Exkurs 07 - Der Auferstehungsleib.



Die Zukunft unserer Existenz.

Die Auferstehung - eine Wiedergeburt.

Der geistliche Leib - unsterblich, unsichtbar.

Auch die Gottlosen werden auferstehen unverweslich.

Die Auffahrt in den Himmel.

Wir werden dem Herrn gleich sein.


Die Zukunft unserer Existenz.

In unserer heutigen Zeit ist selbst unter Christen die Erkenntnis über die Zukunft unserer Existenz, unseres Seins und damit die Zukunft unsres Leibes oft sehr verschwommen und von eher unbiblischen Annahmen durchsetzt.

Manche beziehen das „ewige Leben” auf ihren irdischen Körper und meinen, sie würden nach der Auferstehung mit diesem Leib unbegrenzt weiterexistieren. Andere wieder vertreten die Auffassung von einer leiblosen, also „ätherischen” Existenz nach der Auferstehung.

Aber immerhin haben diese beiden Richtungen wenigstens den Vorzug, überhaupt eine Vorstellung zu haben, welche vielleicht noch zu korrigieren ist, im Gegensatz zu vielen anderen, welche sich dieser geistigen Anstrengung gar nicht erst unterziehen.

Der Mangel an vorwärtsdrängendem Verlangen, die gemächliche Zufriedenheit mit dem, was man in „Wort und Sakrament” jetzt schon besitzt, der ganze „konservative” Charakter des - auch evangelischen - Christentums, liegt nicht nur an einer mangelnden Vertrautheit mit der biblischen Eschatologie, sondern an tiefen Fehlern des geistlichen christlichen Lebens, die eine Offenheit für das biblische Zukunftsbild gar nicht zulassen.

Die Erlösung unseres Leibes.

Wenn wir uns jedoch bemühen, diese Frage anhand der Schrift zu untersuchen und zu klären, erkennen wir, dass wir uns hier nicht auf Vermutungen und Annahmen einlassen müssen, sondern dass wir konkrete Aussagen und Hinweise haben, welche auch einer logisch-analytischen Prüfung ohne Einschränkung Stand halten.

Die Erlösung unseres Leibes zur Freiheit der Kinder Gottes.

Röm 8,20 Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; 8,21 denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. 8,22 Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet.

8,23 Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes. 8,24 Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Röm 8,20-24;


Wenn hier oben, in Röm 8,23, Paulus von der „Erlösung unseres Leibes” spricht, so ist damit nicht etwa eine Erlösung „von unserem Leib” gemeint. Dies wäre jene griechische Denkweise, welche in unserem europäischen Christentum tief verwurzelt und daher bis heute noch oft anzutreffen ist.

Wie wir unten, in 2Kor 5,2, erkennen können, vertritt Paulus hier nicht eine „leiblose Existenz” nach der Auferstehung, sondern er sehnt sich nach der neuen „Behausung”, nach dem neuen Leib, der „vom Himmel ist”.

Wir werden überkleidet, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben.

2Kor 5,1 Denn wir wissen: wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. 5,2 Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden, 5,3 weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden.

5,4 Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. 2Kor 5, 1- 4;


Und Paulus geht in seinem Vergleich noch etwas weiter. Er vergleicht unseren Leib mit einem Gebäude. Unser sterblicher Leib ist unser irdisches Haus, die Hütte, die abgebrochen wird wenn wir sterben. Und jene, die Hoffnung auf das ewige Leben haben, seufzen in dieser Hütte und sehnen sich nach der Behausung, welche vom Himmel ist, also nach dem himmlischen Leib.

Und dann lässt uns Paulus erkennen, dass schon damals die Christen die Hoffnung hegten, nicht erst durch Tod und Auferweckung zu diesem himmlischen Leib zu gelangen, sondern - in der Entrückung der lebenden Auserwählten - durch „Überkleidung”, sodass das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben.

Ebenso wie im Tod, werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.

Röm 6,4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 6,5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Röm 6, 4- 5;

Ebenso wie jenes des irdischen, werden wir auch das Bild des himmlischen tragen.

1Kor 15,40 Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. 15,41 Einen andern Glanz hat die Sonne, einen andern Glanz hat der Mond, einen andern Glanz haben die Sterne; denn ein Stern unterscheidet sich vom andern durch seinen Glanz.

15,42 So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferweckt unverweslich. 15,43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferweckt in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. 15,44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferweckt ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. 15,45 Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einem lebendigen Wesen« (1. Mose 2,7), und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht.

15,46 Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche. 15,47 Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. 15,48 Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen. 15,49 Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. 1Kor 15,40-49;

Unser nichtiger Leib wird verwandelt, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe.

Phil 3,20 Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, 3,21 der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann. Phil 3,20-21;


Aber unabhängig davon, auf welche der beiden Arten wir zu unserem „himmlischen Haus” gelangen, steht fest: wir werden es erlangen. Wie uns die obigen Texte sagen, wird unser Leib dem des Herrn Jesus in der Auferstehung gleich sein. Und diese Sicht des Paulus, die uns auch von anderen Schriftstellen bestätigt wird - z. B. 1Jh 3,2 -, ist nun die Ausgangsbasis für unsere weiteren Überlegungen.

Wir gehen also mit Paulus davon aus, dass unser Leib nach unserer Auferstehung dem Leib unseres Herrn Jesus Christus nach seiner Auferstehung gleich sein wird. Aber nicht nur das. In konsequenter Verfolgung dieses Prinzips, gehen wir ebenfalls davon aus, dass auch die Vorgänge rund um unsere Auferstehung jenen Vorgängen ähnlich sein werden, welche bei der Auferstehung des Herrn zu erkennen waren.

Die Auferstehung - eine Wiedergeburt.

Über die Wiedergeburt gibt es in christlichen Kreisen unterschiedliche Auffassungen. Es ist dies nicht verwunderlich, haben wir doch auch in der Schrift scheinbar unterschiedliche Aussagen zu diesem Thema.

Die Interpretation der „Wiedergeburt” aus der Sicht mancher Geschwister ist eigentlich der Akt der Bekehrung eines Menschen zum christlichen Glauben. Erst wenn er Jesus „aufgenommen” hat, kann sich ein Gläubiger - nach dieser Auffassung - als „wiedergeboren” bezeichnen. Und wie wir später sehen werden, ist diese Sicht nicht grundsätzlich falsch.

Denn diese Meinung ist durchaus biblisch und wird uns im ersten Petrusbrief wörtlich überliefert.

Wir sind wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu.

1Ptr 1,3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 1,4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, 1,5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. 1Ptr 1, 3- 5;


Doch beim „Wiedergeborensein” unserer Brüder und Schwestern klingt immer wieder - ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht - ein gewisser elitärer touch mit. Es liegt dies möglicherweise gar nicht an diesen Geschwistern selbst, sondern eher an den anderen Gläubigen. Diese meinen ja ihrerseits auch, dem Herrn anzugehören. Andererseits haben sie aber keinerlei geistliche „Erlebnisse” vorzuweisen - wie manche andere - um nun konkret zu wissen, und auch irgendwie glaubhaft zu vermitteln, dass sie „wiedergeboren” sind.

Es erhebt sich daher die Frage, was denn diese Wiedergeburt eigentlich ist. Und ob die Wiedergeburt tatsächlich ein Ereignis bei der Bekehrung ist, und wenn dem so ist, ob dieser Vorgang mit irgendwelchen geistlichen oder anderen Erlebnissen verbunden ist.

