Exkurs 02 - Die sieben Sendschreiben.




Die konventionellen Auslegungsrichtungen.

Die zeitbezogene oder präteristische Sicht.

Die historische Sicht.

Die endzeitbezogene oder eschatologische Sicht.

Eine neue, zeitübergreifende Sicht der Dinge.

Die Analyse.


Die konventionellen Auslegungsrichtungen.

Für die mit den sieben Sendschreiben adressierten Gemeinden, gibt es mehrere Auslegungsrichtungen:

-  Die zeitbezogene oder präteristische Sicht meint, dass sich diese Sendschreiben auf den damaligen Zustand der sieben Gemeinden in Kleinasien beziehen.

-  Die historische Sicht postuliert, dass die sieben Gemeinden sieben aufeinanderfolgende Phasen der Kirchengeschichte repräsentieren (wobei sich ein Teil noch in der Zukunft befindet).

-  Die eschatologische oder endzeitbezogene Auslegung glaubt, dass der in den Sendschreiben geschilderte Zustand die Situation verschiedener christlicher Glaubensrichtungen in der Endzeit ist.


Die zeitbezogene oder präteristische Sicht.

Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass nach Off 1,11 wohl "das Buch", nicht aber diese sieben Sendschreiben an die Gemeinden adressiert sind, sondern an die "Engel der Gemeinden".

Was du siehst, schreibe in ein Buch und sende es den sieben Gemeinden.

Off 1,10 Ich war an des Herrn Tag im Geist, und ich hörte hinter mir eine laute Stimme wie von einer Posaune, 1,11 die sprach: Was du siehst, schreibe in ein Buch und sende es den sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea! Off 1,10-11;

(Siehe auch Diskurs 35: „Der präteristische Ansatz: Hat die Endzeit bereits stattgefunden?”.)


Die Adressaten.

Das Geheimnis der sieben Sterne.

Off 1,17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot. Und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 1,18 und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.

1,19 Schreibe nun, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen wird! 1,20 Was das Geheimnis der sieben Sterne, die du auf meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Leuchter betrifft: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden. Off 1,17-20;

Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe.

Off 2,1 Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: Dies sagt der, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt: Off 2, 1;


Die Identität dieser Engel der Gemeinden wird nun unterschiedlich interpretiert. Mit der Begründung, dass die ursprüngliche Bedeutung von ";Engel"; (grie. "angelos") eigentlich den (menschlichen) "Boten" bezeichnet hat, sehen viele – eben auch die präteristische Sicht - hier einen Menschen, und meinen, es handle sich dabei um einen Vorbeter, wie er auch in der jüdischen Synagoge als „Bote der Versammlung” bezeichnet wurde.

Dagegen sprechen allerdings zwei sehr starke Argumente. Einerseits die Verwendung der Bezeichnung „Engel” in der Offenbarung. Insgesamt 66 mal wird dieser Begriff in der Offenbarung genannt und kein einziges Mal im Sinne der obigen Sicht als "menschlicher Bote". Auch die Erwähnung vom "Engel der Gemeinde" im Sardes-Schreiben, in Off 3,1 und gleich danach, in Off 3,5, mit demselben Ausdruck (Plural) von den "Engeln des Vaters", lässt erkennen, dass die gleiche Bezeichnung "angelos" im selben Abschnitt nicht unterschiedliche Bedeutung haben kann, nämlich einmal für Menschen und das andere Mal für Engel. Der einzige Unterschied der daraus zu erkennen sein mag, ist jener in der Kategorie "Engel", nämlich einmal jene "der Gemeinde" und das andere Mal jene „des Vaters”.

Das zweite Argument gegen die obige Auffassung des „angelos” als menschlichen Boten, ergibt sich aus dem Inhalt der Sendschreiben selbst. So heißt es im selben Sendschreiben an den Engel der Gemeinde in Sardes: „Wenn du nicht wachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde”. Dies ist ein Hinweis, welchen wir auch aus den Evangelien gut kennen, und er meint die Wiederkunft des Herrn in der Endzeit. Das setzt also voraus, dass dieser Engel vom Zeitpunkt des Erhalts dieses Sendschreibens bis zur Wiederkunft des Herrn –also Tausende Jahre später - existent ist. Und das ist nun einmal einem menschliches Wesen nicht möglich.

Das Gleiche gilt für Off 2,16, im Sendschreiben an Pergamon, wo es heißt: „Tu nun Buße! Wenn aber nicht, so komme ich dir bald und werde Krieg mit ihnen führen mit dem Schwert meines Mundes”. Auch dies ist ein Hinweis auf die Parusie und impliziert die Existenz dieses Engels vom Zeitpunkt des Empfangs dieses Sendschreibens in der Vergangenheit bis zur Wiederkunft des Herrn in der Zukunft.

Die Ansicht, es könne sich hier nicht um wirkliche Engel handeln, denn „dann würde der himmlische Herr an himmlische Wesen eine Botschaft richten, diese aber einem Menschen auf Erden diktieren, mit der Maßgabe, sie in die sieben Städte zu schicken”, weist – als Gegenbeweis - auf eine Komplexität der Zusammenhänge hin, welche jedoch bei genauer Betrachtung der diesbezüglichen Schriftstellen noch größer ist, als man hier zu erkennen glaubt.

Tatsächlich wurde nämlich diese Offenbarung gemäß Off 1,1 von Gott, dem Vater, zuerst seinem Sohn, unserem Herrn offenbart. Dieser hat sie dann durch einen Engel an Johannes weitergegeben. Der Überlieferung nach, hat Johannes dann, in der Höhle auf Patmos, die Visionen seinem Jünger diktiert, welcher sie in ein Buch schrieb. Dieses Buch wurde – gemeinsam mit den einzelnen Sendschreiben – an die Gemeinden gesandt. Und es scheint so, dass erst dann, als dieses Buch in der Gemeinde vorgelesen wurde und die Gläubigen seinen Inhalt geistlich aufgenommen hatten, auch der Engel dieser Gemeinde - über den Weg des Geistes - davon Kenntnis erhielt.

Geht man nun davon aus, dass die Adressaten tatsächlich Engel, und diese Engel die Verantwortlichen im Himmel für diese Gemeinden sind, so ist der Unterschied im Einzelnen zwar marginal, für die Zusammenschau in der Auslegung ergibt sich dadurch jedoch ein wesentlich anderer Ansatz.

Wenn man diesen Umstand nicht berücksichtigt und die Gemeinden als die Adressaten betrachtet, kommt man leicht zu der Auffassung, dass diese Schreiben tatsächlich an die damaligen Gemeinden in der Provinz Asien adressiert waren und nur diesem Empfängerkreis etwas zu sagen hatten. Wir hätten hier somit das Grundverständnis der ersten oben erwähnten Auslegungsrichtung, der zeitbezogenen oder präteristischen Sicht.

Berücksichtigt man jedoch, dass als Empfänger Engel aufscheinen, und zwar Engel, die als Sterne in der rechten Hand des Herrn Jesus sind, und dass auch die sieben Gemeinden als Leuchter vor dem Herrn stehen und er in ihrer Mitte wandelt (Off 1,13; 2,1), so erkennt man sofort, dass Engel und Gemeinden keine vergänglichen, zeitgeschichtlichen Erscheinungen sein können und hier nicht nur ein bestimmter Abschnitt der Geschichte betroffen sein kann. Diese Engel leben ja noch heute und auch weiterhin bis zur Wiederkunft des Herrn und darüber hinaus.

