Diskurs 99 - Die Weihnachtszeit: Wer sind "die geringsten meiner Brüder" in Mt 25,40?




Die Weihnachtszeit

Predigt beim Gottesdienst zur Eröffnung der Westfälischen Landessynode / Jürgen Tiemann 00, 2004-11-14

Hirtenbrief zum Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag / Schweizer Bischöfe 00, 2006

Die ewige Existenz jedes Menschen

Predigtzyklus Pfarrei Sempach / Marco Mona, Rechtswanwalt, Zürich 00, 2005-10-30

"Was ihr dem Geringsten meiner Brüder… " / Artikel Roberto J. De Lapuente 00, 2009-04-15

Kommentare zu "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder… " / Div. Postings


Die Weihnachtszeit

Es ist wieder einmal Weihnachten. Und wie Umfragen zeigen, wird der eigentliche biblische Sinn und geistliche Hintergrund dieses christlichen Festes von den meisten Kindern und Jugendlichen - und leider nicht nur von diesen! - im christlichen Abendland missverstanden oder ist ihnen gar nicht mehr bekannt. Wer mit einem geistlichen Hintergrund überhaupt etwas anfangen kann, assoziiert Weihnachten mit dem Weihnachtsmann, dem "Santa Clause" mit seinem Rauschebart, dem roten Gewand und dem Rentierschlitten. - Ho. ho, ho! Und natürlich den vielen schönen Geschenken, welche bei einer Familie, die etwas auf sich hält - Wirtschaftskrise hin oder her - unter dem Tannenbaum liegen müssen.

Zu diesem Ritual gehören natürlich auch die vielen "besinnlichen" Worte, welche die Hörer, Seher und Leser für einen kurzen Moment aus ihrer Selbstgefälligkeit aufschrecken und in Geberlaune für diverse Spendenaufrufe bringen sollen. Zumindest bei dieser Gelegenheit darf dann auch ein Hinweis auf die Bibel nicht fehlen. Er unterstreicht die Integrität des Autors und lässt seine Aussagen in einem authentischen Licht erscheinen.

Und so zitiert man sehr oft und gern eine Aussage Jesu Christi in den Evangelien, welche sich zwar auf das Weltgericht über alle Völker nach der Auferstehung am Ende der Welt bezieht, aber gerade zu Weihnachten sehr eindrucksvoll erscheint

Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan.

Mt 25,31 Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen; 25,32 und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. 25,33 Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken. 25,34 Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an! 25,35 Denn mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir zu trinken; ich war Fremdling, und ihr nahmt mich auf; 25,36 nackt, und ihr bekleidetet mich; ich war krank, und ihr besuchtet mich; ich war im Gefängnis, und ihr kamt zu mir.

25,37 Dann werden die Gerechten ihm antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig und speisten dich? Oder durstig und gaben dir zu trinken? 25,38 Wann aber sahen wir dich als Fremdling und nahmen dich auf? Oder nackt und bekleideten dich? 25,39 Wann aber sahen wir dich krank oder im Gefängnis und kamen zu dir? 25,40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan. Mt 25,31-40;


Die unterschiedlichen Zugänge zu diesem Text sollen hier durch einige Zitate aus kirchlichen und weltlichen Bereichen veranschaulicht und dem echten biblischen Hintergrund gegenübergestellt werden.

Zuerst einmal ein Ausschnitt aus der Predigt des Superintendenten Jürgen Tiemann, beim Gottesdienst zur Eröffnung der Westfälischen Landessynode am 14.11.2006 in Bielefeld-Bethel zu diesem Thema:


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder / Jürgen Tiemann 00 2006-11-14)

Gnade sei mit euch von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.
Aus dem Evangelium des kommenden Sonntags aus Matthäus 25: Jesus spricht: "Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." (Matth. 25,40)

Liebe Schwestern und Brüder!
Zu der Zeit, da Monarchien die Länder beherrschten, war es eine reizvolle Vorstellung für Dichter und Denker wie z. B. William Shakespeare, der Herrscher könnte verkleidet als einfacher Mönch oder Mann von der Straße sich in seinem Reich umhören. Auf diese Weise zu Erkenntnissen zu kommen, die ihm von dem Palast aus unzugänglich waren, wurde für den Herrscher zu einem Gewinn - und für die Beherrschten gleichermaßen.

Die Vorstellung des Rollentausches und Perspektivwechsels enthält, nicht nur aus Sicht eines machtlosen Poeten, eine gesellschaftskritische Empfehlung. Wenn der Herr erlebt, unter welchen mühsamen und schwierigen Bedingungen der Knecht arbeiten muss, dann wird er anders reden und entscheiden. Wenn die Leute spüren, wie sehr die Führung ihre Lage kennt, versteht und zum Besseren wendet, dann werden sie sie eher anerkennen und Vertrauen gewinnen oder sich gar für Beteiligung gewinnen lassen. Ein Perspektivwechsel kann, systemisch gesehen, ein starres Sozialgefüge in guter Weise verändern in Richtung einer flexiblen, lebensfähigen Selbstorganisation.

Um diese verändernde Kraft des Perspektivwechsels geht es in Jesu Wort, wenn er sich mit den Geringen identifiziert.
1. Indem ich den anderen erkenne, sehe ich mich und meine Aufgabe neu, werde ich von Verengungen und Selbstbezogenheiten befreit. In der momentanen Situation tun uns als evangelischer Kirche klare Aufgabenstellungen gut, zumal wenn sie uns auf Menschen hinweisen, die uns brauchen.
(…)
2. Aber indem Jesus sich mit den Geringen identifiziert und uns zum Perspektivwechsel einlädt, kann auch eine Veränderung der inneren Haltung intendiert sein. Das Erreichen von politisch und ethisch korrekten Standards ist gewiss ein Erfolg, bleibt aber gefühlskalt. Die Betroffenen spüren unter Umständen zu wenig die Würde und Liebe, die sie bräuchten. Wenn ich mich in die Lage des anderen hineinversetze, merke ich, dass ich nicht um politischer oder christlicher Ideale willen geachtet werden möchte.
(…)
3. Jesus geht es um Taten der Barmherzigkeit für die Geringsten und die Konsequenzen.
Die Ankündigung des Gerichts, in deren Zusammenhang bei Matthäus das Wort von den Geringsten steht, deutet quasi mit mahnendem Zeigefinger darauf hin, wie wichtig die Werke sind. Wir Evangelischen haben damit ein Problem. Theologisch ist gegen den Gerichtsgedanken viel eingewendet worden. Er lässt sich gut missbrauchen für eigene Zwecke und scheinbar objektive Verurteilungen. In der Geschichte sind viele der Versuchung erlegen, selbst Weltenrichter zu spielen.
(…)


Superintendent Jürgen Tiemann, Predigt beim Gottesdienst zur Eröffnung der Westfälischen Landessynode am 14.11.2006 in Bielefeld-Bethel



Wie man sieht, lassen sich diese Worte des Herrn in Mt 25,40 auch gut für die eigenen Zwecke des Predigers missbrauchen. Er interpretiert diese Aussage als eine Aufforderung zum "Perspektivwechsel". Wohl weil er damit „in der momentanen Situation der evangelischen Kirche” eine klarere Aufgabenstellung erreichen und begründen möchte.

Doch Jesus will uns hier nicht zum Perspektivwechsel einladen! Wir müssen hier nichts uminterpretieren! Der Herr meint dies genau so, wie er es gesagt hat: „Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan”. - Christus ist tatsächlich in jedem rechtgläubigen Christen. Und was wir einem der geringsten dieser Christen getan haben, das haben wir daher auch dem Herrn getan. Das beweist der folgende Ausspruch des Herrn.

An jenem Tag werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.

Jh 14,19 Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich: weil ich lebe, werdet auch ihr leben. 14,20 An jenem Tag werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. Jh 14,19-20;


Jürgen Tiemann meint zwar völlig richtig: „Jesus geht es um Taten der Barmherzigkeit für die Geringsten” aber er verfälscht - bewusst oder unbewusst - das Objekt dieses Satzes. Es sind nicht die Geringsten gemeinhin, sondern es sind die geringsten seiner (Jesu) Brüder (grie.: adelphos), von welchen der Herr hier spricht. Die ersten Menschen, welche der Herr seine Brüder nannte, waren die Apostel. Das lässt sich auch mit verschiedenen Aussagen des Herrn nachweisen:

Fürchtet euch nicht! Geht hin, verkündet meinen Brüdern, daß sie hingehen nach Galiläa!

