Kapitel 063 - Die Wiederkunft des Herrn – 3. Teil: Die Hochzeit des Lammes.




Die Hochzeit des Lammes.

Die Braut im Alten Bund.

Die Hochzeitsgäste.

Die Braut im Neuen Bund.

Tabelle: Abfolge und Dauer der Endzeitereignisse

Die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung. /    1. Teil, Kapitel 06

Die Entrückung. /    2. Teil, Kapitel 062

Von Tag und Stunde weiß allein der Vater. /    4. Teil Kapitel 064

Das Reich Gottes und seine Erben. / Diskurs 94



Nachträglicher Hinweis:

Diese alte Interpretation aus dem Jahre 1995 basiert noch auf der bis heute von fast allen Exegeten vertretenen konventionellen Auslegung, dass die siebzigste Jahrwoche ein zeitlich zusammenhängendes Ereignis ist und es nur einen einzigen Antichristen gibt. Diese Annahmen basieren im Grunde einerseits auf der Prophezeiung in Dan 9,27, wonach in der Hälfte der siebzigsten Jahrwoche der Verwüster kommt und andererseits auf der Aussage des Paulus in 1Kor 15,52, wonach die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung bei der letzten Posaune erfolgen wird, was dann auf die letzte, die siebte Posaune der Posaunengerichte bezogen wird (Off 10,7).

Neuere Studien haben jedoch zur Erkenntnis geführt, dass es zwischen Mt 24 und Off 6 und 7 eine Parallelität der Ereignisse gibt, welche Wiederkunft und Entrückung zwangsläufig nach Off 6,12-17 (6. Siegel) verlagern  und daher die siebzigste Jahrwoche dort unterbrechen.

(Siehe auch Diskurs 05: „Die Parallelität der Ereignisse von Mt 24 und Off 6 und 7”)


In diesem Zusammenhang wurde u.a. auch aufgrund von 2The 2,1-4 und Off 13,1-11 erkannt, dass es nicht nur ein Antichrist sein kann, der die Endzeit beherrschen wird, sondern zwei Antichristen: ein menschlicher Gewaltherrscher (Reiter auf dem weißen Pferd, Off 6,1-2) in der Großen Trübsal (Off 6,1-8; Mt 24,1-25) und ein dämonisches Geistwesen (Tier aus dem Meer, Off 13) am Tag des Zornes Gottes.

(Siehe auch Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist”)


Nachdem sich durch diese geänderte Sichtweise jedoch im Prinzip nur Verschiebungen in der zeitlichen Abfolge der Ereignisse ergeben und die Inhalte bis auf wenige Ausnahmen im Wesentlichen gleich bleiben, haben die Dokumente der alten Interpretation - unter Berücksichtigung dieser Hinweise hier - durchaus ihre Berechtigung und werden so beibehalten. Eine Zusammenfassung der Änderungen findet sich im Diskurs 48.

(Siehe Diskurs 48: „Eine alternative Sicht im Ablauf der Endzeitereignisse”)



Die Hochzeit des Lammes.

Nach der Ausauferweckung der Toten in Christus, der gemeinsamen Entrückung mit den noch lebenden und übriggebliebenen Gläubigen und dem Lohngericht im Himmel, finden wir als nächstes Ereignis dieser Zeit die Hochzeit des Lammes.

Jene Heiligen unter den auferweckten Gläubigen, welche die „Braut des Lammes” verkörpern, bereiten sich auf die Hochzeit vor. Es ward ihnen gegeben, sich anzutun mit schönem reinem Leinen.

Die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet.

Off 19,6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen Volksmenge und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten. 19,7 Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet. 19,8 Und ihr wurde gegeben, dass sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend, rein; denn die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen. 19,9 Und er spricht zu mir: Schreibe: Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes! Und er spricht zu mir: Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes. Off 19, 6- 9;


Dass diese „Hochzeit” eine Metapher ist, braucht wohl nicht weiter erklärt zu werden. Dennoch sollten wir einige Gedanken daran verwenden, wieso hier von „Hochzeit” gesprochen wird. Metaphern werden in der Schrift meist dann verwendet, wenn die Vorgänge in der göttlichen Dimension das menschliche Vorstellungsvermögen überfordern würden und daher ein, den Menschen geläufiges Vergleichsbild den tatsächlichen Hintergrund aufschließen helfen soll.

Ebenso wie die gegenseitige Liebe des Brautpaares bei einer menschlichen Hochzeit die Grundlage der Vereinigung bildet, ist es auch in dieser Metapher die Liebe Gottes und des Lammes zu den Menschen und die Liebe dieser Menschen zu ihrem Gott und Herrn, welche diese Vereinigung anstrebt. Aber es ist natürlich eine andere Art von Liebe, welche hier gemeint ist. Das zeigt sich auch in der Identität der „Braut”: die göttliche Liebe konzentriert sich nicht auf eine Einzelperson, wie wir Menschen es üblicherweise zu tun pflegen, sondern es ist eine bestimmte Gruppe von Menschen, welchen die besondere Liebe Gottes gilt. Doch ebenso, wie ein Bräutigam auf Erden seine Braut aufgrund ihrer ganz spezieller Eigenschaften und Verhaltensweisen liebt und heiratet, hat auch die „Braut des Lammes” bestimmte Eigenschaften aufzuweisen, welche die Liebe des Herrn zu ihr und natürlich auch ihre Liebe zu ihrem Gott begründen.

Und ähnlich, wie wir aus unseren menschlichen Erfahrungen wissen, dass unter den Freundinnen der Braut oft schönere, klügere und tüchtigere Frauen sind, und der Bräutigam dennoch seine Braut mit keiner von ihnen tauschen würde, müssen wir auch in dieser Metapher erkennen, dass es nicht „alle Gläubigen” sein können, welche durch diese Braut repräsentiert werden sollen. Und ebenso wie wir nicht versuchen sollten, einem Bräutigam hier auf Erden seine Braut auszureden, sollten wir auch die Liebe Gottes und des Lammes zur „Braut” nicht in Frage stellen. Hier darf kein Neid und kein Ehrgeiz aufkommen. Im Gegenteil, wenn wir unseren Gott lieben, dann werden wir auch jene Menschen lieben, welche er als seine „Braut” auserkoren hat

Damit kommen wir zur Einzelauslegung dieser Schriftstelle. Es sind sich wohl alle Ausleger darin einig, dass der Bräutigam bei dieser Hochzeit der Herr Jesus ist. Anders sieht es bei der Interpretation der Braut und der Hochzeitsgäste aus. Die überwiegende Mehrheit der Erklärer vertritt die Auffassung, dass unter der Braut die ganze „universale” Gemeinde Christi zu verstehen ist und bemühen sich daher erst gar nicht, die Identität der „Hochzeitsgäste” weiter zu analysieren. Das erweckt den Eindruck, als wäre man nur daran interessiert, die Gemeinde „unter die Haube” zu bringen und nicht den ganzen Text zu verstehen und zu erklären.

Wir wollen uns diesen Text jedoch näher ansehen und, wenn möglich, eine umfassende Interpretation anstreben. Die Frage ist also: wer ist die Braut und wer sind die Hochzeitsgäste?

Die Braut im Alten Bund.

Zuerst einmal zur Braut: Obwohl wir im Originaltext hier nicht „Braut” sondern „Frau” stehen haben, kann man den Luthertext so stehen lassen, da es sich hier ja einerseits um die Hochzeit handelt und andererseits auch in Off 21,9, wo vom heiligen Jerusalem die Rede ist, beide Begriffe, nämlich „die Braut, die Frau des Lammes” gemeinsam erwähnt werden.

Diese „Frau des Lammes” oder „das liebe Weib des Herrn” begegnet uns schon im AT, wo der Herr in Jes 62,5 schon damals prophezeite: „wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen.”

Wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen.

Jes 62,1 Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich nicht innehalten, bis seine Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz und sein Heil brenne wie eine Fackel, 62,2 dass die Heiden sehen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit. Und du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des HERRN Mund nennen wird. 62,3 Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des HERRN und ein königlicher Reif in der Hand deines Gottes. 62,4 Man soll dich nicht mehr nennen »Verlassene« und dein Land nicht mehr »Einsame«, sondern du sollst heißen »Meine Lust« und dein Land »Liebes Weib«; denn der HERR hat Lust an dir, und dein Land hat einen lieben Mann. 62,5 Denn wie ein junger Mann eine Jungfrau freit, so wird dich dein Erbauer freien, und wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen. 62,6 O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den HERRN erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu gönnen, 62,7 lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wiederaufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden! Jes 62, 1- 7;


Wie wir in Vers Jes 62,6-7 lesen, geht es hier um Jerusalem. Und um es gleich vorweg zu nehmen: dieses Jerusalem ist keine Metapher für die Gemeinde! In den nachfolgenden Versen erkennen wir sehr deutlich: hier geht es um Zion, um die Stadt Jerusalem in Israel, aber vor allem: um die Menschen in dieser Stadt. In Jes 62,12 heißt es von ihnen: „Man wird sie nennen »Heiliges Volk«, »Erlöste des HERRN«, und Jerusalem wird man nennen »Gesuchte« und »Nicht mehr verlassene Stadt”.

Du wirst sie als Gürtel um dich legen, wie eine Braut es tut.

