Kapitel 06 - Die Wiederkunft des Herrn – 1. Teil: Die Wiederkunft und die Entrückung.




Die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung.

Der Ablauf der Ereignisse.

Das Kommen des Herrn.

Tabelle: Abfolge und Dauer der Endzeitereignisse.

Die Entrückung. /    2. Teil, Kapitel 062

Die Hochzeit des Lammes. /    3. Teil, Kapitel 063

Von Tag und Stunde weiß allein der Vater. /    4. Teil Kapitel 064



Die zeitliche Einordnung.

Die Wiederkunft Jesu Christi ist das erste Ereignis in der endzeitlichen Periode des „Tag des Herrn”. Im ersten Teil dieser Periode – dem „Tag der Offenbarung des Herrn” - kommt der Herr, um die Seinen zu sich zu holen und seine Herrschaft über diese Welt in Jerusalem anzutreten. Im zweiten Teil - der auch als „Tag des Zornes Gottes” bezeichnet wird – kommt der Herr in der Schlacht von Harmagedon bereits mit diesen seinen Berufenen, Auserwählten und Gläubigen, um den Antichrist und seine Heere zu schlagen und im anschließenden Strafgericht Gottes über Himmel und Erde die Gottlosen und Unbußfertigen zu bestrafen.


Nachträglicher Hinweis:

Diese alte Interpretation aus dem Jahre 1995 basiert noch auf der bis heute von fast allen Exegeten vertretenen konventionellen Auslegung, dass die siebzigste Jahrwoche ein zeitlich zusammenhängendes Ereignis ist und es nur einen einzigen Antichristen gibt. Diese Annahmen basieren im Grunde einerseits auf der Prophezeiung in Dan 9,27, wonach in der Hälfte der siebzigsten Jahrwoche der Verwüster kommt und andererseits auf der Aussage des Paulus in 1Kor 15,52, wonach die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung bei der letzten Posaune erfolgen wird, was dann auf die letzte, die siebte Posaune der Posaunengerichte bezogen wird (Off 10,7).

Neuere Studien haben jedoch zur Erkenntnis geführt, dass es zwischen Mt 24 und Off 6 und 7 eine Parallelität der Ereignisse gibt, welche Wiederkunft und Entrückung zwangsläufig nach Off 6,12-17 (6. Siegel) verlagern  und daher die siebzigste Jahrwoche dort unterbrechen.

(Siehe auch Diskurs 05: „Die Parallelität der Ereignisse von Mt 24 und Off 6 und 7”)


In diesem Zusammenhang wurde u.a. auch aufgrund von 2The 2,1-4 und Off 13,1-11 erkannt, dass es nicht nur ein Antichrist sein kann, der die Endzeit beherrschen wird, sondern zwei Antichristen: ein menschlicher Gewaltherrscher (Reiter auf dem weißen Pferd, Off 6,1-2) in der Großen Trübsal (Off 6,1-8; Mt 24,1-25) und ein dämonisches Geistwesen (Tier aus dem Meer, Off 13) am Tag des Zornes Gottes.

(Siehe auch Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist”)


Nachdem sich durch diese geänderte Sichtweise jedoch im Prinzip nur Verschiebungen in der zeitlichen Abfolge der Ereignisse ergeben und die Inhalte bis auf wenige Ausnahmen im Wesentlichen gleich bleiben, haben die Dokumente der alten Interpretation - unter Berücksichtigung dieser Hinweise hier - durchaus ihre Berechtigung und werden so beibehalten. Eine Zusammenfassung der Änderungen findet sich im Diskurs 48.

(Siehe Diskurs 48: „Eine alternative Sicht im Ablauf der Endzeitereignisse”)




Die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung.

Das Thema der Entrückung wird - speziell in evangelikalen Kreisen – im Zusammenhang mit der Wiederkunft des Herrn (Parusie) genannt. Wie wir noch weiter unten sehen werden, haben wir tatsächlich in jenen Stellen der Schrift, in welchen auf die Entrückung Bezug genommen wird, auch immer den Hinweis auf die Wiederkunft des Herrn.

