Diskurs 139 - Wenn weltliche Literaten die Bibel zitieren.



Die Bergpredigt.

Die Nächstenliebe.



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

("Ist diese Religion gefährlich?" – Eine Rezension von Johanna Pink in "Die Zeit" – Online zum Buch "Feindliche Übernahme" von Thilo Sarrazin.)

"Ohnehin ist das Christentum Sarrazins Stärke nicht. So behauptet er ernsthaft: "Jesu Wort 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst' umfasst ja nicht die ganze Menschheit, sondern zielt auf das jeweilige persönliche Umfeld ab. Anders konnte Nächstenliebe auch nie gelebt werden …" Hätte sich Sarrazin die Mühe gemacht, dieses Zitat mit der Bibel abzugleichen, dann wäre ihm aufgefallen, dass es nicht aus dem Neuen Testament, sondern aus dem Buch Leviticus (19,18) stammt und dass Jesus es in der Bergpredigt, einem nicht ganz unbedeutenden Text der europäischen Geistesgeschichte, explizit um die Liebe zu den Feinden ergänzt hat – aus Sarrazins Sicht vermutlich eine gänzlich unlogische und unrealistische Erwartung. Aber er hat ja generell ein Problem mit Religionen, jedenfalls mit monotheistischen. Vieles von dem, was er dem Islam vorwirft, könnte er dem Judentum und Christentum ebenso vorwerfen. Und so ist es nur folgerichtig, dass er die Vorrechte der Kirchen abschaffen möchte. Aber ist es deswegen gleich nötig, Begriffe wie "Religionsfreiheit" und "Gleichbehandlung" konsequent in Anführungszeichen zu setzen, als handle es sich dabei um lächerliche, gefühlsselige Konstrukte und nicht um Bestandteile derjenigen Menschenrechte, die er gegen den Islam verteidigen möchte?

Thilo Sarrazin


(ZEIT-ONLINE)



Über dieses neue Buch von Thilo Sarrazin wurden bereits einige Kommentare geschrieben, doch dieser obige Kommentar von Johanna Pink in der "ZEIT-ONLINE" befasst sich u. a. auch mit der biblischen Authentizität der Aussagen Sarrazins und da kann man sich als Bibelkenner – ob bei Sarrazin oder bei Pink – nur immer wieder wundern, wie wenig genau biblische Aussagen von weltlichen Literaten fundiert recherchiert werden.

Insbesondere bei dem, von der katholischen Kirche seit Jahrhunderten bewusst falsch in Umlauf gebrachten Gleichnis von der Nächstenliebe, ergehen sich Hinz und Kunz in salbungsvollen Ergüssen, ohne der tatsächlichen Bedeutung dieses biblischen Textes - sowohl im Alten, als auch im Neue Testament - nachzugehen.

Nehmen wir gleich hier oben die Argumentation von Johanna Pink über die diesbezüglichen Aussagen Sarrazins. Sie kritisiert Sarrazin, weil er schreibt:

"Jesu Wort 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst' umfasst ja nicht die ganze Menschheit, sondern zielt auf das jeweilige persönliche Umfeld ab. Anders konnte Nächstenliebe auch nie gelebt werden …"

und behauptet nun, mit dem Hinweis auf den Ursprung dieses Textes, in 3Mo 19,18, nachweisen zu können, dass sich die Bedeutung der biblischen Nächstenliebe nicht nur auf das "jeweilige persönliche Umfeld" des Christen beziehen kann, wie das Sarrazin sieht, sondern – wie sie offenbar meint – auf die gesamte Menschheit anzuwenden sei. Danach müsste aus der Sicht von Johanna Pink jeder Mensch jeden Menschen lieben wie sich selbst.

