Kapitel 01 - Die siebzigste Jahrwoche.




Die siebzig Jahrwochen und die letzte Jahrwoche.

Der Anfang der Wehen.

Die zwei Zeugen.

Die Bedrängnis der Jesusgläubigen.

Die Große Trübsal.

Der Antichrist.

Der Antichrist tötet die zwei Zeugen in Jerusalem.

Die Eroberung und Zerstreuung Jerusalems.

Die Herrschaft des Antichrists.

Das fünfte Siegel.

Die große Finsternis.

Das siebente Siegel.

Der Tag des Herrn.

Der Tag des Zornes Gottes.

Die siebzigste Jahrwoche – Übersicht.


Die zeitliche Einordnung.

Mit dem Eintritt in die Siebzigste Jahrwoche nehmen die Ereignisse der Endzeit ihren Anfang. Diese letzte der von Daniel geschauten siebzig Jahrwochen erstreckt sich über zwei Perioden der Endzeit. In der ersten Hälfte dieser sieben Jahre kommt die „Große Trübsal” mit ihren Katastrophen über die ganze Erde und auch die beiden Zeugen Gottes werden während dieser dreieinhalb Jahre in Jerusalem weissagen. In der Mitte der sieben Jahre wird der Antichrist mit seinen Heeren Jerusalem erobern, die zwei Zeugen töten und das Volk zerstreuen.

Die daran anschließende große Finsternis ist das letzte Ereignis der „Großen Trübsal” und kündigt bereits die nächste Periode, den „Tag des Herrn” an, welche die Wiederkunft des Herrn, die Entrückung der Toten in Christus gemeinsam mit den lebenden Gläubigen, die Vernichtung des Antichrists und – als letztes Ereignis dieser Periode – die Umgestaltung von Himmel und Erde beinhalten wird.


Nachträglicher Hinweis:

Diese alte Interpretation aus dem Jahre 1995 basiert noch auf der bis heute von fast allen Exegeten vertretenen konventionellen Auslegung, dass die siebzigste Jahrwoche ein zeitlich zusammenhängendes Ereignis ist und es nur einen einzigen Antichristen gibt. Diese Annahmen basieren im Grunde einerseits auf der Prophezeiung in Dan 9,27, wonach in der Hälfte der siebzigsten Jahrwoche der Verwüster kommt und andererseits auf der Aussage des Paulus in 1Kor 15,52, wonach die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung bei der letzten Posaune erfolgen wird, was dann auf die letzte, die siebte Posaune der Posaunengerichte bezogen wird (Off 10,7).

Neuere Studien haben jedoch zur Erkenntnis geführt, dass es zwischen Mt 24 und Off 6 und 7 eine Parallelität der Ereignisse gibt, welche Wiederkunft und Entrückung zwangsläufig nach Off 6,12-17 (6. Siegel) verlagern  und daher die siebzigste Jahrwoche dort unterbrechen.

(Siehe auch Diskurs 05: „Die Parallelität der Ereignisse von Mt 24 und Off 6 und 7”)


In diesem Zusammenhang wurde u.a. auch aufgrund von 2The 2,1-4 und Off 13,1-11 erkannt, dass es nicht nur ein Antichrist sein kann, der die Endzeit beherrschen wird, sondern zwei Antichristen: ein menschlicher Gewaltherrscher (Reiter auf dem weißen Pferd, Off 6,1-2) in der Großen Trübsal (Off 6,1-8; Mt 24,1-25) und ein dämonisches Geistwesen (Tier aus dem Meer, Off 13) am Tag des Zornes Gottes.

(Siehe auch Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist”)


Nachdem sich durch diese geänderte Sichtweise jedoch im Prinzip nur Verschiebungen in der zeitlichen Abfolge der Ereignisse ergeben und die Inhalte bis auf wenige Ausnahmen im Wesentlichen gleich bleiben, haben die Dokumente der alten Interpretation - unter Berücksichtigung dieser Hinweise hier - durchaus ihre Berechtigung und werden so beibehalten. Eine Zusammenfassung der Änderungen findet sich im Diskurs 48.

(Siehe Diskurs 48: „Eine alternative Sicht im Ablauf der Endzeitereignisse”)




Die siebzig Jahrwochen und die letzte Jahrwoche.

Die Vision des Daniel.

Daniel hatte im Buch des Propheten Jeremia von den siebzig Jahren gelesen, welche über Jerusalem bestimmt sind, dass es wüst und zerstört liegen sollte, und das Land und seine Bewohner mit den Völkern ringsum dem König von Babel dienen sollten (Jer 25,11-12). Erst wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, wird der Herr sein Volk wieder nach Israel zurück bringen (Jer 29,10).

Dieses ganze Land soll wüst und zerstört liegen siebzig Jahre lang.

Jer 25,8 Darum spricht der HERR Zebaoth: Weil ihr denn meine Worte nicht hören wollt, 25,9 siehe, so will ich ausschicken und kommen lassen alle Völker des Nordens, spricht der HERR, auch meinen Knecht Nebukadnezar, den König von Babel, und will sie bringen über dies Land und über seine Bewohner und über alle diese Völker ringsum und will an ihnen den Bann vollstrecken und sie zum Bild des Entsetzens und zum Spott und zur ewigen Wüste machen 25,10 und will wegnehmen allen fröhlichen Gesang, die Stimme des Bräutigams und der Braut, das Geräusch der Mühle und das Licht der Lampe, 25,11 so dass dies ganze Land wüst und zerstört liegen soll. Und diese Völker sollen dem König von Babel dienen siebzig Jahre.

25,12 Wenn aber die siebzig Jahre um sind, will ich heimsuchen den König von Babel und jenes Volk, spricht der HERR, um ihrer Missetat willen, dazu das Land der Chaldäer und will es zur ewigen Wüste machen. Jer 25, 8-12;

Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, will ich euch wieder an diesen Ort bringen.

Jer 29,10 Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe. Jer 29,10;


Da Daniel einerseits um sein Volk sehr besorgt war, andererseits aber diese Prophezeiung nicht verstand, betete er zu Gott, damit er ihm Verständnis gebe für diese geheimnisvollen Worte. Und tatsächlich, nachdem Daniel zwei Wochen gefastet hatte und keine wohlschmeckende Speise zu sich genommen hatte, sandte Gott den Erzengel Gabriel, der Daniel diese Weissagung erklären sollte.

Daniel achtete darauf, dass Jerusalem siebzig Jahre wüst liegen sollte.

Dan 9,1 Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes des Ahasveros, aus dem Stamm der Meder, der über das Reich der Chaldäer König wurde, 9,2 in diesem ersten Jahr seiner Herrschaft achtete ich, Daniel, in den Büchern auf die Zahl der Jahre, von denen der HERR geredet hatte zum Propheten Jeremia, dass nämlich Jerusalem siebzig Jahre wüst liegen sollte.

9,3 Und ich kehrte mich zu Gott, dem Herrn, um zu beten und zu flehen unter Fasten und in Sack und Asche. Dan 9, 1- 3;

Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über deine heilige Stadt.

Dan 9,22 Und er unterwies mich und redete mit mir und sprach: Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dir zum rechten Verständnis zu verhelfen. 9,23 Denn als du anfingst zu beten, erging ein Wort, und ich komme, um es dir kundzutun; denn du bist von Gott geliebt. So merke nun auf das Wort, damit du das Gesicht verstehst.

9,24 Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über deine heilige Stadt; dann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die Sünde abgetan und die Schuld gesühnt, und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erfüllt und das Allerheiligste gesalbt werden.

9,25 So wisse nun und gib acht: Von der Zeit an, als das Wort erging, Jerusalem werde wiederaufgebaut werden, bis ein Gesalbter, ein Fürst, kommt, sind es sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen lang wird es wieder aufgebaut sein mit Plätzen und Gräben, wiewohl in kummervoller Zeit.

9,26 Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden und nicht mehr sein. Und das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum zerstören, aber dann kommt das Ende durch eine Flut, und bis zum Ende wird es Krieg geben und Verwüstung, die längst beschlossen ist. 9,27 Er wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen. Und im Heiligtum wird stehen der Gräuel der Verwüstung, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird. Dan 9,22-27;

Der historische Hintergrund.

Der Prophet Daniel hatte zwischen 605 und 562 v. Chr. gelebt und gewirkt. 597 v. Chr. wurde Jerusalem durch König Nebukadnezar von Babylonien eingenommen und die erste Wegführung des Volkes Israel nach Babel angeordnet. Unter seinem König Zedekia wird Israel nun Nebukadnezar tributpflichtig. Zehn Jahre später, im Jahre 587 v. Chr., fällt jedoch Zedekia von Babel ab. Die Folge ist eine zweite Belagerung Jerusalems durch die Babylonier. Die Stadt wird zum zweiten Mal eingenommen. Bei diesem Ereignis wird auch der Tempel zerstört und es findet die zweite Deportation statt.

Im Jahre 539 v. Chr. besiegt der Perserkönig Kores (Cyrus) die Babylonier und nimmt Babel ein. Er gestattet dann den Juden 538 v. Chr. die Rückkehr aus Babel nach Israel und 537 v. Chr. – 60 Jahre nach der ersten Wegführung – kehrten die ersten Juden wieder nach Jerusalem zurück. Zwischen 520 und 516 v. Chr. wurde der zweite Tempel in Jerusalem gebaut, der dann 515 auch eingeweiht wurde. Soweit die geschichtlichen Fakten.

(Siehe auch die Tabelle 03: „Die historischen Weltreiche und ihre Auswirkungen...”.)

Die Auslegung der siebzig Wochen.

Zur Auslegung muss man anmerken, dass mit den „siebzig Wochen” in Dan 9,24, siebzig „Jahrwochen”, also Einheiten von sieben Jahren, gemeint sind. Wörtlich heißt es dort siebzig „Siebenheiten”, doch bezeichnete dieses Wort – mit identen Konsonanten – normalerweise die Woche. Wir finden eine derartige Anordnung auch an anderen Stellen der Schrift. So z. B. in 3Mo 25,8: „du sollst zählen sieben Sabbatjahre, siebenmal sieben Jahre...”. Der Sinn dieses Begriffes in Dan 9,24 ist daher eindeutig die „Jahrwoche”.

Es gibt nun verschiedene Berechnungsmethoden, diese 490 Jahre „unterzubringen”. Ein recht einleuchtender Versuch wurde von Gerhard Maier in seinem Buch „Der Prophet Daniel” (Wuppertaler Studienbibel, s 345 ff) unternommen. Aber wie immer auch die Zuordnung der 70 Jahrwochen vorgenommen wird, eines muss auf jeden Fall – entgegen manchen andersartigen Auslegungen – klargestellt werden: Die Verheißungen von Dan 9,24 beziehen sich ganz eindeutig auf die Zeit    n a c h   den 70 Jahrwochen!

Dann wird dem Frevel ein Ende gemacht, die Sünde abgetan und die Schuld gesühnt.

Dan 9,24 Siebzig Wochen sind verhängt über dein Volk und über deine heilige Stadt; dann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die Sünde abgetan und die Schuld gesühnt, und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erfüllt und das Allerheiligste gesalbt werden. Dan 9,24;


Nach der Ankündigung, dass diese siebzig Wochen über das Volk Israel bestimmt (revidierter Luthertext etwas missverständlich „verhängt”) sind, kommt ein „dann”. Also erst dann, wenn diese siebzig Jahrwochen zu Ende sind, werden die nun im Text folgenden Ereignisse eintreten. Und dies sind:

-  Dem Frevel wird ein Ende gemacht.

-  Die Sünde wird abgetan.

-  Die Schuld wird gesühnt.

-  Es wird ewige Gerechtigkeit gebracht.

-  Gesicht und Weissagung werden erfüllt.