Allerdings umfasst diese Wiederkunft des Herrn weit mehr, als nur dieses Einzelereignis der Entrückung der verstorbenen und lebenden Heiligen. Wie die Bezeichnung Wiederkunft des „Herrn” schon verdeutlicht, geht es ja bei dieser Betrachtung nur um die Sichtweise jener, welche dem Herrn angehören, also um die Sicht der Christusgläubigen. Nur für sie ist Christus auch der „Herr”. Dieses Wiedererscheinen unseres Herrn betrifft aber in der weiteren Folge auch - und vor allem - die ungläubige Welt. Für sie kommt der Herr jedoch nicht als Retter sondern als Richter zum Gericht.

Und schließlich bewirkt diese Wiederkunft des Herrn, am Ende dieser Gerichtsperiode, die Umwandlung von Himmel und Erde, durch welche Gott als Vorbereitung auf sein tausendjähriges Friedensreich - ähnlich wie bei der Sintflut - eine neue Erde und einen neuen Himmel schaffen wird.

Es ist also kurz gesagt, der „Tag des Herrn”, der Tag seiner Wiederkunft, der Tag der Errettung seiner Auserwählten, aber auch der Tag seines Zornes und seines Strafgerichts über die Gottlosen und Unbußfertigen, welcher als erstes Geschehen einer Reihe von Einzelereignissen, die Auferweckung der toten und die Entrückung mit den noch lebenden Christusgläubigen beinhaltet.

(Siehe auch Kapitel 05: „Der Tag des Herrn”.)

Der Ablauf der Ereignisse.

Nachdem manche Ausleger von mehreren „Wiederkünften” ausgehen, wollen wir als Erstes sicherstellen, dass es sich bei dem hier dargestellten Kommen des Herrn tatsächlich um das zweite Kommen nach seinem Tod und seiner Auferweckung und Entrückung in den Himmel handelt, und nicht etwa um eine angeblich dazwischen liegende andere Wiederkunft.

Sie werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels.

Mt 26,64 Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels. Mt 26,64;

Mk 14,61 Er aber schwieg und antwortete nichts. Wieder fragte ihn der Hohepriester und spricht zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? 14,62 Jesus aber sprach: Ich bin es; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels. Mk 14,61-62;


Es ist der Hohenpriester, der Jesus hier befragt, ob er denn der Sohn Gottes sei. Und in seiner Antwort bejaht der Herr nicht nur diese Frage, sondern er bestätigt dem ganzen Sanhedrin auch gleich, dass er nun zum Vater gehen wird und dann später, „mit den Wolken des Himmels”, wiederkommen wird.

Genau diese Information bekommen auch die Jünger, als sie den auferstandenen Herrn sahen, wie er in den Himmel entrückt wurde.

Dieser Jesus wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Apg 1,6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? 1,7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 1,8 aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.

1,9 Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. 1,10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 1,11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen. Apg 1, 6-11;


Nach diesen Texten ist das untrügliche Kennzeichen der Wiederkunft des Herrn auf diese Welt, nach Tod, Auferweckung und Himmelfahrt - also nach bisher fast zweitausend Jahren -, sein Erscheinen auf „den Wolken des Himmels”. Wir können also davon ausgehen, dass alle Prophezeiungen, welche den Herrn „auf den Wolken des Himmels” kommend darstellen, dieses Ereignis betreffen.

Einen ersten derartigen Hinweis finden wir in den Evangelien. Hier schildert der Herr den Jüngern dieses Ereignis und lässt sie auch gleichzeitig die Vorzeichen dieser seiner Wiederkunft wissen.

Sie werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels.

Mt 24,29 Sogleich aber nach der Trübsal jener Zeit wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 24,30 Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. 24,31 Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Mt 24,29-31;

Der Menschensohn kommt in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.

Lk 21,25 Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, 21,26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.

21,27 Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Lk 21,25-27;

Er wird die Engel senden und wird seine Auserwählten versammeln.

Mk 13,24 Aber zu jener Zeit, nach dieser Bedrängnis, wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, 13,25 und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.

13,26 Und dann werden sie sehen den Menschensohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. 13,27 Und dann wird er die Engel senden und wird seine Auserwählten versammeln von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Mk 13,24-27;


Eine der wichtigsten Aussagen dieser Texte ist der Hinweis, dass sich all diese Ereignisse – und damit auch die Wiederkunft des Herrn - „nach der Trübsal / Bedrängnis jener Zeit” ereignen werden. Wenn man nun die hier erwähnte „Trübsal jener Zeit” mit jener „großen Trübsal” gleichsetzen kann, welche einige Verse zuvor, in Mk 13,19 und Mt 24,21 mit den Worten angekündigt wird: „Denn es wird dann eine große Trübsal sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird”, dann ist dies einer der wichtigsten Hinweise darauf, dass die Entrückung nicht vor der Trübsal, sondern eindeutig „nach der Trübsal jener Zeit” erfolgen wird.