Abgesehen davon, dass die Deutung dieser Aussage Jesu im Neuen Testament von der katholischen Kirche berechnenderweise ins Gegenteil verkehrt wurde, worauf weiter unten noch eingegangen werden soll, wird auch bei der Zitierung der Passage aus dem Alten Testament der Kontext völlig außer Acht gelassen. Wenn hier das Buch Levitikus (3. Mose) 19,18 zitiert wird:

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

3Mo 19,18 Du sollst dich nicht rächen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volks. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR. 3Mo 19,18;


macht man sich nicht die Mühe, den Beginn dieser Rede Gottes auszuforschen, um Details darüber zu erfahren, zu wem Gott der Allmächtige dieses alles gesagt hat. Tut man dies, erkennt man schnell einerseits den Anfang dieser Aussagen – nämlich in 3Mo 19,1 – und andererseits auch die Adressaten dieser Gebote und Vorschriften:

Rede mit der ganzen Gemeinde der Israeliten und sprich zu ihnen.

3Mo 19,1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 19,2 Rede mit der ganzen Gemeinde der Israeliten und sprich zu ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott. 3Mo 19,1-2;


Es war also in erster Linie Mose, zu dem Gott hier sprach, und ihm hat er den Auftrag gegeben: "Rede mit der ganzen Gemeinde der Israeliten". Es sind also die Israeliten, das Volk Gottes aus Israel, welche hier und im Vers 19,18 weiter oben angesprochen werden – und nicht alle Menschen! Demnach muss also ein Israelit den anderen lieben wie sich selbst, alle Nichtisraeliten aber sind davon überhaupt nicht betroffen.

Und zwar deshalb, weil zu diesem Zeitpunkt in der Weltgeschichte Nichtisraeliten überhaupt keinen Zugang zum Gott der Bibel hatten. Sie waren Heiden und wenn sie sich nicht zum mosaischen Judentum bekehrten, waren sie zur ewigen Verdammnis verurteilt. Alle diese Gebote und Verheißungen m Alten Testament hatten daher ausschließlich für Israeliten Geltung.

Deshalb hatte auch das Gebot "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" damals nur für die Juden gegolten. Und somit hat also Sarrazin hier teilweise Recht, wenn er schreibt, dieses Gebot "umfasst ja nicht die ganze Menschheit, sondern zielt auf das jeweilige persönliche Umfeld ab". Jedoch nicht auf irgendein Umfeld, sondern auf das eigene, – damals israelitische Volk.

Und hier wird nun natürlich wieder argumentiert, dass diese Zeiten längst vorbei sind und mit dem Christentum alle Menschen dieser Welt einen Zugang zu dem Gott der Bibel erhalten hätten. Was völlig richtig ist, nur wird auch hier immer wider ein kleines Detail übersehen.

Die Israeliten waren damals "Volk Gottes" und auf sie bezogen sich alle Verheißungen und Gebote. Insbesondere auch die Verheißung auf das "Reich Gottes". Nachdem aber Gott seinen Sohn gesandt hatte, um Israel aus seinem damaligen Unglauben zu retten, haben sie ihren Messias abgelehnt und ihn an die Römer zur Kreuzigung ausgeliefert.

Damit hatten sie aber den Bund mit ihrem Gott gebrochen und Gott hat diesen Bund aufgelöst. Und auch das "Reich Gottes", welches den Israeliten verheißen war, wurde deshalb damals von ihnen genommen.

Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, die seine Früchte bringen wird.

Mt 21,42 Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr nie in den Schriften gelesen: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden; von dem Herrn her ist er dies geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen»?» 21,43 Deswegen sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, die seine Früchte bringen wird. 21,44 Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden; aber auf wen er fallen wird, den wird er zermalmen. 21,45 Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse gehört hatten, erkannten sie, daß er von ihnen redete. 21,46 Und als sie ihn zu greifen suchten, fürchteten sie die Volksmengen, denn sie hielten ihn für einen Propheten. Mt 21,42-46;


Und wer nun dieses "Volk" ist, welches an Stelle Israels das Reich Gottes ererben wird, erfahren wir auch bei Matthäus:

Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist.