Der obige Text aus 1Ptr 1,3-5 kann uns bei der Beantwortung dieser Frage behilflich sein. Petrus spricht ja hier davon, dass wir wiedergeboren sind. Er sagt: Gott hat uns wiedergeboren. Und zwar wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung. Hoffnung wozu? Hoffnung zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbe. Wodurch? Durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

Unsere Wiedergeburt ist also nach Petrus eine Hoffnung. Diese Hoffnung hat als Basis die Auferstehung des Herrn. Weil unser Herr von den Toten auferstanden ist, haben auch wir die Hoffnung, dass wir auferstehen werden. Das Ziel dieser Auferstehung und damit auch dieser Hoffnung, ist ein unvergängliches, also unsterbliches, ewiges Erbe, kurz: ewiges Leben. Dieses ewige Leben nun ist für uns aufbewahrt im Himmel, wie Petrus sagt.

Weil wir hier schon von Wieder-„Geburt” sprechen - aber nicht nur deshalb - erinnern diese Zusammenhänge doch sehr an die Vorgänge bei der leiblichen, biologischen Geburt. Das Endziel dabei ist dort das irdische Leben - hier aber das ewige Leben. Die Zeit der „guten Hoffnung” im biologischen Sinn dauert neun Monate. Dann erblickt das Kind das Licht der Welt. Die Hoffnung der Gläubigen dauert bis zur Auferstehung von den Toten. Und auch sie erblicken dann das Licht - einer anderen, neuen Welt. Nämlich das Licht und die Welt Gottes und des Lammes. Und sie sind dann - nach der (Wieder-) Geburt, „Kinder der Auferstehung”, wie uns der Herr sagt.

Sie sind Gottes Kinder und Kinder der Auferstehung.

Lk 20,34 Und Jesus sprach zu ihnen: Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten; 20,35 welche aber gewürdigt werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder heiraten noch sich heiraten lassen. 20,36 Denn sie können hinfort auch nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, weil sie Kinder der Auferstehung sind. Lk 20,34-36;


Dieser Vergleich birgt allerdings eine kleine Schwachstelle. Petrus spricht oben davon, dass uns Gott zu Beginn dieser Hoffnung „wiedergeboren” hat. Die adäquate Bezeichnung dafür wäre aber eher der Begriff Wieder-„Zeugung”. Doch wenn wir uns die Ausführungen des Petrus genauer ansehen, kommt auch immer mehr die Überzeugung auf, dass er genau dies auch gemeint hat.

Befruchtet durch unvergänglichem Samen.

Aber sehen wir uns objektiverweise auch die zweite Stelle in diesem Kapitel an, in der Petrus den Terminus „wiedergeboren” verwendet.

Ihr seid wiedergeboren aus unvergänglichem Samen, dem lebendigen Wort Gottes.

1Ptr 1,23 Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt.

1,24 Denn »alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen; 1,25 aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit« (Jesaja 40,6-8). Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist. 1Ptr 1,23-25;


Diese Wiedergeburt die Petrus meint, erfolgt also aus unvergänglichem Samen. Wie wir sehen, zieht auch Petrus selbst hier den Vergleich zur biologischen Geburt oder zumindest zur natürlichen Fortpflanzung, indem er darauf hinweist, dass diese - im Unterschied zur geistlichen Wiedergeburt - aus vergänglichem Samen erfolgt. Damit haben wir aber auch hier einen Hinweis, dass Petrus hier eigentlich die Zeugung und Befruchtung meint. Die Befruchtung mit vergänglichem oder mit unvergänglichem Samen.

Und er sagt uns auch wodurch diese geistliche Befruchtung erfolgt: Durch das lebendige Wort Gottes. Es ist also unser Herr Jesus Christus, der ja dieses lebendige Wort Gottes ist (Jh 1,1; Off 19,13), der unseren Geist befruchtet hat.

Wenn wir nun noch einmal die eingangs erwähnte Ansicht von der „Wiedergeburt” zu Lebzeiten des Gläubigen, nämlich bei seiner Bekehrung, betrachten, erkennen wir, dass der Inhalt dieser Auffassung im wesentlichen durchaus korrekt ist. Falsch ist nur die Bezeichnung. Wir sind nicht „wiedergeboren”, sondern wir sind erst „wiedergezeugt”. Die geistliche Befruchtung durch das lebendige Wort Gottes, die Wiederzeugung, hat stattgefunden. Die Wiedergeburt noch nicht.

Unser Geist ist also, wenn man so will, „befruchtet”, in „anderen Umständen”, wir sind in „guter Hoffnung” auf eine Wiedergeburt. Und wenn wir uns den griechischen Originaltext von 1Ptr 1,3 und 1,23 ansehen, heißt es dort – ebenso wie an allen anderen diesbezüglichen Stellen der Schrift (mit Ausnahme von Mt 19,28 und Tit 3,5) - eben auch nicht „wiedergeboren”, sondern „wiedergezeugt”. Und dies entspricht nun genau der hier dargelegten Sicht der Dinge.

Sie sind Kinder der Auferstehung.

Wenn wir nun davon ausgehen können, dass unsere Bekehrung zu Christus eigentlich die (Wieder) Zeugung, die Befruchtung mit unvergänglichem Samen ist, welche durch sein Wort - in der Heiligen Schrift - in unserem Geist und sicherlich auch in unsrem Herzen erfolgt ist, was ist dann die Wiedergeburt?

Der Herr selbst lässt uns dies in seiner Verheißung an die Jünger erkennen:

Bei der Wiedergeburt sitzt der Menschensohn auf dem Thron seiner Herrlichkeit.

Mt 19,28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet bei der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn sitzen wird auf dem Thron seiner Herrlichkeit, auch sitzen auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. Mt 19,28;


Dieser Text aus Mt 19,28 ist nun – neben Tit 3,5, der sich aber auch auf die Befruchtung, die Erneuerung durch den Geist bezieht – die einzige Stelle im NT, welche tatsächlich den grie. Terminus „Wiedergeburt” gebraucht (im AT kommt dieses Wort überhaupt nicht vor). Es ist der Herr der hier von der Wiedergeburt spricht und hier heißt es – zum Unterschied von 1Ptr 1,3 und 1,23 – auch im griechischen Urtext tatsächlich „Wiedergeburt”. Allerdings eine Wiedergeburt, die sichtlich noch in der Zukunft liegt. Es ist jener Zeitpunkt, wo der Herr auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen und die Welt richten wird. Auch die Jünger werden dann auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Dies ist die Zeit des Weltgerichts und das Ereignis, welches dem Weltgericht vorausgeht ist die Allgemeine Auferstehung. Alle Völker müssen also auferstehen, um vor das Gericht zu gelangen. Und dies nennt nun der Herr die Wiedergeburt.

(Siehe auch Kapitel 13: „Das Weltgericht”.)

In seinem Gespräch mit Nikodemus, in Jh 3,3-8, hatte der Herr sichtlich Schwierigkeiten, diesen Zusammenhang zwischen Auferstehung und Wiedergeburt zu verdeutlichen.

Ihr müsst von neuem geboren werden, nur dann könnt ihr das Reich Gottes sehen.