Jes 49,14 Zion aber sprach: Der HERR hat mich verlassen, der HERR hat meiner vergessen. 49,15 Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. 49,16 Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir. 49,17 Deine Erbauer eilen herbei, aber die dich zerbrochen und zerstört haben, werden sich davonmachen. 49,18 Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir. So wahr ich lebe, spricht der HERR: du sollst mit diesen allen wie mit einem Schmuck angetan werden und wirst sie als Gürtel um dich legen, wie eine Braut es tut. Jes 49,14-18;

Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit.

Hos 2,18 Alsdann, spricht der HERR, wirst du mich nennen »Mein Mann« und nicht mehr »Mein Baal«. 2,19 Denn ich will die Namen der Baale von ihrem Munde wegtun, dass man ihrer Namen nicht mehr gedenken soll. 2,20 Und ich will zur selben Zeit für sie einen Bund schließen mit den Tieren auf dem Felde, mit den Vögeln unter dem Himmel und mit dem Gewürm des Erdbodens und will Bogen, Schwert und Rüstung im Lande zerbrechen und, will sie sicher wohnen lassen. 2,21 Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit, ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit. 2,22 Ja, in Treue will ich mich mit dir verloben, und du wirst den HERRN erkennen. 2,23 Zur selben Zeit will ich erhören, spricht der HERR, ich will den Himmel erhören, und der Himmel soll die Erde erhören, 2,24 und die Erde soll Korn, Wein und Öl erhören, und diese sollen Jesreel erhören. 2,25 Und ich will ihn mir in das Land einsäen und mich erbarmen über Lo-Ruhama, und ich will sagen zu Lo-Ammi: »Du bist mein Volk«, und er wird sagen: »Du bist mein Gott.« Hos 2,18-25;

Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt.

Jes 62,8 Der HERR hat geschworen bei seiner Rechten und bei seinem starken Arm: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu essen geben noch deinen Wein, mit dem du so viel Arbeit hattest, die Fremden trinken lassen, 62,9 sondern die es einsammeln, sollen es auch essen und den HERRN rühmen, und die ihn einbringen, sollen ihn trinken in den Vorhöfen meines Heiligtums. 62,10 Gehet ein, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg! Richtet ein Zeichen auf für die Völker! 62,11 Siehe, der HERR lässt es hören bis an die Enden der Erde: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt! Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her! 62,12 Man wird sie nennen »Heiliges Volk«, »Erlöste des HERRN«, und dich wird man nennen »Gesuchte« und »Nicht mehr verlassene Stadt«. Jes 62, 8-12;


Jede einzelne der obigen Schriftstellen aus dem AT dokumentiert einerseits, dass der Bund Gottes mit seinem „Weib” Zion und seiner Braut Jerusalem in Ewigkeit gilt und daher von nichts und niemandem aufgelöst werden kann. Andererseits erkennen wir, dass diese Verlobung auch heute noch ein Ereignis in der Zukunft ist. Alle Verheißungen im Kontext, sowohl jene, welche sich auf die Segnungen des Landes beziehen, als auch – und insbesondere – jene, welche sich auf Jerusalem selbst beziehen, nämlich dass sie auf Erden „Heiliges Volk” und „Erlöste des Herrn” heißen werden, können heute keinesfalls als erfüllt bezeichnet werden. Jerusalem – und damit Israel - befindet sich heute nicht in der Verheißung von Hos 2,16-25, sondern leider immer noch weit davor, in jener von Hos 2,4-15!

Und wie wir dem nachfolgende Text aus Jes 54, 4- 6 entnehmen können, ist es auch nicht denkbar, dass hier Jerusalem „symbolisch für die Gemeinde steht”, wie manche meinen, sondern es ist jenes Jerusalem gemeint, welches den Herrn, seinen Messias verstoßen und gekreuzigt hat. Es ist auch dies „die Schande deiner Jugend” und die anschließende Verstockung des Volkes Israel ist „der Schmach deiner Witwenschaft”.

Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann HERR Zebaoth heißt sein Name.

Jes 54,4 Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden; schäme dich nicht, denn du sollst nicht zum Spott werden, sondern du wirst die Schande deiner Jugend vergessen und der Schmach deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken. 54,5 Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann HERR Zebaoth heißt sein Name -, und dein Erlöser ist der Heilige Israels, der aller Welt Gott genannt wird. 54,6 Denn der HERR hat dich zu sich gerufen wie ein verlassenes und von Herzen betrübtes Weib; und das Weib der Jugendzeit, wie könnte es verstoßen bleiben! spricht dein Gott. Jes 54, 4- 6;


Im Vers Jes 54,6 nennt der Herr Jerusalem „das Weib der Jugendzeit” und bekräftigt: „wie könnte es verstoßen bleiben!”. Es ist also sozusagen die „erste Liebe Gottes”, der diese Verheißung gilt. Und obwohl natürlich alle Gläubigen mit der Liebe Gottes rechnen können, ist diese seine erste Liebe dem „Weib der Jugendzeit” vorbehalten.

Schließlich müssen wir uns noch fragen, warum der Herr die Stadt Jerusalem mit seiner großen Liebe würdigt. Es sind natürlich nicht die Häuser und Türme der Stadt. Diese sind vergangen und auch die heutigen Bauten werden vergehen und der Herr wird Jerusalem im Millennium neu aufbauen lassen, mit neuen Häusern und neuen Straßen.

Nein, es sind die Menschen, welche in dieser Stadt leben werden, denen die Liebe Gottes gilt. Es werden zwar auch „neue” Menschen sein, im Sinne von späteren Generationen, aber es wird der alte Geist in ihnen sein. Es wird der Geist Abrahams, Isaaks und Jakobs wieder in den Kindern Jerusalems einkehren und sie werden alle Jünger des Herrn sein, wie wir unten, in Jes 54,13, erfahren.

Und alle deine Söhne sind Jünger des HERRN.

Jes 54,13 Und alle deine Söhne sind Jünger des HERRN, und großen Frieden haben deine Söhne. 54,14 Du sollst auf Gerechtigkeit gegründet sein. Du wirst ferne sein von Bedrückung, denn du brauchst dich nicht zu fürchten, und von Schrecken, denn er soll dir nicht nahen.

54,15 Siehe, wenn man kämpft, dann kommt es nicht von mir; wer gegen dich streitet, wird im Kampf gegen dich fallen.

54,16 Siehe, ich habe den Schmied geschaffen, der die Kohlen im Feuer anbläst und Waffen macht nach seinem Handwerk; und ich habe auch den Verderber geschaffen, um zu vernichten. 54,17 Keiner Waffe, die gegen dich bereitet wird, soll es gelingen, und jede Zunge, die sich gegen dich erhebt, sollst du im Gericht schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des HERRN, und ihre Gerechtigkeit kommt von mir, spricht der HERR. Jes 54,13-17;


Das ist also die Braut, „das liebe Weib des Herrn” und diese Verheißungen sind das Erbteil der Knechte des Herrn. Sie sind „das Weib der Jugendzeit”, um ihretwillen hat der Herr nie aufgehört Jerusalem und Israel zu lieben, obwohl Israel seinen Gott lange Zeit verlassen und vergessen hatte. Und es ist die Erinnerung an die Liebe und die Treue dieser Knechte des Herrn, welche Gott letztlich dazu bewegt, dieses Volk wieder zu sammeln.

Ich will euch holen, einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht.

Jer 3,12 Geh hin und rufe diese Worte nach Norden und sprich: Kehre zurück, du abtrünniges Israel, spricht der HERR, so will ich nicht zornig auf euch blicken. Denn ich bin gnädig, spricht der HERR, und will nicht ewiglich zürnen. 3,13 Allein erkenne deine Schuld, dass du wider den HERRN, deinen Gott, gesündigt hast und bist hin- und hergelaufen zu den fremden Göttern unter allen grünen Bäumen, und ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht, spricht der HERR. 3,14 Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen, einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und will euch bringen nach Zion. 3,15 Und ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen in Einsicht und Weisheit. Jer 3,12-15;


Wenn wir unsere Analyse nun kurz zusammenfassen ergibt sich folgendes Bild:

-  Das „liebe Weib des Herrn” aus der Sicht des AT ist Jerusalem.

-  Einerseits das „Weib der Jugendzeit”, das alte Jerusalem, als Israel noch mit seinem Gott verbunden war;

-  vor allem aber das neue Jerusalem im Millennium (und auch später jenes in der Neuen Schöpfung).

-  Es ist aber nicht die Stadt Jerusalem als solche, sondern es sind die Einwohner, die Menschen gemeint.

-  Sie wird der Herr sammeln, „einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht”.


Dies sind in groben Zügen die Aussagen des AT in Bezug auf die „liebe Weib des Herrn”.

Die Hochzeitsgäste.

Wenden wir uns nun jenen Texten zu, welche uns im NT als Hinweis auf die Hochzeit des Lammes überliefert sind. Hier steht an erster Stelle das Gleichnis des Herrn vom König, der seinen Sohn die Hochzeit ausrichtet.

Sagt den Gästen: Siehe, alles ist bereit; kommt zur Hochzeit!

Mt 22,1 Und Jesus fing an und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach: 22,2 Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. 22,3 Und er sandte seine Knechte aus, die Gäste zur Hochzeit zu laden; doch sie wollten nicht kommen. 22,4 Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit!

