Kapitel 10 - Das Millennium.




Sammlung und Rückkehr des Volkes Israel.

Das Millennium - eine Vorschau auf die zweite, die Neue Schöpfung.

Die Lebensumstände in Israel.

Die Weltregierung im Millennium.


Die zeitliche Einordnung.

Das "Millennium" ist jene Zeitperiode, welche unmittelbar an den "Tag des Herrn" anschließt. Das Ereignis, welches diese beiden Zeitperioden verbindet, ist – neben der Ersten Auferstehung der Märtyrer zum Leben und Regieren auf Erden - Die Heimkehr der Übriggebliebenen aus Israel und den Nationen ins Land Israel. In der Folge wird der Herr in den neu erbauten Tempel in Jerusalem einziehen, Israel besiegt alle seine feindlichen Nachbarn und wird Haupt unter den Völkern. Der Herr wird mit den auferstandenen Heiligen tausend Jahre in Frieden und Gerechtigkeit über die Völkerwelt herrschen.

Anschließend an diese tausend Jahre erwarten wir "Das Ende der Welt", ein Zeitabschnitt, welcher mit dem letzten vergeblichen Kampf Satans gegen Gott beginnt und mit dem Weltgericht und der Auflösung der ersten Schöpfung endet.

Sammlung und Rückkehr des Volkes Israel.

Eine Argumentation darüber, ob die, in Off 20,2.3.4.5.6.7; angeführten "tausend Jahre" tatsächlich tausend Jahre sind, ist aufgrund des Umstandes, dass es hier sechsmal explizit "tausend Jahre" heißt m.E. nicht erforderlich. Wir gehen daher davon aus, dass es sich hier um reale tausend Jahre handelt und widmen Platz und Zeit besser der Analyse des Inhalts dieses Zeitabschnittes.

Nach der Umgestaltung von Himmel und Erde am Tag des Herrn, erfolgt am Beginn des Millenniums die Sammlung und Rückkehr der in der ganzen Welt übriggebliebenen Israeliten in ihr Land,. Zu der Zeit wird das Volk Israel umkehren und sich zu seinem Gott bekehren. Auch die Heiden werden den Gott Israels erkennen und die Israeliten aus der Diaspora in ihr Land bringen.

Ich will sie sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie verstoßen habe.

Jer 32,36 Nun aber, so spricht der HERR, der Gott Israels, von dieser Stadt, von der ihr sagt, dass sie durch Schwert, Hunger und Pest in die Hände des Königs von Babel gegeben werde: 32,37 Siehe, ich will sie sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie verstoßen in meinem Zorn, Grimm und großem Unmut, und will sie wieder an diesen Ort bringen, dass sie sicher wohnen sollen. 32,38 Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Jer 32,36-38;

Die Völker werden Israel nehmen und es an seinen Ort bringen.

Jes 14,1 Denn der HERR wird sich über Jakob erbarmen und Israel noch einmal erwählen und sie in ihr Land setzen. Und Fremdlinge werden sich zu ihnen gesellen und dem Hause Jakob anhangen. 14,2 Und die Völker werden Israel nehmen und an seinen Ort bringen, und dann wird das Haus Israel sie als Knechte und Mägde besitzen im Lande des HERRN. Und sie werden gefangen halten die, von denen sie gefangen waren, und werden herrschen über ihre Bedränger. Jes 14, 1- 2;

Ihre Söhne kommen von ferne und ihre Töchter werden auf den Armen hergetragen.

Jes 60,4 Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir . Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arme hergetragen werden. Jes 60, 4;

Die Heiden werden ihre Söhne von ferne herbringen, samt Silber und Gold für den Herrn.

Jes 60,9 Die Inseln harren auf mich und die Tarsisschiffe vor allem, dass sie deine Söhne von ferne herbringen samt ihrem Silber und Gold für den Namen des HERRN, deines Gottes, und für den Heiligen Israels, der dich herrlich gemacht hat. Jes 60, 9;


Eine ausführliche Beschreibung dieser Vorgänge findet sich im Kapitel 09.

(Siehe auch Kapitel 09: „Die Heimkehr der Erlösten”.)


Das Millennium - eine Vorschau auf die zweite, die Neue Schöpfung.

Unbeschadet dessen, dass im Millennium noch viele Heiden zum Glauben kommen werden - oder besser zur Umkehr, denn sie werden ja den Herrn sehen und müssen daher nichts mehr "glauben" -, ist das Tausendjährige Reich die Erfüllung aller Prophezeiungen für das Volk Israel – im Gegensatz zur Gemeinde Jesu Christi, die keine irdische, sondern eine himmlische Verheißung hat. Alle Verheißungen der Schrift, welche sich auf das Friedensreich des Messias und damit auch auf Israel beziehen, werden in dieser Zeit ihre Erfüllung finden.

Bei jenen Interpretationen, welche das Millennium als eine symbolische Metapher sehen, lässt sich der wahre Hintergrund meist daran erkennen, dass dort alle Verheißungen, welche sich in der Schrift auf Israel beziehen, der "Kirche" oder der Gemeinde zugeschrieben werden. Und weil man nun schwerlich mehr als siebzig Schriftstellen aus dem AT, welche sich ausschließlich mit Aussagen über die Zukunft Israels im Reich des Messias befassen, uminterpretieren kann, lässt man einfach das ganze Millennium aus.

Doch wir haben auch im NT ganz eindeutige Aussagen darüber, dass Israel diese besondere Heilserwartung hat. So sagt uns Paulus – und mit uns auch gleichzeitig all jenen, welche Israel diese Verheißungen absprechen wollen -, dass wir uns in dieser Hinsicht nicht selbst für klug halten sollten.

Bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist, wird ganz Israel gerettet werden.

Röm 11,25 Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; 11,26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. 11,27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.« 11,28 Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. 11,29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. 11,30 Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, 11,31 so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. 11,32 Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme. Röm 11,25-31;


Der Sinn des Tausendjährigen Reichen scheint es daher auch zu sein, die Heiden erkennen zu lassen, dass Gott die Berufung Israels nicht reut. Im Gegenteil, wie uns der Text oben, aus Röm 11,30-32 sagt, ist Israel unseretwegen in Ungehorsam verfallen, damit sie – nachdem die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist – ebenso Barmherzigkeit erlangen und gerettet werden, wie auch wir von Gott Barmherzigkeit erlangt haben und gerettet wurden.

Und auch der Schreiber des Hebräerbriefes fordert die Israeliten dazu auf, der Verheißung des messianischen Reiches nicht durch Unglauben verlustig zu gehen. Er vergleicht diese Verheißung mit der Verheißung des gelobten Landes nach dem Auszug aus Ägypten. Damals mussten sie vierzig Jahre in der Wüste bleiben, bis alle, welche nicht an das verheißene Land geglaubt hatten, gestorben waren. Hier geht es um die Ruhe, die dem Volk Israel im Millennium verheißen ist. Ebenso, wie Gott nach den sechs Schöpfungstagen am siebenten Tag ruhte, hat er für das Ende der Zeiten auch noch einen "Tag der Ruhe" für Israel verheißen.

Die Ungehorsamen werden es nicht ererben, wegen ihres Unglaubens.

Hbr 3,7 Darum, wie der heilige Geist spricht (Psalm 95,7-11): »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, 3,8 so verstockt eure Herzen nicht, wie es geschah bei der Verbitterung am Tage der Versuchung in der Wüste, 3,9 wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch meine Werke gesehen vierzig Jahre lang. 3,10 Darum wurde ich zornig über dieses Geschlecht und sprach: Immer irren sie im Herzen! Aber sie verstanden meine Wege nicht, 3,11 so dass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.« 3,12 Seht zu, liebe Brüder, dass keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott; 3,13 sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es »heute« heißt, dass nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde. 3,14 Denn wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die Zuversicht vom Anfang bis zum Ende festhalten.

3,15 Wenn es heißt: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht, wie es bei der Verbitterung geschah« - 3,16 wer hat sie denn gehört und sich verbittert? Waren es nicht alle, die von Ägypten auszogen mit Mose? 3,17 Und über wen war Gott zornig vierzig Jahre lang? War es nicht über die, die sündigten und deren Leiber in der Wüste zerfielen? 3,18 Wem aber schwor er, dass sie nicht zu seiner Ruhe kommen sollten, wenn nicht den Ungehorsamen? 3,19 Und wir sehen, dass sie nicht dahin kommen konnten wegen des Unglaubens. Hbr 3, 7-19;

Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.

Hbr 4,1 So lasst uns nun mit Furcht darauf achten, dass keiner von euch etwa zurückbleibe, solange die Verheißung noch besteht, dass wir zu seiner Ruhe kommen. 4,2 Denn es ist auch uns verkündigt wie jenen. Aber das Wort der Predigt half jenen nichts, weil sie nicht glaubten, als sie es hörten. 4,3 Denn wir, die wir glauben, gehen ein in die Ruhe, wie er gesprochen hat (Psalm 95,11): »Ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.« Nun waren ja die Werke von Anbeginn der Welt fertig; 4,4 denn so hat er an einer andern Stelle gesprochen vom siebenten Tag (1. Mose 2,2): »Und Gott ruhte am siebenten Tag von allen seinen Werken.« 4,5 Doch an dieser Stelle wiederum: »Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.«

4,6 Da es nun bestehen bleibt, dass einige zu dieser Ruhe kommen sollen, und die, denen es zuerst verkündigt ist, nicht dahin gekommen sind wegen des Ungehorsams, 4,7 bestimmt er abermals einen Tag, ein »Heute«, und spricht nach so langer Zeit durch David, wie eben gesagt: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.« 4,8 Denn wenn Josua sie zur Ruhe geführt hätte, würde Gott nicht danach von einem andern Tag geredet haben.

4,9 Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.

4,10 Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen. 4,11 So lasst uns nun bemüht sein, zu dieser Ruhe zu kommen, damit nicht jemand zu Fall komme durch den gleichen Ungehorsam. 4,12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 4,13 Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen. Hbr 4, 1-13;


Die äußeren Umstände dieser zukünftigen Zeitepoche sind aber gleichzeitig auch eine Vorausschau auf die Neue Schöpfung, auf das himmlische Jerusalem in der Ewigkeit Gottes. Wir erkennen daher auch bei vielen Prophezeiungen für das Millennium eine – wenn auch eingeschränkte, weil irdische – Vorerfüllung der göttlichen Verheißungen für die Ewigkeit. Dies ist auch der Grund, warum sich der Segen Gottes im Millennium offensichtlich nur auf Israel, und hier insbesondere auf Jerusalem erstrecken wird und die "paradiesischen" Zustände im Millennium, wie sie in den Propheten geschildert werden, hauptsächlich das Volk Gottes (aus allen Nationen) in Israel und das Land Israel betreffen.

