Kapitel 064 - Die Wiederkunft des Herrn – 4. Teil: Von Tag und Stunde weiß allein der Vater.




Vom Tag aber und von der Stunde weiß niemand, sondern allein der Vater.

Die Gefahr in unseren Tagen.

Tabelle: Abfolge und Dauer der Endzeitereignisse

Die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung. /    1. Teil, Kapitel 06

Die Entrückung. /    2. Teil, Kapitel 062

Die Hochzeit des Lammes. /    3. Teil, Kapitel 063



Nachträglicher Hinweis:

Diese alte Interpretation aus dem Jahre 1995 basiert noch auf der bis heute von fast allen Exegeten vertretenen konventionellen Auslegung, dass die siebzigste Jahrwoche ein zeitlich zusammenhängendes Ereignis ist und es nur einen einzigen Antichristen gibt. Diese Annahmen basieren im Grunde einerseits auf der Prophezeiung in Dan 9,27, wonach in der Hälfte der siebzigsten Jahrwoche der Verwüster kommt und andererseits auf der Aussage des Paulus in 1Kor 15,52, wonach die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung bei der letzten Posaune erfolgen wird, was dann auf die letzte, die siebte Posaune der Posaunengerichte bezogen wird (Off 10,7).

Neuere Studien haben jedoch zur Erkenntnis geführt, dass es zwischen Mt 24 und Off 6 und 7 eine Parallelität der Ereignisse gibt, welche Wiederkunft und Entrückung zwangsläufig nach Off 6,12-17 (6. Siegel) verlagern  und daher die siebzigste Jahrwoche dort unterbrechen.

(Siehe auch Diskurs 05: „Die Parallelität der Ereignisse von Mt 24 und Off 6 und 7”)


In diesem Zusammenhang wurde u.a. auch aufgrund von 2The 2,1-4 und Off 13,1-11 erkannt, dass es nicht nur ein Antichrist sein kann, der die Endzeit beherrschen wird, sondern zwei Antichristen: ein menschlicher Gewaltherrscher (Reiter auf dem weißen Pferd, Off 6,1-2) in der Großen Trübsal (Off 6,1-8; Mt 24,1-25) und ein dämonisches Geistwesen (Tier aus dem Meer, Off 13) am Tag des Zornes Gottes.

(Siehe auch Diskurs 86: „Der erste und der zweite Antichrist”)


Nachdem sich durch diese geänderte Sichtweise jedoch im Prinzip nur Verschiebungen in der zeitlichen Abfolge der Ereignisse ergeben und die Inhalte bis auf wenige Ausnahmen im Wesentlichen gleich bleiben, haben die Dokumente der alten Interpretation - unter Berücksichtigung dieser Hinweise hier - durchaus ihre Berechtigung und werden so beibehalten. Eine Zusammenfassung der Änderungen findet sich im Diskurs 48.

(Siehe Diskurs 48: „Eine alternative Sicht im Ablauf der Endzeitereignisse”)



Vom Tag aber und von der Stunde weiß niemand, sondern allein der Vater.

Wir haben hier versucht, einen gewissen Einblick in den zeitlichen Ablauf innerhalb des endzeitlichen Geschehens der Auferweckung aus den Toten und der Entrückung zu gewinnen. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir überhaupt keinen Anhaltspunkt in der Schrift darüber finden können, wann diese Ereignisse eintreffen werden. Dies kann genau so gut in zwei, zweihundert oder zweitausend Jahren sein. Darum sollten wir das Wort des Herrn beherzigen, der uns rät wachsam zu sein.

Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint.

Mt 24,32 An dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: wenn seine Zweige jetzt saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 24,33 Ebenso auch: wenn ihr das alles seht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist. 24,34 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. 24,35 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.

24,36 Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. 24,37 Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohns. 24,38 Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut - sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging;

24,39 und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin -, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns. 24,40 Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben. 24,41 Zwei Frauen werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben. 24,42 Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.

24,43 Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen.

24,44 Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint. Mt 24,32-44;

Hier ermahnt uns der Herr wachsam zu sein, denn er kommt zu einer Stunde, wo wir`s nicht meinen. Und er sagt, wenn der Hausvater - also der gegenwärtige Herrscher und Fürst dieser Welt, der Satan - wüsste zu welcher Stunde „der Dieb” kommt, so würde er Vorkehrungen treffen.