Mt 25,31 Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen; 25,32 und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. 

25,33 Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken. 25,34 Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an! Mt 25,31-34;

(Siehe auch Diskurs 143: "Schawuot: Hat Israel seinen Bund mit Gott gebrochen?")


Es sind also die Gerechten, die rechtgläubigen Christen aus allen Nationen – auch aus Israel, wenn sich ein Jude zu Jesus Christus bekehrt hat –, welche  ihre Früchte bringen und welche das Reich Gottes ererben werden.

Und das ist nun dieses kleine Detail, das immer gerne übersehen wird: alle Menschen dieser Welt haben zwar Zugang zu dem Gott der Bibel, aber nur wenige nutzen diese Möglichkeit. Wer nicht an den Sohn Gottes glaubt, der hat auch keinen Kontakt mit Gott. Diese Menschen sind weiterhin Heiden, wie sie es zu früheren Zeiten auch waren. Und für sie gelten weder Verheißungen noch Gebote Gottes, denn sie haben keine Chance auf Rettung, es sei denn sie bekehren sich.

Und wie früher die Verheißungen und Gebote ausschließlich dem Volk Israel gegolten haben, dieses Volk aber durch die Ablehnung des Sohnes Gottes den Bund gebrochen hat und deshalb das Reich Gottes von ihnen genommen wurde, so gelten nunmehr die Verheißungen und Gebote auch nur dem neuen "Volk Gottes", den rechtgläubigen Christen aus allen Nationen. Und daher gilt auch das Gebot "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" nicht für die Heiden, sondern nur für das eigene "Volk", nur unter den biblisch-christlichen Gläubigen.

Dies ist genau dieses Detail, welches von weltlichen Kommentatoren immer wieder übersehen wird, wenn sie von der Bibel und speziell von der Bergpredigt schreiben. Alle diese Gebote haben nur Geltung innerhalb des neuen Volkes Gottes, unter den biblischen Christen aller Nationen dieser Welt. Und sie gelten NICHT für die gesamte Menschheit!

Wenn man schon - wie eingangs Johanna Pink - die Bergpredigt als "nicht ganz unbedeutenden Text der europäischen Geistesgeschichte" bemüht, dann sollte man diese Worte Jesu auch aus biblischem Verständnis zitieren und nicht der Jahrhunderte alten, betrügerischen katholischen Falschdeutung einer Nächstenliebe auch für Gottlose, Mörder und Verbrecher auf den Leim gehen.


Die Bergpredigt.

Wenn das Gebot Jesu: "Wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu gehen, mit dem geh zwei!" (Mt 5,41) nicht nur unter rechtgläubigen Christen, sondern für alle Menschen der ganzen Welt gelten würde, dann müsste jeder Christ mit jedem Menschen, der ihn zwingen wird, eine Bank auszurauben, zwei Banken ausrauben.

Wenn jemand ihn zwingen wird, eine Frau zu vergewaltigen, dann müsste er mit ihm zwei Frauen vergewaltigen, und wenn jemand ihn zwingen wird, einen Christen umzubringen, mit dem müsste er zwei Christen umbringen.

Oder, wenn dich ein katholischer Pfarrer zwingen wird, ihn deinen kleinen Sohn vergewaltigen zu lassen, dann müsstest du ihm auch noch deine kleine Tochter geben, dass er sie vergewaltige.

Wie man sieht, ist das jene teuflische Umdeutung der Aussagen des Herrn, welche Christen in ihrem Handeln zu Islamisten und oberflächliche Prediger zu Handlangern des Satans machen würde.

Wenn solche Gebote des Herrn nicht nur im Kreise der christlichen Gemeinde, sondern für alle Menschen dieser Welt Geltung haben sollten, dann wäre die Bergpredigt ein Plagiat des Teufels und kein Gebot unseres Herrn.