Jh 3,3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 3,4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 3,5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 3,6 Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. 3,7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. 3,8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist. Jh 3, 3- 8;


Nikodemus kannte nur die biologische, körperliche Geburt und fragte daher den Herrn, ob wir denn in den Schoß unserer Mutter zurück müssten, um von neuem geboren zu werden. Und der Herr erklärte ihm, dass wir beides benötigen: unsere biologische Geburt – die aus Wasser (Fruchtwasser) – und unsere Wiedergeburt, nämlich die aus Geist, um in das Reich Gottes zu gelangen. Wer nicht biologisch - aus Wasser - geboren wurde, ist nicht existent und kann daher auch nicht in der Folge aus Geist geboren werden. So ist also unsere Bekehrung unsere geistliche Zeugung als Kind Gottes, welche dann bei der Auferstehung am Ende der Welt zur Wiedergeburt und zum ewigen Leben führt.

Ähnlich wie oben, in seinem Evangelium, hat Johannes auch in seinem ersten Brief die Bezeichnung „gekommen durch Wasser” für die Geburt – diesmal jener des Herrn Jesus – verwendet. Es geht ihm zuerst darum, nachzuweisen, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, als Mensch (im Fleisch) geboren wurde.

Jeder Geist, der Jesus Christus im Fleisch gekommen bekennt, ist aus Gott.

1Jh 4,2 Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennt, ist aus Gott; 4,3 und jeder Geist, der nicht Jesus bekennt, ist nicht aus Gott; und dies ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er komme, und jetzt ist er schon in der Welt. 1Jh 4, 2- 3;


Und im nächsten Kapitel, 1Jh 5,5, wird dies noch einmal bekräftigt, wobei sich die Formulierung „gekommen ... durch Wasser und Blut” auf die Geburt und den Tod des Herrn bezieht.

Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus.

1Jh 5,5 Wer aber ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist? 5,6 Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut. Und der Geist ist es, der dies bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit. 5,7 Denn es sind drei, die es bezeugen: 5,8 der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind einstimmig. 1Jh 5, 5- 7;


Auch hier wird die Geburt, das „aus Fleisch geboren” von 1Jh 4,2, in 1Jh 5,6 mit „gekommen aus Wasser” umschrieben. Und wie der nächste Satz in diesem Vers zeigt, ist es auch in beiden Texten der Geist, der bezeugt, dass Jesus Christus als Mensch geboren wurde. Das ist die Kernaussage dieser beiden Kapitel, dass Jesus Christus – obwohl Gottes Sohn – dennoch als Mensch geboren wurde.

Manche Ausleger meinen nun, in beiden Fällen, sowohl im Johannesevangelium, als auch im ersten Johannesbrief, das „Wasser” – also das Fruchtwasser, aus welchem jedes Menschenkind geboren werden muss und welches der Beweis für seine irdische Abstammung ist – als die christliche Taufe interpretieren zu müssen. Abgesehen davon, dass Nikodemus von der christlichen Taufe keine Ahnung hatte und diesen Hinweis daher auch nicht verstanden hätte, bestätigt die Aussage des Herrn in Jh 3,6: „Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch;” eindeutig die Auffassung, dass hier von der biologischen Geburt die Rede ist. Und auch in 1Jh 4,2 und 5,6 ist mit der Bezeichnung „gekommen im Fleisch” bzw. „gekommen durch Wasser” zweifelsohne die Geburt und nicht die Taufe gemeint.

Um nun dem Nikodemus noch einen Hinweis auf die Eigenschaften jener zu geben, die tatsächlich – durch Wasser und Geist – wiedergeboren sind, nennt der Herr in Jh 3,8 folgende Kennzeichen: „Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist”. Der Wiedergeborene nach der Auferstehung, mit seinem Geistleib, ist also unsichtbar wie der Wind, man hört wohl ein „Sausen”, aber lokalisieren lässt er sich nicht. Dies erinnert uns doch sehr an die Umstände, als der Herr nach seiner Auferstehung, trotz verschlossener Türen plötzlich mitten unter die Jünger tritt. Und wir, die wir noch nicht wiedergeboren sind, haben keine Möglichkeit zu beurteilen, woher er kommt und wohin er geht.

Dies ist nun das untrügliche Kennzeichen eines Wiedergeborenen, und es wird sich wohl unter gläubigen Christen keiner finden, der von sich behaupten wollte, derartige Eigenschaften schon zu Lebzeiten aufweisen zu können und damit in diesem Sinn wiedergeboren zu sein. Solche Wiedergeborene wird es tatsächlich erst im Millennium, nach der ersten Auferstehung geben. Die dann auf Erden lebenden Menschen werden diese Erfahrungen mit den auferstandenen Märtyrern machen können, die als Priester Gottes und Christi mit dem Herrn auf Erden regieren werden. Auf die ebenfalls – allerdings erst bei der Allgemeinen Auferstehung - wiedergeborenen Ungläubigen kommen wir gleich weiter unten zu sprechen.

(Siehe auch Kapitel 10: „Das M;illennium”.)

Schließlich erkennen wir den Zusammenhang zwischen Auferstehung und Wiedergeburt auch in der Johannesoffenbarung, wo der Herr Jesus als der „Erstgeborene von den Toten” bezeichnet wird.

Jesus Christus, der Erstgeborene von den Toten.

Off 1,4 Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, 1,5 und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut 1,6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Off 1, 4- 6;


Die Beschaffenheit dieses geistlichen Leibes der Wiedergeborenen, also jener Auferstandenen, die tatsächlich aus dem Geist wiedergeboren sind, wollen wir weiter unten näher betrachten.

Damit haben wir aber auch das noch fehlende Argument in unserem Vergleich zwischen biologischem und geistlichem Geburtsvorgang. Die Wiedergeburt ist die Auferstehung (Erste Auferstehung oder Allgemeine Auferstehung), und sie entspricht der Geburt im biologischen Sinn. In beiden Fällen kommen wir aus dem „Dunkel” und erblicken das Licht einer neuen Welt.

Die Kinder Gottes sind die, die Frucht bringen.

Nun könnte sehr leicht der Eindruck entstehen, ein Mensch, der einmal vom Wort Gottes befruchtet worden ist, bräuchte nur zu warten und sterben, um dann, bei der Ersten oder der Allgemeinen Auferstehung, als Kind Gottes jene neue, geistliche Welt zu erblicken.

Doch schon die Formulierung des Herrn, oben in Lk 20,35 „welche aber gewürdigt werden, jene Welt zu erlangen ...” sollte uns vorsichtig machen. Heißt dies doch, dass sichtlich nicht alle „gewürdigt” werden.

Bei einer falschen Interpretation der Wiedergeburt, wie sie weiter oben erwähnt wurde, wird dagegen immer wieder der Eindruck bei den Geschwistern erweckt, ein, nach ihrer Definition „wiedergeborener” - also richtiger, ein vom Wort Gottes geistlich befruchteter Mensch, ein bekehrter Christ also, der das Wort Gottes aufgenommen hat - wäre damit auch schon gerettet.

Diesen Menschen sollte hier keinesfalls die Hoffnung abgesprochen werden, welche sie ebenso haben, wie wir alle, die an den Herrn glauben. Sie seien nur zu einer realistischen Betrachtungsweise ihrer Position eingeladen. Und das nicht vielleicht aus Neid oder Pessimismus oder Miesmacherei, wie manche meinen, sondern aufgrund der eindeutigen und warnenden Aussagen des Herrn zu diesem Thema.