Und es ist auch nicht denkbar, dass die "Leuchter", also die Gemeinden in deren Mitte sich der Herr befindet, sukzessive, einer nach dem anderen aus der Geschichte verschwinden, wie es die historische Sicht postuliert. Überdies warnt der Herr selbst beispielsweise den Engel der Gemeinde in Sardes in Off 3,3: „Wenn du nicht wachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich komme”. Diese "Kommen wie ein Dieb" kennen wir aus den Evangelien, wo es immer für die Wiederkunft des Herrn steht. Demzufolge müssen diese sieben Engel und ihre Gemeinden auch bis zum Kommen des Herrn existent sein.

Es muss sich hier also um "Gemeinden” handeln, deren Bestand wesentlich über jede zeitlich beschränkte Existenz eines irdischen Gemeinwesens hinausgeht. Dabei mag ihr Ursprung durchaus in den sieben namentlich genannten Gemeinden in Kleinasien zu suchen sein. Heute jedoch, nach fast zweitausend Jahren, sind diese sieben Gemeinden nicht mehr auf einen bestimmten Ort, ein bestimmtes Land einzugrenzen. Es sind alle christlichen Gläubigen dieser Welt, über die ganze Erde verstreut und in der Vielfalt ihrer Glaubensausprägungen. Sie bilden in ihrer Summe die Gemeinde Jesu Christi.

Die historische Sicht.

Die zweite oben genannte Auslegungsrichtung, die historische Sicht, kommt da der Sache schon etwas näher. Obwohl auch hier fälschlicherweise die Gemeinden als Adressaten betrachtet werden, stehen hier diese Gemeinden für verschiedene Zeitepochen. War bei der zeitbezogenen, der präteristischen Sicht, das Auftreten der Gemeinden "parallel" auf eine bestimmte Zeit - nämlich die des Ergehens der Sendschreiben - bezogen, so erscheinen hier die Gemeinden "seriell", also zeitlich nacheinander.

Unter der Berücksichtigung der wahren Adressaten, muss man sich allerdings in beiden Fällen fragen, was geschieht mit den jeweiligen Engeln, deren Gemeinden aus der Zeit verschwinden? Wenn das gesamte Buch der Offenbarung auf die Endzeit hinweist, wieso sollte dann gerade hier, bei den "Ratschlägen" die der Herr uns gibt, um die Schwächen in unserem Glauben zu erkennen und ihn zu stärken, im Laufe der Zeit, mit den entsprechenden Gemeinden auch alle Urteile obsolet werden und untergehen?

Hier scheint nun - auch für andere Fragen (Entrückung) - der springende Punkt zu liegen: Bei der Auslegung der Schrift kommt man leicht in die Versuchung "über der Sache" zu stehen. D.h. man behandelt ein Thema, in welches man sich und seine Zeit überhaupt nicht involviert sieht. Es gibt faktisch keine äußere Notwendigkeit, die uns zwingt, diesen Tadel in den Sendschreiben eventuell auch auf uns zu beziehen. Da nehmen wir schon lieber das Lob in Anspruch! Und überhaupt ist es am Einfachsten, wenn wir diese unangenehmen Dinge entweder ganz der Vergangenheit zurechnen - wie die zeitbezogene Sicht - oder sukzessive in der Zeit untergehen lassen - wie die historische Sicht - so dass zu unserer Zeit davon fast nichts mehr übrig ist um damit unser Gewissen zu belasten.

Ähnlich läuft es mit der Entrückung. Da vertreten wir lieber - entgegen allen diesbezüglichen Aussagen des Herrn in den Evangelien - die Ansicht, dass wir, die Gemeinde, die schreckliche Zeit der Trübsal nicht durchzumachen haben (man überlege sich einmal den moralischen Aspekt dieser eigenartigen Ansicht), ehe wir auch nur ins Auge fassen, dass diese Bedrängnis auch uns gelten und auch uns fordern könnte. Und wenn auch hier jeder äußere Zwang fehlt, so müssen wir nur auf unsere innere Stimme hören, um zu begreifen, dass wir uns als Gemeinde aus diesen Themen nicht einfach ausklinken können!

Gegen die historisierende Auslegungsrichtung gibt es nun noch ein zweites gewichtiges Argument. Im Schreiben an den Engel der Gemeinde in Sardes, in Off 3,1-3 heißt es:

Ich werde kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde.

Off 3,1 Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Dies sagt der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich kenne deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst, und bist tot. 3,2 Wach auf und stärke das übrige, das im Begriff stand zu sterben! Denn ich habe vor meinem Gott deine Werke nicht als völlig befunden.

3,3 Denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße! Wenn du nun nicht wachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde. Off 3, 1- 3;

Off 16,15 - Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergehe und man nicht seine Schande sehe! -. Off 16,15;


Diesen Hinweis im Schreiben an die Gemeinde in Sardes "Ich komme wie ein Dieb", finden wir sinngemäß in mehreren anderen Büchern des NT:

Wenn er die Stunde wüsste, würde er wachen und nicht einbrechen lassen.

Mt 24,43 Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. 24,44 Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint. Mt 24,43-44;

Der Tag des Herrn wird kommen die ein Dieb in der Nacht.

1The 5,1 Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; 5,2 denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. 5,3 Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr -, dann wird sie das Verderben schnell überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen. 5,4 Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. 1The 5, 1- 4;

2Ptr 3,10 Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden. 2Ptr 3,10;


Und immer, wenn dieser Ausdruck gebraucht wird geht es um die Wiederkunft des Herrn.

(Siehe auch Kapitel 06: „Die Wiederkunft des Herrn”.)

Nun ist dies einmal ein starkes Argument gegen die oben beschriebene erste Auslegungsrichtung, nämlich die zeitbezogene Sicht, weil es keinen Sinn ergibt, der damaligen Gemeinde in Sardes das Kommen des Herrn anzudrohen, wenn es diese Gemeinde zur Zeit seines Kommens in der Zukunft, schon Tausende von Jahren nicht mehr geben wird.

Aber auch, wenn man nun - wie hier die historische Sicht - davon ausgehen will, dass die einzelnen Sendschreiben verschiedene chronologische, also zeitlich aneinandergereihte Phasen der Kirchengeschichte - von der Auferstehung des Herrn bis zu seiner Wiederkunft - darstellen sollen, so müsste folgerichtig jenes an Sardes aufgrund des Hinweises auf das Kommen des Herrn in diesem Schreiben, die letzte Zeit der Christenheit vor dem Tausendjährigen Reich behandeln. Allerdings steht Sardes von den sieben Schreiben nicht zuletzt - das wäre Laodicäa - sondern an der fünften Stelle.

Die endzeitbezogene oder eschatologische Sicht.

Die dritte oben erwähnte Auslegungsrichtung ist die endzeitbezogene Sicht. Sie wird dem prophetischen Hintergrund des Buches von den dargestellten drei Sichtweisen noch am ehesten gerecht. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, ob die Botschaften wirklich ausschließlich für die Zeit unmittelbar vor der Wiederkunft des Herrn Geltung haben. Es wären dann ja reine Prophezeiungen und hätten mit der Zeit ihrer Entstehung - also mit der Zeit des ersten Jahrhunderts n. Chr. - überhaupt nichts zu tun.

