüllt? / Kommentar anonym 00, 2009-04-08)

Würde sich die Folge der Ereignisse, die auf der Erde zu erwarten sind, gravierend ändern, wenn die 70 Jahrwochen des Buches Daniel eine Zeiteinheit darstellen?

Ich finde Ihren Versuch eine Gesamtsicht gelungen. Dass allerdings in 70 Jahrwochen zwischen 69. und 70. Woche eine 2000-jährige Episode eingefügt sein soll, ist für mich nie und nimmer überzeugend.

Ich bin sehr interessiert zu verstehen, was die Bibel über die Zukunft sagt. Es gibt einige weit entwickelte Modelle, die die biblischen Prophetien erklären. Keins dieser verbreiteten Modelle erscheint mir glaubwürdig. Sie haben in der Regel zwei Annahmen gemacht: 1. Es gibt eine Art heimlicher Entrückung (nach Thessalonicher), und 2. es gibt eine 7-jährige Endzeit, in deren Mitte das Opfer abgeschafft wird (nach Daniel).

Ich bin kein studierter Theologe, aber beide Annahmen sind in meinen Augen unhaltbar: In Thessalonicher steht etwas von einer Posaune, also kann es nicht heimlich sein, und in Daniel gibt es keinen Hinweis, dass 70 Wochen keine zusammenhängenden 70 Wochen sind. (Rechnet man 360 Tage pro Jahr, kommt man nach 69 Jahrwochen auf Christus, und im Jahr 70 wurde tatsächlich das Opfer abgeschafft.) Auf meiner Suche nach vernünftigen Orientierungshilfen zur biblischen Prophetie habe ich mir darum vorgenommen, die Modelle zu übergehen, die Annahme 1 oder 2 enthalten. Ich befürchte, dass durch diese zwei falschen Annahmen sehr viel in Mitleidenschaft gezogen wird. Das war ja auch meine Anfrage an Sie.


Der Besucher aus Deutschland will anonym bleiben.



Danke für Ihr freundliches Urteil und Ihren Kommentar. - Die Auffassung, dass die 70. Jahrwoche gleich im Anschluss an die 69. Jahrwoche noch im 1. Jahrhundert stattgefunden hätte, teilen Sie mit den Präteristen, welche die Meinung vertreten, dass der gesamte Heilsplan Gottes bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. abgelaufen ist.

(Siehe auch den Diskurs 35: „Der präteristische Ansatz: Hat die Endzeit bereits stattgefunden?”)


Mit Ihrer Ansicht, dass die Wiederkunft des Herrn nicht heimlich erfolgen kann, haben Sie natürlich völlig recht! Mehr noch: der Herr selbst sagt uns in seiner Endzeitrede:

Denn wie der Blitz ausfährt von Osten und bis nach Westen leuchtet, so wird die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.

Mt 24,27 Denn wie der Blitz ausfährt von Osten und bis nach Westen leuchtet, so wird die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. 24,28 Wo das Aas ist, da werden sich die Adler versammeln. 24,29 Aber gleich nach der Bedrängnis (Off 7,14!) jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen (Off 6,12-14!), und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 24,30 Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. 24,31 Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende. Mt 24,27-31;


Wenn er also erscheinen wird wie der Blitz, der von Osten bis nach Westen über dem ganzen Erdball leuchtet und wenn sie ihn kommen sehen werden, auf den Wolken des Himmels (die Erfüllung von Mt 26,64!) so kann das absolut nicht heimlich sein. Auch ich argumentiere immer wieder gegen diese weit verbreitete falsche Auffassung.

(Siehe auch den Diskurs 12: „Muss die Endzeitgemeinde zur Entrückung einen Bergungsort aufsuchen?”)


Auch Ihre zweite Argumentation im Hinblick auf die Zeit von 2000 Jahren zwischen dem Tod des Herrn und den endzeitlichen Ereignissen ist durchaus verständlich, wenn man die Analyse ausschließlich auf Basis der Aussagen von Daniel Kapitel 9 durchführt. Doch wir haben - auch bei Daniel - eine weitaus bessere Option, um, wie Sie schreiben: „die Ereignisse, die auf Erden zu erwarten sind” zu verfolgen und zu verifizieren. Und zwar nicht nur seit 2000 Jahren, sondern nahezu seit dem Beginn der Weltgeschichte und bis zu ihrem Ende.

Es ist die Prophezeiung, welche König Nebukadnezar II. von Gott in einem Traum erhalten hatte und welche ihm von Daniel mit der Hilfe Gottes gedeutet werden konnte. König Nebukadnezar von Babel hatte einen Traum von einem glänzenden Standbild. Diesen Traum wollte der König von seinen Wahrsagepriestern, Beschwörern und Zeichendeutern erklärt haben. Als diese kamen, wollten sie aber zuerst vom König den Traum wissen, damit sie ihn deuten konnten. Doch der König vermutete, dass sie ihn betrügen wollten und verlangte von ihnen zum Beweis ihrer Fähigkeit, eine Deutung des Traums ohne dass sie den Inhalt vorher gehört hatten. Als diese nun erklärten, dass sie nicht in der Lage wären einen Traum zu deuten, dessen Inhalt ihnen nicht bekannt war, wurde der König zornig und befahl alle Weisen von Babel umzubringen.

Nachdem auch Daniel zu den Weisen in Babel gezählt wurde, sollte auch er getötet werden. Doch er erbat sich eine Frist um selbst dem König den Traum zu deuten. In der darauffolgenden Nacht betete er mit seinen Gefährten zu Gott um Hilfe in dieser Sache und bekam in einem Traum die Deutung des Geheimnisses dieses Standbildes geoffenbart, welche er am nächsten Tag dem König vortrug.



Nebukadnezars Traum von dem großen Standbild.

Der Gott im Himmel lässt den König Nebukadnezar wissen, was am Ende der Tage geschehen wird.

Dan 2,28 Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart; und er läßt den König Nebukadnezar wissen, was am Ende der Tage geschehen wird. Dein Traum und die Gesichte deines Hauptes auf deinem Lager waren diese: 2,29 Dir, o König, stiegen auf deinem Lager Gedanken auf, was nach diesem geschehen werde. Und der die Geheimnisse offenbart, er hat dich wissen lassen, was geschehen wird. 2,30 Mir aber ist nicht durch Weisheit, die in mir mehr als in allen Lebenden wäre, dieses Geheimnis geoffenbart worden, sondern deshalb, damit man den König die Deutung wissen lasse und du die Gedanken deines Herzens erfährst. 2,31 Du, o König, schautest: Und siehe, ein großes Bild! Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz außergewöhnlich; es stand vor dir, und sein Aussehen war furchtbar.
2,32 Dieses Bild, sein Haupt war aus feinem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Bronze, 2,33 seine Schenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton. 2,34 Du schautest, bis ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände, und das Bild an seinen Füßen aus Eisen und Ton traf und sie zermalmte. 2,35 Da wurden zugleich das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie wurden wie Spreu aus den Sommertennen; und der Wind führte sie fort, und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden. Und der Stein, der das Bild zerschlagen hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde. 2,36 Das ist der Traum. Und seine Deutung wollen wir vor dem König ansagen. Dan 2,28-36;



Die Deutung durch Daniel.

Du bist das Haupt, nach dir werden noch fünf Königreiche kommen.

Dan 2,37 Du, o König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels die Königsherrschaft, die Macht und die Stärke und die Ehre gegeben hat 2,38 - und überall, wo Menschenkinder, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels wohnen, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gesetzt -, du bist das Haupt aus Gold. 2,39 Und nach dir wird ein anderes Königreich erstehen, geringer als du, und ein anderes, drittes Königreich, aus Bronze, das über die ganze Erde herrschen wird. 2,40 Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, deshalb weil das Eisen alles zermalmt und zerschmettert; wie das Eisen, das alles zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern. 2,41 Und daß du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast: das wird ein geteiltes Königreich sein; aber von der Festigkeit des Eisens wird etwas in ihm sein, weil du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast. 2,42 Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: zum Teil wird das Königreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich sein. 2,43 Daß du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast: sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen läßt. Dan 2,37-43;


Wie nun der Deutung dieses Traumes hier oben zu entnehmen ist, erhielt Nebukadnezar in diesem Traum eine Prophezeiung auf die nach ihm kommenden Weltreiche. Er selbst, Nebukadnezar - und damit das ganze Babylonische Reich - ist also das goldene Haupt. Nach ihm wird ein anderes Reich aufkommen und es wird „geringer” sein als sein Reich. Aus der Geschichte wissen wir, dass auf die babylonische Herrschaft das Medo-Persische Reich folgte und durch die beiden Arme, welche zu diesem „silbernen” Reich gehören, die Herrschaftskoalition zwischen Medern und Persern angedeutet sein könnte.

Das dritte, „bronzene/kupferne” Reich wird ausdrücklich als Weltreich bezeichnet, es wird „über alle Länder herrschen”. Es war das griechische Reich unter Alexander dem Großen, welcher innerhalb kürzester Zeit fast die ganze damalige Völkerwelt erobert hat.

Das wesentliche Merkmal des vierten Reiches, „stark wie Eisen”, wird seine Härte sein. Es wird wie Eisen alles zermalmen und zerschlagen. Nicht zuletzt diese „eiserne” Härte der geschichtlich auf das Alexanderreich folgenden Römer, sowohl in der Härte und Disziplin ihrer Heere bei der Eroberung ihrer Feinde, als auch in der Verwaltung ihrer Provinzen war es, welche den Menschen damals erstmals auch eine Sicherheit vor Dieben, Räubern, Mördern und Betrügern gab. Und es gab sogar Könige, die ihre Länder aus diesen Gründen freiwillig in das Römische Imperium eingliedern ließen.

Wenn wir nun diese Prophezeiungen genauer betrachten, erkennen wir, dass hier immer von Metall die Rede ist. Zuerst Edelmetalle, Gold und Silber, dann das Buntmetall Kupfer (eigentlich Bronze) und zum Schluss das Schwarzmetall Eisen. Dieser Umstand ist nun sicherlich kein Zufall, dennoch wird er in der Exegese meist vernachlässigt. Diese Metalle unterscheiden sich einerseits im Wert, andererseits aber auch in ihrer Härte. Das Gold ist das wertvollste, aber auch das am wenigsten harte Metall. Um es als Schmuckstück verarbeiten zu können, bedarf es einer Legierung mit einem anderen, härteren Metall. Andererseits ist Eisen das am wenigsten wertvolle, dafür aber das härteste Metall dieser Gruppe.

Dass dieser Umstand bei der Interpretation dieser Prophezeiung eine Bedeutung haben muss, bestätigt uns der Vers Dan 2,39. Dort heißt es: „Nach dir wird ein anderes Königreich aufkommen, geringer als deines”. Hier wird auf die Wertigkeit der Reiche Bezug genommen und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass zumindest das Nachfolgereich des Nebukadnezar - aber offensichtlich auch alle Folgereiche (ebenso wie die Metalle) - „geringer” sein werden als die vorhergehenden.

Und hier stellt sich die Frage, worauf dieses „geringer” zu beziehen ist. Die naheliegende Annahme, dass diese Reiche nicht so groß oder so mächtig sein werden wie das Reich Nebukadnezars, ist offensichtlich falsch. Es hat nachher sowohl größere als auch mächtigere Reiche als das Babylonische Reich gegeben (Römer, Griechen). Wenn wir nun das andere Ende der Reihe betrachten, erfahren wir als weiteres Kennzeichen dieser Reiche ihre Härte. Vom vierten, dem Römischen Reich heißt es in Dan 2,40: „das vierte wird hart sein wie Eisen; denn wie Eisen alles zermalmt und zerschlägt, ja, wie Eisen alles zerbricht, so wird es auch alles zermalmen und zerbrechen”.

Wir können nun versuchen, folgenden Schluss zu ziehen: Die Reiche werden - wie die Metalle, die sie repräsentieren - im „Wert” immer geringer, in der „Härte” aber immer größer. Was heißt das aber? Hier dürfen wir wahrscheinlich nicht mehr in „Reichen” denken, sondern müssen uns auf die einzelnen Menschen konzentrieren, welche diese Reiche gelenkt und bevölkert haben. Es ist offenbar die „Mentalität” dieser Völker, welche hier angesprochen und vermittelt werden soll.