-  Das Allerheiligste wird gesalbt werden.


Wie es nun heute aussieht, kann von einem Ende des Frevels keine Rede sein, nicht in Israel und nicht in der Welt. Die Sünde ist noch nicht so abgetan, dass sie keine Wirkung hätte. Die Sünde ist als solche in der Welt noch gar nicht erkannt, dadurch können die Menschen auch nicht ihre Schuld sühnen; ewige Gerechtigkeit gibt es schon gar nicht, nicht einmal zeitliche. Gesicht und Weissagung wurden bisher nur teilweise erfüllt, und das Allerheiligste – also der Tempel in Jerusalem - kann aus all diesen Gründen auch nicht gesalbt werden. Auch deshalb nicht, weil es heute noch immer keinen Tempel in Jerusalem gibt.

Obwohl wir daher zugeben müssen, dass alle diese Aussagen in unserer heutigen Zeit keinesfalls erfüllt sein können, erkennen wir doch, dass für die Gläubigen zumindest ein Teil der Ankündigungen eine Vorerfüllung in der Erlösungstat unseres Herrn Jesus Christus am Kreuz erfahren hat. Durch die Annahme seines Opfers für unsere Sünden, wird unsere Schuld gesühnt und unsere Sünde abgetan. Damit wird auch – unter gläubigen Christen – dem Frevel ein Ende gesetzt und unsere heutige Entscheidung für Jesus bringt uns ewige Gerechtigkeit, wenn der Herr wiederkommt.

Doch wir müssen uns bewusst sein, dass die Aussagen von Dan 9,24 wesentlich umfassender sind. Es geht hier nicht nur um Schuld, Sünde und Frevel der Gläubigen. Es geht um die Schuld der gesamten Menschheit. Und wenn es weiter heißt, dass „Gesicht und Weissagung erfüllt” sein werden, so meint das auch und insbesondere die Erfüllung einer der Kernaussagen des AT und des NT: die Wiederkunft des Herrn und die Aufrichtung des Reiches Gottes auf Erden – also das Millennium.

Die Erfüllung all dieser Prophezeiungen sind aber erst für die Endzeit verheißen. Bei der siebenten Posaune, wenn die Reiche der Welt Gottes und des Lammes sein werden, dann – und erst dann - ist das Geheimnis Gottes vollendet, wie uns Off 10,5-7 sagt.

Dann ist vollendet das Geheimnis Gottes, wie er es verkündigt hat den Propheten.

Off 10,5 Und der Engel, den ich stehen sah auf dem Meer und auf der Erde, hob seine rechte Hand auf zum Himmel 10,6 und schwor bei dem, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, und die Erde und was darin ist, und das Meer und was darin ist: Es soll hinfort keine Zeit (Wartezeit!) mehr sein, 10,7 sondern in den Tagen, wenn der siebente Engel seine Stimme erheben und seine Posaune blasen wird, dann ist vollendet das Geheimnis Gottes, wie er es verkündigt hat seinen Knechten, den Propheten. Off 10, 5- 7;


Und dann wird auch die letzte Aussage in Dan 9,24: „und das Allerheiligste wird gesalbt werden” mit den Weissagungen für diese letzte, gnadenvolle Zeit auf dieser Erde übereinstimmen.

Auf der Höhe des Berges soll sein ganzes Gebiet ringsum hochheilig sein.

Hes 43,9 Nun aber sollen sie ihren Götzendienst und die Leichen ihrer Könige weit von mir wegtun, und ich will für immer unter ihnen wohnen. 43,10 Und du, Menschenkind, beschreibe dem Haus Israel den Tempel, sein Aussehen und seinen Plan, damit sie sich schämen ihrer Missetaten. 43,11 Und wenn sie sich all dessen schämen, was sie getan haben, so zeige ihnen Plan und Gestalt des Tempels und seine Ausgänge und Eingänge und seinen ganzen Plan und alle seine Ordnungen und alle seine Gesetze. Schreibe sie vor ihren Augen auf, damit sie auf seinen ganzen Plan und alle seine Ordnungen Acht haben und danach tun. 43,12 Das soll aber das Gesetz des Tempels sein: auf der Höhe des Berges soll sein ganzes Gebiet ringsum hochheilig sein. Siehe, das ist das Gesetz des Tempels. Hes 43, 9-12;

Die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der aufgeht.

Jes 60,1 Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! 60,2 Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR und seine Herrlichkeit erscheint über dir. 60,3 Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht. Jes 60, 1- 3;

Die siebzigste Jahrwoche.

Wie wir oben gesehen haben, bezieht sich Dan 9,24 auf die Zeit nach den siebzig Jahrwochen. Aufgrund der konkreten Weissagungen für diese Zeit, wie „ewige Gerechtigkeit wird gebracht, Gesicht und Weissagung werden erfüllt, das Allerheiligste wird gesalbt werden”, konnten wir erkennen, dass es sich hier um den Beginn des Millenniums handelt.

Nun haben wir in Dan 9,27 einen Hinweis auf die Zeit davor, auf die letzte der siebzig Jahrwochen.

Er wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang.

Dan 9,27 Er wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen. Und im Heiligtum wird stehen ein Greuelbild, das Verwüstung anrichtet, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird. Dan 9,27;


Manche Ausleger wollen nun diese siebzigste Jahrwoche auch (oder nur) auf die Zeit Jesu beziehen. Sie übersetzen daher das hebräische Wort für „schwer” mit „stark” – eine durchaus mögliche Interpretation – und lesen: „Er wird aber vielen den Bund stärken eine Woche lang”. Nachdem der Herr sein öffentliches Auftreten etwa drei Jahre vor seinem Tod begonnen hat, und mit seinem Opfer am Kreuz für unsere Sünden kein weiteres Sündopfer (Hbr 10,18) mehr nötig ist, sehen sie den zweiten Satz im Vers Dan 9,27 erfüllt: „Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen”. Den „Gräuel der Verwüstung im Heiligtum” schließlich, im dritten Satz dieses Verses, sehen sie im Jahr 70 n. Chr., bei der Eroberung Jerusalems durch die römischen Truppen unter Titus, erfüllt.

Wiewohl diese Auslegung auf den ersten Blick recht ansprechend ist, bringt sie bei genauer Betrachtung doch einige Schwierigkeiten mit dem Text:

„Er wird aber vielen den Bund stärken eine Woche lang”.
Es kann nicht erklärt werden, wieso der Bund eine Jahrwoche – also sieben Jahre – „gestärkt” worden sein soll. Zu Lebzeiten des Herrn wären da nur etwa drei Jahre – die Zeit seines öffentlichen Wirkens – und keine sieben Jahre gewesen, in welchen er der Bund den vielen hätte stärken können. Wenn man das „stärken” als das Wirken des Heiligen Geistes nach Jesu Tod interpretiert, wären es aber nunmehr fast schon zweitausend Jahre.

„Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen”.
Hier meint man, dass durch den Neuen Bund Schlachtopfer und Speisopfer nicht mehr nötig sind. Man bezieht sich hier auf den Hebräerbrief, der sagt:

Indem er sagt: »einen neuen Bund«, erklärt er den ersten für veraltet.

Hbr 8,13 Indem er sagt: »einen neuen Bund«, erklärt er den ersten für veraltet. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist seinem Ende nahe. Hbr 8,13;

Und in Hebräer, Kapitel 10 wird es dann noch konkreter:

Denn mit einem Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden.

Hbr 10,11 Und jeder Priester steht Tag für Tag da und versieht seinen Dienst und bringt oftmals die gleichen Opfer dar, die doch niemals die Sünden wegnehmen können. 10,12 Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden dargebracht, und sitzt nun für immer zur Rechten Gottes 10,13 und wartet hinfort, bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße gemacht werden. 10,14 Denn mit einem Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden. Hbr 10,11-14;


Wenn man nun die Opfergebote der Israeliten betrachtet (3. Mose Kapitel 1-7), erkennen wir folgende fünf Opferhandlungen:

Die Schlachtopfer:

-  Brandopfer: Rind, Schaf oder Ziege – im Feuer aufgehen lassen – zum lieblichen Geruch für den Herrn.

-  Dankopfer: Rind – im Feuer aufgehen lassen – als lieblichen Geruch für den Herrn.

-  Sündopfer: Stier – in Rauch aufgehen lassen – zur Sühne.

-  Schuldopfer: Widder – im Feuer aufgehen lassen – zur Sühne (für die ganze Gemeinde).


Das Speisopfer:

-  Speisopfer: Mehl, Öl, Salz – im Feuer aufgehen lassen – zum lieblichen Geruch für den Herrn.

Von diesen fünf Opfern ist nur eines explizit für die „Sünden”, ein zweites für „Schuld”. Die anderen aber sind zum Dank und zur Ehre Gottes bestimmt. Und wenn Hbr 10,12 davon spricht, dass der Herr Jesus „ein Opfer für die Sünden dargebracht” hat, so betrifft das eindeutig und ausschließlich das „Sündopfer” – bestenfalls noch das „Schuldopfer” – welches danach nicht mehr darzubringen ist, keinesfalls aber sind damit die anderen Schlachtopfer (Brandopfer, Dankopfer) und schon gar nicht das Speisopfer „abgeschafft”.

Das bestätigt auch der Umstand, dass später, im Millennium, im neu erbauten Tempel, sehr wohl wieder Opfer – eben Dankopfer – dargebracht werden.

Dem HERRN wird wohlgefallen das Opfer Judas und Jerusalems wie vormals.

Mal 3,2 Wer wird aber den Tag seines Kommens ertragen können, und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer eines Schmelzers und wie die Lauge der Wäscher. 3,3 Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen, er wird die Söhne Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber. Dann werden sie dem HERRN Opfer bringen in Gerechtigkeit, 3,4 und es wird dem HERRN wohlgefallen das Opfer Judas und Jerusalems wie vormals und vor langen Jahren. Mal 3, 2- 4;

Sie werden Dankopfer bringen zum Hause des HERRN.

Jer 33,10 So spricht der HERR: An diesem Ort, von dem ihr sagt: »Er ist wüst, ohne Menschen und Vieh«, in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems, die so verwüstet sind, dass niemand mehr darin ist, weder Menschen noch Vieh, 33,11 wird man dennoch wieder hören den Jubel der Freude und Wonne, die Stimme des Bräutigams und der Braut und die Stimme derer, die da sagen: »Danket dem HERRN Zebaoth; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich«, wenn sie Dankopfer bringen zum Hause des HERRN. Denn ich will das Geschick des Landes wenden, dass es werde, wie es im Anfang war, spricht der HERR. Jer 33,10-11;

Sie lassen Brandopfer und Speisopfer in Rauch aufgehen und schlachten Opfer.

Jer 33,16 Zu derselben Zeit soll Juda geholfen werden und Jerusalem sicher wohnen, und man wird es nennen »Der HERR unsere Gerechtigkeit«. 33,17 Denn so spricht der HERR: Es soll David niemals fehlen an einem, der auf dem Thron des Hauses Israel sitzt. 33,18 Und den levitischen Priestern soll es niemals fehlen an einem, der täglich vor meinem Angesicht Brandopfer darbringt und Speisopfer in Rauch aufgehen lässt und Opfer schlachtet. Jer 33,16-18;

Ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen mir wohlgefällig sein.