Dem Argument, dass in der Bergpredigt nichts davon steht, dass diese Gebote nur für Geschwister in Christus gelten sollen, muss man entgegenhalten, dass dort auch nichts davon steht, dass der rechtgläubige Christ nicht rauben, vergewaltigen und morden darf und das aber ebenso eine Selbstverständlichkeit ist.

Wenn also das Letztere ohne Zweifel implizite im Text enthalten ist, gibt es keinen Grund dafür, warum es mit dem Ersteren nicht auch so wäre. Noch dazu, wo wir einen ausgezeichneten Nachweis darüber haben, wie der Herr selbst diese Nichtchristen einschätzt, mit welchen wir Christen angeblich gemeinsame Sache machen sollten: 

Jh 3,19 Dies aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse (Jh 8,43-44; Mt 3,7; Mt 12,34-35; Mt 23,32-33). 3,20 Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden; 3,21 wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt sind." Jh 3,19-21;


Sollen wir also vom Licht in die Finsternis gehen? Es sind die Gottlosen dieser Welt und die Götzenanbeter der katholischen Kirche, welche uns das einreden wollen. Sie hätten gern, dass wir zu ihnen in die Finsternis kommen.

Wie wenig Erkenntnis müssen aber jene Prediger haben, welche uns gebieten wollen, mit allen Menschen ohne Unterschied – also auch mit jenen, die in der Finsternis sind – "zwei Meilen" zu gehen?




Und ebenso wie für die Nächstenliebe, gilt natürlich auch die vom Herrn erwähnte Feindesliebe nur im Rahmen der biblischen Christenheit. Ja, auch da gibt es Feindschaft. Nicht Todfeindschaft, wie unter den Gottlosen, aber manchmal doch Feindschaft untereinander. Und diese meine Feinde muss ich nach dem Gebot des Herrn lieben.

Aber man erkennt, das ist eine ganz andere Konzeption von "Feindschaft". Auch wenn der Unterschied scheinbar nur ganz gering ist. Es geht nicht darum, wer recht hat, sondern darum, was richtig ist. Zu dem was richtig ist, muss und wird sich letzten Endes dann – in der biblisch-christlichen Gemeinde – auch der bekennen, welcher ursprünglich eine falsche Behauptung aufgestellt hat.



Die Nächstenliebe im Neuen Testament.

Wie bereits erwähnt, ist das Gebot der Nächstenliebe im Neuen Testament von der katholischen Kirche seit Jahrhunderten bewusst falsch gedeutet worden. Man hat die Bedeutung dieser Aussagen so uminterpretiert, dass es angeblich eine Aufforderung wäre, die Armen und Hilfsbedürftigen dieser Welt mit (Geld-) Spenden zu unterstützen.

Die katholische Kirche hat dann natürlich gerne die Aufgabe der Spendenannahme und -verteilung übernommen. - Dass diese Spenden dann Großteils auf den Vermögensfonds und Bankkonten des Vatikans landeten, der u. a. auch damit bis heute ein Vermögen von mehr als 200 Milliarden Euro angehäuft hat, ist nur den Insidern bekannt.

Um die tatsächliche Bedeutung dieses Textes zu erkennen, wollen wir uns hier einmal dieses Gleichnis vom barmherzigen Samariter ansehen:

Der barmherzige Samariter.

Lk 10,25 Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? 10,26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? 10,27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« 10,28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.

10,29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? 10,30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen.

110,31 Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. 10,32 Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. 10,33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; 10,34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. 10,35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir es bezahlen, wenn ich wiederkomme.