Und wenn wir nun „Wert” und „Härte” mit Moral und Disziplin (bis hin zu Skrupellosigkeit bzw. Brutalität) gleichsetzen, haben wir nicht nur eine relativ brauchbare Erklärung für die Interpretation der „Metalle”, sondern wir erkennen auch gleich - im Unterschied zum „rassischen” Deutungsversuch mancher Ausleger - was mit dem „Ton” im fünften Reich gemeint ist. Es ist jene Mentalität, welche ihre Wert- und Moralvorstellung auf ein Minimum reduziert hat und wo Verantwortung, Führung und Disziplin schon zu Fremdwörtern geworden sind. Dies bestätigt uns das, in Vers Dan 2,41 und 43 gebrauchte Wort für Ton, nämlich „Ton des Lehms”. Denn „Lehm” heißt im Aramäischen auch „Schmutz”, „Dreck”, im Hebräischen sogar „Kot”.

Das erkennen wir auch in der Aussage über das von Daniel in Dan 2,41-43 erwähnte „Füßereich”. Dieses Reich wird als „teils aus Töpferton und teils aus Eisen” beschrieben, dessen Menschen sich wohl „durch Menschensamen mischen”, aber - wie Ton und Eisen - nicht aneinander haften bleiben. Sie pflanzen sich zwar untereinander fort, aber es wird keine persönliche Bindung mehr eingegangen, d.h. es fehlt ihnen offenbar die Fähigkeit zu gegenseitiger Zuneigung und Liebe. Auch hier bezieht Daniel also die Beschaffenheit der Materialien Ton und Eisen offensichtlich auf die Geisteshaltung, die psychische Verfassung dieser Menschen.

Es wäre daher naheliegend, den „Wert” und die „Härte” der Metalle gleichfalls mit der geistigen/psychischen Haltung der Menschen in diesen Reichen zu vergleichen. Damit würde die abnehmende Güte des Metalls der immer geringer werdenden Güte und Moral der Menschen entsprechen, während seine zunehmende Härte auch eine sich vermehrende Herzenshärte und Rücksichtslosigkeit dokumentieren könnte.

(Siehe auch Diskurs 13: „Welchen Weltreichen sind die 7 (8) Häupter/Könige aus Off 17 zuzuordnen?”)



Das erste Königreich - das Babylonische Reich.

Du, o König, du König der Könige, du bist das Haupt aus Gold.

Dan 2,36 Das ist der Traum. Und seine Deutung wollen wir vor dem König ansagen: 2,37 Du, o König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels die Königsherrschaft, die Macht und die Stärke und die Ehre gegeben hat 2,38 - und überall, wo Menschenkinder, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels wohnen, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gesetzt -, du bist das Haupt aus Gold. Dan 2,36-38;


König Nebukadnezar II. (604-562 v.Chr.) hatte außerordentliche Fähigkeiten als Staatsmann, Heerführer, Friedensstifter und Bauherr. Nebukadnezar ließ die Tempel in allen Städten des Landes wieder aufbauen, errichtete Kanäle, die so genannte Medische Mauer und die Prozessionsstraße mit dem Ischtar-Tor. Mit Syrien und Juda führte Nebukadnezar Krieg. Die unterworfenen Länder wurden tributpflichtig und hatten hohe Abgaben an Babylon abzuliefern. Juda versuchte mehrere Aufstände, die nach Niederschlagung schließlich zur Zerstörung Jerusalems führten. Teile der Bevölkerung wurden in das babylonische Exil geführt, das erst in der Perserzeit aufgegeben wurde.

(Die nachfolgenden Bilder sind dem „Atlas zur Bibel” von H. H. Rowley, im Brockhaus Verlag Wuppertal, 1975 entnommen.
Siehe auch Literaturverzeichnis)


Babylonisches Reich



Das zweite Königreich - das Persische Reich.

Nach dir wird ein anderes Königreich erstehen, geringer als du, seine Brust und seine Arme aus Silber.

Dan 2,39 Und nach dir wird ein anderes Königreich erstehen, geringer als du, und ein anderes, drittes Königreich, aus Bronze, das über die ganze Erde herrschen wird. Dan 2,39;


König Kyros (Cyrus) II., der Große (559-529 v. Chr.) war der Gründer des persischen Großreiches. Als sein Gestalter gilt jedoch Dareios (Darius) I. - Kyros II. wurde kurz nach 560 v. Chr. König von Ansan, einer Region in der Persis unter der Oberhoheit der Meder, die seit etwa hundert Jahren eine Hegemonie über diesen Raum ausübten. Kyros II. gelang es um 550 v. Chr., diese Oberherrschaft abzuschütteln. In den nachfolgenden Jahren eroberte Kyros II. das Mederreich und schuf damit die Grundlagen des medo-persischen Großreiches. In dieser Herrschaftskoalition zwischen Persern und Medern hatten die Meder zwar eine untergeordnete Rolle, waren aber mit ihrem Organisationstalent bald unverzichtbar in Staat und Verwaltung. In den griechischen Quellen werden die beiden iranischen Völker als Einheit betrachtet und deshalb die Perser auch als Meder bezeichnet. Mit dem Sieg über die Lyder unter Krösus 541 v. Chr. kam Kleinasien weitestgehend unter persische Herrschaft, ebenso wie die dortigen griechischen Stadtstaaten. 539 v. Chr. fiel auch relativ schnell Babylonien an Kyros II., da Nabonids Verhältnis zu den einflussreichen einheimischen Priestern gestört gewesen war und Nabonid daher keine große Unterstützung im Kampf gegen Kyros II. fand. Durch die Eroberung Babyloniens gelangte auch Juda unter persische Kontrolle. In der Bibel sind die Perser als Befreier vom babylonischen Exil fast das einzige nichtjüdische Volk, das stark positiv dargestellt ist.

Persisches Reich



Das dritte Königreich - das Griechische Reich.

Sein Bauch und seine Lenden aus Bronze: Ein anderes, drittes Königreich, das über die ganze Erde herrschen wird.

Dan 2,39 Und nach dir wird ein anderes Königreich erstehen, geringer als du, und ein anderes, drittes Königreich, aus Bronze, das über die ganze Erde herrschen wird. Dan 2,39;


Alexander III., der Große (356-323 v. Chr.) war von 336 v. Chr. bis zu seinem Tod König von Makedonien und Hegemon des Korinthischen Bundes. Alexander dehnte die Grenzen des Reiches, das sein Vater Philipp II. aus dem vormals eher unbedeutenden Kleinstaat Makedonien sowie mehreren griechischen Poleis errichtet hatte, durch den sogenannten Alexanderzug und die Eroberung des Perserreiches bis an den indischen Subkontinent aus. Nach seinem Einmarsch in Ägypten wurde er dort als Pharao begrüßt. Nicht zuletzt aufgrund seiner großen militärischen Erfolge wurde das Leben Alexanders ein beliebtes Motiv in Literatur und Kunst, während seine Beurteilung in der modernen Forschung, wie auch schon in der Antike, umstritten ist. Mit seinem Regierungsantritt wird auch der Beginn eines neuen Zeitalters verbunden, der des Hellenismus.

Griechisches Reich



Das vierte Königreich - das Römische Reich.

Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, wie Eisen alles zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern.

Dan 2,40 Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, deshalb weil das Eisen alles zermalmt und zerschmettert; wie das Eisen, das alles zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern. Dan 2,40;


In der Zeit zwischen 264 v. Chr. und 146 v. Chr. führte der römische Staat die drei Punischen Kriege, durch die der Stadtstaat schließlich zur Großmacht aufstieg. Der Erste Punische Krieg (264–241 v.Chr.) entstand aufgrund der expansionistischen Politik Roms gegenüber der Handelsrepublik Karthago. Rom war gezwungen, eine Flotte auszubauen. 241 v. Chr. vernichteten die Römer die karthagische Flotte bei den Ägadischen Inseln. Karthago zahlte Kriegsentschädigungen und verzichtete auf Sizilien, behielt aber seine Einflusssphäre in Hispanien und Sardinien, wobei es letzteres drei Jahre später verlor. Hier errichteten die Barkiden ein neues karthagisches Kolonialreich. Mit dem Ersten Illyrischen Krieg begann 229 v. Chr. Roms Engagement im Osten. Im Zweiten Illyrischen Krieg erwirbt die Republik ihre ersten Besitzungen an der östlichen Adriaküste. Der karthagische Stratege Hannibal stieß von Spanien aus 218 v. Chr. im Zweiten Punischen Krieg (218–201 v. Chr.) gegen Rom vor. Er überschritt die Alpen und trug den Krieg ins römische Kernland. Nach mehreren Niederlagen der Römer (vor allem 216 v. Chr. bei Cannae) schien es so, als würde Rom fallen. Doch gelang es Hannibal nicht, das römische Bündnissystem aufzubrechen. Auch ein Bündnis mit Philipp V. von Makedonien 215 v. Chr. brachte nicht die erhoffte Entlastung. Die Römer griffen die barkidischen Besitzungen in Hispanien an und landeten 204 v. Chr. unter Scipio Africanus in Nordafrika, wo sie 202 v. Chr. das karthagische Heer bei Zama besiegten. Karthago verlor alle Besitzungen und die Flotte. Im Dritten Punischen Krieg (149–146 v. Chr.) wurde auch der karthagische Reststaat beseitigt und die Provinz Africa errichtet.

Römisches Reich



Es ist faktisch unmöglich, eine eindeutige Antwort zu formulieren, warum das weströmische Reich unterging (das Ostreich bestand ja noch bis 1453). Mitschuld hatten jedoch sicherlich gewisse systemimmanente Mängel in der Verwaltung und der Armee, vor allem aber war der Westen militärisch nicht stark genug. Das Westreich wurde von der Wucht der spätantiken Völkerwanderung (375-568) mit ganzer Härte getroffen, zumal dort weniger Truppen lagen als an Donau und Euphrat. Der Westen verfügte auch nicht über die Bevölkerungszahlen und die hohe Wirtschaftskraft des Ostens - außerdem gelang es dem weströmischen Staat offenbar immer weniger, auf das zum Teil noch immer gewaltige Privatvermögen reicher Senatoren zuzugreifen oder genügend Reichsbewohner zum Militärdienst anzuwerben.

Der weitgehend fehlende Widerstand gegen die Germanen kann eigentlich nur zweierlei bedeuten: Entweder waren die einst so kriegerischen Römer in Apathie verfallen, oder aber man empfand die Barbaren gar nicht als bedrohliche Eindringlinge. Eine eindeutige Ursache lässt sich jedoch nicht feststellen und würde auch niemals allen Zusammenhängen gerecht werden. Wahrscheinlich durchschauten die Zeitgenossen die Vorgänge eher noch weniger als die moderne Forschung. So konnten keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Sicher ist nur eins: Rom lebte kulturell fort und die Spätantike formte das zukünftige Europa entscheidend mit.

So wurde um die Wende des Mittelalters zur Neuzeit das römische Recht zur Grundlage der kontinentaleuropäischen Rechtssysteme. Als schriftliche Quelle stützte man sich im Wesentlichen auf das Corpus Iuris Civilis. Mit dem Erstarken des europäischen Handels und in Anbetracht der Unzulänglichkeit des mittelalterlichen Rechts wurde das römische Recht in die Rechtssysteme vieler Länder des europäischen Kontinents integriert und hat in vielen Bereichen im Grundsatz bis heute Gültigkeit. Aber nicht nur in der Justiz, sondern auch in Legislative, Exekutive, Militär und Medizin sind an vielen lateinischen Fachbegriffen deren historische Wurzeln im Römischen Reich zu erkennen.

Und hier kommen wir nun zu dem eingangs zitierten Kommentator, der sich über den langen Zeitraum von 2000 Jahren seit dem Tod Jesu im Römischen Reich und damit zwischen der 69. und der 70. Jahrwoche nach Dan 9,26 wundert. In diesem Zeitraum haben zwar einige Machthaber in Europa versucht ein Großreich zu errichten - zuletzt Napoleon, Hitler und Stalin - ohne dass es ihnen jedoch gelungen wäre ein mit Babylonien, Persien, Griechenland oder Rom vergleichbares Weltreich zu schaffen. Können wir daher davon ausgehen, dass wir aus biblischer Sicht noch immer - nach 2000 Jahren - in dem in Dan 2,40 prophezeiten vierten Königreich - dem Römischen Reich - leben, das stark ist wie Eisen?



Das fünfte Königreich.

Die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen: Das wird ein geteiltes Königreich sein.