Sogleich nach dieser Trübsal also werden sich die Gestirne verfinstern und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und dann wird das Zeichen des Menschensohns am Himmel erscheinen und alle Menschen auf Erden werden den Menschensohn auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit kommen sehen. Dann wird er seine Engel senden mit hellen Posaunen und diese werden seine Auserwählten einsammeln.

Mit dem Text in Mt 24,30 u. par. können wir gleich eine weitere Fehlinterpretation mancher Kreise ausräumen. Es gibt immer wieder Aussagen, dass der Herr Jesus bei seiner Wiederkunft im Verborgenen und für die übrige Welt unsichtbar kommen würde. Der Text in Mt 24.30 besagt nun aber gerade das Gegenteil:

Mt 24,30 Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. 24,31 Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Mt 24,30-31;


Es werden ihn also alle Geschlechter auf Erden auf den Wolken kommen sehen mit großer Kraft und Herrlichkeit. Es handelt sich also hier um dieses auch weiter oben erwähnte „Kommen in den Wolken”. Im nächsten Vers Mt 24,31 wird dann von der Sammlung der Auserwählten gesprochen und es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ihn alle Geschlechter auf Erden kommen sehen werden. Es kann also schon nicht mehr eindeutiger zum Ausdruck gebracht werden, dass dieses Kommen sichtbar für alle Menschen auf Erden erfolgen wird und keineswegs heimlich und im Verborgenen.

In diesem Text erkennen wir nun folgende Reihenfolge:

-  Nach der Trübsal jener Zeit

-  werden sich die Gestirne verfinstern und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen

-  das Zeichen des Menschensohns wird am Himmel erscheinen

-  alle Menschen werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels

-  er wird seine Engel mit Posaunen senden, seine Auserwählten weltweit einzusammeln.


Wir wollen nun diese Punkte im einzelnen und im Zusammenhang mit weiteren Schriftstellen untersuchen.

Die Trübsal jener Zeit.

Auch bei der Interpretation der „Großen Trübsal” lässt man sich oft vom Kontext täuschen und analysiert zu wenig die eigentliche Aussage. Weil in Mt 24, ab Vers 15 der „Gräuel der Verwüstung im Heiligtum” erwähnt und dann von einer schleunigen Flucht in die Berge gesprochen wird, meint man, im „Gräuel” und mit ihm in der antichristlichen Herrschaft die ausschließliche Ursache für die „Große Bedrängnis” im Vers 21 zu sehen.

Eine große Bedrängnis, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt.

Mt 24,15 Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel (Daniel 9,27; 11,31), - wer das liest, der merke auf! -, 24,16 alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; 24,17 und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter, etwas aus seinem Hause zu holen; 24,18 und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. 24,19 Weh aber den Schwangeren und den Stillenden zu jener Zeit! 24,20 Bittet aber, dass eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat.

24,21 Denn es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird. 24,22 Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt. Mt 24,15-22;


Wenn man jedoch die Aussage von Vers 21 genau betrachtet, ist dort die Rede von einer Bedrängnis / Trübsal, „wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder sein wird”. Diese Definition einer Trübsal sprengt jeden Rahmen der Möglichkeiten, welche Menschen haben, um anderen Menschen Leid zuzufügen.

Wenn diese Trübsal tatsächlich noch nie erreichte Ausmaße annehmen soll – und dies ist schließlich die Bedeutung dieses Textes – dann kann es sich hier nicht (nur) um Verfolgungen, Verhaftungen, Folterungen und Hinrichtungen handeln. Es kann dann auch nicht nur die Betroffenheit einer bestimmten Menschengruppe wie Christen oder Juden gemeint sein. Bei einer sinnkonformen Interpretation dieses Textes, muss es sich um ein Ereignis von globaler Dimension, also eine weltweite Bedrängnis aller Menschen handeln.