22,5 Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft. 22,6 Einige aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie. 22,7 Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Mt 22, 1- 7;


Mit diesen ersten Gästen, welche zur Hochzeit geladen waren und nicht kommen wollten, ist natürlich das Volk Israel gemeint. Sie waren „eingeladen”, ihren Messias, unseren Herrn Jesus Christus aufzunehmen und wollten es nicht. Die Knechte, welche die Einladung überbrachten, sind die Propheten des AT, welche zahlreiche Prophezeiungen auf den Messias und Sohn Gottes dem Volk Israel hinterließen. Doch diese haben nicht auf sie gehört. Sie wollten nicht auf sie hören.

Die Heere, die der König ausschickte, um diese Mörder umzubringen und die Stadt anzuzünden, sind die römischen Soldaten des Titus’, welche im Jahre 70 Jerusalem vollkommen zerstörten, den Tempel niederbrannten und die Israeliten aus ihrem Land vertrieben. Es ist eigentlich verwunderlich, dass die mosaisch gläubigen Juden bis heute nicht erkannt haben, dass diese fast zweitausend Jahre dauernde Vertreibung in der Diaspora die Strafe ihres Gottes für die Verwerfung seines Sohnes und ihren Messias’ war.

Und nun lädt der König neue Gäste zur Hochzeit seines Sohnes.

Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet.

Mt 22,8 Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren es nicht wert. 22,9 Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet. 22,10 Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. 22,11 Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an, 22,12 und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. 22,13 Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein. 22,14 Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt. Mt 22, 8-14;


Es findet nun keine Auswahl mehr statt. Wer auf der Straße ist, wird eingeladen. Wer will, kann kommen. Allerdings gibt es eine Bedingung: der Hochzeitsgast musste ein hochzeitliches Gewand anhaben. Er musste sich also auf diese Hochzeit vorbereitet haben. Und dies ist der Neue Bund. Alle Heiden waren ab nun eingeladen, das Angebot Gottes zum Glauben an seinen Sohn anzunehmen. Und alle die es taten – und noch tun – bekommen die Vollmacht, Gottes Kinder zu sein.

Und hier kommen nun viele Ausleger und meinen, dies sei der Beweis dafür, dass die Gemeinde in die Nachfolge Israels und in die Nachfolge der „Braut” eingetreten ist. Und man leitet daraus auch das Recht ab, alle jene Schriftstellen, welche Verheißungen für Israel und Jerusalem beinhalten, automatisch auf die Gemeinde umzuinterpretieren.

Analysiert man den obigen Text allerdings genauer, so erkennt man, dass in diesem Gleichnis – übrigens ebenso wie in dem Gleichnis vom Bräutigam und den zehn Brautjungfrauen in Mt 25,1-13 - keine Aussagen über die Braut selbst gemacht werden. Daraus aber ergibt sich die logische Konsequenz, dass wohl die Hochzeitsgäste ausgewechselt wurden, nicht aber die Braut. Es ist noch immer dieselbe Braut, die der Bräutigam auch vorher schon zu heiraten beabsichtigte.

Das heißt aber wieder, dass die geistlichen Wurzeln jener Menschen, welche die „Braut” verkörpern, schon damals existiert haben müssen. Die Braut muss also ihren Ursprung im Volk Israel haben und kann daher nicht, wie manche meinen, die Gemeinde sein.

Das Angebot Gottes an die Heiden der ganzen Welt, an der Hochzeit seines Sohnes teilzunehmen, erkennen wir auch in der „großen Volksmenge” aus der Offenbarung.

Eine große Volksmenge, aus jeder Nation und aus Stämmen, Völkern und Sprachen.

Off 7,9 Nach diesem sah ich: und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. 7,10 Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm! 7,11 Und alle Engel standen rings um den Thron und die Ältesten und die vier lebendigen Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihre Angesichter und beteten Gott an 7,12 und sagten: Amen! Den Lobpreis und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Danksagung und die Ehre und die Macht und die Stärke unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 7,13 Und einer von den Ältesten begann und sprach zu mir: Diese, die mit weißen Gewändern bekleidet sind - wer sind sie, und woher sind sie gekommen? 7,14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes. 7,15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. 7,16 Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze; 7,17 denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Off 7, 9-17;


Es ist eine große Volksmenge, eine unzählbare Schar, aus allen Völkern und Nationen, welche hier vor dem Thron steht und Gott lobt. Sie haben alle weiße Gewänder an und dies ist die Gerechtigkeit der Heiligen wie wir oben, in Off 19,8, gelesen haben. Sie sind also alle gerecht gesprochen worden; allerdings erfahren wir aus Vers Off 7,14, dass es nicht ihre eigene Gerechtigkeit war, welche dieses Urteil bewirkte. Sie haben ihre Kleider – ihre Sünden – abgewaschen und hell gemacht im Blut des Lammes. Es ist das Kreuzesopfer unseres Herrn für unsere Sünden, welches sie angenommen haben und durch welches ihnen hier das weiße Leinen der Gerechtigkeit zugesprochen wurde.

Dies sind nun eindeutig Gläubige aus dem Neuen Bund. Sie haben „ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes”. Allerdings gehen wir auch hier fehl in der Annahme, dass es sich dabei um die Gemeinde aller Zeiten handeln könnte. Im selben Vers, Off 7,14, heißt es von ihnen: „Diese sind es, die gekommen sind aus der großen Trübsal”. Und wie immer man die „große Trübsal” sehen will, sie ist erwiesenermaßen ein Teil der Endzeit. Diese Toten, die aus dieser großen Trübsal gekommen sind, können daher in Konsequenz nur aus der Gemeinde der Endzeit kommen und keinesfalls die „Gemeinde aller Zeiten” darstellen, wie manche meinen.

Und wie wir der Aussage in Vers Off 7,16 entnehmen können, wird diese große Volksmenge nunmehr im Himmel „nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze”. Daraus lässt sich aber schließen, dass diese Menschen alle diese Qualen zu ihren Lebzeiten – in der Großen Trübsal - erleiden mussten und schließlich daran gestorben sind. Dies wäre ein Beleg dafür, dass es sich hier wohl um Gläubige handelt, welche in den Katastrophen der Großen Trübsal gestorben sind, nicht jedoch um Märtyrer, die wegen ihres Glaubens unter der antichristlichen Herrschaft getötet wurden.

Das ist dann auch der Grund dafür, dass diese Gläubigen nicht in Off 20,4-6 aufscheinen und somit auch nicht auf Erden, im Millennium, herrschen werden. Sie sind wohl auferweckt und somit Seelen – und Priester - im Himmel, aber sie werden nicht auferstehen, werden nicht „lebendig”. Sie bleiben als Seelen im Himmel. wie auch oben, Vers Off 7,15 sagt: „Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel”. Und dass dieser Tempel ebenso wie der Thron nicht auf Erden, sondern im Himmel ist, bestätigt Off 14,17: „Und ein anderer Engel kam aus dem Tempel im Himmel hervor, und auch er hatte eine scharfe Sichel” ebenso wie Off 16,17: „Und der siebente goss seine Schale aus in die Luft; und es kam eine laute Stimme aus dem Tempel vom Thron her, die sprach: Es ist geschehen”.

Wie wir weiter unten, bei der Identifikation der Braut noch deutlicher sehen werden, handelt es sich bei der großen Volksmenge” aus Off 7,9-17 um die „Hochzeitsgäste” und keinesfalls um die Braut.

Wir wollen uns noch ein zweites Gleichnis ansehen, welches sich ebenfalls mit dem Wechsel im Heilsplan Gottes von Israel auf die Heiden befasst.

Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen.

Mt 21,33 Hört ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter darin und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes. 21,34 Als nun die Zeit der Früchte herbeikam, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, damit sie seine Früchte holten. 21,35 Da nahmen die Weingärtner seine Knechte: den einen schlugen sie, den zweiten töteten sie, den dritten steinigten sie. 21,36 Abermals sandte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; und sie taten mit ihnen dasselbe.

21,37 Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen und sagte sich: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. 21,38 Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie zueinander: Das ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten und sein Erbgut an uns bringen! 21,39 Und sie nahmen ihn und stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn. 21,40 Wenn nun der Herr des Weinbergs kommen wird, was wird er mit diesen Weingärtnern tun? 21,41 Sie antworteten ihm: Er wird den Bösen ein böses Ende bereiten und seinen Weinberg andern Weingärtnern verpachten, die ihm die Früchte zur rechten Zeit geben. 21,42 Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift (Psalm 118,22.23): »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen«? 21,43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt. 21,44 Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen. Mt 21,33-44;


Hier ist Gott der Besitzer des Weinbergs und die Knechte sind auch hier die Propheten des Alten Bundes in Israel. Die Weingärtner, welche den Weinberg vom Besitzer gepachtet haben, sind das Volk Israel. Der Sohn des Weinbergbesitzers, den er zuletzt sandte, ist der Herr Jesus.

Dieses Gleichnis erzählt im Prinzip die gleiche Geschichte wie jenes oben, von der Hochzeit, mit einer anderen Nuance: Die Weingärtner erkennen den Sohn des Weinbergbesitzers und töten ihn, um sich sein Erbe teilen zu können. Und es zeigt prophetisch die Haltung des Hohenpriesters und des Sanhedrins, als sie Jesus von Nazareth den Römern auslieferten. Sie erkannten ihn demnach und wussten daher auch, wenn sie ihn anerkennen würden, würde ihre eigene Macht in Israel zu Ende sein. Und so konstruierten sie eine Anklage, um ihn loszuwerden.

Die Erkenntnis, welche dieses Gleichnis auch heute noch für uns als Gemeinde liefert, ist allerdings auch sehr ernst. Ebenso, wie sich die Weingärtner in die Position des Sohnes begeben haben, um ihn um sein Erbe zu bringen, stehen auch wir in Gefahr, uns in die Position des Volkes Israel zu stellen, um seine Verheißungen für uns in Anspruch nehmen zu können. Es könnte uns dabei ergehen wie den Weingärtnern!