Wenn man also - was sehr wahrscheinlich ist - annehmen kann, dass diese Sendschreiben tatsächlich den sieben Gemeinden in Kleinasien zugekommen sind, hätten diese ja Informationen erhalten und auch "verarbeitet", welche nach der eschatologischen Sicht nicht das Geringste mit ihnen und ihrer Zeit zu tun gehabt hätten.

Eine neue, zeitübergreifende Sicht der Dinge.

Die raum- und zeitübergreifende Interpretation.

Wie bereits oben angeklungen, stellt sich daher die Frage, ob nicht jede der oben dargestellten Sichtweisen eine Teilwahrheit beinhaltet und sie erst alle drei gemeinsam einen logischen Sinn ergeben. Speziell, wenn man davon ausgeht, dass die Prophezeiungen dieses Buches der Offenbarung an den Johannes eine allgemeine Gültigkeit besitzen und ihr Bezug auf die ganze Menschheit ausgedehnt zu sehen ist.

Wenn wir also annehmen, dass - ähnlich wie in der präteristischen Sicht - die Sendschreiben tatsächlich an die (Engel der) damaligen sieben Gemeinden in Asien gerichtet waren, deren Mitglieder diese ganz spezifische Glaubenscharakteristik aufwiesen - womit auch die Stärken und Schwächen jeder einzelnen Gemeinde zum Ausdruck kam – deren jeweilige Gesinnung sich aber dann, im Laufe der Jahrhunderte, in der ganzen Welt zerstreut und verbreitet hat, so kommen wir zu einem durchgehenden Bestand dieser – dann virtuellen - Gemeinden - ähnlich wie in der historischen Sicht - vom ersten Jahrhundert bis zur Endzeit. Im Gegensatz zur historischen Sicht hätten allerdings diese Gemeinden keinen "seriellen", also zeitlich aufeinanderfolgenden Bestand, sondern wären – ähnlich wie die tatsächlichen Adressaten, die Engel dieser sieben Gemeinden – durchgehend und über die Jahrhunderte alle parallel, also gleichzeitig und weltweit existent.

Es wären somit aber auch keine physischen, sondern eher geistliche "Gemeinden" und die "Mitglieder" wären durch keine physischen Barrieren wie Kirchen, Sprachen, Länder oder Kontinente an sie gebunden, sondern würden allein aufgrund ihres spezifischen, persönlichen Glaubens, jeder zwar in seiner Zeit und an seinem Ort, doch alle Christen über alle Zeiten und alle Länder der Welt einer der sieben Gemeinden zuzuordnen sein. Und in Abhängigkeit davon, welcher „Gemeinde” der Einzelne nach eingehender und aufrichtiger Prüfung selbst glaubt zuzugehören, deren Tadel aber auch deren Lob sollte er für sich in Anspruch nehmen.

Und das würde auch und speziell für die Gläubigen der Endzeit gelten. Sie könnten in dieser kritischen Phase leichter erkennen, wo sie Gefahr laufen, vom rechten Glauben abzuweichen und sich so vor Verführungen bewahren. Und dies ist ja ein wesentliches Argument der dritten, der eschatologischen Sichtweise.

Die sieben Gemeinden, der Ursprung der Christenheit.

Damit wären diese sieben Gemeinden, die als sieben goldene Leuchter rund um den Menschensohn stehen, als der Ursprung, aber auch die "Heimat" der Christenheit aller Zeiten anzusehen.

Die sieben goldenen Leuchter sind die sieben Gemeinden.

Off 1,12 Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete, und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, 1,13 und inmitten der Leuchter einen gleich einem Menschensohn, bekleidet mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewand und an der Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel. Off 1,12-13;

Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden.

Off 1,20 Das Geheimnis der sieben Sterne, die du gesehen hast in meiner rechten Hand, und der sieben goldenen Leuchter ist dies: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden. Off 1,20;


Und die sieben Sterne in der Rechten des Herrn Jesus, die Engel der sieben Gemeinden, repräsentieren somit die Christenheit, ebenso wie die zwölf Sterne in der Krone der Frau aus Off 12 für die zwölf Stämme Israels und damit für das Judentum stehen.

Eine Frau mit einer Krone von zwölf Sternen.

Off 12,1 Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen.

12,2 Und sie war schwanger und schrie in Kindsnöten und hatte große Qual bei der Geburt. 12,3 Und es erschien ein anderes Zeichen am Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen, 12,4 und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor die Frau, die gebären sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße. 12,5 Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker weiden sollte mit eisernem Stabe. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron. Off 12, 1- 5;

(Siehe auch den Exkurs 10: „Die Frau am Himmel””.)

Wir erkennen aber gerade auch an der Schriftstelle in Off 1,20, von den sieben Sternen, welche der Herr Jesus dem Johannes als Geheimnis offenbart, dass die Geheimnisse in diesem Buch der Offenbarung deshalb Geheimnisse und für uns Menschen ohne „Übersetzung” unverständlich sind, weil sie Gegebenheiten aus einer anderen Dimension darstellen.

Würde man uns z. B. sagen, dass diese sieben Geister Gottes im Geist des Gottessohnes immanent sind und von ihm im Geist gehalten werden, würde es - obwohl auch dies schon eine "Übersetzung" ist - kaum so anschaulich klingen, wie wenn sieben Sterne in der Rechten des Herrn Jesus gehalten werden und rund um ihn die sieben Gemeinden als Leuchter erscheinen.

Es ist aber auch ein Zweites daraus zu erkennen. Die Symbolik in der Schrift muss - eben weil sie ja eine Übersetzung von ansonst für uns unverständlichen Zusammenhängen ist - genau analysiert werden und es darf dabei kein Detail unbeachtet bleiben. Nur auf eine solche oberflächliche Betrachtungsweise ist es zurückzuführen, wenn z. B. der obige Text aus Off 12,1-2 von der Frau mit den zwölf Sternen immer wieder fälschlich als „Maria, die Himmelskönigin” oder auch als "die wahre Gemeinde Christi" interpretiert wird.

Die Analyse.

Wir wollen nun die einzelnen Sendschreiben im Detail analysieren, um die oben vertretene Ansicht einer zeitübergreifenden Interpretation zu überprüfen.

Das Sendschreiben an Ephesus.

Dem Engel der Gemeinde in Ephesus.

Off 2,1 Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: Dies sagt der, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt:

2,2 Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren, und dass du Böse nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner befunden; 2,3 und du hast Ausharren und hast vieles getragen um meines Namens willen und bist nicht müde geworden.

2,4 Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. 2,5 Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust. 2,6 Aber dies hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hasst, die auch ich hasse.

2,7 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist. Off 2, 1- 7;


Wie bereits oben dargelegt, wird bei der konventionellen Auslegung dem Umstand viel zu wenig Rechnung getragen, dass hier die Engel die Adressaten der Sendschreiben sind und nicht die Gemeinden. Dies kommt auch in den einzelnen Sendschreiben sehr klar zum Ausdruck, in welchen immer wieder die Engel – und nicht die Gemeinden - mit Lob und Tadel konfrontiert werden. Auch die Konsequenzen für das Fehlverhalten der Gemeinden wird in den meisten Fällen nicht diesen zugeordnet, sondern ebenfalls den Engeln der Gemeinden.