Entgegen der Meinung mancher Ausleger, lässt sich anhand der Schrift leider kein Beweis dafür finden, dass sich im Millennium die ganze Welt - also auch die dann lebenden Nationen - unter diesem göttlichen Segen befindet. Alle diesbezüglichen Stellen nennen "Zion" oder, was ident ist "Jerusalem", "das Land" (Israel) oder "auf meinem Berg" (der Berg Zion) als Ort der Ereignisse.

(Siehe auch die Tabelle 12: „Das irdische und das himmlische Jerusalem”.)

Wir wollen diese Parallelen zwischen Israel im Millennium und dem himmlischen Jerusalem in der Neuen Schöpfung anhand einiger Beispiele vergleichen.

Gott wohnt unter ihnen, er ist ihr Gott und sie sind sein Volk.

Millennium:

Der Herr wird unter ihnen wohnen und ihr Gott sein und sie sollen sein Volk sein.

Hes 37,26 Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der bleibt mit ihnen als Weltzeitbund. Und ich will sie erhalten und mehren, und mein Heiligtum soll unter ihnen sein auf Weltzeit. 37,27 Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein, 37,28 damit auch die Heiden erfahren, dass ich der HERR bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum unter ihnen sein wird auf Weltzeit. (Buber /Anm.). Hes 37,26-28;


Der obige Text aus Hes 37,26-28 ist mit Absicht an die Übersetzung Martin Bubers angelehnt. Wenn wir diese Schriftstelle bei Luther lesen, so ist dort die Rede vom "ewigen Bund" und das Heiligtum soll "für immer" unter ihnen sein. Nicht so bei Buber, der sich so nahe wie möglich an den Urtext hält. Dort heißt es "Weltzeitbund" und das Heiligtum wird unter ihnen sein "auf Weltzeit".

Und hier stoßen wir auf eine jener Schwierigkeiten mit dem Text, welche durch ungenaue oder oberflächliche Übersetzung manchmal Jahrhunderte überdauert und die rechte Sicht bei der Exegese oft verdeckt. Viele Stellen in den Propheten des AT, welche – auch noch in unseren heutigen Übersetzungen – mit "ewig", "in Ewigkeit" oder "für immer" übersetzt werden, meinen gar nicht ewig, also bis hinein in die Neue Schöpfung Gottes in der Ewigkeit, sondern nur "bis an das Ende der Tage", also bis zum Ende der Welt.

Erst Martin Buber hat diesen feinen Unterschied aufgezeigt und diese Stellen völlig korrekt mit "auf Weltzeit" (statt ewig) und "Weltzeit-Bund" (statt ewiger Bund) übersetzt. Erst mit diesem Verständnis lässt sich erkennen, welche Texte tatsächlich in das Millennium – welches sich ja noch in der "Weltzeit" ereignet - und welche bereits in die Neue Schöpfung Gottes, ins himmlischen Jerusalem gehören. Als Beispiele dafür mag der Text aus Jes 61,8 dienen:

Ich will ihnen den Lohn in Treue geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen.

Jes 61,8 Denn ich bin der HERR, der das Recht liebt und Raub und Unrecht hasst; ich will ihnen den Lohn in Treue geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen. 61,9 Und man soll ihr Geschlecht kennen unter den Heiden und ihre Nachkommen unter den Völkern, dass, wer sie sehen wird, erkennen soll, dass sie ein Geschlecht sind, gesegnet vom HERRN. Jes 61, 8- 9;


Wenn hier dieser Bund mit Israel in Vers Jes 61,8 tatsächlich ewig, also auch in der Neuen Schöpfung gültig wäre, würde die Aussage im nächsten Vers: "Und man soll ihr Geschlecht kennen unter den Heiden …" nicht verständlich sein, da es ja im himmlischen Jerusalem keine Heiden mehr geben wird. Buber übersetzt daher hier auch richtigerweise mit "Weltzeit-Bund", also kein ewiger Bund, sondern ein Bund der für jene Zeit geschlossen ist, in welcher die Welt noch existiert, nämlich bis zum Ende dieser Welt.

Bei dem folgenden Text aus Hes 37,25 sind die Konsequenzen bei der Exegese besonders deutlich zu erkennen:

Sie sollen darin wohnen für immer, und mein Knecht David soll für immer ihr Fürst sein.

Hes 37,24 Und mein Knecht David wird König über sie sein, und sie werden alle einen Hirten haben; und sie werden in meinen Rechtsbestimmungen leben und meine Ordnungen bewahren und sie tun. 37,25 Und sie sollen wieder in dem Lande wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe, in dem eure Väter gewohnt haben. Sie und ihre Kinder und Kindeskinder sollen darin wohnen für immer, und mein Knecht David soll für immer ihr Fürst sein. Hes 37,25;


Diese Aussagen haben so manchen Interpreten in Schwierigkeiten gebracht. "Für immer" heißt ja ewig, doch in der Ewigkeit wird nicht David Fürst sein, sondern Jesus Christus mit dem Vater herrschen. Und so hat man aus David eben "Christus" gemacht und gemeint, Christus sei ja ein Spross Davids (Jer 23,5) und daher sei hier mit "David" eigentlich Christus gemeint.

Doch mit diesem "Kurzschluss" in der Analyse hat man nicht erkannt, dass es eben nicht Christus in der Ewigkeit ist, der hier gemeint ist, sondern tatsächlich David, der von Gott wiedererweckt und im Millennium Fürst über Israel sein wird (Hes 37,24), während der Herr Jesus König der Welt über alle Fürsten der Völker in diesem, seinem Reich sein wird. Buber übersetzt beide Stellen mit "Weltzeit" – also jene Zeit, in welcher diese Welt noch existiert - und gibt damit diesen Prophezeiungen ihren wahren Sinn zurück.

Ähnliche Zusammenhänge finden wir z. B. auch in Jesaja 32,14; Jeremia 32,40.50,5; Hesekiel 43,7.9; Joel 4,20; Obadja 10; Micha 4,5; u. a. m.

Dass es jedoch in der Schrift auch Aussagen gibt, welche sich tatsächlich auf die Ewigkeit beziehen und daher auch mit "ewig" übersetzt werden müssen, sei an den folgenden zwei Beispielen aufgezeigt.

Israel wird nicht zuschanden noch zu Spott immer und ewiglich.

Jes 45,17 Israel aber wird erlöst durch den HERRN mit einer ewigen Erlösung und wird nicht zuschanden noch zu Spott immer und ewiglich. Jes 45,17;

Wir wandeln im Namen des HERRN, unseres Gottes, immer und ewiglich!

Mi 4,5 Ein jedes Volk wandelt im Namen seines Gottes, aber wir wandeln im Namen des HERRN, unseres Gottes, immer und ewiglich! Mi 4, 5;


Nachdem die Luther-Übersetzung den an sich absoluten Ausdruck "ewig" – wie wir oben gesehen haben - bereits mit einer anderen Sinngebung belegt hat (Weltzeit), musste man hier den eher untauglichen Versuch unternehmen, bei diesen Schriftstellen eine Steigerung zu finden und ist dabei auf "immer und ewiglich" verfallen. Und weil Buber das Wort "ewig" nirgends missbräuchlich verwendet hat, kann er nun hier "ewig" – im korrekten Wortsinn – verwenden und übersetzt diese beiden Texte mit "ewig fort" bzw. "auf Ewigkeit"

Damit können wir den eingangs zitierten Text aus Hes 37,26-28 eindeutig dem Millennium zuordnen und dem korrespondierenden Aussagen für die Neue Schöpfung, in Off 21,3-4 gegenüberstellen.

Neue Schöpfung:

Gott wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er wird ihr Gott sein.

Off 21,3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 21,4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Off 21, 3- 4;

Der Herr ist das Licht in Zion, sie bedürfen keiner Sonne noch des Mondes.

Millennium:

Die Sonne ist nicht mehr Licht am Tage, der Mond leuchtet nicht mehr in der Nacht.

Jes 60,19 Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der Glanz des Mondes soll dir nicht mehr leuchten, sondern der HERR wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein. 60,20 Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deines Leidens sollen ein Ende haben. Jes 60,19-20;


Obwohl es hier keiner weiteren Beweisführung bedarf, um diesen Text dem Millennium zuzuordnen – im Kontext ist die Rede von den "Zedern des Libanon" und anderen Gegebenheiten, welche im himmlischen Jerusalem keinen Platz haben – finden wir auch hier den oben beschriebenen Übersetzungsfehler. Im Vers Jes 60,19 haben wir wieder die Aussage "der Herr wird dein ewiges Licht (…) sein", obwohl hier im Urtext von ewig keine Rede ist. Buber übersetzt daher auch " ER selber ist dir da zum Weltzeit-Licht, dein Gott".

Dennoch ist unschwer zu erkennen, dass auch hier schon das himmlische Jerusalem von Off 21 antizipiert wird. Während jedoch dort, in der Neuen Schöpfung, eine Sonne und ein Mond überhaupt nicht mehr vorhanden sind, gelten hier im Millennium diese Bedingungen, wie auch manche andere, wie Ausgießung des Heiligen Geistes, Fruchtbarkeit des Bodens usw. nur für Zion und Israel.

In Zion wird Gott im Tempel Wohnung nehmen, und dort wird die Herrlichkeit des Herrn so hell leuchten, dass die Menschen weder Sonne noch Mond sehen und auch nicht als Leuchte benötigen werden. Aus dem Umstand jedoch, dass sowohl die bekehrten Heiden als auch das Volk Israel den Sabbat und jeden Neumond zu Ehren ihres Gottes feiern werden - wie es in den Vorschriften für den Opferdienst im Millennium durch den Propheten Hesekiel geboten wird - beweist, dass es im Millennium sowohl Sonne, als auch Mond (eben Neumond) weiterhin geben wird.

Das Volk des Landes soll anbeten vor dem HERRN an Sabbaten und Neumonden.

Hes 46,3 Ebenso soll das Volk des Landes an der Tür dieses Tores anbeten vor dem HERRN an den Sabbaten und Neumonden.

46,4 Das Brandopfer aber, das der Fürst dem HERRN opfern soll am Sabbattag, sollen sechs Lämmer sein, die ohne Fehler sind, und ein Widder ohne Fehler 46,5 und als Speisopfer einen Scheffel zu jedem Widder, als Speisopfer zu den Lämmern aber, soviel seine Hand gibt, und je eine Kanne Öl zu einem Scheffel.

46,6 Am Neumond aber soll er einen jungen Stier opfern, der ohne Fehler ist, und sechs Lämmer und einen Widder, auch ohne Fehler, Hes 46, 3- 6;


Aus diesem Zusammenhang ergibt sich aber auch eine ganz wichtige Schlussfolgerung in Bezug auf die Gemeinde in unserer heutigen Zeit. Paulus sagt uns im Kolosserbrief:

Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in Christus.