Mt 28,8 Und sie gingen schnell von der Gruft weg mit Furcht und großer Freude und liefen, es seinen Jüngern zu verkünden. 28,9 Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten zu ihm, umfaßten seine Füße und warfen sich vor ihm nieder. 28,10 Da spricht Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin, verkündet meinen Brüdern, daß sie hingehen nach Galiläa! Und dort werden sie mich sehen. Mt 28, 8-10;

Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott.

Jh 20,17 Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott Jh 20,17;

Denn wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder.

Mt 12,49 Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder! 12,50 Denn wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. Mt 12,49-50;


Jene, die den Willen des Vaters tun, der in den Himmeln ist, das sind die Brüder des Herrn. Das waren am Beginn die 12 Jünger, dann die erweiterte Jüngerschar, und von damals bis heute sind es unverändert alle rechtgläubigen Christen, die an den Vater im Himmel glauben und seinen Willen tun.

Damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.

Röm 8,29 Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Röm 8,29;

Denn sowohl der, welcher heiligt, als auch die, welche geheiligt werden sind alle von einem; aus diesem Grund schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen,

Hbr 2,11 Denn sowohl der, welcher heiligt, als auch die, welche geheiligt werden sind alle von einem; aus diesem Grund schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen, 2,12 indem er spricht: «Kundtun will ich deinen Namen meinen Brüdern; inmitten der Gemeinde will ich dir lobsingen.» Hbr 2,11-12;


Und damit scheint nun der Superintendent der evangelischen Kirche das Wesentliche in diesem Gleichnis noch gar nicht gelesen - oder verstanden zu haben. Der Herr spricht hier von den geringsten seiner Brüder. Dass die gottlose Welt dies nun gern uminterpretiert - nach dem Text der Europahymne „Alle Menschen werden Brüder” - mag schon stimmen. Aber das ändert nichts am Aussagegehalt dieser Worte. Die Brüder Jesu Christi sind die christlichen Gläubigen und nicht irgendwelche Menschen, welche sich ihr Leben lang nicht um Gott geschert haben und jetzt plötzlich, weil es halt gerade so zur weihnachtlichen Stimmung passt, „Brüder” des Herrn (und der Christen!) sein sollen.

Wenn die in diesem Dokument zitierten Autoren, welche offensichtlich alle Menschen zu Brüdern Jesu erklären, eine große Erbschaft machen würden, und es würde plötzlich jemand auftreten und behaupten er sei ihr Bruder und möchte seinen Anteil haben, würden sie diese „Bruderschaft” wahrscheinlich nicht so freizügig auslegen. Doch wenn es darum geht, die Brüder Jesu Christi zu benennen, erklären sie taxfrei die ganze Welt zu Brüdern des Herrn. Auch wenn es gerade auch diese „Brüder” sind, welche weltweit 250 Millionen Christen verfolgen, unterdrücken und ausgrenzen.

Und so finden wir denn auch in den folgenden Zitaten nirgends einen Autor, der auf diesen Kern, auf diese Wahrheit des Gleichnisses eingehen würde. Alle stürzen sich zwar auf die „Brüder”, unterschlagen aber geflissentlich deren tatsächliches Verwandtschaftsverhältnis. Es wäre ja peinlich, wenn man den derart bemitleideten „gesellschaftlich Ausgestoßenen”, „benachteiligte Schwulen” und anderen „Geschwistern” zumuten müsste, zuerst einmal zum Glauben an Jesus Christus als ihren Erlöser zu kommen, um sich zu den Brüdern des Herrn zählen zu können.

Wenn er aber auch auf die Versammlung nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner!

Mt 18,15 Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein! Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen. 18,16 Wenn er aber nicht hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit aus zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt werde! 18,17 Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so sage es der Versammlung; wenn er aber auch auf die Versammlung nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner! Mt 18,15-17;

Denn was habe ich zu richten, die draußen sind? Richtet ihr nicht, die drinnen sind?

1Kor 5,11 Nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn jemand, der Bruder genannt wird, ein Unzüchtiger ist oder ein Habsüchtiger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein Räuber, mit einem solchen nicht einmal zu essen. 5,12 Denn was habe ich zu richten, die draußen sind? Richtet ihr nicht, die drinnen sind? 5,13 Die aber draußen sind, richtet Gott. Tut den Bösen von euch selbst hinaus! 1Kor 5,11-13;


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Was ihr meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan - Hirtenbrief Schweizer Bischöfe 2006)

Liebe Brüder und Schwestern!
In der Lesung haben wir heute die ernste Mahnung des heiligen Jakobus gehört, die uns alle immer wieder herausfordern muss: "Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke?…. Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen - was nützt das?" (Jak 2,14-16). Das Gleiche sagt uns Jesus mit seinem Gleichnis vom Letzten Gericht, das wir alle kennen (Mt 25,31-46). Der Menschensohn kommt in seiner Herrlichkeit und alle Völker der Erde werden vor ihm versammelt. Er scheidet sie von einander, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Zu den einen sagt er: "Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters…." Und zu den andern spricht er: "Weicht von mir, ihr Verfluchten…." Die Anwesenden fragen, worauf es denn ankomme bei diesem Gericht, und die Gesegneten wie die Verfluchten sind von der Antwort gleicherweise überrascht. Das einzige Kriterium des Gerichts ist unser Verhalten gegenüber den Hungernden und Dürstenden, gegenüber den Fremden und Obdachlosen, gegenüber den Nackten, Kranken und Gefangenen. Jesus identifiziert sich mit dem geringsten seiner Brüder. Er lässt sich finden in den Schwachen und Verlorenen, in den Hungernden und Armen.
(…)

Hirtenbrief der Schweizer Bischöfe zum Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag 2006



Obwohl hier die katholischen Bischöfe der Schweiz am Beginn ihres Hirtenbriefes vom Bruder und der Schwester sprechen, welchen geholfen werden muss und damit rein grammatikalisch die Worte des Herrn korrekt wiedergeben, weichen sie dann bei der weiteren Interpretation ebenso vom Bibeltext ab, wie alle anderen hier zitierten Ausleger. Sie schreiben von „den Hungernden und Dürstenden, den Fremden und Obdachlosen, den Nackten, Kranken und Gefangenen” und erwecken so den - gewünschten? - Eindruck, dass es sich bei den Brüdern des Herrn um alle Ungläubigen, Gottlosen und Verbrecher der ganzen Welt handeln würde

Doch viel schwerwiegender noch ist die Feststellung der Schweizer Bischöfe, dass unser Verhalten gegenüber diesen „Hungernden und Dürstenden etc.” das einzige Kriterium für unsere Beurteilung beim Letzten Gericht sein sollte. Wenn wir uns die betreffenden Texte in der Bibel durchlesen, kommen wir zu einem ganz anderen Ergebnis. Wir haben in Off 20,12-15 eine relativ detaillierte Schilderung dieses Gerichts und da heißt es:

Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet.

Off 20,12 Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. 20,13 Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. 20,14 Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. 20,15 Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen. Off 20,12-15;


Hier oben, in Off 20,12-15, wird dieses, von den Schweizer Bischöfen zitierte, Letzte Gericht beschrieben und wir erkennen in Off 20,12, dass es bei der Urteilsfindung mehrere Bücher gibt. Einmal die Werksbücher, in welchen die Werke und Taten stehen, welche die Menschen in ihrem Leben vollbracht haben und nach denen sie nun vorerst einmal beurteilt werden. Gerade auf diesem Schrifttext beruht auch die Ansicht mancher christlicher Kreise (und eben auch der katholischen Kirche), dass der Mensch durch Werksgerechtigkeit gerettet werden könnte. Doch wie wir oben weiter lesen, sind die Werksbücher nur die erste Phase des Gerichts. Denn dann wird das Buch des Lebens geöffnet und wessen Name nun hier nicht eingetragen ist, der ist - unbeschadet seiner sonstigen Werke und im völligen Gegensatz zur obigen Aussage der Schweizer Bischöfe  - auf ewig verloren. Die Grundlage für diese Eintragung ins Buch des Lebens erklärt uns Paulus in seinem Brief an die Korinther:

Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

1Kor 3,11 Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 3,12 Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, 3,13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird es klar machen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. 3,14 Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; 1Kor 3,11-14;

(Siehe auch Kapitel 13: „Das Weltgericht”)

Wohlgemerkt: es geht hier, beim ersten Teil des Gerichts, nicht nur um einzelne Werke. Es geht tatsächlich um das lebenslange Verhalten des Menschen. Was er gedacht, was er geglaubt, was er gewünscht, was er verurteilt, was er gehofft, was er gewollt, was er geliebt und was er verdammt hat. Alle diese immateriellen Geisteshaltungen werden mit den „materialisierten” - also in Taten verwandelten - Anteilen, beim Gericht geprüft.