Dan 2,41 Und daß du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast: das wird ein geteiltes Königreich sein; aber von der Festigkeit des Eisens wird etwas in ihm sein, weil du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast. 2,42 Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: zum Teil wird das Königreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich sein. 2,43 Daß du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast: sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen läßt. Dan 2,41-43;


Wie aus dem obigen Text, in Dan 2,41, leicht zu erkennen ist, sind Schenkel und Füße zwei getrennte Reiche. Ein Umstand, welcher bei der Exegese oft übersehen wird. Der Beweis dafür ergibt sich nicht nur daraus, dass beide Königreiche - Schenkel und Füße - separat erwähnt werden, sondern es werden ihnen auch unterschiedliche „Materialien” zugeordnet: die Schenkel nur Eisen (Dan 2,40), die Füße aber Eisen mit Ton vermengt (Dan 2,41). Auch werden die Füße in Dan 2,41 explizit als eigenes Königreich („ein zerteiltes Königreich”) bezeichnet.

Das heißt aber für die Auslegung, dass das Römische Reich einen Nachfolger hat und wir nach der Schrift noch ein fünftes Weltreich zu erwarten haben. Dabei sieht es allerdings so aus, als ob es doch noch eine gewisse Verbindung mit dem vierten Königreich - also mit dem Römischen Reich - geben würde, da sowohl die Schenkel als auch die Füße - Letztere nur teilweise - dem Eisen zugeordnet werden. Wer nun dieses fünfte Reich - das „Füßereich” - tatsächlich ist, lässt sich wieder nur indirekt in der Zusammenschau von biblischen Prophezeiungen und Weltgeschichte ergründen.

Wenn man die obigen Bilder von den Weltreichen betrachtet, lässt sich - mehr oder weniger - eine geografische „Drift” nach Westen erkennen. Insbesondere das Römische Reich hat zum Großteil jene Bereiche Europas besetzt, welche Griechen, Perser und Babylonier nie betreten hatten. Wenn wir nun diese beiden Fakten - die geografische „Westdrift” und das von vorangegangenen Weltreichen unbesetzte Land - unserer Suche nach dem fünften Königreich, den „Füßen”, zu Grunde legen, stoßen wir gleich zu Beginn auf ein scheinbar unüberwindbares Hindernis: die Römer haben Europa bis zur westlichsten Landgrenze, also Portugal, Spanien, Frankreich und Großbritannien besetzt und eine „Westdrift” würde uns direkt in den Atlantik führen.

Die Lösung vieler Exegeten geht daher in die andere Richtung - etwa Russland oder China. Und sie sprechen vom Feind aus dem Norden oder Osten. Doch wer die Weltgeschichte ein wenig kennt, der weiß, dass Europa zwar an der atlantischen Küste zu Ende ist, aber dadurch haben sich weder die spanischen und portugiesischen Konquistadoren im 16. und 17. Jahrhundert, noch die englischen und französischen Siedler im 17. Jahrhundert abschrecken lassen. Sie haben den Atlantik überquert und den amerikanischen Kontinent - teilweise unter grauenhafter Abschlachtung der Ureinwohner - besetzt.

Und damit waren plötzlich auf dem gesamten amerikanischen Kontinent europäische Völker mit brutaler und rücksichtsloser europäischer Tradition. Die Ureinwohner, welche weder Feuerwaffen noch Kriegstaktik kannten, waren hoffnungslos unterlegen. Die Völker Lateinamerikas wurden in dieser Zeit durch die katholischen Spanier und Portugiesen (Konquistadoren) mit großer Brutalität niedergemetzelt und fast ausgerottet, um ihre Gold- und Silberschätze zu plündern. Die Konquistadoren zerstörten durch ihre Eroberungen die Großreiche der Inkas (Schlacht von Cajamarca), Mayas und Azteken. Man schätzt die Zahl der Indios, die zwischen 1500 und 1600 direkt oder indirekt durch die Konquistadoren ihr Leben verloren, auf ca. 50 Millionen.

Aus dieser Zeit ist auch folgender Bericht über den Kaziken Hatuey, ein bis heute in Kuba gerühmter Indianerhäuptling und eine herausragende Figur des Widerstandes überliefert, der am Scheiterhaufen verbrannt wurde und davor vom Franziskanermönch der Konquistadoren zur Bekehrung aufgefordert wurde, damit er in das Himmelreich gelange.

„Der Kazike dachte hierüber ein wenig nach und fragte dann den Geistlichen, ob denn auch die spanischen Christen in den Himmel kämen. Allerdings, sagte der Geistliche, kommen alle guten Christen in den Himmel, auch die Spanier! Sogleich und ohne weiteres Bedenken erwiderte der Kazike, dort wolle er nicht hin, sondern lieber in die Hölle, damit er nur dermaßen grausame Menschen nicht mehr sähe”.


Es war also die würdige Nachfolge des Römischen Reiches und die Fortsetzung jener Prophezeiungen, welche die Bibel diesem vierten Königreich zugeordnet hat: „wie das Eisen, das alles zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern” und wie es Daniel auch in Dan 2,41 für das darauffolgende fünfte Königreich, die Füße, prophezeit hat: „aber von der Festigkeit des Eisens wird etwas in ihm sein”. Und so war es dann auch. Damit scheinen die oben genannten Voraussetzungen für die Identifikation dieses fünften Königreiches gegeben: es liegt westlich des vorhergehenden Römischen Reiches (die Füße unterhalb der Schenkel) und es erstreckt sich auf ein Gebiet, welches von den anderen Weltreichen noch nie besetzt war: den amerikanischen Kontinent. Und die Besatzer haben auch die Eisen-Mentalität aus dem Römerreich mitgebracht.

Amerika Römisches Reich



Bei der Betrachtung der geografischen Ausdehnung des Römischen Reiches im obigen Bild, ergibt sich ein weiterer Zusammenhang mit der Deutung Daniels: Wenn man das Mittelmeer als Zwischenraum betrachtet, erkennt man rechts und links davon die beiden Beine - bei Daniel richtigerweise als „Schenkel” bezeichnet. Und des weiteren wird klar, dass die durch die Römer besetzten Gebiete an der afrikanischen Mittelmeerküste nicht das ganze linke Bein darstellen. Die Straße von Gibraltar, welche das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet, ist eine Meerenge, die an ihrer schmalsten Stelle nur 14 km breit ist und in der Vorzeit unseres Planeten überhaupt geschlossen war, sodass es eine direkte Landverbindung von Afrika nach Spanien und Portugal gab. Diese beiden Länder der iberischen Halbinsel sind aber ihrerseits durch die Pyrenäen vom übrigen Europa getrennt und vervollständigen somit das linke Bein (Schenkel). Sie sind jene Besatzer, welche sich in Mittel- und Südamerika etabliert haben (Portugal in Brasilien, Spanien in Argentinien und im Rest des Subkontinents).

Andererseits haben wir am Ende des rechten Beines Frankreich und Großbritannien, welche ihrerseits den nordamerikanischen Subkontinent besetzt haben (Großbritannien die USA, Frankreich z.T. Kanada). Und auch hier zeigt sich, dass nicht die Straße von Gibraltar als Trennung zwischen den beiden Beinen zu sehen ist, sondern die Gebirgskette der Pyrenäen, welche mit ihrer Länge von 430 km zwischen dem Atlantischen Ozean im Westen (Golf von Biscaya) und dem Mittelmeer im Osten (Golf de Roses) Spanien und Portugal vom übrigen Europa abtrennt.

Wenn also die obigen Interpretationen richtig sind, haben wir das fünfte Königreich im Traum des Nebukadnezar - das „Füßereich” -  mit der Besetzung des amerikanischen Kontinents durch Spanien und Portugal (Mittel- und Südamerika), sowie Großbritannien und Frankreich (Nordamerika) vor etwa 500 Jahren lokalisieren können. In diesem Fall hätten sich die biblischen Prophezeiungen vor unseren Augen längst erfüllt, ohne dass uns dies überhaupt bewusst geworden wäre. Doch es gibt ein Argument, welches hier mit Sicherheit vorgebracht werden kann: es ist nicht sehr plausibel, dass die beiden amerikanischen Subkontinente ein vereinigtes Königreich darstellen und damit einer gemeinsamen Führung unterliegen könnten.

Das ist nun durchaus zutreffend: abgesehen von der geografischen Trennung der amerikanischen Subkontinente - nicht zuletzt durch den Panamakanal -, gibt es ja auch noch auf sprachlichem Gebiet wenig Gemeinsamkeiten - in Nordamerika Englisch, in Kanada teilweise Französisch und in Mittel- und Südamerika Spanisch bzw. in Brasilien Portugiesisch. Und daraus resultieren natürlich auch charakterliche Unterschiede: während die Bekanntheit der USA in der Welt - abgesehen von den Kriegen in Afghanistan und im Irak - großteils auf New York mit seiner Wall Street und der Börse mit Männern in dunklen Anzügen zurückzuführen ist, ist Südamerika - wenn man von den Drogenkartellen und Verbrechersyndikaten einmal absieht - eher berühmt für Rio de Janeiro mit seinem Karneval und den Sambaschulen mit (fast) nackten Tänzerinnen.

Dass dann in Nordamerika durch die Siedler aus Großbritannien der Protestantismus Verbreitung gefunden hat, während in Mittel- und Südamerika durch die Spanier und Portugiesen der Katholizismus den Indios bei sonstiger Todesstrafe aufgezwungen wurde, ist nicht nur ein weiterer Gegensatz, sondern auch die Wurzel und Ursache für die spezifische charakterliche Entwicklung in beiden Subkontinenten. Das sind grundsätzliche Unterschiede in der Mentalität der Menschen, welche in der Vergangenheit nicht vereinbar waren und welche aller Voraussicht nach auch in Zukunft nicht leicht auf einen Nenner zu bringen sind. Und daraus lässt sich auch schließen, dass zwar das Füßereich bereits seit mehr als 500 Jahren existiert, aber ein „König”, der dieses Reich zu „einem Königreich” machen wird, ist bisher noch nicht auf der Bühne der Weltöffentlichkeit erschienen.

Man könnte natürlich hier auch die Frage stellen, warum denn der amerikanische Kontinent unbedingt vereinigt werden sollte, wenn es derartige politische und weltanschauliche Unterschiede gibt. Die Antwort auf diese Frage erkennen wir, wenn wir überlegen, warum die oben erwähnten geschichtlichen Großreiche errichtet wurden. Warum die vorher unanhängigen Länder dieser Gebiete von einem größeren Land eingenommen und integriert wurden. Und da wurde nicht gefragt, ob deren Weltanschauung kompatibel war. Es war die Gier nach mehr Macht. Und auf weltpolitischer Ebene dokumentiert sich Macht durch immer mehr Menschen und durch immer mehr Land.

Das war so am allerersten Anfang der Weltgeschichte, in der ersten Stadt der Welt, dem Babel Nimrods, wo sich die Menschen erstmals „vereinigten”, um einen Turm bis in den Himmel zu bauen. Und das ist bis heute so geblieben. Warum hat sich Deutschland vereinigt? Es ist heute das größte und wichtigste Land der EU! Warum haben sich die Länder der Europäischen Union vereinigt? Der Euro hat den amerikanischen Dollar an Bedeutung und Wert bereits überholt! Es geht also um Macht und Einfluss in der Welt. Und im Hintergrund steht seit Babel immer auch der Drang die ganze Welt zu beherrschen. Nur ist in früheren Zeiten eine derartige Machtmehrung durch Kriege und Unterdrückung erfolgt, heute wird das durch Diplomatie und wirtschaftlichen Druck erreicht.

Um aber diese grundverschiedenen Länder der beiden amerikanischen Subkontinente zu vereinigen, bedürfte es wahrlich eines Führers mit einzigartigem Charisma, der entweder durch außerordentliche diplomatische Fähigkeiten oder aber durch eine gewaltige militärische oder wirtschaftliche Übermacht die Voraussetzungen dazu schaffen könnte (ähnlich wie etwa das Römische Reich zu seiner Zeit bzw. die Wiedervereinigung von BRD und DDR in unserer Zeit). Oder eben der Reiter auf dem weißen Pferd in Off 6,2, der auszieht „siegend und um zu siegen”). 

Wenn alle Staaten des amerikanischen Kontinents unter einer Führung vereinigt werden könnten, dann hätte endlich auch die Bezeichnung „USA” - also Vereinigte Staaten von Amerika - ihre richtige Bedeutung erlangt, da ja derzeit nur 50 Staaten Nordamerikas eingebunden sind, ohne Kanada und Mexiko, und vor allem ohne die vielen lateinamerikanischen Staaten Mittel- und Südamerikas.