Wenn auch die heutigen Israeliten großteils Heiden sind und sich von den anderen Völkern in ihrem Denken und Handeln kaum unterscheiden, wird sich in der letzten Zeit, vor dem Millennium, ein Überrest dieses Volkes wieder zu seinem Gott kehren und ihm anhangen. Diese gläubigen Männer und Frauen sind es, welchen unsere Liebe und Zuneigung gelten sollte – auch wenn es noch Jahrhunderte dauern kann, bis sie geboren werden.

Damit gleicht Israel einem Weinstock, der über lange, lange Zeit nur saure und faule Trauben getragen hat. Doch es kommt ein Jahr des Herrn, wo dieser Weinstock süße und prächtige Früchte hervorbringen und Israel seinem Gott noch einmal wohlgefällig sein wird. Und das ist der Grund – der einzige Grund – warum dieser Weinstock nicht ausgerissen werden und dieses Volk nicht untergehen darf.

Doch auch wenn das Volk Israel aus dem Alten Bund verworfen ist, so sind es ganz sicher nicht die Knechte und Propheten des Herrn aus Israel. Ein Beispiel dafür, wie leicht wir dies vergessen und wieder einmal die Gemeinde als alleinige Heilsempfängerin verstehen, finden wir bei W. J. Ouweneel, der in seinem Buch „Das Buch der Offenbarung” (S 453) versucht die „Hochzeitsgäste” von der „Braut” abzugrenzen, wobei er zur Auffassung gelangt, dass die Gemeinde die Braut darstellt. Er schreibt:

„In diesem Zusammenhang finden wir einen weiteren Hinweis in den Worten Johannes’ des Täufers in Joh 3,29, wo er sich ‘Freund des Bräutigams’ nennt. Johannes lebte und starb vor dem Pfingsttag, an dem die Gemeinde entstand. In dieser Hinsicht gehörte Johannes also noch zur alten Haushaltung. Der Herr Jesus sagt in Mt 11,11, dass Johannes der Größte ist ‘unter den von Frauen Geborenen’. Das heißt, dass er in der alten Haushaltung der Größte von allen, aber in bezug auf die neue Haushaltung, an der er keinen Anteil hat, geringer als der Kleinste im Reich Gottes ist. Das ist ein Beleg dafür, dass die Gemeinde eine viel höhere Stellung als die alttestamentlichen Gläubigen hat. Der Kleinste aus der neuen Haushaltung ist größer als der Größte aus der alten Haushaltung.”


Die Interpretation des Autors, dass Johannes zur „alten Haushaltung” gehört, mag schon ihre Richtigkeit haben. Allerdings ist dies nicht das Kriterium dafür, dass ihn der Herr als „den Größten” bezeichnet. Es heißt in Mt 11,11 ausdrücklich „ unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer”. Die Grundlage des Vergleiches ist also nicht irgendeine „Haushaltung”, sondern die Gesamtheit derer, die von Frauen geboren wurden.

Und nachdem wir nun einmal alle von Frauen geboren wurden, kann dies schwerlich als Beleg dafür gelten, dass „die Gemeinde eine viel höhere Stellung” hat als Johannes. Ja ganz im Gegenteil. Es besagt eindeutig, dass es auf Erden - von Kain bis zum letzten von einer Frau geborenen Menschen – keinen Größeren geben wird, als Johannes den Täufer!

Und hier scheint es angebracht, einmal grundsätzlich einige Überlegungen anzustellen, was wir als Gemeinde an Eigenschaften aufzuweisen haben, welche z. B. Johannes der Täufer nicht hätte aufweisen können. 

-  Wir glauben an Jesus Christus, den Heiland der Welt. Johannes tat es auch! Mehr noch, er hat ihn kommen sehen und ihn getauft. (Jh 1,34).

-  Wir zeugen von unserem Herrn. Er tat es auch und verkündete der Welt: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!” (Jh 1,29).

-  Wir verkünden das Evangelium. Er tat es auch und bekannte: „Tut Buße! Denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.” (Mt 3,2).

-  Wir bekehren die Menschen zu Gott. Er tat es auch. Von ihm wurde bereits vor seiner Geburt prophezeit: „Und viele der Söhne Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren.” (Lk 1,16).

-  Wir haben als Gemeinde im Laufe der Jahrhunderte wegen unseres Glaubens so manche Not und Bitterkeit ertragen müssen. Er auch! Er verbrachte sein Leben in der Wüste und hatte nur Heuschrecken zu essen.

-  Wir haben in der Gemeinde einige Propheten gehabt. Auch er war Prophet als er ankündigte: „der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen” (Mt 3,11).

-  Wir hatten in der Gemeinde im Laufe von fast zwei Jahrtausenden viele, welche wegen ihres Glaubens ihr Leben gelassen haben. Er tat es auch und wurde von Herodes geköpft.

-  Und schließlich können wir noch anführen, dass die Gemeinde seit Pfingsten mit dem Heiligen Geist gesalbt ist. Von Johannes dem Täufer heißt es aber sogar: „er war schon von Mutterleibe an mit Heiligem Geist erfüllt” (Lk 1,15).


Also was sollen wir sagen? Dass wir besser, größer, heiliger sind als er? Wohl kaum. Und dies kommt auch in der Beurteilung des Herrn zum Ausdruck, wenn er sagt „Unter den von Frauen Geborenen ist keine Größerer aufgestanden, als Johannes der Täufer”. Und nachdem wir alle von Frauen geboren wurden, steht es fest: Johannes der Täufer ist größer als wir alle.

Und nun heißt es weiter: „der Kleinste aber im Himmelreich ist größer als er”. Nachdem also Johannes kleiner ist als der Kleinste im Himmelreich, um wie viel kleiner als dieser „Kleinste” müssen da wir sein, die wir ja noch kleiner sind als Johannes?

Der Anspruch größer zu sein als Johannes der Täufer beruht sichtlich auf der Meinung, wir hätten als Gemeinde einen „Stammplatz” im Himmelreich. Doch lässt sich diese Annahme auch mit gutem Gewissen aufrechterhalten? Wer ist dieser „Kleinste”, der im Himmelreich größer ist als Johannes, der Größte unter den von Frauen Geborenen.?

Ist es ein Glaubender? Auch Johannes hat geglaubt. Ist es ein mutiger Bekenner? Johannes ist wohl der mutigere Bekenner gewesen. Ist es ein Märtyrer? Auch Johannes war Märtyrer.

Sehen wir uns einmal die diesbezügliche Textstelle genauer an.

Unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer als Johannes der Täufer.

Mt 11,7 Als sie fortgingen, fing Jesus an, zu dem Volk von Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her weht? 11,8 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. 11,9 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch: er ist mehr als ein Prophet. 11,10 Dieser ist es, von dem geschrieben steht (Maleachi 3,1): »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.« 11,11 Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer als er.

11,12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalttätigen reißen es an sich. 11,13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes; 11,14 und wenn ihr`s annehmen wollt: er ist Elia, der da kommen soll. Mt 11, 7-14;


Kommen wir noch einmal auf den ersten Teil von Mt 11,11 zurück: „Unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer aufgestanden, als Johannes der Täufer”. Wie bereits erwähnt, gibt es ja keinen Menschen und es wird wohl auch in Zukunft keinen geben, der nicht von einer Frau geboren wäre. Und somit scheiden also alle Menschen im Vergleich mit Johannes aus. Doch auch unser Herr Jesus Christus wurde zwar vom Heiligen Geist gezeugt, jedoch eben auch von einer Frau – seiner Mutter – geboren. Und er hat sich hier ganz offensichtlich selbst nicht ausgenommen, sonst hätte er nicht von den von Frauen Geborenen, sondern eher von den von Männern Gezeugten gesprochen und wäre dann selbst nicht betroffen gewesen.

Und nun kann man dem Johannes alles mögliche zugute halten – der Sohn Gottes war er gewiss nicht. Dies war Jesus Christus und deshalb kann es nicht sein, dass Johannes „größer” sein sollte als der Herr selbst. Daher wäre auch diese obige Aussage des Herrn, in Mt 11,11 falsch! Doch auch das ist nicht möglich. Der Herr würde nie eine falsche Aussage getätigt haben.

Die Lösung dieses Dilemmas zeigt uns – wie immer in der Schrift – der Text selbst auf. Im zweiten Halbsatz von Mt 11,11 ist die Rede vom Himmelreich. Dieses Himmelreich wird von manchen Auslegern als das Millennium interpretiert. Wenn wir allerdings die Verwendung dieses Terminus’ bei Matthäus untersuchen, finden wir eine andere Bedeutung.

Nehmen wir gleich den ersten derartigen Text in Mt 5,1-4:

Mt 5,1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm. 5,2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: 5,3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. 5,4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. 5,5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Mt 5, 1- 4;


Wenn in Mt 5,3 mit „Himmelreich” das tausendjährige Friedensreich des Herrn Jesus auf Erden gemeint wäre, warum heißt es dann in Mt 5,5 „Erdreich” und was ist dann dieses „Erdreich”? Wenn allerdings mit „Himmelreich” die Ewigkeit gemeint ist, ist „Erdreich” das Millennium und die Aussagen passen zueinander.