Und nun wird es hier mit Gewissheit Menschen geben, welche Berge an Werken aufzuweisen haben. Sie waren zu Lebzeiten uneigennützig und haben mit ihrer ganzen Kraft anderen geholfen und sie unterstützt. Sie waren sozial eingestellt und haben sich als Wohltäter einen Namen gemacht. Ja sie haben möglicherweise ihr ganzes Vermögen geopfert und ihr ganzes Leben damit verbracht, Armen und Bedürftigen zu helfen, wie z. B. der „Urwalddoktor” Albert Schweitzer. Doch wie dieser in einem Interview einmal bekannte, konnte er Jesus Christus als Sohn Gottes nicht akzeptieren. Und damit hat ihm das Fundament, der „Grund”, von dem Paulus oben, in 1Kor 3,11 spricht, gefehlt. Und sofern er sich nicht noch vor seinem Tod bekehrt hat, werden alle seine Taten - so viele sie auch waren - verbrennen wie Stroh im Feuer.

Jene Menschen nun, welche die Liebe Gottes zurückweisen und in ihrem Leben nie eine Entscheidung für Gott und seinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus getroffen haben, deren Namen sind von Grundlegung der Welt an nicht in diesem Buch des Lebens geschrieben:

Jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens.

Off 13,8 Und alle, die auf der Erde wohnen, werden ihn anbeten, jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an. Off 13, 8;

Deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an.

Off 17,8 Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und geht ins Verderben; und die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an, werden sich wundern, wenn sie das Tier sehen, daß es war und nicht ist und da sein wird. Off 17, 8;

Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens.

Off 20,15 Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen. Off 20,15;


(Siehe auch den Diskurs 62: „Wann werden die Namen der Gerechten in das Buch des Lebens eingetragen?”)

Aber wie wir den weiteren Schriftstellen hier unten entnehmen können, gibt es auch Menschen, die zwar im Buch des Lebens stehen, sich also einmal für Gott entschieden haben, aber unter bestimmten Umständen auch wieder ausgelöscht werden können.

Sie sollen ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens.

Ps 69,29 Sie sollen ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens und nicht eingeschrieben werden mit den Gerechten! Ps 69,29;

Und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen.

Off 3,5 Wer überwindet, der wird so mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen und seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Off 3, 5;

Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus.

2Mo 32,31 Darauf kehrte Mose zum HERRN zurück und sagte: Ach, dieses Volk hat eine große Sünde begangen: sie haben sich einen Gott aus Gold gemacht. 32,32 Und nun, wenn du doch ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus. 32,33 Der HERR aber sprach zu Mose: Wer gegen mich gesündigt hat, den lösche ich aus meinem Buch aus. 32,34 Und nun gehe hin, führe das Volk an den Ort, den ich dir genannt habe! Siehe, mein Engel wird vor dir hergehen. Am Tag meiner Heimsuchung, da werde ich ihre Sünde an ihnen heimsuchen. 32,35 Und der HERR schlug das Volk mit Unheil dafür, daß sie das Kalb gemacht hatten, das Aaron gemacht hatte. 2Mo 32,31-35;


Es ist also das Buch des Lebens, welches beim Letzten Gericht den Ausschlag gibt, wie das Urteil über einen Menschen ausfällt. Steht sein Name darin, ist er gerettet und hat ewiges Leben. Wenn er dazu noch gute Werke hat, wird er belohnt werden. Hat er jedoch nur die Werke und ist sein Name nicht ins Buch des Lebens eingetragen, verbrennt alles und er ist auf ewig verloren.

(Siehe auch den Diskurs 100: „Johannes Calvin: Die echte und die falsche Prädestination.”)

Damit erkennen wir aber, dass der von den Schweizer Bischöfen in ihrem Hirtenbrief aufgezeigte Weg: „Das einzige Kriterium des Gerichts ist unser Verhalten gegenüber den Hungernden und Dürstenden, gegenüber den Fremden und Obdachlosen, gegenüber den Nackten, Kranken und Gefangenen.” - dass dieser Weg ein völlig falscher Weg ist, der geradewegs in die Verdammnis führt. Gerade das Gegenteil ist der Fall: Das einzige Kriterium ist der Glaube an das Loskaufopfer unseres Herrn Jesus Christus am Kreuz für unsere Sünden. Das macht uns Sünder vor Gott gerecht. Nicht irgendwelche Werke. Werke der Barmherzigkeit sind für einen rechtgläubigen Christen eine Selbstverständlichkeit. Aber sie sind nicht das Kriterium für seine Errettung.


Die ewige Existenz jedes Menschen


Die ewige Existenz jedes Menschen.

Jeder einzelne Mensch, der bei seiner körperlichen Geburt die Fruchtblase seiner Mutter lebend verlässt – der also "aus Wasser (Fruchtwasser, amniotische Flüssigkeit) geboren" ist (Jh 3,5) - erhält von Gott (Jh 4,24) einen menschlichen Geist (1Kor 2,11) mit ewiger Existenz (Mt 25,46). Im ersten, zeitlich‒irdischen Teil seiner Existenz – in seinem Leben, hat der Mensch die Möglichkeit, sich völlig frei und ohne Zwang mit dem ihm von Gott gegebenen Geist zu entscheiden, ob er diesem Gott, dem Schöpfer allen Lebens, sein ganzes Vertrauen und seine ganze Liebe schenken will.

Nach dem Tod des Menschen wird sein Körper wieder zu Staub, aus dem er geschaffen wurde (1Mo 2,7), sein Geist jedoch fährt ins Totenreich (Dan 12,2; 1Ptr 3,18-19; 1Kor 15,23-24), wo er die Zeit bis zu seiner Auferstehung in einem schlafähnlichen Zustand verbringt (1The 4,15-16).

Bei der Auferstehung (Röm 6,4-5), der " Wiedergeburt aus dem Geist" (Mt 19,28; 1Ptr 3,18; Jh 3,7), erhält der Mensch wieder einen Körper (1Kor 15,43-44; Mt 22,30; Jh 3,8; Röm 8,10-11), ähnlich wie jener des Sohnes Gottes nach dessen Auferstehung (Jh 20,26-27).

Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib.

1Kor 15,42 So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 15,43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. 15,44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. 15,45 Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einer lebendigen Seele« (1. Mose 2,7), und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. 15,46 Aber nicht der geistliche Leib ist der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche. 15,47 Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. 15,48 Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen. 15,49 Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. 1Kor 15,42-49

Mit diesem Körper steht der Mensch dann beim Weltgericht vor dem Sohn Gottes, der im Auftrag Gottes (Jh 5,22. 26-27) jeden Menschen nach dessen irdischen Taten und nach seiner Entscheidung in seinem Leben für oder gegen Gott, richten wird (Röm 2,16).

Jeder, der sich in seinem Leben für Gott und zum Glauben an seinen Sohn Jesus Christus entschieden hat (Jh 17,2-3), hat die Möglichkeit, vor diesem Gericht den sühnenden Tod des Sohnes Gottes stellvertretend für die Sünden aller Menschen auch für die Tilgung seiner eigenen Sünden - die Vergehen gegen die Gebote Gottes - in Anspruch zu nehmen (Jh 3,16) und wird daher begnadigt (Jh 5,24). Jenen Menschen, die diesen Glauben nicht angenommen haben, können ihre Sünden nicht vergeben werden und werden daher verurteilt (Jh 3,36).