Dieselbe Formulierung verwendet auch Paulus in seinem ersten Brief an die Thessalonicher in Bezug auf den Tag des Herrn.

Der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht.

1The 5,1 Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; 5,2 denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. 5,3 Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr -, dann wird sie das Verderben schnell überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen. 5,4 Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme.

5,5 Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. 5,6 So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein. 5,7 Denn die schlafen, die schlafen des Nachts, und die betrunken sind, die sind des Nachts betrunken. 5,8 Wir aber, die wir Kinder des Tages sind, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil.

5,9 Denn Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, das Heil zu erlangen durch unsern Herrn Jesus Christus, 5,10 der für uns gestorben ist, damit, ob wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben. 5,11 Darum ermahnt euch untereinander, und einer erbaue den andern, wie ihr auch tut. 1The 5, 1-11;


Wenn Paulus hier sagt: „Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, das Heil zu erlangen ...”, so meint er damit, dass die dann lebenden Gläubigen vor dem „Tag des Zorns” - also vor dem Strafgericht Gottes über die Erde im zweiten Teil des Tag des Herrn - bewahrt werden sollen und vorher entrückt werden. Es ist dies eine der Stellen, die oft falsch, nämlich auf die Große Trübsal gedeutet werden, und womit dann eine Entrückung der Gemeinde vor der Großen Trübsal begründet wird.

Auch Paulus spricht also hier oben davon, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. Und er warnt die Brüder, dass der Tag nicht über sie komme, wie ein Dieb.

Und auch im letzten Buch der Bibel verwendet der Herr Jesus in seiner Offenbarung an den Johannes diese Formulierung und verspricht den Überwindern die weißen Kleider der Gerechtigkeit der Heiligen.

Wer überwindet, soll mit weißen Kleidern angetan werden.

Off 3,1 Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe:

Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot. 3,2 Werde wach und stärke das andre, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott.

3,3 So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße! Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde. 3,4 Aber du hast einige in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; die werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind es wert.

3,5 Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Off 3, 1- 5;

Das schöne reine Leinen ist die Gerechtigkeit der Heiligen.

Off 19,7 Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet. 19,8 Und es wurde ihr gegeben, sich anzutun mit schönem reinem Leinen. Das Leinen aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.

19,9 Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes. Off 19, 7- 9;


Und schließlich warnt uns auch Petrus in seinem zweiten Brief von diesem Tag des Herrn, der wie ein Dieb kommen wird:

Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb.

2Ptr 3,10 Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden.

3,11 Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen, 3,12 die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und erstrebt, an dem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden.

3,13 Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt. 2Ptr 3,10-13;


Wie wir im Zuge dieses Kapitels gesehen haben, gibt es mannigfache Zeichen, welche dem Kommen des Herrn vorausgehen. Und dennoch sind im Laufe dieses und auch des vorigen Jahrhunderts schon viele falsche Propheten aufgestanden, welche Jahreszahlen errechnet haben und die baldige Ankunft des Herrn prophezeit haben. Sie haben viele Menschen verführt und sie teilweise sogar in den kollektiven Tod gelockt.

Es ist daher unsere Pflicht als Christen, nicht nur uns selbst diese Zeichen der Wiederkunft des Herrn einzuprägen und sie mit dem Zustand der Welt in unserer jeweiligen Zeitepoche zu vergleichen, sondern wir müssen auch unsere Geschwister immer wieder daran erinnern, dass uns der Herr nicht ohne Hinweis, ohne Möglichkeit gelassen hätte, die Zeit zu erkennen.

In diesem Zusammenhang muss man jene Geschwistern, welche meinen alle Welt von der baldigen Ankunft des Herrn überzeugen zu müssen, sehr ernst darauf hinweisen, dass vor der Wiederkunft des Herrn der Widersacher auftreten und versuchen wird, die Menschen mit Zeichen und Wundern einzufangen und in die Irre zu führen. Wie es uns auch Paulus in 2The 2,1-12 sagt: „Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens”

Es wäre ein Bärendienst an den Geschwistern, wollte man ihre Erwartungen nun gerade auf diese Ankunft des „Anstatt-Christus” lenken und sie somit sehenden Auges in ihr Verderben laufen lassen. Wir können es daher nicht oft genug wiederholen:

Der erste „Christus” der kommen wird, ist der Antichristus!