Nun sagt uns zwar Daniel, dass das fünfte Königreich - das „Füßereich” - ein Königreich sein wird, er spezifiziert jedoch in Dan 2,41, dass es ein geteiltes Königreich ist:

Und daß du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast: das wird ein geteiltes Königreich sein

Dan 2,41 Und daß du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast: das wird ein geteiltes Königreich sein; aber von der Festigkeit des Eisens wird etwas in ihm sein, weil du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast. 2,42 Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: zum Teil wird das Königreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich sein. 2,43 Daß du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast: sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen läßt. Dan 2,41-43;


Es wird also ein geteiltes Königreich sein. Und zwar einerseits Töpferton und andererseits Eisen. Wie bereits weiter oben dargestellt, sind Ton und Eisen offensichtlich Symbole für die Mentalität der Menschen in diesem Reich. Dies kommt auch und insbesondere im nächsten Vers, Dan 2,43, zum Ausdruck, wo Daniel darauf hinwiest, dass sich in diesem Reich die Menschen mit der „Ton-Mentalität” mit den Menschen der „Eisen-Mentalität” wohl verheiraten und Kinder zeugen werden, „aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen läßt”.  Unter dem Aspekt der obigen Interpretation lässt sich nun schließen, dass diese beiden Mentalitäten eigentlich nichts mehr gemein haben. Was sie noch zueinander führen kann ist Sex und Berechnung. Und wie Daniel oben sagt: sie werden wohl heiraten (im Urtext ist hier die Rede vom „Menschensamen”), aber sie werden doch nicht aneinander festhalten.



Ein sechstes Königreich?

Nun haben wir aber gerade mit diesem Vers Dan 2,43 einige Schwierigkeiten bei der Interpretation. Es heißt dort: „Daß du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast”. Und dies ist somit eine rückbezügliche Aussage. Jedoch ist nicht klar, worauf sie sich rückbezieht: auf das im Vers Dan 2,41 erwähnte Füßereich oder nur auf die Zehen, auf welche in Dan 2,42 Bezug genommen wird.

Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: sie werden nicht aneinander haften.

Dan 2,41 Und daß du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast: das wird ein geteiltes Königreich sein; aber von der Festigkeit des Eisens wird etwas in ihm sein, weil du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast. 2,42 Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: zum Teil wird das Königreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich sein. 2,43 Daß du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast: sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen läßt. Dan 2,41-43;


Auch hier wird bei der Auslegung häufig übersehen, dass dieser Vers Dan 2,43 ausschließlich von den Zehen spricht und man subsummiert diese Aussage dann ohne weitere Differenzierung unter dem Füßereich, ebenso wie man das Füßereich nicht vom Schenkelreich - also dem Römischen Reich - unterscheidet.  Nun gilt die Prophezeiung des geteilten Königreiches in Vers Dan 2,40 - wie der Text schon sagt - mit Sicherheit für „die Füße und die Zehen”. Nachdem sich jedoch die Prophezeiung des teils starken und teils zerbrechlichen Königreichs, in Vers Dan 2,42, ausschließlich auf „die Zehen der Füße” bezieht, muss man davon ausgehen, dass hier auch eine Trennung zwischen Füßen und Zehen vorgenommen wird.

Damit wird es aber wahrscheinlicher, dass sich auch der Vers Dan 2,43 nur auf die Zehen und nicht mehr auf die Füße bezieht. Schließlich führt auch die Überlegung, dass sich eine rückbezügliche Aussage immer auf das zuletzt genannte Subjekt bezieht, zum Schluss, dass die Prophezeiung der Unfähigkeit der Menschen zur familiären Liebe, in Vers Dan 2,43, nur auf den Zehenbereich der Füße zu deuten ist. (Das erinnert übrigens sehr stark an die Aussage des Herrn in Lk 21,15-19!)

In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage, inwieweit die Aussage von Dan 2,42: „Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: zum Teil wird das Königreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich sein” nicht überhaupt auf ein eigenes, weiteres, sechstes Königreich hinweist (dann wäre das Millennium das siebente und letzte Königreich auf Erden). Auf jeden Fall haben die Zehen Gemeinsamkeiten mit den Füßen (geteiltes Königreich), unterscheiden sich aber in der Mentalität der Menschen (haften nicht aneinander), so dass es den Anschein hat, dass dieses Zehenreich - wenn es denn ein solches ist - aus dem Füßereich hervorgehen wird. Eine Bestärkung dieser Ansicht finden wir dann auch im nächsten Vers, Dan 2,44. Er beginnt mit den Worten: „In den Tagen dieser Könige”.

In den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig (Buber: auf Weltzeit 1)) nicht zerstört werden wird.

Dan 2,44 Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig (Buber: auf Weltzeit) nicht zerstört werden wird. Und das Königreich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird all jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig (auf Weltzeit) bestehen: 2,45 wie du gesehen hast, daß von dem Berg ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände, und das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Ein großer Gott läßt den König wissen, was nach diesem geschehen wird; und der Traum ist zuverlässig und seine Deutung zutreffend. Dan 2,44-45;


Nun werden in dieser ganzen Prophezeiung - außer dem König Nebukadnezar selbst - keine anderen Könige erwähnt. Wen meint Daniel also mit diesen Königen? Es gibt hier nur zwei mögliche Erklärungen: Daniel spricht immer wieder von den Königreichen und diese Königreiche müssen natürlich auch immer Könige haben. Doch zu jener Zeit, zu welcher „der Stein nicht durch Hände” losbricht und das Standbild zermalmt, also unmittelbar vor dem Millennium, ist von den Königen dieser Reiche bestenfalls jener aus dem Füßereich (Eisen, Ton) noch am Leben.

Als zweite Möglichkeit bietet sich wieder die Regel der Rückbezüglichkeit an: Nach dieser würde sich die Aussage in Dan 2,44: „in den Tagen dieser Könige” auf das letzte Subjekt davor beziehen und das finden wir im Vers Dan 2,42. Es sind „die Zehen der Füße” - zehn an der Zahl. Und hier kommen wir natürlich ganz eindeutig in die Endzeitprophetie. Daniel selbst spricht auch im 7. Kapitel von zehn Königen:

Und die zehn Hörner bedeuten: aus diesem Königreich werden sich zehn Könige erheben.

Dan 7,23 Er sprach so: Das vierte Tier bedeutet: ein viertes Königreich wird auf Erden sein, das von allen anderen Königreichen verschieden sein wird. Es wird die ganze Erde auffressen und sie zertreten und sie zermalmen. 7,24 Und die zehn Hörner bedeuten: aus diesem Königreich werden sich zehn Könige erheben. Und ein anderer wird sich nach ihnen erheben, und dieser wird verschieden sein von den vorigen, und er wird drei Könige erniedrigen. 7,25 Und er wird Worte reden gegen den Höchsten und wird die Heiligen des Höchsten aufreiben; und er wird danach trachten, Festzeiten und Gesetz zu ändern, und sie werden in seine Hand gegeben werden für eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit. 7,26 Aber das Gericht wird sich setzen; und man wird seine Herrschaft wegnehmen, um sie zu vernichten und zu zerstören bis zum Ende. 7,27 Und das Reich und die Herrschaft und die Größe der Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen. Dan 7,23-27;


Wir erkennen hier, dass beide Texte das selbe Thema behandeln. Das vierte Tier in Dan 7,23 bedeutet:

    „Ein viertes Königreich wird auf Erden sein, das von allen anderen Königreichen verschieden sein wird. Es wird die ganze Erde auffressen und sie zertreten und sie zermalmen


und dies entspricht dem vierten Königreich in Dan 2,40:

    „Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, deshalb weil das Eisen alles zermalmt und zerschmettert; wie das Eisen, das alles zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern”.


Mit beiden Prophezeiungen ist also das Römische Reich gemeint. Während jedoch in Nebukadnezars Traum, in Dan 2,41-44, die Zwischenzeit des vom Römischen Reich abstammenden Füßereiches und der 10 Zehen/Könige bis zum Millennium dargestellt wird, erkennen wir in Daniels Gesicht von den vier Tieren, in Dan 7,23-27, einen direkten Übergang vom vierten Königreich zu den 10 Königen der Endzeit und dem Millennium. Es wird also das Füßereich nicht erwähnt und damit erkennen wir auch hier eine identische prophetische Verkürzung, wie in der Prophezeiung der 70 Jahrwochen. Während dort zwischen der 69. und 70. Jahrwoche bisher schon 2000 Jahre liegen, was der eingangs zitierte Kommentator für „nie und nimmer überzeugend” hält, haben wir auch in Daniels Gesicht von den vier Tieren, in Dan 7,23-27, für die gleiche Zeitspanne - vom Römischen Reich bis zu den zehn endzeitlichen Königen und dem Millennium - keine prophetischen Hinweise.

Im Unterschied zu Dan 2,41-44 wird dafür aber in Dan 7,23-27 konkretisiert, dass die 10 Hörner 10 Könige sind, welche sich aus diesem Königreich erheben werden, was wieder den Zusammenhang zwischen dem Römischen Reich und dem Füße- bzw. Zehenreich herstellt. Und dies deckt sich mit unserer Interpretation weiter oben, wo wir davon ausgingen, dass die 10 Könige des Zehenreiches aus dem Füßereich hervorgehen werden. Aber auch in der Offenbarung finden wir diese 10 Könige wieder als Hörner auf dem Tier in der Wüste, welches nach Off 12,3 als der Satan zu interpretieren ist. Hier allerdings steht es für den vom ihm wiedererweckten und besetzten zweiten, dämonischen Antichristen.

Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch kein Königreich empfangen haben, aber mit dem Tier eine Stunde Macht wie Könige empfangen.

Off 17,11 Und das Tier, das war und nicht ist, es ist selbst sowohl ein achter als auch von den sieben und geht ins Verderben. 17,12 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch kein Königreich empfangen haben, aber mit dem Tier eine Stunde Macht wie Könige empfangen. 17,13 Diese haben einen Sinn und geben ihre Kraft und Macht dem Tier. 17,14 Diese werden mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie überwinden; denn es ist Herr der Herren und König der Könige, und die mit ihm sind, sind Berufene und Auserwählte und Treue. Off 17,11-14;


(Siehe auch Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist.”)


Der Nachweis, dass es sich in allen diesen Prophezeiungen um ein und dieselbe Zeitperiode handelt, lässt sich auch anhand von weiteren Aussagen führen. In Dan 2,44 spricht Daniel davon, dass in dieser Zeit, nach der Vernichtung der weltlichen Reiche, „der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten wird, das ewig nicht zerstört werden wird” und meint damit offensichtlich die Einsetzung des Tausendjährigen Friedensreiches des Herrn Jesus Christus. Und auch in Dan 7,27 haben wir diesen Hinweis auf die Aufrichtung des Millenniums, nachdem die Herrschaft des letzten Königs vernichtet und zerstört wurde: „Und das Reich und die Herrschaft und die Größe der Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen”. In der Offenbarung selbst haben wir oben, in Off 17,14, den Hinweis auf die große Schlacht von Harmagedon (Off 19,11-21), in welcher der Herr Jesus den Antichrist und seinen falschen Propheten besiegen wird und dann, nach der Vernichtung der weltlichen Heere, finden wir in Off 20,4-6 ebenfalls die Errichtung des Tausendjährigen Reiches.

(Siehe auch Kapitel 07: „Die Schlacht von Harmagedon.”)


Und hier erfüllt sich dann auch die Prophezeiung aus Dan 2,44 in Bezug auf das Zehenreich:

Und in den Tagen dieser (zehn) Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig (auf Weltzeit) nicht zerstört werden wird.


(Siehe auch Tabelle 02: „Die Weltreiche in der Bibel”)



Zusammenfassung.

Aus all diesen Bibelaussagen können wir folgende Erkenntnis gewinnen:

Nach dem Römischen Reich (Schenkelreich) wird noch ein fünftes Königreich (Füßereich) auf Erden erstehen, das mit dem Römischen Reich seine Härte (Eisen) gemeinsam hat, aber ein geteiltes Reich (teils aus Eisen, teils aus Ton) sein wird. Aus diesem fünften Reich, werden sich zehn Könige (Zehen, Hörner) als sechstes Reich?? erheben, welche mit dem dämonischen Antichristen (Tier aus Off 13) und den sich in ihm manifestierenden Satan (Off 13,4; 17,12) eine kurze Zeit Macht empfangen werden. In der Schlacht von Harmagedon (Off 19,11-21) werden sie mit ihren Heeren gemeinsam mit dem dämonischen Antichristen durch Jesus Christus und seinem himmlischen Heer besiegt. Der Antichrist und sein falscher Prophet werden dann in den Feuersee geworfen, Satan jedoch für die Zeit nach dem Millennium im Abgrund gefangen gehalten werden (Off 20,2-3).