Nach dem Weltgericht werden diese verurteilten Menschen ihre ewige Existenz in der Finsternis (Mt 22,13) der Verdammnis des ewigen Feuers (Mt 18,8) verbringen, mit Heulen und Zähneknirschen (Mt 13,49-50) darüber, weil sie es zu Lebzeiten abgelehnt haben zum Glauben zu kommen und der nunmehrigen Erkenntnis, dass sie dies nun nie mehr nachholen können und ihr Zustand nie mehr geändert werden kann.

Die Begnadigten hingegen werden ihr ewiges Leben (Mt 25,46) in der Neuen Schöpfung, im Licht Gottes auf einer neue Erde (Off 20,11) und unter einem neuen Himmel, die Gott geschaffen hat (Off 21,1-3. 5), verbringen.

Unter diesem Aspekt hat schon der bekannte Evangelist und Prediger Wilhelm Busch seinen Zuhörern gesagt: „Sie brauchen die Botschaft, die ich Ihnen sage, nicht anzunehmen. Sie können’s lassen, sich zu Jesus zu bekehren. Aber machen Sie sich klar, dass Sie damit die Hölle wählen! Sie haben die völlige Freiheit!” (Diskurs 55)

(Siehe auch Diskurs 22; „Gibt es die Unsterblichkeit der Seele?”)




Die biblische Dreieinigkeit.

Es gibt nur den einen und einzigen Gott in seinen drei Instanzen: Gott Vater als gesetzgebende Instanz, vergleichbar mit der Legislative in der menschlichen Gesellschaft, der Geist Gottes als Vollzugsinstanz, ähnlich der Exekutive und der Sohn Gottes als richterliche Instanz, ähnlich der Justiz. Gott hat den Menschen das Gesetz (die Gebote) gegeben (2Mo 24,12), der Heilige Geist registriert deren Einhaltung durch die Menschen, schreitet aber nur ein, wenn menschliche Aktionen den Plan Gottes beeinträchtigen könnten (2The 2,7) und der Sohn Gottes wird im Letzten Gericht/Weltgericht jeden einzelnen Menschen richten (Jh 5,22).

Die eigenständige geistliche Persönlichkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist und deren gleichzeitige Präsenz (Jh 14,10-11) im Geist des einen Gottes (Jh 4,24), kann im Zeitalter der Quantenverschränkung - der "spukhaften Fernwirkung" wie das Einstein nannte - und der vielen Beispiele in der Bibel von Manifestationen im Geist von Menschen (Mk 1,23-25; 5,6-8; Lk 11,24; aber auch Jh 14,23; 17,26!), nur für völlig uninformierte Zeitgenossen eine Frage sein.

Die Methode, derartige Zusammenhänge mit den alten Weisheiten der Kirchenväter erklären zu wollen (Konzil von Nicäa etc.), war schon bei deren Behauptung, die Erde wäre der Mittelpunkt des Universums ein Fehler (Die Schöpfung) und käme heute dem Versuch gleich, die Quantenmechanik mit den Gesetzen der klassischen Physik zu erklären.

Der eigentliche Grund, warum die Unitarier die Dreieinigkeit ablehnen (Es gibt keine Errettung außerhalb der Dreieinigkeit / CH. Spurgeon), ist einerseits der Umstand, dass man sich weigert, die Göttlichkeit des Sohnes Gottes, unseres Herrn Jesus Christus zu akzeptieren. Jesus Christus als Gott (Ps 45,7-8; Jh 20,28; Phil 2,5-8; 2Ptr 1,1; 1Jh 5,20) und sowohl seine Präexistenz (1Mo 1,26; 11,7) als auch seine Postexistenz bei Gott (Jh 14,23; 17,26!), würde ihr ganzes falsches Glaubensgebäude vom "Menschen Jesus" als "Glaubenskämpfer", "Kumpel" oder "Leidensvorbild" in Frage stellen und ad absurdum führen.

Andererseits aber, wurde die Dreieinigkeit - die "Trinität" - von der katholischen Kirche seit Jahrhunderten nach dem Gutdünken und dem "Gefühl" der alten Kirchenväter (Konzil von Nicäa etc.) und nicht nach den Aussagen der Bibel interpretiert. Dadurch war es den Vertretern des "Eingottglaubens" - den Unitariern - leicht möglich, diese Interpretation anhand der Bibel in Frage zu stellen.

Leider hat man aber dabei nicht die Gelegenheit genutzt, um die Bibel eingehend zu studieren und die tatsächlichen Aussagen über die Wesenheit Gottes, seines Sohnes und des Heiligen Geistes festzustellen, sondern hat die oberflächlichen Argumente nur benutzt, um dieses - ebenfalls falsche - Trinitätsdogma der katholischen Kirche anzugreifen.

(Siehe auch Diskurs 1072; „Ist die Dreieinigkeit nur ein Handeln Gottes in drei Personen?”)



Nun kann man sich fragen, warum die katholische Kirche diesen Hintergrund, der durch die Schrift eindeutig belegt und so eminent entscheidend ist, nicht erkannt hat und ihre Anhänger damit in den sicheren Abgrund führt. Die Antwort erkennen wir, wenn wir uns die Prägung dieser Kirche näher ansehen. Dort ist alles auf Macht, Einfluss, Hierarchie, Prunk, Reichtum, Prestige und menschliche Ehre aufgebaut. Also auf Äußerlichkeiten, wie Paulus weiter oben,  in 1Kor 3,12 schreibt: auf „Holz, Heu und Stroh”. All das wird im Feuer des Letzten Gerichts verbrennen. Was bestehen wird, sind die inneren, unsichtbaren Werte des Menschen: Glaube, Treue, Standhaftigkeit, Liebe, Gottesfurcht und alle Werke, welche sich daraus im Leben eines Menschen ergeben haben.


(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

(Predigtzyklus Pfarrei Sempach (Schweiz) - Wer sind die ”Geringsten meiner Brüder”? MM 00, 2005-10-30)

Dieser eindrückliche Text (Mt 25,40) soll uns heute beschäftigen. Er verpflichtet uns. Ich darf da keine Lektionen erteilen, daher betone ich, er verpflichtet uns. Man müsste wohl zu diesem Text etwas Exegese betreiben, das habe ich in meiner Jugend tun können, eine gute Sache damals; das kann ich heute nicht mehr, da ich der Kirche den Rücken gekehrt habe … aber das ist eine andere Geschichte. Der tiefe Respekt ist geblieben und umso mehr freue ich mich, dass diese Kirche mir heute den Platz auf dieser Kanzel zuweist, das bewegt mich sehr. Ich habe also keine besondere Autorität, von Ihnen zu verlangen, den eben gehörten Bibeltext zu leben, habe nur eine etwas konkretere Erfahrungen in Fragen des Umgangs mit den ”Geringsten seiner Brüder”, da ich mich in einer etwas ausgedehnten Freizeitbeschäftigung mit Menschenrechten befasse, konkret mit Prävention von Folter, weltweit - Folter, diese hässliche Geissel, von der sich unsere Gesellschaften partout nicht zu lösen vermögen.

Da ist natürlich die Rede von schrecklichen Folterszenen in unzivilisierten exotischen Ländern - aber auch die Rede vom jugendlichen Ausschaffungsgefangenen, der in einer fensterlosen Zelle in Einzelhaft darauf wartet, abgeschoben zu werden, allein, kontaktlos, verzweifelt, ausser sich, er mag ein Leben lang davon gezeichnet bleiben. Und das geschieht überall, auch in der Schweiz.

Von Ausschaffungsgefangenen war die Rede? Aber die Kerle sind doch selber schuld. Bräuchten schon gar nicht mal hierher zu kommen, ohne Papiere und ohne Arbeit! Und der Text da aus der Bibel, der verlesen wurde, der ist schon recht, da gibt es nichts auszusetzen, aber meinte Christus mit ”Gefangenen” auch Kinderschänder und Terroristen - das kann doch nicht sein! Dann ist auch von ”Fremden” die Rede, muss denn das sein, Herrgott - also gut, Ausländer, aber qualifizierte müssen es sein, aus Ländern mit einer Kultur, die sich mit der unsrigen messen kann; nicht diese kriegsgeschädigten Zerlumpten aus Sierra Leone, aus dem Sahel, die bringen nie und nimmer etwas. Davon, dass in dieser Welt alles so komplex und schwierig werden würde, konnten die ersten Christen und ihr Meister im gelobten Land doch nicht ahnen!