Es gibt einige Hinweise in der Schrift, welche uns helfen, diese Große Trübsal zu lokalisieren. Wegen der Notwendigkeit einer ausführlichen Analyse wird dieses Thema daher in einem eigenen Kapitel behandelt.

(Siehe auch Kapitel 03: „Die Große Trübsal”.)

Die Gestirne verfinstert, die Kräfte der Himmel kommen ins Wanken.

Über dieses Ereignis der Verfinsterung der Gestirne – der „großen Finsternis” – gibt es zahlreiche Hinweise in der Schrift. Während allerdings im AT neben Sonne und Mond die „Sterne” entweder gar nicht erwähnt werden (z. B. Joel 3,4) oder mit „scheinen nicht hell” (z. B. Jes 13,10) charakterisiert werden, haben wir im NT zwei ganz ähnliche Texte mit der ganz spezifischen und sonst nirgendwo in der Schrift zu findenden Aussage, dass „die Sterne vom Himmel fallen”.

Die Gestirne werden sich verfinstern und die Sterne werden vom Himmel fallen.

Mt 24,29 Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Mt 24,29;

Die Sonne finster, der ganze Mond wie Blut und die Sterne fielen auf die Erde.

Off 6,12 Und ich sah: als es das sechste Siegel auftat, da geschah ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde finster wie ein schwarzer Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut, 6,13 und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von starkem Wind bewegt wird. 6,14 Und der Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden wegbewegt von ihrem Ort. Off 6,12-14;


Es handelt sich also hier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um zwei Aussagen über dasselbe Thema, nämlich über die Verfinsterung der Gestirne, welche nach der Großen Trübsal und vor dem Kommen des Herrn die Welt treffen wird.

Auch hier findet sich eine ausführliche Behandlung dieser Zusammenhänge in einem eigenen Kapitel.

(Siehe auch Kapitel 04: „Die große Finsternis”.)

Das Zeichen des Menschensohns am Himmel.

Wie bereits eingangs dargelegt, wird das Kommen des Herrn nicht klammheimlich, sondern über die ganze Erde sichtbar und in Kraft und Herrlichkeit erfolgen. Alle Menschen werden zuerst das Zeichen des Menschensohns am Himmel sehen.

Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel.

Mt 24,30 Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Mt 24,30;


Und drei Verse zuvor wird uns auch gesagt, wie dieses Zeichen am Himmel erscheinen wird: Es wird sein wie der Blitz, der vom Osten bis zum Westen leuchtet. Wir können wahrscheinlich davon ausgehen, dass zu diesem Zeitpunkt die Gestirne noch immer verfinstert sind und daher weltweit Finsternis herrscht.

Wie der Blitz wird auch das Kommen des Menschensohns sein.

Mt 24,26 Wenn sie also zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste!, so geht nicht hinaus; siehe, er ist drinnen im Haus!, so glaubt es nicht. 24,27 Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein. 24,28 Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier. Mt 24,26-28;


Und dann wird der Herr in Kraft und Herrlichkeit offenbar werden und seine Engel mit hellen Posaunen aussenden.

Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen.

Mt 24,31 Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Mt 24,31;


Der Text von Mt 24,29-31 zeigt nun eine gewisse Parallelität mit Off 6,12-17 – der Verfinsterung der Gestirne - und Off 8,6 – 9,21 – den ersten sechs Posaunen. Eine detaillierte Behandlung dieser Zusammenhänge und der Posaunengerichte findet sich im Kapitel „Der Tag des Herrn”.

(Siehe auch Kapitel 05: „Der Tag des Herrn”.)

Die letzte - siebente - Posaune.

Ebenso wie das siebente Siegel, bringt auch die siebente Posaune keine unmittelbaren Plagen. Diese letzte Posaune kündigt an, dass „die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden sind”. Es ist dies der Anfang vom Ende dieser siebzigsten Jahrwoche, welche im wesentlichen die endzeitlichen Ereignisse beinhaltet.

Die Vorschau auf diese siebente Posaune, welche wir in Off 10,5-7 finden, erlaubt uns eine Standortbestimmung innerhalb dieser letzten Zeitperiode vor dem Millennium. Wie es in Off 10,7 heißt, ist mit der siebenten Posaune „das Geheimnis Gottes vollendet”. Und wie der Engel hinzufügt: „wie er es verkündigt hat seinen Knechten, den Propheten”.

Wenn der siebente Engel seine Posaune bläst, ist das Geheimnis Gottes vollendet.