Anmerkungen

1)

Dan 2,44, wird in fast allen Übersetzungen mit „ewig” übersetzt:

Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird

Auch Luther hat hier mit „nimmermehr” übersetzt und auch alle englischen Übersetzungen haben hier „never”. Man ist bei den Übersetzungen fälschlicherweise davon ausgegangen, dass sich diese Aussage auf das himmlische Reich bezieht und der Terminus musste daher „ewig” heißen. Tatsächlich ist es nicht das himmlische Reich, welches hier gemeint ist, sondern das Millennium, das Tausendjährige Friedensreich des Herrn Jesus hier auf Erden, welches dann bis zum Ende der Welt währt.

Einzig Martin Buber ist in seiner Übersetzung des Alten Testaments („Verdeutschung” wie er es nannte) so nahe wie nur möglich am Originaltext geblieben und hat dabei sogar, wo es erforderlich war, neue deutsche Wörter, wie „Braus Gottes”, „Gesproß”, „Urwirbels Antlitz” und so hier auch „auf Weltzeit” kreiert.

Es muss daher auch richtigerweise „auf Weltzeit” heißen, also die Zeit, welche die Welt noch existiert, denn  das Millennium dauert eben nur die tausend Jahre und wird daher auch nicht ewig, sondern nur bis zum Ende der Welt - eben auf Weltzeit - bestehen.

U.a. auch durch diese falsche Übersetzung haben z.B. die Zeugen Jehovas und manch andere Denomination die irrige Auffassung gewonnen, dass das himmlische Jerusalem hier auf diese alte Erde und nicht in der Neuen Schöpfung, auf die neue Erde (Off 21,1) herabkommen würde.



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren)

(Der Traum des Nebukadnezar: ist das fünfte Königreich eine „Füllung”? / Kommentar KHW 00, 2009-06-14)

Hallo Herr Horak, auf Ihre letzte Veröffentlichung (Diskurs 98) muss ich einfach reagieren. Ich glaube schon, dass meine Ansichten nicht recht in Ihr Bibelverständnis passen aber Ihre Deutung der Deutung von Dan.2.31-33 kann ich nicht einfach stehen lassen. Wenn es Ihnen widerstrebt meine Erkenntnis aus Dan. 2 u. 7 auf Ihrer Site zu erörtern, akzeptiere ich das mit Bedauern.

In Ihrer, wie immer tiefgründigen Ausarbeitung, befassen Sie sich mit den Weltreichen bei Daniel und da vorrangig mit dem Standbild aus dem Traum König Nebukadnezars. Dabei haben Sie die Gott an Daniel gegebene Deutung des Standbildes ( Dan.2.30-45 ) fortgeschrieben, um 2000 Jahre mit einem fünften und sechsten Weltreich zu füllen.

Daniel klassifiziert die vier Metalle und den Ton nicht nach ihrem handelsüblichen Gebrauchswert, sondern vor allem nach ihrem geistig-kulturellen Wesen. Gold für Wohlfahrt, Wissenschaft und Kunst, Eisen für hartes Regiment und Zerstörung. Der Ton steht für die Brüchigkeit aller Allianzen und Umformungen die dieses eiserne Reich bis zum Ende eingehen muss.

Sicher kann man die Sache auch anders sehen. Aber das ist nicht sehr wichtig, denn das was Gott durch Daniel dem heidnischen König offenbart, mag ihn persönlich geschmeichelt und beruhigt haben, informiert uns aber nur sehr grundsätzlich über die nachfolgenden Weltreiche. Die wirklich erklärende Deutung des Standbildes wird auch Daniel Jahre später zu teil (Dan.7.7) und die ist, so meine ich, für unsere Gegenwart und Zukunft gedacht (Dan.12.10). Darum führt kein Weg an Dan.7.7 vorbei. Das hier beschriebene 4. Tier ist die Entsprechung der Schenkel und Füße des Standbildes, des 4 Königreiches (Dan.2.33 und Dan.2.40). Die 10 Zehen des 4. Königreiches in Dan.2.41, die vordem im Standbild gar nicht erwähnt sind, entsprechen zweifellos den 10 Hörnern des 4.Tieres aus Dan.7.7.

Wir sind wohl einig, dass das 4.Königreich des Standbildes auch das 4.Tier aus dem Meer in Dan.7.7 ist und die kirchlichen Ausleger erkennen in diesem 4.Tier das untergegangene Römische Reich. Wir wissen aber von diesem 4.Tier aus dem Meer u.a., dass es ein viertes Königreich sein wird und dass es bis zum Gericht regieren wird (Dan.7.26).

Sie versuchen nun, die bisher rund 1600 Jahre ohne Prophezeiung, mit einem 5. und möglicherweise 6. Reich zu füllen!

Könnte es sein, dass wir Daniel falsch interpretieren weil wir aus dem Denkschema die Kirchen heraus das Römische Reich als das vollständige 4. Königreich sehen sollen, weil ja auch die 10 Hörner des Tieres mehr oder weniger auf die vielen Kaiser Roms passen ? Es ist ein gravierendes Merkmal des 4.Reiches, dass es keine wirklich vergleichbare Gestalt wie seine drei Vorgänger hat. Diese christusfeindliche Macht ist demnach an ihrer Erscheinung, so ohne weiteres nicht zu erkennen. So wie sich Rom am Ende christlich gegeben hat, wuchsen aus seinem Geist anders gestaltete aber sich auch christlich gebende Mächte auf.

Ich meine nun, dass mit dem Römischen Reich das 4. Königreich erst begann, Rom der Ursprung, die erste Gestalt des Endreiches ist ? Das Reichsidee Roms ist nie untergegangen sondern ist von den Wandalen übernommen und weitergeführt worden und lebt wie Sie richtig bemerken, in Kultur und Recht bis heute fort. Mit dem Römischen Reich entstand das Abendland.

Meine These : Das Abendland von Rom bis in unsere Zeit ist das 4.Königreich bei Daniel. Nicht 10 Kaiser des antiken Rom sind Hörner des 4.Tieres sondern abendländische Weltmächte wie z.B. das Frankenreich, das spanische Kolonialreich, das Empire bis zu den USA. So, meine ich, lässt sich Daniel einleuchtend verstehen und die Brücke zu Off.13.1-8, in das Zeitalter des Christentums, schlagen.

Die 7 Köpfe des Tieres aus Off.13.2 entsprechen den 10 plus 1 Hörnern (Weltmächten) bei Daniel 7.8. Wenn nämlich von zehn Mächten, drei von einer neu gewordenen Macht eliminiert werden, bleiben sieben mehr oder weniger starke ehemalige Weltmächte, die dann die letzte, nach einer tödlichen Niederlage wieder erstandene Weltmacht, zum Weltherrscher kören.

PS : Die 10 Hörner von Off.17.3, die Sie am Ende Ihrer Abhandlung völlig richtig Satan zugeordnet haben (Off.12.3) können aber weder die 10 Zehen noch die Hörner bei Daniel 2 und 7 verkörpern ! Zum einen haften die Zehen des imaginären Zehenreiches nach Dan.2.43 nie aneinander, die 10 aus Off.17.3 u.17 handeln aber „in einem Sinn, zum anderen bleiben von den 10 Hörnern des 4. Reiches aus Dan.7.7-8 nur 7 + 1.

Karl-Heinz Wolschke [kh-wolschke@web.de]




Danke für Ihren interessanten Kommentar! Natürlich komme ich Ihrem Wunsch gerne nach, Ihre Erkenntnis aus Dan 2 u.7 hier bei Immanuel.at zu erörtern. Insbesondere auch deshalb, weil mir dieser Beitrag Gelegenheit bietet, auf jene Argumente einzugehen, welche auch bisher schon das richtige Verständnis dieser Prophezeiung verhindert haben.

Zu Beginn Ihres Kommentars schreiben Sie:

„Ich glaube schon, dass meine Ansichten nicht recht in Ihr Bibelverständnis passen.”


Nicht zu meinem Bibelverständnis müssen Ihre Ansichten passen, sondern zu den tatsächlichen Aussagen der Bibel, dann werde ich mich gerne Ihrer Sicht anschließen.

Das fünfte Königreich

Sodann meinen Sie:

„Dabei haben Sie die Gott an Daniel gegebene Deutung des Standbildes ( Dan.2.30-45 ) fortgeschrieben, um 2000 Jahre mit einem fünften und sechsten Weltreich zu füllen.”


Nun, ich habe die Deutung durch Daniel keinesfalls „fortgeschrieben” - sie war und ist bereits komplett, man muss sie nur aufmerksam lesen. Und ich habe auch die letzten 2000 Jahre nicht „gefüllt”, wie Sie schreiben, sondern ich habe ganz einfach den Text genau studiert und das geschrieben, was zwar bei oberflächlichem Lesen oft übersehen wird, was aber nachweislich dort steht - und schon immer dort gestanden hat! Wenn wir uns die Beschreibung durch Daniel in Dan 2,32-33 genau ansehen, so erkennen wir folgende Reihenfolge:

Dan 2,32 Dieses Bild, sein Haupt war aus feinem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Bronze, 2,33 seine Schenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton. Dan 2,32-33;


1.  Das Haupt aus Gold - Das erste Königreich - Babylonien

2.  Die Brust und die Arme aus Silber - Das zweite Königreich - Medo-persisches Reich

3.  Der Bauch und die Lenden aus Bronze - Das dritte Königreich - Alexanderreich

4.  Die Schenkel aus Eisen - Das vierte Königreich - Römisches Reich

5.  Die Füße teils aus Eisen und teils aus Ton - Das fünfte Königreich - Amerika?


Wie man sieht, spricht Daniel hier in Dan 2,23 von den Schenkeln und nicht von den Beinen. Und wie allgemein bekannt, sind die Füße zwar Teil der Beine, gehören aber ebensowenig zu den Schenkeln, wie die Schenkel zu den Lenden oder die Lenden zur Brust. Daher sind die Füße ganz eindeutig als eigenes Königreich zu interpretieren, wie Kopf, Brust, Lenden und Schenkel.

Diese Trennung zwischen viertem und fünftem Königreich erkennen wir aber auch in der Deutung in :Dan 2,40-41

Das vierte Königreich stark wie Eisen, die Füße und Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen.

Dan 2,40 Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, deshalb weil das Eisen alles zermalmt und zerschmettert; wie das Eisen, das alles zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern.

2,41 Und daß du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast: das wird ein geteiltes Königreich sein; aber von der Festigkeit des Eisens wird etwas in ihm sein, weil du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast. Dan 2,40-41;


Das Argument, dass hier die Füße und Zehen nicht explizit als das fünftes Königreich bezeichnet werden, ist deshalb nicht stichhältig, weil Daniel hier generell keine durchgehende numerische Aufzählung durchführt. So sagt er vom ersten, dem Babylonischen Reich, zu Nebukadnezar in Dan 2,38 nur: „du bist das Haupt aus Gold”. Brust und Arme benennt er in Dan 2,39: „ein anderes Königreich, geringer als du” während er ebendort aber Bauch und Lenden als: „ein anderes, drittes Königreich” aufzählt. Auch die Schenkel werden von ihm in Dan 2.40 als: „viertes Königreich” bezeichnet und von den Füßen und Zehen sagt er dann in Dan 2,42: „zum Teil wird dieses Königreich stark sein und zum Teil wird es zerbrechlich sein”.

Daraus ist nun unzweideutig zu erkennen, dass Schenkel und Füße zwei verschiedene Reiche sind. Aber wie bereits weiter oben angemerkt, befindet sich KH Wolschke hier in guter Gesellschaft. Ein Großteil der Ausleger hat in der Vergangenheit dieses fünfte Reich übersehen - womöglich infolge die Unfähigkeit zwischen Schenkeln und Beinen zu unterscheiden - und Füße und Zehen einfach dem viertem, also dem Römischen Reich zugeordnet. Dadurch wurde aber diese Prophezeiung eines wesentlichen Teilaspektes beraubt, ihre Auswirkung auf die Weltgeschichte fälschlicherweise mit dem Untergang des Römischen Reiches beendet und damit auch das gesamte Verständnis für diesen Text stark beeinträchtigt. 