Sie hören, es gibt auch heute, wie damals einen Diskurs der ”Gerechten”, so tönt er etwa heute und sie fügen dann noch bei ”Wir haben ja schon gespendet”. Ich kann da nur einwenden, die gehörte Botschaft des Evangeliums ist bewusst und gewollt kompromisslos. Der ”Geringste meiner Brüder” ist halt nun nicht qualifiziert und gebildet, er mag zerlumpt sein, mag auf der Strasse betteln, konsumiert gar Drogen, ist auf der Flucht, ”ohne festen Wohnsitz”.

Ich will ja nicht behaupten, der Umgang mit diesen ”Geringen” sei kein Problem - grosse, kaum überwindbare Probleme kann das schaffen. Aber wir sind nun als Einzelne gefordert, unsere Haltung zu definieren, dann die Gesellschaft, der wir angehören und deren Haltung wir mit verantworten. Wie steht es denn um die Menschenrechte in dieser Kirche, in diesem Land? Der Massstab für die Haltung einer Institution, einer Gesellschaft zu den Menschenrechten ist ebenso kompromisslos wie die Botschaft betreffend die ”Geringsten meiner Brüder”; das Mass ist, wie eine Gesellschaft mit den von ihr meist Gehassten und Verdrängten umgeht. (….)

Wenn ich zu meiner Arbeit im Menschenrechtsbereich befragt werde, produzieren meine Antworten oftmals einen Jöö-Effekt, aber auch, wie schön von Ihnen, Sie setzen sich für die Nobelpreisträgerin in Burma ein! Klar, das tue ich, aber dann hat es noch einige andere, ganze Scharen der ”Geringsten meiner Brüder”, deren Schutz ebenso notwendig ist, und einige davon stehen ausgerechnet vor unserer Türe. Dann ist der Jöö-Effekt schon verflogen und erst dann können wir uns vernünftig die Frage stellen: WAS TUN ? Sie haben dabei den eindeutigen Vorteil, Kirchenvolk zu sein, das macht die Suche nach einer Antwort auf „Was tun?” einfacher
• Sie können sich an etwas halten, an eine Botschaft, die Sie für sich als bindend anerkennen
• und Sie sind viele, die zusammen eine gerechte, sinnvolle, christliche Lösung für die Lebensfragen anstreben.

Anderseits, das gebe ich zu, ist diese Angehörigkeit zum Kirchenvolk auch schwierig, weil so fordernd, jederzeit kann da einer kommen und uns einen Bibeltext vorhalten, eine so eindeutige Frage wie „wer ist der Geringste meiner Brüder”, und das kann so anstrengend sein! Aber seien Sie guten Mutes, das kriegen wir schon hin. Es gibt kaum zwei andere Begriffe, die so gut zusammenpassen, die so kompatibel sind wie Menschenrechte und Liebe. Und das darf Sie etwas angehen, Sie, die gläubigen Anhänger einer der radikalsten und umfassendsten Liebesbotschaft, welche die Welt je vernommen hat.
(…)

Predigt von Marco Mona, Rechtsanwalt, Zürich 29./30. Oktober 2005 (Evangelium: Matthäus 25, 34 - 40)
http://www.pfarreisempach.ch/misc/051030predigtsempach.pdf.



Wir haben es hier also mit jemandem zu tun, der - aus welchem Grund auch immer - aus der Kirche ausgetreten ist und die Erlaubnis erhalten hat, im Rahmen des Predigtzyklus' der Pfarrei Sempach (Schweiz) eine Predigt zu halten. Auch er hat natürlich überhaupt keine Lust und wahrscheinlich auch nicht den Einblick, um sich mit der tatsächlichen Bedeutung dieses Textes aus Mt 25,34-40 auseinander zu setzen. Und auch er lenkt seine (Um-) Interpretation geschickt von den wahren Brüdern Jesu auf jenes Thema, welches er behandelt sehen will: auf die Menschenrechte und seine „ausgedehnte Freizeitbeschäftigung” mit dieser Materie.

Zu den „geringsten seiner Brüder” Jesu Christi zählt er jugendliche Abschiebungsgefangene ebenso wie die „kriegsgeschädigten Zerlumpten aus Sierra Leone”. Und nach kurzem Zögern offenbar auch „Kinderschänder und Terroristen”. Und dann schließt er messerscharf: „Davon, dass in dieser Welt alles so komplex und schwierig werden würde, konnten die ersten Christen und ihr Meister im gelobten Land doch nichts ahnen!”. Jesus Christus hat sich also geirrt und wenn er es „geahnt” hätte, hätte er diese Aussage nicht gemacht.

Man fragt sich als unbeteiligter Dritter, welche Überlegung die Leitung dieser Pfarre bewogen hat, diesen Mann zu den Gemeindemitgliedern predigen zu lassen und welchem Zufall es zu verdanken ist, dass er gerade diesen Bibeltext ausgewählt hat. Noch dazu, wo er dann das Maß voll macht, indem er die Aussage Jesu über die Geringsten seiner Brüder mit der Haltung einer Gesellschaft zu den Menschenrechten gleichsetzt und meint: „das Mass ist, wie eine Gesellschaft mit den von ihr meist Gehassten und Verdrängten umgeht.” Nachdem die meist Gehassten in einer mitteleuropäischen Gesellschaft zweifellos Verbrecher, Mörder, Kinderschänder, Terroristen etc. sind, wären diese Leute also - nach Meinung von diesem Rechtsanwalt - identisch mit den vom Herrn genannten „geringsten meiner Brüder”.

Wie dieser Mann eingangs erwähnt hat, hat er in seiner Jugend Exegese betrieben und daher lassen sich diese Aussagen nicht mehr der mangelnden exegetischen Fähigkeit zuordnen. Sondern das ist offensichtlich ein  Versuch der Täuschung des Kirchenvolks im Vertrauen darauf, dass - wie meist bei Frontalvorträgen so üblich - ohnehin niemand Fragen stellt und irgendetwas von der Forderung für  Menschenrechte für die „meist Gehassten” Minderheiten wie „Kinderschänder und Terroristen” doch auch immer hängen bleibt.

Abschließend meint er dann in Bezug auf die Schwierigkeiten als Kirchenvolk: „jederzeit kann da einer kommen und uns einen Bibeltext vorhalten, eine so eindeutige Frage wie ,wer ist der Geringste meiner Brüder', und das kann so anstrengend sein!” Und hier muss man ihm insofern zustimmen, wenn man - so wie er - diese Bibelstelle mit ihrem Kontext offensichtlich gar nicht gelesen, geschweige denn verstanden hat.



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(„Was ihr dem Geringsten meiner Brüder… ” / Artikel Roberto J. De Lapuente 00, 2009-04-15)

Wo den gesellschaftlich Ausgestoßenen geschmäht wird, da wird auch mir geschmäht. Wo des Ruheständlers Lebensberechtigung angezweifelt, sein Alter als Bürde für die Gemeinschaft verunglimpft wird, da entzieht man auch mir die Lebensberechtigung und macht mich zur Bürde. Müssen Kinder mit gesellschaftlichem Segen in Armut ausharren, so wandle ich zum harrendem Kinde. Raubt man Kranken in finanziellen Zwängen die Therapie, die Hoffnung, die Schmerzfreiheit, so wirft man mich ebenso in Schmerzen, nimmt mir ebenso Hoffnung.

Leidet der Wanderarbeiter an Ruhe- und Heimatlosigkeit, sieht seine Zukunft als schwarzes Loch, so ist auch meine Zukunft löchrig und schwarz, so hemmen auch mich fehlende Ruhe und verlorengegangene Heimat. Spottet man Behinderter, grenzt sie aus, sieht sie als humane Mangelerscheinungen, möchte auch ich ausgegrenzt, verspottet und als Mangelerscheinung verschrien werden. Benachteiligt man Schwule, reimt man ihre sexuelle Emanzipation zu Spöttelversen, so stiehlt man auch mir die sexuelle Emanzipation, so macht man auch mich schwul. Beseitigt man Obdachlose, um das Stadtbild zu säubern, säubert man dieses städtische Bild auch von mir, werde ich zum Obdachlosen.