Bei dem auf gutes Land gesät ist, der hört das Wort und versteht und bringt Frucht.

Mt 13,18 So hört nun ihr dies Gleichnis von dem Sämann: 13,19 Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht, so kommt der Böse und reißt hinweg, was in sein Herz gesät ist; das ist der, bei dem auf den Weg gesät ist.

13,20 Bei dem aber auf felsigen Boden gesät ist, das ist, der das Wort hört und es gleich mit Freuden aufnimmt; 13,21 aber er hat keine Wurzel in sich, sondern er ist wetterwendisch; wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so fällt er gleich ab.

13,22 Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, das ist, der das Wort hört, und die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht. 13,23 Bei dem aber auf gutes Land gesät ist, das ist, der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt; und der eine trägt hundertfach, der andere sechzigfach, der dritte dreißigfach. Mt 13,18-23;


Im obigen Text von der Erklärung des Herrn zum Gleichnis vom Sämann, in Mt 13,18-23, ist wieder die Rede vom Samen. Es ist der Weizensamen, den der Sämann in den Acker sät. In der Erklärung erkennen wir, dass dieser Same - ebenso wie weiter oben der „unvergängliche Same” in 1Ptr 1,23 - das Wort Gottes ist.

Wir erkennen des Weiteren, dass alle vier hier angeführten „Bodenqualitäten” gleichermaßen mit Samen besät wurden. Das heißt - und diese Erkenntnis ist sehr wichtig - allen vier Gruppen von Menschen wurde das Wort Gottes verkündigt. Ja mehr noch: außer beim Ersten ist der Same auch bei allen aufgegangen, sie haben also das Wort Gottes, haben den Herrn Jesus positiv aufgenommen.

Doch wie sieht das Ende aus? Ebenso hart wie der Weg, auf den der Same gesät wurde, ist auch das Herz des Ersten. Der Same, das Wort Gottes, findet keinen Halt zur Verankerung. An dieser seiner Herzenshärte ist dieser Mensch allerdings nicht unschuldig. Wie der Weg, auf dem erst Hunderte von Menschen gehen mussten, um ihn so hart zu machen wie er ist, musste auch dieser Erste Hunderte von Malen sein Herz verschließen und verhärten, um so hart zu werden, dass er schließlich auch das Wort Gottes nicht mehr aufnehmen konnte.

Beim Zweiten liegen die Dinge etwas anders. Er ist jener Typus von Mensch, welcher uns am deutlichsten vor Augen führt, in welche Gefahr wir uns mit einer unkritischen Oberflächlichkeit begeben. Er hat einen guten Boden, ein gutes Herz. Allerdings nur sehr seicht. Unter der dünnen guten Krume hat er hartes Felsengestein. Seine Bekehrung und sein Glaube ist nie in die Tiefe gedrungen. Er hat ein gewisses Interesse gezeigt, sich aber dann bald wieder erfreulicheren Dingen zugewandt.

Die Folge davon ist, dass der Same guten Boden vorfindet und sich verankert. Aufgrund der geringen Tiefe und des felsigen Untergrundes, der die Wärme reflektiert, erwärmt sich nun der Boden auch viel schneller als tiefer Ackerboden. Der Same entwickelt sich sehr schnell und sprießt mit voller Kraft. Das Wort wurde also voller Begeisterung aufgenommen. Es war eine wirkliche Bekehrung. Und alle Geschwister sind voll Freude und stolz über diesen Beweis der Macht des Wortes Gottes - wie sie meinen.

Doch bald – allzu bald - ist der felsige Grund erreicht. Das Weizenkorn will Wurzeln treiben, doch die unsichtbaren Felsen unter der Erde hindern es daran. An diesem Menschen hat sich rein äußerlich nichts verändert. Er ist noch genau so, wie er bei seiner Bekehrung war. Und genau so, wie er sich damals voll Begeisterung dem Wort Gottes zugewendet hat, wendet er sich nun - auch wieder voll Begeisterung - irgend einem anderen Ziel zu. Es war ihm etwas zu anstrengend, was die Leute da von ihm erwartet haben. Seine Freunde haben sich auch schon über ihn lächerlich gemacht. Und außerdem wurde es schön langsam eintönig. Er ist mehr für Abwechslung.

Vom Dritten nun kann man mit Fug und Recht behaupten, dass er ein gläubiger Mensch war. Er hat das Wort aufgenommen, hat auch genug tiefen „Ackerboden” in seinem Herzen, um das Wort zu verankern. Allerdings sind da die „Dornen”. Er ist entweder arm und weiß nicht woher er das Geld für die nächste Mahlzeit für sich und seine Familie nehmen soll. Oder er ist reich, und weiß nicht wie er sein Geld am besten veranlagen soll, damit es nicht durch Krisen, Inflation und Abwertung verloren geht.

Beide haben also Sorgen. Zwar grundverschiedener Ausprägung, aber es sind beide Male Sorgen. Und diese Sorgen verdecken ihnen das Licht. Das Weizenkorn kann auch im besten Boden ohne Licht nicht gedeihen. Und der gläubigste Mensch kann auf Dauer, ohne die liebevolle Zuwendung seines Gottes, nicht gläubig bleiben. Doch diesem Dritten rauben seine Sorgen sowohl die Zeit, als auch den Platz in seinem Herzen für seinen Gott. Ebenso wie das Weizenkorn, erstickt auch der Glaube dieses Menschen und stirbt ab und bringt keine Frucht. Ähnlich wie bei der natürlichen Fortpflanzung – ob Pflanze oder Tier - wo auch nicht jeder Befruchtungsversuch erfolgreich ist, haben nun auch die drei ersteren in diesem Gleichnis der Befruchtung durch den Geist Gottes widerstanden.

Anders ist es beim Vierten und Letzten dieser Reihe. Eigentlich ist es ja nicht einer, sondern es sind drei. Sie haben alle drei die gleichen Voraussetzungen. Weichen, tiefen Mutterboden, kein Dornengestrüpp, welches das Licht verdeckt. Ihr Glaube gedeiht, Gott segnet sie und sie bringen alle drei Frucht. Der Unterschied liegt bei ihnen nicht in der Qualität sondern nur in der Quantität ihrer Fruchtbarkeit. Der eine hundertfach, der zweite sechzigfach und der dritte dreißigfach.

Der Grund für diese unterschiedliche Fruchtbarkeit wird uns nicht genannt. Doch sollten wir uns weniger fragen, warum der eine weniger als der andere, als eher warum der andere mehr als der eine Frucht bringt.

Unter diesen Dreien können genauso reiche oder arme Menschen sein wie bei jenem „unter den Dornen”. Es sind hier nicht die äußeren Umstände, welche uns im Glauben behindern, sondern es ist der Stellenwert, den wir diesen Umständen beimessen, welcher sie zu alles bedeckenden Dornen oder zu - zwar täglich neu zu lösenden und lebensnotwendigen - aber keinesfalls lebensbedrohenden Problemen macht.

Auch Paulus legt uns in 1Kor 7,29-31 nahe, uns so zu verhalten, als würden wir diese Welt nicht brauchen.

Und die diese Welt gebrauchen, seien als brauchten sie nicht.