10,36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? 10,37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen! Lk 10,25-37;


Dieses "Gesetz", von dem der Herr hier in Lk 10,26 spricht, ist die Thora, das Buch Moses (konkret: 5. Mose 6,5 bzw. 3. Mose 19,18), auf welches er sich auch in Mt 22,37-40 bezieht.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Mt 22,35 Und es fragte einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, und versuchte ihn und sprach: 22,36 Lehrer, welches ist das größte Gebot im Gesetz? 22,37 Er aber sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.» (5. Mose 6,5). 22,38 Dies ist das größte und erste Gebot. 22,39 Das zweite aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» (3. Mose 19,18). 22,40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Mt 22,35-40;


Wie der Herr hier sagt, hängen an diesen zwei Geboten – der Gottes- und der Nächstenliebe – das ganze Gesetz (alle Gebote Gottes) und die Propheten. Es ist daher von allergrößter Wichtigkeit, diese Aussagen richtig zu interpretieren und zu verstehen. Und dennoch ist das obige Gleichnis vom barmherzigen Samariter mit seiner Aussage über die Person des "Nächsten" wahrscheinlich jenes, welches aufgrund wissentlich oder unwissentlich oberflächlicher Betrachtungsweise in der Welt am meisten missverstanden wurde und wird.

Bei diesem Missverständnis handelt es sich – um dies vorwegzunehmen – nicht um die Aufforderung barmherzig und hilfsbereit zu sein. Dies ist richtig und wichtig und geht ganz klar aus der Aussage des Herrn am Ende des Gleichnisses, in Vers Lk 10,37 hervor. Das Missverständnis beruht vielmehr darauf, dass die Antwort auf die Frage des Schriftgelehrten falsch interpretiert wird.

Und manche Ausleger verstricken sich auch im Text des Gleichnisses und beantworten mit aller Ausführlichkeit die Frage, warum Priester und Levit – im Gegensatz zu dem Samariter – dem Überfallenen nicht geholfen haben, ohne der eigentlichen Frage dieses Gleichnisses: "Wer ist mein Nächster" bzw. "Wen muss ich lieben wie mich selbst" das erforderliche Augenmerk zu schenken.

Die landläufige Meinung – welche durch Sozialeinrichtungen aller Art verständlicherweise aufgegriffen und weiterverbreitet wird – ist, dass wir hier von Gott aufgefordert werden, alle Armen und Hilfsbedürftigen dieser Welt so zu lieben wie wir uns selbst auch lieben, und ihnen aus dieser unserer Liebe eine entsprechende Hilfe und Unterstützung zuteilwerden lassen.

Wenn wir uns nun aber diesen Text genauer ansehen, erkennen wir eine etwas andere Aussage. Dort heißt es nämlich in der abschließenden Frage des Herrn an den Schriftgelehrten, in welcher er diesen "Nächsten" identifiziert:

"Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war?"

Er wird also gefragt, wer der Nächste ist – und zwar der Nächste für den, der unter die Räuber gefallen war. Dies sollte dann die Antwort auf die Frage des Schriftgelehrten "Wer ist denn mein Nächster?" aus Vers Lk 10,29 sein.

Gleichzeitig ist dies aber auch die Konkretisierung der Person des "Nächsten" aus dem zweiten Gebot – nach dem Gebot der Gottesliebe – und bezeichnet für uns Christen jene Menschen, welche wir lieben sollen wie uns selbst. Und hier erkennen wir in der obigen Frage des Herrn – und der Antwort des Schriftgelehrten – einen Unterschied zur gängigen Interpretation.

Der Herr fragt, wer der Nächste geworden ist jenem Menschen, der unter die Räuber gefallen war. Und der Schriftgelehrte antwortete: "Der die Barmherzigkeit an ihm tat". Daher ist nicht der Hilfsbedürftige der Nächste des Samariters gewesen, sondern umgekehrt, der Samariter hat sich durch seine Hilfe als der Nächste des Überfallenen erwiesen.

Daraus ergibt sich aber die Konsequenz, dass hier nicht den "Samaritern" – also den Helfern – geboten wird, die Armen und Hilfsbedürftigen "wie sich selbst zu lieben". Sie sollen wohl barmherzig sein und ihnen helfen. Damit stellen sie ja letztendlich unter Beweis, dass auch sie diese Bedürftigen lieben. Aber es sind jene Bedürftigen, denen von ihnen geholfen worden ist, welche – nach diesem Gebot Gottes – aufgefordert werden, ihre Helfer zu lieben "wie sich selbst".