Verfolgt man Menschen ob ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer politischen Gesinnung, so verfolgt man auch mich, tastet meine Hautfarbe, meine fehlende Religion, meine politische Gesinnung an. Sperrt man Andersdenkende weg, so bestehe ich darauf, auch selbst weggesperrt zu werden. Fällt man in Landstriche ein, mordet und brandschatzt, vergewaltigt und foltert, ermordet man auch mich, brandschatzt an meiner Würde, vergewaltigt man meine Ethik, foltert man meine pazifistische Haltung. Unterdrückt man Meinung, unterdrückt man meine Meinung; unterdrückt man Persönlichkeitsrechte, unterdrückt man meine Persönlichkeitsrechte; unterdrückt man Freiheit, unterdrückt man meine Freiheit. Interniert man Flüchtlinge auf australischen Inseln, sperrt sie jahrelang hinter Zäune, so interniert man mich, sperrt meinen Gerechtigkeitssinn hinter Zäune. Ich werde zum Juden, wo man Juden als Übel beleidigt; ich werde zum Schwarzen, wo man Schwarze als faule Nichtsnutze entwürdigt; ich werde zum Indio, wo man Indios aus ihren Dörfern jagt, sie interniert oder vergiftet.

Was man dem Geringsten meiner Mitmenschen antut, das tut man auch mir an. Was an Unrecht und Ungerechtigkeit in der Welt steht, steht auch in meinen Räumen. Nichts geschieht auf der Erde, was nicht auch mich betrifft. Was mich immer betrifft. Wenn sie heute das Gesindel einsperren, ich dabei schweigend, wenn sie morgen die Alten in Kollektivheime stecken, ich dabei schweigend, wenn sie übermorgen ganze soziale Schichten in Wohngegenden pferchen, ich dabei schweigend, wer soll dann sein Schweigen brechen, wer wäre dann noch da, der sein Schweigen brechen könnte, wenn sie mich holen? Jede begangene Untat, jede von Staaten, Industrien, Ideologien, Parteien, Organisationen willkürlich in Kauf genommene oder mit Kaltschnäuzigkeit begangene Untat, ist eine Untat an mir.

Die Welt im Kleinen, vor der eigenen Haustüre zu ändern, damit sie auch vor anderen Haustüren, vor Hütteneingängen, vor Iglupforten, unter Palmenblättern verändert wird, ist ein Ansatz. Das oft gehörte, immer wieder von der Bürgerlichkeit als Praxis der direkten Tat postulierte Reduzieren auf ein "bloß vor der Haustüre ändern", damit eine unsichtbare Hand auch fern unserer zur Hölle werdenden Heimat Änderungen vollziehen würde, greift zu kurz. Den Blick für das Ganze nie verlieren, es persönlich nehmen, wenn Freiheit am anderen Ende der Welt mit Stiefelspitzen getreten wird, solidarisch sein, wenn nicht physisch, so doch psychisch! Wo man dem Geringsten meiner Mitmenschen Unrecht antut, und sei er Mörder, sei er Verbrecher, dem die Vertreter eines Rechtsstaates dennoch Unrecht widerfahren lassen, da tut man mir Unrecht an. Eine Gesellschaft der Zukunft muß begreifen, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings Orkane auslösen kann; muß aber auch begreifen, dass Gewalt am anderen Ende der Welt, ebenso Orkane im eigenen Umfeld entstehen lassen kann.

Roberto J. De Lapuente (Buchautor) - Ad Sinistram http://ad-sinistram.blogspot.com/2009/04/was-ihr-dem-geringsten-meiner-bruder.html



Der grundsätzliche Fehler dieses Autors ist der Umstand, dass er - als offenbarer Vertreter der Linken (Ad Sinistram) - diese Bibelstelle sozialpolitisch interpretiert. Auch er benutzt also diesen Ausspruch Jesu nur als Aufhänger um die eigene Message an den Mann oder die Frau zu bringen. Und daher lässt sich hier gar nicht biblisch argumentieren.

Doch nachdem wir Christen ja auch in der Welt leben, denken und argumentieren müssen, erkennen wir hier bei genauerer Betrachtung hinter all diesen gewiss trefflichen Aussagen schnell die argumentative Lücke. Er schreibt gegen Ende seines Elaborats:

„Das oft gehörte, immer wieder von der Bürgerlichkeit als Praxis der direkten Tat postulierte Reduzieren auf ein ,bloß vor der Haustüre ändern', damit eine unsichtbare Hand auch fern unserer zur Hölle werdenden Heimat Änderungen vollziehen würde, greift zu kurz.”


Es geht hier natürlich nicht um eine imaginäre „unsichtbare Hand”, welche dort Änderungen herbeiführen soll. Sondern es ist die Überlegung, wenn jeder vor seiner eigenen Haustüre kehrt, lernt er schnell selber das Kehren und es wird langsam überall sauber werden. Und nun argumentiert der obige Autor:

„(…) wenn Freiheit am anderen Ende der Welt mit Stiefelspitzen getreten wird, solidarisch sein, wenn nicht physisch, so doch psychisch!”


Ja wenn dieser Autor mit den Menschen am anderen Ende der Welt physisch solidarisch sein will, was macht er dann noch hier in Deutschland? Am anderen Ende der Welt, z. B. in Simbabwe, Afrika, wird die Freiheit tatsächlich mit Füßen getreten. Die Bevölkerung dieses Landes (12,7 Millionen) wird vom Diktator Robert Mugabe seit fast 30 Jahren unterdrückt und lebt in Gewalt, Armut, Hunger und Elend. Die internationale Gemeinschaft unterstützt die Bevölkerung mit Milliardenbeträgen an Hilfsgeldern, welche allerdings von Mugabe und seinen korrupten Politikern umgehend auf ihre privaten Schweizer Konten transferiert werden. Die Bevölkerung sieht davon kaum etwas. Offensichtlich gelingt es der internationalen Gemeinschaft seit Jahren nicht den Lebensstandard der Bevölkerung zu verbessern. Und das ist nur eines von weltweit vielen Beispielen.

Hier haben also die Industriestaaten nicht vor der eigenen, sondern vor der Haustür Simbabwes gekehrt. Mit dem Ergebnis, dass einige Wenige viel reicher geworden sind. So hat z.B. Mugabe zu seinem Geburtstagsfest u.a. 2.000 Flaschen Champagner sowie 8.000 Hummer seinen Gästen kredenzt, während die Bevölkerung nicht weiß, wo sie das Essen für den nächsten Tag herbekommen soll.

Man sieht, dass diese Ratschläge eines „ad sinistram”-Autors ziemlich unüberlegt sind und an der Realität unserer Zeit vorbeigehen. Ein kluger Mann, der Jahrzehnte bei der Hilfe für die Dritten Welt mitgearbeitet hat, hat einmal gesagt:

„Es hat keinen Sinn, einen Hungernden auf einer Insel jeden Tag mit einem Fisch zu versorgen. Besser ist es ihn das Fischen zu lehren, so dass er sich in Zukunft selbst versorgen kann.”


In Bezug auf Länder wie Simbabwe würde das bedeuten, bereits bei den Kindern zu beginnen und ihnen Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung zu bieten. Erst wenn ein großer Teil der Bevölkerung mit zumindest Grundschulbildung ins Erwachsenenalter kommt, kann Politik und Demokratie erfolgreich sein.

Also, Herr De Lapuente: Wenn Ihre Beteuerungen nicht nur Sprechblasen sind und wenn Sie wirklich physisch solidarisch sein wollen, fahren Sie nach Simbabwe und helfen Sie mit beim Aufbau von Schulen. Oder beteiligen Sie sich am Projekt


Kindern eine Chance

"Wir garantieren zu 100% die zweckgebundene Verwendung Ihrer Spende!"

"Wie in unserer Homepage zu lesen, gehen 100% der Spendengelder direkt nach Uganda ins Projekt. Die Flüge, die Organisation und alles was dazu gehört wird vom Vorstand und den Vereinsmitgliedern persönlich getragen. Katharina Marschall (Vorstand)"



indem Sie dort die Aufbauarbeiten von Schulen und Unterkünften für Kinder finanziell unterstützen. Danke!!