Mt 5,10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. 5,11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. 5,12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind. Mt 5,10-12;


Die Verheißungen in Mt 5,10-12 sind im Zusammenhang zu sehen. In Vers Mt 5,10 geht es um jene Menschen, welche um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden. Ihnen wird das Himmelreich verheißen. In den Versen Mt 5,11-12 werden jene angesprochen, die um des Herrn Jesus willen geschmäht und verfolgt werden. Und ihnen sagt der Herr, dass es ihnen im Himmel reichlich belohnt werden wird.

Diese letzte Verheißung, mit dem Hinweis auf den „Himmel”, kann sich nun keinesfalls auf das Millennium beziehen. Und der zweite Satz im Vers Mt 5,12, der diese Verfolgten mit den Propheten des AT vergleicht – die ja nicht um Jesu willen verfolgt werden konnten – bestätigt, dass es hier allgemein um die Verfolgten wegen ihres Glaubens geht und daher auch das „Himmelreich” im Vers Mt 5,10 nicht als das Millennium, sondern als der „Himmel”, also die neue, zweite Schöpfung, als die Ewigkeit aufzufassen ist.

Mt 5,18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.

5,19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. 5,20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Mt 5,18-20;


Den Vers Mt 5,19 werden wir dann etwas weiter unten betrachten. Die Aussage in Mt 5,20 lässt sich objektiver Weise nicht auf das Millennium beziehen, sondern passt viel eher zu der Verheißung an die Gerechten, dass sie das ewige Leben ererben werden.

Mt 7,12 Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten. 7,13 Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen. 7,14 Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!

7,15 Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. 7,16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? 7,17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. 7,18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. 7,19 Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 7,20 Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. 7,21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. 7,22 Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? 7,23 Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter! Mt 7,12-23;


In Mt 7,13-14 ist die Rede von der engen Pforte, die zum Leben und dem breiten Weg der in die Verdammnis führt. Dies sind zweifelsfrei Hinweise auf das Letzte Gericht und seine Folgen, nämlich ewiges Leben oder ewige Verdammnis. In der Folge spricht der Herr dann in Mt 7,22-23 von den Übeltätern, die zwar in seinem Namen geweissagt haben, aber diese Vollmacht sichtlich nicht vom Herrn erhalten haben. Ihnen wird er an diesem Tag des Letzten Gerichts sagen: „weicht von mir, ihr Übeltäter”. Diese Leute sind jene, welche zwar „Herr, Herr” gesagt haben, aber nicht den Willen des Vaters getan haben. Und ihnen wird auch gesagt, dass sie nicht ins „Himmelreich” kommen werden.

Mt 8,11 Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; 8,12 aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern. 8,13 Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde. Mt 8,11-13;


Und der Text aus Mt 8,11-13 gibt uns nun vollends die Gewissheit, dass mit „Himmelreich” nicht das Millennium, sondern die Ewigkeit gemeint ist. Während die vom „Osten und vom Westen” mit Abraham und seinen Nachkommen zu Tisch sitzen, sind die „Kinder des Reichs” – nämlich des Reichs der Himmel – „hinausgestoßen in die Finsternis, da wird sein Heulen und Zähneklappern”. Dies ist unverkennbar eine Bezeichnung für den feurigen Pfuhl oder Feuersee, in welchen die Ungerechten nach dem Endgericht in die ewige Verdammnis fahren. Das heißt, auch hier geht es in beiden Fällen um das Letzte Gericht und es wird den einen das ewige Leben im Himmelreich, den anderen aber ewige Verdammnis mit Heulen und Zähneklappern in der Finsternis verheißen. Einen ähnlichen Eindruck gewinnt man auch bei allen anderen Erwähnungen des „Himmelreichs” bei Matthäus.

Nach dieser Beweisführung, dass bei Matthäus mit „Himmelreich” nicht das Millennium, sondern das Reich Gottes in der Ewigkeit, die Neue Schöpfung gemeint ist, kommen wir auf unseren Text über Johannes den Täufer aus Mt 11,11 zurück. Dort heißt es im zweiten Halbsatz: „der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer als er”. Und wenn wir nun dieses „Himmelreich” als die Ewigkeit, die Neue Schöpfung interpretieren können, in welcher sich nach Allgemeiner Auferstehung und Letztem Gericht alle Gerechten aufhalten, so bekommt die Aussage von Vers Mt 11,11 einen ganz anderen Sinn.

Wir erkennen dann, dass der Herr hier keinen Vergleich zwischen Menschen – welcher „Haushaltung” auch immer – anstellt, sondern dass er die Eigenschaften der Irdischen mit jenen der Himmlischen vergleicht. Alle Irdischen – und sogar Johannes, der Größte unter ihnen – sind kleiner, als der Kleinste der himmlischen Gerechten in der Ewigkeit, im himmlischen Reich Gottes. Den Grund dafür nennt uns der Herr in seinem Gespräch mit Nikodemus, in Jh 3,3-8:

 Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.

Jh 3,3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 3,4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 3,5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 3,6 Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. 3,7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. 3,8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist. Jh 3, 3- 8;


Alle Irdischen, die aus Wasser und vom Fleisch geboren sind, sind Fleisch. Alle Himmlischen sind aus Geist geboren und sind Geist. Deshalb muss zwangsläufig der Kleinste im Himmel größer sein, als der Größte auf Erden. Und wenn es einst so weit ist und wir werden für würdig erachtet, so werden wir auch Johannes im Himmelreich antreffen, und er wird dort sicherlich auch zu den Großen zählen.

Die Frage nach den „Größenordnungen” im Himmelreich hat aber sichtlich auch die Jünger schon bewegt und sie veranlasst, dem Herrn die Frage nach dem Größten im Himmelreich zu stellen.

Mt 18,1 Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist doch der Größte im Himmelreich? 18,2 Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie 18,3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. 18,4 Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 18,5 Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Mt 18, 1- 5;


Und auch über die Eigenschaften des Kleinsten im Himmelreich lässt uns der Herr nicht im Dunkeln.

Mt 5,18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.

5,19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. Mt 5,18-19;


Bleibt schließlich noch die Frage zu beantworten, wieso sich der Herr bei der Beurteilung des Größten unter allen, die von einer Frau geboren sind, selbst nicht ausgenommen hat. Und hier müssen wir uns überlegen, was denn diese „Größe” des Johannes ausmacht.

Wenn der Herr den Größten auf Erden mit dem Kleinsten im Himmel vergleicht, so muss es für diesen Vergleich eine gemeinsame Basis geben. Und nachdem der Aussage zu entnehmen ist, dass es den Irdischen – bei aller Größe – nie gelingen kann, größer als der Kleinste im Himmelreich zu sein, ist es naheliegend anzunehmen, dass dieser Unterschied systemimmanent ist.

Wie wir nun oben, in Jh 3,3-8 gesehen haben, ist es die verschiedenartige „Geburt”, welche beide unterscheidet. Es ist die Geistgeburt und der Geistleib des Himmlischen, die „Behausung, die vom Himmel ist”, wie es Paulus in 2Kor 5,2 nennt, welche diesen Kleinsten im Himmelreich für uns Irdische unerreichbar machen. Während wir nur mit großem Glauben erreichen können, dass der Heilige Geist in unterschiedlicher Kraft in uns wohnt, haben die Himmlischen dieses Stadium bereits hinter sich. Sie haben nicht nur die Fülle des Geistes in sich, sondern sind zur Gänze aus diesem Heiligen Geist geformt.

Die Grundlage des Vergleichs ist also das Innewohnen des Heilige Geistes. Hierin war der Täufer der Größte unter allen Menschen. Dies bekundete schon der Engel in Lk 1,15, als er dem Zacharias, dem Vater des Johannes, verheißen hat, dass dieses Kind schon vom Mutterleib an mit dem Heiligen Geist erfüllt werden wird.

Deshalb war also Johannes der Täufer der Größte unter allen, die von einer Frau geboren sind. Und nun erkennen wir auch, dass der Herr mit seiner Aussage nicht einen Leistungsvergleich irgendwelcher „Haushaltungen” anstellen, sondern die Unvergleichbarkeit der irdischen mit der himmlischen Existenz darstellen wollte.

Um nun zu unserem Thema – der Suche nach der Braut Christi – wieder zurückzukehren, sollten wir in diesem Zusammenhang auch den Aussagen des Täufers, der nach den Worten des Herrn der „Größte unter den von Frauen Geborenen” ist, mehr Beachtung schenken.

Der Freund des Bräutigams freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams.

Jh 3,28 Ihr selbst seid meine Zeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Christus, sondern vor ihm her gesandt. 3,29 Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihm zuhört, freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt. Jh 3, 28-29;


Wenn er nun von sich sagt, dass er nur „der Freund des Bräutigams” ist und daher nicht zur „Braut” gehört, sollten auch wir als Gemeinde uns nicht anmaßen „Braut” zu sein.

Die Braut im Neuen Bund.

Nachdem wir nun die Hochzeitsgäste als Gläubige aus den Heidenchristen identifiziert haben, wollen wir uns der Braut zuwenden und zur Offenbarung des Johannes zurückkehren, um uns den diesbezüglichen Text vom Anfang dieses Abschnittes noch einmal anzusehen.

Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes!