Jes 56,6 Und die Fremden, die sich dem HERRN zugewandt haben, ihm zu dienen und seinen Namen zu lieben, damit sie seine Knechte seien, alle, die den Sabbat halten, dass sie ihn nicht entheiligen, und die an meinem Bund festhalten, 56,7 die will ich zu meinem heiligen Berge bringen und will sie erfreuen in meinem Bethaus , und ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen mir wohlgefällig sein auf meinem Altar; denn mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker. 56,8 Gott der HERR, der die Versprengten Israels sammelt, spricht: Ich will noch mehr zu der Zahl derer, die versammelt sind, sammeln. Jes 56, 6- 8;


Wir müssen also davon ausgehen, dass die Aussage: „Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen”   n i c h t   das Opfer des Herrn Jesus meint, durch welches richtigerweise weitere Sündopfer obsolet geworden sind, sondern es muss sich hier tatsächlich um die Abschaffung sämtlicher Opferhandlungen im Tempel handeln.

„Und im Heiligtum wird stehen der Gräuel der Verwüstung, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird”.
Auch die letzte Aussage dieses Verses ergibt im Zusammenhang mit der Zeit Jesu wenig Sinn. Auch hier versucht man eine Deutung auf die Zeit des Titus’, 70 n. Chr., wo Stadt und Tempel von den Römern zerstört wurden. Doch das würde ja bedeuten, dass hier der eine Teil dieser siebzigsten Jahrwoche das öffentliche Auftreten des Herrn gewesen wäre, während ein zweiter Teil erst etwa 37 Jahre später eine Fortsetzung fand.

Auch findet die Verheißung; „bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird” keine entsprechende Erklärung in der damaligen Zeit. Bestenfalls könnte man den Untergang des Römischen Reiches einige Jahrhunderte später dafür heranziehen. Wie man also sieht, passen alle diese Dinge nicht so zueinander, wie es zu erwarten wäre.

Wir müssen daher an den Beginn von Vers 27 zurückkehren und uns fragen, wer mit dem „Er” am Beginn dieses Verses - „Er wird aber vielen den Bund schwer machen” - eigentlich gemeint ist. Es ist dies natürlich ein rückbezügliches Pronomen und wir müssen daher in den vorangegangenen Aussagen das dazugehörige, zuletzt genannte Subjekt suchen

Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden.

Dan 9,26 Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden und nicht mehr sein. Und das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum zerstören, aber dann kommt das Ende durch eine Flut, und bis zum Ende wird es Krieg geben und Verwüstung, die längst beschlossen ist. 9,27 Er wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen. Und im Heiligtum wird stehen der Gräuel der Verwüstung, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird. Dan 9,26-27;


Wenn wir – wie viele andere Ausleger auch – davon ausgehen, dass mit dem „Gesalbten”, der ausgerottet wird, der Herr Jesus und sein Tod am Kreuz gemeint ist, erkennen wir hier, dass die Zeit des öffentlichen Wirkens des Herrn gar kein integrierter Bestandteil der siebzig Jahrwochen ist. In Vers Dan 9,26 heißt es ja ausdrücklich: „Und nach den zweiundsechzig Wochen” – mit den 7 Wochen aus Vers 25 also insgesamt nach der 69. Woche – während Vers 27 bereits die Zeit danach, nämlich die siebzigste Jahrwoche, zum Inhalt hat. Wirken und Tod des Herrn Jesus fällt somit zwischen die neunundsechzigste und die siebzigste Jahrwoche.

Und nun meinen die Vertreter der christusbezogenen Auslegung dieses Textes, in Dan 9,26 Gott als das „Subjekt des Handelns” zu erkennen. Sie setzen – richtigerweise – den „Gesalbten”, der ausgerottet wird, mit Christus gleich, meinen aber dann, das „Er” in Vers 27 bezöge sich ebenfalls auf Christus. Dies ist jedoch eindeutig falsch. Denn das letztgenannte Subjekt vor Vers 26 ist ohne Zweifel der „Fürst”, dessen Volk kommen wird, um Stadt und Heiligtum zu zerstören.

Dies ist besonders deutlich in der, dem Urtext sehr nahen Übersetzung von Martin Buber zu erkennen, wo es heißt:

Und die Stadt und das Heiligtum verderbt das Volk eines kommenden Herzogs. Dan 9,26-27;


Und die Stadt und das Heiligtum verderbt das Volk eines kommenden Herzogs,
aber sein Ende ist in einer Überflutung,
und bis zum Ende Krieg, beschlossen ist es, Starrnisse,
und überlegen ist er den vielen im Bund, eine Woche lang, und um die Hälfte der Woche
verabschiedet er Schlachtopfer und Hinleitspende.



Mit diesem „Fürst” – oder „Herzog”, wie ihn Buber nennt – in Dan 9,26 ist daher nicht der Herr Jesus gemeint, sondern Titus. Allerdings waren die Ereignisse im Jahre 70 nur eine Vorerfüllung, wie z. B. die Zeit des Antiochus eine Vorerfüllung auf den Antichrist war. Die Prophezeiung auf die Enderfüllung finden wir dann u. a. zwei Kapitel später, in Dan 11,31 und 12,1, wo der Engel Gabriel dem Daniel aus dem Buch der Wahrheit die Endzeit enthüllt.

Er wird das tägliche Opfer abschaffen und den Gräuel der Verwüstung aufstellen.

Dan 11,31 Und seine Heere werden kommen und Heiligtum und Burg entweihen und das tägliche Opfer abschaffen und das Greuelbild der Verwüstung aufstellen. 11,32 Und er wird mit Ränken alle zum Abfall bringen, die den Bund übertreten. Aber die vom Volk, die ihren Gott kennen, werden sich ermannen und danach handeln.

11,33 Und die Verständigen im Volk werden vielen zur Einsicht verhelfen; darüber werden sie verfolgt werden mit Schwert, Feuer, Gefängnis und Raub eine Zeitlang. 11,34 Während sie verfolgt werden, wird ihnen eine kleine Hilfe zuteil werden; aber viele werden sich nicht aufrichtig zu ihnen halten. 11,35 Und einige von den Verständigen werden fallen, damit viele bewährt, rein und lauter werden für die Zeit des Endes; denn es geht ja um eine befristete Zeit.

11,36 Und der König wird tun, was er will, und wird sich überheben und grosstun gegen alles, was Gott ist. Und gegen den Gott aller Götter wird er Ungeheuerliches reden, und es wird ihm gelingen, bis sich der Zorn ausgewirkt hat; denn es muss geschehen, was beschlossen ist. Dan 11,31-36;


Und dieser Fürst der Endzeit, der „König des Nordens”, ist es auch, auf welchen sich das „Er” am Beginn von Dan 9,27 bezieht.

Hier bekommen wir übrigens auch die Bestätigung dafür, dass der Text in Dan 9,27 sehr wohl davon spricht, dass vielen der Bund „schwer” gemacht und nicht „gestärkt” wird.

Er wird mit Ränken alle zum Abfall bringen, die den Bund übertreten.

Dan 11,32 Und er wird mit Ränken alle zum Abfall bringen, die den Bund übertreten. Aber die vom Volk, die ihren Gott kennen, werden sich ermannen und danach handeln. Dan 11,32;


In Dan 11,32 ist ja von derselben Person die Rede wie in Dan 9,27, und wir erkennen, wieso „er” in Dan 9,27 vielen den Bund „schwer” machen wird: Er wird alle jene, welche nicht fest im Bund mit ihrem Gott stehen und diesen also übertreten, mit Ränken (Elberfelder: „glatten Worten”) zum Abfall vom Bund bringen.

Am Ende dieser Vision aus dem Buch der Wahrheit bestätigt nun der Engel Gabriel dem Daniel noch einmal die Abscheulichkeiten, welche dieser Herrscher aus dem Norden im Tempel zu Jerusalem begehen wird.

Das tägliche Opfer wird abgeschafft und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt.

Dan 12,10 Viele werden gereinigt, geläutert und geprüft werden, aber die Gottlosen werden gottlos handeln; alle Gottlosen werden es nicht verstehen, aber die Verständigen werden es verstehen. 12,11 Und von der Zeit an, da das tägliche Opfer abgeschafft und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind tausendzweihundertneunzig Tage. Dan 12,10-11;


Auch in Dan 7,25 wird auf diesen König Bezug genommen, und auch hier heißt es, dass er sich unterstehen wird, Festzeiten und Gesetz – nämlich Gottesdienst und Opfergesetz der Juden – zu ändern.

Er wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern.

Dan 7,25 Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seine Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Dan 7,25;


Wir erkennen überdies sowohl in Dan 11,36: „...er wird sich überheben und grosstun gegen alles was Gott ist ...”, als auch in Dan 7,25: „Er wird den Höchsten lästern ...”, die Identität zur Beschreibung des Antichrists in Off 13,6: „Und er tat sein Maul auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und sein Haus und die im Himmel wohnen”.

Wenn wir nun den obigen Text aus Dan 7,25 dem Text in Dan 9,27 gegenüberstellen:

Er wird Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen.

Dan 9,27 Er wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen. Und im Heiligtum wird stehen ein Greuelbild, das Verwüstung anrichtet, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird. Dan 9,27;

ist leicht zu erkennen, dass der, welcher das tägliche Opfer abschafft, und jener, welcher den Gräuel der Verwüstung im Heiligtum aufstellen lässt, ein und dieselbe Person sind. Es ist der, welcher „vielen den Bund (mit Gott) schwer machen wird” (Dan 9,27), und „mit Ränken alle zum Abfall bringt, die den Bund übertreten” (Dan 11,32). Es ist der Antichrist und er wird sein Bild im Tempel von den Menschen anbeten lassen. Doch er hat von diesem Zeitpunkt an nur noch dreieinhalb Jahre zu herrschen. Dies sagt uns auch die Offenbarung.

Alle, die das Bild des Tieres nicht anbeten, werden getötet.

Off 13,15 Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden und machen könne, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, getötet würden. 13,16 Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, 13,17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Off 13,15-17;

Und ihm wurde Macht gegeben, es zu tun zweiundvierzig Monate lang.

Off 13,5 Und es wurde ihm ein Maul gegeben, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ihm wurde Macht gegeben, es zu tun zweiundvierzig Monate lang. 13,6 Und es tat sein Maul auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und sein Haus und die im Himmel wohnen. Off 13, 5- 6;


Und die Aufstellung des Gräuels der Verwüstung im Tempel ist nun auch der Zeitpunkt, an dem die Bedrängnis der Jesusgläubigen , von der uns der Herr in den Evangelien warnt, ihren Höhepunkt erreicht.

Wenn ihr sehen werdet den Gräuel der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte.

Mt 24,15 Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel, - wer das liest, der merke auf! -, 24,16 alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; 24,17 und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter, etwas aus seinem Hause zu holen; 24,18 und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. Mt 24,15-18;


Es ist also der Antichrist, der in allen diesen Schriftstellen gemeint ist. Er wird diese „Woche”, diese sieben Jahre herrschen und sie beherrschen. Die ersten dreieinhalb Jahre – die erste Hälfte dieser Jahrwoche – wird es ihm gelingen, seine Herrschaft weltweit auf- und auszubauen. Wie man den Texten der Offenbarung entnehmen kann, wird er ein absoluter Weltherrscher sein und über „alle Stämme und Völker und Sprachen und Nationen” (Off 13,7) Macht ausüben. Wie wir dann weiter unten sehen werden, wird er in der Mitte der sieben Jahre seine Machtbesessenheit an die Spitze treiben und sich in Jerusalem als Gott ausrufen und von den Menschen bei sonstiger Todesstrafe anbeten lassen.

Doch noch sind wir nicht so weit. Zu Beginn der siebzigsten Jahrwoche ist der „Boden” noch nicht aufbereitet. Wir wissen aus der Geschichte, dass es immer ganz bestimmter soziologischer und wirtschaftlicher Voraussetzungen bedarf, damit Diktatoren an die Macht kommen können. Ebenso wie Hitler einstens sein „Drittes Reich” auf dem Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft, mit Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend gründete, benötigt auch der Antichrist ein Szenario des Elends und der Ausweglosigkeit, um als der große „Retter” auf der Weltbühne erscheinen zu können.