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(Kommentare zu „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder… ”, R. J. De Lapuente /  Diverse Postings 2009)

Ich als Atheistin verstehe den Satz so, dass man alles was man irgendeinem Menschen antut auch indirekt Jesus antut, also sollte man zu allem und jedem nett sein


Ich muss zugeben, das ich oftmals nicht daran denke, was Jesus zu meinem tun sagt. Aber hier ist auch gemeint, dass man, wenn man z.B. jemandem hilft, jm. etwas schenkt und der freut sich darüber, dann freut auch der Herr sich darüber. Er empfindet es, als hätten wir ihm ein Geschenk gemacht und das haben wir in gewisser Weise auch. Jedes gute Werk ist wie ein Geschenk an Gott.


Eine sehr gute Frage … die wohl nicht einfach so lapidar mit "ja" zu beantworten ist. Klar, sollen wir diesen Satz sehr ernst nehmen, aber im Alltag (und das ist ja nicht nur bei Yahoo Clever, sondern auf Arbeit, in der Schule, beim Studium und wo auch immer) ist das wohl nicht immer so einfach. Ich denke, dass alle Christen sich diesen Satz immer wieder vor Augen führen müssen, sich auch mal gegenseitig darauf hinweisen sollten und bestmöglich versuchen, in der Familie gemeinsam danach zu leben, dann klappt's vielleicht auch im größeren Rahmen.


Ich würde da eher an erster Stelle an Nächstenliebe denken, wo J.Chr. nun ja viel Wert drauf gelegen hat! Wenn du jetzt in einer großen Gemeinschaft arbeitest, zum Beispiel im Büro, dann wird es dort sicherlich auch Personen geben, die du nicht so sehr magst, wie die anderen! Wenn du jetzt aber gegen die Person vorgehst, die du am wenigsten magst, dann gehst du gleichzeitig auch gegen die vor, die da magst (im übertragenden Sinne); schließlich solltest du jeden lieben, wie dich selbst!

Ad Sinistram http://ad-sinistram.blogspot.com/2009/04/was-ihr-dem-geringsten-meiner-bruder.html



Diese vier Postings von verschiedenen Lesern des weiter oben zitierten Artikels von Roberto J. De Lapuente, zeigen uns einen guten Querschnitt durch das Meinungs- und Wissensspektrum zum Thema dieser Bibelstelle. Wie nicht anders zu erwarten, geht keiner der Kommentare auf den Kontext und die Kernbotschaft bezüglich der Person des Bruders ein, sondern es wird - wie auch in den Predigten weiter oben - automatisch davon ausgegangen, dass mit diesen „Brüdern” alle Menschen dieser Welt gemeint wären.

Und damit erkennen wir wieder einmal den großen Betrug, welcher mit biblischen Aussagen in der Welt betrieben wird. Jeder kann behaupten was er will und weil die Wenigsten bereit sind, ihren Denkapparat einzuschalten und diesen Text in der Bibel nachzulesen und zu überprüfen, halten sich derartige Ansichten und falschen Erklärungen und werden dann im Laufe der Zeit so ins tägliche Leben integriert, dass schließlich niemand mehr auf die Idee kommt, dies könnte vielleicht falsch sein.

Und so bestätigt uns auch das vermeintliche Bibelzitat im letzte Posting oben: „schließlich solltest du jeden lieben, wie dich selbst!”, dass auch das Gleichnis des Herrn vom barmherzigen Samariter in seiner Aussage über den „Nächsten” bewusst oder unbewusst in seiner Bedeutung verkehrt und das Gegenteil von dem behauptet wird, was der Herr tatsächlich gesagt hatte.

Hier einmal das Gleichnis in seinem vollen Wortlaut:

Der barmherzige Samariter.

Lk 10,25 Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? 10,26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? 10,27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« 10,28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.

10,29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? 10,30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen.

10,31 Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. 10,32 Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. 10,33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; 10,34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. 10,35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir es bezahlen, wenn ich wiederkomme.

10,36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? 10,37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen! Lk 10,25-37;


Dieses „Gesetz”, von dem der Herr hier in Lk 10,26 spricht, ist die Thora, das Buch Moses (konkret: 5. Mose 6,5 bzw. 3. Mose 19,18), auf welches er sich auch in Mt 22,37-40 bezieht.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Mt 22,35 Und es fragte einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, und versuchte ihn und sprach: 22,36 Lehrer, welches ist das größte Gebot im Gesetz? 22,37 Er aber sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. » (5. Mose 6,5). 22,38 Dies ist das größte und erste Gebot. 22,39 Das zweite aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» (3. Mose 19,18). 22,40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Mt 22,35-40;


Wie der Herr hier sagt, hängen an diesen zwei Geboten - der Gottes- und der Nächstenliebe - das ganze Gesetz (alle Gebote Gottes) und die Propheten. Es ist daher von allergrößter Wichtigkeit, diese Aussagen richtig zu interpretieren und zu verstehen. Und dennoch ist das obige Gleichnis vom barmherzigen Samariter mit seiner Aussage über die Person des „Nächsten” wahrscheinlich jenes, welches aufgrund oberflächlicher Betrachtungsweise in der Welt am meisten missverstanden wurde und wird. Bei diesem Missverständnis handelt es sich - um dies vorwegzunehmen - nicht um die Aufforderung barmherzig und hilfsbereit zu sein. Dies ist richtig und wichtig und geht ganz klar aus der Aussage des Herrn am Ende des Gleichnisses, in Vers Lk 10,37 hervor.

Das Missverständnis beruht vielmehr darauf, dass die Antwort auf die Frage des Schriftgelehrten falsch interpretiert wird. Und auch manche Ausleger verstricken sich im Text des Gleichnisses und beantworten mit aller Ausführlichkeit die Frage, warum Priester und Levit - im Gegensatz zu dem Samariter - dem Überfallenen nicht geholfen haben, ohne der eigentlichen Frage dieses Gleichnisses: „Wer ist mein Nächster” bzw. „Wen muss ich lieben wie mich selbst” das erforderliche Augenmerk zu schenken.

Die landläufige Meinung - welche durch Sozialeinrichtungen aller Art verständlicherweise aufgegriffen und weiterverbreitet wird - ist, dass wir hier von Gott aufgefordert werden, alle Armen und Hilfsbedürftigen so zu lieben wie wir uns selbst auch lieben, und ihnen aus dieser unserer Liebe eine entsprechende Hilfe und Unterstützung zuteil werden lassen.

Wenn wir uns nun aber diesen Text genauer ansehen, erkennen wir eine etwas andere Aussage. Dort heißt es nämlich in der abschließenden Frage des Herrn an den Schriftgelehrten:

„Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war?”

Er wird also gefragt, wer der Nächste ist - und zwar der Nächste für den, der unter die Räuber gefallen war. Dies sollte dann die Antwort auf seine Frage aus Vers Lk 10,29 sein: „Wer ist denn mein Nächster?”

Gleichzeitig ist dies aber auch die Konkretisierung der Person des „Nächsten” aus dem zweiten Gebot - nach dem Gebot der Gottesliebe - und bezeichnet für uns Christen jene Menschen, welche wir lieben sollen wie uns selbst. Und hier erkennen wir in der obigen Frage des Herrn - und der Antwort des Schriftgelehrten - einen Unterschied zur gängigen Interpretation.

Der Herr fragt, wer der Nächste geworden ist jenem Menschen, der unter die Räuber gefallen war. Und der Schriftgelehrte antwortete: „Der die Barmherzigkeit an ihm tat”. Daher ist nicht der Hilfsbedürftige der Nächste des Samariters gewesen, sondern umgekehrt, der Samariter hat sich durch seine Hilfe als der Nächste des Überfallenen erwiesen.

Daraus ergibt sich aber die Konsequenz, dass hier nicht den „Samaritern” - also den Helfern - geboten wird, die Armen und Hilfsbedürftigen „wie sich selbst zu lieben”. Sie sollen wohl barmherzig sein und ihnen helfen. Damit stellen sie ja letztendlich unter Beweis, dass auch sie diese Bedürftigen lieben. Aber es sind jene Bedürftigen, denen von ihnen geholfen worden ist, welche - nach diesem Gebot Gottes - aufgefordert werden, ihre Helfer zu lieben „wie sich selbst”.