Und hier erkennen wir auch den Unterschied zum säkularisierten Verständnis. Während dieses versucht – in Umkehrung des Wortsinnes – den Eindruck zu vermitteln, dass in diesem Gleichnis der Überfallene der Nächste des Samariters ist und postuliert, dass die Armen der ganzen Welt die "Nächsten" der Wohlhabenderen sind, meint der Herr hier einerseits die ganz persönliche Hilfe in unserer unmittelbaren Umgebung und gebietet andererseits jenen, denen geholfen worden ist, ihre Helfer zu lieben "wie sich selbst".

Das Gebot der Nächstenliebe ist also nach den Worten des Herrn in diesem Gleichnis: Liebe jene Menschen, welche dir geholfen haben und zeige ihnen ebenso deine Liebe wie sie dir ihre Liebe gezeigt haben, indem sie dir geholfen haben. Nächstenliebe ist also daher keine Kategorie des Mitleids, sondern eine solche der Dankbarkeit.

Und wie leicht erkennbar, gilt dieses Gebot nicht nur für Arme und Bedürftige. Es gilt auch für uns, die wir nicht bedürftig sind, indem auch wir allen jenen, welche uns im Leben geholfen haben – Eltern, Geschwister, Verwandte, Bekannte, Freunde und auch Fremde, welche uns in einer Notsituation beigestanden sind – persönlich dankbar sein und sie lieben sollten, wie wir uns selbst lieben. Sie – und nicht alle Menschen dieser Erde – sind nach der Bibel unsere Nächsten.

Und mit dieser biblisch korrekten Sicht des zweiten Gebotes, der Nächstenliebe, unten in Mt 22,37-39, erklärt sich auch das von Herrn hier genannte erste Gebot, die Gottesliebe.

«Du sollst Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.»

Mt 22,37 Er aber sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.» 22,38 Dies ist das größte und erste Gebot. 22,39 Das zweite aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» 22,40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Mt 22,37-40;


Wir sollen also Gott nicht deshalb lieben weil er etwa bedürftig wäre oder unsere Hilfe in irgendeiner Weise nötig hätte, sondern weil er uns unser Leben und alles was wir dazu benötigen, geschenkt hat. Er hat alles erschaffen - das Universum und unseren Planeten mit allem was darauf ist und lebt. Und er hat es uns geschenkt.

Und deshalb sollen wir Gott von ganzem Herzen lieben, weil er so für uns gesorgt hat, ebenso wie wir unseren Nächsten lieben sollen, der uns in unsrem Leben geholfen und sich um uns gesorgt hat. Es ist der gleiche Hintergrund in beiden Geboten, die echte Liebe zu Gott und die echte Liebe zu unserem Nächsten.

Mit der von der pädophilen katholischen Kirche durchgeführten Umkehrung der Zielgruppe des Nächsten auf "alle Armen der Welt", wurde eine falsche Fährte gelegt. Auf dieser Fährte werden oberflächliche und leichtgläubige Menschen im Vertrauen auf falsche Einflüsterer und in der Überzeugung auf dem richtigen Weg zu sein, verführt und auf den falschen Weg gebracht.

Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!

Mt 25,40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan. 25,41 Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! 25,42 Denn mich hungerte, und ihr gabt mir nicht zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir nicht zu trinken; 25,43 ich war Fremdling, und ihr nahmt mich nicht auf; nackt, und ihr bekleidetet mich nicht; krank und im Gefängnis, und ihr besuchtet mich nicht. 25,44 Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als Fremdling oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? 25,45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr auch mir nicht getan. 25,46 Und diese werden hingehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben. Mt 25,40-46;




Die Nächstenliebe.