Die Metalle

Bei der Interpretation der Metalle kann man sicherlich unterschiedlicher Auffassung sein. Die qualitative Deutung, wie sie in diesem Diskurs weiter oben versucht wurde, ergibt aber auch im Zusammenhang mit der physikalischen Konsistenz der Metalle eine gute Erklärung, während die Auslegung als:

„Gold für Wohlfahrt, Wissenschaft und Kunst, Eisen für hartes Regiment und Zerstörung. Der Ton steht für die Brüchigkeit aller Allianzen und Umformungen”


weniger verständlich erscheint. Wohlfahrt und Reichtum hat es auch bei den römischem Senatoren und Bürgern gegeben, ohne dass Daniel beim Römischen Reich irgendwie Gold erwähnt hätte.

Was den Ton betrifft, wird ja von Daniel nicht die Eigenschaft des Tons selbst - also seine Brüchigkeit, ähnlich wie ein Tongeschirr, das auf dem Steinboden zerschellt - in der Deutung herausgestellt, sondern die fehlende gegenseitige Bindung zwischen Eisen und Ton. Und auch die Interpretation von Dan 2,43, über die Menschen in diesem fünften Reich: „sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen lässt” bleibt bei einer Interpretation, welche sich ausschließlich auf die Brüchigkeit des Tons selbst bezieht, offen.

Es sind daher auch nicht die äußeren Lebensumstände, welche mit den Metallen aufgezeigt werden sollen, sondern, wie bereits weiter oben dargelegt, die innere Haltung der Menschen, ihr Charakter und ihre Mentalität, welche sich im Laufe der Jahrtausende verändert haben. Wurde zu Daniels Zeiten der König noch mit dem Wunsch: „O König, lebe ewig!” (Dan 2,4) begrüßt, ist heutigentags der Egoismus der Leute offenbar schon so weit fortgeschritten, dass sie ihren Mitmenschen nichts Gutes mehr - nicht einmal einen „guten Tag” - wünschen. Man verliert gerade mal ein teilnahmsloses „Hallo”.

(Siehe auch Diskurs 93: „Die antichristliche Herrschaft und die Liebe unter den Menschen.”)


Das 4. Königreich

Und dann heißt es im Kommentar von KH Wolschke:

„Das was Gott durch Daniel dem heidnischen König offenbart, mag ihn persönlich geschmeichelt und beruhigt haben, informiert uns aber nur sehr grundsätzlich über die nachfolgenden Weltreiche. Die wirklich erklärende Deutung des Standbildes wird auch Daniel Jahre später zu teil (Dan.7.7) und die ist, so meine ich, für unsere Gegenwart und Zukunft gedacht”.


Gerade weil wir ja in der Ansicht konform gehen, dass beide Prophezeiungen - Dan 2 und Dan 7 -  das selbe Thema zum Inhalt haben, kann man - wenn man den Text aus Dan 7 genau durchliest - erkennen, dass dort speziell in Bezug auf das vierte Königreich/4. Tier (Dan 7,23-24) eine eher kurze Deutung gegeben wird. Erst mit den zeitlich nachfolgenden Hörnern wird es wieder konkreter. In Dan 2,40-43 hingegen finden wir m.E. gerade diese Zeit, zwischen dem vierten Reich und der Erhebung der 10 Hörnerkönige mit dem Füßereich und seinen Implikationen des geteilten Königreichs sowie die fehlende Zuneigung der Menschen zueinander - bis hin zu den zehn Zehen - eine genauere Erklärung, welche dann tatsächlich „für unsere Gegenwart und Zukunft gedacht ist” wie es im obigen Kommentar aber Dan 7 zugeschrieben wird.

Hier ist auch gut zu erkennen, dass die schwerpunktmäßige Orientierung bei der Exegese auf Dan 7 zwangsläufig zu einer vorschnellen Interpretation eines durchgehenden 4. Königreiches bis zum Gericht über den Antichristen und dem Millennium führt und demzufolge eine Vernachlässigung der detaillierten Erklärungen in Dan 2,41-43 über die Füße des Standbildes zur Konsequenz hat.

Auch die weitere Argumentation von KH Wolschke widerspiegelt genau diese Lesart der Ausleger in den vergangenen 150 Jahren:

„Wir sind wohl einig, dass das 4. Königreich des Standbildes auch das 4. Tier aus dem Meer in Dan. 7.7 ist und die kirchlichen Ausleger erkennen in diesem 4. Tier das untergegangene Römische Reich. Wir wissen aber von diesem 4. Tier aus dem Meer u.a., dass es ein viertes Königreich sein wird und dass es bis zum Gericht regieren wird (Dan.7.26).”

So kann man das zwar aus Dan 7 lesen, doch nach Dan 2 haben wir zwischen dem 4. Tier (Dan 7.7) bzw. dem 4. Königreich (Dan 2,40) und dem Gericht zumindest noch ein fünftes Reich (Dan 2,41-43), welches dem 4. Königreich (Römisches Reich) nachfolgt und alle jene endzeitlichen Eigenschaften besitzt, welche von der herkömmlichen Auslegung schon dem 4. Königreich - also dem bereits untergegangenen Römischen Reich - zugeordnet wird.

Daher muss auch die folgende Frage in Bezug auf Dan 2 ohne Zweifel bejaht werden:

„Könnte es sein, dass wir Daniel falsch interpretieren weil wir aus dem Denkschema der Kirchen heraus das Römische Reich als das vollständige 4. Königreich sehen sollen, weil ja auch die 10 Hörner des Tieres mehr oder weniger auf die vielen Kaiser Roms passen?”


Völlig richtig. Genau das ist ja die Folge, wenn man sich bei der Interpretation der Zeit anschließend an das Römischen Reich einerseits ausschließlich auf Dan 7 und die kurze Angabe in Dan 7,23 stützt und andererseits bei der Auslegung von Dan 2, der von vielen Auslegern praktizierten Verkürzung dieser Prophezeiung auf das vierte, das Römische Reich folgt und dann die Aussagen von Dan 2,40-43 ganz einfach diesem hinzufügt.

Dadurch, dass man das fünfte Reich nicht erkannt hat, hat man diese Prophezeiung mit dem Römischen Reich beendet und hat dann gar keine andere Möglichkeit mehr, als die 10 Hörner des Tieres bzw. die zehn Zehen des Standbildes auf die römischen Kaiser zu deuten. - Eine Sichtweise, welche offensichtlich die Weltgeschichte mit der Geschichte des Römischen Reichs, und den Schöpfer des Universums mit den Göttern der römischen Mythologie gleichsetzt.

Dies ist ja auch eines der großen allgemeinen Probleme in der biblischen Exegese, dass sich leider manche Ausleger das eigene Schriftstudium ersparen wollen und einfach die Deutung von anderen, früheren Interpreten abschreiben. Damit werden Fehler solange prolongiert, bis sich einmal jemand die Mühe macht, diese Auffassungen anhand der Schrift selbst zu überprüfen. Und sogar dann gibt es immer wieder noch derart „einbetonierte” Meinungen, welche sich nicht durch die tatsächliche Bedeutung der Schrifttexte von ihren Ansichten abbringen lassen wollen.

Auch der folgenden Aussage von KH Wolschke kann man durchaus zustimmen

„Ich meine nun, dass mit dem Römischen Reich das 4. Königreich erst begann, Rom der Ursprung, die erste Gestalt des Endreiches ist? Das Reichsidee Roms ist nie untergegangen sondern ist von den Wandalen übernommen und weitergeführt worden und lebt wie Sie richtig bemerken, in Kultur und Recht bis heute fort. Mit dem Römischen Reich entstand das Abendland.”


Mit dem Römischen Reich begann natürlich das 4. Königreich aus Dan 2 (4. Tier aus Dan 7). Und dass diese Reichsidee nie untergegangen ist, beweist am besten die EU. Die Europäische Union ist ja nichts anderes, als eine Neuauflage dieses Traums der europäischen Völker, durch Vereinigung - in früheren Zeiten durch Kriege, heute durch politische und finanzielle Anreize - an Macht und Bedeutung in der Welt zu gewinnen. Die Ansicht, dass Rom der Ursprung, die erste Gestalt des Endreiches sei, scheint jedoch zumindest insofern fragwürdig, als ja hier wieder die falsche Interpretation von Dan 2,41 und die Vernachlässigung der Prophezeiung eines fünften Reiches durchklingt.

Die 10 Hörner

Nun aber zur These von KH Wolschke bezüglich der Auslegung von Dan 2:

„Meine These: Das Abendland von Rom bis in unsere Zeit ist das 4. Königreich bei Daniel. Nicht 10 Kaiser des antiken Rom sind Hörner des 4.Tieres sondern abendländische Weltmächte wie z.B. das Frankenreich, das spanische Kolonialreich, das Empire bis zu den USA. So, meine ich, lässt sich Daniel einleuchtend verstehen und die Brücke zu Off.13.1-8, in das Zeitalter des Christentums, schlagen.”


Der erste Satz ist völlig korrekt, hat aber - im Widerspruch zur vorherigen Aussage von KH Wolschke weiter oben - zur Konsequenz, dass das 4. Königreich nicht das Endreich sein kann. Sonst würden wir seit 2000 Jahren in der Endzeit leben. Auch kann diese Sicht der Dinge nicht ausschließen, dass bereits während der Existenz dieses 4. Reiches ein anderes, fünftes Reich ersteht, wie auch das Persische Reich schon während der Zeit des Babylonischen, das Griechische in der Zeit des Persischen und das Römische Reich bereits entstanden ist, als die griechischen Diadochen bzw. deren Nachfolger, die Epigonen, noch geherrscht haben.

Die Interpretation der 10 Hörner des 4. Tieres aus Dan 7 auf die „abendländischen Weltmächte” ist nun aber ein ebenso untauglicher Versuch, wie jene Sicht, welche hier die römischen Kaiser sehen will. Während man dort, durch das Übersehen des fünften Königreichs, Rom für das Endreich gehalten hat, geht man hier zeitlich ein Stückchen weiter und setzt dafür die „abendländischen Weltmächte” unserer Zeit ein. Es ist hier wie mit der Auslegung der Zahl „666” aus Off 13,8: Wir werden sie solange nicht entschlüsseln können, bis der Antichrist da ist.

Dabei gibt uns gerade Dan 2 einen wichtigen Hinweis zur Interpretation dieser 10 Hörner/Könige der Endzeit. In Dan 2,42, nach der Prophezeiung auf das vierte und fünfte Königreich, haben wir noch eine Prophezeiung auf „die Zehen der Füße”.

Dan 2,42 Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: zum Teil wird das Königreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich sein. Dan 2,42;


Nachdem wir aus Dan 7,7 wissen, dass das 4. Tier - identisch mit dem 4. Königreich in Dan 2 - 10 Hörner hat, welche nach Dan 7,24 zehn Könige sind, können wir davon ausgehen, dass auch die 10 Zehen in Dan 2,42 eben diese Könige darstellen. Diese Auffassung wird auch durch die anschließende Aussage in Dan 2,44 erhärtet, wo es heißt, dass in den Tagen dieser Könige Gott das Tausendjährige Reich seines Sohnes aufrichten wird.

Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten.

Dan 2,43 Daß du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast: sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen läßt. 2,44 Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird. Und das Königreich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird all jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig bestehen: 2,45 wie du gesehen hast, daß von dem Berg ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände, und das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Ein großer Gott läßt den König wissen, was nach diesem geschehen wird; und der Traum ist zuverlässig und seine Deutung zutreffend. Dan 2,43-45;


An diesem Text in Dan 2,44 sind zwei Aussagen interessant: zum Einen wird hier plötzlich von „Königen” gesprochen, obwohl in der ganzen Prophezeiung des Standbildes keine Könige - außer dem König Nebukadnezar selbst - erwähnt werden. Wenn man aber die Texte aus Dan 2,42 (die 10 Zehen) und hier Dan 2,44 (die Könige) gemeinsam betrachtet, lässt sich erkennen, dass sich diese Könige rückbezüglich auf die zehn Zehen beziehen.

Der restliche Teil dieses Satzes in Dan 2,44 beinhaltet dann den zweiten, äußerst interessanten und für alle Exegeten, welche die 10 Könige identifizieren wollen, wichtigen Aspekt: dort heißt es, dass in den Tagen dieser Könige Gott das Tausendjährige Reich aufrichten wird. Das bedeutet aber, dass diese zehn Könige in der Endzeit, sogar am Ende der Endzeit, kurz vor dem Millennium leben und herrschen werden. Und hier fallen jedem Kenner der Offenbarung sofort jene Könige mit ihren Heeren ein, welche von Satan, dem Antichrist und seinem falschen Propheten zur Schlacht von Harmagedon, dem letzten Akt vor dem Tausendjährigen Reich, versammelt werden.