Off 10,5 Und der Engel, den ich stehen sah auf dem Meer und auf der Erde, hob seine rechte Hand auf zum Himmel 10,6 und schwor bei dem, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, und die Erde und was darin ist, und das Meer und was darin ist: Es soll hinfort keine Zeit (Wartezeit!) mehr sein, 10,7 sondern in den Tagen, wenn der siebente Engel seine Stimme erheben und seine Posaune blasen wird, dann ist vollendet das Geheimnis Gottes, wie er es verkündigt hat seinen Knechten, den Propheten. Off 10, 5- 7;


Einen gleichartigen Text finden wir bei Daniel, welchem der Engel Gabriel weissagt, dass nach den siebzig Jahrwochen, welche über sein Volk bestimmt sind, „dem Frevel ein Ende gemacht und die Sünde abgetan...und ewige Gerechtigkeit gebracht” wird. Und auch Gabriel weist darauf hin, dass dann „Gesicht und Weissagung erfüllt” werden, was mit der obigen Aussage aus Off 10,7 sinngemäß übereinstimmt.

Es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erfüllt.

Dan 9,24 Siebzig Wochen sind verhängt über dein Volk und über deine heilige Stadt; dann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die Sünde abgetan und die Schuld gesühnt, und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erfüllt und das Allerheiligste gesalbt werden. Dan 9,24;


Wir befinden uns also hier an einer Wende im endzeitlichen Geschehen. Alle Verheißungen, welche Gott seinen Knechten, den Propheten gegeben hat, sie werden ab nun ihre Enderfüllung finden. Wenngleich ein wesentlicher Teil dieser Prophezeiungen das Reich Gottes auf Erden – das Millennium - und die Rettung des Volkes Israel betrifft, haben doch all diese Verheißungen ein einziges Ereignis zur Voraussetzung: Das Kommen des Messias.

Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden.

Off 11,15 Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. 11,16 Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen nieder auf ihr Angesicht und beteten Gott an 11,17 und sprachen: Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst, dass du an dich genommen hast deine große Macht und herrschest!

11,18 Und die Völker sind zornig geworden; und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu die vernichten, welche die Erde vernichten. Off 11,15-18;


Und eben gerade dieses Kommen des Herrn wird mit der siebenten Posaune angekündigt.

Im obigen Text von Off 11,15-18 erkennen wir aber gleich mehrere Ereignisse:

1. „Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden” (Verse 15-17).

Der Herr hat also seine Herrschaft angetreten, der Tag der Offenbarung des Herrn ist angebrochen.

2. „Die Völker sind zornig geworden” (Vers 18).

Die Menschen erkennen nicht, dass sie selbst für die Plagen, für die Verwüstung der Welt verantwortlich sind, und zürnen Gott.

3. „Es ist gekommen dein Zorn” (Vers 18).

Die Langmut des Herrn hat nun ein Ende, er macht sich auf, seinen Zorn und seinen Grimm über alle Gottlosen auszuschütten.

4. „Es ist die Zeit gekommen, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und
    den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten” (Vers 18).

Dies ist der Hinweis auf die Auferweckung, Entrückung und das anschließende Lohngericht.

5. Es ist auch die Zeit gekommen, „die zu vernichten, welche die Erde vernichten” (Vers 18).

Damit ist der Tag des Zornes, das Strafgericht Gottes am Tag des Herrn gemeint, das über die Gottlosen und Unbußfertigen kommen wird.


Es ist also der Moment, an welchem Gott die Macht auf dieser Welt übernimmt. Es ist jener Zeitpunkt, an dem Gott eingreift, um das verantwortungslose Handeln der Menschen untereinander und mit seiner Schöpfung zu beenden. Die letzte Posaune kündigt den Beginn dieser Zeitperiode an und ist gleichzeitig auch das Zeichen dafür, dass der Herr kommt, um die Seinen in der Auferweckung und Entrückung zu erlösen.

Auch Paulus erklärt das den Korinthern in seinem ersten Brief:

Bei der letzten Posaune werden die Lebenden verwandelt werden.

1Kor 15,50 Dies aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können, auch die Vergänglichkeit nicht die Unvergänglichkeit erbt. 15,51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 15,52 in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden. 15,53 Denn dieses Vergängliche muss Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen. 1Kor 15,50-53;


Und auch in seinem ersten Brief an die Thessalonicher schreibt Paulus, dass beim Schall der Posaune Gottes der Herr vom Himmel herabkommen wird und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Sodann werden die Auserwählten, die noch leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt.