Und der Beweis, dass es sich dabei nicht um eine Metapher handelt, wo "der Sack geschlagen, aber der Esel gemeint" ist, finden wir im obigen ersten Sendschreiben an den Engel der Gemeinde von Ephesus. Die Strafandrohung: „Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust”, bringt die Gemeinde vollends in eine Position, in welcher ihr Wohl und Wehe ausschließlich vom Verhalten des Engels dieser Gemeinde abhängig zu sein scheint.

Wir erkennen aber auch, dass sich der Herr bei diesem Sendschreiben – ebenso wie bei den beiden nächsten – am Beginn mit jener seiner Eigenschaften vorstellt, mit welcher er dann am Schluß seine Verheißung oder seine Drohung zum Ausdruck bringt. Er präsentiert sich hier als der, „der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern” und warnt am Ende: „werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte”.

Wenn wir nun die Beurteilung dieses Engels der Gemeinde in Ephesus durch den Herrn betrachten, können wir feststellen, dass seine Werke beispielgebend waren. Seine Mühsal und Geduld sind dem Herrn bekannt, auch dass er die Bösen nicht ertragen kann und die falschen Apostel als Lügner entlarvt hat. Er hat Geduld und um des Namens Christi willen die Last getragen und ist nicht müde geworden.

Dennoch droht ihm der Herr, „seinen Leuchter von seiner Stelle wegzurücken”, was wohl meint, dass die Gemeinde – der Leuchter - in Ephesus von ihrer bevorzugten Stellung in der Gemeinschaft der anderen sechs Gemeinden vor dem Herrn ausgeschlossen werden würde. Und als Grund dafür führt der Herr an, dass der Engel seine erste Liebe verlassen hätte. Man kann dies wohl nur so deuten, dass die oben erwähnten Werke diese Werke der ersten Liebe sind, welche der Herr ihn heißt wieder zu tun, und dass der Engel von diesen Werken abgegangen ist.

Die Aussage über die Nikolaiten werden wir im Sendschreiben an die Gemeinde in Pergamon erörtern, wo diese Sekte ebenfalls erwähnt wird.

Schließlich fällt noch auf, dass dieses Schreiben an den Engel der Gemeinde in Ephesus und jenes an Laodizea (Kol 2,1), die einzigen zwei Sendschreiben an paulinische Gemeinden sind. Weder Korinth, Thessaloniki, Philippi, Kolossä noch eine der Gemeinden in Galatien scheinen namentlich in den Sendschreiben auf. Und wenn man der Überlieferung Glauben schenken kann, dann war Johannes – bevor er von den Römern nach Patmos verbannt wurde – Bischof in Ephesos, und es muss ihn daher die Gemeinde dieser Stadt besonders am Herzen gelegen sein.

Das Sendschreiben an Smyrna.

Dem Engel der Gemeinde in Smyrna.

Off 2,8 Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Dies sagt der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebendig wurde.

2,9 Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und es nicht sind, sondern eine Synagoge des Satans. 2,10 Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Bedrängnis haben zehn Tage. Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.

2,11 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, wird keinen Schaden erleiden von dem zweiten Tod. Off 2, 8-11;


Auch hier, im Schreiben an den Engel der Gemeinde in Smyrna, lässt sich der Zusammenhang von Einleitung und abschließender Verheißung erkennen. Im Vers 2,8 heißt es: „Dies sagt der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebendig wurde”, womit sich der Sohn Gottes als Herr über Leben und Tod darstellt. In der Verheißung von Vers 2,10: „Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Leben geben.” kommt dann auch der Wille des Herrn zum Ausdruck, diese seine Macht auch für die Seinen einzusetzen.

Der „Siegeskranz des Lebens” scheint ein ganz wichtiger Hinweis zu sein. Er wird auch im Schreiben an den Engel der Gemeinde in Philadelphia erwähnt, wobei dieser Engel den Siegeskranz bereits besitzt und ihn festhalten und bewahren soll, während er dem Engel der Gemeinde von Smyrna hier nur verheißen wird, wenn er getreu bleibt bis zum Tod. Dieser Siegeskranz zeichnet somit diese beiden Engel der Gemeinden – in Smyrna und in Philadelphia – in ganz besonderer Weise vor den anderen fünf Adressaten der Sendschreiben aus. Was ist aber nun dieser „Siegeskranz”? Hier hat uns Paulus in seinen Briefen ganz eindeutige Worte hinterlassen.

Lauft so, dass ihr den unvergänglichen Siegeskranz empfangt.

1Kor 9,24 Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber einer den Preis empfängt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt! 9,25 Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, damit sie einen vergänglichen Siegeskranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen. 9,26 Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse; ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt; 9,27 sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde. 1Kor 9,24-27;

Meine Freude und mein Siegeskranz, steht in dieser Weise fest im Herrn.

Phil 3,20 Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, 3,21 der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichgestalt mit seinem Leib der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen. 4,1 Daher, meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude und mein Siegeskranz, steht in dieser Weise fest im Herrn, Geliebte! Phil 3,20-21; Phil 4, 1;

Fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit.

2Tim 4,7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt; 4,8 fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr, der gerechte Richter, mir als Belohnung geben wird an jenem Tag: nicht allein aber mir, sondern auch allen, die sein Erscheinen liebgewonnen haben. 2Tim 4, 7- 8;

Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen.

Jak 1,12 Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben. Jak 1,12;


Dieser unvergängliche Siegeskranz ist also die Belohnung nach der Bewährung, das Bürgerrecht in den Himmeln, das Recht auf den Leib der Herrlichkeit, umgestaltet durch die wirksame Kraft des Herrn Jesus Christus.

Im ersten Brief des Petrus erfahren wir dann auch, zu welchem Zeitpunkt diese Siegerehrung stattfindet und wann dieser Siegeskranz und der Leib der Herrlichkeit vergeben wird.

Wenn der Herr offenbar geworden ist, werdet ihr den Siegeskranz empfangen.

1Ptr 5,2 Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, Gott gemäß, auch nicht aus schändlicher Gewinnsucht, sondern bereitwillig, 5,3 nicht als die, die über ihren Bereich herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde werdet!

5,4 Und wenn der Oberhirte offenbar geworden ist, so werdet ihr den unverwelklichen Siegeskranz der Herrlichkeit empfangen. 5,5 Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter! Alle aber umkleidet euch mit Demut im Umgang miteinander! Denn «Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade». 1Ptr 5, 2- 5;


Wenn der Oberhirte offenbar geworden ist, also bei der Wiederkunft des Herrn, wird dieser unverwelkliche Siegeskranz und dieser unvergängliche Leib der Herrlichkeit vergeben werden. Und die Wiederkunft des Herrn wird beim Schall der letzten Posaune erfolgen, wenn die „Toten in Christus” aus der Auferweckung und Entrückung im Lohngericht gerichtet werden und allen diesen Knechten Gottes, den Propheten und Heiligen, ihr Lohn gegeben wird (Off 11,15-18).

Der Herr wird beim Schall der Posaune kommen und wir werden entrückt werden.

1The 4,15 Denn dies sagen wir euch in einem Wort des Herrn, dass wir, die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. 4,16 Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; 4,17 danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein. 1The 4,15-17;

Bei der letzten Posaune werden die Lebenden verwandelt werden.

