Diskurs 140 Die Hintergründe der Ermordung des jüdischen Messias’ Jesus aus Nazareth.




"Für unsere Sünden gestorben?" – Christologische Zugänge von Jugendlichen von Friedhelm Kraft.

Die unbedingte Liebe Gottes und der Tod als Ende der menschlichen Existenz.

Die Errichtung des Königreiches, die verschoben wurde.

Die neue Botschaft.

Der Kampf im Himmel.

Die Zerstörung des Tempels

Israel ist seit zweitausend Jahren Gott-los.

Das biblische Christentum.

Der Alleinvertretungsanspruch des biblischen Christentums.



(Texte in einem schwarzen Rahmen sind Zitate von Besuchern dieser Site oder anderen Autoren!)

"Für unsere Sünden gestorben?" – Christologische Zugänge von Jugendlichen von Friedhelm Kraft.

Zeit für "notwendige Abschiede"? – Biblisch‒theologische Überlegungen


In seinem Buch "Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum" sieht der emeritierte Berliner Professor für Praktische Theologie Klaus Peter Jörns die Zeit für "notwendige Abschiede" gekommen. Zu den Vorstellungen, von denen sich Theologie und Kirche verabschieden sollten, gehört seiner Meinung nach auch die Rede vom stellvertretenden Sühnetod Jesu Christi. So schreibt Jörns: "Die christliche Sühneopfertheologie ist im Blick auf den geschichtlichen Wandel der Opfer- und Gottesvorstellungen anachronistisch." Und andererseits: "Die zentrale Botschaft Jesu von der unbedingten Liebe Gottes widerspricht einer Deutung seines Todes als Sühneopfer."

Und auch säkulare Zeitgenossen stehen dem nicht nach. So fragt der Philosoph Herbert Schnädelbach in einem Aufsatz in der ZEIT: "Warum kann der christliche Gott nicht vergeben ohne Opferlamm?", "Warum hängt ein sterbender Gehenkter in allen Kirchen und bayrischen Schulstuben und nicht ein Auferstandener?". Die "Rechtfertigung" sei im Christentum zum "blutigen Rechtshandel" verkommen. Die Grausamkeit der Hinrichtung Christi habe Schule gemacht in den "Grausamkeiten im Namen Christi" der Kirche und der Inquisition.

Die Kritik an der Sühneopfervorstellung ist weit verbreitet, nicht nur in der Kirche, sondern ebenso im öffentlichen Raum. Zielt sie auf ein Gottesbild, das zu seiner Verherrlichung auf Satisfaktion im Sinne eines Opfers angewiesen ist, wer könnte da widersprechen. Die Frage bleibt aber, ob tatsächlich eine archaische Sühnevorstellung das biblische Gottesbild prägt. Anders gefragt: in welcher Weise nimmt das Neue Testament die anstößige Sühnevorstellung auf? (…)

Religionspädagogisches Institut Loccum





Die unbedingte Liebe Gottes und der Tod als Ende der menschlichen Existenz.

Zuallererst sollten wir die Bedeutung der von dem oben zitierten Buchautor, dem Professor der Theologie Hans Peter Jörns gebrauchten Definitionen einmal klären. Die "unbedingte Liebe Gottes" ist ein Allgemeinplatz, welchen man eher in Boulevardblättern, denn in einer theologischen Abhandlung erwarten würde. Das sagt eigentlich schon einiges über die fachliche Kompetenz des Autors.

Zumindest, wenn wir über den christlichen Gott der Bibel sprechen wollen, ist eine "unbedingte Liebe" - übrigens ebenso wie die, in diesem Zusammenhang auch oft gebrauchte Definition einer "unendlichen Liebe" - Gottes ein völliger Unsinn.


Die unendliche und bedingungslose Liebe Gottes.

Wenn die Liebe Gottes unbedingt – also bedingungslos – und unendlich wäre, müsste dieser Gott allen Menschen aller Zeiten (unendlich!!) alle ihre Sünden ohne Reue und Umkehr (unbedingt!!) vergeben. Es wäre dann kein Sühnopfer mehr erforderlich – und Jesus Christus hätte nicht am Kreuz sterben müssen.

Es würden dann alle Verbrecher, Massenmörder, Gottesleugner, Tyrannen und was es sonst noch an üblem Gesindel gibt, vom Anbeginn der Menschheit bis zu ihrem Ende (unendlich!!) ohne Reue und Bekehrung (unbedingt!) gemeinsam mit den Aposteln und allen rechtgläubigen Christen in das ewige Leben eingehen.

Wer daher von einer "unendlichen" oder "unbedingten" Liebe Gottes spricht, dokumentiert damit, dass er keine Ahnung hat, warum Gott seinen Sohn am Kreuz sterben ließ. Solche Leute haben das Fundament des christlichen Glaubens noch gar nicht begriffen und sind somit völlig ungeeignet, Aussagen über irgendwelche Eigenschaften Gottes zu machen.

(Siehe auch den Diskurs 30: "Warum musste Jesus am Kreuz sterben?" )



Doch in seinem Buch: "Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum" ist nicht nur die Definition der "unbedingten Liebe Gottes" unglaubwürdig, sondern auch die damit in Zusammenhang gebrachte Behauptung: "Die zentrale Botschaft Jesu von der unbedingten Liebe Gottes widerspricht einer Deutung seines Todes als Sühneopfer."

Diese Aussage offenbart nämlich eine völlige Unkenntnis in Bezug auf den tatsächlichen biblischen Hintergrund dieses allgemeinen Phänomens des menschlichen Todes einerseits und andererseits des Todes dieses Jesus aus Nazareth als Sühneopfer für die Sünden aller Menschen im Besonderen.

Bevor wir etwas ausführlicher auf die Hintergründe des Todes des jüdischen Messias Jesus aus Nazareth eingehen, wollen wir hier noch diese Klärung der Definitionen mit der biblischen Bedeutung des menschlichen Todesereignisses beenden. Auch hier geht dieser Theologe offenbar von der populären Auffassung aus, dass mir dem Tod "alles aus" ist.

Unschwer zu erraten, dass die Bibel das anders sieht. Ähnlich, wie man beim Einschlafen im Bett nicht sein Leben beendet, weil man im Normalfall am nächsten Morgen wieder aufwacht, ist das Leben auch nach dem Sterben nicht zu Ende, sondern es ist nur der Geist des Menschen der den physischen Körper verlässt .

Und damit haben nun die Materialisten deshalb Verständnisschwierigkeiten, weil sie keinen physischen – "handgreiflichen" – Beweis für die weitere Existenz dieses Menschen vorliegen haben. Es ist ungefähr so, wie mit dem Bauern, der nicht glauben wollte, dass sein Geld auf der Bank tatsächlich vorhanden ist und sich daher die gesamte Summe zeigen ließ.

Beim Tod des Körpers – sozusagen beim Ablaufdatum der "Hardware" – wird also die "Software", der Geist, in der "Cloud" gespeichert, um dann später mit einer neuen Hardware wieder aktiviert zu werden. Dies zu verstehen ist für etwas einfach gestrickte Charaktere natürlich etwas schwierig und deshalb gibt es immer wieder die "nach dem Tod ist alles aus"-Propheten, welche ihre Mär erfolgreich verbreiten.




Die ewige Existenz jedes Menschen.

Jeder einzelne Mensch, der bei seiner körperlichen Geburt die Fruchtblase seiner Mutter lebend verlässt – der also "aus Wasser (Fruchtwasser, amniotische Flüssigkeit) geboren" ist (Jh 3,5) – erhält von Gott (Jh 4,24) einen menschlichen Geist (1Kor 2,11) mit ewiger Existenz (Mt 25,46). Im ersten, zeitlich-irdischen Teil seiner Existenz – in seinem Leben –, hat der Mensch die Möglichkeit, sich völlig frei und ohne Zwang mit dem ihm von Gott gegebenen Geist (1Mo 2,7; 6,3) zu entscheiden, ob er diesem Gott, dem Schöpfer allen Lebens, sein ganzes Vertrauen und seine ganze Liebe schenken will.

Nach dem Tod des Menschen wird sein Körper wieder zu Staub, aus dem er geschaffen wurde (1Mo 2,7), sein Geist jedoch fährt ins Totenreich (Dan 12,2; 1Ptr 3,18-19; 1Kor 15,23-24), wo er die Zeit bis zu seiner Auferstehung in einem schlafähnlichen Zustand verbringt (1The 4,15-16).

Bei der Auferstehung (Röm 6,4-5), der "Wiedergeburt aus dem Geist" (Mt 19,28; 1Ptr 3,18; Jh 3,7), erhält der Mensch wieder einen Körper (1Kor 15,43-44; Mt 22,30; Jh 3,8; Röm 8,10-11), ähnlich wie jener des Sohnes Gottes nach dessen Auferstehung (Jh 20,26-27).

Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib.

1Kor 15,42 So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 15,43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. 15,44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. 15,45 Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einer lebendigen Seele« (1. Mose 2,7), und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. 15,46 Aber nicht der geistliche Leib ist der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche. 15,47 Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. 15,48 Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen. 15,49 Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. 1Kor 15,42-49;



Mit diesem Körper steht der Mensch dann beim Weltgericht vor dem Sohn Gottes, der im Auftrag Gottes (Jh 5,22. 26-27) jeden Menschen nach dessen irdischen Taten und nach seiner Entscheidung in seinem Leben für oder gegen Gott, richten wird (Röm 2,16).

Jeder, der sich in seinem Leben für Gott und zum Glauben an seinen Sohn Jesus Christus entschieden hat (Jh 17,3), hat die Möglichkeit, vor diesem Gericht den sühnenden Tod des Sohnes Gottes stellvertretend für die Sünden aller Menschen auch für die Tilgung seiner eigenen Sünden – die Vergehen gegen die Gebote Gottes – in Anspruch zu nehmen (Jh 3,16) und wird daher begnadigt (Jh 5,24). Jenen Menschen, die diesen Glauben nicht angenommen haben, können ihre Sünden nicht vergeben werden und werden daher verurteilt (Jh 3,36).

Nach dem Weltgericht werden diese verurteilten Menschen ihre ewige Existenz in der Finsternis (Mt 22,13), der Verdammnis des ewigen Feuers (Mt 18,8) verbringen, mit Heulen und Zähneknirschen (Mt 13,49-50) darüber, weil sie es zu Lebzeiten abgelehnt haben zum Glauben an den Sohn Gottes zu kommen und der nunmehrigen Erkenntnis, dass sie dies nun nie mehr nachholen können und ihr Zustand nie mehr geändert werden kann.

Die Begnadigten hingegen werden ihr ewiges Leben (Mt 25,46) in der Neuen Schöpfung, im Licht Gottes auf einer neue Erde (Off 20,11) und unter einem neuen Himmel, die Gott geschaffen hat (Off 21,1-3. 5), verbringen.