Kol 2,16 So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats. 2,17 Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in Christus. Kol 2,16-17;


Paulus sagt uns hier einerseits, dass diese Gebote und Vorschriften für uns gläubige Christen in unserem Herrn Jesus Christus erfüllt sind und daher keiner separaten Beobachtung durch uns bedürfen. Ja er warnt uns sogar vor Irrlehrern, welche uns dazu verführen könnten, solchen Geboten nachzugehen.

Andererseits weist er aber auch darauf hin, dass dies alles "ein Schatten des Zukünftigen" ist und gibt damit zu verstehen, dass er die Prophezeiungen der Propheten des AT im Hinblick auf das messianische Reich sehr wohl kennt und richtig einzuschätzen weiß. Er weiß, dass es – in Zukunft - im Millennium derartige Gebote und Festzeiten wieder geben wird.

Wenn wir uns nun fragen, wieso diese Gebote im alten Israel vorgeschrieben waren, es heute nicht sind, und dann, im Millennium, wieder beobachtet werden müssen, erkennen wir eigentlich nur einen Unterschied: Immer dann, wenn Gott im direkten Kontakt mit seinem Volk ist – vormals als Feuer- oder Rauchsäule und mit dem Gebot an die Propheten zur Weissagung, nachher, im Tausendjährigen Reich, als sicht- und hörbarer Gott im Tempel in Jerusalem – sind diese Gebote der Verehrung und Danksagung erforderlich. In der Zeit dazwischen, also auch in unserer heutigen Zeit, wo Gott weder sichtbar noch hörbar ist, wo es auch keine Propheten mehr gibt, ist es allein der Glaube – und zwar der Glaube an unseren Herrn Jesus Christus – welcher die Verbindung zwischen unserem Gott und uns herstellt.

Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Jh 20,28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 20,29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! Jh 20,28-29;


Es ist also der christliche Glaube, der nicht sieht und doch glaubt, welcher auch vom Herrn hier selig geheißen wird. Diese Gläubigen bedürfen keiner Offenbarung des Herrn um an ihn zu glauben. Ebenso bedürfen sie nicht besonderer Zeremonien, riesiger Kirchen oder prunkvoller Liturgien, um sich und der Umwelt ihren Glauben zu beweisen. Ihr Glaube ist in ihren Herzen, und das tägliche Gespräch mit ihrem Gott erfolgt nicht in Kirchen, über Lautsprecher und in wohlgesetzten Worten, sondern im stillen Kämmerlein, im Geist und oft in Tränen und Verzweiflung.

Allerdings bleibt dieser Glaube deshalb für die Umwelt nicht verborgen. Der Herr hat uns gezeigt, woran wir den "guten Baum" erkennen können.

Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

Mt 7,17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. 7,18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. 7,19 Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 7,20 Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. 7,21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Mt 7,17-21;


Es sind daher nicht Amt, Würden, prächtige Gewänder, Beredsamkeit oder andere Äußerlichkeiten, welche den wahren Christen ausmachen, sondern seine innere Gesinnung und das daraus resultierende Verhalten seinen Mitmenschen und der ganzen Schöpfung gegenüber. Wenn wir also durch ein derartiges Verhalten bei einem Menschen erkennen, dass er danach trachtet den Willen Gottes zu tun, dann sollten wir ihm unsere Liebe schenken – ganz gleich, wie hoch oder niedrig er auch sein mag.

Während also im Tausendjährigen Reich gemäß Jes 60,19 durch die leuchtende Herrlichkeit des Herrn, der im Tempel in Jerusalem wohnen wird, die Leuchtkraft von Sonne und Mond im wahrsten Sinne "in den Schatten gestellt" werden, wird es dann in der Neuen Schöpfung tatsächlich keine Gestirne mehr geben. Die Menschen im himmlischen Jerusalem benötigen keine Sonne und keinen Mond um ihnen am Tage oder in der Nacht zu leuchten. Es ist die Herrlichkeit Gottes, welche ihnen – diesmal wirklich ewig - leuchtet und das Lamm ist ihre Leuchte und es wird daher auch keine Nacht mehr sein.

Neue Schöpfung:

Die Stadt bedarf keiner Sonne, noch des Mondes, denn ihre Leuchte ist das Lamm.

Off 21,23 Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. 21,24 Und die Völker werden wandeln in ihrem Licht; und die Könige auf Erden werden ihre Herrlichkeit in sie bringen. 21,25 Und ihre Tore werden nicht verschlossen am Tage; denn da wird keine Nacht sein. Off 21,23-25;

Jerusalem liegt auf einem hohen Berg.

Millennium:

In den letzten Tagen wird der Berg Zion höher sein als alle Berge.

Mi 4,1 In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über die Hügel erhaben. Und die Völker werden herzulaufen, 4,2 und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. Mi 4, 1- 2;

Jerusalem steige auf einen Hohen Berg und erhebe deine Stimme mit Macht.

Jes 40,9 Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; 40,10 siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. Jes 40, 9-10;


Bei der Umgestaltung von Himmel und Erde am Tag des Herrn, mit weltweiten Erdbeben und dem Niedergang aller Städte, ergeben sich für das Land Israel und die Stadt Jerusalem (Berg Zion) drei markante topographische Veränderungen. Um den Erlösten des Herrn aus aller Welt die Heimkehr nach Israel zu erleichtern, wird das ganze Land in eine riesige Ebene, dem "heilige Weg" verwandelt werden.

Es werden Berge erniedrigt und Täler erhöht, damit das Land zum ebenen Weg wird.

Bar 5,5 Mache dich auf, Jerusalem, und tritt auf die Höhe und sieh umher nach Osten und schaue deine Kinder, die vom Westen und vom Osten versammelt sind durch das Wort des Heiligen und sich freuen, dass Gott wieder an sie gedacht hat! 5,6 Sie zogen aus von dir zu Fuß, weggeführt von den Feinden; Gott aber bringt sie zu dir, in Ehren getragen wie auf einem Königsthron. 5,7 Denn Gott will alle hohen Berge und die ewigen Hügel niedrig machen und die Täler auffüllen, damit das Land eben wird und Israel sicher heimziehen kann unter Gottes Herrlichkeit. Bar 5, 5- 7;

Und es wird dort eine Bahn für die Erlösten sein, die "der heilige Weg" heißen wird.

Jes 35,8 Und es wird dort eine Bahn sein, die der heilige Weg heißen wird. Kein Unreiner kann auf ihm gehen; nur sie werden auf ihm gehen. Und Gott geht ihnen den Weg voran, dass selbst Toren sich nicht verlaufen. 35,9 Es wird da kein Löwe sein und kein reißendes Tier darauf gehen; sie sind dort nicht zu finden, sondern die Erlösten werden dort gehen. 35,10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. Jes 35, 8-10;


Wie wir dann oben, in Mi 4,1-2 und Jes 40,9-10 erfahren haben, wird der Berg Zion mit dem Tempel Gottes der höchste Berg sein und Jerusalem auf diesem Berg liegen. Und im Ps 48,3 wird prophezeit, dass dieser Berg "fern im Norden" liegen wird.

Schön ragt empor der Berg Zion, der Gottesberg fern im Norden.

Ps 48,3 Schön ragt empor der Berg Zion, daran sich freut die ganze Welt, der Gottesberg fern im Norden, die Stadt d es großen Königs. 48,4 Gott ist in ihren Palästen, er ist bekannt als Schutz. Ps 48, 3- 4;


Eine eingehende Analyse dieser Aussagen findet sich im Kapitel 08.

(Siehe auch Kapitel 08: „Die Umgestaltung von Himmel und Erde”.)

Beim Propheten Hesekiel haben wir dann auch Anweisungen sowohl für den Bau des Tempels im Millennium, als auch für den Wiederaufbau der Stadt Jerusalem.

Die Maße der Stadt Jerusalem im Millennium: 4500 Ellen nach allen Seiten.

Hes 48,16 Und das sollen ihre Maße sein: viertausendfünfhundert Ellen an der Nordseite und an der Südseite, ebenso auch an der Ostseite und an der Westseite viertausendfünfhundert Ellen. 48,17 Die Weidetrift der Stadt soll zweihundertfünfzig Ellen gegen Norden und gegen Süden messen, ebenso auch gegen Osten und gegen Westen zweihundertfünfzig Ellen. 48,18 Aber das übrige Gebiet entlang der Abgabe für das Heiligtum, nämlich zehntausend Ellen gegen Osten und zehntausend Ellen gegen Westen, das soll dem Unterhalt derer dienen, die in der Stadt arbeiten. 48,19 Und Arbeiter aus allen Stämmen Israels sollen in der Stadt arbeiten. Hes 48,16-19;


Die Maße der Stadt an jeder ihrer Seiten sollen 4500 Ellen sein. Umgerechnet ergibt das die Länge einer Seite von etwa 2220 m. Und wenn wir diese Zahl mit den Angaben in der Offenbarung hier unten, in Off 21,16, über das neue, das himmlische Jerusalem vergleichen, erkennen wir einen erstaunlichen Zusammenhang.

Neue Schöpfung:

Die Stadt misst zwölftausend Stadien. Länge, Breite und Höhe der Stadt sind gleich.

Off 21,16 Und die Stadt (das himmlische Jerusalem) ist viereckig angelegt, und ihre Länge ist so groß wie die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr: zwölftausend Stadien. Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich. Off 21,16;


Zwölftausend Stadien entsprechen ca. 2220 km. Und damit wäre das Jerusalem der Neuen Schöpfung genau tausendmal größer, als das Jerusalem des Millenniums.

Aber es gibt noch eine weiter Übereinstimmung zwischen irdischem und himmlischem Jerusalem. Die Aussage von Off 21,16 bezieht sich ja nicht nur auf die "Länge und die Breite" der Stadt, sondern auch "die Höhe der Stadt" ist gleich groß. Manche wollen daher das himmlische Jerusalem als "Würfel" mit gleichen Kantenlängen sehen. Doch dies ist sehr unwahrscheinlich und bei genauer Betrachtung auch dem Text nicht unbedingt zu entnehmen. Es ist viel eher anzunehmen, dass die Form der Stadt einer Pyramide, mit einer obersten Höhe der Spitze von 12.000 Stadien entspricht und damit das himmlische Jerusalem - ebenso wie das irdische im Millennium -, auf einem "hohen Berg" liegt, der möglicherweise gleichfalls tausendmal höher ist, als jener im Millennium.

(Siehe auch Kapitel 14: „Die Neue Schöpfung”.)

Lebendiges Wasser, das ausgeht von dem Thron Gottes.