1Kor 7,29 Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht; 7,30 und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht; 7,31 und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht. 1Kor 7,29-31;


Um also bei dem obigen Vergleich mit der biologischen Geburt zu bleiben: Wir sind „guter Hoffnung”. Doch die Zeit bis zur Geburt ist keinesfalls ohne Gefahr. Alles, was zwischen biologischer Zeugung und biologischer Geburt die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen oder gar beenden kann, kann – im übertragenen Sinn – auch die Entwicklung des Christen behindern. Eine anschauliche allegorische Darstellung dieser Gefahren finden wir im Buch „PilgrimΎs Progress” (Die Pilgerreise) von John Bunyan.

Aber wir sind nun doch nicht mehr auf uns alleine gestellt. Wir müssen den Kampf nicht alleine kämpfen und die Gefahren nicht alleine bewältigen. Es ist der neue Geist in uns, der uns hilft. Er hilft uns allerdings nur dann, wenn wir ihn sich in uns „entwickeln” lassen. Er will sich entfalten und uns umformen. Er will unser Wesen verändern und in uns die Liebe Gottes einpflanzen.

Wenn wir dieser Veränderung widerstreben, wird der Geist in uns verkümmern. Und ebenso, wie es bei der biologischen Geburt leider immer wieder Neugeborene gibt, die unter einer Behinderung leiden, wird es auch bei der geistlichen Wiedergeburt, bei der Auferstehung, Wiedergeborene geben, welche nicht den vollen Umfang der ihnen zugedachten Herrlichkeit erreichen werden.

(Siehe auch Diskurs 85: „Die echte und die falsche Wiedergeburt”.)

Der geistliche Leib - unsterblich, unsichtbar.

In 1Kor 15,51-55 berichtet Paulus von der Entrückung beim Kommen des Herrn (siehe auch 1The 4,15-17) und von der Verwandlung der Körper der Toten und der Lebenden:

Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden.

1Kor 15,51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 15,52 in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden. 15,53 Denn dieses Vergängliche muss Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen.

15,54 Wenn aber dieses Vergängliche Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: «Verschlungen ist der Tod in Sieg.» 15,55 «Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist, o Tod, dein Stachel?». 1Kor 15,51-55;


Wenn Paulus hier sagt: „die Toten werden auferweckt werden und unvergänglich sein (...) denn dieses Sterbliche muss Unsterblichkeit anziehen ...”, so beinhaltet dieser Text eigentlich drei konkrete Aussagen:

1. die bekannte Tatsache, dass der biologische Körper sterblich, also vergänglich ist;

2. wenn einerseits dieser biologische Körper nach seinem Tod verwest ist und somit aufgehört hat zu existieren, der „dazugehörige” Tote jedoch dann auferweckt werden wird, muss er ja vorher – zwischen Tod und Auferweckung - in irgend einer Weise weiter existiert haben;

3. bei ihrer Auferweckung erhalten die Toten dann einen neuen - diesmal unvergänglichen, unverweslichen - also geistlichen Körper.


Auch hier unten, in Gal 6,7-8 heißt es, dass wir vom Geist das ewige Leben erhalten werden, dass also der neue Auferstehungsleib ein geistlicher, unsterblicher Leib sein wird. Wie wir jedoch weiter unten sehen werden, heißt dies keinesfalls, dass dieser geistgewirkte Leib, also der Geistleib „körperlos” sein wird.

Wer auf den Geist sät, der wird das ewige Leben ernten.

Gal 6,7 Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. 6,8 Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Gal 6, 7- 8;

Die die Auferstehung von den Toten erlangen, können hinfort nicht mehr sterben.

Luk 20,34 Und Jesus sprach zu ihnen: Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten; 20,35 welche aber gewürdigt werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder heiraten noch sich heiraten lassen. 20,36 Denn sie können hinfort auch nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, weil sie Kinder der Auferstehung sind. Lk 20,34-36;


Doch dieser Auferstehungsleib ist nicht nur unsterblich, er ist auch unsichtbar. Aus Jh 3,8 können wir entnehmen, dass alle, die aus dem Geist geboren sind, für den sterblichen Menschen kaum wahrnehmbar sind. Wie bereits erwähnt wird sich eine derartige Situation erstmals im Millennium ergeben, wo die, bei der Ersten Auferstehung lebendig gewordenen Märtyrer mit Christus regieren werden. Sie sind alle Geistgeborene, während die Menschen, welche dann auf dieser Erde leben, alle noch nicht wiedergeboren sind.

Er kommt und geht wohin er will, so ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.

Jh 3,8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist. Jh 3, 8;


Dies ist ein Hinweis darauf, dass sich der Geistleib unsichtbar im Raum (und in der Zeit?) bewegen kann. Eine Bestätigung dafür finden wir auch noch in den folgenden Stellen:

Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn und er verschwand vor ihnen.

Lk 24,30 Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach es und gab es ihnen. 24,31 Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Lk 24,30-31;

Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie.

Lk 24,36 Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! 24,37 Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist. Lk 24,36-37;

Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie.

Jh 20,26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Jh 20,26;


Dass sich jedoch der Auferstandene mit diesem seinem Geistleib auch in körperhafter Form (Fleisch und Knochen) darstellen kann, erfahren wir weiter unten, beim Erscheinen des Herrn Jesus unter den Jüngern, in Lk 24,39-43.

(Siehe auch Diskurs 97: „Auferweckung und Auferstehung - die Realitäten einer anderen Dimension.”.)

Auch die Gottlosen werden auferstehen unverweslich.

Wie bereits eingangs ausgeführt, verleitet die Aussage in Jh 3,3: „Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen” manche zu der Annahme, nur jene Auferstandenen, die in das Reich Gottes kommen, also die, welche im Buch des Lebens stehen, würden einen unsterblichen Geistkörper erhalten. Die Ungläubigen, so meint man, würden an keiner Auferstehung teilnehmen und insbesondere keinen unsterblichen Geistleib erhalten.

Dazu muss man jedoch den Kontext von Jh 3,3 berücksichtigen, wo der Herr Jesus dem Nikodemus verständlich machen wollte, dass es nach dem biologischen Tod eine Neugeburt - eben in der Auferstehung - geben wird. Diese Wiedergeburt ist jedoch nicht eine Belohnung für Gläubige. Diese kommt auch noch. Doch hier, bei der Auferstehung geht es um eine Gesetzmäßigkeit der geistlichen Dimension, die noch für alle Menschen - ob gläubig oder ungläubig – gleichermaßen Gültigkeit besitzt. Dies bestätigt uns ja insbesondere auch Mt 19,28, wo der Herr von der Wiedergeburt spricht und davon, dass er und seine zwölf Apostel richten werden. Und die Apostel werden die zwölf Stämme Israels richten, also alle Nachkommen der Söhne Jakobs, von damals bis heute und von heute bis zur Wiedergeburt in der Allgemeinen Auferstehung. Darunter müssen nun zweifelsfrei nicht nur viele Gläubige und Knechte Gottes, sondern auch viele Gottlose und Götzenanbeter sein. Infolgedessen ist die Wiedergeburt ein systemimmanentes Ereignis in der Schöpfung und betrifft jeden einzelnen Menschen.