1Kor 15,50 Dies aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können, auch die Vergänglichkeit nicht die Unvergänglichkeit erbt. 15,51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 15,52 in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden. 15,53 Denn dieses Vergängliche muss Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen. 1Kor 15,50-53;

Niemand erhält den Siegeskranz, er habe denn gesetzmäßig gekämpft.

2Tim 2,1 Du nun, mein Kind, sei stark in der Gnade, die in Christus Jesus ist; 2,2 und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren! 2,3 Nimm teil an den Leiden als ein guter Streiter Christi Jesu! 2,4 Niemand, der Kriegsdienste leistet, verwickelt sich in die Beschäftigungen des Lebens, damit er dem gefalle, der ihn angeworben hat. 2,5 Wenn aber auch jemand am Wettkampf teilnimmt, so erhält er nicht den Siegeskranz, er habe denn gesetzmäßig gekämpft. 2,6 Der Ackerbauer, der sich müht, muss als erster an den Früchten Anteil haben. 2,7 Bedenke, was ich sage! Denn der Herr wird dir Verständnis geben in allen Dingen. 2Tim 2, 1- 7;


Hier, in 2Tim 2,5-7, spricht Paulus noch etwas verhalten von dem, was er in 1Kor 15,51 und 1The 4,15-16 dann ganz deutlich zum Ausdruck bringt: von der Entrückung. Paulus schreibt hier dem Timotheus, seinem Lieblingsschüler, den er wie einen Sohn geliebt hat. Und er sagt in 2Tim 2,6: „Der Ackerbauer, der sich müht, muss als erster an den Früchten Anteil haben”. Die im nächsten Vers folgende Anweisung: „Bedenke, was ich sage! Denn der Herr wird dir Verständnis geben in allen Dingen” bestärkt noch den Eindruck, dass mit dem sich mühenden Ackerbauer, der „als erster an den Früchten Anteil hat” jene gemeint sind, welche in der Auferweckung aus den Toten mit den dann noch Lebenden entrückt werden und in den Himmel gelangen.

Während sich nun das erste Sendschreiben in seinem Text ausschließlich an den Engel der Gemeinde gerichtet hat, wird hier, im zweiten Sendschreiben, erstmals auch die Gemeinde selbst angesprochen. Es heißt in Vers 10: „Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen” und „ihr werdet Bedrängnis haben zehn Tage”. Dann wird dieser Satz allerdings wieder mit der Verheißung beendet: „ich werde dir den Siegeskranz des Leben geben”, und mit diesem „dir” kann wieder nur der Engel der Gemeinde in Smyrna gemeint sein.

Das Sendschreiben an Pergamon.

Dem Engel der Gemeinde in Pergamon.

Off 2,12 Und dem Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: Dies sagt der, der das zweischneidige, scharfe Schwert hat:

2,13 Ich weiß, wo du wohnst: wo der Thron des Satans ist; und du hältst meinen Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch in den Tagen des Antipas, meines treuen Zeugen, der bei euch, wo der Satan wohnt, ermordet worden ist.

2,14 Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du solche dort hast, welche die Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, eine Falle vor die Söhne Israels hinzustellen, so dass sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben. 2,15 So hast auch du solche, die in gleicher Weise die Lehre der Nikolaiten festhalten. 2,16 Tu nun Buße! Wenn aber nicht, so komme ich dir bald und werde Krieg mit ihnen führen mit dem Schwert meines Mundes.

2,17 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben und ich werde ihm einen weißen Stein geben und, auf den Stein geschrieben, einen neuen Namen, den niemand kennt, als wer ihn empfängt. Off 2,12-17;


Im Sendschreiben an den Engel der Gemeinde in Pergamon erkennen wir wieder die Legitimation des Herrn: „Dies sagt der, der das zweischneidige, scharfe Schwert hat” und in Vers 2,15 die Bekräftigung, im Falle der Unbußfertigkeit dieses Schwert auch einzusetzen.

Auch hier wird neben dem Engel auch die Gemeinde in den Versen 2,13.14.15 und 16 angesprochen.

Die Feststellung in Vers 2,13, dass in Pergamon der „Thron des Satans” ist und dort der Satan wohnt, ist insofern interessant, als wir in der Offenbarung die Aussage haben, dass der Satan – der Drache – seinen Thron dem Tier – dem Antichrist – übergeben wird und dieser Thron dann bei der fünften Zornesschale samt dem Reich des Tieres verfinstert wird.

Der Drache gab dem Tier seine Kraft und seinen Thron und große Macht.

Off 13,2 Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie die eines Bären und sein Maul wie eines Löwen Maul. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht. Off 13, 2;

Und der fünfte Engel goss seine Schale aus auf den Thron des Tieres.

Off 16,10 Und der fünfte Engel goss seine Schale aus auf den Thron des Tieres; und sein Reich wurde verfinstert; und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz 16,11 und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre, und sie taten nicht Buße von ihren Werken. Off 16,10-11;


Sollte es zwischen diesen Aussagen tatsächlich einen Zusammenhang geben, müsste man davon ausgehen, dass Pergamon – oder die Gegend von Pergamon – die spätere Hauptstadt des antichristlichen Reiches sein wird.

Die hier, in Vers 2,15 und auch weiter oben, in Off 2,6 (Ephesus) erwähnte „Lehre der Nikolaiten” wird verglichen mit der „Lehre Bileams” (Vers 2,14), der den Balak lehrte Götzenopfer zu essen und Unzucht zu treiben. Diese Lehre finden wir auch in Off 2,20 (Thyatira), bei der Erwähnung der Isebel, die sich Prophetin nannte und die Knechte Gottes verführte.

Bei dieser damals scheinbar weit verbreiteten Lehre dürfte es sich um Einflüsse der Gnosis handeln, welche die Erlösung allein als eine Sache der geistlichen Erkenntnis verstand und für welche das äußere Handeln und Verhalten des Menschen bedeutungslos war. Man konnte also – immer nach dieser Lehre – gläubig und „erlöst” sein, ohne im praktischen Leben (Unzucht, Götzenopfer) daraus Konsequenzen ziehen zu müssen.

Bei der Auseinandersetzung mit den damaligen und teilweise bis heute noch gängigen Heilslehren (Gnostiker, Stoiker, Epikuräer etc.) geht es im wesentlichen um die Person Christi. Ähnlich wie bei den Juden, wird auch hier Jesus Christus als der Sohn Gottes und Heiland der Welt abgelehnt. Er wird als der im AT verheißene Messias (=  Christus) nicht anerkannt und die Möglichkeit, dass Gott im Fleisch Mensch geworden sei, als absurd geleugnet.

Diese Auffassung steht jedoch eindeutig im Gegensatz zur christlichen Lehre, welche beides bestätigt.

Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist?

1Jh 2,22 Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 2,23 Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 1Jh 2,22-23;

Viele Verführer bekennen nicht, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist.

2Jh 1,7 Denn viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen, die nicht Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennen; dies ist der Verführer und der Antichrist. 1,8 Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt! 1,9 Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. 2Jh 1, 7- 9;


Damit bestätigt sich auch die Auffassung, dass der antichristliche Geist nicht eine neue, spezielle Irrlehre der Endzeit sein wird, sondern dass er das Christentum seit seiner Entstehung begleitet und durchsetzt.