Millennium:

Ein Wasser fließt unter der Schwelle des Tempels nach Osten.

Hes 47,1 Und er führte mich wieder zu der Tür des Tempels. Und siehe, da floss ein Wasser heraus unter der Schwelle des Tempels nach Osten; denn die vordere Seite des Tempels lag gegen Osten. Und das Wasser lief unten an der südlichen Seitenwand des Tempels hinab, südlich am Altar vorbei. Hes 47, 1;

Lebendige Wasser werden aus Jerusalem fließen.

Sach 14,8 Zu der Zeit werden lebendige Wasser aus Jerusalem fließen, die eine Hälfte zum Meer im Osten und die andere Hälfte zum Meer im Westen, und so wird es sein im Sommer und im Winter. Sach 14, 8;

Neue Schöpfung:

Und das Meer ist nicht mehr.

Off 21,1 21,1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Off 21, 1;

Ein Strom lebendigen Wassers, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes.

Off 22,1 Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes. Off 22, 1;

Auf beiden Seiten des Flusses viele Bäume.

Millennium:

Viele Bäume am Ufer auf beiden Seiten des Flusses.

Hes 47,6 Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, hast du das gesehen? Und er führte mich zurück am Ufer des Flusses entlang. 47,7 Und als ich zurückkam, siehe, da standen sehr viele Bäume am Ufer auf beiden Seiten. 47,8 Und er sprach zu mir: Dies Wasser fließt hinaus in das östliche Gebiet und weiter hinab zum Jordantal und mündet ins Tote Meer. Und wenn es ins Meer fließt, soll dessen Wasser gesund werden, 47,9 und alles, was darin lebt und webt, wohin der Strom kommt, das soll leben. Und es soll sehr viele Fische dort geben, wenn dieses Wasser dorthin kommt; und alles soll gesund werden und leben, wohin dieser Strom kommt. Hes 47, 6- 9;


Neue Schöpfung:

Und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens.

Off 22,2 mitten auf dem Platz und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker. Off 22, 2;

Die Lebensumstände in Israel.

Das Alter der Menschen.

Sowohl die Lebenserwartung der Menschen, welche offenbar jener vor der Sintflut entspricht und annähernd 1000 Jahre währen wird (Jes 65,20), als auch Löwen, welche Stroh fressen und Bären, die gemeinsam mit den Rindern weiden, sowie ein kleiner Knabe, der Kälber und Löwen gemeinsam auf die Weide treibt (Jes 11,6-8), wird es sichtlich nur in Israel geben. Denn dort - und nur dort - wird es keine Sünde geben (Jes 11,9). Dies bestätigt auch unten, Jes 65,25, wo alle diese Segnungen auf Israel beschränkt werden, wenn es heißt: "Man wird nichts Böses und nichts Schlechtes tun auf meinem ganzen heiligen Berg". Der Rest der Völker wird voraussichtlich unter ähnliche Umständen wie heute leben.

Als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und sie nicht erreicht, gilt als verflucht.

Jes 65,18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur Freude, 65,19 und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 65,20 Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. Jes 65,18-20;

Denn wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein.

Jes 65,21 Sie werden Häuser bauen und bewohnen, und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen. 65,22 Sie werden nicht bauen und ein anderer bewohnt, sie werden nicht pflanzen, und ein anderer isst. Denn wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein, und meine Auserwählten werden das Werk ihrer Hände genießen. 65,23 Nicht vergeblich werden sie sich mühe, und nicht zum jähen Tod werden sie zeugen. Denn sie sind die Nachkommen der Gesegneten des HERRN, und ihre Sprösslinge werden bei ihnen sein. Jes 65,21-23;

Man wird nichts Böses und nichts Schlechtes tun auf meinem ganzen heiligen Berg.

Jes 65,24 Und es wird geschehen: ehe sie rufen, werde ich antworten; während sie noch reden, werde ich hören. 65,25 Wolf und Lamm werden zusammen weiden; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind; und die Schlange: Staub wird ihre Nahrung sein. Man wird nichts Böses und nichts Schlechtes tun auf meinem ganzen heiligen Berg, spricht der HERR. Jes 65,24-25;

Es sollen sitzen alte Männer und Frauen mit einem Stock in der Hand vor hohem Alter.

Sach 8,3 So spricht der HERR: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und will zu Jerusalem wohnen, dass Jerusalem eine Stadt der Treue heißen soll und der Berg des HERRN Zebaoth ein heiliger Berg.

8,4 So spricht der HERR Zebaoth: Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, 8,5 und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen. Sach 8, 3- 5;


Die Menschen in Israel werden also sehr alt. "Wer 100 Jahre ist wird ein (heute etwa zehnjähriger) Knabe genannt werden". Daraus kann gefolgert werden, dass sich das Lebensalter der Menschen in Israel verzehnfacht und auf etwa tausend Jahre belaufen wird. Dies stimmt auch mit der Aussage in Vers Jes 65,22 überein, wo es heißt: "Denn wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein" .Damit erreichen diese Menschen wieder jenes Alter, welches Noah und seine Zeitgenossen erreicht hatten.

Die Ausgießung des Heiligen Geistes.

Auch die Ausgießung des Geistes ist im Tausendjährigen Reich auf das Volk Israel beschränkt. Hier muss man berücksichtigen, dass die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Christen zu Pfingsten begonnen hat und mit der Wiederkunft des Herrn, vor dem Millennium beendet war.

Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen, meinen Segen auf deine Nachkommen.

Jes 44,1 So höre nun, mein Knecht Jakob, und Israel, den ich erwählt habe! 44,2 So spricht der HERR, der dich gemacht und bereitet hat und der dir beisteht von Mutterleibe an: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und du, Jeschurun, den ich erwählt habe!

44,3 Denn ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen, 44,4 dass sie wachsen sollen wie Gras zwischen Wassern, wie die Weiden an den Wasserbächen.

44,5 Dieser wird sagen »Ich bin des HERRN«, und jener wird genannt werden mit dem Namen »Jakob«. Und wieder ein anderer wird in seine Hand schreiben »Dem HERRN eigen« und wird mit dem Namen »Israel« genannt werden. Jes 44, 1- 5;

Ich will meinen Geist in euch geben und ihr sollt in meinen Geboten wandeln.

Hes 36,24 Denn ich will euch aus den Heiden herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen, 36,25 und ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. 36,26 Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.

36,27 Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.

36,28 Und ihr sollt wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, und sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein.

36,29 Ich will euch von all eurer Unreinheit erlösen und will das Korn rufen und will es mehren und will keine Hungersnot über euch kommen lassen. 36,30 Ich will die Früchte auf den Bäumen und den Ertrag auf dem Felde mehren, dass euch die Heiden nicht mehr verspotten, weil ihr hungern müsst. 36,31 Dann werdet ihr an euren bösen Wandel denken und an euer Tun, das nicht gut war, und werdet euch selbst zuwider sein um eurer Sünde und eures Götzendienstes willen. 36,32 Nicht um euretwillen tue ich das, spricht Gott der HERR, das sollt ihr wissen, sondern ihr werdet euch schämen müssen und schamrot werden, ihr vom Hause Israel, über euren Wandel. Hes 36,24-32;

Über das Haus David die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade.

Sach 12,10 Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Sach 12,10;

Die Vergebung der Sünden.

Mit der Ausgießung des Geistes Gottes unmittelbar verbunden ist die Vergebung der Sünden. Auch hier ist erkenntlich, dass Christen und Juden völlig unterschiedliche Heilserwartungen haben. Während für Christen, sofern sie den Glauben an Jesus Christus angenommen haben, die Sündenvergabe und das Innewohnen des Heiligen Geistes seit zweitausend Jahren und bis hin vor die Wiederkunft des Herrn möglich ist, wird für die Juden und auch für jene Heiden, welche erst nach dem Erscheinen des Herrn zum "Glauben" – oder richtiger zu einer Bekehrung - kommen, diese Verheißung erst dann erfüllt werden.

Wobei, wenn hier von "Juden" die Rede ist, nicht primär die Rassenzugehörigkeit, sondern die religiöse Zugehörigkeit zum orthodoxen jüdischen Glauben gemeint ist. Diese Glaubensrichtung sieht in Jesus Christus zwar einen großen Propheten, hat ihn aber nie als den Sohn Gottes, also als den ihnen verheißenen Messias erkannt und anerkennt. Und sie warten daher noch heute auf diesen Messias.

Diese ihre Hoffnung wird dann im Millennium auch erfüllt werden. Allerdings haben sie mit dieser Verblendung ihre Heilserwartung um tausende Jahre verzögert und sich damit von den anderen Christusgläubigen - unbeschadet einer identen Enderwartung - zeitlich abgekoppelt.

Es gibt in Israel eine kleine Gruppe von etwa fünftausend Juden, welche an Jesus Christus, als den bereits gekommenen Messias Gottes glauben. Diese nennen sich die "messiasgläubigen Juden". Und sie sind natürlich heute voll und ganz der Gemeinde zuzurechnen und haben auch deren Heilserwartung. Die Heiden im Millennium, welche sich dann zu dem Gott Israels bekehren, werden dann aber auch diesem Volk Israel zuzurechnen sein und dessen Heilserwartung teilen.

Zion du wirst nicht weinen! Er wird dir gnädig sein wenn du rufst und dir antworten.

Jes 30,19 Du Volk Zions, das in Jerusalem wohnt, du wirst nicht weinen! Er wird dir gnädig sein, wenn du rufst. Er wird dir antworten, sobald er es hört. Jes 30,19;

Denn das Volk, das in Jerusalem wohnt, wird Vergebung der Sünde haben.

Jes 33,20 Schaue auf Zion, die Stadt unsrer Feiern! Deine Augen werden Jerusalem sehen, eine sichere Wohnung, ein Zelt, das nicht mehr abgebrochen wird. Seine Pflöcke sollen nie mehr herausgezogen und keines seiner Seile zerrissen werden. 33,21 Denn der HERR wird dort bei uns mächtig sein, und weite Wassergräben wird es geben, auf denen kein Schiff mehr fahren, kein stolzes Schiff mehr dahinziehen kann.

33,22 Denn der HERR ist unser Richter, der HERR ist unser Meister, der HERR ist unser König; der hilft uns! - 33,23 Seine Taue hängen lose, sie halten den Mastbaum nicht fest, und die Segel spannen sich nicht. Dann wird viel Beute ausgeteilt werden, und auch die Lahmen werden plündern.

33,24 Und kein Bewohner wird sagen: »Ich bin schwach«; denn das Volk, das darin wohnt, wird Vergebung der Sünde haben. Jes 33,20-24;


Die Ausgießung des Geistes Gottes und die Vergebung der Sünden in und für Israel bewirkt aber noch viel mehr. Es ist dies der eigentliche Grund, wieso in dieser Zeit, im Millennium, auf diesem Volk und   n u r   auf diesem Volk – einschließlich der bekehrten Heiden in Israel - ein solcher Segen liegt.