Und hier erkennen wir auch den Unterschied zum säkularisierten Verständnis. Während dieses versucht - in Umkehrung des Wortsinnes - den Eindruck zu vermitteln, dass in diesem Gleichnis der Überfallene der Nächste des Samariters ist und postuliert, dass die Armen der ganzen Welt die „Nächsten” der Wohlhabenderen sind, meint der Herr hier einerseits die ganz persönliche Hilfe in unserer unmittelbaren Umgebung und gebietet andererseits jenen, denen geholfen worden ist, ihre Helfer zu lieben „wie sich selbst”.

Das Gebot der Nächstenliebe ist also nach den Worten des Herrn in diesem Gleichnis: Liebe jene Menschen, welche dir geholfen haben und zeige ihnen ebenso deine Liebe wie sie dir ihre Liebe gezeigt haben, indem sie dir geholfen haben. Nächstenliebe ist also daher keine Kategorie des Mitleids sondern eine solche der Dankbarkeit.

Und wie leicht erkennbar, gilt dieses Gebot nicht nur für Arme und Bedürftige. Es gilt auch für uns, die wir nicht bedürftig sind, indem auch wir allen jenen, welche uns im Leben geholfen haben - Eltern, Geschwister, Verwandte, Bekannte, Freunde und auch Fremde, welche uns in einer Notsituation beigestanden sind - persönlich dankbar sein und sie lieben sollten, wie wir uns selbst lieben. Sie - und nicht alle Menschen dieser Erde - sind nach der Bibel unsere Nächsten.

Und mit dieser biblisch korrekten Sicht des zweiten Gebotes, der Nächstenliebe, unten in Mt 22:37-39, erklärt sich auch das von Herrn hier genannte erste Gebot, die Gottesliebe.

«Du sollst Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.»

Mt 22,37 Er aber sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.» 22,38 Dies ist das größte und erste Gebot. 22,39 Das zweite aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» 22,40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Mt 22,37-40;


Wir sollen also Gott nicht deshalb lieben weil er etwa bedürftig wäre oder unserer Hilfe in irgendeiner Weise nötig hätte, sondern weil er uns unser Leben und alles was wir dazu benötigen geschenkt hat. Er hat alles erschaffen - das Universum und unseren Planeten und allem was darauf ist und lebt. Und er hat es uns geschenkt.

Und deshalb sollen wir Gott von ganzem Herzen lieben, weil er so für uns gesorgt hat, ebenso wie wir unseren Nächsten lieben sollen, der uns in unsrem Leben geholfen und sich um uns gesorgt hat. 

Doch ebenso wie weiter oben, bei der Umdeutung der Brüder des Herrn - also der rechtgläubigen Christen - auf die „Fremden und Obdachlosen der ganzen Welt” die Zielgruppe verfälscht wird und die damit verbundene Verheißung:

Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an!

Mt 25,34 Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an! Mt 25,34;


nicht zum Tragen kommen kann, wird auch hier, bei der Umkehrung der Zielgruppe des Nächsten auf "alle Armen der Welt", eine falsche Fährte gelegt. Auf dieser Fährte werden oberflächliche und leichtgläubige Menschen - wie einstens Adam und Eva - im Vertrauen auf falsche Einflüsterer und in der Überzeugung auf dem richtigen Weg zu sein, verführt und in ihr Verderben marschieren.

Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!

Mt 25,40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan. 25,41 Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! 25,42 Denn mich hungerte, und ihr gabt mir nicht zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir nicht zu trinken; 25,43 ich war Fremdling, und ihr nahmt mich nicht auf; nackt, und ihr bekleidetet mich nicht; krank und im Gefängnis, und ihr besuchtet mich nicht. 25,44 Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als Fremdling oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? 25,45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr auch mir nicht getan. 25,46 Und diese werden hingehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben. Mt 25,40-46;



Die Nächstenliebe.

Ähnlich, wie die falsche Interpretation der "geringsten meiner Brüder" aus Mt 25,40, ist die völlige Sinnumkehr des biblischen Begriffes der "Nächstenliebe" durch Kirchen, Prediger und Hilfsorganisationen, eine der größten Betrügereien, um bei leichtgläubigen Zeitgenossen Mitleid zu erregen und ohne viel Aufwand Spendengelder zu scheffeln.

Nach den Worten des Herrn Jesus Christus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, ist das Gebot der Nächstenliebe nicht die Liebe und Unterstützung von Hilfsbedürftigen, wie uns das die scheinheilige katholische Kirche immer wieder einreden will, sondern es ist – umgekehrt – die Liebe zu jenen Menschen, welche uns geholfen haben.

In diesem Bibeltext fragt ein Zuhörer den Herrn, wer denn dieser "Nächste" sei, den man lieben sollte. Und der Herr erzählt ihm dieses Gleichnis, in welchem ein Mann überfallen und ausgeraubt wurde und verletzt auf der Straße liegt. Zwei jüdische Kleriker gingen achtlos an ihn vorüber und erst ein Mann aus Samarien, der als Dritter an ihm vorbeikam, hat ihm geholfen.

Und aus diesem Gleichnis leitet nun der Herr in Lk 10,36-37 die Antwort auf die Frage ab, wer denn der Nächste eines Menschen sei:

"Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!"

Der Samariter ist also der "Nächste" dieses Verletzten. Und deshalb muss auch dieser Verletzte den Samariter – den Nächsten (Mt 22,39) – lieben, weil der ihm geholfen und ihn versorgt hat. Daher lautet also das Gebot der Nächstenliebe: Liebe jene Menschen, welche dir geholfen haben und zeige ihnen ebenso deine Liebe wie sie dir ihre Liebe gezeigt haben, indem sie dir behilflich waren.

Die Nächstenliebe ist daher keine Kategorie des Mitleids sondern eine solche der Dankbarkeit.

Das ist es also, was dieses Gleichnis des Herrn Jesus besagt. Und es sagt auch: wenn jemand persönlich zu dir kommt oder du ihm persönlich begegnest und er dich persönlich um deine Hilfe bittet oder du siehst, dass er persönlich hilfsbedürftig ist, dann sollst du ihm, als rechtgläubiger Christ, persönlich helfen. Und er sollte dich dann, als rechtgläubiger Christ – nach Mt 22,39 –, aus Dankbarkeit persönlich lieben, wie er sich selbst liebt.

Wer das nicht bedenkt, unterstützt Gottlose, Götzendiener, Verbrecher und Terroristen! (Lk 9,60)

Das ist nun etwas ganz Anderes, als diese Spendenaktionen für Flüchtlinge, welche wir nie kennen lernen und die gar nicht wissen, wer ihnen geholfen hat. Dabei wird das meiste Geld nicht für die Flüchtlinge, sondern für Gehälter, Logistik und andere Aufwendungen dieser "Hilfsorganisationen" ausgegeben.

In der Vergangenheit hat sich die katholische Kirche mit fremden (Spenden‒) Geldern als große Helferin deklariert und die Menschen haben aus Dankbarkeit den götzendienerischen ("Maria", verstorbene "Heilige") katholischen Glauben angenommen.

In Zukunft werden die moslemischen Flüchtlinge – und ihre vielen Kinder! – eher das Gegenteil tun. Sie werden – ähnlich, wie einst die katholische Kirche die Indios in Südamerika bei sonstiger Todesstrafe zum katholischen Glauben gezwungen hat – mit demokratisch legitimierter Mehrheit in den Parlamenten, die Katholiken per Gesetz zwingen, zum Islam zu konvertieren.

Dieser Trend zeigt sich aber auch schon in der Gegenwart, wo gottlose "Gutmenschen" und politisch korrekte Leute die Christen per Gesetz zwingen wollen, das Symbol des Christentums – das Kreuz – aus ihrer öffentlichen Umgebung zu entfernen.




Wie nun der geringste der Brüder und die Nächstenliebe von den Gottlosen übernommen und umgepolt wurde, wird auch das ganze Weihnachtsfest von den Geschäftemachern dieser Welt für ihre Zwecke missbraucht und ist zum Spaß-Event verkommen. Doch hinter diesem allen steht natürlich der große Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt (Off 20,9). Sein Ziel war es schon vom Anbeginn, die Wahrheiten die er nicht leugnen konnte, in der Bedeutung zu verkehren und so die Menschen von der Wahrheit weg auf eine falsche Fährte zu locken.