Das Sendschreiben an Thyatira.

Dem Engel der Gemeinde in Thyatira.

Off 2,18 Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Dies sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme und Füße gleich glänzendem Erz:

2,19 Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und dein Ausharren und weiß, dass deine letzten Werke mehr sind als die ersten. 2,20 Aber ich habe gegen dich, dass du das Weib Isebel gewähren lässt, die sich eine Prophetin nennt und meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen.

2,21 Und ich gab ihr Zeit, damit sie Buße tue, und sie will nicht Buße tun von ihrer Unzucht. 2,22 Siehe, ich werfe sie aufs Bett und die, welche Ehebruch mit ihr treiben, in große Bedrängnis, wenn sie nicht Buße tun von ihren Werken. 2,23 Und ihre Kinder werde ich mit dem Tod töten, und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht; und ich werde euch einem jeden nach euren Werken geben.

2,24 Euch aber sage ich, den übrigen in Thyatira, allen, die diese Lehre nicht haben, welche die Tiefen des Satans, wie sie es nennen, nicht erkannt haben: Ich werfe keine andere Last auf euch. 2,25 Doch was ihr habt, haltet fest, bis ich komme!

2,26 Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben; 2,27 und er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße zerschmettert werden, 2,28 wie auch ich von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben.

2,29 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Off 2,18-29;


Die Lehre der Isebel haben wir beim vorhergehenden Schreiben an Pergamon schon behandelt. Es ist hier noch zu bemerken, dass der Herr selbst diesen irregeleiteten Menschen noch Zeit zur Buße gibt, wie uns Vers 2,21 sagt. Jene, die von sich selbst sagen, dass sie „die Tiefen des Satans” erkannt haben, sind nun, wie es scheint, keine bloßen „Spinner” mehr. Sie bewegen sich eindeutig auf der falschen Seite. Und dennoch hofft der Herr, dass „sie Buße tun von ihren Werken”.

Den übrigen in Thyatira will der Herr keine zusätzliche Last aufbürden. Er heißt sie nur festhalten was sie haben. Und zwar sollen sie es festhalten „bis ich komme”. Hier spricht der Herr von seiner Wiederkunft in der Endzeit. Und dies in einem Schreiben an den Engel der Gemeinde von Thyatira vor fast zweitausend Jahren.

Hier wird noch einmal ganz klar erkennbar, dass die Adressaten dieser Sendschreiben, sowohl Engel, als auch Gemeinden, keine zeitlich begrenzten Erscheinungen des ersten Jahrhunderts n. Chr. sein können. Diese könnte der Herr nicht auffordern: „Doch das was ihr habt, haltet fest, bis ich komme”.

Es müssen also Engel wie Gemeinden bis zum Kommen des Herrn existent sein. Während man dies bei unsterblichen Engeln durchaus annehmen kann, bedeutet diese Voraussetzung für die Gemeinden, dass sie keine abgeschlossene Einheit bilden, sondern von Generation zu Generation von immer neuen Gläubigen geformt, erhalten und durch die Jahrtausende fortgeführt werden.

Das Sendschreiben an Sardes.

Dem Engel der Gemeinde in Sardes.

Off 3,1 Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Dies sagt der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat:

Ich kenne deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst, und bist tot. 3,2 Wach auf und stärke das übrige, das im Begriff stand zu sterben! Denn ich habe vor meinem Gott deine Werke nicht als völlig befunden. 3,3 Denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße! Wenn du nun nicht wachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.

3,4 Aber du hast einige wenige Namen in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; und sie werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind es wert. 3,5 Wer überwindet, der wird so mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen und seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. 3,6 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Off 3, 1- 6;


Nach Laodizea ist der Empfänger des Schreibens an Sardes der vom Herrn am schlechtesten beurteilte Engel einer Gemeinde. Und bezeichnenderweise präsentiert sich der Herr hier als der, „der die sieben Geister Gottes hat”. Wie wir aus Off 5,6 erfahren, sind diese sieben Geister die sieben Augen des Lammes. Und sie sind ausgesandt über die ganze Erde.

Die sieben Geister Gottes, ausgesandt über die ganze Erde.

Off 5,6 Und ich sah inmitten des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten ein Lamm stehen wie geschlachtet, das sieben Hörner und sieben Augen hatte; die sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt über die ganze Erde. Off 5, 6;


Schon in der Einleitung grüßt Johannes die sieben Gemeinden, die in Asien sind mit der Gnade und dem Frieden „von dem der da ist und der war und der kommt” - also Gott dem Vater-, „und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind” – dem Heiligen Geist - „ und von Jesus Christus”.

Die sieben Geister, die vor dem Thron sind.

Off 1,4 Johannes den sieben Gemeinden, die in Asien sind: Gnade euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, 1,5 und von Jesus Christus, der der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde! Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut. Off 1, 4- 5;


Der Umstand, dass hier der Heilige Geist nach Gott, dem Vater und vor seinem Sohn, unseren Herrn genannt wird, bezeugt die unmittelbare Zusammengehörigkeit dieser drei Wesensheiten. Ob durch die Aussage von Off 5,6, dass der heilige Geist in Form der sieben Geister Gottes auch die sieben Augen des Lammes – also des Herrn Jesus – darstellt, auch die Dreieinigkeit ausgedrückt werden soll, ist denkbar, bleibt jedoch offen.

Der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen.

Jh 14,24 Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat. 14,25 Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. 14,26 Aber der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Jh 14,24-26;


Diese sieben Geister Gottes repräsentieren also den Heiligen Geist. Die Aussage „sie sind ausgesandt über die ganze Erde” bestätigt uns, dass dieser Tröster, den uns der Herr verheißen hat, seit seiner Entrückung zum Vater bei uns hier auf Erden ist. Er wird auch weiterhin bei uns sein, solange bis er hinweggetan wird. Denn dieser ist es, von dem Paulus schreibt, dass der Antichrist sich erst dann wird offenbaren können, wenn das „was ihn noch aufhält” weggetan wird.

Und ihr wisst, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit.

2The 2,4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. 2,5 Erinnert ihr euch nicht daran, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war? 2,6 Und ihr wisst, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit. 2The 2, 4- 6;


In diesem Schreiben an den Engel von Sardes heißt es also einleitend: „Dies sagt der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat”. Nachdem die sieben Sterne die sieben Gemeinden des Herrn sind, meint diese Aussage wohl, dass der Herr durch den Heiligen Geist über alle Taten und Handlungen seiner Gemeinden informiert ist und ihm daher auch die geheimsten Dinge nicht verborgen bleiben. Er kennt daher auch die Werke derer von Sardes und weiß, dass sie den Namen haben, dass sie leben, aber sie sind tot.

Bei näherer Betrachtung lässt diese Beurteilung einige konkrete Schlüsse über die Identität der Sardes-Gemeinde zu. So muss es sich hier um eine Scheinkirche handeln, denn sie hat den Namen, dass sie lebt, und dieses „lebt” kann sich nur auf den geistlichen und natürlich nicht auf den körperlichen Zustand dieser Gemeinde beziehen. Sie ist also geistlich tot, hat den rechten Glauben verloren. Wie es aber scheint, will sie sich selbst und auch der Welt diesen Umstand nicht eingestehen und setzt alles daran, als „lebend” gesehen zu werden.