Off 19,6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen Volksmenge und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten. 19,7 Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet. 19,8 Und ihr wurde gegeben, dass sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend, rein; denn die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen. 19,9 Und er spricht zu mir: Schreibe: Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes! Und er spricht zu mir: Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes. Off 19, 6- 9;


Ähnlich wie in Off 7,9, lesen wir auch in Vers Off 19,6: „Und ich hörte etwas wie eine Stimme (das Geräusch) einer großen Volksmenge”. Also auch hier die große Volksmenge, welche Gott wieder lobt und der Braut zujubelt. Und auch den weiteren Text in diesem Vers: „und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner” sollten wir im Auge behalten, denn wir finden ihn in genau derselben Formulierung noch einmal – und nur noch einmal - in der Offenbarung, und er wird uns auch helfen, die Braut zu identifizieren. Es scheint sich also hier wieder um die „Hochzeitsgäste”, die in der Großen Trübsal gestorbenen Gläubigen, zu handeln. Umso mehr, als der Engel den Johannes zu schreiben heißt: „Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes” und damit direkt auf die Hochzeitsgäste Bezug nimmt.

Und noch einen letzten Anhaltspunkt zur Unterscheidung der Braut von den Hochzeitsgästen erhalten wir in der Offenbarung. In Off 21,9 sagt einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen des Zornes Gottes hatten:

Komm her! Ich will dir die Braut, die Frau des Lammes, zeigen.

Off 21,9 Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, voll der sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sprach: Komm her! Ich will dir die Braut, die Frau des Lammes, zeigen.

21,10 Und er führte mich im Geist hinweg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie aus dem Himmel von Gott herabkam, 21,11 und sie hatte die Herrlichkeit Gottes. Ihr Lichtglanz war gleich einem sehr kostbaren Edelstein, wie ein kristallheller Jaspisstein; Off 21, 9-11;


Es geht hier um das himmlische Jerusalem, welches aus dem Himmel von Gott herabkommt auf die neue Erde. Und diese himmlische Stadt wird vom Engel „die Braut, die Frau des Lammes” genannt. Und obwohl es sich hier natürlich um eine symbolische Bezeichnung handelt, ist es unbestritten, dass damit jene Menschengruppe gemeint ist, welche diese Braut des Lammes repräsentiert und nach welcher wir hier suchen.

Im nächsten Vers beschreibt Johannes die Mauer, welche sich um die Stadt herum befand. Sie hatte u. a. zwölf Tore und auf diesen Toren die zwölf Namen der Geschlechter der Söhne Israels. Auch dies ist natürlich eine Symbolik und auch hier ist man sich unter christlichen Auslegern weitgehend einig, dass die Stadt und die Mauer zwei unterschiedliche Kategorien darstellen und daher die „Söhne Israels” – also das Volk Gottes aus Israel – keinesfalls mit der Braut des Lammes identifiziert werden darf. Ebenso wenig, wie eine Stadt eine integrierende Einheit mit ihrer Mauer bildet, darf auch hier die „Stadt” nicht mit der „Mauer” verwechselt werden.

Eine hohe Mauer mit zwölf Toren mit den Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels.

Off 21,12 und sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und an den Toren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, welche die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels sind: 21,13 Nach Osten drei Tore und nach Norden drei Tore und nach Süden drei Tore und nach Westen drei Tore. Off 21,12-13;


Es gibt allerdings Exegeten, welche sich hier der Mühe der Unterscheidung gar nicht erst unterziehen, sondern auch die zwölf Tore der Geschlechter der Söhne Israels samt und sonders der Gemeinde zurechnen, wie z. B. W. J. Ouweneel, der in seinem Werk „Das Buch die Offenbarung” (S 512f):

„‘Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, je eines der Tore war aus einer Perle’ (Vers 21). Hier gehen unsere Gedanken direkt zu Mt 13,46, wo der Herr Jesus die Gemeinde mit einer kostbaren Perle vergleicht. Zeigt das nicht, was die Gemeinde für Ihn bedeutet? Die zwölf Perlentore werden jeden ewig daran erinnern, wie kostbar die Gemeinde für Ihn war; alles was der Herr Jesus besaß, gab Er hin, um sie zu erwerben.”


Er zitiert hier Off 21,21, ohne jedoch die Aussagen von Off 21,12 zu erwähnen, wo es heißt: ” (...) und Namen darauf geschrieben, welche die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels sind.”

In den Versen Off 21,14-18 schildert Johannes nun u. a. noch ein weiteres Detail dieser Mauer: sie hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen die zwölf Namen der Apostel des Lammes. Und auch wenn in diesem Punkt manche christliche Ausleger anderer Ansicht sind, müssen wir uns doch auch hier an die Schrift halten und dürfen jetzt nicht diese „Grundsteine” der Mauer mit einer anderen Symbolik interpretieren, als oben die zwölf „Tore”.

Die Mauer hatte zwölf Grundsteine mit den Namen der zwölf Apostel des Lammes.

Off 21,14 Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. 21,15 Und der mit mir redete, hatte ein Maß, ein goldenes Rohr, um die Stadt und ihre Tore und ihre Mauer zu messen. 21,16 Und die Stadt ist viereckig angelegt, und ihre Länge ist so groß wie die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr auf 12000 Stadien; ihre Länge und Breite und Höhe sind gleich. 21,17 Und er maß ihre Mauer, 144 Ellen, eines Menschen Maß, das ist eines Engels Maß. 21,18 Und der Baustoff ihrer Mauer war Jaspis und die Stadt reines Gold, gleich reinem Glas. Off 21,14-18;


(Siehe auch Diskurs 79: „Tabelle: Die Namen der zwölf Apostel”.)

Wenn es sich oben, bei den zwölf Toren mit den Namen der Geschlechter der Söhne Israels, um das Volk Gottes aus Israel handelt, welches damit ganz eindeutig von der „Stadt”, der Frau und Braut des Lammes zu unterscheiden ist, dann handelt es sich hier, bei den zwölf Grundsteinen, mit den zwölf Namen der Aposteln des Herrn, um die weltweite Gemeinde aller Zeiten. Und in Konsequenz muss auch hier gelten, dass es sich dabei um die „Mauer” handelt, und nicht um die Stadt.

Wir erkennen also auch hier in der Symbolik eine strikte Trennung zwischen der Stadt – der Braut des Lammes – und der Mauer – dem Volk Gottes aus Israel und der Gemeinde - dem Volk Gottes aus den Nationen. Dies zeigt sich nicht zuletzt auch noch im Vers Off 21,18, wo Johannes die Materialien beschreibt, aus welchen beide, Stadt und Mauer, geschaffen waren: Die Stadt war aus reinem Gold, gleich reinem Glas, der Baustoff der Mauer hingegen war Jaspis.

Wir haben damit für die Hochzeitsgäste eine ziemlich eindeutige Beweisführung. Die Identifikation der Braut im Text der Offenbarung ist jedoch – bis auf den Umstand, dass sie sich hier bereits im Himmel befindet - noch immer nicht gelungen.

Daher wollen wir uns alle jene Texte der Offenbarung ansehen, welche von Gläubigen im Himmel handeln. Es gibt insgesamt zwölf derartiger Aussagen, und sie sollen hier kurz dargestellt werden.


Die Märtyrer – sie werden wieder lebendig und regieren mit Christus im Millennium auf Erden.

 1. Off 6, 9-11: „die Seelen unten am Altar” - die Märtyrer aus Alten und Neuem Bund.

 2. Off 12,10-11:„die Überwinder des Drachen” – die Märtyrer aus dem Neuen Bund.

 3. Off 15, 1-4: „die den Sieg behalten haben über das Tier” – die Märtyrer aus der antichristlichen Zeit.

 4. Off 20, 4-6: „die Seelen derer, die enthauptet waren” – alle diese Märtyrer in der Ersten Auferstehung.

Das Heer des Himmels.

 5. Off 19,11-14; „das Heer des Himmels” – alle Heiligen im Himmel, in der Schlacht von Harmagedon.

 6. Off 17,12-14: „die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen (Treue)” – ebendiese.

Die große Volksmenge – sie sind vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel.

 7. Off 7, 9-17: „aus allen Nationen, Stämmen, und Sprachen” – die Gläubigen aus der großen Trübsal.

 8. Off 19, 6: „eine große Volksmenge” – ebendiese als Hochzeitsgäste.

 9. Off 14, 2: „eine Stimme wie von Harfenspielern” – diese Hochzeitsgäste als Harfenspieler.

Die Hochzeit des Lammes.

10. Off 19, 7: „und seine Braut hat sich bereit gemacht” – die Braut des Lammes.

11. Off 19, 8-10: „die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind” – die obigen Hochzeitsgäste.

Die Erstlinge für Gott und das Lamm. (Die Auserwählten?)

12. Off 14,1.3- 5: „144.000 die hatten seinen Namen...geschrieben auf ihrer Stirn” – die Versiegelten.


Wir wollen nun versuchen aus diesen Beschreibungen jene Gruppe herauszufinden, welche geeignet wäre, die „Braut” des Lammes zu sein. Dazu müssen wir aus diesen Texten einmal jene ausscheiden, welche gemeinsame, abgeschlossene Gruppen bilden, wie die der Märtyrer (1-4) und die zusammenfassenden Aussagen über alle Gläubigen im Himmel als „Heer des Himmels” (5-6).

Damit verbleiben nur mehr die Texte 7-12. Die große Volksmenge (7) haben wir bereits weiter oben als die Hochzeitsgäste aus den Heidenchristen identifiziert und nachdem die „Braut” – wie wir ebenfalls oben festgestellt haben - aus Israel kommen muss, scheidet auch dieser Text aus.

Auch Text 8 und 9 zeigt diese Gläubigen aus der Großen Trübsal eben als Hochzeitsgäste und Harfenspieler.