Nachdem hier postuliert wird, dass alle Menschen bei der Auferstehung zu einer Wiedergeburt gelangen werden, stellen sich zwei berechtigte Fragen. Einerseits die Frage nach der weiteren Entwicklung der Gottlosen nach ihrer Auferstehung. Dieser Problemkreis soll gleich weiter unten näher beleuchtet werden. Andererseits aber – in umgekehrter Richtung - die Frage nach der Konsequenz des logischen Schlusses: ohne Zeugung keine Geburt. Wenn die Gottlosen an der Wiedergeburt teilhaben, muss bei ihnen ja ebenfalls die oben erwähnte Wiederzeugung erfolgt sein. Kann denn ein Gottloser durch den Geist Gottes wiedergezeugt sein? Dies ist natürlich unmöglich! Aber wie wäre das denn dann zu erklären?

Die logische Abfolge stellt sich folgendermaßen dar: Nachdem eine Wiedergeburt erfolgt, muss auch eine Wiederzeugung stattgefunden haben. Diese Wiederzeugung muss auch durch den Geist erfolgt sein, denn alle Menschen müssen durch „Wasser und Geist” wiedergeboren werden. Das Unterscheidungskriterium aber ist der Geist. Während Kinder Gottes durch den Geist Gottes wiedergezeugt werden, ist jener Geist, der die Gottlosen und Unbußfertigen befruchtet und wiederzeugt, der Geist des Bösen, der satanische Geist des Widerchrists und der Gottlosigkeit.

Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut?

Mt 13,24 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Mit dem Reich der Himmel ist es wie[B] mit einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 13,25 Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg. 13,26 Als aber die Saat aufsproßte und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. 13,27 Es kamen aber die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut? 13,28 Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sagen zu ihm: Willst du denn, daß wir hingehen und es zusammenlesen? 13,29 Er aber spricht: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts gleichzeitig mit ihm den Weizen ausreißt. 13,30 Laßt beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune! Mt 13,24-30;


Die Unterscheidung dieser beiden Abstammungslinien und die Trennung der Gottlosen von den Gerechten erfolgt dann beim Gericht, wenn die Kinder Gottes in das Reich Gottes, ins ewige Leben eingehen und die Kinder des Bösen, die Gottlosen, den zweiten (Wieder-) Tod erleiden müssen und der Verdammnis ausgeliefert werden.

Der Teil der Ungläubigen ist der feurige Pfuhl, der zweite Tod.

Off 21,8 Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod. Off 21, 8;


Die Aussage, dass hier die Ungläubigen den zweiten Tod erleiden müssen, setzt ja auch ihrerseits voraus, dass sie ein zweites Mal geboren wurden, sonst könnten sie nicht ein zweites Mal sterben.

Ähnlich formuliert es Paulus in 1Kor 15,50:

Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht ererben.

1Kor 15,50 Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit. 1Kor 15,50;


Auch er bezieht sich in erster Linie auf die Gläubigen. Jedoch ist ganz klar: Fleisch und Blut werden auch nicht die Verdammnis „ererben”. Und schließlich erkennen wir diesen Zusammenhang auch bei Johannes in der Offenbarung.

Off 20,5 Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung. Off 20, 5;


Er spricht hier von den Toten, die bei der ersten Auferstehung im Totenreich zurückbleiben, also Gläubige und Ungläubige. Und er sagt, dass diese alle, eben auch die Ungläubigen, nach den tausend Jahren „lebendig” werden.

Die Gottlosen müssen also auch durch die Auferstehung. Sie müssen neu geboren, lebendig werden, um gleich darauf verurteilt und auf ewig verdammt zu werden.

Und so ist auch Jh 3,3 zu verstehen: die Grundvoraussetzung, dass jemand in das Reich Gottes kommen kann, ist einmal, dass er bei der Auferstehung „von neuem geboren” wird, also einen Geistleib erhält. Die zweite und wesentlich entscheidendere Voraussetzung ist jedoch, dass er im Buch des Lebens geschrieben steht. Und hier erst greift die Unterscheidung zwischen Gläubigen und Gottlosen ein und nicht vorher.

Die Kinder des Reichs und die Kinder des Bösen.

Dies bestätigt auch der Umstand, dass Gerechte und Gottlose zur gleichen Zeit vor dem Herrn im Gericht stehen werden.

Er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet.

Mt 25,31 Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, 25,32 und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 25,33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Mt 25,31-33;

Der gute Same sind die Kinder des Reichs, das Unkraut sind die Kinder des Bösen.

Mt 13,36 Da ließ Jesus das Volk gehen und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. 13,37 Er antwortete und sprach zu ihnen: Der Menschensohn ist es, der den guten Samen sät.

13,38 Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen. 13,39 Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel. 13,40 Wie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird es auch am Ende der Welt gehen.

13,41 Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, 13,42 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. 13,43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, der höre! Mt 13,36-43;

Sammelt das Unkraut, um es zu verbrennen, den Weizen sammelt in meine Scheune.

Mt 13,24 Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 13,25 Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. 13,26 Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. 13,27 Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? 13,28 Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten?

13,29 Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet.

13,30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune. Mt 13,24-30;


Wie wir weiter oben das Wort Gottes als den guten Samen erkannt haben, erfahren wir hier, in Mt 13,24-30, dass auch der Böse seinen Samen ausstreut. Es ist nicht das mehr oder weniger verkümmerte oder erstickte Weizenkorn, von dem hier die Rede ist. Es ist eindeutig und ohne Zweifel Unkraut. Man erkennt es bereits, wenn es aufwächst. Doch der Herr sagt: „Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte”. Wir erkennen also auch hier, dass die Trennung der Gerechten von den Gottlosen erst nach der Auferstehung, bei der „Ernte”, nach ihrer aller Wiedergeburt ansetzt.

Dass auch die Ungläubigen einen unsterblichen Leib erhalten, ist auch die logische Konsequenz der bekannten Aussagen, dass die Gottlosen der ewigen Verdammnis anheimfallen. Hätten sie keinen Geistleib, wären sie nicht unsterblich, und könnten daher auch nicht ewig im Feuersee leiden, wie es aus dem folgenden Text in 2The 1,6-10 hervorgeht.

Die Gott nicht kennen, werden Strafe leiden, das ewigen Verderben.

2The 1,6 Denn es ist gerecht bei Gott, mit Bedrängnis zu vergelten denen, die euch bedrängen, 1,7 euch aber, die ihr Bedrängnis leidet, Ruhe zu geben mit uns, wenn der Herr Jesus sich offenbaren wird vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht 1,8 in Feuerflammen, Vergeltung zu üben an denen, die Gott nicht kennen und die nicht gehorsam sind dem Evangelium unseres Herrn Jesus. 1,9 Die werden Strafe erleiden, das ewige Verderben, vom Angesicht des Herrn her und von seiner herrlichen Macht, 1,10 wenn er kommen wird, dass er verherrlicht werde bei seinen Heiligen und wunderbar erscheine bei allen Gläubigen, an jenem Tage; denn was wir euch bezeugt haben, das habt ihr geglaubt. 2The 1, 6-10;


Ein weiteres Detail aus der Aussage in Jh 3,5 „Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen” ist die weniger bekannte, weil noch zu wenig angedachte „reziproke” Konsequenz, dass jene Menschen, welche nicht durch die erste Geburt, also die natürliche, fleischliche („aus Wasser”), gegangen sind, auch nicht in die Wiedergeburt und damit auch nicht in das Reich Gottes kommen können. Die Verantwortung der Befürworter der Abtreibung wird hier sehr deutlich!