Der Sohn Gottes sagte:

"Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein." Jh 14,15-17;

Jesus sagte: "Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit." Jh 11,25-26;



Unter diesem Aspekt hat schon der bekannte Evangelist und Prediger Wilhelm Busch seinen Zuhörern gesagt: "Sie brauchen die Botschaft, die ich Ihnen sage, nicht anzunehmen. Sie können’s lassen, sich zu Jesus zu bekehren. Aber machen Sie sich klar, dass Sie damit die Hölle wählen! Sie haben die völlige Freiheit!" (Leute die nicht glauben können)

(Siehe auch Diskurs 22; " Gibt es die Unsterblichkeit der Seele?")




Für all jene, welche es gerne kurz und modern haben wollen:
Der Geist des Menschen ist die "Software" – das Betriebssystem –, welches die "Hardware" – den Körper – funktionieren lässt. Bei Laufzeitende der Hardware wird die Software in der Cloud abgespeichert. Am Ende der Welt erhält die Software dann eine neue Hardware mit unbegrenzter Laufzeit.







Die Errichtung des Königreiches, die verschoben wurde.

Was in der christlichen Literatur meist wenig beachtet wird, ist die biblische Tatsache, dass Jesus Christus (Christus = hebr.: maschiach, Messias / der Gesalbte) am Beginn seines Wirkens nur in Israel evangelisierte. Und das ist auch durchaus schriftkonform, war er doch der von den Propheten verheißene Messias, den Gott dem Volk Israel senden würde.

Als Jesus die Jünger aussandte, hat er ihnen daher auch befohlen, nur zu den "verlorenen Schafen des Hauses Israel" zu gehen und nicht einmal bei den Samaritern zu evangelisieren, geschweige denn bei den Nationen.

Geht nicht auf einen Weg der Nationen, geht aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!

Mt 10,5 Diese zwölf sandte Jesus aus und befahl ihnen und sprach: Geht nicht auf einen Weg der Nationen, und geht nicht in eine Stadt der Samariter; 10,6 geht aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! Mt 10, 5- 6;


Dies wird auch von der Begegnung des Herrn mit der kanaanäischen Frau bestätigt, deren Text - ebenso wie die Predigt des Petrus in Apg 3,26 - keinen Zweifel an dieser Tatsache lässt:

Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.

Mt 15,21 Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegenden von Tyrus und Sidon zurück; 15,22 und siehe, eine kanaanäische Frau, die aus jenem Gebiet herkam, schrie und sprach: Erbarme dich meiner, Herr, Sohn Davids! Meine Tochter ist schlimm besessen. 15,23 Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Und seine Jünger traten hinzu und baten ihn und sprachen: Entlaß sie! Denn sie schreit hinter uns her. 15,24 Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. 15,25 Sie aber kam und warf sich vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! 15,26 Er antwortete und sprach: Es ist nicht schön, das Brot der Kinder zu nehmen und den Hunden hinzuwerfen. 15,27 Sie aber sprach: Ja, Herr; doch es essen ja auch die Hunde von den Krumen, die von dem Tisch ihrer Herren fallen. 15,28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an. Mt 15,21-28;


Was Jesus verkündete, war die Botschaft vom "Reich der Himmel", das nunmehr nahegekommen war (Mt 4,17; Mk 1,15; Lk 10,9). Das Kennzeichen für die Ankunft des Messias war für die Juden schon immer die Errichtung eben dieses "Königreiches" gewesen.

Die Propheten sprachen davon, dass der Messias Weltherrscher werden sollte und die ganze Welt als sein Königreich beherrschen würde, wobei Israel die führende Nation auf Erden sein sollte (z.B. 2Mo 19,1-6; 4Mo 24,1-9; 1Chr 17,7-14; Jes 60,1-22; Jer 31,7-9; etc.).

(Siehe auch den Diskurs 1111: "Die Bünde Gottes, von Jakob Damkani.")


Wie wir sehen, sind dies genau jene Prophezeiungen, auf welche auch im NT (z.B. Hbr 4,2-5) bei der Verheißung des Millenniums, des tausendjährigen Friedensreiches des Sohnes Gottes, Bezug genommen wird. Und daraus ist aber auch ersichtlich: wenn die Israeliten damals ihren Messias angenommen hätten – wenn also die alttestamentlichen Prophezeiungen Gottes ihren Lauf genommen hätten – dann hätte das Millennium damals schon begonnen.

(Siehe auch die Kapitel 10: "Das Millennium.")


Daher wurde auch Jesus von Johannes dem Täufer als jener angekündigt, "von dem durch Jesaja, den Propheten, geredet ist" (Jes 40,3).

Dieser ist der, von dem durch Jesaja, den Propheten, geredet ist, der spricht: "Stimme eines Rufenden in der Wüste".

Mt 3,1 In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa 3,2 spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen. 3,3 dieser ist der, von dem durch Jesaja, den Propheten, geredet ist, der spricht: "Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade." Mt 3,1-3;


Und deshalb hat Jesus zu dieser Zeit auch immer vom "Reich der Himmel" (so bei Matthäus, "Reich Gottes"  bei Markus und Lukas) zu den Israeliten gesprochen. Es war die Ankündigung des Paradigmenwechsels von der mosaischen Religion hin zum Christentum. Vom Gesetz und von den Propheten, welche bis Johannes dem Täufer waren, hin zum Evangelium des Reiches Gottes, welches ab nun verkündet werden sollte.

Das Gesetz und die Propheten (die mosaische Religion) waren bis auf Johannes;

Lk 16,16 Das Gesetz und die Propheten waren bis auf Johannes; von da an wird das Evangelium des Reiches Gottes verkündigt, und jeder dringt mit Gewalt hinein. Lk 16,16;


Dieses "Reich Gottes" auf Erden - also das, von den Propheten vorhergesagte  "Königreich" - , in welchen der Messias, der Gesalbte Gottes, Weltherrscher und das Volk Gottes aus Israel "Haupt unter den Nationen" (Jer 31,7; 2Sam 22,44; Ps 18,44) sein sollte, wurde allerdings nie Realität.



Die neue Botschaft.

Bei der Verkündigung des Reiches Gottes durch den Herrn müssen wir bedenken, dass all diese Erklärungen, wie Allgemeine Auferstehung, Wiedergeburt, Erste Auferstehung, Wiederkunft des Herrn, Auferweckung und Entrückung etc. etc. den damaligen Israeliten ja noch gar nicht zugänglich waren und sie daher allen diesbezüglichen Aussagen gegenüber äußerst skeptisch reagierten. Ein in diesem Sinne besonders aussagekräftiger und wirklich lesenswerter Bericht liegt uns im Johannesevangelium vor, der wegen seiner realistischen Darstellung der damaligen Situation hier zur Gänze zitiert werden soll:

Wir sind Abrahams Nachkommenschaft und sind nie jemandes Sklaven gewesen.

Jh 8,31 Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; 8,32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. 8,33 Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Nachkommenschaft und sind nie jemandes Sklaven gewesen. Wie sagst du: Ihr sollt frei werden? 8,34 Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave. 8,35 Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; der Sohn bleibt für immer. 8,36 Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein. Jh 8,31-36;

Wir sind nicht durch Hurerei geboren; wir haben einen Vater, Gott.

Jh 8,37 Ich weiß, daß ihr Abrahams Nachkommen seid; aber ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort nicht Raum in euch findet. 8,38 Ich rede, was ich bei dem Vater gesehen habe; auch ihr nun tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. 8,39 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Jesus spricht zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so würdet ihr die Werke Abrahams tun; 8,40 jetzt aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan. 8,41 Ihr tut die Werke eures Vaters. Sie sprachen nun zu ihm: Wir sind nicht durch Hurerei geboren; wir haben einen Vater, Gott. 8,42 Jesus sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. 8,43 Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Jh 8,37-43;

Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun.

Jh 8,44 Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. 8,45 Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 8,46 Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? 8,47 Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. 8,48 Die Juden antworteten und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und einen Dämon hast? 8,49 Jesus antwortete: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr verunehrt mich. 8,50 Ich aber suche nicht meine Ehre: Es ist einer, der sie sucht und der richtet. Jh 8,44-50;

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.

Jh 8,51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit. 8,52 Die Juden sprachen nun zu ihm: Jetzt erkennen wir, daß du einen Dämon hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit. 8,53 Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? 8,54 Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. 8,55 Und ihr habt ihn nicht erkannt, ich aber kenne ihn; und wenn ich sagte: Ich kenne ihn nicht, so würde ich euch gleich sein: ein Lügner. Aber ich kenne ihn, und ich bewahre sein Wort. 8,56 Abraham, euer Vater, jubelte, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. 8,57 Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? 8,58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich. 8,59 Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus. Jh 8,51-59;


Rein sachlich betrachtet könnte man für diese Israeliten durchaus Verständnis haben. Sie sagten sich: "Da könnte ja jeder kommen". Allerdings hat der Herr durch die Wunder, die er gewirkt hatte unter Beweis gestellt, dass er nicht "jeder" war. Doch eigentlich ging es ja gar nicht darum, hier Beweise oder Zeugen vorzuweisen. Auch wenn er noch größere Wunder getan hätte und eine Menge Zeugen hätte anführen können: sie hätten ihm nicht geglaubt. Es war nicht der Mangel an Beweisen, sondern der Mangel an Glauben, welcher die Israeliten zu ihrem falschen Urteil führte. Es war das fehlende Vertrauen zu ihrem eigenen Gott, die völlige Absenz des Heiligen Geistes, welches ihre Herzen verhärtet und ihre Ohren für die Worte des Sohnes Gottes verschlossen hatte.

Oben, in Jh 8,40, beschuldigte der Herr die Juden, dass sie ihn töten wollen. Es war aber nicht nur das Volk, das ihn töten wollte, sondern auch und insbesondere der Sanhedrin, die religiösen Führer Israels hatten Angst, ihre Macht zu verlieren und beratschlagten, wie sie ihn töten könnten.

Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn so lassen, werden alle an ihn glauben.

Jh 11,47 Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was tun wir? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen. 11,48 Wenn wir ihn so lassen, werden alle an ihn glauben, und die Römer werden kommen und unsere Stadt wie auch unsere Nation wegnehmen. 11,49 Einer aber von ihnen, Kaiphas, der jenes Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wißt nichts 11,50 und überlegt auch nicht, daß es euch nützlich ist, daß ein Mensch für das Volk sterbe und nicht die ganze Nation umkomme. 11,51 Dies aber sagte er nicht aus sich selbst, sondern da er jenes Jahr Hoherpriester war, weissagte er, daß Jesus für die Nation sterben sollte; 11,52 und nicht für die Nation allein, sondern daß er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte. 11,53 Von jenem Tag an ratschlagten sie nun, um ihn zu töten. Jh 11,47-53;


Damit war aber klar, dass die Juden den Sohn Gottes zurückgewiesen und das Heil ihres Gottes abgelehnt hatten. Der Herr hat dies besonders treffend in dem Gleichnis vom König, der seinem Sohn die Hochzeit bereitete, dargestellt.