Der 10. Text ist jener, von welchem wir hier ausgegangen sind. Er besagt, dass sich die Braut bereitet hat.

Text 11 spricht wieder über die Hochzeitsgäste, macht aber über die Herkunft der Braut keine Aussage.

Verbleibt schließlich der 12. Text, welcher von den hundertvierundvierzigtausend Versiegelten handelt. Und hier erkennen wir gleich eine ganze Reihe von Eigenschaften, welche sich vorzüglich – um nicht zu sagen ausschließlich - für die Braut des Lammes eignen würden.

Bevor wir aber mit der Analyse der betreffenden Schriftstellen fortfahren, wollen wir die obige Aufstellung kurz zusammenfassen. Wenn wir einmal die Texte 5 und 6 ausklammern, da sie sich ja augenscheinlich auf alle im Himmel befindlichen Gläubigen beziehen, erkennen wir insgesamt drei Gruppen von Gläubigen im Himmel:

1. Die Märtyrer in den Texten 1-4.

2. Die Hochzeitsgäste in den Texten 7-9 und 11.

3. Die Braut, welche in den Texten 10 und 12 angesprochen wird.


(Siehe auch die Tabelle 10: „Die Seelen im Himmel”.)

Die 144.000 Erstlinge für Gott und das Lamm.

Wir wollen nun die Möglichkeit, dass die 144.000 Versiegelten die Braut des Lammes verkörpern, untersuchen. Die 144.000, je 12.000 aus jedem Stamm Israels, werden an ihren Stirnen mit dem Siegel Gottes versehen.

144.000 aus allen Stämmen Israels versiegelt mit dem Siegel des lebendigen Gottes.

Off 7,1 Danach sah ich vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind über die Erde blase noch über das Meer noch über irgendeinen Baum. 7,2 Und ich sah einen andern Engel aufsteigen vom Aufgang der Sonne her, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief mit großer Stimme zu den vier Engeln, denen Macht gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zu tun:

7,3 Tut der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden, bis wir versiegeln die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen. 7,4 Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: hundertvierundvierzigtausend, die versiegelt waren aus allen Stämmen Israels: 7,5 aus dem Stamm Juda zwölftausend versiegelt, aus dem Stamm Ruben zwölftausend, aus dem Stamm Gad zwölftausend, 7,6 aus dem Stamm Asser zwölftausend, aus dem Stamm Naftali zwölftausend, aus dem Stamm Manasse zwölftausend, 7,7 aus dem Stamm Simeon zwölftausend, aus dem Stamm Levi zwölftausend, aus dem Stamm Issachar zwölftausend, 7,8 aus dem Stamm Sebulon zwölftausend, aus dem Stamm Josef zwölftausend, aus dem Stamm Benjamin zwölftausend versiegelt. Off 7, 1- 8;


Wir haben hier eine akribisch genaue Aufzählung der zwölf Stämme Israels, aus denen diese Erstlinge für Gott und das Lamm genommen wurden. Dennoch wird immer wieder versucht, auch hierin „die ganze Gemeinde Christi” - also die Christen aller Zeiten - zu sehen.

Der Umstand, dass diese Knechte Gottes aus Israel kommen, wird in dem Sinne umgedeutet, dass angeblich im Urchristentum die Gemeinde aus Juden und Heiden mit der Ehrenbezeichnung „Israel” genannt wurde.

Dass es sich hier nur um 144.000 Knechte Gottes handelt, während man mit der „ganzen Gemeinde Christi” wahrscheinlich Millionen unterzubringen hätte, wird wieder einmal als „große Zahl” und als „unverstümmelte Ganzheit” in Bezug auf die Gemeinde interpretiert, so dass damit „symbolisch” zum Ausdruck kommt, dass „Gott keinen aus der Gemeinde vergisst”.

Ohne nun auf die Argumentation eingehen zu wollen, wieso auf einmal so viele Menschen um eine jüdische Abkommenschaft bemüht sind, während das doch im Dritten Reich ganz anders war, haben wir ein ganz anderes, völlig eindeutiges Argument, warum diese Erstlinge für Gott und das Lamm nicht die universale Gemeinde aller Zeiten repräsentieren können.

Wir finden dieses schlagendste Argument gegen die obige Auffassung unten, in Off 9,4 (5. Posaune / 1. Wehe), wo die Menschen auf Erden 5 Monate lang gequält werden. Es ist dies eine der Plagen innerhalb der Posaunengerichte und sie dauert fünf Monate. Und genau hier wird den „Skorpionen” Macht gegeben „Schaden zu tun (...) allein den Menschen, die nicht das Siegel Gottes haben an ihren Stirnen”.

Sie tun Schaden nur den Menschen, die nicht das Siegel Gottes haben an ihren Stirnen.

Off 9,3 Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen wurde Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben. 9,4 Und es wurde ihnen gesagt, sie sollten nicht Schaden tun dem Gras auf Erden noch allem Grünen noch irgendeinem Baum, sondern allein den Menschen, die nicht das Siegel Gottes haben an ihren Stirnen. Off 9, 3- 4;


Dies heißt aber im Umkehrschluss, dass jene 144.000 Versiegelten zu diesem Zeitpunkt noch auf Erden leben müssen, denn sonst müssten sie ja nicht explizit ausgenommen werden.

Es muss sich also hier um eine Gruppe von Menschen handeln, die während dieses Zeitraums der Posaunengerichte auf der Erde leben und nicht um „verstorbene Gläubige aus allen Zeiten”. Bei so konkreten Schriftaussagen sollten wir also dem Wort keine Gewalt antun. Bezeichnenderweise haben schon die Zeugen Jehovas diese Bibelstelle für ihre obersten Brüder „reserviert”. Wollen wir es ihnen also nicht gleichtun. Anerkennen wir ein für alle Mal, dass diese auserwählten Knechte Gottes Gläubige aus den Judenstämmen sind, und wir keinerlei Recht haben, diese Verheißung auf uns Heidenchristen umzudeuten.

Es ist schon recht eigenartig, dass wir immer nur die positiven Verheißungen für Israel auf uns deuten wollen. Wie wir aus der Schrift wissen, ist für Israel und Jerusalem in der Endzeit noch eine schwere Zeit der Not und der Verfolgung prophezeit. Es ist meines Wissens aber noch niemand auf die Idee gekommen, auch hier „Israel” als Synonym für die „ganze Gemeinde Christi” aufzufassen.

Es gibt aber auch heute noch Gruppen von gläubigen Christen, welche dem Volk Israel überhaupt jede Heilserwartung absprechen. Begründet wird das mit der Verwerfung des Messias durch Israel und seiner Auslieferung an die Römer zur Kreuzigung. Ein ganz ähnliches Gedankengut finden wir ja auch in den Kreuzzügen des Mittelalters.

Dabei übersehen diese Leute allerdings ein wichtiges Detail. Der Herr ist nicht nur gestorben, weil ihn die Juden ausgeliefert haben. Er ist auch und insbesondere deshalb ans Kreuz gegangen, weil es für die Sünde der Welt vor Gott keine andere Sühne, kein anderes „Lösegeld” geben konnte.

Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!

Jh 1,29 Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! 1,30 Dieser ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. Jh 1,29-30;

Der Menschensohn ist gekommen, dass er sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

Mk 10,43 Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; 10,44 und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. 10,45 Denn der Menschensohn ist auch nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele. Mk 10,43-45;


Er ist also für uns alle gestorben. Und zwar deshalb, weil wir alle Sünder sind und der Vergebung vor Gott und damit des Opfers Christi bedürfen. Und wenn da nun jemand kommt und meint, die Juden aus dem Heilsplan Gottes ausschließen zu müssen, weil sie ihren Messias gekreuzigt haben, so hat er sichtlich noch nicht begriffen, dass es wir alle sind, und damit zweifellos auch er, welche durch unsere Sünden den Tod des Herrn am Kreuz verursacht haben. Und damit verurteilen sich diese Leute letztendlich selbst. Wenn sie meinen, dass den Schuldigen am Tod Christi kein Heil zustünde, so steht dieses Heil eben gerade ihnen auch nicht zu.

In Off 14,1-5 finden wir dann diese Erstlinge für Gott und das Lamm wieder. Hier sind sie schon im Himmel beim Herrn, und singen ein Lied, das nur sie lernen können.

Sie sind erkauft von den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm.

Off 14,1 Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm Hundertvierundvierzigtausend, die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben auf ihrer Stirn. 14,2 Und ich hörte eine Stimme vom Himmel wie die Stimme eines großen Wassers und wie die Stimme eines großen Donners, und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielen.

14,3 Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Gestalten und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen außer den Hundertvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde. 14,4 Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; die folgen dem Lamm nach, wohin es geht. Diese sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm, 14,5 und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig. Off 14, 1- 5;


Dieses Siegel Gottes, welche diese 144.000 an ihren Stirnen tragen, ist also gemäß Off 14,1 der Name des Vaters und der Name des Sohnes. Diese besondere Auszeichnung kennen wir auch schon aus dem Sendschreiben an den Engel der Gemeinde in Philadelphia. Dort heißt es:

Der Name des Vaters, des Sohnes und des neuen Jerusalems.

Off3,11 Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nehme! 3,12 Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen. Off 3,11-12;

(Siehe auch den Exkurs 02: „Die sieben Sendschreiben”.)