Ähnlich, wie die falsche Interpretation der "geringsten meiner Brüder" aus Mt 25,40, ist die völlige Sinnumkehr des biblischen Begriffes der "Nächstenliebe" durch Kirchen, Prediger und Hilfsorganisationen, eine der größten Betrügereien, um bei leichtgläubigen Zeitgenossen Mitleid zu erregen und ohne viel Aufwand Spendengelder zu scheffeln.

Nach den Worten des Herrn Jesus Christus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, ist das Gebot der Nächstenliebe nicht die Liebe und Unterstützung von Hilfsbedürftigen, wie uns das die scheinheilige katholische Kirche immer wieder einreden will, sondern es ist – umgekehrt – die Liebe zu jenen Menschen, welche uns geholfen haben.

In diesem Bibeltext fragt ein Zuhörer den Herrn, wer denn dieser "Nächste" sei, den man lieben sollte. Und der Herr erzählt ihm dieses Gleichnis, in welchem ein Mann überfallen und ausgeraubt wurde und verletzt auf der Straße liegt. Zwei jüdische Kleriker gingen achtlos an ihn vorüber und erst ein Mann aus Samarien, der als Dritter an ihm vorbeikam, hat ihm geholfen.

Und aus diesem Gleichnis leitet nun der Herr in Lk 10,36-37 die Antwort auf die Frage ab, wer denn der Nächste eines Menschen sei:

"Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!"

Der Samariter ist also der "Nächste" dieses Verletzten. Und deshalb muss auch dieser Verletzte den Samariter – den Nächsten ( Mt 22,39) – lieben, weil der ihm geholfen und ihn versorgt hat. Daher lautet also das Gebot der Nächstenliebe: Liebe jene Menschen, welche dir geholfen haben und zeige ihnen ebenso deine Liebe wie sie dir ihre Liebe gezeigt haben, indem sie dir behilflich waren.

Die "Nächstenliebe" ist daher keine Kategorie des Mitleids sondern eine solche der Dankbarkeit.

Das ist es also, was dieses Gleichnis des Herrn Jesus besagt. Und es sagt auch: wenn jemand persönlich zu dir kommt oder du ihm persönlich begegnest und er dich persönlich um deine Hilfe bittet oder du siehst, dass er persönlich hilfsbedürftig ist, dann sollst du ihm, als rechtgläubiger Christ, persönlich helfen. Und er sollte dich dann, als rechtgläubiger Christ – nach Mt 22,39 –, aus Dankbarkeit persönlich lieben, wie er sich selbst liebt.

Wer das nicht bedenkt, unterstützt Gottlose, Götzendiener, Verbrecher und Terroristen!
(2Kor 6,14)

Das ist nun etwas ganz Anderes, als diese Spendenaktionen für Flüchtlinge, welche wir nie kennen lernen und die gar nicht wissen, wer ihnen geholfen hat. Dabei wird das meiste Geld nicht für die Flüchtlinge, sondern für Gehälter, Logistik und andere Aufwendungen dieser "Hilfsorganisationen" ausgegeben.

In der Vergangenheit hat sich die katholische Kirche mit fremden (Spenden‒) Geldern als große Helferin deklariert und die Menschen haben aus Dankbarkeit den götzendienerischen ("Maria", verstorbene "Heilige") katholischen Glauben angenommen.

In Zukunft werden die moslemischen Flüchtlinge – und ihre vielen Kinder! – eher das Gegenteil tun. Sie werden – ähnlich, wie einst die katholische Kirche die Indios in Südamerika bei sonstiger Todesstrafe zum katholischen Glauben gezwungen hat – mit demokratisch legitimierter Mehrheit in den Parlamenten, die Katholiken per Gesetz zwingen, zum Islam zu konvertieren.

Dieser Trend zeigt sich aber auch schon in der Gegenwart, wo gottlose "Gutmenschen" und politisch korrekte Leute die Christen per Gesetz zwingen wollen, das Symbol des Christentums – das Kreuz – aus ihrer öffentlichen Umgebung zu entfernen.