So geht nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen, und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit ein.

Mt 22,2 Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit bereitete. 22,3 Und er sandte seine Knechte aus, um die Eingeladenen zur Hochzeit zu rufen; und sie wollten nicht kommen. 22,4 Wiederum sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! 22,5 Sie aber kümmerten sich nicht darum und gingen weg, der eine auf seinen Acker, der andere an seinen Handel. 22,6 Die übrigen aber ergriffen seine Knechte, mißhandelten und töteten sie.

22,7 Der König aber wurde zornig und sandte seine Truppen aus, brachte jene Mörder um und steckte ihre Stadt in Brand. 22,8 Dann sagt er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Eingeladenen waren nicht würdig. 22,9 So geht nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen, und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit ein. 22,10 Und jene Knechte gingen aus auf die Landstraßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, Böse wie Gute. Und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen. 22,11 Als aber der König hereinkam, die Gäste zu besehen, sah er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war. 22,12 Und er spricht zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen, da du kein Hochzeitskleid hast? Er aber verstummte. 22,13 Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Füße und Hände, und werft ihn hinaus in die äußere Finsternis: da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. 22,14 Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte. Mt 22, 2-14;


Der König in diesem Gleichnis ist Gott, sein Sohn, dem er die Hochzeit bereitete, ist der Sohn Gottes, unser Herr Jesus Christus. Die Knechte, welche der König aussandte, um die ursprünglich eingeladenen Hochzeitsgäste zur Hochzeit zu rufen, sind die Propheten Israels des Alten Testaments. Sie hatten das israelische Volk immer wieder zur Umkehr zu seinem Gott gerufen. Die geladenen Gäste sind das Volk Gottes aus Israel.

Doch diese Hochzeitsgäste hatten kein Interesse und machten weiter in ihrem verkehrten Sinn. Mehr noch: sie nahmen die Knechte und töteten sie, wie viele Propheten im Laufe der Jahrhunderte von den Königen und Machthabern Israels misshandelt und getötet wurden - wie auch Johannes der Täufer und der Herr Jesus selbst.

Als nun der König sah, dass die Eingeladenen nicht würdig waren, ließ er ihre Stadt in Brand stecken (Jerusalem durch Titus im Jahre 70 n. Chr.) und diese Mörder umbringen. Sodann sandte der König neuerlich Knechte aus (Apostel und Prediger des Evangeliums von Jesus Christus), welche nun alle Menschen einladen sollten, die bereit waren zu kommen (aus allen Völkern und auch aus den Juden). Dies ist nun die Situation, nachdem der Herr von den Juden verworfen und von den Römern gekreuzigt worden war. Seit damals und bis zum Ende, sendet Gott seine - diesmal christlichen - Knechte aus, um alle Menschen - Böse wie Gute - einzuladen.

Israel hat also durch seine Starrköpfigkeit seine Stellung als einzig auserwähltes Volk verloren. War vorher die Zugehörigkeit zu einem der zwölf Stämme Israels die Bedingung für die Auswahl, haben nunmehr die Kriterien gewechselt. Nicht mehr die physische Zugehörigkeit zu einem Volk ist ausschlaggebend, sondern die innere, geistige Bereitschaft, den Glauben an diesen Gott anzunehmen (mit einem Hochzeitskleid bekleidet zu sein) – unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Herkunft oder Stellung.

In einer ganz ähnlichen Situation war Paulus später in Rom, als er als Gefangener die in Rom ansässigen Juden zu sich gerufen hatte und ihnen die Botschaft vom Heil verkündete. Ein Teil hörte auf ihn, ein anderer Teil der Juden lehnte es ab. Und auch Paulus erkannte, dass die Juden ihr Herz verhärtet hatten und verkündete ihnen im Heiligen Geist, dass das Heil von ihnen genommen und den Nationen gesandt ist.

So sei euch nun kund, daß dieses Heil Gottes den Nationen gesandt ist; sie werden auch hören.

Apg 28,25 Als sie aber unter sich uneins waren, gingen sie weg, als Paulus ein Wort sprach: Trefflich hat der Heilige Geist durch Jesaja, den Propheten, zu euren Vätern geredet 28,26 und gesagt: «Geh hin zu diesem Volk und sprich: Hörend werdet ihr hören und nicht verstehen, und sehend werdet ihr sehen und nicht wahrnehmen. 28,27 Denn das Herz dieses Volkes ist dick geworden, und mit den Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.» 28,28 So sei euch nun kund, daß dieses Heil Gottes den Nationen gesandt ist; sie werden auch hören. Apg 28,25-28;

Weil ihr das Wort Gottes aber von euch stoßt, siehe, so wenden wir uns zu den Nationen.

Apg 13,46 Paulus aber und Barnabas sprachen freimütig: Zu euch mußte notwendig das Wort Gottes zuerst geredet werden; weil ihr es aber von euch stoßt und euch selber des ewigen Lebens nicht für würdig haltet, siehe, so wenden wir uns zu den Nationen. Apg 13,46;


Die Königsherrschaft Gottes ist also den Nationen gesandt und nicht mehr Israel. Und auch der Herr hat sich schließlich nicht mehr mit Gleichnissen begnügt, sondern hat den Israeliten die bittere Konsequenz ihres Unglaubens vor Augen geführt:

Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, die seine Früchte bringen wird.

Mt 21,43 Deswegen sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, die seine Früchte bringen wird. 21,44 Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden; aber auf wen er fallen wird, den wird er zermalmen. 21,45 Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse gehört hatten, erkannten sie, daß er von ihnen redete. 21,46 Und als sie ihn zu greifen suchten, fürchteten sie die Volksmengen, denn sie hielten ihn für einen Propheten. Mt 21,43-46;

Die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten haben den Ratschluß Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht.

Lk 7,28 Denn ich sage euch: Unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer als Johannes der Täufer; aber der Kleinste in dem Reich Gottes ist größer als er. 7,29 Und das ganze Volk, das zuhörte, und die Zöllner haben Gott recht gegeben, indem sie sich mit der Taufe des Johannes taufen ließen; 7,30 die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten haben den Ratschluß Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht, indem sie sich nicht von ihm taufen ließen. Lk 7,28-30;

Wenn ihr Abraham, Isaak, Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sehen werdet, euch aber hinausgeworfen.

Lk 13,24 Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen; denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und werden es nicht können. 13,25 Sobald der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat und ihr anfangen werdet, draußen zu stehen und an der Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, öffne uns! wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid. 13,26 Dann werdet ihr anfangen, zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unseren Straßen hast du gelehrt. 13,27 Und er wird sagen: Ich sage euch, ich kenne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid. Weicht von mir, alle ihr Übeltäter! 13,28 Da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sehen werdet, euch aber draußen hinausgeworfen. 13,29 Und sie werden kommen von Osten und Westen und von Norden und Süden und zu Tisch liegen im Reich Gottes. 13,30 Und siehe, es sind Letzte, die Erste sein werden, und es sind Erste, die Letzte sein werden. Lk 13,24-30;


In diesem Text bestätigt sich schließlich auch noch einmal, dass Reich Gottes und Tausendjähriges Reich zeitlich und inhaltlich zwei völlig getrennte Zeitabschnitte sind. Wenn es oben, in Lk 13,28 heißt: "Da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sehen werdet", so erkennen wir durch das "Weinen und Zähneknirschen" wieder, dass sich diese Aussage auf die Zeit nach dem Letzten Gericht und damit auf die Neue Schöpfung in der Ewigkeit bezieht. Und wenn dies dann zeitlich gemeinsam mit dem Reich Gottes genannt wird, kann es sich hier nicht mehr um das Millennium handeln. Hier erkennt man ganz klar: das Tausendjährige Friedensreich ist der letzte Abschnitt im jetzigen Zeitalter, während sich das Reich Gottes auf das künftige Zeitalter, die Ewigkeit bezieht (Mt 12,32; Lk 18,30; Eph 1,21).

Auch im Gleichnis des Herrn hier unten, in Mt 21,28-32, von den zwei Söhnen, die im Weinberg arbeiten sollten, können wir Israel und die Heidenvölker wiedererkennen. Die Heiden hatten sich in alter Zeit viele Götzen und falsche Götter gemacht (Ägypter, Assyrer, Babylonier, Perser, Griechen, Römer) und wollten nicht an den einen Gott glauben. Für sie steht in diesem Gleichnis der erste Sohn, der zuerst nicht in den Weinberg gehen wollte. Israel hingegen war damals bereit diesem Gott zu folgen. Doch dann, als der Messias zu ihnen kam, um ihren Glauben auf die Probe zu stellen, verwarfen sie ihn und lehnten ihn ab. Sie gleichen dem zweiten Sohn, der sagte "Ich gehe, Herr; und er ging nicht".

Wahrlich, ich sage euch, daß die Zöllner und die Huren euch vorangehen in das Reich Gottes.

Mt 21,28 Was meint ihr aber hierzu? Ein Mensch hatte zwei Söhne, und er trat hin zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh heute hin, arbeite im Weinberg! 21,29 Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht. Danach aber gereute es ihn, und er ging hin. 21,30 Und er trat hin zu dem zweiten und sprach ebenso. Der aber antwortete und sprach: Ich gehe, Herr; und er ging nicht. 21,31 Wer von den beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sagen: Der erste. Jesus spricht zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß die Zöllner und die Huren euch vorangehen in das Reich Gottes. 21,32 Denn Johannes kam zu euch im Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; die Zöllner aber und die Huren glaubten ihm; euch aber, als ihr es saht, gereute es auch danach nicht, so daß ihr ihm geglaubt hättet. Mt 21,28-32;


Viele in den Heidenvölkern jedoch, welchen ab diesem Zeitpunkt die gute Botschaft verkündigt wird, nehmen sie an und bekehren sich zu dem einen und einzigen Gott. Sie sind die im Gleichnis weiter oben, in Lk 13,30 vom Herrn genannten Letzten, die den Glauben angenommen haben und die als Erste bei der Entrückung auferweckt werden und in den Himmel kommen. Die Israeliten aber, die Erste waren, werden erst am Ende der Welt, bei der Wiedergeburt in der Allgemeinen Auferstehung als Letzte auferstehen.


Israel im Lichte der Bibel.


Nach dem Alten Testament

Gott hat sein Erbarmen vom Haus Israel völlig weggenommen (Hos 1,6). Sie sind nicht mehr sein Volk (Hos 1,9). Nur das Haus Juda wird der Herr retten. Doch nicht durch Krieg, sondern durch seinen Geist (Hos 1,7). Erst im Millennium, wenn der Sohn Gottes seine tausendjährige Herrschaft auf Erden angetreten hat, (Hos 2,1.20; Hes 34,25; Jes 2,4) wird sie der Herr wieder als sein Volk annehmen (Hos 2,25; Jer 31,27-28).