Auch bei Philadelphia haben wir es zweifellos mit einer jüdischen Christengemeinde zu tun. Und sowohl die Gemeinde von Philadelphia als auch die 144.000 Versiegelten im Himmel sind untadelig und haben das Siegel Gottes und des Lammes an ihren Stirnen. Und den Überwindern in Philadelphia verheißt der Herr noch einen dritten Namen: er wird auf sie schreiben „den Namen des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott”.

Und dieser Name des neuen Jerusalem ist in Off 21 zu finden:

Das neue Jerusalem, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.

Off 21,1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 21,2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Off 21, 1- 2;

Die heilige Stadt Jerusalem aus dem Himmel, die Braut, das Weib des Lammes.

Off 21,9 Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, voll der sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sprach: Komm her! Ich will dir die Braut, das Weib des Lammes, zeigen. 21,10 Und er führte mich im Geist hinweg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie aus dem Himmel von Gott herabkam. Off 21, 9-10;


Der Name dieser Stadt, dieses neuen Jerusalems, das vom Himmel herabkommt, ist also gemäß Off 21,9: „Die Braut, das Weib des Lammes”. Und jene, die diesen Namen an ihren Stirnen tragen, sind dieser Braut des Lammes zugehörig und verkörpern sie in personenhafter Weise.

Schließlich ist noch auffallend, dass immer dann, wenn von den 144.000 bzw. der Braut des Lammes die Rede ist, parallel dazu auch die große Volksmenge direkt oder indirekt in Erscheinung tritt. Wir haben einmal im Off 7,1-8 die Versiegelung der 144.000 und anschließend, in Off 7,9-17 die große Volksmenge aus allen Nationen.

Dann lesen wir in Off 14,1.3-5 wieder von den 144.000, welche mit dem Lamm auf dem Berg Zion stehen. Dazwischen, in Vers Off 14,2, hört Johannes eine Stimme aus dem Himmel, „wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen eines lauten Donners”. Und diese Stimme war wie von Harfenspielern.

Eine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen eines lauten Donners.

Off 14,1 Und ich sah: und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm 144000, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen. 14,2 Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen eines lauten Donners; und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielen. Off 14, 1- 2;


Und auch in Off 19,6 hört Johannes eine Stimme einer großen Volksmenge, welche ebenfalls „wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner” klang und im nächsten Vers wird dann die Hochzeit des Lammes angekündigt.

Eine Stimme wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner.

Off 19,6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen Volksmenge und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten. 19,7 Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitgemacht. Off 19, 6- 7;


Der Zusammenhang der Aussagen von Off 3,12; 14,1 und 21,2.9-10, mit dem Bezug zur Braut des Lammes einerseits, und die hohe Vergleichbarkeit der Texte aus Off 14,2 und 19,6, mit der großen Volksmenge als Hochzeitsgäste und die abermalige Erwähnung der Braut des Lammes bzw. der 144.000 Versiegelten andererseits, scheinen daher alle auf denselben Personenkreis hinzuweisen.

Aufgrund dieser Schrifttexte lassen sich nun folgende Aussagen im Hinblick auf eine Interpretation dieser 144.000 Versiegelten als die „Braut des Lammes” machen:

Ebenso wie jeder Mann seine Braut auserwählt hat, ist auch die Braut des Lammes auserwählt worden.

-  Diese Knechte Gottes kommen aus dem Volk Israel. Es sind zwölftausend aus jedem Stamm. Sie wurden bereits als Lebende unter den Menschen auserwählt und mit dem Siegel Gottes versiegelt. (Off 7,3-8)

-  Dieses Siegel des lebendigen Gottes an ihren Stirnen ist der Name des Lammes und der Name Gottes, des Vaters. (Off 3,12; 7,2; 14,1)

-  Sie stehen als einzige gemeinsam mit dem Lamm (Bräutigam) auf dem Berg Zion (Jerusalem). (Off 14,1)

-  Sie können als einzige im Himmel das „neue Lied” lernen und singen. (Off 14,3)

-  Sie sind „erkauft von der Erde”. (Off 14,4)

-  Sie sind als Erstlinge aus den Menschen für Gott und das Lamm erkauft worden. (Off 14,4)

-  Sie haben das Wort des Herrn bewahrt und seinen Namen nicht verleugnet – sie sind untadelig und der Herr liebt sie. (Off 3,8-10; 14,4-5)

-  Sie sind „jungfräulich” und folgen dem Lamm nach, wohin es geht. (Off 14,4)

-  Sie tragen an ihren Stirnen den Namen des neuen Jerusalems: „Die Braut, das Weib des Lammes”. (Off 3,12; 21,2.9)


Schließlich haben wir noch einen Hinweis in der Schrift, welcher darauf schließen lässt, dass die Gemeinde selbst nicht die Braut sein kann und dass die Entrückung zur Zeit der letzten Posaune stattfindet.

Ihr seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen mag von der Hochzeit.

Lk 12,35 Eure Lenden sollen umgürtet und die Lampen brennend sein! 12,36 Und ihr, seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen mag von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich öffnen. 12,37 Glückselig jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich umgürten und sie sich zu Tisch legen lassen und wird hinzutreten und sie bedienen. 12,38 Und wenn er in der zweiten Wache und wenn er in der dritten Wache kommt und findet sie so - glückselig sind jene!

12,39 Dies aber erkennt: Wenn der Hausherr gewusst hätte, zu welcher Stunde der Dieb kommen würde, so hätte er gewacht und nicht erlaubt, daß sein Haus durchgraben würde. 12,40 Auch ihr, seid bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt in der Stunde, da ihr es nicht meint. Lk 12,35-40;


Der Herr spricht hier in einem Gleichnis zu den Jüngern. Er sagt ihnen: „ihr seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen mag von der Hochzeit”. Und die Aussage von Lk 12,37: „Glückselig jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt wachend finden wird” ist dann ein klarer Hinweis auf die Wiederkunft des Herrn zur Entrückung der Seinen. Auch die Formulierung in Vers Lk 12,39: „Wenn der Hausvater gewusst hätte, zu welcher Stunde der Dieb kommt...” ist - wie andere gleichartige Aussagen des Herrn – eindeutig auf die Entrückung zu beziehen.

Hier kommt also der Herr zur Entrückung der Gemeinde. Doch woher kommt er? Er kommt von der Hochzeit. Von der Hochzeit mit der Braut des Lammes. Daher kann die Gemeinde nicht die Braut sein. Hier kommt der Herr um die Glieder der Gemeinde als Hochzeitsgäste zum Hochzeitsmahl zu holen, damit sie im Himmel an der Feier teilnehmen können.

Diese Teilung von Hochzeit und Hochzeitsmahl erkennen wir dann auch in der Offenbarung des Johannes, in jenem Text, welchen wir eingangs geprüft haben:

Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes!

Off 19,7 Laßt uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitgemacht. 9,8 Und ihr wurde gegeben, daß sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend, rein; denn die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen.

19,9 Und er spricht zu mir: Schreibe: Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes! Und er spricht zu mir: Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes. Off 19, 7- 9;


Der Umstand, dass die 144.000 das letzte Mal bei der fünften Posaune, in Off 9,4 (indirekt) auf Erden anzutreffen sind und aufgrund der Aussage im obigen Gleichnis, dass die Braut bei der Entrückung der Gemeinde bereits im Himmel ist, kann sich also die Entrückung nicht vor diesem Zeitpunkt - der fünften Posaune - ereignen. Sie findet– auch nach den Aussagen des Paulus in 1The 4,15-17 und 1 Kor 15,50-53 – zur Zeit der letzten Posaune statt.

Aus den bisher dargelegten Schrifttexten ergibt sich nun folgender Ablauf des endzeitlichen Geschehens:




-  Zuerst muss die Große Trübsal und der Abfall mit dem Widersacher, dem Antichristen kommen.

-  Dann werden sich die Gestirne verfinstern und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.

-  Das Zeichen des Menschensohnes wird am Himmel erscheinen wie ein Blitz vom Osten bis zum Westen.

-  Der Herr wird mit befehlendem Wort in Kraft und Herrlichkeit herabkommen vom Himmel.

-  Alle Menschen auf Erden werden ihn kommen sehen in den Wolken des Himmels.

-  Seine Engel werden die Plagen der ersten sechs Posaunen über die Erde verkünden.

-  Die Hochzeit des Lammes im Himmel, die Braut ist in weißem Linnen.

-  Die letzte Posaune Gottes wird erschallen.

-  Anschließend werden zuerst die Toten in Christus auferweckt.

-  Die noch lebenden Auserwählten werden von den Engeln des Herrn eingesammelt.

-  Und schließlich, gemeinsam mit den Auferweckten, dem Herrn entgegen entrückt.

-  Im Lohngericht erhalten sie von ihren Richtern ihren Lohn: Lob, Preis und Ehre.

-  Sie sind nun geladen zum Hochzeitsmahl des Lammes.



Auf eine Argumentation gegen die Ansicht wie sie die „Zeugen Jehovas” vorbringen, dass der Herr bereits im Jahre 1914 gekommen sei und seitdem „unsichtbar” regiere, kann aufgrund der drückenden Beweislage über die weltweit sichtbare Ankunft des Menschensohnes und die daran anschließenden Ereignisse wohl verzichtet werden.



Tabelle: Abfolge und Dauer der Endzeitereignisse

Die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung. /    1. Teil, Kapitel 06

Die Entrückung. /    2. Teil, Kapitel 062

Von Tag und Stunde weiß allein der Vater. /    4. Teil Kapitel 064