Nicht nur, dass dann das Land "voll der Erkenntnis des Herrn" sein wird, man wird auch nirgends Sünde tun, wie wir hier unten, in Jes 11,1-10 lesen können.

Man wird nirgends Sünde tun, denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein.

Jes 11,1 Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. 11,2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.

11,3 Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, 11,4 sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten.

11,5 Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften. 11,6 Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. 11,7 Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder.

11,8 Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter. 11,9 Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein, wie Wasser das Meer bedeckt.

11,10 Und es wird geschehen zu der Zeit, dass das Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Heiden fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein. Jes 11, 1-10;

Das Böse ist ausgerottet im Lande.

Der Herr wird mit Gerechtigkeit und Weisheit regieren und im Land Israel wird die gesamte Schöpfung und alle Kreatur bereits in jenem Zustand sein, welchen wir dann in der Neuen Schöpfung, auf der neuen Erde, im neuen Jerusalem insgesamt erwarten dürfen.

Die Wölfe werden bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Junge Löwen werden gemeinsam mit Kälbern von einem kleinen Knaben auf die Weide getrieben. Und die Bären werden mit den Kühen Gras fressen, wie auch die Löwen und Panther.

Diese Tiere sind nicht etwa neue "Züchtungen". Es ist auch nicht eine neue Schöpfung Gottes. Es sind dieselben Löwen, Panther und Bären, welche vorher andere Tiere und auch Menschen als Beute gerissen haben. Es ist die Ausgießung des Geistes Gottes auf die ganze Kreatur in diesem Land Israel, welche diese Veränderungen bewirkt hat.

Und es wird in diesem Text auch eine Verheißung ganz klar, welche zwar von Paulus den Christen als Hoffnung für die Neue Schöpfung offenbart wurde, die aber hier eindeutig auch im Millennium, in Israel auf der Erde zur Realität wird.

Die Schöpfung wird frei von der Vergänglichkeit zu der Freiheit der Kinder Gottes.

Röm 8,18 Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. 8,19 Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. 8,20 Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; 8,21 denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. 8,22 Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet. Röm 8,18-22;

Das Land wird fruchtbar sein wie noch nie.

Im Millennium wird man in Israel "zugleich ackern und ernten". Nun wissen wir, dass bereits heute Israel ein sehr fruchtbares Land ist. Durch die günstigen Klimaeinflüsse gibt es mehrere Ernten im Jahr. Es ist aber dennoch anzunehmen, dass die Situation im Millennium eine unvergleichlich bessere sein wird.

Einen Winter wird es zu dieser Zeit in Israel nicht mehr geben. Es wird das ganze Jahr über ein gleichbleibendes, eher tropisches Klima herrschen. Regelmäßige Regenfälle zur rechten Zeit werden das Wachstum der Feld- und Baumfrüchte beschleunigen, sodass praktisch Aussaat und Ernte ohne Unterbrechung möglich sein werden.

Die Tennen sollen voll Korn sein und die Kelter Überfluss an Wein und Öl haben.

Joel 2,21 Fürchte dich nicht, liebes Land, sondern sei fröhlich und getrost; denn der HERR kann auch Gewaltiges tun. 2,22 Fürchtet euch nicht, ihr Tiere auf dem Felde; denn die Auen in der Steppe sollen grünen und die Bäume ihre Früchte bringen, und die Feigenbäume und Weinstöcke sollen reichlich tragen. 2,23 Und ihr, Kinder Zions, freuet euch und seid fröhlich im HERRN, eurem Gott, der euch gnädigen Regen gibt und euch herabsendet Frühregen und Spätregen wie zuvor, 2,24 dass die Tennen voll Korn werden und die Keltern Überfluss an Wein und Öl haben sollen. Joel 2,21-24;

Die Übriggebliebenen Israels säen in Frieden und sind ein Segen unter den Heiden.

Sach 8,11 Aber nun will ich nicht wie in den vorigen Tagen verfahren mit denen, die übriggeblieben sind von diesem Volk, spricht der HERR Zebaoth, 8,12 sondern sie sollen in Frieden säen. Der Weinstock soll seine Frucht geben und das Land sein Gewächs, und der Himmel soll seinen Tau geben. Und ich will denen, die übriggeblieben sind von diesem Volk, das alles zum Besitz geben. 8,13 Und es soll geschehen: Wie ihr vom Hause Juda und vom Hause Israel ein Fluch gewesen seid unter den Heiden, so will ich euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärket eure Hände! Sach 8,11-13;

Man wird zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen.

Amos 9,13 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Und die Berge werden von süßem Wein triefen, und alle Hügel werden fruchtbar sein. Amos 9,13;

Die Frucht des Landes wird herrlich und schön bei denen, die erhalten bleiben in Israel.

Jes 4,2 Zu der Zeit wird, was der HERR sprießen lässt, lieb und wert sein und die Frucht des Landes herrlich und schön bei denen, die erhalten bleiben in Israel. 4,3 Und wer da wird übrigsein in Zion und übrigbleiben in Jerusalem, der wird heilig heißen, ein jeder, der aufgeschrieben ist zum Leben in Jerusalem. Jes 4, 2- 3;


Diese Änderung des Klimas in Israel, aber auch des Weltklimas, könnte durch eine Verlagerung der Erdachse oder sogar der Ekliptik des Planeten aufgrund der Einwirkungen der globalen Erdbebenkatastrophen bei der Umgestaltung von Himmel und Erde herbeigeführt worden sein und damit die Position des Landes Israel in Bezug auf Sonneneinstrahlung und Regenfälle positiv verändern.

Ich will den Himmel bewegen, und die Erde soll beben und von ihrer Stätte weichen.

Jes 13,13 Darum will ich den Himmel bewegen, und die Erde soll beben und von ihrer Stätte weichen durch den Grimm des HERRN Zebaoth, am Tage seines Zorns. 13,14 Und sie sollen sein wie ein verscheuchtes Reh und wie eine Herde ohne Hirten, dass sich ein jeder zu seinem Volk kehren und ein jeder in sein Land fliehen wird. Jes 13,13-14;

Sie werden die Trümmer aufbauen und die Städte wieder bewohnen.

Wenn Gott die Israeliten in der letzten Zeit sammelt und in ihr Land rückführt, werden sie die Häuser zerstört und die Äcker verwüstet vorfinden. Was nicht bei den Katastrophen der Umgestaltung von Himmel und Erde verwüstet wurde, haben die Besatzer zerstört und vernichtet.

Nun macht sich aber das Volk Israel an die Arbeit. Sie bauen die alten Trümmer wieder auf und erneuern die verwüsteten Städte. Sie pflügen das Land und machen die Äcker fruchtbar.

Sie werden die alten Trümmer aufbauen und die verwüsteten Städte erneuern.

Jes 61,4 Sie werden die alten Trümmer wieder aufbauen und, was vorzeiten zerstört worden ist, wieder aufrichten; sie werden die verwüsteten Städte erneuern, die von Geschlecht zu Geschlecht zerstört gelegen haben. Jes 61, 4;

Die Städte sollen wieder bewohnt sein und die Trümmer wieder aufgebaut werden.

Hes 36,33 So spricht Gott der HERR: Zu der Zeit, wenn ich euch reinigen werde von allen euren Sünden, will ich die Städte wieder bewohnt sein lassen, und die Trümmer sollen wieder aufgebaut werden. 3 6,34 Das verwüstete Land soll wieder gepflügt werden, nachdem es verheert war vor den Augen aller, die vorüberzogen. Hes 36,33-34;

Die übriggebliebenen Heiden sollen erfahren, dass ich der HERR bin.

Hes 36,35 Und man wird sagen: Dies Land war verheert, und jetzt ist es wie der Garten Eden, und diese Städte waren zerstört, öde und niedergerissen und stehen nun fest gebaut und sind bewohnt. 36,36 Und die Heiden, die um euch her übriggeblieben sind, sollen erfahren, dass ich der HERR bin, der da baut, was niedergerissen ist, und pflanzt, was verheert war. Ich, der HERR, sage es und tue es auch. Hes 36,35-36;

Menschenmassen strömen nach Israel.

Die Bevölkerung Israels wird sprunghaft anwachsen. Es werden Menschenmassen sein, welche sich auf den Weg nach Israel machen. Wir müssen bedenken, dass in den Gerichtskatastrophen am Tag des Herrn, alle Menschen auf Erden gesehen und erkannt haben, dass die Macht des Menschen, seine hochintelligente Technik, seine Waffen und Strategien gegenüber der Macht Gottes eine quantité négligeable, eine zu vernachlässigende Größe sind.

Und nachdem sich Gott bei diesen Gerichten den Menschen auf Erden zu erkennen gegeben hat - er ist ihnen in der "großen Finsternis" allen erschienen und hat mit seiner Herrlichkeit die ganze Welt erleuchtet - gibt es bei den Überlebenden auch keinen Zweifel mehr, dass es einen – und eben nur diesen einen - Gott gibt.

Jerusalem wird ohne Mauern bewohnt wegen der großen Menge an Mensch und Vieh.

Sach 2,5 Und ich hob meine Augen auf und sah, und siehe, ein Mann hatte eine Messschnur in der Hand. 2,6 Und ich sprach: Wo gehst du hin? Er sprach zu mir: Jerusalem auszumessen und zu sehen, wie lang und breit es werden soll. 2,7 Und siehe, der Engel, der mit mir redete, stand da, und ein anderer Engel ging heraus ihm entgegen 2,8 und sprach zu ihm: Lauf hin und sage diesem jungen Mann: Jerusalem soll ohne Mauern bewohnt werden wegen der großen Menge der Menschen und des Viehs, die darin sein wird. Sach 2, 5- 8;

Zions Kinder sind versammelt und kommen nach Zion.

Jes 49,14 Zion aber sprach: Der HERR hat mich verlassen, der HERR hat meiner vergessen. 49,15 Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. 49,16 Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir. 49,17 Deine Erbauer eilen herbei, aber die dich zerbrochen und zerstört haben, werden sich davonmachen. 49,18 Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir. So wahr ich lebe, spricht der HERR: du sollst mit diesen allen wie mit einem Schmuck angetan werden und wirst sie als Gürtel um dich legen, wie eine Braut es tut. Jes 49,14-18;

Kaum in Wehen, hat Zion schon ihre Kinder geboren.