Abschließend noch einige konkrete Aussagen der Bibel zu diesem Thema.

In den letzten Tagen werden schlimme Zeiten kommen.

2Tim 3,1 Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden. 3,2 Denn die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, 3,3 lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, zuchtlos, wild, dem Guten feind, 3,4 Verräter, unbedacht, aufgeblasen. Sie lieben die Wollust mehr als Gott; 3,5 sie haben den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie; solche Menschen meide! 3,6 Zu ihnen gehören auch die, die sich in die Häuser einschleichen und gewisse Frauen einfangen, die mit Sünden beladen sind und von mancherlei Begierden getrieben werden, 3,7 die immer auf neue Lehren aus sind und nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können. 3,8 Wie Jannes und Jambres dem Mose widerstanden, so widerstehen auch diese der Wahrheit: es sind Menschen mit zerrütteten Sinnen, untüchtig zum Glauben. 2Tim 3, 1- 8;

Sie werden die heilsame Lehre nicht ertragen sondern sich selbst Lehrer aufladen.

2Tim 4,3 Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, 4,4 und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren. 2Tim 4, 3- 4;

In den letzten Zeiten werden einige abfallen und teuflischen Lehren anhängen.

1Tim 4,1 Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und teuflischen Lehren anhängen, 4,2 verleitet durch Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihrem Gewissen haben. 4,3 Sie gebieten, nicht zu heiraten und Speisen zu meiden, die Gott geschaffen hat, dass sie mit Danksagung empfangen werden von den Gläubigen und denen, die die Wahrheit erkennen. 4,4 Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; 4,5 denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet. 1Tim 4, 1- 5;

In den letzten Tagen werden Spötter kommen, die ihren eigenen Begierden nachgehen.

2Ptr 3,3 Ihr sollt vor allem wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die ihren Spott treiben, ihren eigenen Begierden nachgehen 3,4 und sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist. 2Ptr 3, 3- 4;

Die Gefahr in unseren Tagen.

Wenn wir nun unsere Zeit prüfen, müssen wir sagen, dass doch schon einiges von diesen Voraussagen „im Keim” vorhanden zu sein scheint. Allerdings war dies auch schon zu der Zeit der Apostel Petrus und Paulus und auch im Laufe der darauffolgenden Jahrhunderte ganz ähnlich. Jede Generation hat gemeint, nach ihr würde die Welt in Schutt und Asche fallen, doch wie wir sehen, lebt die Welt heute noch immer.

Dennoch sollten wir uns nicht in einer falschen Sicherheit wiegen! Nicht weil der Herr etwa schon morgen kommen könnte. Wir haben gerade in diesem Kapitel geklärt, dass der Wiederkunft des Herrn einige markante Ereignisse vorangehen werden. Und davon wird zumindest die antichristliche Herrschaft und die Verfolgung aller jener, die das Zeichen des Tieres nicht annehmen wollen, von den gläubigen Christen nicht unbemerkt bleiben, sodass sie diese Zeichen der Zeit erkennen und sich danach verhalten können.

Nein – die Gefahr in der wir Heutige uns befinden schildert und der Herr in Lk 21,8:

Seht zu, lasst euch nicht verführen und folgt ihnen nicht nach.

Lk 21,8 Er aber sprach: Seht zu, lasst euch nicht verführen. Denn viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin es, und: Die Zeit ist herbeigekommen. – Folgt ihnen nicht nach! Lk 21, 8;


Es sind die falschen Christusse und die falschen Propheten, welche lange vor der großen Bedrängnis – und damit auch schon in und vor unserer Zeit – versuchen, jene Menschen zu verführen, die sich nicht der Mühe unterzogen haben, ihr Glaubensfundament auf Jesus Christus und die Heilige Schrift zu gründen, sondern ohne Prüfung die Erfindungen und Verdrehungen dieser falschen Propheten übernommen haben.

Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass jene Leute, welche diese Verführungen „an den Mann” bringen, welche also die Menschen kontaktieren, meistens selbst Verführte sind und daher fest an das glauben, was sie den anderen weitergeben. Dennoch sind sie für den bibelkundigen Christen durch ihre Sonderlehren relativ leicht zu entlarven. Im Sektenbereich sind hier sowohl die „Siebenten-Tags-Adventisten” wie auch die „Zeugen Jehovas” als Beispiel zu nennen. Beide Religionsgemeinschaften haben in ihren Anfängen durch eigene „Propheten” die sichtbare Wiederkunft Jesu Christi auf dieser Erde vorhergesagt, welche dann natürlich nicht eingetroffen ist.

Bei den Siebenten-Tags-Adventisten war dies ihr eigentlicher Gründer, der Baptistenprediger William Miller, der die sichtbare Wiederkunft des Herrn für das Jahr 1844 prophezeite. Als sich diese Weissagung nicht erfüllte, hatte zwar Miller seinen Fehler eingestanden, seine Nachfolger – die heutigen Siebenten-Tags-Adventisten – konstruierten allerdings eine komplizierte Argumentation, um dies nicht zugeben zu müssen. Sie kamen auf die geniale Idee, die Wiederkunft des Herrn im Jahre 1844 nicht sichtbar und auf der Erde, sondern unsichtbar und im Himmel „stattfinden” zu lassen. Nachdem ihnen das verständlicherweise niemand widerlegen konnte, beharren sie bis heute auf dieser Version.

Eine andere Gruppe der Adventistenbewegung wieder bekannte den Fehler von 1844, allerdings nicht ohne gleich wieder ein neues Datum zu prophezeien: 1874. Als auch dieses Jahr ohne die sichtbare Wiederkunft des Herrn vorbeigegangen war, fand sich ein Mann namens Charles Taze Russel – der spätere Gründer der Zeugen Jehovas – der 1876 mit den Adventisten in Berührung kam und von ihnen dieses Datum – 1874 – und gleichzeitig damit auch die geniale Idee der „unsichtbaren Wiederkunft des Herrn” von den Siebenten-Tags-Adventisten übernahm. Er stellte die Behauptung auf, dass die Wiederkunft des Herrn wohl in diesem Jahr, aber nicht sichtbar sondern unsichtbar erfolgt sei. Desweiteren prophezeite er, dass nunmehr, ab dem Jahre 1874, eine vierzigjährige „Erntezeit” stattfinden wird und danach, im Jahre 1914, würde dann das Königreich Christi anbrechen und die Heidenkönigreiche würden wie Töpfergefäße zerschmettert werden.

Im Jahre 1914 kam dann allerdings nicht das Königreich Christi, sondern der erste Weltkrieg. Obwohl danach Russel – ähnlich wie Miller bei den Adventisten - ausdrücklich zugegeben hat, dass seine „Prophezeiungen” falsch gewesen sind, wurde nach seinem Tod im Jahre 1916 von seinem Nachfolger, „Richter” J. F. Rutherford, die geniale Idee der Adventisten ein drittes Mal kopiert. Er gab die Weisung aus, dass die Berechnung auf das Jahr 1914 völlig richtig gewesen wäre. Falsch war nur die Erwartung, dass das Königreich Christi auf Erden und sichtbar anbrechen würde. Es ist natürlich im Himmel und unsichtbar angebrochen. Der Erfolg war der gleiche wie bei den Adventisten: Nachdem niemand diese Behauptung widerlegen konnte, verkündigen sie die Zeugen Jehovas heute noch.

Wer die Schrift kennt, kennt auch den Hinweis des Herrn, dass niemand Tag und Stunde – und daher auch nicht Jahr - weiß, nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern allein der Vater (Mt 24,36) und auch seine Warnung: es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen (Mt 24,11).

Eine wesentlich subtilere Art der Verführung zeigt sich hingegen in der katholischen Kirche, obwohl wir es im Prinzip auch hier mit falschen Propheten zu tun haben. Im Jahre 1870 wird die Unfehlbarkeit des Papstes zum Dogma erhoben (Dogma = die von Gott in der Hl. Schrift und/oder von der katholischen Kirche in ihren Gesetzen - der Tradition - geoffenbarte Wahrheit, soweit sie vom Papst als geoffenbart verkündet wird. Der Glaube an das Dogma ist für jeden Katholiken - bei sonstiger Exkommunikation - verpflichtend!). Seit dem Hochmittelalter wurde die Unfehlbarkeit des Papstes als Lehre in der katholischen Kirche immer mehr verbreitet. Auf dem ersten Vatikanischen Konzil wurde sie dann – entgegen den Argumenten einer Gruppe von Kardinälen, welche auf die offensichtlichen Fehler von Päpsten wie Vigilius oder Honorius I. hinwiesen – zum Dogma erklärt. Nachdem gemäß der Heiligen Schrift Gott alleine unfehlbar ist, ist dies eine Gotteslästerung.