Nach dem Neuen Testament

Es ist Gottes Wille, dass wir auf seinen Sohn hören (Mt 17,5). Dieser Sohn Gottes hat uns gesagt, dass jeder, der ihn verwirft, auch Gott verwirft (1Jh 2,23; Lk 10,16; Jh 5,22-23. 15,23). Das heutige Volk Israel leugnet den Sohn Gottes und beschimpft ihn als Betrüger und Gotteslästerer. Durch diese Leugnung des Sohnes hat Israel auch den Vater verworfen und ist somit ein Gott-loses Volk. (Jh 8,24)


Die "Israelfreunde" in den christlichen Gemeinden verkaufen daher ihr Erstgeburtsrecht als Jünger Christi gegen das Linsengericht eines Erfüllungsgehilfen von gottlosen Betrügern. – Es gibt für Israel keine geistliche Umkehr zu ihrem Gott und keine gottgewollte Rückkehr in ihr Land, es sei denn, sie bekehren sich zu Jesus Christus!! (Mt 23,38-39; Gal 5,4) – (Siehe auch Diskurs 111)



Der Kampf im Himmel

Als Jesus auf Erden dieses Evangelium vom "Königreich" verkündete, hat Satan im Himmel ein Drittel der Engel Gottes dazu verführt, mit ihm gegen die restlichen Engel unter dem Erzengel Michael um die Vormachtstellung im Himmel zu kämpfen. Der Satan hat diesen Kampf verloren und wurde mit seinen Engeln aus dem Himmel auf die Erde hinabgeworfen (Off 12,7-9).

Diese biblische Tatsache wird uns in mehreren biblischen Texten überliefert: Lk 10,17-18;; Off 12,12; Off 12,3-4; Jh 12,28-31; Jh 14,28-31; Jh 16,7-11. Und auch der Umstand, dass damals tausende von Menschen von Dämonen besessen waren, weil diese gefallenen Engel, so plötzlich aus dem Himmel hinabgeworfen, sich in den Geist von Menschen flüchteten, schildert uns die Bibel, z.B. in Lk 8,26-33 (eine römische Legion hatte zur damaligen Zeit etwa 6000 Mann).

Seither haben sie auf ihre von Gott gegebene Zeit gewartet  (John Glenn: "Myriaden von Sternen") und wenn "der der aufhält" – der Heilige Geist (Jh 16,7) – "hinweggetan"  wurde (2The 2,7-9), haben sie, wie vor zweitausend Jahren, wieder freie Hand.

(Siehe auch Diskurs 128: "Die echten Außerirdischen, die unsere Welt beherrschen.")


Obwohl nun die Dämonen damals von Jesus und den Jüngern aus dem Geist der Menschen ausgetrieben werden konnten, zeigt uns ein Bericht bei Lukas, dass Gott bereits entschieden hatte, die Welt nicht seinem Sohn, sondern dem Teufel zu übergeben. Der Grund dafür dürfte der gleiche gewesen sein, der es dem Satan auch erlaubte, bereits im Garten Eden die ersten Menschen zu verführen. Gott ließ die Menschen durch den Satan testen, wessen Wort sie mehr vertrauten: Gottes oder des Satans.

Als Jesus dann am Beginn seines Wirkens 40 Tage in der Wüste fastete, versuchte der Satan auch ihn zu verführen und hat ihm die Herrschaft über alle Reiche dieser Welt angeboten.

Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will.

Lk 4,5 Und der Teufel führte ihn hoch hinauf und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick 4,6 und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will. 4,7 Wenn du mich nun anbetest, so soll sie ganz dein sein. 4,8 Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 6,13): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.« Lk 4, 5- 8;


Und durch die Aussage: "denn sie ist mir übergeben" und den Umstand, dass Jesus hier – im Gegensatz zu den anderen Versuchungen des Satans in diesem Zusammenhang – kein Gegenargument vorbrachte, erkennen wir, dass Gott dem Teufel diese Macht tatsächlich übergeben hatte und dieser somit die Freiheit hat, sie zu geben wem er will.

Offensichtlich hatte der Teufel hier in erster Linie jene Menschen im Auge, die durch Macht und Einfluss seinem Willen gefügig sind, wie die späteren Kaiser- und Königshäuser, die katholischen Päpste und natürlich in der Folge Politiker und Finanzmagnaten. Aber der Teufel hat es eben einmal auch beim Sohn Gottes versucht und ist erwartungsgemäß gescheitert.

Was die Menschheit dann in den folgenden zweitausend Jahren bis zum heutigen Tag erlebt hat, waren daher auch alles andere als friedliche Zeiten. Mit den Kriegen - seit dem Römischen Reich und bis hin zum zweiten Weltkrieg und weiter, solange Menschen diese Welt regieren werden -, den Verbrechen: Christenverfolgungen (vom Römischen Reich bis zur Inquisition der katholischen Kirche!), den Judenverfolgungen (Pogromen des Mittelalters bis zum Holocaust der Neuzeit) etc. haben wir den Beweis dafür, dass hier nicht Gott, sondern der Teufel die Weltherrschaft inne hatte und hat.

Damals, vor zweitausend Jahren, hatten die Juden keine Ahnung, worauf sie sich da mit der Verurteilung dieses Jesus aus Nazareth eingelassen haben. Ein Teil des jüdischen Klerus', des Sanhedrins, hatte wahrscheinlich Angst um Macht und Einfluss als herrschende Priesterschaft, wenn nun der Messias die Herrschaft übernehmen würde. Der Rest war sich unsicher – so etwa Nikodemus und Josef von Arimathäa – und so hat die Mehrheit zugestimmt als der Hohenpriester Kaiphas sagte: "Er ist des Todes schuldig".

Über die Kreuzigung und den Tod Jesu selbst gibt es bei Immanuel.at einige Abhandlungen, ganz konkret auch im Diskurs 87: " Das Turiner Grabtuch", daher gehen wir hier etwa 40 Jahre später weiter, mit der Zerstörung des Herodianischen Tempels durch Titus und seine römischen Truppen.




Die Zerstörung des Tempels.

Am 1. Juli 69 n. Chr. wurde Titus, der Sohn des damaligen römischen Kaisers Vespasian, als Oberkommandierender der Armee zur Beendigung des jüdischen Krieges nach Jerusalem geschickt, wo er im April 70 n. Chr. ein Heer von vier Legionen und zahlreichen Hilfstruppen verbündeter Könige aufmarschieren ließ (Josephus, Bell, 5,40-6,120). Titus ließ die Stadt belagern und mit einer hohen Mauer einschließen (Josephus, Bell, 5,130-135.491-511; Tacitus, Hist. 5,1.10-14).

Anfang September 70 wurde dann Jerusalem durch ein Blutbad, das Titus vergeblich zu vermeiden suchte(!) und durch Hungersnot erobert. Der Tempel, in den sich 6000 Juden aufgrund eines prophetischen Orakels, das die endgültige Errettung des Heiligtums prophezeite (Josephus, Bell, 6,285f), zurückgezogen hatten, wurde durch Brandlegung zerstört (Bell 6,220-270).

Nach Josephus soll Titus bis zuletzt vergeblich versucht haben, die Zerstörung des Tempels zu verhindern (Bell, 6,241.266). Auf diese Weise wollte Titus von persönlicher Schuld am Unglück der Juden entlastet werden. Doch die Soldaten hatten sich in blinder Wut seinem Befehl widersetzt (Bell, 6,254-259). Die Stadt machte man dem Erdboden gleich. Lediglich die Türme der Zitadelle wurden geschont und verstärkt, um dort das Militär zu stationieren.

Wenn man die obigen Berichte der Geschichtsschreiber betrachtet, war es ganz gewiss nicht die weltliche Macht – nämlich der römische Heerführer Titus –, welche den Tempel vernichten wollte. Ganz im Gegenteil, wie Josephus schreibt, hat Titus seinen Truppen den Befehl gegeben, gerade den Tempel nicht zu zerstören. Doch dieser ganze Krieg wurde nicht auf weltlicher Ebene entschieden.

Es war Gott der Allmächtige, der beschlossen hatte, dass sowohl die Stadt als auch der Tempel zerstört werden mussten. Und so machte Titus wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben die Erfahrung, dass sich römische Legionäre weigerten, einen Befehl ihres Heerführers auszuführen und den Tempel stürmten und ihn niederbrannten.

Nun muss man sich objektiverweise fragen, ob diese Behauptung, dass die Zerstörung Jerusalems und des Tempels Gottes Wille war, auch in der Bibel eine Bestätigung findet. Und da haben wir einmal die Klage des Sohnes Gottes über Jerusalem in Lk 19,41-44:

Sie werden in dir nicht einen Stein auf dem anderen lassen, dafür daß du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.

Lk 19,41 Und als er sich näherte und die Stadt sah, weinte er über sie 19,42 und sprach: Wenn auch du an diesem Tag erkannt hättest, was zum Frieden dient! Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen. 19,43 Denn Tage werden über dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall um dich aufschütten und dich umzingeln und dich von allen Seiten einengen; 19,44 und sie werden dich und deine Kinder in dir zu Boden werfen und werden in dir nicht einen Stein auf dem anderen lassen, dafür daß du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast. Lk 19,41-44;


Hier hat der Herr in Lk 19,43 nicht nur den "Wall", also die hohe Mauer prophezeit, die Titus zur Belagerung Jerusalems errichten ließ, sondern auch darauf hingewiesen, dass die Belagerer in der Stadt nicht einen Stein auf dem anderen lassen werden, was der Geschichtsschreiber Josephus dann auch mit den Worten bestätigte: "die Stadt machte man dem Erdboden gleich" (siehe oben).

In Bezug auf den Tempel finden wir dann die Prophezeiung auf dessen Zerstörung in der Antwort des Herrn auf die bewundernden Worte der Jünger über die Herrlichkeit des Tempels in Mt 24,1-2:

Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen werden wird.

Mt 24,1 Und Jesus trat hinaus und ging von dem Tempel weg; und seine Jünger traten zu ihm, um ihn auf die Gebäude des Tempels aufmerksam zu machen. 24,2 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht ihr nicht dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen werden wird. Mt 24, 1- 2;


Doch das sind nur einmal die Prophezeiungen auf jene Ereignisse, welche etwa 40 Jahre später tatsächlich stattfinden sollten. Wir wissen damit aber noch immer nicht, warum Gott die Vernichtung dieser Stadt und des Tempels beschlossen hatte. Bei einer, auf den ersten Blick etwas unscheinbaren Aussage des Herrn, erkennen wir aber bei näherer Betrachtung ganz unerwartete Zusammenhänge.

In Jh 8,24 sagte der Herr den Pharisäern, die ihn beschuldigten für seine Behauptung, dass er der Sohn Gottes sei, nur sich selbst als Zeuge zu haben und nachdem es nach jüdischem Gesetz immer mindestens zweier Zeugen bedurfte, dass sein Zeugnis nicht wahr wäre,

Wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin (der Messias), so werdet ihr in euren Sünden sterben.