Jes 66,7 Ehe sie Wehen bekommt, hat sie geboren; ehe sie in Kindsnöte kommt, ist sie eines Knaben genesen. 66,8 Wer hat solches je gehört? Wer hat solches je gesehen? Ward ein Land an einem Tage geboren? Ist ein Volk auf einmal zur Welt gekommen? Kaum in Wehen, hat Zion schon ihre Kinder geboren. 66,9 Sollte ich das Kind den Mutterschoß durchbrechen und nicht auch geboren werden lassen? spricht der HERR. Sollte ich, der gebären lässt, den Schoß verschließen? spricht dein Gott.

66,10 Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. 66,11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an dem Reichtum ihrer Mutterbrust.

66,12 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem Arme getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen. 66,13 Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Jes 66, 7-13;

Das wüste, zerstörte und verheerte Land wird zu eng werden, um darin zu wohnen.

Jes 49,19 Denn dein wüstes, zerstörtes und verheertes Land wird dir alsdann zu eng werden, um darin zu wohnen, und deine Verderber werden vor dir weichen, 49,20 so dass deine Söhne, du Kinderlose, noch sagen werden vor deinen Ohren: Der Raum ist mir zu eng; mach mir Platz, dass ich wohnen kann. Jes 49,19-20;

Die Zahl der Israeliten wird sein wie Sand am Meer.

Hos 2,1 Es wird aber die Zahl der Israeliten sein wie der Sand am Meer, den man weder messen noch zählen kann. Und es soll geschehen, anstatt dass man zu ihnen sagt: »Ihr seid nicht mein Volk«, wird man zu ihnen sagen: »O ihr Kinder des lebendigen Gottes!« Hos 2, 1;

(Siehe auch Kapitel 04: „Die Große Finsternis”.)


Auch die Heiden kommen zum Gott Israels.

Es werden aber nicht nur Israeliten sein, welche nach Jerusalem strömen. Auch die "Entronnenen der Heiden", jene Menschen aus den Völkern der Welt, welche die Katastrophen am Tag des Herrn überlebt haben und zum Glauben an den einen und einzigen Gott gekommen sind, wollen in das dann tatsächlich "gelobte Land".

Und alle Welt erkennt "nur Lüge haben unsere Väter gehabt, nichtige Götter, die uns nicht helfen konnten." Und sie folgen dem Angebot Gottes, der ihnen zuruft: "Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr."

Kommt herzu, ihr entronnenen Heiden, wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet.

Jes 45,20 Versammelt euch und kommt miteinander herzu, ihr Entronnenen der Heiden. Keine Erkenntnis haben, die sich abschleppen mit den Klötzen ihrer Götzen und zu einem Gott flehen, der nicht helfen kann. 45,21 Tut es kund, bringt es vor, beratet miteinander: Wer hat dies hören lassen von alters her und vorzeiten verkündigt? Hab ich es nicht getan, der HERR? Es ist sonst kein Gott außer mir, ein gerechter Gott und Heiland, und es ist keiner außer mir. 45,22 Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr. Jes 45,20-22;

Sie kommen vom Ende der Erde und sagen: Nur Lüge haben unsere Väter gehabt.

Jer 16,19 HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not! Die Heiden werden zu dir kommen von den Enden der Erde und sagen: Nur Lüge haben unsere Väter gehabt, nichtige Götter, die nicht helfen können. 16,20 Wie kann ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter! Jer 16,19-20;

Die Heiden sagen zu den Juden: wir gehen mit euch, denn Gott ist mit euch.

Sach 8,20 So spricht der HERR Zebaoth: Es werden noch viele Völker kommen und Bürger vieler Städte, 8,21 und die Bürger einer Stadt werden zur andern gehen und sagen: Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir selber wollen hingehen.

8,22 So werden viele Völker, Heiden in Scharen, kommen, den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen. 8,23 So spricht der HERR Zebaoth: Zu der Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Heiden einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir hören, dass Gott mit euch ist. Sach 8,20-23;

Der Tempel wird neu gebaut.

Auch der dritte Tempel wurde durch die Erdbeben am Tag des Herrn verwüstet und liegt in Trümmern. Nun wird er wieder neu aufgebaut. Wir haben im Buch Hesekiel, in den Kapiteln 40 bis 43 detaillierte Angaben, wie dieser Tempel zu bauen ist.

Der Tempel wird wieder gebaut.

Hes 40,1 - 46,24 Anleitungen zum Bau des neuen Tempels. Hes 40,1-49; Hes 41,1-26; Hes 42,1-20; Hes 43,1-27;


Und wie wir oben, in Sach 8,23 gelesen haben: "Zu der Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Heiden einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir hören, dass Gott mit euch ist", werden gemäß Sach 6,15 auch Ausländer kommen und beim Bau des Tempels mithelfen.

Von ferne werden kommen, die am Tempel des Herrn bauen werden.

Sach 6,15 Und es werden kommen von ferne, die am Tempel des HERRN bauen werden. Da werdet ihr erkennen, dass mich der HERR Zebaoth zu euch gesandt hat; und das soll geschehen, wenn ihr gehorchen werdet der Stimme des HERRN, eures Gottes. Sach 6,15;

Es werden keine Händler mehr sein im Hause des Herrn.

Sach 14,20 Zu der Zeit wird auf den Schellen der Rosse stehen »Heilig dem HERRN«. Und die Töpfe im Hause des HERRN werden dem Becken vor dem Altar gleichgestellt sein.

14,21 Und es werden alle Töpfe in Jerusalem und Juda dem HERRN Zebaoth heilig sein, so dass alle, die da opfern wollen, kommen werden und sie nehmen und darin kochen werden. Und es wird keinen Händler mehr geben im Hause des HERRN Zebaoth zu der Zeit. Sach 14,20-21;

Die Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein, als die frühere.

Hag 2,6 Denn so spricht der HERR Zebaoth: Es ist nur noch eine kleine Weile, so werde ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttern. 2,7 Ja, alle Heiden will ich erschüttern. Da sollen dann kommen aller Völker Kostbarkeiten, und ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen, spricht der HERR Zebaoth. 2,8 Denn mein ist das Silber, und mein ist das Gold, spricht der HERR Zebaoth. 2,9 Größer als die frühere wird die künftige Herrlichkeit dieses Hauses sein, spricht Jahwe Zebaoth, und an diesem Ort werde ich Heil geben, lautet der Spruch Jahwe Zebaoths. Hag 2, 6- 9;


Der obige Text aus Hag 2,6-9 lässt nun auch hier das prophetische Prinzip der mehrfachen Erfüllung erkennen. Zum einen geschah die erste Erfüllung unter Herodes, der den, unter Serubbabel wiedererbauten zweiten Tempel zum achten Weltwunder ausgestaltete.

Die von manchen Auslegern gedeutete geistliche Erfüllung dieser Prophezeiung im symbolischen "Haus der Gemeinde" kann man zwar glaubensmäßig mittragen, vom Wortsinn dieses Textes allerdings: "Größer als die frühere wird die künftige Herrlichkeit dieses Hauses sein", werden hier eindeutig zwei Bauwerke miteinander verglichen. Es muss sich hier daher um einen, in der Geschichte nachfolgenden Tempel handeln.

Eine andere Deutung, welche diese Prophezeiung auf die zweite, die Neue Schöpfung bezieht, ist deshalb nicht stichhältig, weil es in der Neuen Schöpfung keinen Tempel mehr geben wird, das sagt uns Off 21,22.

Und ich sah keinen Tempel, denn der Herr und das Lamm sind ihr Tempel.

Off 21,22 Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm. Off 21,22;


Wenn also oben, in Hag 2,9, von der künftigen Herrlichkeit dieses Hauses gesprochen wird, muss man an ein Gebäude denken und lässt sich das schwer auf den "allmächtigen Gott… und das Lamm" beziehen.

Es bleibt also als Enderfüllung jene im Millennium, welche auch sämtliche anderen Kriterien dieses Textes - die Völker (Heiden) kommen zum Tempel (d.h. sie sind bekehrt und kommen zum Gott Israels), sie bringen ihre Kostbarkeiten und der Herr wird an diesem Ort Heil geben – erfüllt.

Hier, im Millennium also, bringen die Völker ihre Kostbarkeiten nach Zion, in den Tempel, als wohlgefälliges Opfer auf den Altar des Herrn. Später, in der Neuen Schöpfung, wird man die Pracht und den Reichtum der Völker in die Stadt, das neue Jerusalem bringen, denn es wird kein Tempel mehr sein, sondern der allmächtige Gott und das Lamm werden ihr Tempel sein (Off 21,22-24).

Ein Umstand der in der Auslegung oft nicht erkannt wird, ist die Tatsache, dass zwischen heute und dem Millennium noch ein weiterer - dritter - Tempel gebaut und auch wieder zerstört werden wird.

Er wird Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen, im Heiligtum steht das Greuelbild.

Dan 9,26 Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden und nicht mehr sein. Und das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum zerstören, aber dann kommt das Ende durch eine Flut, und bis zum Ende wird es Krieg geben und Verwüstung, die längst beschlossen ist.

9,27 Er wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen. Und im Heiligtum wird stehen ein Gräuel, der Verwüstung anrichtet, bis er sich erschöpft hat und das Verderben, das beschlossen ist, sich über den Verwüster ergießen wird. Dan 9,26-27;


Oben, in Dan 9,27 lesen wir die Aussage, dass "im Heiligtum" der Gräuel der Verwüstung stehen wird. Mit diesem "Heiligtum" ist zweifellos der Tempel in Jerusalem gemeint. Das bestätigt uns auch der Hinweis, dass Schlachtopfer und Speisopfer abgeschafft werden sollen. Schlachtopfer und Speisopfer können nämlich nach jüdischem Gebot nur geopfert werden, wenn es einen Tempel mit Altar gibt.

Wie uns der Vers davor, Dan 9,26 jedoch sagt: "…das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum zerstören…." hat Titus im Jahre 70 die Stadt und den Tempel zerstört, und seit damals gibt es in Jerusalem keinen Tempel und daher auch keinen Gottesdienst.

Wir erkennen hier sehr genau, dass zwischen Dan 9,26: "…Und das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum zerstören…" und dem nächsten Vers, Dan 9,27: "… Und im Heiligtum wird stehen ein Greuelbild…" (Mt 2$,15;!) ein Zeitraum von bis jetzt fast zweitausend Jahren liegt.

Diese lange Zeit ohne Gottesdienst weissagt auch der Prophet Hosea.

Denn lange Zeit werden die Israeliten ohne Opfer sein.

Hos 3,4 Denn lange Zeit werden die Israeliten ohne König und ohne Obere bleiben, ohne Opfer, ohne Steinmal, ohne Efod und ohne Hausgott. 3,5 Danach werden sich die Israeliten bekehren und den HERRN, ihren Gott, und ihren König David suchen und werden mit Zittern zu dem HERRN und seiner Gnade kommen in letzter Zeit. Hos 3, 4- 5;


Und Hosea fügt hier an, dass "danach" sich die Israeliten bekehren werden und ihren Gott und ihren König David mit Zittern suchen werden. Dies weist eindeutig auf das Millennium, auf die Zeit, in der das Volk Israel gesammelt und in sein Land geholt wird und David – von Gott auferweckt – Fürst in Israel sein wird.