Die Posaune Gottes wird erschallen und der Herr wird herabkommen vom Himmel.

1The 4,15 Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. 4,16 Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. 4,17 Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. 1The 4,15-17;




Nachträglicher Hinweis:

An dieser Stelle können wir den Hintergrund des eingangs angeführten Hinweises genauer überprüfen. Während Paulus weiter oben, in 1Kor 15,52, von der „letzten Posaune” spricht, schreibt er hier, in 1The 4,16, nur von der „Posaune Gottes”, welche bei der Wiederkunft des Herrn erschallen wird. Aufgrund der Textaussagen ist jedoch ganz unmissverständlich zu erkennen, dass es sich hier um ein und dasselbe Ereignis handelt: die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung.

Und genau dieses Ereignis wird uns auch vom Herrn Jesus selbst in seiner Prophezeiung in Mt 24,30-31 beschrieben.

Und er wird seine Engel senden mit starkem Posaunenschall.

Mt 24,30 Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. 24,31 Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende. Mt 24,30-31;


Auch der Herr sagt also, dass er auf den Wolken des Himmels kommen und seine Engel mit „hellen Posaunen” senden wird, um seine Auserwählten - die toten und die noch lebenden - zu sammeln.

Im Zusammenhang mit der ebenfalls bereits eingangs erwähnten unverkennbaren Parallelität der Ereignisse der Aussagen hier, in Mt 24 und in der Offenbarung des Johannes, in Off 6 und 7, ist es daher naheliegend, die von Paulus in 1Kor 15,52 so genannte „letzten Posaune” nicht auf die siebente Posaune der Posaunengerichte zu beziehen (wie fälschlicherweise hier weiter oben), sondern eben auf den letzten Posaunenschall der vom Herrn bei seinem Kommen ausgesandten Engel zur Sammlung der Seinen.

(Siehe auch Diskurs 05: „Die Parallelität der Ereignisse von Mt 24 und Off 6 und 7”)



Das Kommen des Herrn.

Neben den hör- und sichtbaren Anzeichen, direkt beim Kommen des Herrn selbst, gibt es aber noch andere biblisch gesicherte Anzeichen für diesen Zeitpunkt. Wenn wir oben, in 1The 4,15-17 , erfahren haben, wie sich das Kommen des Herrn ereignen wird, so schildert uns Paulus in seinem zweiten Brief an die Thessalonicher das zeitgeschichtliche Umfeld, in welchem sich dieses Ereignis zutragen wird.

Der Herr kommt erst, wenn zuvor der Antichrist offenbart worden ist.

Zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden.

2The 2,1 Was nun das Kommen unseres Herrn Jesus Christus angeht und unsre Vereinigung mit ihm, so bitten wir euch, liebe Brüder, 2,2 dass ihr euch in eurem Sinn nicht so schnell wankend machen noch erschrecken lasst - weder durch eine Weissagung noch durch ein Wort oder einen Brief, die von uns sein sollen -, als sei der Tag des Herrn schon da.

2,3 Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. 2,4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. 2,5 Erinnert ihr euch nicht daran, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war? 2,6 Und ihr wisst, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit.

2,7 Denn es regt sich schon das Geheimnis der Bosheit; nur muss der, der es jetzt noch aufhält, weggetan werden, 2,8 und dann wird der Böse offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus umbringen mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt. 2,9 Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern 2,10 und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden.

2,11 Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, so dass sie der Lüge glauben, 2,12 damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit. 2The 2, 1-12;


Wie wir sehen, hat es zu der Zeit, als dieser Brief des Paulus abgefasst wurde, Verführer gegeben, welche die Menschen glauben machen wollten, dass Christus schon gekommen sei. Auch unter den thessalonischen Christen waren solche, welche verbreitet hatten: „Das Kommen des Herrn hat schon stattgefunden”. Wie wir alle wissen, gab und gibt es auch in unserer Zeit Fälle von selbsternannten „Christussen”, die Hunderte von leichtgläubigen Menschen an sich gebunden und sogar bis in den Tod getrieben haben.