Die Auffahrt in den Himmel.

Die detailliertesten Anhaltspunkte über Art und Eigenschaften des Auferstehungsleibes bekommen wir allerdings aus den Berichten von der Auferstehung des Herrn. Nicht zuletzt deshalb, weil dieses Ereignis - im Gegensatz zur ersten Auferstehung - bereits stattgefunden hat, und alle Aussagen von Zeitzeugen stammen.

Rühre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.

Jh 20,11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab 20,12 und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. 20,13 Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

20,14 Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. 20,15 Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. 20,16 Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!

20,17 Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. 20,18 Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt. Jh 20,11-18;

(Siehe auch Diskurs 87: „Das Turiner Grabtuch”.)

Warum hier gerade diese Schriftstelle aus dem Johannesevangelium angeführt ist, hat einen besonderen Grund. Es ist dies der Bericht der allerersten Begegnung eines Menschen – der Maria von Magdala - mit dem soeben auferstandenen Herrn. Und dieser Bericht ist auch genau zu unterscheiden von den anderen Berichten, in welchen der Herr später anderen Personen erschienen ist. Es ist zu erkennen, dass der Herr Jesus unmittelbar nach seiner Auferstehung darauf bedacht war, nicht mit Menschen in Körperkontakt zu kommen. Er sagte zu Maria: „Rühr mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater”. Es hat den Anschein, als ob der Auferstehungsleib des Herrn zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit seinen vollen Fähigkeiten ausgestattet gewesen wäre. Geht man nun davon aus, dass dieses Erfordernis, nach der Auferweckung sogleich in den Himmel aufzufahren, auch für andere Auferweckte Geltung hat, lässt sich hier ein Grund finden, warum die, beim Tod des Herrn auferweckten vielen Heiligen (Mt 27,50-54), bei der Bevölkerung Jerusalems keinen besonderen Eindruck hinterlassen haben. Sie waren ganz einfach zu kurz präsent. Sie konnten sich nur kurz zeigen und waren dann verschwunden. Und da dachten wohl die meisten derer, die sie gesehen hatten, sie seien einem Spuk aufgesessen.

Wir werden zugleich entrückt werden auf den Wolken dem Herrn entgegen.

1The 4,16 Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen.

4,17 Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. 1The 4,16-17;


Auch diese Prophezeiung des Paulus von der Entrückung in 1The 4,16-17 zeigt, dass sowohl die Auferweckten als auch die „überkleideten” Lebenden sofort zum Herrn in den Himmel entrückt werden.

Die Wandlungsfähigkeit des Geistleibes.

Im Gegensatz zu Jh 20,17, wo der Herr die Maria warnt „Rühre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater”, hatte er jedoch hier unten, in Lk 24,36-43, - nachdem er nach seiner Auferweckung in den Himmel, zum Vater aufgefahren war, und dann, in seiner Auferstehung, wieder auf die Erde zurückkehrte, um die Jünger zu treffen - keinerlei Bedenken, sich von den Jüngern berühren zu lassen. Im Gegenteil, er zeigte ihnen, dass sein Körper aus Fleisch und Knochen bestand und hat sogar Fisch gegessen und etwas getrunken, um die Befürchtung der Jünger, er sei ein Geist, auszuräumen.

Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen.

Lk 24,36 Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! 24,37 Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist. 24,38 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz?

24,39 Seht meine Hände und meine Füße, ich bin es selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. 24,40 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und Füße.

24,41 Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? 24,42 Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. 24,43 Und er nahm es und aß vor ihnen. Lk 24,36-43;

Reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite.

Jh 20,26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 20,27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Jh 20,26-27;


Diese obigen Zusammenhänge lassen auch den Schluss zu, dass der Auferstehungsleib des Herrn in seiner körperlichen Beschaffenheit eine gewisse Wandlungsfähigkeit besessen hat und sowohl unsichtbar als auch aus „Fleisch und Knochen” sein konnte. Aber auch die Veränderung der Gestalt dieses Geistleibes des Herrn ist uns in Mk 16,9-12 überliefert:

Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs.

Mk 16,9 Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria von Magdala, von der er sieben böse Geister ausgetrieben hatte. 16,10 Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren und Leid trugen und weinten. 16,11 Und als diese hörten, dass er lebe und sei ihr erschienen, glaubten sie es nicht. 16,12 Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie über Land gingen. Mk 16, 9-12;

Lk 24,15 Und es geschah, als sie so redeten und sich miteinander besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. 24,16 Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten. Lk 24,15-16;


Ob die Aufnahme von materieller Nahrung in diesem Seinszustand vonnöten ist, lässt sich schwer sagen. Wir wissen aber aus den Aussagen des Herrn, dass Essen und Trinken auch ein Bestandteil des Lebens der Wiedergeborenen im Millennium sein wird. Er prophezeit einmal, dass er in der Zeit von seiner Auferstehung bis zu seiner Wiederkunft „vom Gewächs des Weinstocks” nicht trinken wird. Dann aber, im Millennium, wird er gemeinsam mit den Jüngern wieder essen und trinken.

Vom Gewächs des Weinstocks werden ich von neuem trinken in meines Vaters Reich.

Mt 26,29 Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Mt 26,29;

Lk 22,17 Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt ihn und teilt ihn unter euch; 22,18 denn ich sage euch: Ich werde von nun an nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt. Lk 22,17-18;

Wir werden dem Herrn gleich sein.

Verfolgt man das Prinzip weiter, dass alle Phänomene, welche bei der Auferstehung des Herrn aufgetreten sind, nicht Einzelerscheinungen, sonder systemimmanente Abläufe eines Vorgangs in einer anderen Dimension sind, und daher für jedwede Auferstehung von Toten Gültigkeit besitzen, lassen sich noch weitere Schlussfolgerungen ziehen. Berücksichtigt man den Umstand, dass Paulus in Kapitel 15 seines ersten Briefes an die Korinther, wo er über die Auferstehung der Toten spricht, insgesamt 15 mal von „auferwecken” und nicht von „auferstehen” spricht (von Luther leider fälschlich immer wieder mit „auferstehen” übersetzt) und stellt man dies jenem Text aus Off 20,4-6 gegenüber, wo explizit von der Ersten „Auferstehung” gesprochen wird und davon, dass die Seelen dort „lebendig” wurden, lässt dies den Schluss zu, dass es sich bei dem einen um die „Auferweckung” von den Toten – wie beim Herrn in Jh 20,17 –, das andere Mal aber um die „Auferstehung” – wie bei Jesus nach seiner Wiederkehr vom Vater in Jh 20,27 – handelt. Demnach gliedert sich der bislang unter „Auferstehung” verstandene Vorgang in zwei Phasen:

1. Die Auferweckung der Toten aus dem Totenreich und ihre Entrückung in den Himmel.

2. Die Auferstehung der Seelen aus dem Himmel und ihr „Lebendigwerden” mit geistlich-physischen Körpern auf der Erde.


Auch der Bericht aus Jh 20,26-27 bzw. Lk 24,36-43, in dem sich der Herr, bei seiner Rückkehr zu den Jüngern, einerseits durch Materie hindurch bewegen konnte und andererseits aber einen durchaus physischen Körper (Fleisch und Knochen) vorweisen konnte, lässt den Schluss zu, dass auch alle auferstandenen Menschen, z.B. jene, die mit dem Herrn im Millennium herrschen werden (Off 20,6), einen solchen Körper haben werden, und damit sowohl im Himmel beim Vater, als auch auf Erden bei den Menschen des Tausendjährigen Reiches ihre Aufgaben wahrnehmen können.