Daraus lässt sich aber schließen, dass es zur Zeit des Antichrists (siebzigste Jahrwoche) einen Tempel geben wird, was eben heute noch nicht der Fall ist. Auch Paulus bestätigt dies in 2The 2,1-4.

Der Widersacher setzt sich in den Tempel Gottes und gibt vor, er sei Gott.

2The 2,1 Was nun das Kommen unseres Herrn Jesus Christus angeht und unsre Vereinigung mit ihm, so bitten wir euch, liebe Brüder, 2,2 dass ihr euch in eurem Sinn nicht so schnell wankend machen noch erschrecken lasst - weder durch eine Weissagung noch durch ein Wort oder einen Brief, die von uns sein sollen -, als sei der Tag des Herrn schon da. 2,3 Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. 2,4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. 2The 2, 1- 4;


Die Überlegung, dass dieser dritte Tempel nun auch jener Tempel sei, welcher im Millennium geweiht werden wird, scheitert an zwei wesentlichen Aussagen der Schrift. Erstens aus der logischen Konsequenz, dass bei dem globalen Erdbeben am Tag des Herrn auch Jerusalem mit seinem Tempel zerstört werden wird und daher beim Kommen des Herrn nach Zion, im Millennium, in Trümmern liegen wird. Das sagen uns auch mehrere Schriftstellen, wie z.B.:

Der HERR kehrt nach Zion zurück. Seid fröhlich ihr Trümmer Jerusalems.

Jes 52,8 Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der HERR nach Zion zurückkehrt. 52,9 Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. Jes 52, 8- 9;


Und zweitens der Umstand, dass gemäß Sach 6,15 und anderen Schriftstellen, im Millennium, unter der Herrschaft des Messias, ein neuer Tempel erstehen wird, an dessen Bau sogar die bekehrten Heiden mitwirken werden.

Und es werden kommen von ferne, die am Tempel des HERRN bauen werden.

Sach 6,12 und sprich zu ihm: So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, es ist ein Mann, der heißt »Spross«; denn unter ihm wird es sprossen, und er wird bauen des HERRN Tempel. 6,13 Ja, den Tempel des HERRN wird er bauen, und er wird herrlich geschmückt sein und wird sitzen und herrschen auf seinem Thron. Und ein Priester wird sein zu seiner Rechten, und es wird Friede sein zwischen den beiden. 6,15 Und es werden kommen von ferne, die am Tempel des HERRN bauen werden. Da werdet ihr erkennen, dass mich der HERR Zebaoth zu euch gesandt hat; und das soll geschehen, wenn ihr gehorchen werdet der Stimme des HERRN, eures Gottes. Sach 6,12-15;


Der Tempel im Millennium ist also der vierte Tempel. Mit der Errichtung des dritten Tempels ist wahrscheinlich schon in absehbarer Zeit zu rechnen. Bereits jetzt sind in Israel alle Vorbereitungen für den Tempelbau getroffen. Roger Liebi berichtet in seinem Buch "Jerusalem, Hindernis für den Weltfrieden?" S 103 f sinngemäß:

"Das in Israel 1988 gegründete ‘Tempel Institut’, hat unter enormen finanziellem Aufwand, in den letzten Jahren die Geräte für den Gottesdienst im dritten Tempel hergestellt. Unter den insgesamt 104 verschiedenen Tempelgeräten sind z.B. siebenarmige Leuchter, ein kupfernes Waschbecken, ein goldenes Rauchfass, goldene und silberne Opferschalen, Gefäße für das Wasser- bzw. für das Wein-Trankopfer, das heilige Diadem aus reinem Gold für den Hohenpriester, Schaufeln für die Arbeit am Brandopferaltar, Priestergewänder, eine Urne und Lose für den großen Versöhnungstag, silberne Trompeten, Schopharhörner, Harfen für die Tempelmusik der Leviten u.v.a.m.

Verschiedene weitere Organisationen bemühen sich um die Ausbildung von Priestern (Kohanim) für den Dienst im zukünftigen Tempel. Eine weitere Gruppe, die sich um den zukünftigen Tempel bemüht, hat den Eckstein für diesen dritten Tempel schon bereitgestellt. Es handelt sich um einen etwa 4 Tonnen schweren Stein, der ohne Metallwerkzeuge, allein mit Hilfe von Kieselsteinen zugehauen werden musste.

Für den Bau dieses dritten Tempels gehen in Jerusalem Spenden von Juden aus aller Welt ein, und der Wiederaufbau scheitert gegenwärtig nur daran, dass auf dem Platz des alten Tempels, in Ostjerusalem, nunmehr seit etwa 1300 Jahren der Felsendom steht und außerdem dieser Teil der Stadt derzeit noch den Palästinensern untersteht."

Die Weltregierung im Millennium.

Der Messias wird König sein über die ganze Welt.

Der Friedefürst, unser Herr Jesus Christus, wird König sein in Zion, und er wird der einzige König der Welt sein. Alle Völker der Erde - einschließlich Israel, welches den auferweckten David als Fürsten erhält - werden nur Fürsten als ihre Herrscher haben.

Und der Sohn Gottes wird in Gerechtigkeit auf Erden herrschen. Er wird für die Armen und Elenden ein rechtes Urteil sprechen, die Gewalttätigen unbarmherzig schlagen und die Gottlosen töten. Und die Märtyrer aus der Ersten Auferstehung werden mit ihm regieren.

Er wird den Tempel des Herrn bauen und auf seinem Thron herrschen.

Sach 6,9 Und des HERRN Wort geschah zu mir: 6,10 Nimm von den Weggeführten, von Heldai und von Tobija und von Jedaja, die von Babel gekommen sind, und geh an diesem selben Tage ins Haus Josias, des Sohnes Zefanjas, 6,11 nimm von ihnen Silber und Gold und mache Kronen und kröne das Haupt Jeschuas, des Hohenpriesters, des Sohnes Jozadaks, 6,12 und sprich zu ihm: So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, es ist ein Mann, der heißt »Spross«; denn unter ihm wird es sprossen, und er wird bauen des HERRN Tempel. 6,13 Ja, den Tempel des HERRN wird er bauen, und er wird herrlich geschmückt sein und wird sitzen und herrschen auf seinem Thron. Und ein Priester wird sein zu seiner Rechten, und es wird Friede sein zwischen den beiden. Sach 6, 9-13;

Das Reis aus der Wurzel Isais richtet mit Gerechtigkeit und spricht rechtes Urteil.

Jes 11,1 Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. 11,2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. 11,3 Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, 11,4 sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten. 11,5 Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften. Jes 11, 1- 5;

Die Heiligen der Ersten Auferstehung werden mit Christus regieren tausend Jahre.

Off 20,6 Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre. Off 20, 6;

Sie sind zu Königen und Priestern gemacht, und werden herrschen auf Erden.

Off 5,9 und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen 5,10 und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden. Off 5, 9-10;

Die Völker, welche dem Herrn nicht dienen wollen, werden verwüstet.

Man kann nun in jener Zeit wahrlich nicht behaupten, dass die Menschen nichts von Gott wüssten. Sie haben ihn im Katastrophengericht am Tag des Herrn erlebt und erleben ihn jetzt, als den Gott Israels, der das Land seines Volkes zum Paradies auf Erden gemacht hat.

Es kann daher nicht Unwissenheit sein, wenn es unter den Völkern immer noch welche gibt, die diesem Gott nicht gehorchen wollen. Es sind daher keine "armen, verführten Schafe" um die es hier geht, sondern um Lügner, Betrüger, Räuber und Mörder, die mit Wahrheit und Gerechtigkeit noch nie etwas anzufangen wussten, und die nun wieder versuchen, ihre eigenen Wege zu gehen.

Um die Gerechtigkeit der ihnen vom Herrn angedrohten Strafe auch richtig zu verstehen, müssen wir bedenken, dass es sich hier nicht um simple "Gottlose", also um Menschen handelt, welche Gott nicht angenommen haben, weil sie nichts von ihm wussten. Diese Menschen sind die Söhne ihres Vaters, des Teufels. Sie sind nicht ohne Gott, sie sind gegen Gott. Und ebenso wie die Armen und Elenden nun endlich zu ihrem Recht kommen, werden jene, die nicht bereit sind ihrer Bosheit abzuschwören, vernichtet. Dass es auch weiterhin im Millennium noch Menschen geben wird, die Gott nicht anerkennen wollen und nur gezwungenermaßen seine Herrschaft akzeptieren, ergibt sich auch aus dem Umstand, dass am Ende des Millenniums eine unübersehbare Zahl von Menschen dem losgewordenen Satan zuläuft, um mit ihm die letzte Schlacht gegen Gott zu kämpfen.

Diese geistige Wende so vieler Menschen kann nicht innerhalb kürzester Zeit geschehen sein. Und nachdem nicht anzunehmen ist, dass Satan nach seinem Loswerden aus dem Gefängnis noch Jahrhunderte Zeit hätte, um einen solchen Umschwung herbeizuführen, bleibt nur die Erkenntnis, dass viele Menschen, auch im Millennium, im Angesicht des lebendigen Gottes auf Erden, nicht bereit sind, diesen Gott anzuerkennen, sondern sich von ihm abwenden und auf den satanischen "Befreier" warten.

Für die anderen Völker der Welt, außerhalb Israels, werden die Lebensumstände durchaus normal sein. Aufgrund des speziellen Klimas werden auch sie vermutlich mehrere Ernten im Jahr einbringen können. Allerdings ist auch hier die Auffassung, dass der Herr dann "seinen Untertanen Wohlstand, Glanz und Glück verleihen wird, wie es die Menschheit bis dahin vergeblich gesucht" insofern falsch, als sich - wie bereits oben dargelegt - diese Verheißungen nur auf Israel beziehen. Und wenn sich eines dieser Völker weigert, jährlich zum Laubhüttenfest nach Jerusalem zu pilgern, wird es mit Entzug des Regens bestraft. Dies wird dann eine Hungersnot mit all ihren Konsequenzen in diesem Land zur Folge haben. Auch werden diese Völker keine Vergebung der Sünde und somit auch keine Ausgießung des Geistes Gottes erleben. Ihre Lebenszeit wird daher weiterhin auf maximal hundertundzwanzig Jahre beschränkt sein und auch alle anderen geistgewirkten Umstände werden in diesen Ländern fehlen.

Das Volk unter den Heiden, das nicht hören will, wird der Herr vernichten.