Paulus hat nun versucht, seinen Jüngern ein Kennzeichen zu geben, an dem sie eindeutig erkennen konnten, ob die Wiederkunft des Herrn vor der Tür steht oder nicht. Und er nannte, in einer ganz eindeutigen Weise, das Erscheinen des Antichrists mit seinem Abfall von Gott, als untrügliches Zeichen. Erst wenn sie den Antichristen sehen, dass er sich in den Tempel in Jerusalem setzt und vorgibt er sei Gott, erst dann können sie damit rechnen, dass der Herr bald erscheinen und die Seinen zu sich holen wird.

Und wenn uns Paulus in 2The 2,9 darauf hinweist: „Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wunder”, so bestätigt uns dies auch Johannes in der Offenbarung:

Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht.

Off 13,1 Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das zehn Hörner und sieben Köpfe hatte, und auf seinen Hörnern zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen der Lästerung. 13,2 Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie die eines Bären und sein Maul wie eines Löwen Maul. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht. 13,3 Und ich sah einen seiner Köpfe wie zum Tod geschlachtet. Und seine Todeswunde wurde geheilt, und die ganze Erde staunte hinter dem Tier her. Off 13, 1- 3;


Ebenso wird die Aussage des Paulus in 2The 2,4: „Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott.” in der Offenbarung bekräftigt:

Sie beteten das Tier an und es lästert Gott und sein Haus und die im Himmel wohnen.

Off 13,4 Und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und sie beteten das Tier an und sagten: Wer ist dem Tier gleich? Und wer kann mit ihm kämpfen? 13,5 Und es wurde ihm ein Mund gegeben, der große Dinge und Lästerungen redete; und es wurde ihm Macht gegeben, 42 Monate zu wirken. 13,6 Und es öffnete seinen Mund zu Lästerungen gegen Gott, um seinen Namen und sein Haus und die, welche im Himmel wohnen, zu lästern. Off 13, 4- 6;


Nach dieser Offenbarung des Abfalls und des Widersachers, des Menschen der Bosheit, wird der Herr kommen und - nach der Heimholung der Seinen - den Antichristen in der Schlacht von Harmagedon mit dem Hauch seines Mundes umbringen und ihm ein Ende machen.

Schon der Herr Jesus selbst warnt uns in den Evangelien, dass vor seinem Kommen falschen Propheten auftreten werden und befiehlt uns, ihnen nicht zu folgen. Und auch er gibt uns eine Orientierungsmöglichkeit, wann wir mit seinem Kommen rechnen können:

Wie der Blitz am Himmel, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein.

Mt 24,24 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und, große Zeichen und Wunder tun, so dass sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten. 24,25 Siehe, ich habe es euch vorausgesagt. 24,26 Wenn sie also zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste!, so geht nicht hinaus; siehe, er ist drinnen im Haus!, so glaubt es nicht. 24,27 Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein. Mt 24,24-27;


Wenn wir nun einerseits davon ausgehen können, dass die Offenbarung, von der Paulus weiter oben in 1The 4,15-17 spricht, das Kommen des Herrn zur Entrückung betrifft, dann wird mit der Aussage von 2The 2,1-10 bestätigt, dass dieses Kommen des Herrn nicht vor dem Abfall und der Offenbarung des Bösen, sondern eben danach erfolgen wird. Das gleiche Schema erkennen wir auch in den Aussagen des Herrn über die Endzeit:

Sie werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels.

Mt 24,29 Sogleich aber nach der Trübsal jener Zeit wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 24,30 Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. 24,31 Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Mt 24,29-31;


Vor dem Kommen des Herrn muss also zuerst die Große Trübsal und der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Bosheit, der Antichrist, offenbart werden. Sodann werden sich die Gestirne verfinstern und die Kräfte der Himmel ins Wanken kommen. Und dann wird das Zeichen des Menschensohns, für alle Menschen sichtbar am Himmel erscheinen und der Herr wird in den Wolken herabkommen. Sein Kommen wird sein wie der Blitz, der ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen. Und alle Augen werden ihn sehen und alle Geschlechter auf Erden werden um seinetwillen wehklagen.

(Siehe auch die Tabelle 07: „Die beiden Kommen des Herrn”.)