Der Anfang der Wehen.

Wir haben in Mt 24 u. par. und Off 6 eine teilweise Parallelität der Aussagen, welche bei der Exegese nicht übersehen werden darf. Wiewohl der Reiter auf dem weißen Pferd - in Off 6,1-2 - in den Evangelien keine direkte Entsprechung findet, sind die Siegelgerichte 2 bis 4 und auch und insbesondere die Inhalte des sechsten Siegelgerichtes auch Thema der Endzeitreden des Herrn.

Das erste Siegel.

Dem auf dem weißen Pferd wurde ein Siegeskranz gegeben, er zog aus um zu siegen.

Off 6,1 Und ich sah, als das Lamm das erste von den sieben Siegeln öffnete, und hörte eines von den vier lebendigen Wesen wie mit einer Donnerstimme sagen: Komm! 6,2 Und ich sah: und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und ihm wurde ein Siegeskranz gegeben, und er zog aus, siegend und um zu siegen. Off 6, 1- 2;

Viel falsche Messiasse und Verführer werden auftreten.

Viele falsche Christusse werden viele verführen.

Mt 24,3 Als er aber auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger für sich allein zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird das sein, und was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters? 24,4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch niemand verführe! 24,5 Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! Und sie werden viele verführen. Mt 24, 3- 5;

Das zweite Siegel.

Die Menschen bringen sich untereinander um.

Off 6,3 Und als es das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite lebendige Wesen sagen: Komm! 6,4 Und es zog aus ein anderes, ein feuerrotes Pferd; und dem, der darauf saß, ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen und die Menschen dahin zu bringen, dass sie einander schlachteten; und ihm wurde ein großes Schwert gegeben. Off 6, 3- 4;

Kriege und Kriegsgeschrei, ein Volk erhebt sich gegen das andere.

Nation erhebt sich gegen Nation und Königreich gegen Königreich.

Mt 24,6 Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. 24,7 Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Mt 24, 6- 7;

Das dritte Siegel.

Ein Maß Weizen oder drei Maß Gerste für einen Silbergroschen.

Off 6,5 Und als es das dritte Siegel auftat, hörte ich die dritte Gestalt sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. 6,6 Und ich hörte eine Stimme mitten unter den vier Gestalten sagen: Ein Maß Weizen für einen Silbergroschen und drei Maß Gerste für einen Silbergroschen; aber dem Öl und Wein tu keinen Schaden! Off 6, 5- 6;

Hungersnöte, Erdbeben und Seuchen.

Und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort.

Mt 24,7 Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und ein Königreich gegen Königreich; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. 24,8 Das alles aber ist der Anfang der Wehen. Mt 24, 7- 8;


Wie es in Mt 24,8 heißt, ist dies jedoch erst der „Anfang der Wehen”. Der Höhepunkt der Siegelgerichte und auch die großen Strafgerichte Gottes – die Posaunen und Schalengerichte – stehen noch bevor.

Die zwei Zeugen.

Die 1260 Tage Weissagung der zwei Zeugen in Jerusalem.

Im ersten Teil der siebzigsten Jahrwoche sendet Gott seine zwei Zeugen nach Jerusalem, um die Einsichtigen zur Umkehr und Buße zu bewegen, den Gottlosen und Unbußfertigen aber ihr Verderben zu prophezeien und der Welt das Gericht am kommenden Tag des Herrn anzukündigen.

Und ich will meinen zwei Zeugen Macht geben, und sie sollen weissagen 1260 Tage.

Off 11,1 Und es wurde mir ein Rohr gegeben, einem Messstab gleich, und mir wurde gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die dort anbeten. 11,2 Aber den äußeren Vorhof des Tempels lass weg und miss ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate lang.

11,3 Und ich will meinen zwei Zeugen Macht geben, und sie sollen weissagen tausendzweihundertundsechzig Tage lang, angetan mit Trauerkleidern. 11,4 Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. 11,5 Und wenn ihnen jemand Schaden tun will, so kommt Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; und wenn ihnen jemand Schaden tun will, muss er so getötet werden.

11,6 Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, damit es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung, und haben Macht über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit Plagen aller Art, sooft sie wollen. Off 11, 1- 6;

Die Unbezwingbarkeit der zwei Zeugen.

In den Tagen ihrer Weissagung in Jerusalem sind die zwei Zeugen unbezwingbar. Wenn sie jemand angreift, kommt Feuer aus ihrem Mund und tötet ihre Gegner. Auf dem ersten Blick könnte man sich fragen, wer denn zwei Männer zu töten versuchen würde, die ohnehin nur „weissagen” und die Menschen zur Umkehr zu Gott auffordern.

Es kommt Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde.

Off 11,4 Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. 11,5 Und wenn ihnen jemand Schaden tun will, so kommt Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; und wenn ihnen jemand Schaden tun will, muss er so getötet werden. Off 11, 4- 5;

Wie wir jedoch etwas weiter unten, im Kommentar zu Off 11,6 sehen werden, haben nicht nur die Einwohner Jerusalems allen Grund sie zu fürchten, sondern die ganze Welt sieht gebannt auf Jerusalem, und wartet darauf, wem es endlich gelingt, diese beiden Heiligen Gottes, die weltweit Dürre, Hungersnot und Wassermangel herbeigeführt haben, auszuschalten.

Die Macht der zwei Zeugen über die Natur.

Diese beiden Propheten Gottes werden während der Zeit ihrer Weissagung - also für 1260 Tage oder 3 ½ Jahre - den Himmel verschließen, so dass es nicht regnen wird. Die Folge davon ist eine Dürrekatastrophe mit Lebensmittelknappheit, Hungersnot, Durst und Seuchen. Auch haben sie Macht, die Wasser in Blut zu verwandeln und die Welt mit Seuchen und anderen Plagen zu schlagen.

Es wird nicht regnen in den Tagen ihrer Weissagung und das Wasser wird zu Blut.

Off 11,6 Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, damit es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung, und haben Macht über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit Plagen aller Art, sooft sie wollen. Off 11,6;

Die globale Dimension dieser Klimakatastrophe.

Dass diese Klimakatastrophe nicht lokal beschränkt bleiben, sondern weltweite Wirkung haben wird, geht auch oben, aus Off 11,6 „... haben Macht, die Erde zu schlagen ...”, speziell aber aus Off 11,10 hervor:

Diese zwei Propheten hatten gequält, die auf Erden wohnten.

Off 11,9 Und Menschen aus allen Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihre Leichname drei Tage und einen halben und lassen nicht zu, dass ihre Leichname ins Grab gelegt werden 11,10 Und die auf Erden wohnen, freuen sich darüber und sind fröhlich und werden einander Geschenke senden; denn diese zwei Propheten hatten gequält, die auf Erden wohnten. Off 11, 9-10;


Aufgrund der obigen Aussagen ist anzunehmen, dass die ganze Welt über die Aktivitäten der zwei Propheten in Jerusalem informiert ist und daher auch die Verursacher dieser globalen Klimakatastrophe allen Menschen bekannt sind. Daher wird man mit vereinten Kräften versuchen, die zwei Propheten in Jerusalem zu eliminieren. Doch zum Schrecken aller wird man feststellen, dass diese Männer unverwundbar sind. Keine Gewehre, keine Pistolen, auch keine anderen Waffen vermögen ihnen etwas anzuhaben. Ja im Gegenteil, jedes Kommando, welches ausrückt sie zu beseitigen, wird bis auf den letzten Mann vernichtet. Und mit jedem Anschlag wird das Ausmaß der Plagen gesteigert.

Die Bedrängnis der Jesusgläubigen.

Nachdem es nicht gelingt, die zwei Zeugen zu besiegen, wendet sich nun die ganze Wut der Menschen gegen deren Glaubensbrüder. Alle, welche sich zu Gott und seinen Sohn Jesus Christus bekennen, werden verfolgt, gefangen genommen und getötet. Um des Namens Jesu willen werden sie gehasst werden von allen Völkern.

Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten.

Mt 24,9 Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern. 24,10 Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Mt 24, 9-10;

Eltern und Brüder werden euch verraten; und man wird einige von euch töten.

Lk 21,16 Ihr werdet aber verraten werden von Eltern, Brüdern, Verwandten und Freunden; und man wird einige von euch töten. 21,17 Und ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen. 21,18 Und kein Haar von eurem Haupt soll verloren gehen. 21,19 Seid standhaft, und ihr werdet euer Leben gewinnen. Lk 21,16-19;


Der Hass auf die Gläubigen wird derart groß sein, dass auch Bekannte, ja sogar Verwandte, Söhne, Töchter, Väter, Mütter sie verraten und vor Gericht bringen werden. Doch der Herr verspricht diesen Geächteten, dass sie sich nicht zu sorgen brauchen, was sie vor ihren irdischen Richtern sprechen sollen. Der heilige Geist wird sie erfüllen und ihnen die richtigen Worte eingeben. Und ihre Richter werden am Ende der Tage, beim Gericht über alle Toten, aufgrund dieser Worte verurteilt werden, weil sie diese gehört haben und nicht verstehen wollten.

Denn nicht ihr seid es, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet.

Mt 10,17 Hütet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch den Gerichten überantworten und werden euch geißeln in ihren Synagogen. 10,18 Und man wird euch vor Statthalter und Könige führen um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis. 10,19 Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorgt nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt.

10,20 Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. 10,21 Es wird aber ein Bruder den andern dem Tod preisgeben und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören gegen ihre Eltern und werden sie töten helfen.

10,22 Und ihr werdet gehasst werden von jedermann um meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharrt, der wird selig werden. 10,23 Wenn sie euch aber in einer Stadt verfolgen, so flieht in eine andere. Wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels nicht zu Ende kommen, bis der Menschensohn kommt. Mt 10,17-23;


Es werden in dieser Zeit viele Märtyrer ihr Leben wegen ihres Glaubens verlieren. Aber auch jene Christen, welche diese Zeit wie durch ein Wunder überleben können, wird dies nur unter sehr viel Leid, großen Opfern und unbeschreiblicher Angst möglich sein. Doch gerade um dieser Auserwählten willen verspricht der Herr, die Zeit ihrer Bedrängnis zu verkürzen, damit nicht vielleicht auch sie noch dem Druck nachgeben und verführt würden.

Um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt.

Mt 24,22 Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt. 24,23 Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus! oder da!, so sollt ihr`s nicht glauben. 24,24 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und, große Zeichen und Wunder tun, so dass sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten. 24,25 Siehe, ich habe es euch vorausgesagt Mt 24,22-25;.

Die Große Trübsal.

Der vierte Teil der Erde getötet mit Schwert, Hunger und Pest.

Wie in Mt 24,21-22 und Dan 12,1-2 beschrieben, wird die Trübsal dieser Zeit eine noch nie dagewesene sein. Und sie wird auch nicht auf ein Land oder Volk – etwa Israel – beschränkt sein, sondern weltweite Auswirkungen haben.

Bereits in der Zeit des Anfangs der „Wehen”, mit den ersten drei Siegelgerichten, wurde die Welt von Kriegen, Hungersnöten und anderen Katastrophen heimgesucht. Hier nun, mit dem vierten Siegel, erfährt die Menschheit wahrlich eine Trübsal, wie sie noch nie gewesen ist und auch nie wieder sein wird.

Schwert, Hunger und Pest töten den vierten Teil der Erde.