Wir haben es also hier mit einer Glaubensrichtung zu tun, welche ursprünglich auf dem rechten Weg war – das bestätigt auch der Vers 3,3: „Denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße”. Im Laufe der Jahrhunderte – ja Jahrtausende – ist diese Gemeinde jedoch davon abgewichen und versucht nun, mit großem weltlichen Aufwand ihre geistliche Nacktheit zuzudecken. Sie hat zwar in der Welt den Namen, dass sie lebt, sie ist aber tot.

Und ihr rät nun der Herr dringend, aufzuwachen und das übrige zu stärken, das im Begriff steht zu sterben. Ansonsten – wie es im Vers 3,3 weiter heißt - : „Wenn du nun nicht wachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde”.

Wer immer nun diese Gemeinde sein mag – und es drängen sich einige Vergleiche auf – steht doch eines fest: der Herr hat diese Menschen noch nicht aufgegeben. Er schilt sie und er weist sie zurecht, aber er bestätigt auch im nächsten Vers 3,4, dass es in Sardes einige wenige gibt, die ihre Kleider nicht besudelt haben und es wert sind, mit dem Herrn gemeinsam in weißen Kleidern einherzugehen.

So ist also auch für diese „tote” Gemeinde eine Rettung möglich. Und es bleibt zu hoffen, dass diese wenigen, welche ihre Kleider nicht besudelt haben, jenen „Sauerteig” abgeben, der bewirken kann, dass auch der Rest der Geschwister dieser Gemeinde zum Heil kommt.

Das Sendschreiben an Philadelphia.

Dem Engel der Gemeinde in Philadelphia.

Off 3,7 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Dies sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, und niemand wird schließen, und schließt, und niemand wird öffnen:

3,8 Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand schließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet. 3,9 Siehe, ich gebe Leute aus der Synagoge des Satans, von denen, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen; siehe, ich werde sie dahin bringen, dass sie kommen und sich niederwerfen vor deinen Füßen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.

3,10 Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen. 3,11 Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nehme!

3,12 Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.

3,13 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Off 3, 7-13;


Hier haben wir mehrere Hinweise, dass es sich bei der Gemeinde von Philadelphia um eine Gemeinde von Judenchristen handelt. Einerseits erwähnt der Herr gleich zu Beginn dieses Schreibens, dass er den Schlüssel Davids hat. Dieser „Schlüssel Davids” ist uns aus Jes 22,22 bekannt:

Und ich werde den Schlüssel des Hauses David auf seine Schulter legen.

Jes 22,20 Und es wird geschehen an jenem Tag, da werde ich meinen Knecht Eljakim rufen, den Sohn des Hilkija. 22,21 Und ich werde ihn mit deinem Leibrock bekleiden und ihm deinen Gürtel fest umbinden und werde deine Herrschaft in seine Hand geben. Und er wird den Bewohnern von Jerusalem und dem Haus Juda zum Vater sein.

22,22 Und ich werde den Schlüssel des Hauses David auf seine Schulter legen. Er wird öffnen, und niemand wird schließen, er wird schließen, und niemand wird öffnen. Jes 22,20-22;


Dies war damals ein Ausspruch Jahwes, in welchem er Schebna, den korrupten und betrügerischen Verwalter und Stellvertreter von Hilkija, dem König von Juda, durch Eljakim, den Sohn des Königs, ersetzen ließ. In Off 3,7 ist diese Aussage die Legitimation des Herrn, dass er der neue, von Gott auserkorene, gerechte und gesalbte König des Volkes Israel ist.

In Off 3,9 heißt es dann: „Siehe, ich gebe Leute aus der Synagoge des Satans, von denen, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen”. Dies meint einmal, dass sich Leute aus der „Synagoge des Satans” als Juden ausgeben werden, obwohl sie keine Juden sind. Inwieweit dies nun Menschen, wie viele der heutigen – in Wirklichkeit ungläubigen - „Juden” in Israel sind oder ob es Menschen aus anderen Völkern sind, welche sich um eines Vorteils willen anmaßen, auch zu den Juden zu gehören, lässt sich nicht sagen.

Aber genau diese falschen „Juden” sind es dann auch, welche der Herr dazu bringen wird, sich vor den Füßen dieser Philadelphiagemeinde, diesen echten Juden, diesem neuen und wahren Volk Gottes, niederzuwerfen und anzuerkennen, dass diese jüdische Christengemeinde von Philadelphia es ist - und keine andere -, welche der Herr geliebt hat.

Und wir haben auch hier noch die Aussage von Off 3,12, welche sich diesmal ganz explizit auf die Juden bezieht: „und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes ..., und meinen neuen Namen”. Denn diese Verheißung finden wir wieder in Off 14,1:

Die 144000, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen trugen.

Off 14,1 Und ich sah: und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm 144000, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen. 14,2 Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen eines lauten Donners; und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfensängern, die auf ihren Harfen spielen. 14,3 Und sie singen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen als nur die 144000, die von der Erde erkauft waren. 14,4 Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm erkauft worden. 14,5 Und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig. Off 14, 1- 5;


Und wir erkennen unten in Off 7,2-4, dass es auch hier Juden „aus jedem Stamm der Söhne Israels” sind, welchen als Auserwählte und „Erstlinge” – also untadelig und ohne Fehl -, die „für Gott und das Lamm erkauft sind”, bei der Versiegelung der 144000 eben diese beiden Namen – der des Vaters und der des Sohnes – als Siegel an ihren Stirnen angebracht werden.

144000 Versiegelte, aus jedem Stamm der Söhne Israels.

Off 7,2 Und ich sah einen anderen Engel von Sonnenaufgang heraufsteigen, der das Siegel des lebendigen Gottes hatte; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen gegeben worden war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen, 7,3 und sagte: Schadet nicht der Erde, noch dem Meer, noch den Bäumen, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben. 7,4 Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: 144000 Versiegelte, aus jedem Stamm der Söhne Israels. Off 7, 2- 4;

(Siehe auch den Diskurs 15: „Wer ist die Braut des Lammes?”)

Aber die Gemeinde von Philadelphia bekommt in Off 3,12 vom Herrn noch einen dritten Namen, den des „neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt”. Und in Off 21,2.9 wird uns dieser Name auch offenbart: „Die Braut, das Weib des Lammes”.

Das neue Jerusalem, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.

Off 21,1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 21,2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Off 21, 1- 2;

Die heilige Stadt Jerusalem aus dem Himmel, die Braut, das Weib des Lammes.

Off 21,9 Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, voll der sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sprach: Komm her! Ich will dir die Braut, das Weib des Lammes, zeigen. 21,10 Und er führte mich im Geist hinweg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie aus dem Himmel von Gott herabkam. Off 21, 9-10;


Im Zusammenhang mit der Aussage von Off 3,9, wo es heißt, sie sollen „erkennen, dass ich dich geliebt habe”, können wir nun mit einer gewissen Sicherheit sagen, dass es sich hier, bei der Gemeinde von Philadelphia, um „die Braut, das Weib des Lammes” handelt. Diese Braut ist also jüdischen Ursprungs und es zeigt sich, dass die Ansicht vieler Ausleger, es würde sich bei der Braut des Lammes um die „ganze Gemeinde Christi” handeln, nicht stichhältig ist.