Jh 8,21 Er sprach nun wieder zu ihnen: Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen und werdet in eurer Sünde sterben; wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen. 8,22 Da sagten die Juden: Er will sich doch nicht selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen? 8,23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 8,24 Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin (der Messias), so werdet ihr in euren Sünden sterben. Jh 8,21-24;


Im obigen Bibeltext erwähnt der Herr sowohl in Jh 8,21 als auch in Jh 8,24 die Prophezeiung: "ihr werdet in euren Sünden sterben". Für die Pharisäer, zu denen er dies sagte, war gerade diese Aussage ein weiterer Beweis dafür, dass dieser Jesus aus Nazareth nur Lügen verbreitete und keine Ahnung von den mosaischen Geboten hatte.

Hatten sie doch die im Gesetz (Tora) vorgeschriebenen Opferzeremonien des Sündopfers und des Schuldopfers, welche sie von Sünden befreien konnten. Und darüber hinaus hatten sie das "tamid", das tägliche, beständige Opfer im Tempel, durch welches ihnen Gott die ständige Vergebung der vergebbaren Sünden schenkt.

Weder die Pharisäer von damals noch die Mehrheit der heutigen Ausleger haben den furchtbaren Ernst erkannt, der diesen wenigen Worten zugrunde liegt. Gerade hier haben wir den Schlüssel für das Verständnis des Handelns Gottes an seinem Volk aus Israel.

Bei einer vordergründigen Betrachtung kann man einmal erkennen, dass natürlich nicht der Herr ahnungslos war, sondern dass in Wahrheit die Pharisäer keine Ahnung davon hatten, dass 40 Jahre später weder Tempel noch Altar existieren werden und es daher den Priestern nicht mehr möglich sein wird, die vorgeschriebenen Opfergaben im Tempel am Opferaltar zu erbringen.

Die Folge davon war, dass alle Israeliten ab der Zerstörung des Tempels und des Opferaltars – und bis heute(!) – keine Möglichkeit der Sündenvergebung haben und so – wie es der Herr prophezeit hatte – in ihren Sünden gestorben sind. Und sowohl nach mosaischer als auch nach christlicher Lehre, sind alle diese vielen Menschen verloren und werden die Ewigkeit in der Verdammnis verbringen.

Wenn wir aber dann in unserer Betrachtung tiefer gehen, erkennen wir einen noch viel ernsteren Hintergrund. Während sich viele Israeliten zur Zeit Jesu mit ihrer Ablehnung des Nazareners ganz im Rahmen des mosaischen Gesetzes und im Gebot ihres Gottes wähnten, hatten sie genau diesen Weg verlassen. Der jüdische Sanhedrin, unter seinem Hohenpriester Kaiphas, hat Jesus verurteilt, weil er ihnen bestätigt hatte, dass er der Sohn Gottes sei:

Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert: Er ist des Todes schuldig.

Mt 26,63 Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sagte zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagst, ob du der Christus (Messias) bist, der Sohn Gottes! 26,64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels. 26,65 Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert. Was brauchen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. 26,66 Was meint ihr? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Mt 26,63-66;


Sie hatten ihn des Todes für schuldig befunden, weil er sagte, dass er der Sohn Gottes sei. Doch der Sanhedrin - die religiöse Führung Israels - durfte nach den Gesetzen der römischen Besatzungsmacht keine Todesstrafe vollstrecken, sondern musste diese Fälle der römischen Gerichtsbarkeit übergeben.

Für die Römer waren jedoch die internen Streitigkeiten der Juden über ihre Religion keine Grundlage für eine Strafe und schon gar einer Todesstrafe. Deshalb hat der jüdische Sanhedrin die Anschuldigung verbreitet, dieser Jesus hätte gesagt, er wäre der König der Juden (Jh 18,33-35).

Damit war für die römische Gerichtsbarkeit der Straftatbestand der Aufruhr und des Angriffs auf die Autorität des Kaisers in Rom gegeben, auf welchen nach römischen Recht der Tod am Kreuz stand (Jh 19,12).

Doch mit der Leugnung dieses Jesus als ihren Messias, seiner Verurteilung zum Tod und seiner Auslieferung an die Römer zur Kreuzigung, hatten die Juden auch ihren Gott verleugnet – und verloren.

Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater.

1Jh 2,22 Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 2,23 Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 2,24 Ihr! Was ihr von Anfang an gehört habt, bleibe in euch! Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, werdet auch ihr in dem Sohn und in dem Vater bleiben. 1Jh 2,22-24;

Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Jh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Jh 14, 6;

Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Jh 5,22 Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben, 5,23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Jh 5,22-23;

Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht.

1Jh 5,10 Wer an den Sohn Gottes glaubt, hat das Zeugnis in sich; wer Gott nicht glaubt, hat ihn zum Lügner gemacht, weil er nicht an das Zeugnis geglaubt hat, das Gott über seinen Sohn bezeugt hat. 5,11 Und dies ist das Zeugnis: daß Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. 5,12 Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht. 1Jh 5,10-12;


Neben anderen Schrifthinweisen sind auch diese obigen Prophezeiungen der Nachweis dafür, dass Israel seit diesem Zeitpunkt keine Verbindung mehr zu seinem Gott hat und damit - in der doppelten Bedeutung des Wortes - "Gott-los" ist.

Sie haben den HERRN verlassen, haben den Heiligen Israels verworfen.

Jes 1,2 Hört, ihr Himmel, und horch auf, du Erde! Denn der HERR hat geredet: Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, sie aber haben mit mir gebrochen. 1,3 Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn. Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. 1,4 Wehe, sündige Nation, schuldbeladenes Volk, Geschlecht von Übeltätern, verderbenbringende Kinder! Sie haben den HERRN verlassen, haben den Heiligen Israels verworfen, sie haben sich nach hinten abgewandt. - 1,5 Wohin wollt ihr noch geschlagen werden, die ihr eure Widerspenstigkeit nur vermehrt? Das ganze Haupt ist krank, und das ganze Herz ist siech. Jes 1, 2- 5;




Israel ist seit zweitausend Jahren Gott-los.

Und hier erkennen wir nun den Grund, warum Gott Stadt und Tempel in Jerusalem von den Römern zerstören ließ: Nach der Tötung seines Sohnes am Kreuz, hat Gott den Tempel, die Stadt und das Volk Israel verlassen. Im nachfolgenden Bericht aus Mt 27,45-51 über den Tod Jesu am Kreuz, finden wir dafür zwei konkrete Hinweise.

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriß in zwei Stücke.

Mt 27,45 Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde; 27,46 um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Eli, Eli, lemá sabachtháni? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 27,47 Als aber einige von den Umstehenden es hörten, sagten sie: Der ruft den Elia. 27,48 Und sogleich lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. 27,49 Die übrigen aber sagten: Halt, laßt uns sehen, ob Elia kommt, ihn zu retten! 27,50 Jesus aber schrie wieder mit lauter Stimme und gab den Geist auf. 27,51 Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriß in zwei Stücke, von oben bis unten; und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, Mt 27,45-51;


Die letzten Worte des Herrn am Kreuz waren: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?". Es war jener Moment, in welchem die Sünde der ganzen Welt auf den Sohn Gottes gelegt wurde und der Heilige Geist des Vaters den Sohn verlassen musste, weil er nicht mit unvergebener Sünde in einem Körper sein kann.

Das war einerseits jenes Ereignis, für dessen Erfüllung der Sohn Gottes in die Welt gekommen war: um für die Sünden aller Menschen das stellvertretende und Gott wohlgefällige Opfer zu erbringen.

Andererseits aber war dieser Todesschrei eine Prophezeiung für die Juden, welche ab nun genau in dieser Situation waren. Wie ihnen ihr Messias prophezeit hatte: "Wenn ihr nicht glauben werdet, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben" (Jh 8,24), hatten sie keine Sündenvergebung mehr, weil Gott sie verlassen hatte.

Und auch aus dem Umstand, dass der, sonst immer geschlossene Vorhang im Tempel in zwei Stücke von oben bis unten zerrissen war, kann man die Bedeutung dann erkennen, wenn man weiß, dass dieser Vorhang die beiden Räume - das Heilige, den Vorraum und das Allerheiligste, in dem Gott wohnte (2Mo 26,33) - getrennt hat. Dies war der Beweis dafür, dass Gott den Tempel verlassen hatte und das Volk Israel, das zum Mörder seines Sohnes geworden war, ab nun Gott-los war.

Und auch das hat ihnen der Herr noch zu seinen Lebzeiten prophezeit:

Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!»

Mt 23,32 Und ihr, macht nur das Maß eurer Väter voll! 23,33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? 23,34 Deswegen siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt 23,35 damit über euch komme alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wurde, von dem Blut Abels, des Gerechten, bis zu dem Blut Secharjas, des Sohnes Berechjas, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar ermordet habt.

23,36 Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen. 23,37 Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! 23,38 Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen; 23,39 denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!» Mt 23,32-39;


Aus biblischer Sicht hat daher das Volk Israel seit seiner Ablehnung des Messias und in der Folge der Zerstörung des Tempels und damit des Opferaltars in Jerusalem, in der Zeit zwischen Tod bzw. Auferstehung des Herrn und seiner Wiederkunft zum Antritt seiner Herrschaft im Tausendjährigen Friedensreich, keine Möglichkeit in eine Interaktion, sei es jetzt im Gebet oder mit Opfergaben, mit seinem Gott zu treten.

Sie haben daher auch keine Sündenvergabe, es sei denn, sie bekehren sich zu Jesus Christus – wodurch sie aber dann zu Christen werden. Wie wir sehen, sind die Israeliten ab diesem Zeitpunkt ein Gott-loses Volk. Sie sind vom "Weizen" zum Unkraut geworden – um das auch in der Sprache der Calvinisten verständlich zum Ausdruck zu bringen.

Doch auch ihnen hat Gott in seiner Gnade jene Option offengelassen, welche er allen Menschen dieser Welt angeboten hat: Der Glaube an seinen Sohn. Das ist die "gute Nachricht", das euangelion: es gibt keinen Menschen in dieser Welt, der von diesem Angebot Gottes ausgeschlossen wäre. Glaube an Jesus Christus als deinen Erlöser und du bist gerettet.

Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem anderen Volk gegeben werden.

Mt 21,42 Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift (Psalm 118,22.23): »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen«? 21,43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt. 21,44 Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen. Mt 21,42-44;

Die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis.

Mt 8,11 Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; 8,12 aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern. Mt 8,11-12;

Es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und Erste, die werden die Letzten sein.