Off 6,7 Und als es das vierte Siegel auftat, hörte ich die Stimme der vierten Gestalt sagen: Lauf! 6,8 Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name war: Der Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit Schwert und Hunger und Pest und durch die wilden Tiere auf Erden. Off 6, 7- 8;


Der Tod und die Hölle halten Ernte. Mit diesem „vierten Teil der Erde” ist offenkundig nicht der vierte Teil der Menschen gemeint. Es handelt sich vielmehr um den vierten Teil der Landfläche dieses Planeten. Und wenn damit das bevölkerungsreichste Viertel der Erdoberfläche – nämlich Europa, Asien und ganz Nordafrika - gemeint ist, wird davon sogar mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung betroffen sein. Aber auch, wenn damit nur der vierte Teil der Menschen gemeint wäre, sind es heute schon eineinhalb Milliarden Menschen, welche durch Kriege, Hunger, Durst und Seuchen dahingerafft werden.

Mit dem vierten Siegel endet die erste Phase der Gottesgerichte über diese Welt. Und wenn die obige Interpretation stimmt, sind bei diesen weltweiten Katastrophen – nach heutigem Stand – fast zwei Milliarden Menschen umgekommen.

Man kann also sicherlich mit Recht davon ausgehen, dass dies für die Menschheit die bis dahin größte Katastrophe aller Zeiten sein wird. Obwohl bei der Sintflut zwar auch alle Menschen - bis auf Noah und seine Familie - umgekommen sind, zählte aber damals die Weltbevölkerung doch kaum mehr als einige Millionen Menschen und ist daher mit diesen Größenordnungen hier kaum vergleichbar.

(Siehe auch Kapitel 03: „Die Große Trübsal”.)

Der Antichrist.

Der Drache gibt ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht.

Nun, nachdem durch weltweite Katastrophen die Welt in einem Chaos zu versinken droht, ist es soweit. Der Satan holt seinen vermeintlichen „Trumpf” aus dem Ärmel. Er lässt ihn auferstehen aus dem Abgrund des Meeres. Und er stattet das Tier mit seiner eigenen, nicht unbeträchtlichen Kraft und Macht aus.

(Siehe auch die Tabelle 06: „Der Antichrist, die ‚Dame’ im Schachspiel des Teufels”.)

Ein Tier steigt aus dem Meer und der Drache gibt ihm Kraft, Macht und seinen Thron.

Off 13,1 Und ich sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte zehn Hörner und sieben Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern lästerliche Namen.

13,2 Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie Bärenfüße und sein Rachen wie ein Löwenrachen. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht. Off 13, 1- 2;

Er hat Macht über alle Völker und Sprachen und Nationen.

Und er wird durch Zeichen und Wunder die Gottlosen und Ungläubigen von seiner Macht und Kraft überzeugen. Die Gläubigen jedoch, welche sich – wie wir weiter unten sehen werden – weigern, ihn und sein Bild anzubeten, werden alle ausnahmslos getötet. Er wird daher auch in seinem Machtbereich unumschränkte Herrschaft erlangen. Dies bekräftigen auch die Aussagen von Off 13,7-8:

Er bekommt Macht über alle Völker und Sprachen und Nationen.

Off 13,7 Und ihm wurde Macht gegeben, zu kämpfen mit den Heiligen und sie zu überwinden; und ihm wurde Macht gegeben über alle Stämme und Völker und Sprachen und Nationen. 13,8 Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht vom Anfang der Welt an geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet ist. Off 13, 7- 8;


Doch seine Macht ist nicht nur eine rein politische. Wie wir weiter unten sehen werden, wird er sich als Retter, als „Messias” dieser Welt ausgeben und den Satan als den „Gott”, der ihn gesandt hat. Und die Menschen werden ihm mit Begeisterung folgen und ihn und seinen „Gott” anbeten.

Eine der ersten Aktionen dieses neuen „Messias” wird es sein, die Welt von den Heiligen, den zwei Zeugen Gottes, den zwei Propheten in Jerusalem zu befreien. Das, was in den vergangenen dreieinhalb Jahren schon viele versucht haben, aber noch keinem gelungen ist, will er nun in die Hand nehmen und der Welt seine Macht zeigen.

Der Antichrist tötet die zwei Zeugen in Jerusalem.

Der Antichrist zieht mit seinen heidnischen Heeren nach Jerusalem und kämpft dort selbst, mit der Macht die ihm Satan gegeben hat, gegen die zwei Gottesmänner. Da nun der Zeugendienst der zwei Gesalbten zu Ende ist, ist es dem Antichrist gegeben, sie zu besiegen und zu töten. Dieser Sieg ist es dann wohl auch, welcher die Bewunderung der ganzen Welt für diesen falschen „Messias” hervorruft und welche in Off 13,4: „Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm kämpfen?” zum Ausdruck kommt.

Das Tier wird mit den zwei Zeugen kämpfen und sie töten.

Off 11,7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen kämpfen und wird sie überwinden und wird sie töten. 11,8 Und ihre Leichname werden liegen auf dem Marktplatz der großen Stadt, die heißt geistlich: Sodom und Ägypten, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde. 11,9 Und Menschen aus allen Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihre Leichname drei Tage und einen halben und lassen nicht zu, dass ihre Leichname ins Grab gelegt werden 11,10 Und die auf Erden wohnen, freuen sich darüber und sind fröhlich und werden einander Geschenke senden; denn diese zwei Propheten hatten gequält, die auf Erden wohnten. Off 11, 7-10;

Das Tier wird mit den Heiligen kämpfen und sie überwinden.

Off 13,7 Und ihm (dem Tier /Anm.) wurde Macht gegeben, zu kämpfen mit den Heiligen und sie zu überwinden; und ihm wurde Macht gegeben über alle Stämme und Völker und Sprachen und Nationen. Off 13, 7;


Nachdem die Leichname dieser zwei Heiligen des Höchsten dreieinhalb Tage auf dem Marktplatz von Jerusalem gelegen haben, wurden sie wieder lebendig und zu Gott in den Himmel entrückt.

Nach dreieinhalb Tagen werden die zwei Propheten auferstehen.

Off 11,11 Und nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie stellten sich auf ihre Füße; und eine große Furcht fiel auf die, die sie sahen.

11,12 Und sie hörten eine große Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steigt herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde.

11,13 Und zu derselben Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt stürzte ein; und es wurden getötet in dem Erdbeben siebentausend Menschen, und die andern erschraken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre. 11,14 Das zweite Wehe ist vorüber; siehe, das dritte Wehe kommt schnell. Off 11,11-14;

Die Eroberung und Zerstreuung Jerusalems.

Das große Erdbeben welches bei dieser Entrückung der zwei Zeugen in Jerusalem geschieht, wird siebentausend Menschen fordern. Der überlebende Rest der Stadtbevölkerung wird sich bekehren und Buße tun. Die Menschen in Jerusalem sind also zu diesem Zeitpunkt alle gläubig und beten den wahren Gott an. Und dies ist nun möglicherweise ein Grund mehr für den Antichrist, um diese Menschen zu verfolgen, zu töten und zu vertreiben.

Er besetzt mit seinen Truppen die ganze Stadt, sie plündern die Häuser, die Frauen werden geschändet und die Hälfte der Stadtbevölkerung wird von ihnen weggeführt.

Sie werden fallen durch das Schwert und gefangen weggeführt unter alle Völker.

Lk 21,20 Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem von einem Heer belagert wird, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe herbeigekommen ist. 21,21 Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe ins Gebirge, und wer in der Stadt ist, gehe hinaus, und wer auf dem Lande ist, komme nicht herein. 21,22 Denn das sind die Tage der Vergeltung, dass erfüllt werde alles, was geschrieben ist.

21,23 Weh aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn es wird große Not auf Erden sein und Zorn über dies Volk kommen, 21,24 und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt unter alle Völker, und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind. Lk 21,20-24;

(Siehe auch Kapitel 02: „Die Eroberung und Zerstreuung Jerusalems”.)

Die Herrschaft des Antichrist.

Der Antichrist wird in Jerusalem 42 Monate herrschen und Gott lästern.

Der Antichrist hat nun gewonnenes Spiel. Er hat die zwei Propheten, welche die Erde mit Hungersnot und Seuchen geschlagen haben, besiegt und die Stadt Gottes - Jerusalem - erobert. Er ist nun der absolute Weltherrscher, er ist „Gott” dieser Welt.

Aber der Schein trügt. Auch diese, seine Macht ist vom wahren Gott nur geduldet. Und er hat nur kurze Zeit, um sie auszuüben. Dreieinhalb Jahre, also 42 Monate sind ihm gegeben. Dann wird es auch mit ihm ein Ende nehmen.

Die Heiden werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate lang.

Off 11,1 Und es wurde mir ein Rohr gegeben, einem Messstab gleich, und mir wurde gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die dort anbeten. 11,2 Aber den äußeren Vorhof des Tempels lass weg und miss ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate lang. Off 11, 1- 2;

Er herrscht 3 ½ Jahre, wenn die Zerstreuung des heiligen Volks ein Ende hat.

Dan 12,6 Und er sprach zu dem Mann in leinenen Kleidern, der über den Wassern des Stroms stand: Wann sollen denn diese großen Wunder geschehen? 12,7 Und ich hörte den Mann in leinenen Kleidern, der über den Wassern des Stroms stand. Er hob seine rechte und linke Hand auf gen Himmel und schwor bei dem, der ewiglich lebt, dass es eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit währen soll; und wenn die Zerstreuung des heiligen Volks ein Ende hat, soll dies alles geschehen. Dan 12, 6- 7;

Der falsche Prophet.

Nachdem Satan das erste Tier, den Antichrist, aus dem Meer geholt hat, lässt er noch ein zweites Tier erstehen. Diesmal aus der Erde. Es ist der falsche Prophet, und dieser handelt im Auftrag und in der Macht des ersten Tieres. Auch er tut große Zeichen und erreicht schließlich, dass die ganze Welt das erste Tier anbetet.

Das zweite Tier macht, dass die Erde und die darauf wohnen, das erste Tier anbeten.

Off 13,11 Und ich sah ein zweites Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache. 13,12 Und es übt alle Macht des ersten Tieres aus vor seinen Augen, und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen, das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war. Off 13,11-12;

Und sie beteten das Tier und den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab.

Off 13,3 Und ich sah eines seiner Häupter, als wäre es tödlich verwundet, und seine tödliche Wunde wurde heil. Und die ganze Erde wunderte sich über das Tier, 13,4 und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm kämpfen? Off 13, 3- 4;


Viele Jahre bevor Johannes die Offenbarung vom Herrn erhielt, hat schon Paulus, in seinem zweiten Brief an die Thessalonicher, vor dieser Entwicklung gewarnt und mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass vor der Wiederkunft des Herrn zuerst dieser Mensch der Bosheit, der Widersacher und Antichrist kommen müsse und sie sich daher nicht verführen lassen sollten.

Er setzt sich in den Tempel Gottes und gibt vor, er sei Gott.

2The 2,1 Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm, 2,2 daß ihr euch nicht schnell in eurem Sinn erschüttern, auch nicht erschrecken laßt, weder durch Geist noch durch Wort, noch durch Brief, als seien sie von uns, als ob der Tag des Herrn da wäre. 2,3 Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. 2,4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. 2The 2, 1- 4;


Die Menschen werden also den Antichrist für den Messias, den Sohn Gottes, und seinen „Vater”, den Satan, der ihm diese Macht und Kraft gibt, für Gott halten. Die Macht dieser Täuschung lässt sich erahnen, wenn man bedenkt, dass selbst die Auserwählten in Gefahr sein werden, verführt zu werden. Es ist kaum anzunehmen, dass diese Menschen, diese Auserwählten Gottes, durch primitive falsche Lehren von ihrem Glauben abgebracht werden könnten. Das heißt aber, dass es sich hier tatsächlich um eine ganz subtile und teuflische Kopie der „Erscheinung Christi” handeln wird, sodass sogar diese Knechte Gottes getäuscht werden könnten.

Der Gräuel der Verwüstung an heiliger Stätte.