Damit fällt aber auch ein wesentliches Argument dieser Interpreten für die Entrückung vor der Trübsal weg. Aus dem Text von Off 3,10: „Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen”, will man ja ableiten, dass der Herr die Gemeinde noch vor der Großen Trübsal entrücken wird. Wie wir nun sehen, mag der Tatbestand der Bewahrung wohl richtig sein, nur ist der Personenkreis, der hier bewahrt werden wird, ein völlig anderer

Wenn wir davon ausgehen können, dass die 144000 Versiegelten, im Sinne einer zeitübergreifenden Auslegung, ihren geistlichen Ursprung in der Gemeinde von Philadelphia haben, dann erklärt sich auch diese „Bewahrung”. Diese 144000 aus jedem Stamm Israels werden ja mit dem Siegel Gottes versiegelt und gemäß Off 7,2-3 in impliziter Form von den ersten beiden Posaunenplagen und in Off 9,4 explizit von den Plagen der fünften Posaune ausgenommen, also davor bewahrt.

Sie tun Schaden nur den Menschen, die nicht das Siegel Gottes haben an ihren Stirnen.

Off 9,3 Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen wurde Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben. 9,4 Und es wurde ihnen gesagt, sie sollten nicht Schaden tun dem Gras auf Erden noch allem Grünen noch irgendeinem Baum, sondern allein den Menschen, die nicht das Siegel Gottes haben an ihren Stirnen. Off 9, 3- 4;


Der Umstand, dass die 144000 in Off 14,1 gemeinsam mit dem Herrn auf dem Berg Zion stehen, zeigt hier ein ähnliches Naheverhältnis, wie wir es oben, bei der Gemeinde von Philadelphia festgestellt haben. Eine körperliche Identität der beiden Personengruppen, wie sie in der eschatologischen Sicht oft vertreten wird, ist jedoch auszuschließen. Die 144000 Versiegelten sind gemäß Off 7,3 und insbesondere Off 9,4 - im Unterschied zur Gemeinde von Philadelphia - eindeutig Israeliten der Endzeit, also der Zeit unmittelbar vor dem Millennium.

Zustimmen kann man jedoch der Aussage, dass das neue Jerusalem, das herabkommt aus dem Himmel, die Braut des Lammes ist und die Gemeinde von Philadelphia, die eben auch diesen Namen trägt, sichtlich die symbolische Verkörperung dieser Braut darstellt. Unabhängig davon, ob man nun die Provenienz der Baut aus der Philadelphiagemeinde oder aus den 144000 Versiegelten sehen will, steht jedenfalls fest, dass diese Braut ganz eindeutig jüdischen Ursprungs ist und daher alle Spekulationen, diese Verheißung auf die ganze Gemeinde aller Zeiten umzuinterpretieren, unzulässig sind.

Das Sendschreiben an Laodizea.

Dem Engel der Gemeinde in Laodizea.

Off 3,14 Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Dies sagt der «Amen», der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:

3,15 Ich kenne deine Werke dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärest! 3,16 Also, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. 3,17 Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und nicht weißt, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß bist, 3,18 rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen damit du reich wirst; und weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst.

3,19 Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Buße! 3,20 Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir.

3,21 Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.

3,22 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Off 3,14-22;


Das Schreiben an den Engel der Gemeinde von Laodizea ist sowohl von der Anordnung als auch vom Inhalt her das Schlusslicht unter den sieben Sendschreiben. Dabei ist Laodizea nicht geistlich tot wie Sardes, sondern was viel schlimmer ist, dieser Engel – und damit auch die Gemeinde – sagt sich: „Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts”. Sie wissen also gar nicht, dass sie geistlich arm, bloß und nackt sind.

Auch hier erkennen wir so manche Glaubensgenossen – speziell in den Amtskirchen – welche meinen, "reich" zu sein. Nicht nur im materiellen, sondern auch im geistlichen Sinn. Sie verwechseln die Gemeinde – also die Kirche – mit einem Verein oder Unternehmen und Gottgefälligkeit mit Position und Karrierestreben.

Und genau das ist es, was ihnen der Herr vorwirft: sie sind lau. Wären sie doch Atheisten und weltliche Geschäftemacher – also "kalt" – oder eben gläubige und gottgefällige Hirten ihrer Gemeinde – also "warm". Doch sie sind weder das eine, noch das andere. Sie sind "lau".

Auch Paulus weiß in seinem Brief an die Kolosser und dem zweiten Brief an Timotheus von solchen Menschen zu berichten.

Sie haben einen Schein von Weisheit durch selbsterwählte Frömmigkeit und Demut.

Kol 2,20 Wenn ihr nun mit Christus den Mächten der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt: 2,21 Du sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren? 2,22 Das alles soll doch verbraucht und verzehrt werden. Es sind Gebote und Lehren von Menschen, 2,23 die zwar einen Schein von Weisheit haben durch selbsterwählte Frömmigkeit und Demut und dadurch, dass sie den Leib nicht schonen; sie sind aber nichts wert und befriedigen nur das Fleisch. Kol 2,20-23;

Sie haben den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie.

2Tim 3,1 Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden. 3,2 Denn die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, 3,3 lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, zuchtlos, wild, dem Guten feind, 3,4 Verräter, unbedacht, aufgeblasen. Sie lieben die Wollust mehr als Gott; 3,5 sie haben den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie; solche Menschen meide! 2Tim 3, 1- 5;


Und der Herr rät ihnen, von ihm Augensalbe zu kaufen, um ihre Augen zu salben, damit sie sehend werden. Damit sie erkennen, dass sie nicht „reich” sind. Weder im weltlichen noch im geistlichen Sinn! Sie sind „voll daneben”, wie es so schön heißt.

Doch auch ihnen wird die Hoffnung nicht genommen. Der Herr sagt ihnen: „Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tue Buße! Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen”.

Und diese letzte Verheißung ist nicht nur eine Einladung an die Gemeinde von Laodizea, sondern an alle Menschen. Unabhängig davon, was sie getan oder gedacht, wie sie gelebt oder gehandelt haben. Ab dem Zeitpunkt, wo sie die Tür ihres Herzens öffnen und sich offen und ehrlich, ohne Vorbehalt und Voreingenommenheit, der Frage nach dem Willen Gottes stellen, wird der Herr Jesus zu ihnen hineingehen und ihnen den weiteren Weg weisen.

Der Vater und ich, wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.

Jh 14,23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. 14,24 Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat. 14,25 Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. 14,26 Aber der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Jh 14,23-26;




 


Schlussfolgerung:

Diese sieben Sendschreiben sind ganz konkrete Orientierungshilfen für jeden einzelnen Gläubigen, in welchen er die Ausprägung seines Glaubens und die damit verbundenen Stärken und Schwächen erkennen kann. Das Ergebnis jeder individuellen Prüfung sollte Ausgangspunkt sein, unsere Schwächen nach Möglichkeit zu reduzieren, und unsere Stärken zu vergrößern, zumindest aber zu halten. Jeder Gläubige ist somit Mitglied einer dieser sieben virtuellen Gemeinden, welche in ihrer Gesamtheit - seit ihrem Entstehen und bis zur Wiederkunft des Herrn - die Gemeinde Christi auf Erden bilden.