Lk 13,25 Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat, und ihr anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf!, dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? 13,26 Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unsern Straßen hast du gelehrt. 13,27 Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? Weicht alle von mir, ihr Übeltäter! 13,28 Da wird Heulen und Zähneklappern sein, wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen. 13,29 Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. 13,30 Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein. Lk 13,25-30;

Mt 19,29 Und wer Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlässt um meines Namens willen, der wird es hundertfach empfangen und das ewige Leben ererben. 19,30 Aber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein. Mt 19,29-30;


Und da gibt es auch keine zeitliche Beschränkung. Dieses Evangelium, die gute Nachricht der Errettung aus Gnade, wurde nach dem Tod des Sohnes Gottes sogar auch jenen Menschen verkündigt, welche bis zu diesem Zeitpunkt verstorben waren. Sie konnten ja von diesem Frevel der Israeliten und den dadurch ausgelösten Paradigmenwechsel in der mosaischen Religion nichts wissen, da sie ja vorher verstorben waren. Im Totenreich hat der Herr nach seinem Tod die Geister der Verstorbenen für kurze Zeit (3 Tage) auferweckt und hat auch ihnen diese Wahl angeboten.

Er ist auch hinabgefahren in die Tiefen der Erde.

Eph 4,8 Darum heißt es (Psalm 68,19): »Er ist aufgefahren zur Höhe und hat Gefangene mit sich geführt und hat den Menschen Gaben gegeben.« 4,9 Dass er aber aufgefahren ist, was heißt das anderes, als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde? 4,10 Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle. Eph 4, 8-10;

Den Toten wurde das Evangelium verkündigt.

1Ptr 4,6 Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben im Geist. 1Ptr 4, 6;

Er wird auferstehen von den Toten am dritten Tage.

Lk 24,45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden, 24,46 und sprach zu ihnen: So steht es geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; Lk 24,45-46;


Aber wie es heute aussieht, war dies alles - zumindest bei den lebenden Israeliten - vergebliche Liebesmühe. Sie weigern sich bis heute, an diesen Jesus als ihren Messias und den Sohn Gottes zu glauben und beschimpfen ihn seit zweitausend Jahren als Betrüger und Gotteslästerer. Und so haben sie seit zweitausend Jahren keine Sündenvergabe mehr und sind somit in ihren Sünden gestorben.

Sofern sie nicht doch noch zum Glauben an unseren Herrn Jesus Christus gekommen sind, werden sie beim Letzten Gericht von ihm verurteilt werden und in die Verdammnis gehen. Und das gilt in gleichem Maße für alle zukünftigen Juden, welche noch bis zum Beginn des Millenniums, dem Tausendjährigen Friedensreich des Sohnes Gottes, geboren werden.

Beim Kreuzestod seines Sohnes (ca. 32 n. Chr.) hat Gott den Tempel in Jerusalem – und damit das Volk Israel – verlassen, die Stadt und den Tempel von den Römern zerstören (70 n. Chr.) und die Israeliten schließlich aus ihrem Land in die Diaspora vertreiben lassen (132 n. Chr.).

Die von Theodor Herzl gegründeten Zionisten haben dann, nach dem zweiten Weltkrieg (1948), den Staat Israel gegründet und einen Teil der Juden weltweit unter schwierigsten Umständen nach Palästina gebracht. Diese, von den Juden "Alija"1) genannte Einwanderung, wird der Welt bis heute von den Zionisten als die, in der Schrift prophezeite "Rückführung des Volkes Gottes in sein Land" verkauft.

Und nachdem die Juden vor zweitausend Jahren ihren echten Messias, Jesus aus Nazareth, als Betrüger und Gotteslästerer von den Römern kreuzigen ließen, warten sie bis heute auf den "Gesalbten". Und der Teufel, der diese Welt regiert, wird ihnen auch bald einen "Messias" präsentieren. Einen falschen Messias, nämlich den in der Schrift prophezeiten Antichristen.

Dieser wird sich dann als der "wahre" Messias ausgeben, wird den echten Messias, Jesus aus Nazareth, als Lügner und Betrüger bezeichnen und damit bei den Juden mit Freude und Bewunderung aufgenommen werden. Und obwohl er sich schwerlich als der "wiedergekommene" Jesus präsentieren wird können, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach auch von der katholischen Kirche angenommen werden.

Und auch wenn die überwiegende Mehrheit der heutigen Bevölkerung Israels de facto atheistisch ist, werden die wenig verbliebenen mosaisch gläubigen Juden in der Endzeit auch den Tempel wieder aufbauen. Doch der Fluch der Gottlosigkeit bleibt so lange auf dem Volk Israel, bis der, den sie durchbohrt haben, wiederkommt und sie seinetwegen wehklagen werden.

Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben.

Off 1,4 Johannes den sieben Gemeinden, die in Asien sind: Gnade euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, 1,5 und von Jesus Christus, der der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde! Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut 1,6 und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 1,7 Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben, und wehklagen werden seinetwegen alle Stämme des Landes. Ja, Amen. 1,8 Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige. Off 1, 4- 8;/

Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind.

Sach 12,10 Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen. 12,11 Zu der Zeit wird große Klage sein in Jerusalem, wie die um Hadad-Rimmon in der Ebene von Megiddo war. Sach 12,10-11 ;

Die Übriggebliebenen des Hauses David werden um den Durchbohrten klagen.

Sach 12,12 Und das Land wird klagen, ein jedes Geschlecht besonders: das Geschlecht des Hauses David besonders und die Frauen besonders, das Geschlecht des Hauses Nathan besonders und die Frauen besonders, 12,13 das Geschlecht des Hauses Levi besonders und die Frauen besonders, das Geschlecht Schimis besonders und die Frauen besonders; 12,14 so auch alle andern übriggebliebenen Geschlechter, ein jedes besonders und die Frauen besonders. Sach 12,12-14;


Das ist dann der Beginn der tausendjährigen Friedensherrschaft des Sohnes Gottes auf Erden. Die nach den Endzeitkatastrophen übrig gebliebenen Israeliten werden sich zu Jesus, ihrem Messias bekehren und auch viele Menschen aus den Heidenvölkern werden sagen: "Wir gehen mit euch nach Jerusalem, denn wir hören, dass Gott mit euch ist".

Die Heiden sagen zu den Juden: wir gehen mit euch, denn Gott ist mit euch.

Sach 8,20 So spricht der HERR Zebaoth: Es werden noch viele Völker kommen und Bürger vieler Städte, 8,21 und die Bürger einer Stadt werden zur andern gehen und sagen: Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir selber wollen hingehen. 8,22 So werden viele Völker, Heiden in Scharen, kommen, den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen. 8,23 So spricht der HERR Zebaoth Zu der Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Heiden einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir hören, dass Gott mit euch ist. Sach 8,20-23;


Gemeinsam werden sie den Tempel wieder aufbauen, der bei der Umgestaltung von Himmel und Erde und den Katastrophen der Endzeit abermals - ein drittes Mal - zerstört wurde und Gott wird wieder im Allerheiligsten des Tempel Wohnung machen.

Von ferne werden kommen, die am Tempel des Herrn bauen werden.

Sach 6,15 Und es werden kommen von ferne, die am Tempel des HERRN bauen werden. Da werdet ihr erkennen, dass mich der HERR Zebaoth zu euch gesandt hat; und das soll geschehen, wenn ihr gehorchen werdet der Stimme des HERRN, eures Gottes. Sach 6,15;

Die Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein, als die frühere.

Hag 2,6 Denn so spricht der HERR Zebaoth: Es ist nur noch eine kleine Weile, so werde ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttern. 2,7 Ja, alle Heiden will ich erschüttern. Da sollen dann kommen aller Völker Kostbarkeiten, und ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen, spricht der HERR Zebaoth. 2,8 Denn mein ist das Silber, und mein ist das Gold, spricht der HERR Zebaoth. 2,9 Größer als die frühere wird die künftige Herrlichkeit dieses Hauses sein, spricht Jahwe Zebaoth, und an diesem Ort werde ich Heil geben, lautet der Spruch Jahwe Zebaoths. Hag 2, 6- 9;

(Siehe auch Kapitel 08: "Die Umgestaltung von Himmel und Erde.")


Zu diesem Zeitpunkt, am Beginn des Millenniums, sind alle Christen bereits bei der Entrückung aus den Toten auferweckt und mit dem Herrn in den Himmel entrückt worden, sodass es auf Erden nur mehr gottlose Menschen geben wird. Nachdem aber Gott in den Katastrophen der Endzeit in seinem Zorn seine Macht und seine Stärke gezeigt hat, werden nun auch viele der Gottlosen aus Israel und der ganzen Welt ihren fatalen Irrtum erkennen und sich zu ihm und zu seinem Sohn Jesus Christus, dem nunmehrigen Weltbeherrscher, bekehren.

Doch es werden sich im Millennium bei weitem nicht alle Menschen zu Gott bekehren. Nachdem am Ende des Millenniums Satan wieder für kurze Zeit losgelassen wird, um auch am Ende der Zeit die Menschen zu testen, werden sich wieder so viele Menschen von ihm verführen lassen, dass dann, wenn es zum letzten Kampf mit Satan kommt, Menschen "wie der Sand des Meeres" ihm nachfolgen werden und bei diesem Kampf samt dem Teufel vernichtet werden.

Der Satan wird die Nationen verführen, um sie zum Krieg zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand des Meeres.

Off 20,7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden 20,8 und wird hinausgehen, die Nationen zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind, den Gog und den Magog, um sie zum Krieg zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand des Meeres. 20,9 Und sie zogen herauf auf die Breite der Erde und umzingelten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt; und Feuer kam aus dem Himmel herab und verschlang sie. 20,10 Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo sowohl das Tier als auch der falsche Prophet sind; und sie werden Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit. Off 20, 7-10;

(Siehe auch Kapitel 11: "Das Ende der Welt.")


Wie man daraus erkennen kann, gibt es auch im Millennium keinen Zwang, sondern auch dort haben die Menschen die freie Wahl sich zu entscheiden, ob sie auf Gott oder auf den Satan hören wollen. Das wird in manchen Denominationen immer wieder falsch interpretiert. Ähnlich wie im Islam den Selbstmordattentätern ein Platz im Himmel und 72 Jungfrauen versprochen werden, lehren z.B. auch die Zeugen Jehovas, dass es im Millennium nur Gläubige - natürlich von den Zeugen Jehovas - geben würde. Man muss nur die Bibel genau studieren, dann erkennt man, dass dies falsche Lehren sind.




Das biblische Christentum.

Wie bereits im Diskurs 131 dargelegt, ist der christliche Glaube keine Religion. "Religion" leitet sich aus dem lateinischen Wort "religio" ab und hat mehrere Bedeutungen. Im Begriff "Religion" bedeutet es nach Cicero: "Die gewissenhafte Einhaltung überlieferter Regeln". Und hier haben wir den tieferen Sinn einer Religion und damit aller Weltreligionen: ein von Menschen erdachter und einzuhaltender Ritus. D.h. der Mensch muss tätig werden (z.B. Opfer erbringen oder gewisse Handlungen setzen) und erwartet im Gegenzug eine Bevorzugung irgendwelcher Art.