Die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes.

Off 16,13 Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche; 16,14 denn es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen. 16,15 - Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergehe und man nicht seine Schande sehe! - 16,16 Und er versammelte sie an den Ort, der auf hebräisch Harmagedon heißt. Off 16,13-16;


Es ist also ähnlich wie mit der Verschlüsselung des Namens des Antichristen in der Zahl 666. Diese Verschlüsselung, welche Gematrie genannt wird, beruht darauf, dass sowohl die klassische griechische Schrift als auch die hebräische keine speziellen Zahlzeichen hatten, sondern statt dessen die Buchstaben als solche verwendeten. Daher steht der erste Buchstabe des Alphabets auch für 1, der zweite für 2 usw. Damit kann jedes Wort in diesen Sprachen auch als eine Gruppe von Zahlzeichen gelesen werden. Wenn wir ihre Summe bilden, finden wir eine Zahl, die für das Wort steht.

Speziell in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurden die Namen der verschiedenen Cäsaren des Römischen Reiches (z.B. Nero, Domitian, Gaius etc.) mit teilweise abenteuerlichen Methoden derart angepasst, dass ihre Quersumme die Zahl 666 ergab. So ergibt der Titel „Neron Kaisar” im Hebräischen ebenso die Quersumme 666 wie die Worte aus Jos. 13,22 „Bileam, der Sohn Beor, der Zauberer” oder auch im Griechischen die Bezeichnung „Lateinos” (Lateiner/Römisches Reich?) usw. Auch in den letzten Jahrhunderten war es z.B. der Name Napoleons, welchen manche Bibelausleger mit mehr oder weniger realistischen Zusätzen zu dieser gematrischen Spielerei benutzten oder auch den (nicht belegten) Papsttitel „VICARIVS FILII DEI” (Stellvertreter des Sohnes Gottes) in römischen Ziffern.

(Siehe auch Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist.”)


Und offensichtlich versucht man auch diese 10 Könige der Endzeit auf Biegen und Brechen mit irgendwelchen Herrschern oder Weltreichen der Vergangenheit zu erklären. Doch ebenso wie den Namen mit der Zahl 666, werden wir auch diese 10 Könige erst in der Zukunft, in der (echten!) Endzeit, erkennen können. In genau diese Zeit fällt dann auch die von KH Wolschke hier als „Brücke” benannte Prophezeiung aus Off 13,1-8, die natürlich überhaupt nicht das „Frankenreich, das spanische Kolonialreich, das Empire bis zu den USA” betrifft. Von diesen kann man ja bestimmt nicht sagen - wie es in Off 13,4 steht: „Und sie beteten den Drachen an ...”.

Off 13,4 Und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und sie beteten das Tier an und sagten: Wer ist dem Tier gleich? Und wer kann mit ihm kämpfen? Off 13, 4;


Die 7 Köpfe und die 10 Hörner des Drachen

Auch der nächsten Aussage in der These von KH Wolschke kann man so nicht zustimmen.

„Die 7 Köpfe des Tieres aus Off.13.2 entsprechen den 10 plus 1 Hörnern (Weltmächten) bei Daniel 7.8. Wenn nämlich von zehn Mächten, drei von einer neu gewordenen Macht eliminiert werden, bleiben sieben mehr oder weniger starke ehemalige Weltmächte, die dann die letzte, nach einer tödlichen Niederlage wieder erstandene Weltmacht, zum Weltherrscher kören.”


Die Köpfe des Tieres haben einen völlig anderen Hintergrund als die Hörner und sind daher nicht vergleichbar. Doch um hier eine bessere Übersicht zu bekommen, wollen wir uns den Ursprung dieser zehn Hörner einmal näher ansehen. Sie werden in der Schrift nur bei Daniel und in der Offenbarung, und dort insgesamt neun Mal erwähnt: Dan 7,7.20.24 und Off 12,3; 13,1; 17,3.7.12.16. Und bei genauer Betrachtung dieser Texte erkennen wir auch gleich den eigentlichen „Besitzer” dieser zehn Hörner: es ist das selbe „Tier”, welchem auch die sieben Köpfe zugeschrieben werden und dieses Tier wird uns in Off 12,3 ganz lapidar präsentiert:

Ein großer, feuerroter Drache, der sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Diademe hatte

Off 12,3 Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: und siehe, ein großer, feuerroter Drache, der sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Diademe hatte; Off 12, 3;


Obwohl nun durch die Bezeichnung „Drache” schon eine ziemlich eindeutige Zuordnung möglich ist, bekommen wir einige Verse später eine ganz unmissverständliche Identifikation dieses Tieres:

Der große Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan genannt wird

Off 12,9 Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen. Off 12, 9;


Der Besitzer dieser sieben Köpfe und zehn Hörner ist also Satan. Damit stellt sich die nächste Frage, was mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern gemeint ist. Auch das erfahren wir in der Offenbarung, wo Johannes den Satan in Gestalt eines scharlachroten Tieres in der Wüste (Off 17,3) erblickt:

Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Und es sind sieben Könige:

Off 17,9 Hier ist der Verstand nötig, der Weisheit hat: Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Und es sind sieben Könige: 17,10 die fünf ersten sind gefallen, der eine ist, der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muß er eine kurze Zeit bleiben. 17,11 Und das Tier, das war und nicht ist, es ist selbst sowohl ein achter als auch von den sieben und geht ins Verderben. 17,12 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch kein Königreich empfangen haben, aber mit dem Tier eine Stunde Macht wie Könige empfangen. Off 17, 9-12;


Berge sind in den Prophezeiungen der Bibel oft große Weltreiche. So wird z.B. das Tausendjährige Reich in Dan 2,35 als großer Berg bezeichnet, der die ganz Welt füllt. Und auch hier, in Off 17,9, werden die sieben Köpfe mit sieben Bergen und sieben Königen gleichgesetzt. Durch die genauere Beschreibung im nächsten Vers: „die fünf ersten sind gefallen, der eine ist, der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muß er eine kurze Zeit bleiben” lässt sich durch den Vergleich mit der Weltgeschichte eine gute Erklärung finden:

Wenn wir davon ausgehen, dass Johannes die Offenbarung in der Zeit des Römischen Reiches (etwa um 90-100 n.Chr.) geschrieben hat, dann wäre der Hinweis auf den sechsten König: „der eine ist”, in eben diese Zeit und damit auf das Römische Weltreich zu deuten. Davon ausgehend können wir nun anhand der Weltgeschichte die fünf untergegangenen (gefallenen) Weltreiche zurückverfolgen: Griechisches Reich, Medo-persisches Reich, Babylonisches Reich, Assyrisches Reich und Ägyptisches Reich.

(Siehe auch Tabelle 02: „Die Weltreiche in der Bibel”)


Der siebte Kopf: der Antichrist, der „Sohn” Satans

Der siebte König, der noch nicht gekommen ist und der, wenn er kommt, eine kurze Zeit bleiben muss, steht also für den Antichristen, von dem es in Off 13,5 heißt:

Und es wurde ihm Macht gegeben, 42 Monate zu wirken.

Off 13,1 Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen das zehn Hörner und sieben Köpfe hatte, und auf seinen Hörnern zehn Diademe und auf  seinen Köpfen Namen der Lästerung. 13,2 Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie die eines Bären und sein Maul wie eines Löwen Maul. Und der  Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht. 13,3 Und ich sah einen seiner Köpfe wie zum Tod geschlachtet. Und seine Todeswunde wurde geheilt, und die ganze Erde staunte hinter dem Tier her. 13,4 Und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und sie beteten das Tier an und sagten: Wer ist dem Tier gleich? Und  wer kann mit ihm kämpfen?13,5 Und es wurde ihm ein Mund gegeben, der große Dinge und Lästerungen redete; und es wurde ihm Macht gegeben, 42 Monate zu wirken. Off 13, 1- 5;

Bei dieser Gelegenheit sei auch gleich der Umstand erklärt, weshalb die 7 Köpfe und die 10 Hörner, welche weiter oben (Off 12,3 und Off 17,9.12) dem Satan zugeordnet wurden, nunmehr hier, in Off 13,1, auch beim Tier aus dem Meer, also dem Antichristen aufscheinen. Wie oben, in Off 13,2 zu lesen, gibt der Satan dem Antichristen seine Kraft und seinen Thron und große Macht, und die Menschen beten in Off 13,4 auch den Satan an, weil er dem Antichristen die Macht gab.

Hier erkennen wir, dass Satan, der „Affe Gottes”, wie ihn Luther auch nannte, weil er stets die Handlungen des Allmächtigen nachäfft, auch das Verhältnis zwischen Gottvater und seinem Sohn Jesus Christus imitiert. Er sendet den Antichristen nicht als Gegenchristus, sondern als Anstattchristus, wie man die Vorsilbe anti auch übersetzen kann und gebärdet sich selbst als „Gottvater”. Und beide werden von den Menschen auch angebetet.


Der Antichrist und seine Anhänger leugnen Jesus Christus als den Sohn Gottes

Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, daß Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist.

1Jh 2,22 Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, daß Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 2,23 Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 1Jh 2,22-23;


Daher muss auch der Antichrist die Gottessohnschaft des wahren Christus, unseren Herrn, leugnen und ihn als Lügner, Betrüger und Gotteslästerer hinstellen - ganz ähnlich, wie es die mosaischen Juden seit zweitausend Jahren und bis heute tun, weil er dem Hohepriester Kaiphas gesagt hat, dass er Gottes Sohn ist.

Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes!

Mt 26,63 Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sagte zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! 26,64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Mt 26,63-64;


Diesen Juden hat der Herr noch zu Lebzeiten in Bezug auf den Antichristen prophezeit:

Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.

Jh 5,39 Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen; 5,40 und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt. 5,41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen; 5,42 sondern ich kenne euch, daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. 5,43 Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen. Jh 5,39-43;


Die von Juden immer wieder vorgebrachte Argumentation, sie würden an den einen und einzigen Gott glauben, aber die Göttlichkeit des Jesus von Nazareth können sie nicht akzeptieren (wie übrigens auch die Zeugen Jehovas, Adventisten, Antitrinitarier etc.), findet oben, in 1Jh 2,23 ihre Antwort: „Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht” und ist somit Gott-los. Und damit zählen sie zu jenen 90% der Weltbevölkerung, welche weder zu Gott, noch zu seinen Sohn Jesus Christus eine Verbindung haben.

Zum Unterschied von den heutigen Juden, welche ihre Gottlosigkeit natürlich leugnen, hat die katholische Nonne Agnes Gonxha Bojaxhiu, besser bekannt als „Mutter Teresa”, diesen Zustand in den letzten dreißig Jahren ihres Lebens sehr genau erkannt und in ihren geheimen Aufzeichnungen sogar recht genau beschrieben. Sie schreibt:

„Seit 49 oder 50 ist er da, dieser schreckliche Verlust, diese unerhörte Dunkelheit um mich. (...) Der Platz Gottes in meiner Seele ist leergefegt. (...) Da ist kein Gott in mir. (...) Das Schweigen und die Leere sind so groß, dass ich schaue und nicht sehe - lausche und nicht höre (...) Ich sehne mich nach Gott ... aber er ist nicht da (...) Manchmal höre ich mein eigenes Herz rufen: ,Mein Gott' und es kommt nichts.”

(Aus dem Buch „Komm, sei mein Licht. Die geheimen Aufzeichnungen der Heiligen von Kalkutta” - Pattloch-Verlag. [Come Be My Light - Doubleday Publishers])


Leider ist das bei vielen Katholiken ganz ähnlich, weil auch sie nicht Jesus Christus als ihren Mittler und Erlöser bekennen, sondern den katholischen Götzen „Maria” als ihre Mittlerin anbeten, welche  ihnen in den Marienerscheinungen in Medjugorje in einer Serie von öffentlichen Botschaften von 1981 bis in die 90er Jahre die bekannte Botschaft verkündet hat:

Ich bin die Mittlerin zwischen euch und Gott.”

Und dies kommt einer Leugnung des Sohnes Gottes gleich, denn nach der Schrift gibt es nur einen Mittler: Jesus Christus den Sohn Gottes und unseren Herrn.

Einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus,

1Tim 2,5 Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 1Tim 2,5;


(Siehe auch Diskurs 78: „Die katholische Lehre und die Bibel - eine Disputation.”)


Doch diesem Sohn Gottes ist nicht nur alle Macht im Himmel und auf Erden übergeben, sondern der Vater hat ihm auch das Gericht gegeben.

Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.

Mt 28,18 Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Mt 28,18;

Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben

Jh 5,22 Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben, 5,23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Jh 5,22.23;


Wie wollen nun diese Menschen vor jenem Gericht bestehen, dessen Richter sie auf Erden verleugnet haben?


Der Satan im Antichrist

In der Endzeit wird also Satan alle seine Kapazitäten - und dazu zählen eben auch die Köpfe- und Hörner-Könige - auf den Antichristen übertragen und sich sogar selbst in diesem Dämon manifestieren. Wie Bibelkenner wissen, ist auch unserem Herrn Jesus Christus alle Macht von seinem Vater übergeben worden und auch in ihm manifestierte sich der Vater:

Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater

Mt 11,27 Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und der, dem der Sohn ihn offenbaren will. Mt 11,27;

Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.

Jh 12,44 Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; 12,45 und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Jh 12,44-45;

Damit ihr erkennt und versteht, daß der Vater in mir ist und ich in dem Vater!

Jh 10,37 Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht! 10,38 Wenn ich sie aber tue, so glaubt den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und versteht, daß der Vater in mir ist und ich in dem Vater! Jh 10,37-38;


Der Antichrist, das Tier aus dem Meer in Off 13,2 bekommt also alle Macht und Kraft des Satans und seinen Thron. Und auch die Hörner-Könige aus Off 17,13, welche die teuflische „Dreieinigkeit” in Off 16,13-14 zur Schlacht von Harmagedon versammelt, geben ihre Macht und Kraft dem Tier. Doch wie wir weiter oben, in Off 13,5 gesehen haben, ist diese Macht zeitlich beschränkt. Gemeinsam mit den zehn Hörner-Königen wird er nur 42 Monate wirken können. Dann wird er gemeinsam mit diesen Königen in der Schlacht von Harmagedon geschlagen.

Die zehn Könige der Endzeit

In Off 17,12-14 erfahren wir dann Einzelheiten über diese zehn Hörner.

Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige.

Off 17,12 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch kein Königreich empfangen haben, aber mit dem Tier eine Stunde Macht wie Könige empfangen. 17,13 Diese haben einen Sinn und geben ihre Kraft und Macht dem Tier. 17,14 Diese werden mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie überwinden; denn es ist Herr der Herren und König der Könige, und die mit ihm sind, sind Berufene und Auserwählte und Treue. Off 17,12-14;


Durch die anschließenden Erklärungen in Off 17,13-14 können wir zweierlei erkennen: einerseits werden diese Könige erst mit dem Tier Macht empfangen. Diese Macht des Tieres beginnt mit dem Erscheinen des Tieres aus dem Meer, dem Antichristen, in Off 13. Und ebenso wie dem Antichristen nach Off 13,5 nur kurze Zeit Macht gegeben ist, werden auch die zehn Hörner-Könige nur „eine Stunde” mit dem Tier Macht empfangen.

Zum Zweiten finden wir eine Bestätigung dieser zeitlichen Einordnung auch im nächsten Vers, Off 17,14, wo darauf hingewiesen wird, dass diese zehn Hörner-Könige mit dem Lamm Krieg führen werden und das Lamm wird sie überwinden. Das beweist einmal die Identität der Könige aus Off 16,13-14 mit den Hörner-Königen hier, in Off 17,12-14, und bezieht sich natürlich auf die Schlacht von Harmagedon, unmittelbar vor dem Millennium, wo Satan, Antichrist und falscher Prophet diese Könige versammeln, um in Harmagedon gegen das Lamm, den Sohn Gottes und sein himmlisches Heer Krieg zu führen

Die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes.

Off 16,13 Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche; 16,14 denn es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen. 16,15 - Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergehe und man nicht seine Schande sehe! - 16,16 Und er versammelte sie an den Ort, der auf hebräisch Harmagedon heißt. Off 16,13-16;

Und ich sah das Tier und die Könige der Erde versammelt, um mit dem, der auf dem Pferd saß, Krieg zu führen.

Off 19,19 Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um mit dem, der auf dem Pferd saß, und mit seinem Heer Krieg zu führen. 19,20 Und es wurde ergriffen das Tier und der falsche Prophet - der mit ihm war und die Zeichen vor ihm tat, durch die er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen und sein Bild anbeteten - lebendig wurden die zwei in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt. 19,21 Und die übrigen wurden getötet mit dem Schwert, das aus dem Mund dessen hervorging, der auf dem Pferd saß; und alle Vögel wurden von ihrem Fleisch gesättigt. Off 19,19-21;


Nach dieser Schlacht, bei der die Hörner-Könige mit ihren Heeren vom Sohn Gottes und dem himmlischen Heer vernichtend geschlagen werden, wird auch Satan für die anschließenden tausend Jahre des Millenniums im Abgrund gefesselt (Off 20,2-3) und auf Erden beginnt das Tausendjährige Reich. Und dies passt nun ganz ausgezeichnet auch zu den Aussagen von Dan 2,44:

Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird.

Dan 2,44 Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird. Und das Königreich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird all jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig bestehen. Dan 2,44;


Wie also anhand der Schrift nachzuweisen ist, werden diese Hörner-Könige überhaupt erst in der Zeit des Antichristen an die Macht kommen und dann, nach kurzer Zeit, in der Schlacht von Harmagedon vom Sohn Gottes und seinem Heer vernichtet. Die Ansicht, dass die Hörner den Weltmächten „Frankenreich, das spanische Kolonialreich, das Empire bis zu den USA” zuzuordnen wären, ist nicht nur falsch, sondern auch in Bezug auf das weitere Verständnis dieser Texte ein Hindernis.

In diesem Zusammenhang ist es auch interessant, dass bei der Beschreibung des Drachen, weiter oben, in Off 12,3, wohl die sieben Köpfe Diademe (Kronen) tragen, nicht aber die Hörner. Bei der Prophezeiung in Off 13,1 sind - umgekehrt - auf den Köpfen keine Kronen mehr, sondern nur mehr Namen der Lästerung, dafür tragen aber dort die zehn Hörner Kronen. Das könnte bedeuten, dass die sieben Häupter-Könige nunmehr all ihre Macht verloren haben und die „Ersatzmannschaft” der Hörner-Könige ins letzte Gefecht geschickt wird.

(Siehe auch Tabelle 06: „Der Antichrist, die 'Dame' im Schachspiel des Teufels.”)


Auch der letzten Anmerkung im Kommentar von KH Wolschke muss man leider widersprechen.

„PS : Die 10 Hörner von Off.17.3, die Sie am Ende Ihrer Abhandlung völlig richtig Satan zugeordnet haben (Off.12.3) können aber weder die 10 Zehen noch die Hörner bei Daniel 2 und 7 verkörpern ! Zum einen haften die Zehen des imaginären Zehenreiches nach Dan.2.43 nie aneinander, die 10 aus Off.17.3 u.17 handeln aber "in einem Sinn", zum anderen bleiben von den 10 Hörnern des 4. Reiches aus Dan.7.7-8 nur 7 + 1.”


Gerade an diesen Aussagen lässt sich leicht erkennen, dass - wie alle Prophezeiungen - auch Dan 2 und Dan 7, obwohl sie das selbe Thema zum Inhalt haben, doch nicht völlig konform gehen. Während wir in Dan 2, nach dem 4. Königreich, Aussagen über die Füße haben, finden wir das in Dan 7 nicht. Dafür haben wir dort aber den Hinweis auf ein elftes, das kleine Horn, welches drei Könige erniedrigen wird, was wieder in Dan 2 nicht erwähnt wird.

Nun aber zu den Zusammenhängen dieser beiden Texte in Dan 2 und 7 mit den Aussagen der Offenbarung.

Wie wir gerade hier weiter oben gesehen haben, werden die 10 Hörner-Könige mit dem Tier eine Stunde Macht empfangen und gegen das Lamm Krieg führen (Off 16,13-16, 17,12-14; 19,19-21). Danach wird Gott das Tausendjährige Reich seines Sohnes aufrichten (Off 20,2-6). Und diese Ereignisse entsprechen nun genau der Prophezeiung bei Daniel, in Dan 2,44: „Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird”. Dieses Königreich Gottes wird zuerst für tausend Jahre auf Erden sein und dann, nach der Freilassung Satans aus dem Abgrund und einem letzten Kampf gegen alle Gottesfeinde, als ewiges Reich in der Neuen Schöpfung fortgesetzt werden. Damit wäre nachgewiesen, dass Dan 2 genau dieses endzeitliche Thema anspricht, welches auch in der Offenbarung prophezeit wird.

Was nun Dan 7 betrifft, wurde ja weiter oben einvernehmlich festgestellt, dass beide Texte, Dan 2 und Dan 7 das selbe Thema behandeln. Dass nun auch die zehn Hörner aus Dan 7,7-8 mit den endzeitlichen Hörnern aus Off 12,3; 13,1 und 17,3.7 identisch sind, können wir an folgendem Vergleich der Eigenschaften des kleinen Horns aus Dan 7,8-25 mit dem Tier aus dem Meer - dem Antichristen - aus Off 13,5-7 erkennen:



DAS  KLEINE  HORN (Dan 7)



DAS  TIER  AUS  DEM  MEER - DER  ANTICHRIST (Off 13)


Ein Mund, der große Worte redete
Er wird die Heiligen des Höchsten aufreiben
Er wird Worte reden gegen den Höchsten
Sie werden in seine Hand gegeben 3 1/2 Zeiten


Dan 7,20
Dan 7,21
Dan 7,25
Dan 7,25


Ein Mund, der große Dinge redete
Er wird die Heiligen überwinden
Er öffnet seinen Mund zu Lästerungen gegen Gott
Es wurde ihm Macht gegeben, 42 Monate zu wirken


Off 13,5
Off 13,7
Off 13,6
Off 13,5




Wir sehen also, dass das kleine Horn in Dan 7, welches dann größer wird als die anderen Könige und welches 3 Könige erniedrigen wird, dem Tier in Off 13 voll entspricht. Wenn also die Prophezeiungen von Dan 7 und Off 13 in diesem Punkt derart identisch sind, ist es unwahrscheinlich, dass die anderen Aussagen in diesen beiden Texten nicht zusammengehören oder dass sie von unterschiedlichen Ereignissen sprechen sollten.

Aber ich konzediere gerne, dass letztlich jede Interpretation einer biblischen Prophezeiung eine Hypothese bleibt, solange wir die Tatsachen nicht vor Augen haben. Ähnlich des, derzeit von vielen Politikern prognostizierten Endes der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise. Während allerdings die biblische Endzeit m.E. tatsächlich noch geraume Zeit auf sich warten lassen wird, sind wir in der Wirtschaftskrise mitten drin. Und wie Experten versichern, sind wir hier nicht am Ende, sondern noch nicht einmal am Wendepunkt. Nach diesen Berichten stehen uns noch drei „Monsterwellen” bevor:

„1. Massenarbeitslosigkeit: die Welle wird die Länder Amerikas, Europas, Asiens, des Mittleren Orients und Afrikas zu verschiedenen Zeitpunkten erreichen
2. Insolvenzen mit Dominoeffekten: Unternehmen, Banken, Privathaushalte, Staaten, Regionen, Kreise, Städte und Gemeinden
3. Die Agonie des Dollars, der US-Schatzbriefe, des britischen Pfunds und die Wiederkehr der Inflation.

Diese drei Wellen kommen jedoch nicht parallel und gestaffelt hintereinander, wie beim maritimen Phänomen der «drei Schwester-Monsterwellen». Sie sind noch zerstörerischer, weil sie gleichzeitig oder zumindest zeitnah aus verschiedenen Richtungen und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten über die Weltwirtschaft hereinbrechen. Deshalb können ihre Auswirkungen das globale System und die öffentliche Ordnung in den einzelnen Ländern zerstören. Das einzige, was angesichts dieser vielfältigen Gefahr sicher ist, ist die Tatsache, dass noch nie das internationale System so schwach und so wenig auf eine solche Situation vorbereitet war”

(Global Europe Anticipation Bulletin)


Das zumindest ist eine Tatsache, welche wir aller Wahrscheinlichkeit nach bald - etwa bis Ende des Jahres - vor Augen haben werden und nachprüfen können. Ob allerdings die 10 Hörner von Off 17,3  bzw. 12,3 den zehn Hörnern/Zehen bei Daniel 7 bzw. 2 entsprechen, wird erst zu einer Zeit festzustellen sein, in der es keine Christen mehr auf Erden gibt - bei der Schlacht von Harmagedon.