Gerade das ist ja der Triumph des Gekreuzigten, der bei seinem ersten Kommen von der Welt und von seinem Volk abgelehnt und ausgeliefert wurde, dass ihn hier, bei seiner Wiederkunft, weltweit alle erkennen werden. Es wird für keinen Menschen die Ausrede geben „ich habe nichts gesehen”. Und alle Heiden werden bitter erkennen müssen, dass „ihre Väter nur Lügen gehabt haben” und dass es doch einen Gott gibt.

Nur Lüge haben unsere Väter geerbt, nichtige Götter, die nicht helfen können.

Jer 16,19 HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not! Die Heiden werden zu dir kommen von den Enden der Erde und sagen: Nur Lüge haben unsere Väter geerbt, nichtige Götter, die nicht helfen können. 16,20 Wie kann ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter! 16,21 Darum siehe, diesmal will ich sie lehren und meine Kraft und Gewalt ihnen kundtun, dass sie erfahren sollen: Ich heiße der HERR. Jer 16,19-21;


Dass der Herr auf den Wolken des Himmels kommen wird, und ihn dann alle Menschen sehen werden - die Gottlosen in Furcht, die Gläubigen in Freude - das erfahren wir auch aus Off 1,7:

Es werden ihn alle sehen, die ihn durchbohrt haben.

Off 1,4 Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, 1,5 und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut 1,6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 1,7 Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen. Off 1, 4- 7;


„Es werden ihn alle sehen, die ihn durchbohrt haben”. Damit sind natürlich nicht jene römischen Legionäre gemeint, die den Herrn gekreuzigt und ihm Nägel durch Arme und Füße geschlagen haben. Jeder Mensch, der Jesus Christus als den Sohn Gottes ablehnt, hat ihn im geistlichen Sinne „durchbohrt”, hat ihn gekreuzigt.

Und es ist hier sehr deutlich zu erkennen, dass es auch und gerade die Gottlosen und Ungläubigen und nicht nur die Gläubigen sein werden, welche den Herrn kommen sehen werden.

„Und alle Geschlechter der Erde werden um seinetwillen wehklagen”. Auch dieser Hinweis bestätigt uns, dass die ganze Welt den Herrn kommen sehen wird. Er wird bei seinem Kommen rund um den Erdball sichtbar sein, auch wenn das aus unserer heutigen begrenzten menschlicher Sicht schwer vorstellbar ist.

Gleichlautende Aussagen wie in Off 1,7 finden wir auch im AT, bei Sach 12,9-14:

Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben.

Sach 12,9 Und zu der Zeit werde ich darauf bedacht sein, alle Heiden zu vertilgen, die gegen Jerusalem gezogen sind. 12,10 Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen.

12,11 Zu der Zeit wird große Klage sein in Jerusalem, wie die um Hadad-Rimmon in der Ebene von Megiddo war. 12,12 Und das Land wird klagen, ein jedes Geschlecht besonders: das Geschlecht des Hauses David besonders und die Frauen besonders, das Geschlecht des Hauses Nathan besonders und die Frauen besonders, 12,13 das Geschlecht des Hauses Levi besonders und die Frauen besonders, das Geschlecht Schimis besonders und die Frauen besonders; 12,14 so auch alle andern übriggebliebenen Geschlechter, ein jedes besonders und die Frauen besonders. Sach 12, 9-14;


Nach der Trübsal jener Zeit werden sich die Gestirne verfinstern. D.h. die ganze Welt wird in Dunkel gehüllt sein. Eine absolute Finsternis auf Erden. Allein dieses Ereignis würde genügen, um die Menschen in Furcht und Schrecken zu versetzen. Aber dann plötzlich zeigt sich ein strahlendes Licht am Himmel. Es wird weltweit von einem Ende des Himmels bis zum anderen leuchten.

Und dann werden sie den Herrn Jesus auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit und seinen heiligen Engeln herabkommen sehen. Sie werden ihn alle sehen und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter auf Erden. Nun können die überlebenden Gläubigen aus der Großen Trübsal, die noch lebenden Auserwählten, hervorkommen und ihre Häupter erheben, denn ihre Rettung ist da und niemand kann ihnen mehr Schaden zufügen.



Tabelle: Abfolge und Dauer der Endzeitereignisse.

Die Entrückung. /    2. Teil, Kapitel 062

Die Hochzeit des Lammes. /    3. Teil, Kapitel 063

Von Tag und Stunde weiß allein der Vater. /    4. Teil Kapitel 064