Diesen hat Gott am dritten Tag auferweckt.

Apg 10,40 Diesen hat Gott am dritten Tag auferweckt und ihn sichtbar werden lassen, 10,41 nicht dem ganzen Volk, sondern den von Gott zuvor erwählten Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aus den Toten auferstanden war. Apg 10,40-41;


(Siehe auch Kapitel 12: „Die Auferstehung”.)

Wir sind Gottes Kinder, wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein.

1Jh 3,2 Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 1Jh 3, 2;

Wenn Christus sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm.

Kol 3,1 Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. 3,2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. 3,3 Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.

3,4 Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit. Kol 3, 1- 4;


Schließlich haben wir auch noch die Verheißung des Herrn, in Lk 22,28-30:

Dass ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich.

Lk 22,28 Ihr aber seid es, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen. 22,29 Und ich will euch das Reich zueignen, wie mir es mein Vater zugeeignet hat, 22,30 dass ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. Lk 22,28-30;


Hier verspricht der Herr den Jüngern, dass er ihnen das Reich zueignen wird. Das heißt, er spricht hier von der Berufung der Jünger nach ihrer Auferstehung. Und er sagt ihnen, dass sie dann mit ihm in seinem Friedensreich mitregieren werden, und dass sie aber auch an seinem Tisch sitzen und essen und trinken werden. Wir sehen, auch darin wird der zum Leben Auferstandene seinem Herrn gleichen, dass er nach seiner Auferstehung, im Tausendjährigen Reich, mit seinem Geistleib am Tisch seines Herrn essen und trinken wird. Doch auch hier lässt sich - ebenso wie bei Lk 24,42-43 für den Herrn - schwer sagen, ob diese Nahrungsaufnahme der Jünger am Tisch des Herrn eine Lebensnotwendigkeit ist oder ob es sich hierbei nur um einen Akt der Ehrerbietung handelt.


Wenn wir also zusammenfassen, können wir folgende Eigenschaften des Auferstehungsleibes erkennen:

-  Bei seiner Auferweckung von den Toten erhält der Mensch einen unsterblichen Geistleib.

-  Unmittelbar nach der Auferweckung darf kein Sterblicher den Geistleib berühren.

-  Der Auferweckte muss mit seinem Geistleib erst vor Gott in den Himmel kommen.

-  Dort erhält er sein Urteil und seinen Lohn.

-  Jene Auferweckten, welchen es bestimmt ist, werden sodann in einer zweiten Phase auferstehen.

-  Bei dieser Auferstehung werde sie „lebendig”.

-  Ihr Geistleib ist sodann für Sterbliche unsichtbar, kann aber materialisieren.

-  Der Auferstandene kann sich durch feste Materie bewegen.

-  Er ist Geist, kann aber auch körperlich, in „Fleisch und Knochen” auftreten.

-  Im körperlichen Zustand kann er essen und trinken und seine Gestalt verändern.

-  Er wird geschlechtslos sein und damit den Engeln gleich sein.



Die ewige Existenz jedes Menschen.

Jeder einzelne Mensch, der bei seiner körperlichen Geburt die Fruchtblase seiner Mutter lebend verlässt - der also "aus Wasser (Fruchtwasser, amniotische Flüssigkeit) geboren" ist (Jh 3,5) - erhält von Gott (Jh 4,24) einen menschlichen Geist (1Kor 2,11) mit ewiger Existenz (Mt 25,46). Im ersten, zeitlich-irdischen Teil seiner Existenz - in seinem Leben, hat der Mensch die Möglichkeit, sich völlig frei und ohne Zwang mit dem ihm von Gott gegebenen Geist zu entscheiden, ob er diesem Gott, dem Schöpfer allen Lebens, sein ganzes Vertrauen und seine ganze Liebe schenken will.

Nach dem Tod des Menschen wird sein Körper wieder zu Staub, aus dem er geschaffen wurde (1Mo 2,7), sein Geist jedoch fährt ins Totenreich (1Mo 2,7), sein Geist jedoch fährt ins Totenreich (Dan 12,2; 1Ptr 3,18-19; 1Kor 15,23-24), wo er die Zeit bis zu seiner Auferstehung in einem schlafähnlichen Zustand verbringt (1The 4,15-16).

Bei der Auferstehung (Röm 6,4-5), der "Wiedergeburt aus dem Geist" (1Ptr 3,18; Mt 19,28; Jh 3,7), erhält der Mensch wieder einen Körper (1Kor 15,43-44; Mt 22,30; Jh 3,8; Röm 8,10-11), ähnlich wie jener des Sohnes Gottes nach dessen Auferstehung (Jh 20,26-27).

Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib.

1Kor 15,42 So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 15,43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. 15,44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. 15,45 Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einer lebendigen Seele« (1. Mose 2,7), und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. 1Kor 15,42-45;

Mit diesem Körper steht der Mensch dann beim Weltgericht vor dem Sohn Gottes, der im Auftrag Gottes (Jh 5,22.26-27) jeden Menschen nach dessen irdischen Taten und nach seiner Entscheidung in seinem Leben für oder gegen Gott, richten wird (Röm 2,16).

Jeder, der sich in seinem Leben für Gott und zum Glauben an seinen Sohn Jesus Christus entschieden hat (Jh 17,3), hat die Möglichkeit, vor diesem Gericht den sühnenden Tod des Sohnes Gottes stellvertretend für die Sünden aller Menschen auch für die Tilgung seiner eigenen Sünden - die Vergehen gegen die Gebote Gottes - in Anspruch zu nehmen (Jh 3,16) und wird daher begnadigt (Jh 5,24). Jenen Menschen, die diesen Glauben nicht angenommen haben, können ihre Sünden nicht vergeben werden und sie werden daher verurteilt (Jh 3,36).

Nach dem Weltgericht werden diese verurteilten Menschen ihre ewige Existenz in der Finsternis (Mt 22,13) der Verdammnis des ewigen Feuers (Mt 18,8) verbringen, mit Heulen und Zähneknirschen (Mt 13,49-50) darüber, weil sie es zu Lebzeiten abgelehnt haben zum Glauben zu kommen und der nunmehrigen Erkenntnis, dass sie dies nun nie mehr nachholen können und ihr Zustand nie mehr geändert werden kann.

Die Begnadigten hingegen werden ihr ewiges Leben (Mt 25,46) im Licht Gottes auf einer neue Erde (Off 20,11) und unter einem neuen Himmel, die Gott geschaffen hat (Off 21,1-3.5), verbringen.

Unter diesem Aspekt hat schon der bekannte Evangelist und Prediger Wilhelm Busch seinen Zuhörern gesagt: „Sie brauchen die Botschaft, die ich Ihnen sage, nicht anzunehmen. Sie können’s lassen, sich zu Jesus zu bekehren. Aber machen Sie sich klar, dass Sie damit die Hölle wählen! Sie haben die völlige Freiheit!” (Diskurs 55)

(Siehe auch Diskurs 22; „Gibt es die Unsterblichkeit der Seele?”)