Aber weit gefährlicher ist der Versuch der katholische Kirche, die Menschen von Gott zu trennen, indem sie den einzigen Mittler und Retter, unseren Herrn und Heiland Jesus Christus, durch einen „Ersatzmittler” in der Gestalt der „Himmelskönigin”, „Gnadenmutter” und „Gottesgebärerin” Maria, sukzessive und vom Kirchenvolk fast unbemerkt ersetzen. Und hier muss eindeutig klargestellt werden, dass diese Götzengestalt mit der Mutter des Herrn nichts, aber auch rein gar nichts gemein hat.

Wir haben in der Schrift die Aussage des Herrn:

Niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Jh 14, 6;


Wir wissen daher, dass es keinen anderen Weg zu Gott gibt, als über Jesus Christus und sein Opfer am Kreuz für unsere Sünden. Und der Herr sagt uns auch:

Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.

Mt 4,10 Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13): »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.« Mt 4,10;


In der katholischen Kirche hingegen wird seit dem Jahre 431 n. Chr. Maria als „Mutter Gottes” angebetet. Um die Unterschiede zwischen Jesus Christus und diesem katholischen Götzen für das Kirchenvolk sukzessive zu verschleiern, wird 1854 die, von der Erbsünde unbefleckte Empfängnis der Maria zum Dogma erhoben. Dies meint, dass Maria von ihrer Mutter, der Anna, ohne Erbsünde empfangen wurde und ist der Versuch einer Nachäffung der göttlichen Geburt Jesu Christi. Diese Erfindung der katholischen Kirche hat in der gesamten Bibel keine Grundlage. Am wenigsten hat Maria, die Mutter des Herrn selbst diesen Anspruch erhoben. Sie sagt von sich selbst:

Mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes.

Lk 1,46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 1,47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; Lk 1,46-47;


Damit bekannte sie, dass sie selbst einen Heiland und Retter, nämlich ihren Sohn, unseren Herrn benötigt und daher genauso in Sünde geboren war, wie wir anderen Menschen alle auch.

Und wenn die katholische Kirche als Beweis dafür, dass die Maria von ihrer Mutter, der Anna, unbefleckt und ohne Erbsünde empfangen wurde und in den Himmel aufgefahren ist, immer wieder Off 12,1-2 anführt und behauptet mit dieser „Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen”, sei die Maria gemeint, muss man den anschließenden Vers auch lesen, wo es heißt: „Und sie war schwanger und schrie in Kindsnöten und hatte große Qual bei der Geburt”. Wie uns jedoch 1Mo 3,16 sagt: „ Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr vermehren die Mühsal deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären!” sind die Schmerzen bei der Geburt eine Folge der Erbsünde.

Wenn nun diese Frau in Off 12,1-2 die Maria sein sollte, dann kann sie in Konsequenz nicht ohne Erbsünde sein, denn sonst hätte sie ja keine Schmerzen bei der Geburt. Besteht man aber darauf, dass die Maria ohne Erbsünde geboren worden ist, dann kann andererseits die Frau aus Off 12,1-2 nicht die Maria sein.

Den Gipfel dieser Nachäffung des Heilsplanes Gottes mit seinem Sohn leistete sich die katholische Kirche aber erst in unserem Jahrhundert. Im Jahre 1950 wurde die Lehre von der „Himmelfahrt Mariens” zum Dogma erhoben. Und damit wird die Zielsetzung klar: Nachdem die Attribute Jesu Christi, der frei von der Erbsünde geboren worden war schon mit dem Dogma von 1854 nacherfunden wurde, fehlte nun nur noch Auferstehung und Himmelfahrt, um eine - für das Kirchenvolk als solche kaum erkennbare - Kopie der Vorgänge um den Herrn Jesus vorzeigen zu können.