Der falsche Prophet wird nun die Menschen dazu bringen, dem ersten Tier – dem Antichrist - ein Bild zu machen und auch dieses anzubeten. Jeder, der nicht bereit ist dieses Bild anzubeten, ist ein „Gotteslästerer” und wird getötet

Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres.

Off 13,13 Und es tut große Zeichen, so dass es auch Feuer vom Himmel auf die Erde fallen lässt vor den Augen der Menschen; 13,14 und es verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die zu tun vor den Augen des Tieres ihm Macht gegeben ist; und sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war.

13,15 Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden und machen könne, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, getötet würden. 13,16 Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, 13,17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 13,18 Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertundsechsundsechzig. Off 13,13-18;

Der Gräuel der Verwüstung an der heiligen Stätte.

Mt 24,15 Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung an der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel - wer das liest, der merke auf! Mt 24,15;


Dieses lästerliche Bild im Tempel von Jerusalem finden wir auch im AT, beim Propheten Daniel. Daniel nennt es den „Gräuel der Verwüstung”

Und im Heiligtum wird stehen der Gräuel der Verwüstung.

Dan 9,26 Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden und nicht mehr sein. Und das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum zerstören, aber dann kommt sein Ende durch eine Flut, und bis zum Ende wird es Krieg geben und Verwüstung, die längst beschlossen ist.

9,27 Er wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen. Und im Heiligtum wird stehen der Gräuel der Verwüstung, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird. Dan 9,26-27;

Sie schaffen das tägliche Opfer ab und stellen den Gräuel der Verwüstung auf.

Dan 11,31 Und seine Heere werden kommen und Heiligtum und Burg entweihen und das tägliche Opfer abschaffen und den Gräuel der Verwüstung aufstellen. 11,32 Und er wird mit Ränken alle zum Abfall bringen, die den Bund übertreten. Aber die vom Volk, die ihren Gott kennen, werden sich ermannen und danach handeln. Dan 11,31-32;


Der Text weiter oben, aus Mt 24,15, ist die Basis für die Auslegung aller Ereignisse, welche sich rund um die Aufstellung des Greuelbildes im Tempel ergeben. Es wird in Mt 24,15 auch explizit auf die Parallelität mit der Weissagung des Propheten Daniel hingewiesen.

Im Buch Daniel haben wir allerdings zwei Hinweise auf die Aufstellung eines Gräuels der Verwüstung. Der eine in Dan 9,27, der andere in Dan 11,31. Obwohl sich fast alle Ausleger darüber einig sind, dass mit dem siebenten König des Nordens, ab Dan 11,40 der Antichrist gemeint ist, wollen manche nun aber Dan 11,31 als Parallelstelle deshalb nicht anerkennen, weil die Verse 21-39 dieses Kapitels auf Antiochus Epiphanes hinweisen und aus der überlieferten Geschichte auch eindeutig zugeordnet werden können.

(Siehe auch die Tabelle 04: „Die Offenbarung aus dem Buch der Wahrheit”.)

Diese Prophezeiungen auf die Endzeit haben aber ihre Fortsetzung in Dan 12, wo die Zeit der Großen Trübsal beschrieben wird. Und hier finden wir im Vers Dan 12,11 noch einmal einen Hinweis auf den Gräuel der Verwüstung:

Und von der Zeit an, da der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird.

Dan 12,11 Und von der Zeit an, da das tägliche Opfer abgeschafft und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind tausendzweihundertneunzig Tage.

12,12 Wohl dem, der da wartet und erreicht tausenddreihundertfünfunddreißig Tage!

12,13 Du aber, Daniel, geh hin, bis das Ende kommt, und ruhe, bis du auferstehst zu deinem Erbteil am Ende der Tage! Dan 12,11-13;


Der Engel Gabriel bezieht sich hier also eindeutig auf Dan 11,31 und gibt uns zu verstehen, dass es von der Zeit, da der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird, noch 1290 bzw. 1335 Tage bis zum Ende sind.

Aus diesem Zusammenhang muss zwangsläufig gefolgert werden, dass eben dieser Vers 31 und auch die nachfolgenden Verse einen Bezug zum „Ende”, also zum Antichrist und zur Zeit der Großen Trübsal haben. Daher scheint die sinnvollste Interpretation jene zu sein, welche die Verse Dan 11,31-39 sowohl auf Antiochus, als auch auf den Antichristen bezieht. Wir finden diese Eigenart der Prophetie, dass sich nämlich Vorerfüllung und Enderfüllung in manchen Texten überlappen, relativ häufig und diese Vorgangsweise ist daher auch nicht ungewöhnlich.

Der Gräuel der Verwüstung im Tempel als Zeichen zur Flucht.

Alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist.

Mt 24,15 Wenn ihr nun sehen werdet das Greuelbild der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel - wer das liest, der merke auf! -, 24,16 alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; 24,17 und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter, etwas aus seinem Hause zu holen; 24,18 und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. 24,19 Weh aber den Schwangeren und den Stillenden zu jener Zeit! 24,20 Bittet aber, dass eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat. Mt 24,15-20;

Weh aber den Schwangeren und den Stillenden zu jener Zeit!

Mk 13,14 Wenn ihr aber sehen werdet das Greuelbild der Verwüstung stehen es nicht soll - wer es liest, der merke auf! -, alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe auf die Berge. 13,15 Wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter und gehe nicht hinein, etwas aus seinem Hause zu holen. 13,16 Und wer auf dem Feld ist, der wende sich nicht um, seinen Mantel zu holen. 13,17 Weh aber den Schwangeren und den Stillenden zu jener Zeit! 13,18 Bittet aber, dass es nicht im Winter geschehe. Mk 13,14-18;


Der Text hier oben, in Mt 24,17-18 und Mk 13,15-16, ist wohl in den ältesten Handschriften bezeugt, dennoch ergibt eine genauere Betrachtung einen eigenartigen Eindruck, wenn wir ihn mit der gleichlautenden Stelle in Lk 17,31 vergleichen:

Die Sammlung der Auserwählten.

Lk 17,28 Ebenso, wie es geschah zu den Zeiten Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; 17,29 an dem Tage aber, als Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um. 17,30 Auf diese Weise wird`s auch gehen an dem Tage, wenn der Menschensohn wird offenbar werden. 17,31 Wer an jenem Tage auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, der steige nicht hinunter, um sie zu holen. Und ebenso, wer auf dem Feld ist, der wende sich nicht um nach dem, was hinter ihm ist.

17,32 Denkt an Lots Frau! 17,33 Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird es gewinnen. 17,34 Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei auf einem Bett liegen; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben werden. 17,35 Zwei Frauen werden miteinander Korn mahlen; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben werden. 17,37 Und sie fingen an und fragten ihn: Herr, wo? Er aber sprach zu ihnen: Wo das Aas ist, da sammeln sich auch die Geier. Lk 17,28-37;


Wir erkennen, dass dieser Text bei Mt und Mk einerseits und bei Lk andererseits unterschiedlichen Ereignissen zugeordnet ist. Während Mt und Mk diese Aussagen im Zusammenhang mit der Flucht in die Berge bei der Aufstellung des Gräuels im Heiligtum erwähnen, bringt sie Lukas bei der Wiederkunft des Herrn und der Sammlung der Auserwählten durch die Engel. Und wenn das Verständnis dieser Sätze bei Mt und Mk in ihrem Kontext etwas schwierig ist, erkennt man bei Lk ziemlich eindeutig den unmittelbaren Zusammenhang. Der erste Satz ist hier fast wortident mit den Aussagen bei Matthäus und Markus. Der Umstand, dass hier Leute auf dem Dach sein könnten, hat übrigens in unseren Breiten, wo wir ja nur spitze Ziegeldächer kennen, noch im vorigen Jahrhundert immer wieder Erstaunen ausgelöst, bis dahin, dass man vermutete, es wäre hier ein arger Hagel niedergegangen, der alle Dächer beschädigt hätte, so dass die Bewohner gezwungen waren, ihre Dächer zu besteigen um sie auszubessern.

Seitdem allerdings die Mittelmeerländer wie Griechenland, Türkei, Israel, aber auch Ägypten, Tunesien und Marokko zu bevorzugten Urlaubsgebieten der Mitteleuropäer wurden, wissen wir, dass die Häuser dort meistens flache Dächer haben, welche gleichzeitig eine Terrasse bilden, auf welcher Wäsche, Kleider, Gewürze und andere Dinge zum Trocknen in der südlichen Sonne aufgelegt werden und die auch an den kühlen Abenden als Aufenthaltsort dienen. Von diesem Dach führt nun an der Außenseite des Hauses eine schmale Steintreppe in den Innenhof hinab, von dem man dann auf der einen Seite ins eigentlich Haus gelangt, welches aus meist zwei kleinen Räumen besteht, während sich auf der anderen, der Straße zugewandten Seite, eine Lehmmauer mit einer niederen Eingangstür befindet.

Und nun ist es wichtig, die Formulierung des Textes genau zu beachten. Es heißt: „Wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter, um etwas aus dem Haus zu holen”. Bei genauer Befolgung dieser Anweisung müssten die Menschen also auf dem Dach bleiben. Die Situation, in welchem Matthäus und Markus diesen Text bringen, nämlich mit dem Aufruf zur Flucht in die Berge, erfordert jedoch gerade die gegenteilige Reaktion, nämlich das Hinuntersteigen, um aus dem Haus fliehen zu können. Nun hat man argumentiert, es gehe darum, darauf hinzuweisen, dass die Leute wohl vom Dach hinuntersteigen, aber nicht mehr ins Haus gehen um ihre Sachen zu holen, sondern gleich beim Hoftor hinausliefen. Andere haben wieder behauptet, die Häuser wären mit zwei Treppen ausgestattet gewesen, eine in den Hof und eine zweite außen, an der Mauer, hinab auf die Straße. Jedoch, nicht nur, dass damals diese zweite Treppe ein unnötiger Aufwand gewesen wäre, sie wäre auch eine Einladung an Diebe und anderes Gesindel gewesen, von der Straße her über diese Treppe einzusteigen.

Was bedeutet nun aber diese Aufforderung tatsächlich? Wenn wir uns den Kontext bei Lukas ansehen, erkennen wir, dass dort diese Sätze in einem ganz anderen Zusammenhang angeführt werden. Wir sind dort – Lk 17,30 – „am Tag, wenn der Menschensohn offenbar wird”. Und etwas weiter, in Lk 17,34 lesen wir, dass dies der Zeitpunkt der Sammlung der Auserwählten, der Entrückung ist. Und hier geht es nicht mehr um Flucht. Im Gegenteil, hier naht die so lange herbeigesehnte Erlösung durch den Herrn. Sie müssen nirgends mehr hingehen, sondern nur dort verweilen, wo sie gerade sind.

Ob im Bett, am Feld oder bei der Arbeit, die Engel des Herrn werden kommen und werden die nehmen, welche des Herrn sind und die anderen zurücklassen. Dies bestätigt auch die anschließende Antwort des Herrn auf die Frage der Jünger in Lk 17,37 wo denn dies geschehen würde. Er sagte: „Wo das Aas ist, da sammeln sich auch die Geier” und gibt ihnen auch hiermit zu verstehen, dass sie keinen speziellen „Sammlungsort” aufzusuchen hätten. Die Engel, die der Herr senden wird, werden sie auch ohne äußeres Kennzeichen dort finden können, wo sie sich gerade aufhalten. Eben wie die Geier auch instinktiv das Aas zu finden vermögen.

(Siehe auch die Tabelle 05: „Synopse der Endzeitreden des Herrn”.)