Der christliche Glaube ist gerade das Gegenteil: Gott selbst wurde tätig (1Jh 4,10) und hat seinen Sohn gesandt, der nach dem Willen des Vaters (Lk 22,42) als Opfer für die Sünden der Menschen in den Tod gegangen ist (Gal 1,4). Der Mensch muss nur noch dieses Opfer im Geist als für seine eigenen Sünden erbracht annehmen und vor dem Vater im Gebet geltend machen. Damit ist er von Sünde befreit und kann wieder als Gerechter vor Gott stehen und um den Heiligen Geist bitten (Lk 11,13).

(Siehe auch Diskurs 51: "Der Empfang des Heiligen Geistes – wie geschieht das?")


Nach biblisch‒christlichem Glauben gibt es nur einen einzigen Gott. Und deshalb kann es auch nur eine einzige Religion geben. Diese Religion war die abrahamitisch‒mosaische Religion. Sowohl Abraham als auch Mose hatten direkten Kontakt zu diesem einen und einzigen Gott. In Konsequenz sind alle anderen Religionen dieser Welt menschliche Erfindungen und haben keine wie immer geartete Bedeutung.

Die abrahamitisch‒mosaische Religion war eine Religion, die ausschließlich für das Volk Israel und alle jene Nichtisraeliten bestimmt war, welche zur mosaischen Glauben konvertieren wollten, dessen Gebote einhielten und sich beschneiden ließen. Alle anderen Religionen dieser Welt haben dieses System von Regeln und Geboten mehr oder weniger übernommen, ohne jedoch dessen geistliche Inhalte und vor allem, ohne dessen neuere Entwicklung zu kennen.

Und das gilt nun auch für die Juden. Sie kennen zwar diese neuere Entwicklung ihres mosaischen Glaubens, – den "Neuen Bund" – sie haben es jedoch fatalerweise abgelehnt dies zu akzeptieren. Damit haben sie aber ihren Alten Bund mit Gott gebrochen. Deshalb hat Gott diesen Bund aufgelöst und sie vor zweitausend Jahren verlassen (Lk 16,16; Mt 27,50–51). Doch wie schon so oft, denken die Juden, sie könnten die Tatsache, dass sie ihr Gott verlassen hat, ganz einfach ignorieren und weitermachen, als ob nichts geschehen wäre.

Das war schon ihre Taktik vor dreitausend Jahren, als Mose auf dem Berg Horeb, bei Gott war und sie meinten, er würde nicht mehr zurückkehren. Sie ignorierten das, machten sich ein goldenes Kalb und beteten ganz einfach das goldene Kalb an.

Und so ist es auch in unserer Zeit. Die Bibel prophezeit, dass Israel aus aller Welt, wohin sie Gott, nachdem sie den Bund mit ihm gebrochen haben, zerstreut hat (Diaspora), von seinem Gott wieder gesammelt wird. Doch den Juden dauerte das zu lange. So haben sie sich unter Theodor Herzl und seinen Zionisten selbst gesammelt und das Land Israel mit Mord und Totschlag wieder besetzt, ohne, dass sie Gott in irgend einer Weise dazu aufgefordert, geschweige denn geführt hätte, wie das die Bibel sagt (Hos 1,7).

Und so entstand 1948 der Staat Israel, das neue "goldene Kalb" der Juden. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Gott Israel verlassen hat, dann wäre das der beste Beweis. Es ist aber auch der Beweis dafür, dass Gott den Bund mit Israel aufgelöst hat und daher auch die mosaische Religion, welche sich auf diesen Bund gründet, keine Gültigkeit mehr besitzt. Und hier kann man nun natürlich zurecht fragen, ob eine solche schwerwiegende Aussage auch von der Bibel gestützt wird. Genau das soll in der Folge nachgewiesen werden.

Wie bereits weiter oben dargelegt, hat Gott seinen Sohn zuerst "zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel" gesandt, damit er, als ihr Messias, die Prophezeiungen erfüllen und das "Königreich", das tausendjährige Friedensreich, aufrichten sollte. Doch die Juden haben ihn abgelehnt und zum Tod am Kreuz verurteilt. Wenn die Juden ihn angenommen hätten, hätte die Weltgeschichte einen vollkommen anderen Verlauf genommen.

Aber sie haben ihn nicht angenommen (Jh 5,43) und damit ihr Schicksal und den Lauf dieser Welt völlig verändert. Eine dieser Veränderungen war die Entscheidung Gottes, den Tempel in Israel und das Volk Israel zu verlassen (Mt 27,50-51) und den Alten Bund aufzulösen (Hbr 8,7-9). Doch es wäre nicht unser allmächtiger und gnädiger Gott und Vater im Himmel, wenn er mit dieser gerechten Entscheidung nicht auch eine Möglichkeit zur Rettung geschaffen hätte.

Und zwar nicht nur zur Rettung der Juden, sondern zur Rettung aller Menschen. Das Grundproblem aller Menschen war und ist, unsere Unfähigkeit, die Gebote Gottes gänzlich zu erfüllen. Durch den schwachen Glauben (Lk 17,6) erliegen wir immer wieder den Versuchungen des Satans. Doch das Vergehen gegen die Gebote Gottes ist Sünde und Sünde wird mit dem Tod bestraft (Röm 6,23).

(Siehe auch Exkurs 08: "Der erste und der zweite Tod.")


Auch wenn das nicht der erste, der physische Tod ist, sondern der sogenannte "zweite Tod" (Off 21,8), also die Verurteilung beim Letzten Gericht zur ewigen Verdammnis. Und hier hat Gott, um nicht gleich alle Menschen verdammen zu müssen, in der alten mosaischen Religion anstatt des Todes des sündigen Menschen, den stellvertretenden Tod von Tieren, also z.B. das Opfer von fehlerlosen einjährigen Lämmern (Opferlamm) befohlen, um die Sünde des Menschen zu sühnen.

Als die Juden jedoch seinen Sohn abgelehnt haben, hat Gott jene Prophezeiung erfüllt, welche da sagt:

Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist.

Jes 28,16 Darum spricht Gott der Herr: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht. Jes 28,16;

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.

Ps 118,22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. 118,23 Das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Ps 118,22-23;


Die Bauleute, die jüdischen Schriftgelehrten und die mosaische Glaubensgemeinde, haben den Stein, ihren Messias, verworfen, und so hat ihn Gott zum Eckstein gemacht, d.h. zu jenem Stein im Fundament, welcher das gesamte Gebäude trägt und zusammenhält. Und obwohl nun die jüdischen Schriftgelehrten die Tora und alle Schriften genau kannten, die Bedeutung dieser Prophezeiung hatten sie offenbar nicht verstanden (Mt 5,17).

Und so kam es zu diesem Paradigmenwechsel im Glauben an den einen und einzigen Gott. Der alte mosaische Glaube war außer Kraft gesetzt, er konnte keine Sünden mehr vergeben. Und auch das hat ihnen unser Herr Jesus Christus gesagt, aber da wollten sie ihn schon nicht mehr verstehen:

Wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin (der Messias), so werdet ihr in euren Sünden sterben.

Jh 8,21 Er sprach nun wieder zu ihnen: Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen und werdet in eurer Sünde sterben; wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen. 8,22 Da sagten die Juden: Er will sich doch nicht selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen? 8,23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 8,24 Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin (der Messias), so werdet ihr in euren Sünden sterben. Jh 8,21-24;

Wer in seinen Sünden – also ohne Sündenvergebung – stirbt, wird beim Letzten Gericht zur ewigen Verdammnis verurteilt. Und genau das ist das Schicksal aller Juden, der Söhne des Reichs, denen das Reich genommen und einem anderen Volk gegeben wurde, das seine Früchte bringt.

Aber die Söhne des Reiches werden hinausgeworfen werden in die äußere Finsternis: da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.

Mt 8,11 Ich sage euch aber, dass viele von Osten und Westen kommen und mit Abraham und Isaak und Jakob zu Tisch liegen werden in dem Reich der Himmel, 8,12 aber die Söhne des Reiches werden hinausgeworfen werden in die äußere Finsternis: da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. Mt 8,11-12;



Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringen wird.

(Mat 21,33-46)


Hört ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausherr, der einen Weinberg pflanzte und einen Zaun darum setzte und eine Kelter darin grub und einen Turm baute; und er verpachtete ihn an Weingärtner und reiste außer Landes.
Als aber die Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um seine Früchte zu empfangen.
Und die Weingärtner nahmen seine Knechte, einen schlugen sie, einen anderen töteten sie, einen anderen steinigten sie.
Wiederum sandte er andere Knechte, mehr als die ersten; und sie taten ihnen ebenso.

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Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen, indem er sagte: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen!
Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Dieser ist der Erbe. Kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbe in Besitz nehmen!
Und sie nahmen ihn, warfen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn.