Jer 12,16 Und es soll geschehen, wenn sie von meinem Volk lernen werden, bei meinem Namen zu schwören: So wahr der HERR lebt!, wie sie mein Volk gelehrt haben, beim Baal zu schwören, so sollen sie inmitten meines Volks wohnen. 12,17 Wenn sie aber nicht hören wollen, so will ich solch ein Volk ausreißen und vernichten, spricht der HERR. Jer 12,16-17;

Und die Völker, die dir nicht dienen wollen, sie sollen verwüstet werden.

Jes 60,12 Denn welche Völker oder Königreiche dir nicht dienen wollen, die sollen umkommen und die Völker verwüstet werden. Jes 60,12;

Das Geschlecht, das nicht nach Zion kommt anzubeten, über das wird es nicht regnen.

Sach 14,16 Und alle, die übriggeblieben sind von allen Heiden, die gegen Jerusalem zogen, werden jährlich heraufkommen, um anzubeten den König, den HERRN Zebaoth, und um das Laubhüttenfest zu halten. 14,17 Aber über das Geschlecht auf Erden, das nicht heraufziehen wird nach Jerusalem, um anzubeten den König, den HERRN Zebaoth, über das wird es nicht regnen.

14,18 Und wenn das Geschlecht der Ägypter nicht heraufzöge und käme, so wird auch über sie die Plage kommen, mit der der HERR alle Heiden schlagen wird, wenn sie nicht heraufkommen, um das Laubhüttenfest zu halten. 14,19 Darin besteht die Sünde der Ägypter und aller Heiden, dass sie nicht heraufkommen, um das Laubhüttenfest zu halten. Sach 14,16-19;

Der Friedefürst wird allen Kriegen ein Ende bereiten.

Schließlich wird kein Volk mehr wider das andere das Schwert erheben. Und auch hier müssen wir zwischen Israel und den Völkern im Millennium genau unterscheiden. In Israel wird Friede sein, weil in diesem Land die Bosheit der Menschen, ja der ganzen Schöpfung durch Gott ausgetilgt wurde. Sie werden also nichts Böses tun, weil ihnen Gott "ein anderes Herz" gegeben hat. Das Böse wurde in ihrem Herzen ausgerottet. Bei den anderen Völkern sieht die Situation teilweise anders aus. Es wird wohl auch dort viele Menschen geben, die sich aufrichtig zum Herrn bekehrt haben. Aber es bleiben immer noch eine ganze Menge, welche Gott nicht angenommen haben, und sich aus Furcht oder Berechnung verstellen. Aber auch diese werden sich ruhig verhalten und keine Kriege führen, weil sie wissen, dass die Strafe auf dem Fuße folgen würde. Und so kommt es zum ersten echten, wahren und einzigen Friedensreich auf Erden.

Ich will Bogen, Schwert und Rüstung im Lande zerbrechen sie sicher wohnen lassen.

Hos 2,18 Alsdann, spricht der HERR, wirst du mich nennen »Mein Mann« und nicht mehr »Mein Baal«. 2,19 Denn ich will die Namen der Baale von ihrem Munde wegtun, dass man ihrer Namen nicht mehr gedenken soll. 2,20 Und ich will zur selben Zeit für sie einen Bund schließen mit den Tieren auf dem Felde, mit den Vögeln unter dem Himmel und mit dem Gewürm des Erdbodens und will Bogen, Schwert und Rüstung im Lande zerbrechen und, will sie sicher wohnen lassen. 2,21 Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit, ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit. 2,22 Ja, in Treue will ich mich mit dir verloben, und du wirst den HERRN erkennen. 2,23 Zur selben Zeit will ich erhören, spricht der HERR, ich will den Himmel erhören, und der Himmel soll die Erde erhören, 2,24 und die Erde soll Korn, Wein und Öl erhören, und diese sollen Jesreel erhören. 2,25 Und ich will ihn mir in das Land einsäen und mich erbarmen über Lo-Ruhama, und ich will sagen zu Lo-Ammi: »Du bist mein Volk«, und er wird sagen: »Du bist mein Gott.« Hos 2,18-25;

Er wird unter den Heiden richten und kein Volk erhebt wider das andere das Schwert.

Jes 2,2 Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, 2,3 und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.

2,4 Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. 2,5 Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des HERRN! Jes 2, 2- 5;

Seine Herrschaft ist groß und des Friedens kein Ende in seinem Königreich.

Jes 9,4 Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. 9,5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; 9,6 auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er es stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth. Jes 9, 4- 6;

Schwerter zu Pflugscharen und Spieße zu Sicheln. Man wird nicht mehr Krieg führen.

Mi 4,3 Er wird unter großen Völkern richten und viele Heiden zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. 4,4 Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken. Denn der Mund des HERRN Zebaoth hat es geredet. 4,5 Ein jedes Volk wandelt im Namen seines Gottes, aber wir wandeln im Namen des HERRN, unseres Gottes, immer und ewiglich (Buber: auf Weltzeit und Ewigkeit /Anm.)! Mi 4, 3- 5;

Rosse und Wagen werden zunichte und die Städte und Festungen vernichtet.

Mi 5,9 Zur selben Zeit, spricht der HERR, will ich deine Rosse ausrotten und deine Wagen zunichte machen 5,10 und will die Städte deines Landes vernichten und alle deine Festungen zerbrechen.

5,11 Und ich will die Zauberei bei dir ausrotten, dass keine Zeichendeuter bei dir bleiben sollen. 5,12 Ich will deine Götzenbilder und Steinmale aus deiner Mitte ausrotten, dass du nicht mehr anbeten sollst deiner Hände Werk, 5,13 und will deine Ascherabilder ausreißen aus deiner Mitte und deine Städte vertilgen. 5,14 Und ich will mit Grimm und Zorn Vergeltung üben an allen Völkern, die nicht gehorchen wollen. Mi 5, 9-14;

Der Messias wird Frieden gebieten allen Völkern und herrschen über die ganze Erde.

Sach 9,10 Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde. Sach 9,10;

Die Fürsten der Völker.

Während der Messias, der Sohn Gottes, als einziger König über die ganze Welt herrschen wird, werden die einzelnen Länder nicht mehr durch Könige, sondern durch Fürsten regiert. Wie wir in den nachfolgenden beiden Schriftstellen erkennen können, sind diese vom Messias ausgewählt und eingesetzt. Es sind alles gottgläubige Menschen, welche auch nach dem Vorbild ihres Königs gerecht herrschen und richten. In Ps 47,10 werden sie sogar als das Volk des Gottes Abrahams bezeichnet.

Fürsten werden herrschen, das Recht zu handhaben.

Jes 32,1 Siehe, es wird ein König regieren, Gerechtigkeit aufzurichten, und Fürsten werden herrschen, das Recht zu handhaben, 32,2 dass ein jeder von ihnen sein wird wie eine Zuflucht vor dem Wind und wie ein Schutz vor dem Platzregen, wie Wasserbäche am dürren Ort, wie der Schatten eines großen Felsens im trockenen Lande. 32,3 Und die Augen der Sehenden werden nicht mehr blind sein, und die Ohren der Hörenden werden aufmerken. 32,4 Und die Unvorsichtigen werden Klugheit lernen, und die Zunge der Stammelnden wird fließend und klar reden. 32,5 Es wird nicht mehr ein Narr Fürst heißen, noch ein Betrüger edel genannt werden. Jes 32, 1- 5;

Die Fürsten der Völker versammelt als Volk Gottes.

Ps 47,8 Denn Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen! 47,9 Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. 47,10 Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Starken auf Erden; er ist hoch erhaben. Ps 47, 8-10;

David wird auferweckt und ist Fürst von Israel.

Seinem Volk in Israel wird der Herr dann auch seinen Knecht David erwecken, dass er im Millennium ihr Fürst sei.

Mein Knecht David soll der Fürst unter ihnen sein.

Hes 34,23 Und ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David. Der wird sie weiden und soll ihr Hirte sein, 34,24 und ich, der HERR, will ihr Gott sein, aber mein Knecht David soll der Fürst unter ihnen sein; das sage ich, der HERR. Hes 34,23-24;

Die Israeliten werden ihren Gott und ihren König David suchen in letzter Zeit.

Hos 3,4 Denn lange Zeit werden die Israeliten ohne König und ohne Obere bleiben, ohne Opfer, ohne Steinmal, ohne Efod und ohne Hausgott. 3,5 Danach werden sich die Israeliten bekehren und den HERRN, ihren Gott, und ihren König David suchen und werden mit Zittern zu dem HERRN und seiner Gnade kommen in letzter Zeit. Hos 3, 4- 5;

Sie werden ihrem Gott und ihrem König David dienen, den ich ihnen erwecken will.

Jer 30,8 Es soll aber geschehen zu dieser Zeit, spricht der HERR Zebaoth, dass ich das Joch auf deinem Nacken zerbrechen will und deine Bande zerreißen. Sie werden nicht mehr Fremden dienen, 30,9 sondern dem HERRN, ihrem Gott, und ihrem König David, den ich ihnen erwecken will. Jer 30, 8- 9;

Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzt über das Haupt der Nationen!

Jer genießen. 31,6 Denn es wird einen Tag geben, an dem die Wächter auf dem Gebirge Ephraim rufen: Macht euch auf und laßt uns nach Zion hinaufziehen zum HERRN, unserm Gott!» 31,7 Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzt über das Haupt der Nationen! Verkündet, lobsingt und sprecht: Gerettet hat der HERR sein Volk, den Überrest Israels! Jer 31, 6- 7;


Nunmehr sind alle Verheißungen für Israel in Erfüllung gegangen. Israel ist das "Haupt der Nationen", das Volk hat sich vermehrt wie Sand am Meer, die Heiden kommen nach Israel, um den Herrn, ihren Gott anzubeten, Israel wohnt sicher und ohne Feinde, das Land ist fruchtbar und das Böse ausgerottet, David ist ihr Fürst und ihr Gott ist König über die ganze Erde. Am Ende dieser tausend Jahre wird dann Satan wieder für eine kurze Zeit los. Noch einmal ist es ihm erlaubt, Millionen von Menschen zu verführen und mit in die Verdammnis zu reißen.

(Siehe auch Kapitel 11: „Das Ende der Welt”.)

Danach aber kommt das wahre, das ewige "Friedensreich ". Dann ist die lange Zeit des ängstlichen Harrens der ganzen Schöpfung beendet und sie wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit und der Sterblichkeit zu der Freiheit der Kinder Gottes im ewigen Leben, wie uns Paulus in Röm 8,18-22 sagt.

Die Schöpfung wird frei von der Vergänglichkeit zu der Freiheit der Kinder Gottes.

Röm 8,18 Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. 8,19 Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. 8,20 Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; 8,21 denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. 8,22 Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet. Röm 8,18-22;