Während also dieser Text bei Lukas einen eindeutigen Sinn ergibt, ist er bei Matthäus und Markus in der Lutherübersetzung zudem noch missverständlich wiedergegeben. Im Urtext heißt es nämlich in Mt 24,18 nicht „und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück”, was den Eindruck erweckt, dass hier von einer „Rückkehr” gewarnt wird, sondern wortident zu Lk 17,31: „wer auf dem Feld ist, der wende sich nicht um nach dem, was hinter ihm ist”. Es ist also eine Aufforderung stehen zu bleiben und nicht zurück zu schauen, was auch durch Lk 17,32: „Denkt an Lots Frau” zum Ausdruck kommt.

Inwieweit nun diese beiden Sätze bei Matthäus und Markus tatsächlich etwas anderes meinen, oder ob sie bereits bei der Niederschrift dem falschen Ereignis zugeordnet wurden, lässt sich heute nicht mehr feststellen.

Eine große Trübsal, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt.

Mt 24,21 Denn es wird dann eine große Trübsal sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird.

24,22 Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt. 24,23 Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus! oder da!, so sollt ihr es nicht glauben.

24,24 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, so dass sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten. 24,25 Siehe, ich habe es euch vorausgesagt.

24,26 Wenn sie also zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste!, so geht nicht hinaus; siehe, er ist drinnen im Haus!, so glaubt es nicht. 24,27 Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein. 24,28 Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier. Mt 24,21-28;

Aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt.

Mk 13,19 Denn in diesen Tagen wird eine solche Bedrängnis sein, wie sie nie gewesen ist bis jetzt vom Anfang der Schöpfung, die Gott geschaffen hat, und auch nicht wieder werden wird. 13,20 Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt hätte, würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er diese Tage verkürzt. 13,21 Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus! siehe, da ist er!, so glaubt es nicht. 13,22 Denn es werden sich erheben falsche Christusse und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder tun, so dass sie die Auserwählten verführen würden, wenn es möglich wäre. 13,23 Ihr aber seht euch vor! Ich habe euch alles zuvor gesagt! Mk 13,19-23;

Es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist.

Dan 12,1 Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk eintritt, sich aufmachen. Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen.

12,2 Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. 12,3 Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.

12,4 Und du, Daniel, verbirg diese Worte, und versiegle dies Buch bis auf die letzte Zeit. Viele werden es dann durchforschen und große Erkenntnis finden. Dan 12, 1- 4;

Das fünfte Siegel

Die Seelen der Märtyrer im Himmel.

Off 6,9 Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen. 6,10 Und sie schrien mit lauter Stimme: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? 6,11 Und ihnen wurde gegeben einem jeden ein weißes Gewand, und ihnen wurde gesagt, dass sie ruhen müssten noch eine kleine Zeit, bis vollzählig dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch noch getötet werden sollten wie sie. Off 6, 9-11;


Zum Zeitpunkt des fünften Siegels ist zumindest ein Viertel der Menschheit durch die vorangegangenen Plagen in der Großen Trübsal getötet worden. Die große Schar der Gläubigen unter ihnen wird dann in Off 7,9-17 bereits im Himmel, vor dem Thron Gottes und mit weißen Kleidern angetan, gesehen.

Mit dem Hinweis hier oben, in Off 6,11: „bis vollzählig dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch noch getötet werden sollten wie sie”, ist daher nicht diese große Schar von bereits verstorbenen Gläubigen aus der großen Trübsal, vor dem Thron gemeint, sondern es sind einerseits die Märtyrer aller Zeiten und insbesondere auch die in dieser Zeit getöteten Jesusgläubigen, welche wegen ihres Glaubens von der ganzen Welt – und sogar von ihren engsten Verwandten – verraten, verurteilt und getötet wurden und kurze Zeit noch getötet werden.

(Da die nachfolgenden Ereignisse jeweils in einem eigenen Kapitel behandelt werden, sollen hier nur die wichtigsten Schriftstellen angeführt werden.)

Die große Finsternis.

Mit dem nächsten, dem sechsten Siegel, beginnt ein neues Ereignis: Die große Finsternis. Es ist dies das letzte Ereignis in der Periode der siebzigsten Jahrwoche und mündet direkt in die nächste Endzeitperiode, dem Tag des Herrn ein.

Das sechste Siegel.

Die Sonne finster, der Mond wie Blut, und die Sterne des Himmels fallen auf die Erde.

Off 6,12 Und ich sah: als es das sechste Siegel auftat, da geschah ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde finster wie ein schwarzer Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut, 6,13 und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von starkem Wind bewegt wird. 6,14 Und der Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden wegbewegt von ihrem Ort. Off 6,12-14;


Und auch dieses Ereignis hat uns der Herr Jesus - fast wortident - in seiner Endzeitrede angekündigt. In Mt 24,29 und Mk 13,24-25 ist ebenfalls die Rede von der Verfinsterung der Gestirne und - als einzige Stelle in der Schrift - wird hier auch davon gesprochen, dass „die Sterne vom Himmel fallen” werden.

Sonne und Mond verfinstert, die Sterne fallen vom Himmel.

Mt 24,29 Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Mt 24,29; Lk 21,25-26; Mk 13,24-25;


Auch der Hinweis in Mt 24,29 und Lk 21,26, dass „die Kräfte der Himmel ins Wanken kommen” hat seine Entsprechung in Off 6,14: „Der Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird”.

(Siehe auch Kapitel 04: „Die große Finsternis”.)

Das siebente Siegel.

Den sieben Engeln, die vor Gott stehen, wurden sieben Posaunen gegeben.

Off 8,1 Und als das Lamm das siebente Siegel auftat, entstand eine Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang. 8,2 Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen, und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben. 8,3 Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, dass er es darbringe mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron.

8,4 Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen von der Hand des Engels hinauf vor Gott. 8,5 Und der Engel nahm das Räuchergefäß und füllte es mit Feuer vom Altar und schüttete es auf die Erde. Und da geschahen Donner und Stimmen und Blitze und Erdbeben. Off 8, 1- 5;

Im siebenten Siegel finden wir so etwas wie eine Wende, also den Abschluss des bisherigen Geschehens und der Beginn einer neuen Periode. Es ist sozusagen die Ruhe vor dem Sturm, welche sich im siebenten Siegel präsentiert.

Der Tag des Herrn.

Die Offenbarung des Herrn.

Die Periode des „Tag des Herrn” beginnt in ihrem ersten Teil mit der Offenbarung des Menschensohns am Himmel. Alle Menschen werden ihn mit großer Macht und Herrlichkeit kommen sehen. Damit ist die Herrschaft des Antichrists beendet – obwohl er noch nicht besiegt ist. Die übriggebliebenen Jesusgläubigen können nun ihre Köpfe erheben, denn ihre Erlösung ist nahe. Die Gottlosen hingegen erwartet nun das Strafgericht jenes Gottes, an den sie nie glauben wollten.

Das Kommen des Menschensohns: wie ein Blitz.

Mt 24,27 Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein. Mt 24,27;

Wie der Blitz, der von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet.

Lk 17,24 Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein. Lk 17,24;

Das Zeichen des Menschensohns am Himmel.

Mt 24,30 Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Mt 24,30;

Und die Könige auf Erden verbargen sich in den Klüften und Felsen der Berge.

Off 6,15 Und die Könige auf Erden und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Gewaltigen und alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Klüften und Felsen der Berge 6,16 und sprachen zu den Bergen und Felsen: Fallt über uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!

6,17 Denn es ist gekommen der große Tag ihres Zorns, und wer kann bestehen? Off 6,15-17;

Die Posaunengerichte.

Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen.

Mt 24,31 Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Mt 24,31;

Die erste Posaune: 1/3 der Erde, der Bäume und alles grüne Gras verbrannte.

Off 8,6 Und die sieben Engel mit den sieben Posaunen hatten sich gerüstet zu blasen. 8,7 Und der erste blies seine Posaune; und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermengt, und fiel auf die Erde; und der dritte Teil der Erde verbrannte, und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte. Off 8, 6- 7;

Die zweite Posaune: 1/3 des Meeres wurde zu Blut und 1/3 seiner Geschöpfe starb.

Off 8,8 Und der zweite Engel blies seine Posaune; und es stürzte etwas wie ein großer Berg mit Feuer brennend ins Meer, und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut, 8,9 und der dritte Teil der lebendigen Geschöpfe im Meer starb, und der dritte Teil der Schiffe wurde vernichtet. Off 8, 8- 9;

Die dritte Posaune: 1/3 der Wasser wurden zu Wermut, und viele Menschen starben.

Off 8,10 Und der dritte Engel blies seine Posaune; und es fiel ein großer Stern vom Himmel, der brannte wie eine Fackel und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme und auf die Wasserquellen. 8,11 Und der Name des Sterns heißt Wermut. Und der dritte Teil der Wasser wurde zu Wermut, und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter geworden waren. Off 8,10-11;

Die vierte Posaune: 1/3 der Sonne, des Mondes und der Sterne verfinstert.

Off 8,12 Und der vierte Engel blies seine Posaune; und es wurde geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, so dass ihr dritter Teil verfinstert wurde und den dritten Teil des Tages das Licht nicht schien, und in der Nacht desgleichen. 8,13 Und ich sah, und ich hörte, wie ein Adler mitten durch den Himmel flog und sagte mit großer Stimme: Weh, weh, weh denen, die auf Erden wohnen wegen der anderen Posaunen der drei Engel, die noch blasen sollen! Off 8,12-13;

Die fünfte Posaune: Heuschrecken kommen aus dem rauchenden Abgrund.

Off 9,1 Und der fünfte Engel blies seine Posaune; und ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm wurde der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben. 9,2 Und er tat den Brunnen des Abgrunds auf, und es stieg auf ein Rauch aus dem Brunnen wie der Rauch eines großen Ofens, und es wurden verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens. 9,3 Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen wurde Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben. Off 9, 1- 3;

Die Menschen ohne das Siegel Gottes werden fünf Monate lang gequält.

Off 9,4 Und es wurde ihnen gesagt, sie sollten nicht Schaden tun dem Gras auf Erden noch allem Grünen noch irgendeinem Baum, sondern allein den Menschen, die nicht das Siegel Gottes haben an ihren Stirnen. 9,5 Und ihnen wurde Macht gegeben, nicht dass sie sie töteten, sondern sie quälten fünf Monate lang; und ihre Qual war wie eine Qual von einem Skorpion, wenn er einen Menschen sticht. Off 9, 4- 5;

Die sechste Posaune: Feuer und Rauch und Schwefel töten 1/3 der Menschen.

Off 9,13 Und der sechste Engel blies seine Posaune; und ich hörte eine Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott; 9,14 die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Lass los die vier Engel, die gebunden sind an dem großen Strom Euphrat. 9,15 Und es wurden losgelassen die vier Engel, die bereit waren für die Stunde und den Tag und den Monat und das Jahr, zu töten den dritten Teil der Menschen.

9,16 Und die Zahl des reitenden Heeres war vieltausendmal tausend; ich hörte ihre Zahl. 9,17 Und so sah ich in dieser Erscheinung die Rosse und die darauf saßen: Sie hatten feuerrote und blaue und schwefelgelbe Panzer, und die Häupter der Rosse waren wie die Häupter der Löwen, und aus ihren Mäulern kam Feuer und Rauch und Schwefel. 9,18 Von diesen drei Plagen wurde getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihren Mäulern kam. 9,19 Denn die Kraft der Rosse war in ihrem Maul und in ihren Schwänzen; denn ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit denen taten sie Schaden. Off 9,13-19;


Will man die bei der fünften Posaune aus dem Rauch aufsteigenden Heuschrecken wörtlich nehmen, würde dies bedeuten, dass es zuvor eine längere Trockenzeit ohne Regen auf Erden gegeben hat. Üblicherweise treten derartige Heuschreckenplagen etwa zwei Jahre nach einer Dürreperiode hauptsächlich in Steppen und Getreidefeldern auf

Wie dann Off 9,18 zu entnehmen ist, wird allein beim sechsten Posaunengericht ein Drittel der Menschheit getötet. Nun ist ja schon beim vierten Siegelgericht (Off 6,7-8) ein Großteil der Bewohner des vierten Teils der Erde getötet worden. Wenn man hier das bevölkerungsreichste Viertel der Erdoberfläche – Europa, Asien und ganz Nordafrika – nimmt, starb dabei fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Es sind daher, bei der vierten Posaune, nur mehr etwa 50 % der Menschen am Leben sind. Von diesen 50 % werden nun wieder ein Drittel, also weitere 17 % getötet. Dies ergibt sich eine Dezimierung der Weltbevölkerung um insgesamt rund 70 % oder nach heutigem Stand um etwa vier Milliarden Menschen.