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Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er jenen Weingärtnern tun?
Sie sagen zu ihm: Er wird jene Übeltäter übel umbringen, und den Weinberg wird er an andere Weingärtner verpachten, die ihm die Früchte abgeben werden zu ihrer Zeit.
Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr nie in den Schriften gelesen (Ps 118,22-23):
"Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden; von dem Herrn her ist dies geworden, und es ist wunderbar in unseren Augen"?

~~~~~~~~~~~


Deswegen sage ich euch:
Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringen wird.
Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden; aber auf wen er fallen wird, den wird er zermalmen.


Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse gehört hatten, erkannten sie, daß er von ihnen redete.
Und als sie ihn zu greifen suchten, fürchteten sie die Volksmengen, denn sie hielten ihn für einen Propheten.

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Wie man sieht, sitzen die Juden zwischen zwei Stühlen: im mosaischen Glauben des Alten Bundes können sie keine Sünden mehr vergeben bekommen. Nicht nur, weil dieser Bund von Gott aufgelöst wurde, sondern auch, weil die Sündopfer nur am Brandopferaltar im Tempel in Jerusalem – und nur dort (5Mo 12,13-14)! – erbracht werden dürfen. Doch dieser Tempel und der Brandopferaltar wurden vor zweitausend Jahren zerstört (Lk 21,5-6).

Andererseits kann die Sündenvergebung im Neuen Bund des christlichen Glaubens nur im Glauben an das stellvertretende Loskaufopfer des Sohnes Gottes am Kreuz für die Sünden aller Menschen erlangt werden. Und das lehnen die Juden ab.

Daher hat ihnen der Herr oben, in Jh 8,24 auch gesagt: "Wenn ihr nicht glauben werdet, dass ich es (der Messias) bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben." Und wer in seinen Sünden sterben muss, der hat keine Vergebung für seine Sünden und wird beim Letzten Gericht zur ewigen Verdammnis verurteilt.

Allerdings wäre es nun ein Fehler – dem leider einige christliche Denominationen erliegen – zu glauben, dass damit der mosaische Glaube und Israel von Gott auf ewig verworfen wäre. Diese Gott‒losigkeit des Volkes Israel geht vom Tod des Sohnes Gottes, als der Vater den Tempel verlassen hat, bis zum Beginn des Millenniums, wenn sich der übrig gebliebene Rest der Israeliten wieder zu ihrem Gott und seinem Sohn Jesus den Christus (den Messias) bekehren.

Wer die Bibel kennt, weiß daher, dass das Christentum nur ein "Einschub" in der Geschichte Gottes mit Israel ist. Im Millennium wird sich der Rest Israels zu Jesus Christus bekehren, Gott wird ihnen ihren König David auferwecken (Jer 30,8-9) und Israel wird zum "Haupt der Nationen" (Jer 31,6-8) in den tausend Jahren des Friedensreiches des Sohnes Gottes werden.

(Siehe auch Diskurs 121: " Das Christentum: Ein Einschub in der Geschichte Gottes mit Israel.")


Deshalb hat auch unser Herr Jesus Christus gesagt;

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.

Mt 5,17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 5,18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 5,19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. 5,20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Mt 5,17-20;

(Siehe auch Diskurs 131: "Das Judentum und seine Sicht von Jesus des Christus’ [=hebr.: Messias].")


Für das Christentum gelten also genau die selben Gebote und Gesetze wie im mosaischen Glauben! Das ist es, was der Herr hier sagt. Der Sold der Sünde – also ungesühnte und unvergebene Nichtbeachtung der Gebote und Gesetze – ist noch immer der (zweite) Tod. Was sich jedoch geändert hat ist die Art der Sühne und der Vergebung.

War es im mosaischen Glauben ein Tier (Opferlamm), dass stellvertretend für den Menschen sein Leben lassen musste, ist es im christlichen Glauben der Sohn Gottes selbst, der sein Leben für die Sünder gegeben hat. Hatten die Juden viele Opfergesetze für die verschiedensten Sünden und Vergehen, so gilt im Christentum das eine Opfer des Sohnes Gottes für alle Sünder und alle Sünden, welche im Gesetz genannt sind.

Das ist der Neue Bund, das ist das Christentum. War im Alten Bund das Kennzeichen der Zugehörigkeit die Beschneidung, ist es im Neuen Bund der Glaube. Der Glaube an Jesus Christus und sein stellvertretendes Opfer am Kreuz für die Sünden der ganzen Welt. Wer es annehmen will, der hat Sündenvergebung und ist gerettet. Wer es nicht annehmen will, auf dem bleibt der Zorn Gottes und er geht in die Verdammnis.

Ein weiterer Unterschied zum mosaischen Religion ist – wie bereits weiter oben erwähnt –, dass der christliche Glaube eben keine Religion ist. Es ist eine Relation, eine Beziehung zu oder eine Verbindung mit Gott als unserem Vater im Himmel, der raumzeitlosen Dimension, in der Gott und seine Engel leben. Deshalb hat uns auch der Sohn Gottes gesagt:

Und ihr sollt niemand euren Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater: der im Himmel.

Mt 23,9 Und ihr sollt niemand euren Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater: der im Himmel. Mt 23,9;


Wir sollen also niemand auf Erden unseren Vater nennen, weil unser Vater im Himmel ist. – Damit ist aber auch klar, dass sämtliche katholischen Päpste, welche sich in schamloser Weise sogar "Heiliger Vater" nennen lassen – eine Bezeichnung, welche unser Herr Jesus Christus ausschließlich im Gebet für Gott verwendet hat (Jh 17,11) – allein schon aus diesem Grund in die Hölle fahren werden.

Die Mitglieder des Neuen Bundes erkennt man also daran, dass sie an Jesus Christus glauben. Sie sind Kinder – Söhne und Töchter – des lebendigen Gottes, der ihr Vater im Himmel ist. Und diese Beziehung, diese Verbindung ist geistiger Natur. Wie uns auch der Herr sagt:

Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.

Jh 4,23 Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. 4,24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten. Jh 4,23-24;


Im christlichen Glauben gibt es also keinen Ritus, keine Liturgie, keine "Messen", keine Priester, Bischöfe, Päpste usw. Und das biblische Christentum kennt auch keine "Gotteshäuser", wie die Kirchen, Moscheen oder Tempeln bei den Religionen. Denn der eine und einzige Gott hat uns gesagt:

»Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen?«.

Apg 7,48 Aber der Höchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht (Jesaja 66,1-2): 7,49 »Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen?«, spricht der Herr, »oder was ist die Stätte meiner Ruhe? 7,50 Hat nicht meine Hand das alles gemacht?«. Apg 7,48-50;


Und Paulus schreibt uns im ersten Brief an die Korinther:

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

1Kor 3,16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? 3,17 Wenn jemand den Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören, denn der Tempel Gottes ist heilig – der seid ihr. 1Kor 3,16-17;


Und schließlich erklärt uns der Sohn Gottes selbst, wie das zu verstehen ist:

Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.

Jh 14,22 Spricht zu ihm Judas, nicht der Iskariot: Herr, was bedeutet es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? 14,23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. 14,24 Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat. 14,25 Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. 14,26 Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Jh 14,22-26;


Durch den Heiligen Geist in uns wird also Vater und Sohn in uns wohnen. Und deshalb sind wir (unser Geist) der Tempel Gottes. All diese anderen menschlichen Erfindungen in den Religionen dienen nur dazu, in der materiellen Welt der Menschen zu beeindrucken, sich selbst bei anderen Menschen zu rühmen. Das alles ist dem unsichtbaren Gott, der Geist ist, ein Gräuel.

Religion ist, wenn der Mensch versucht Gott zu erreichen. Im biblischen Christentum kommt Gott zum Menschen. Gott ist unser Heiliger Vater im Himmel und es gibt daher durch den Heiligen Geist in uns eine Relation, eine direkte, geistige Beziehung zu dem einen und einzigen Gott.

Wenn der Mensch ohne Sünde ist – d.h. er muss vorher beten und um die Vergebung seiner Sünden im Namen des Loskaufopfers des Herrn Jesus bitten – und wenn er bereit ist, der Wahrheit die Ehre zu geben, dann geht er in einen Raum, in dem er ungestört ist, verschließt die Tür, setzt sich hin und beginnt im Geist mit seinem Vater im Himmel zu sprechen.

Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.

Mt 6,5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Versammlungen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten (oder an der "Klagemauer"!/ FH) , damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. 6,6 Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. 6,7 Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, daß sie um ihres vielen Redens willen erhört werden. 6,8 Seid ihnen nun nicht gleich! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. Mt 6, 5- 8;


So hat das auch Gottfried Daniel Pomacher, ein Erweckungsprediger aus dem Wuppertal gesehen, als er sagte:

Das Christentum besteht nicht in Worten, sondern in der Kraft des Heiligen Geistes in den Gläubigen. Nicht jene sind die Säulen des Tempels, die sich öffentlich in Gebeten mit "Herr, Herr" die Bewunderung ihrer Zuhörer verschaffen, sondern jene, welche zuhause, in ihrem stillen Kämmerlein und ohne einen einzigen Zuhörer, ihre Gebete an den Herrn richten, sind die wahren Träger der Gemeinde.


Das ist die einzige Möglichkeit für jeden Menschen mit Gott zu sprechen (beten) und von ihm auch gehört zu werden. Alle anderen "Gebete" – zu wem auch immer – gehen in die Leere und gelangen nicht zu Gott. Das Christentum ist daher keine Religion, sondern eine Relation. Eine Beziehung oder Verbindung des Menschen zu seinem Vater im Himmel, dem allmächtigen Gott und zu seinem Sohn Jesus Christus.

Und wie hier nun auch leicht erkennbar, ist die katholische Kirche, welche in der Welt gemeinhin als die Vertreterin des Christentums gesehen wird, keine christliche Kirche. Der biblisch‒christliche Glaube basiert weder auf Regeln noch auf Ritus oder Liturgie. Der wahre christliche Glaube kennt weder Priester noch Bischöfe, Kardinäle oder gar Päpste. Der echte christliche Glaube ist eine Beziehung zu Gott als unseren himmlischen Vater und zu Jesus Christus, seinen Sohn, als unseren Retter.




Der Alleinvertretungsanspruch des biblischen Christentums.

Der Alleinvertretungsanspruch des biblischen Christentums.


Gott ist für jeden einzelnen Menschen erreichbar, der das wünscht.
Allerdings nicht in verschiedenen Religionen, sondern in seinem Sohn Jesus Christus.
(Mt 28,18; Jh 14,6)

Jede Religion, die nicht Jesus Christus als den Sohn Gottes und einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen im Mittelpunkt ihres Glaubens hat, ist eine falsche Religion.
(Ps 118,22; Jes 28,16; Mt 11,27; Mk 12,10; Jh 3,35-36; Jh 5,22-23; Lk 20,17; Apg 4,11; 1Tim 2,5; 1Ptr 2,6-7)

-- o --

Jedes Gebet, welches nicht ausschließlich an Jesus Christus oder den Gott der Bibel gerichtet ist, richtet sich an Götzen und ist Gott ein Gräuel.
(Jer 10,2-5)

-- o --

Der biblisch-christliche Glaube,  mit der Bibel als alleiniger Glaubensgrundlage und ohne irgendwelche, von Menschen erfundenen Zusätze (Talmud, Katechismus, Koran etc.), ist daher die "enge Pforte", die einzige Möglichkeit in dieser Welt, welche die Menschen zum Glauben an das sühnende Kreuzesopfer des Sohnes Gottes führt und damit durch die Sündenvergebung den Zugang zu dem einen und einzigen Gott der Bibel ermöglicht.
(Mt 7,13)

Nachdem es nur diesen einen und einzigen, lebendigen Gott und seinen Sohn Jesus Christus gibt, ist jede Toleranz gegenüber anderen, erfundenen Göttern, ein Betrug an den aufrichtig ihren Schöpfer suchenden Geschöpfen und daher auf das Schärfste zu verurteilen.

Glauben Sie daher keinem dieser falschen Prediger, egal welcher Religion. Denn jene die tote Götzen anbeten, sind gottlos und die nur den Vater anbeten, glauben nicht an den Sohn. Doch wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht.
(1Jh 2,23)

Jene aber, die vorgeben christlich zu sein, beten entweder katholische Götzen an oder haben als Protestanten schwule Bischöfe. Sie sind alle faule Früchte von faulen Bäumen. Ihr Gott hört sie nicht, ihre Gebete gehen ins Leere und ihr Segen wird zum Fluch!
(Mt 7,16-18)






Anmerkungen


1) Der Begriff Alija (ֽֽhebräisch עֲלִיָּה ʿalijjah, deutsch ‚Aufstieg‘, Plural ʿalijjot) stammt aus der Bibel und bezeichnet im Judentum seit dem babylonischen Exil (586–539 v. Chr.) die Rückkehr von Juden als Einzelne oder Gruppen nach Eretz Israel. Teilnehmer einer Alija heißen hebräisch Olim (Singular: fem. Olah, mask. Oleh). - Seit der Entstehung des politischen Zionismus im 19. Jahrhundert bedeutet der Begriff allgemein "jüdische Einwanderung“ nach Palästina bzw. seit 1948 nach Israel. (WIKIPEDIA)