Es ist erstaunlich und beklemmend zugleich, wenn wir feststellen müssen, dass wir selbst Zeitzeugen dieses letzten, unglaublichen Schrittes geworden sind. Die katholische Kirche hat sich unter dem Namen der Maria einen eigenen katholischen Götzen geschaffen. Das Ziel dieser Strategie ist eindeutig: Das Kirchenvolk soll durch die Ähnlichkeit des Götzen mit dem Sohn Gottes getäuscht werden und in Hinkunft nicht Rettung beim Herrn sondern bei der katholischen Kirche und dem Götzen suchen, die ihnen jedoch nicht helfen können.

Der auf dem Tridentiner Konzil herausgegebene Katechismus für Priester enthält folgende bezeichnende Passage: „Nonnus articulus omnius frequentissimo populo inculcandus est quam hic: Credo in unam sanctam ecclesiam catholicam”.

„Unter allen Glaubensartikeln ist keiner häufiger und nachhaltiger dem Volk einzuprägen als dieser: Ich glaube an eine heilige katholische Kirche”.

Wichtig ist also nicht der Glaube an den allein wahren Gott und seinen Sohn Jesus Christus, sondern der Glaube an eine menschliche, fehlerhafte und machtbesessene katholische Kirche.

Es ist sonst kein Gott außer mir, ein gerechter Gott und Heiland.

Jes 45,20 Versammelt euch und kommt miteinander herzu, ihr Entronnenen der Heiden. Keine Erkenntnis haben, die sich abschleppen mit den Klötzen ihrer Götzen und zu einem Gott flehen, der nicht helfen kann.

45,21 Tut es kund, bringt es vor, beratet miteinander: Wer hat dies hören lassen von alters her und vorzeiten verkündigt? Hab ich es nicht getan, der HERR? Es ist sonst kein Gott außer mir, ein gerechter Gott und Heiland, und es ist keiner außer mir.

45,22 Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr. Jes 45,20-22;


Und hier kommen wir zu einer der wichtigsten Erkenntnisse in Bezug auf alle nichtchristlichen Religionen, speziell auch in unserer Zeit: Der christliche Glaube ist – neben und mit dem mosaischen – die intoleranteste Religion, die man sich vorstellen kann.

Es gibt hier keine Möglichkeit der Anpassung oder Annäherung an andere Religionen oder Heilslehren. Die oft vorgebrachte Aufforderung, den Gottesbegriff doch nicht so eng zu sehen oder auch anderen Glaubenslehren eine heilbringende Wirkung zuzubilligen, scheitert an der obigen Aussage unseres Gottes in Jes 45,22:

„Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden;

denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr.”


Bis hierher vertreten mosaische und christliche Gläubige zweifelsfrei die gleiche Lehre.

Wenn der mosaische Glaube hingegen noch auf seinen Messias wartet, um die vorerst irdische Verheißung des Volkes Israel zu erfüllen, hat der christliche Glaube bereits seinen Heiland gefunden und sieht seiner himmlischen Verheißung – die Märtyrer bei der Ersten Auferstehung vor dem Millennium, die anderen Gläubigen bei der Allgemeinen Auferstehung nach dem Millennium, am Ende der Welt - entgegen. Beide Verheißungen aber finden ihre Erfüllung beim Kommen des Herrn, dem ersten Kommen für die Juden und dem zweiten für die Christen. Und ob nun Jude oder Christ, wir wissen zwar nicht wann der Messias kommt, aber wir wissen mit absoluter Bestimmtheit, dass er kommt.

Erich Sauer hat in seinem Buch „Der Triumph des Gekreuzigten” eine sehr treffende Aussage zu diesem Thema gemacht, wenn er sagt:

„Nicht etwa kommt Christus deshalb noch nicht, weil die Welt noch nicht christlich genug ist, sondern er kommt deshalb noch nicht, weil sie noch nicht ungläubig genug ist.”


Doch mit jedem Tag, den Gott werden lässt, kommt die Welt diesem Ziel näher.



Tabelle: Abfolge und Dauer der Endzeitereignisse

Die Wiederkunft des Herrn und die Entrückung. /    1. Teil, Kapitel 06

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