Die Entrückung.
Die siebente Posaune.

Ein untrügliches Kennzeichen für das Kommens des Herrn zur Entrückung der Seinen, ist das Erschallen der letzten Posaune. Wir haben dafür Hinweise in der Offenbarung und bei Paulus.

Wenn der siebente Engel seine Posaune bläst, ist das Geheimnis Gottes vollendet.

Off 10,5 Und der Engel, den ich stehen sah auf dem Meer und auf der Erde, hob seine rechte Hand auf zum Himmel 10,6 und schwor bei dem, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, und die Erde und was darin ist, und das Meer und was darin ist: Es soll hinfort keine Zeit (Wartezeit! /Anm.) mehr sein, 10,7 sondern in den Tagen, wenn der siebente Engel seine Stimme erheben und seine Posaune blasen wird, dann ist vollendet das Geheimnis Gottes, wie er es verkündigt hat seinen Knechten, den Propheten. Off 10, 5- 7;

Dann wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erfüllt.

Dan 9,24 Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über deine heilige Stadt; dann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die Sünde abgetan und die Schuld gesühnt, und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erfüllt und das Allerheiligste gesalbt werden. Dan 9,24;


Ebenso wie das siebente Siegel, bringt allerdings auch die siebente Posaune keine direkten Plagen. Diese letzte Posaune kündigt an, dass nunmehr keine Wartezeit mehr sein wird. Die Reiche der Welt sind des Herrn und seines Christus geworden. Nun ist das Geheimnis Gottes vollendet, wie er es seinen Knechten, den Propheten verkündigt hat. Es werden Gesicht und Weissagung erfüllt und ewige Gerechtigkeit wird gebracht werden.

Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden.

Off 11,15 Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. 11,16 Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen nieder auf ihr Angesicht und beteten Gott an 11,17 und sprachen: Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst, dass du an dich genommen hast deine große Macht und herrschest!

11,18 Und die Völker sind zornig geworden; und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu die vernichten, welche die Erde vernichten. Off 11,15-18;


Es ist also der Moment, an welchem Gott die Macht auf dieser Welt übernimmt. Es ist jener Zeitpunkt, an dem Gott eingreift, um das verantwortungslose Handeln der Menschen untereinander und mit seiner Schöpfung zu beenden.

Die letzte – siebente - Posaune ist das Zeichen dafür, dass der Herr kommt, um die Seinen in der Auferweckung der Toten in Christus und ihrer gemeinsam Entrückung mit den lebenden Gläubigen zu erlösen.

Auch Paulus erklärt das den Korinthern in seinem ersten Brief:

Zur Zeit der letzten Posaune werden wir alle verwandelt werden.

1Kor 15,50 Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit. 15,51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; 15,52 und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen, und die Toten werden auferweckt unverweslich, und wir werden verwandelt werden. 1Kor 15,50-52;

Die Sammlung der Auserwählten.
Die Auferweckung und Entrückung.

Und auch in seinem ersten Brief an die Thessalonicher schreibt Paulus, dass beim Schall der Posaune Gottes der Herr vom Himmel herabkommen wird und die Toten in Christus werden zuerst auferweckt. Sodann werden jene, die dann noch leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt.

Zuerst werden die Toten in Christus auferweckt und dann mit den Lebenden entrückt.

1The 4,15 Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. 4,16 Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. 4,17 Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. 1The 4,15-17;

Seine Engel werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden.

Mt 24,31 Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Mt 24,31;

(Siehe auch Kapitel 06: „Die Wiederkunft des Herrn”.)

Der Tag des Zornes Gottes.

Die Schalen des Zornes Gottes.

Im zweiten Teil des „Tag des Herrn” erkennen wir den Tag des Zornes Gottes. Es sind die sieben Schalen des Zornes Gottes, welche dieser Zeit ihren Namen geben. Eine schwere Plage nach der anderen trifft die bereits beträchtlich dezimierte Menschheit. Dennoch finden sie keine Umkehr. Im Gegenteil, die Menschen lästern Gott wegen dieser Plagen, aber sie tun nicht Buße.

Die Schlacht von Harmagedon.
Der Antichrist ruft die Könige der ganzen Welt.

Für den Antichrist wird nun die Lage immer problematischer. Das Verschwinden der Auserwählten dürfte zwar kaum jemandem aufgefallen sein, sind sie doch zahlenmäßig wahrscheinlich ein kleines Häuflein und obendrein alle noch irgendwo im Verborgenen, um ihren „Makel” des fehlenden Tierzeichens zu verbergen. Doch das Zeichen des Menschensohnes am Himmel haben alle Menschen gesehen. Und auch der Antichrist weiß nun, wie viel es geschlagen hat. Doch er kann und will sichtlich nicht mehr zurück. Er ist entschlossen diese letzte Schlacht auch noch zu schlagen. Und mit der Unterstützung des Satans und des falschen Propheten ruft er die Könige der ganzen Welt mit ihren Heeren in Harmagedon zusammen.

Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen der ganzen Welt.

Off 16,13 Und ich sah aus dem Rachen des Drachen und aus dem Rachen des Tieres und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, gleich Fröschen; 16,14 es sind Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Kampf am großen Tag Gottes, des Allmächtigen. 16,15 Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt gehe und man seine Blöße sehe. - 16,16 Und er versammelte sie an einen Ort, der heißt auf hebräisch Harmagedon. Off 16,13-16;

Das „Wort Gottes” und das Heer des Himmels.

Und auch der Herr Jesus kommt nun mit dem Heer des Himmels, um gegen diese satanischen Mächte anzutreten.

Das Wort Gottes und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden.

Off 19,11 Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit. 19,12 Und seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen; und er trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst. 19,13 Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes.

19,14 Und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem, reinem Leinen. 19,15 Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen, 19,16 und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren. Off 19,11-16;

Die Schlacht.

Das Tier und die Könige auf Erden führen Krieg mit dem, der auf dem Pferd saß.

Off 19,17 Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen, und er rief mit großer Stimme allen Vögeln zu, die hoch am Himmel fliegen: Kommt, versammelt euch zu dem großen Mahl Gottes 19,18 und esst das Fleisch der Könige und der Hauptleute und das Fleisch der Starken und der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller Freien und Sklaven, der Kleinen und der Großen! 19,19 Und ich sah das Tier und die Könige auf Erden und ihre Heere versammelt, Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd saß, und mit seinem Heer. Off 19,17-19;

Das Tier und der falsche Prophet wurden lebendig in den feurigen Pfuhl geworfen.

Off 19,20 Und das Tier wurde ergriffen und mit ihm der falsche Prophet, der vor seinen Augen die Zeichen getan hatte, durch welche er die verführte, die das Zeichen des Tieres angenommen und das Bild des Tieres angebetet hatten. Lebendig wurden diese beiden in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit Schwefel brannte. 19,21 Und die andern wurden erschlagen mit dem Schwert, das aus dem Munde dessen ging, der auf dem Pferd saß. Und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch. Off 19,20-21;

(Siehe auch Kapitel 07: „Die Schlacht von Harmagedon”.)

Satan für tausend Jahre im Abgrund.

Der Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan, gefesselt für tausend Jahre.

Off 20,1 Und ich sah einen Engel vom Himmel herabfahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. 20,2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn für tausend Jahre, 20,3 und warf ihn in den Abgrund und verschloss ihn und setzte ein Siegel oben darauf, damit er die Völker nicht mehr verführen sollte, bis vollendet würden die tausend Jahre. Danach muss er losgelassen werden eine kleine Zeit. Off 20, 1- 3;

Die Umgestaltung von Himmel und Erde.

Ein großes Erdbeben, wie es noch nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden sind.

Off 16,17 Und der siebente Engel goss aus seine Schale in die Luft; und es kam eine große Stimme aus dem Tempel vom Thron, die sprach: Es ist geschehen! 16,18 Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner, und es geschah ein großes Erdbeben, wie es noch nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden sind - ein solches Erdbeben, so groß. 16,19 Und aus der großen Stadt wurden drei Teile, und die Städte der Heiden stürzten ein. Und Babylon, der großen, wurde gedacht vor Gott, dass ihr gegeben werde der Kelch mit dem Wein seines grimmigen Zorns. 16,20 Und alle Inseln verschwanden, und die Berge wurden nicht mehr gefunden. 16,21 Und ein großer Hagel wie Zentnergewichte fiel vom Himmel auf die Menschen; und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels; denn diese Plage ist sehr groß. Off 16,17-21;


Zusammenfassend kann man sagen, dass die Siebzigste Jahrwoche die beiden endzeitlichen Perioden „Große Trübsal” und „Tag des Herrn” mit allen ihren Einzelereignissen einschließt. Diese sieben Jahre sind der Kulminationspunkt der Weltgeschichte. Die Herrschaft der Menschen über die Welt ist beendet. In der anschließenden Zeitperiode des Millenniums wird Gott und der Herr Jesus Christus die letzten tausend Jahre dieser ersten Schöpfung über die Menschheit herrschen.

Siehe Diskurs 48: „Eine alternative Sicht im Ablauf der Endzeitereignisse”)


Abschließend noch ein kurzer Blick auf diese Ereignisse der siebzigsten Jahrwoche in jener Reihenfolge, welche sich aus den vorhandenen diesbezüglichen Aussagen in AT und NT ergeben.



Die siebzigste Jahrwoche - Übersicht.

Die große Trübsal

1. Siegel: der Antichrist (erste 3 1/2 Jahre)

Der Anfang der Wehen:
2. Siegel: Nation gegen Nation, die Menschen schlachten einander ab
3. Siegel: Hungersnot und Erdbeben, Dürre und Lebensmittelknappheit

Der Gräuel der Verwüstung an heiliger Stätte

Die Große Trübsal:

4. Siegel: Tod und Hades halten Ernte

5. Siegel: Die Märtyrer im Himmel

6. Siegel: Die große Finsternis

Die Wiederkunft des Menschensohns

Die Entrückung: Auferweckung der Toten in Christo und Entrückung mit den Lebenden

Die Versiegelung der 144.000

Die toten Gläubigen aus der Großen Trübsal im Himmel

7. Siegel: Stille im Himmel



Der Tag des Herrn

Die Posaunengerichte 1-6

Die zwei Zeugen Gottes

Die 7. Posaune

Tötung der zwei Zeugen Gottes durch den wiedergekehrten Antichrist / Der Fall Jerusalems

Die Herrschaft des Antichrists (zweite 3 1/2 Jahre)

Der Tag des Zornes Gottes

Die Schalengerichte 1-6

Der Untergang Babylons

Die Hochzeit des Lammes

Die Schlacht von Harmagedon

Das Lohngericht im Himmel / Die Erste Auferstehung

Das Strafgericht über Himmel und Erde / Israel wohnt sicher zur Zeit des Strafgerichts

Die 7. Zornesschale

Die Umgestaltung von Himmel und Erde



(Eine Übersicht der Ereignisse der Endzeit finden Sie in der Gesamtübersicht)